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Montag, 22. Juni 2020

Einzelfälle überall: Die Grippe und der Partymob


Bald, bald, bald wird mal richtig durchgetestet. Bald wird erforscht, wie die Ansteckungsketten wirklich funktionieren. Bald wird es Studien geben, warum in Italien mehr gestorben wurde als in Deutschland und in Belgien mehr als in Italien und weshalb trotzdem immer mehr von den USA die Rede war und von Brasilien und nicht von Spanien. Bald wird das sein, oder es wird nicht bald sein, denn mehr testen wollen sie schon lange, und es wird doch immer weniger. Und Studien gibt es eigentlich schon immer nur dieselbe.

Stand heute weiß man so viel wie Stand Mitte Mai, als die Virologenkriege die Schlagzeilen beherrschten. Mehr muss nicht, denn das Schlimmste ist überstanden, seit die weltweit famoseste Corona-App so spät kam, dass sie jetzt ganz ausgezeichnet helfen wird, wenn die Reproduktionszahl wieder in die Höhe schießt. Kein Grund freilich, die 50/100.000-Regel überhastet ernstzunehmen, die die Ministerpräsidenten beim vorletzten Corona-Treffen vereinbart hatten, um die zweite Welle abzuwehren. Corona bei Tönnies, Corona in Magdeburg, Corona in Neukölln. Einzelfälle, zum Glück, die weder Armin Laschet noch Reiner Haseloff noch Michael Müller veranlassen können, allzu eilig Maßnahmen einzuleiten, die doch nur wieder die Leugner auf die Straßen treiben würde.

Dort feiert der Partymob  die informelle Aufhebung aller Corona-Beschränkungen, während vom  breitbeinig herausgebrüllten Hass auf die Uniform verschreckte Staatsdiener in Uniform kaum noch wagen, die Stimme zu erheben. Deutschland im Sommer 1 der Pandemie, eine Kette von Einzelfällen überall, die in keinerlei Zusammenhang mit nichts stehen. Die Medienwelt ist plötzlich wieder voller Codeworte. Junge Männer, Rumänen, Eventszene, Arme, Pfingstler, Fleischindustrie, "Bewohner einer Quarantäne-Wohnanlage". Die Virologen sind abgetaucht, die Kanzlerin beschäftigt sich damit, "Europa gemeinsam wieder stark" (Merkel) zu machen. Es scheint schwach geworden zu sein.

Wodurch und weswegen? Wann eigentlich haben die "Trumps und Putins ihr Ziel erreicht, Europa zu schwächen? Und warum hat nie jemand Bescheid gesagt?

Es war nur eine Grippe (Spahn) und Deutschland war gut vorbereitet, als es losging. Vier Monate später liegt die Wirtschaft danieder, Europa ist Corona-Weltmeisterkontinent und die Politik unter dem Druck des atemberaubenden Niedergangs im Eiltempo auf die Seite der Leute gewechselt, die vor einem Monat noch als staatsgefährdende Wirrköpfe über den "Jahrmarkt der kruden Ideen" getrieben worden waren.

Zum Glück ist das Geschehen klar lokalisierbar. Ein Übergreifen auf die Gesamtgesellschaft sei bislang nicht erfolgt, hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet einen klaren Strich zwischen Schonlängerhierlebende und Fleischtötungspersonal gezogen. Corona ist nurmehr ein Fall für kaiserliche Mietskasernen. Techno dagegen geht wieder. Und so lange die Hygienevorschriften eingehalten und beim Randalieren der Mindestabstand beachtet wird, kommt Deutschland ohne erneuten Lockdown aus.

Auf dem Deckel stehen schließlich Billionen, die ausgegeben werden wollen, ohne dass schon jemand sagen könnte, wo sie herkommen werden. Fast wie gerufen kommt da die "Krawallnacht von Stuttgart" (ntv), über die man jetzt auch nicht so genau wissen will, wer da eigentlich was. Randalierer, Kleine Gruppen, Junge Männer. Täter eben und ein anderes Thema für neue Aufregung, jetzt, wo Corona erst richtig in Fahrt kommt,  aber doch schon keins mehr ist und der Rassismusdiskussion auch schon wieder langsam die Luft ausgeht.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

FROSCH.
Vill ingen dricka? Ingen skratta?
Ni hänger läpp - är' ni besatta?
Förr eld i sky, nu bara kvalm,
som om ni vore rutten halm.

Ihr seid ja heut' wie nasses Stroh ...

Anonym hat gesagt…

MEFISTOFELES (till Faust).

De hedersmännen vädra aldrig hin,
om än han hölle dem i kragen.

Wahre Worte, weise Worte. Nicht unbedingt mehr vielen verständlich. Will sagen, auch auf deutsch nicht.