Sonntag, 3. Januar 2021

Euro-Krise und die Folgen: Ton, Steine, Erben

Draghis "Was immer es kostet" kostete Millionen die Möglichkeit, sich ein Eigenheim zuzulegen.

Was immer es kostet, hatte er gesagt, aber vergessen zu erwähnen, wen es das kosten würde. Es ist siebeneinhalb Jahre her, dass der Italiener Mario Draghi in der Euro-Schuldenkrise all in ging. Mit seiner Drohung, die Europäische Zentralbank werden Geld drucken, bis jedem Spekulanten der Atem ausgehe, auf die Pleite eines Euro-Staates zu wetten, beendete der damalige EZB-Chef nicht nur die akute Phase der Euro-Krise. Sondern auch die Ära der Menschheitsgeschichte, in der es etwas kostete, sich etwas zu leihen.  

Perfekte Welt für Schuldenstaaten

Seitdem existieren die EU-Staaten von einer perfekten Welt: Über zwei, drei nicht allzu verschlungene Umwege verschulden sie sich nicht mehr bei fremden Geldgebern, sondern bei der EZB. Die idealerweise in ihrem eigenen Besitz ist. So dass die Staaten - eigentlich ihre Regierungen - Geld bekommen können, so viel sie immer haben wollen. Und das zu Preisen, die günstiger sind als alles andere auf der Welt. Deutschland zum Beispiel spart dank Negativzinsen je mehr Geld, je höher es seine Schulden schraubt.

In den meisten anderen Euro-Staaten klappt das nicht ganz so, denn ein Restrisiko, dass die seit der Rettung Griechenlands vor seinen zu hohen Schulden von 150 auf 180 Prozent des Bruttoinlandsproduktes gestiegenen Verbindlichkeiten doch eines Tages zum Todesurteil werden, besteht weiter. Doch auch für die Bürgerinnen und Bürger der EU werden die segensreichen Auswirkungen des kostenlosen Geldes immer deutlicher spürbar. 

Eine Welle des billigen Geldes

Gold etwa, der traditionelle Krisentresor des kleinen Mannes, ist sieben Jahre nach Draghi gemessen in durchschnittlichen Eurogehältern doppelt so teuer wie am Tage von Draghis Versprechen, alles und alle zu retten, egal, was es kostet. Zudem hob die Welle des billigen Geldes die Preise für Immobilien in einer Geschwindigkeit und einem Ausmaß an, der historisch ohne Beispiel ist. 

Verteuerten sich Eigenheime und Eigentumswohnungen in Deutschland bis zur Ankündigung des bedingungslosen Kampfes gegen die explodierenden Staatsschulden durch die bedingungslose Inflationierung der Sparguthaben der Bürger stets langsamer als normale, kurzlebige Konsumgüter, kehrte sich die Entwicklung mit dem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise um: "What ever it takes" kostete Millionen Empfänger normaler Einkommen die Chance, sich Wohneigentum zuzulegen. Im Durchschnitt sind heute mehr Jahreseinkommen als vor zehn Jahren nötig, um den Kaufpreis für eine Immobilie aufzubringen, obwohl die auch für private Hauskäufer gesunkenen Zinsen die Kreditbelastung dämpfen.

Das verarmte Wohlstandszentrum

Deutschland ist ein Mieterland, mit nur 45,5 Prozent aller Haushalte, die eine eigene Immobilie besitzen, weißt das selbsternannte "reichste Land der Welt" (ZDF) die niedrigste Quote an Wohneigentum auf. Zwar ist die Wohneigentumsquote des einkommensstärksten Fünftels der Bevölkerung seit dem Jahr 1999 von 54 auf 63 Prozent gestiegen, doch im einkommensschwächsten Fünftel sank sie in dieser Zeit von 26 auf nun nur noch 22 Prozent. 

Die steigenden Preise zahlen andere - große Investoren, die viele Wohnungen vermieten, private Anleger aus dem Ausland, die Geld ohne hohe Renditeerwartungen im vermeintlich sicheren Deutschland parken wollen, oder Beamte, Gemeinsinnmitarbeiter und staatliche Angestellte, die sich eine Zweit- oder Drittimmobilie in der Erwartung zulegen, dass sich Grund und Boden nicht vermehren lassen, so dass Preise hier, in der Mitte Europas, langfristig immer steigen müssen. Für die aber, die zurückbleiben, wird der Traum vom Eigenheim immer unerfüllbarer: Deutschland, das gefühlte Wohlstandszentrum der EU, ist immobil verarmt, ein Dritte-Welt-Land mit einer sozialistischen Wohneigentumsquote.


Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Sepp aka Bernd ist dumm wie eine Hamburger Sprotte.

Einer meiner wichtigsten Doktoren fährt einen Boxter, predigt mir den Verzicht auf Askese und gesunde Ernährung ins Ohr, damit ich Pfunde auf den Bauch kriege, die mich durch Covid19 retten.

Porsche ist ein Arbeiterfahrzeug.

Anonym hat gesagt…

streiche "Porsche" - setze "Lear Jet"

hat er nun den Text verstanden ?

Anonym hat gesagt…

Wie soll das gehen. Ich pfahre einen Pfohrt (Der internationale Jodler) mit 125 PS, und pfliege eine Frühe-Sechziger-Gurke mit 100 PS - Wel billig kauft, kauft teuel - das molsche Buglad hat zehn Liesen gekostet, aber wo soll ich einen Learjet hernehmen?
Allerdings, when the levee breakes, wenn die Kacke dampft - ich kriege das Aas noch auf 200 Meter Wiese gestartet und gelandet(STOL). Del Lealdschätt nie und nimmel.

Anonym hat gesagt…

Sepp geht gar zu weit: Adolfens Mannen, nicht unbedingt mit Witz gesegnet, haben sich an Ehm Welk und Hans Fallada anfangs ihrer segensreichen Herrschaft nicht eigentlich verdient gemacht.
Die Alternative mit Teddy Thälmann als Reichskanzler und Ali Höhler als Innenminister wäre aber auch wenig erqicklich geworden.
Wer es fassen kann, der fasse es - Matze 19.12

Der lachende Mann hat gesagt…

Ali Höhler war zuletzt in einem Zustand, der eine Regierungsverwendung nicht erlaubt hätte.

Anonym hat gesagt…

heute von Schirachs Justizmärchenstunde geguckt - böser deutscher Kampfpilot schießt A 320 ab , freudomarxistische Staatsanwältin fabuliert sich was zurecht .

schlimm wie weit diese brd das Gehirnwaschprogramm fortgeführt hat .

was lernt uns das ? die bildungsbürgerlichen Phantasien ( hier Schierach ) führen ins Nix.

man muss das Bildungsbürgertum beseitigen - Grund : fehlende Terrorbekämpfungsbereitschaft , mangelnde Solidarität mit der Truppe .

die "Anmerkung" wird sicherlich wieder kommentieren - soll sie doch .

Anonym hat gesagt…

Zu Schirach sagt Danisch aktuell alles Nötige.
Vorsicht, es werden Worte wie 'Wichserei' benutzt.