Donnerstag, 18. Februar 2021

EU-Projekt Hera: Immer wieder Jungfrau werden

Von der Leyen als "Hera" mit Wattepad und langer Impfnadel.

Vor allem ihr unerreichtes Talent, sich die herrlichsten Geschichten, Überschriften und Kampagnentitel auszudenken, hat die frühere Vielfachministerin Ursula von der Leyen bis ganz nach oben in die globale Spielklasse der gerissendsten Antäuscher, Ankündiger und  Abwiegler gebracht. Die Niedersächsin aus Brüssel erfand magische Dinge wie "allererste Prioritäten" und sie bezog vor aller Augen Luftschlösser aus  reiner Einbildung,  niemals schamrot, immer pausbäckig und zufrieden mit sich. Ursula von der Leyen wusste stets, das Politik nicht nur die Kunst die Ankündigens ist, sondern auch die, nicht mehr da zu sein, wenn abgerechnet wird.  

Huschen von Amt zu Amt

So  huschte sie von Amt zu Amt, immer schon weg, wenn es Zensuren gab, immer schon eine Leiterstufe weiter oben, wenn unten das Wasser stieg. Nur in Europa, dessen Thron sie erstiegen hatte, nachdem die Kette der zurückliegenden Verfehlen zu offenkundig geworden war, als dass sich der Traum von der eigenen Kanzlerschaft noch hätte erfüllen können, klappte das nicht. Erstmals kostete Ursula von der Leyen Versagen, geprägt von überbordender Selbstsicherheit und Überforderung, das Wahlvolk nicht nur Nerven, sondern Leben. Erstmals drohte echtes Ungemach angesichts des prompten Totalversagens im globalen Kampf um die Corona-Impfstoffe,  den von der Leyen gegen echte Gegner aus Staaten, die zu allem entschlossen waren, um Leben zu retten, geführt hatte wie eines ihrer Bundeswehrmanöver: In der Stube, unaufgeregt, denn sicher war immer, der Russe würde ja doch nicht kommen.

Zumindest bringt er keine Impfstoffe, so dass sich Ursula von der Leyen selbst etwas einfallen lassen musste. Die Abwehrstrategie der Kommissionspräsidentin folgt dem gewöhnlichen Verlauf jedes Skandals: Zuerst die Phase, in der gar nichts passiert ist. Man habe "genug Impfstoff bestellt", so von der Leyen. Anschließend die ersten Nachbestellungen, denn genug ist offenbar nicht genug. 

Ablenkung aus Brüssel

Zur Ablenkung sprach man in Brüssel nun davon, Europa zu einer "Gesundheitsunion" machen zu wollen - Frau Dr. Leyen würde das nächste Mal alle selbst spritzen, viel langsamer als derzeit wäre das auch nicht. Vorletzte Stufe schließlich: Es wurden Fehler gemacht, leider, man möge vergeben, ja, man müsse, denn bessere Fehler als die der Kommission von der Leyen seien weltweit gar nicht im Angebot gewesen.

Den Schlussstein einer Affäre, die zehntausende Menschen in den am schlimmsten von Corona betroffenen Gebieten weltweit das Leben gekostet hat, bildet nun etwa die Parade der Rücktritte, Untersuchungsausschüsse und womöglich sogar zu Strafverfahren, die in jedem gesunden Gemeinwesen aufarbeiten würden, was da eigentlich schiefgegangen ist. Sondern ein neuer Ablenkungsplan der EU-Kommissionchefin, die "eine Initiative im Kampf gegen die mutierten Varianten des Coronavirus" gestartet hat, die "das Ziel haben soll, möglich rasch angepasste Impfstoffe gegen die mutierten Viren in großen Mengen zur Verfügung zu haben". Im zwölften Monat der Pandemie ist es soweit: Die EU stellt sich vor, man könne doch versuchen, mutierte Viren schnell zu entdecken, durch Genom-Sequenzierung! Vorhandene Impfstoffe dann "rasch anpassen" (von der Leyen). Und sie auch noch durch "verkürzte Genehmigungsverfahren schnell zulassen". 

Eine Göttin namens Hera

Mehr inhaltsleeres Wortgeklingel war selbst in der EU selten. Doch das Beste am neuen Von-der-Leyen-Plan ist zweifellos der Name. "Hera" nennt die CDU-Politikerin ihren Versuch, aus der Defensive zu kommen und den Eindruck zu erwecken, die EU, eben erst düpiert durch die deutschen Grenzschließungen, spiele in der Pandemie irgendeine nennenswerte oder gar wichtige Rolle. "Hera" verrät, wie die EU-Chefin die Sache selbst sieht: Ἥρα hieß in der griechischen Mythologie die Schwester von Zeus, die gleichzeitig seine Gattin war, was nicht nur von fern an EU-Verhältnisse erinnert. 

Als eine von zwölf olympischen Gottheiten konnte Hera etwas besonders gut: Sie verlor einmal im Jahr ihre Unschuld verliert, wenn sie sich mit ihrem Gatten Zeus in einem Akt des Inzests vereinigte, den in europäischen Götterkreisen niemand allzu schwer nimmt. Aber die Außenwirkung! Deshalb nun "Hera": Ein kleines Bad im Fluss Imbrasos stellte für von der Leyens griechisches Vorbild jeweils die verlorene Unschuld wieder her. Zack, wieder Jungfrau - ein Traum für jede EU-Kommission. 

Dass zu Heras Erkennungszeichen der Kuckuck, der Pfau, die Kuh und der Granatapfel gehören und sie auf alten Statuen für gewöhnlich Krone oder Diadem und ein Zepter trägt, mag vom demokratischen Kern der EU überzeugte Europäer überraschen. Doch Ältere erinnern sich: Ursula von der Leyen hatte für ihren derzeitigen Posten weder kandidiert noch hatte sie bei der vergangenen EU-Wahl auch nur eine einzige Wählerstimme bekommen. Mit Wattepad und übergroßer Impfnadel in der Hand könnten neue Statuen die Vorkämpferin für einen propagandistischen N-EU-Anfang der Gemeinschaft später für kommende Generation vor Mutanten geretteter Europäer verewigen.

Im Alsobgeschäft der Politik

Das von ihr, der Ärztin, die schon ein ganzes Leben lang im Alsobgeschäft der Politik praktiziert, erdachte Fünf-Punkte-Programm "Hera Incubator" kommt für die Corona-Pandemie mit Sicherheit zu spät, denn wenn die 150 Millionen Euro der Kommission zur Erforschung der Virusmutationen so schnell fließen wie die 1.000 Milliarden aus dem Gigamega-EU-Rettungspaket von vor einem Jahr, das bis heute nicht endgültig beschlossen ist, wird "Hera" erst ab zirka 2023 helfen, "die EU zusätzlich durch gezielte Forschung gegen biologische Gefahren zu wappnen" (von der Leyen). 

Doch immerhin kommt es pünktlich gegen den gefährlichsten Gegner der EU-Kommission: Eine Öffentlichkeit, die zunehmend Zweifel daran hegt, dass ein überstaatliches Verwaltungssystem, noch viel komplexer als der deutsche Föderalismus, das rechte Mittel ist im Kampf gegen eine existenzbedrohende Gefahr. Wo sich Eindruck verfestigt, dass ein bürokratischer Überbau, dem es in glücklichen Friedenszeiten, bei Sonnenschein und warmem Wohlstandregen, seit Jahrezehnten nicht gelingen will, Bürgerinnen und Bürger von der eigenen segensreichen Wirkung zu überzeugen, soll Hera nun helfen: Die Göttin verspricht, die Versagerunion in den Stand der Jungfräulichkeit zurückzuversetzen. Und Ursula von der Leyen den Job zu retten.


4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Die klingt die das Politbüro 1989 und ist genau so pleite.

Anonym hat gesagt…

Heiligsprechung wann ?

Gerry hat gesagt…

Wenn es tatsächlich so wäre, dass zigtausende Menschen weltweit an etwas gestorben sind, welches die Impfung verhindert hätte, würde die Diskussion anders aussehen. Es sieht eher nach der Kategorie Hokuspokus, anderNaseherumführen und Aberglauben aus. Trotz alledem: 0 Mitleid für die besagte Dame.

Anonym hat gesagt…

presse.alaows@gruene-oberhausen.de

„Dem deutschen Volke“-Schriftzug ändern
Um mehr Bewußtsein in Deutschland für die Not von Migranten zu schaffen, wolle er die Inschrift auf dem Reichstagsgebäude umändern lassen in „Für alle Menschen, die in Deutschland leben“. Bislang steht dort seit 1916 „Dem deutschen Volke“.

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2021/syrischer-bundestagskandidat-willkommenskultur/