Google+ PPQ: Todesgefahr Dosenbohne

Samstag, 27. Oktober 2012

Todesgefahr Dosenbohne

Deftiges Geschmackserlebnis, Dickmacher aus der Großküche oder gefährliches Mordessen? Beim Thema Büchsenbohnen scheiden sich die Geister. Nach Angaben der Lebensmittelzeitung fordert das Bundesverbraucherministerium seit einiger Zeit Warnhinweise beim Verkauf des Dosenfutters. Denn die dicken Bohnenkugeln können in die Atemwege von Kleinkindern gelangen. Das hat eine Prüfung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ergeben, wie das Ministerium am mitteilte. Verbände und die Lebensmittelüberwachung sollen die Verkäufer von Büchsenbohnen auffordern, auf diese Gefahr aufmerksam zu machen - mit möglichst einheitlichen Warnhinweisen (Ministeriumsentwurf siehe oben).

Ein Ministeriumssprecher erklärte, das Bundesinstitut komme zu dem Ergebnis, dass beim Verkauf von Bohnen in der Büchse Hinweise zur Verschluckungsgefahr bei Kindern erforderlich seien. Auch der FDP-Ernährungsexperte Hans-Michael Goldmann verlangt eine klare Kennzeichnung von Dosenbohnen. "Ich fordere eindeutige Warnhinweise", sagte der Vorsitzende des Ernährungsausschusses des Bundestags in Berlin.

Ähnlich sieht das auch der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte. Bohnen hätten eine knorpelige Konsistenz und ließen sich schwer zerbeißen, sagte Präsident Wolfram Hartmann. Kleinkinder, die sie über den dicken Löffel zu sich nehmen, könnten sich daher leicht daran verschlucken. Über die Bronchien in die Lunge gelangt, könnten die Kügelchen eine Lungenentzündung auslösen.

Gleichwohl wies das Verbraucherministerium aber ausdrücklich darauf hin, dass bisher keine Komplikationen gemeldet worden seien, die von Büchsenbohnen verursacht worden seien - weder in Deutschland noch aus dem Ausland, weder gegenwärtig noch in der Vergangenheit, als die immense Verschluckungsgefahr der Neuzeit noch nicht bekannt war.

Eltern sollten aber bei Kindern bis vier Jahren die gleichen Vorsichtsmaßnahmen beachten, die auch für den Verzehr von Erdnüssen oder Gummibärchen gelten. Nur unter Aufsicht essen lassen und "wegen der Gefahr des Verschluckens beziehungsweise des Einatmens sollten Eltern von Kleinkindern hier besonders aufmerksam sein", erklärte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner, die selbst keine Kinder hat und sich deshalb stellvertretend Sorgen machen muss.

Die Grünen im Bundestag warfen Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) vor, auch bei den Büchsenbohnen werde sie erst wieder auf Druck der Opposition aktiv. Vor kurzem hatte die Partei eine kleine Anfrage im Bundestag zum Thema Bohnenkonsum eingereicht. Fraktionsvize Bärbel Höhn sagte, die angekündigten Warnhinweise seien das eine. Ihre Partei fordere aber auch leicht zugängliche Informationen über den Kalorien- und Nährstoffgehalt. "Manche Bohnenbüchsen enthalten doppelt so viel Zucker wie Cola", sagte Höhn und verlangte: "Die Verbraucher müssen erkennen können, um was für eine Kalorienbombe es sich bei schlesischer Reitersuppe oder Chilli handelt." Auch Goldmann verlangte deutlichere Hinweise auf den hohen Salz- und Zuckergehalt. Eine Dose Kidney-Bohnen enthält einem Schnelltest der Stiftung Warentest zufolge bis zu 92 Gramm Wasser.

Nach Angaben der Marktforschungsgesellschaft GfK wurde allein von Januar bis April dieses Jahres mit Dosenbohnen ein Umsatz von 14,4 Millionen Euro erzielt. Ursprünglich stammt die Speise aus Afrika. Inzwischen essen auch in Deutschland Zehntausende die schwarzen oder grauen Perlen mit einem Löffel. Laut Stiftung Warentest ist Büchsenbohne keine natürliche Hülsenfrucht, sondern "eine künstliche Speise mit Zusatzstoffen, Gewürzen und tierischen Fetten".

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Man sollte das nicht auf die leichte satirische Schulter nehmen. Immerhin kann immer irgendwo irgendwem irgendwas passieren wenn man nicht aufpasst. Verbraucherschützer fordern schon lange die Anbringung entsprechender Warntafeln im öffentlichen Raum.
***
Speziell beim Tee würde wohl eine Umbenennung von Bubble Tea in das lebensmitteltechnisch korrekte gesüßter Sago-Tee genügen um das Verbraucherinteresse schlagartig abebben zu lassen.

Anonym hat gesagt…

Hoffen wir, dass das Verbraucherschutzministerium knallhart durchgreift und umfassend über die Gefahren aufklärt, die durch das Runterschlucken von Lebensmitteln entstehen. Das geht von Fettleibigkeit bis zur Entstehung von Klimagasen.

ppq hat gesagt…

ich bin überaus optimistisch, dass da alles auf einem guten weg ist. mit irgendwas müssen die sich ja auch beschäftigen

derherold hat gesagt…

"Verbraucherschützer fordern schon lange ..."

Ich glaube, daß der dräuendste Drang der schicklichen Maid in Sachen *Verbraucherschutz* mittlerweile eher karge Betätigung zeitigt, ist man doch nicht mehr Wart oder der Hege verpflichtet, sondern selbst harsche Regierung.

Seit unsere tumbe Obrigkeit ganz hurtig verkündete, emsigen Medizinern aus dem Ausland die Abschlüsse "anzuerkennen" - obgleich die deutschen Ärztekammern in ihrem Behuf eher wirsch reagierten - deutet nicht darauf, daß man in Sachen "Verbraucherschutz" noch ganz wacker auf der Hut ist oder gar hehren Zielen folgt.

Man mag nun hadern und darin feil gebotenen politischen Aktionismus sehen, der um Beifall heischt.

Meines Erachtens sollte man nicht harmen, sondern stracks feststellen, daß hier ein schier unglaublicher Wust einer abgefeimten Methode liegt, die törichterweise das Siechtum noch verstärkt. Daß hier manch dröges Fräulein sich tummelt, meinethalben sich als "fortschrittlich" verbrämend, ist ein Skandal sondergleichen !

Just in dem Moment, indem man Munt, ändert man jäh den Kurs und zeiht nicht mehr Andere der Verbrechen. Es ist davon auszugehen, daß die Gedungenen darob nicht darben oder gar man salzige Zähre vergießen, sondern schleunig manch Fuder an Silberlingen gen Bankkonto schleppen.