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Sonntag, 9. Februar 2020

Wunschkonzert: Kein Hirte mit dem Geruch der Schafe

Christian Hirte Entlassung
Die Ereignisse von Erfurt entfalten reinigende Wirkung für die ganze Republik. Im Bild: Die CDU, die nun über jedes Stöckchen springt.
Christian Hirte hätte es wissen müssen. "Wer rechte Positionen nachmacht oder verbreitet, oder nachgemachte oder verbreitete rechte Positionen sich verschafft und in Verkehr bringt, dessen Bleibens ist nicht länger in den Reihen der Union", so steht es mit unsichbarer Tinte gestempelt seit dem letzten Umtausch der Parteidokumente in jedem Mitgliedspapier jedes CDU-Genossen. Dennoch hatte der Thüringer in dieser Woche nicht Schlechteres zu tun als die "unverzeihliche" (Merkel) Wahl des Liberalen Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten zu loben. "Deine Wahl als Kandidat der Mitte zeigt noch einmal, dass die Thüringer Rot-Rot-Grün abgewählt haben. Viel Erfolg für diese schwierige Aufgabe zum Wohle des Freistaats."

Ein ungeheuerlicher Ausfall, der die SPD, die Grünen und die Linke, vom Wähler als Wächter über die öffentliche Moral bestellt, auf den Plan rief. Hirte habe den Konsens der Demokraten aufgekündigt, sich mit den Faschisten solidarisiert, er sei dabei, die Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges zu revidieren, wolle Hitler die Steigbühgel halten und die unzähligen Opfer, die der Kampf gegen den Faschismsus bis hierher gefordert habe, ungeschehen machen. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), eine Vertretung der Arbeiter und Angestellte, der unter seinen Mitgliedern kein AfD-Wähler duldet und in Kürze einen Unvereinbarkeitsbeschluss auch in Richtung FDP beschließen wird, solidarisierte sich mit den von Hirte angegriffenen Thüringer Demokraten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Ereignisse als Physikerin immer von hinten denkt, musste an diesem Punkt die Reißleine ziehen. Hirte, als ostdeutscher Ostbeauftragter ohnehin von Anfang an ein Hirte, den der Geruch seiner ostdeutschen Schafe umgab, wurde einbestellt und darüber informiert, "dass ich nicht mehr Beauftragter der Bundesregierung für die Neuen Länder sein kann", wie er selbst bei Twitter darüber informierte, wie sanft und freundlich Merkel Freund und Feind in diesen Tagen neu sortiert.

Daraufhin habe er um seine Entlassung gebeten.

"Der erste Trittbrettfahrer der blau-schwarz-gelben Schande muss gehen", kommentierte SPD-Hoffnungsträger Kevin Kühnert, "ihm werden viele folgen müssen". Zeit, aufzuräumen, Gegner auszumerzen und mit eisernem Besen auszukehren, was an Feinden des Fortschritt noch untergeschlüpft ist in Parteien, Parlamenten und Institutionen.

Ein wichtiges Stück politischer Hygiene, das zeigt, welch reinigende Wirkung die Ereignisse von Erfurt für die ganze Republik entwickeln können. Wer sich mit den Stimmen anderer wählen lassen will, weiß künftig, dass das zur gesellschaftlichen Ächtung führt. Wer Wahlergebnisse lobt, ohne das vorherige Urteil der Kanzlerin abzuwarten, kennt sein Schicksal. Wähler, die den Parteien unlösbare Aufgaben stellen, dürfen sicher sein, dass ihre Wahl auch "rückgängig" (Merkel) gemacht werden kann, wenn eine Kanzlerin das beschließt.

Linke, SPD und Grüne schließlich regieren nun zwar noch nicht wieder in Thüringen, doch noch bevor die CDU dort den Weg frei gemacht haben wird für eine zweite Amtszeit des linken Landesvaters Bodo Ramelow, dirigieren sie ein Wunschkonzert und regieren sie die CDU, deren Bereitschaft, über jedes Stöckchen zu springen, das irgendein bedeutungshungriger Medienaktivist ihr hinhält, kaum noch geringer ist als das eines Zirkushundes, der seinen Lebensunterhalt mit dem Springen über Stöckchen verdient.


Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

>> Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Ereignisse als Physikerin immer von hinten denkt ...

Von hinten gedacht habe ich das heute früh in diese Sätze gekleidet.
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Nun ist er halt da, der Herr Kemmerich, und Hanswurst Ramelow nebst seinen Waschweibern muß damit leben. Oder er entscheidet sich für einen höchst unflotten Analdreier und geht mit Merkel und AKK ins Bett. Die beiden Damen sind einem solch dreckigen Tête-à-tête nicht abgeneigt, wie man dieser Tage vernahm.
Helmut Kohl pflegte zu sagen: Entscheidend ist, was hinten dabei rauskommt. Dort kommt Bodo Ramelow als Ministerpräsident heraus ...

Anonym hat gesagt…

Ich hoffe nur, es hat niemand Mitleid mit diesem Hirte oder fühlt sich ihm in der Sprache der Roten 'solidarisch verbunden'. Wer dem Sultan dient, dem sitzt der Kopf eben locker.
Adé Systemratte, jetzt muss du halt wieder Mundharmonika spielen.

Anonym hat gesagt…

Kommt der Hirte nun vor ein Erschießungskommando, weil er einem demokratisch gewählten Ministerpräsidenten gratuliert hat?
Allerdings muß man auch sagen, wer sich mit dem Teufel einlässt....

Erziehungswunderland hat gesagt…

Umgestaltung zur gelenkten Demokratie läuft!

Anonym hat gesagt…

@ 1. Anonym: Trefflich. Oder: Wer mit dem Satan speist, muß einen sehr langen Löffel haben.