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Samstag, 9. Mai 2020

Klammheimliche Vorfreunde: Hoffen auf Corona

Nur echt mit widerlich verzogenem Mund: Donald Trump ist der Endgegner der deutschen Leitmeiden.
Nüscht klappt, seit fast fast vier Jahren schon nicht. Die deutschen Medien haben fürwahr gekämpft, wie Berserker sogar, der wachere "Spiegel" vornweg und die ganze Kompanie hinterher. Alle zusammen gegen den "Hassprediger" (Steinmeier) Trump, den die Frankfurter Rundschau gleich zu Beginn seiner Amtszeit durch ihren eigens abgestellten Trump-Reporter als "irre" diagnostizieren ließ. Dass im langerwarteten Impeachment damals ein neuer Anklagepunkt auftauchte, dass Trumps Team ein "verstörendes Marvel-Video" twitterte, dass die Einleitung des Amtsenthebungsverfahrens gegen Donald Trump ist noch vor Weihnachten möglich sei, dass die US-Demokraten die Anklage gegen Trump vorstellten und das eine "unschöne Bescherung für Trump" sei - auch die FR, einem zusammengeschrumpeltem Rest der ehemals wichtigen linksliberalen Stimme,  wurde jede Wendung  auf einen Amtsverlust des US-Präsidenten hingebungsvoll kommentiert.

Im Kampf gegen den Demiurgen


Dauernd trieben die Demokraten in der FR das Impeachment-Verfahren gegen Trump voran, bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus betonen sie Demokraten, es gebe "überwältigende" Beweise für Amtsmissbrauch, sogar Nancy Pelosi, Trumps Gegenspielerin, verteidigte das angestrebte Impeachment gegen Trump, in der FR vorgeführt als eine Art neutrale Kronzeugin. Alles, was gut war im Kampf gegen den Demiurgen war berichtenswert, denn in den Redaktionsstuben hatte sich die Auffassung durchgesetzt, dass sich der Feind je schneller aus dem Weißen Haus spülen ließe, je mehr deutsche Leser man davon überzeugen könne, dass er kein anderen Schicksal verdiene.

Irgendwie aber blieb er dennoch. Und zuletzt schien es sogar, als würde er sogar noch weiter bleiben. Joe Biden, der von den Demokraten favorisierte Gegenkandidat, hat etwa dieselben Chancen, Trump abzulösen, wie sie Bernd Riexinger hätte, anstelle von Angela Merkel ins Kanzleramt einzuziehen. Dann aber kam Corona, der Wirtschaftsaufschwung der USA stoppte abrupt, zehntausende Menschen starben, Millionen wurden arbeitslos und noch mehr Millionen zweifeln daran, ob Trump und seine Administration wirklich alles richtig gemacht haben. Musste die Grenzschließung sein, die damals von der EU und deutschen Politikern so harsch kritisiert wurde? Warum zeigt er die ganze Zeit auf China, wo doch der führende deutsche Corona-Experte Karl Lauterbach daran so seine Zweifel hat?

Trump-Maschine ohne Treibstoff


Nein, die US-Wahl 2020 ist noch nicht entschieden, das hat Daniel Dillmann jetzt mit einer umfassenden "Analyse" (FR) in der Frankfurter Rundschau verdeutlicht. "Der Trump-Maschine geht in der Corona-Krise der Treibstoff aus", die "Corona-Krise hindert Donald Trump am Wahlkampf" und das nicht mal "die einzige Gefahr, die das Virus für seine Wiederwahl bedeutet", frohlockt der "Redakteur der Zentralredaktion Mitte von Ippen Digital in Frankfurt am Main" über die neue Hoffnung, die aus der Pandemie kommt.

Es ist nicht einmal die klammheimliche Freude des Buback-Nachrufes, die sich hier zu Wort meldet, sondern ein unverstelltes, ungetarntes Frohlocken. Wenn die Corona-Krise Trumps Wiederwahl gefährdet, wenn das Coronavirus vor allem Republikaner bedroht, wenn die Wahlkampagne Trumps  ins Stocken gerät, dann verwandelt sich die Seuche in einen Segen.

Um das schlüssig aussehen zu lassen, verwandelt Daniel Dillmann Trump zuerst einmal in die übliche Karikatur. Dem vorgeführten Zerrbild ist die alles egal - mögen Millionen in Armut fallen, Hunderttausende sterben, was ihm übel aufstößt, ist nur, dass er sich "das Timing ganz sicher anders gewünscht" (Dillmann) hätte. So nun macht die blöde Corona-Krise die Wahlkampagne kaputt und sie hindert den Präsidenten daran, die von ihm gewünschten Bilder begeisterter Anhänger in riesigen Hallen zu produzieren. Denn so hinterlistig war der Plan: Die Trumps "reisen von Ost nach West und von Süd nach Nord". Sie treten wieder "in Ohio vor Panzern auf, in Viriginia mit Bauarbeiterhelmen vor Minenarbeitern, in Pennsylvania auf der grünen Wiese und in Arizona in einem Flugzeughangar". Und am Ende gewinnen sie, obwohl in Hamburg, Berlin, München und eben auch in Frankfurt entscheiden worden ist, dass es nicht so zu sein hat.

Joe Biden in Hessen vor dem Triumph


Nun aber stiehlt die Corona-Krise  Donald Trump zum Glück die Show. "Donald hat kaum Gelegenheit, den Jubel einzuheimsen, den seine narzisstische Seele so benötigt", analysiert Daniel Dillmann messerscharf. Es fehlten auch die "Bilder der Hardcore-Trump-Fans, die bunte Schilder mit „Trump 2020“ und „4 more years“ in die Höhe halten", was letztes Mal wegen der Übertragung durch Fox News und Internet für Trumps Wahlsieg sorgte.

Jetzt noch Bidens kleines Problem mit den Vergewaltigungsvorwürfen etwas tiefer gehängt und schon ist wieder Hoffnung: "Das Coronavirus stiehlt dem Modell „Donald Trump Superstar“ die Show", schreibt Dillmann. Und gleichzeitig bekomme das Wahlvolk der USA "immer mehr einen anderen Donald Trump zu sehen. Einen, der sich mit Journalisten anlegt und sich selbst widerspricht, der über seinen Twitterkanal als „realdonaldtrump“ Umfragen anzweifelt, die deutlich machen, wie die Zustimmungswerte des Präsidenten sinken, einen überforderter Populist eben". Also etwa genau den Mann, der in deutschen wie amerikanischen Medien seit dem Start des Wahlkampfes vor fünf Jahren omnipräsent ist.

Egal. Man muss nehmen, was man hat, wenn man schon ahnt, dass man wieder nicht bekommen könnte, was man haben will. Daniel Dillmann, ein halbjunger, globalisierter Großstadtmensch, hat die Hoffnung für die "evangelikalen Waffennarren in Alabama" aufgegeben. Die lesen nicht FR und werden Trump deshalb wieder wählen.Aber entscheidend bei der US-Wahl werden auch 2020 wieder andere Regionen sein: Hessen etwa, wo die zum Medienimperium der deutschen Sozialdemokratie gehörende Frankfurter Rundschau nach einer Odyssee  durch allerlei Verlagsportfolios nun als regionales Blatt ihr Glück sucht, ohne bisher mehr als eine Handvoll Leser gefunden zu haben. Hessen, bis vor kurzer Zeit für durchdemokratisiert gehalten, dann aber als braune Brutstätte enttarnt, ist kein Swing State, in dem Trump ein knappes Rennen um den Sieg prognostiziert wird.

Vorentscheidung in der FR


Doch Daniel Dillmanns engagierter Text zur Rolle des Coronavirus bei der Verhinderung einer zweiten Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hat nun für eine Vorentscheidung im Rennen um die Präsidentschaft gesorgt. Die klare Analyse, dass die Lungenkrankheit Covid-19 vor allem alte Menschen mit dem Tod bedroht, was Trump Wähler kosten wird ("höhere Letalitätsrate älterer Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus") nennt es Dillmann zärtlich, macht doch Hoffnung. Wenn im umkämpften Florida genügend Leute sterben, "könnte allein die demographischen Veränderungen, die durch tausende Todesfälle entstehen, das Pendel in Richtung des demokratischen Herausforderers Joe Biden ausschlagen".

Der Tod hilft, die natürliche Ordnung der Dinge wiederherzustellen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Biden ist geistig nicht mehr auf der Höhe. Manche sagen, dass man ihn im Herbst per medizinischem Attest rausnimmt und über wahlrechtliche Winkelzüge einen Ersatz antreten lässt (Clinton oder Cuomo) und dass Biden seit einer Weile nur noch als Platzhalter fit gehalten und aus der Öffentlichkeit soweit wie möglich rausgehalten wird. Die Sache mit Reade passt da überhaupt nicht in den Plan. Aber das ist alles selbstverständlich nur eine Verschwörungshypothese, wo sind wir denn, aber hallo.

Anonym hat gesagt…

Wenn Trump schon nicht Corona ereilt, dann wenigstens irgendetwas Koronares, werden sich viele Journalisten in Schland denken.

der alois
Reichskardiologiewart