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Samstag, 22. Februar 2014

Mehr als wenig braucht kein Mensch

Die Nachdenkseiten, des Nationalökonomen Albrecht Müller schaffen es immer wieder. Während staatlich kontrollierte Zentralbanken die Allmacht über die Ökonomie erobert haben, während sozialistische Wunscherfüllungsprediger mit dem Füllhorn geborgter Gnade übers Land ziehen und Taschenspieler aus allen politischen Lagern für die Verengung des zulässigen Meinungskorridors auf einen zentral beschlossenen Meinungsmainstream hinarbeiten, zetert die Internetoase für Altlinke fortwährend über die Machtergreifung des Neoliberalismus, den Vormarsch der Faschisten und eine Regierung des Rechenschiebers im Sozialbereich.

Realitäten waren also noch nie die Sache der wackeren Kämpfer gegen eine vorgestellte Wirklichkeit - aber jetzt hat der Zorn der Freunde von Entmündigung, Verstaatlichung und Bevormundung des Einzelnen durch das Kollektiv eine neue Qualität im Leninschen Sinn erreicht. In einem Beitrag über die „Deutschen Wirtschaftsnachrichten“ und ihre „Zwangsabgaben auf Sparguthaben“ lässt Autor Jens Berger seiner Empörung darüber freien Lauf, dass die Webzeitung ein "Gedankenspiel der Bundesbank zur Erhebung einer Vermögensabgabe bei allen Sparern so hinstellt, als sei das ein ernstgemeinter Plan, um das zur Krisenbekämpfung notwendige Geld von den Bürgern zu holen.

Ist es natürlich nicht! Sagt Jens Berger. Nicht dass der Autor, seit Jahren ein Verfechter zunehmender Armut in Deutschland, gegen eine Enteignung wäre. Nein, nein, "diese Idee hat zweifelsohne Charme", schreibt er. Aber leider, leider meine die Bundesbank das ja gar nicht ernst. Und außerdem, wenn sie es ernst meinen würde, wären ja gar nicht die Bürger ansich, sondern nur einige wenige Reiche, eine ganz kleine Clique ehrgeiziger, gewissenloser und zugleich unvernünftiger, verbrecherisch-dummer Spekulanten, Manager und Millionäre getroffen!

Berger ist angetan, aber zugleich empört. Erstens sei die Idee gut, zweitens sei es schlecht, dass Zeitungen wie wie Deutschen Wirtschaftsnachrichten oder die "Welt" und überhaupt allerlei "libertäre Dummköpfe" davor warnten, ohne dass eine Durchführung schon konkret geplant sei. Jens Berger beschreibt dann detailverliebt, wie alt entsprechende Enteignungspläne schon seien (mehrere Monate), wie kurz sie in Papieren der Bundesbank abgehandelt würden (in einem kleinen Info-Kasten) und wie demagogisch es sei, zu behaupten, sie könnten eines Tages verwirklicht werden (sehr!).

Niemals! Getroffen von einer „Schuldensteuer auf Sparguthaben“ würden doch allenfalls "millionenschwere griechische Reeder" oder "steinreiche spanische Bauunternehmer", heißt es mit einem leicht fremdenfeindlichen Unterton. Lieschen Müller aber, die von den libertären Dummköpfen wider besseren Wissens gegen die Endlösung der Schuldenkrise durch eine Zwangsabgabe auf Spargroschen aufgehetzt wird, das verspricht Jens Berger, würden nie betroffen sein.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Seit vor fast 70 Jahren die braunen Dämonen, das Ultimitavissimum an Pöhsissimum aus Deutschland exorziert wurden, hat hierzulande eine Erleuchtung nie gekannten Ausmasses stattgefunden. – Der neue geschaffene BRD-lerIn avancierte nämlich zum grössten DurchblickerIn aller Länder und Zeiten. Durch die Entlarvung seiner diabolischen Väter und Grossväter und der daraus gewonnen Einblicke und Erkenntnisse von geradezu schwindelerregender Tiefgründigkeit , war er fürderhin für allezeit gegen jedwede Täuschung, Verführung, gegen jeglichen Irrtum und Fehler immunisiert. –

Ergo konnte vor ihm alles nur falsch, schlecht und dumm gewesen sein , und daraus erwuchs mithin eine mit nie versiegender Verve und Furor betriebene Verdammung dieser inkriminierten Epoche. Nur zu „damals“ adversativ entgegengesetzte Paradigmen konnten damit den Weg in die lichte Zukunft, in die finale Erlösung weisen. Der leuchtender Pfad in die Zukunft durfte nur noch Antifaschismus/Ökologismus/Feminismus/MuKu-ismus/Sozialismus heissen. Triviale Störfaktoren, wie die Realität, wurden angesichts solcher Erleuchtetheit nur noch mit mildem Lächeln ignoriert, oder sogar mit Verbissenheit bekämpft.

Ein neuer Wahn konstituierte sich also. Mit der selben pitbullhaften Verbissenheit, mit dem gleichen Fanatismus, Krampf und Blindwütigkeit, wie sein so endlos geschmähter „Vorgänger“.
Und neue Popanze mussten kreiert werden, damit solch eine Paranoia selbstkonsistent wurde, damit die Weigerung der Realität, sich den irrwitzigen „Vorgaben“ gemäss zu verhalten „erklärt“ werden konnte.
Daher besteht unser „politischer Alltag“ kaum noch aus der Auseinandersetzung mit tatsächlichen und akuten Problemen, sondern fast nur noch aus dem „Kampf“ von grössenwahnsinnigen Dressureltiten, Diskurshoheiten und Hohepriestern gegen ihre zusammenhalluzinierten „Windmühlen“, als da wären: „Faschismus, Patriarchat, Kapitalismus, Ausländerfeindlichkeit, Ozonlöcher, Atooooom-Tooood, Waldsterben, Klimaaa-Katastrophööö, AIDS-Pandemien, and so forth.

Ano-Nymus

Teja hat gesagt…

Sehr schön. Der ach so kritische Nachdenker listet detailliert Anzeichen, Gründe und Vorteile des bevorstehenden Kontoraubs auf, beschimpft aber die logische Warnung der DWN. Da sieht einer sprichwörtlich den Wald vor lauter Bäumen nicht, typisch.

Volker hat gesagt…

Das wird ja schon lange gestreut, das Gerücht, die Sozis wollten Lieschen Müller enteignen.
Um die große Idee des Sozialismus zu diskreditieren, ist schon vor 120 Jahren der Bourgeois Eugen Richter in den Sozialdemokratischen Zukunftsbildern (dort hieß Lieschen allerdings Agnes) mit diesem Horrorszenario hausieren gegangen.
Da hat er sich aber verhoben. Maßlos unterschätzt hat Richter die Redegewandtheit der Sozis. Die haben es ihm aber gegeben; aufgezeigt wie absurd das ist, wenn ausgerechnet die Kapitalisten, die Expropriateure, Panik machen mit der Drohung, die Arbeiterpartei würde die Arbeiter expropriieren.

Und was soll ich sagen, die Geschichte hat ihm Recht gegeben.
Lenin oder Richter?
Einem von beiden jedenfalls.

Anonym hat gesagt…

Oooch Volker, Sie Engel!
Nicht allein für Ihre launigen Worte sei Ihnen Dank, doch auch für die Eugen Richter-PDF!
Mühsam hatte ich mir das Werk Seite für Seite abgespeichert und mußte es Seite für Seite ausdrucken, um anderen eine Freude zu machen

Krutzwees

derherold hat gesagt…

Ich habe mir sagen lassen, daß Karl Eduard von Schnitzler kultiviert und intelligent war.

Anonym hat gesagt…

Richters Spezialdemokratische Zukunftsbilder gab es noch ein paar Zacken schärfer: "Der Himmel auf Erden" von Emil (nicht Ferdinand, nicht Oscar) Gregorovius.
Erstaunlicherweise sogar zwei Exemplare beim ZVAB gefunden.
Schlage einer zu, bevor etwa Sarah Logenknecht oder Gregor Notar das tun.
- Hildesvin -

Volker hat gesagt…

Karl Eduard von Schnitzler war kultiviert und intelligent.

Anonym hat gesagt…

Danke für den Hinweis. Eingesannt liegt es auch vor und online kann mann's lesen.
80 Screenshots und 80 mal Nacharbeiten und man hat es lokal - Wer macht es?
:-)

https://archive.org/details/derhimmelauferd00greggoog

Krzws.

Stuff hat gesagt…

Leutz!
http://de.scribd.com/doc/88754006/Eugen-Richter-Sozialdemokratische-Zukunftsbilder
zum herunterladen, noch dazu in lateinische Lettern transkribiert!

mfg

Volker hat gesagt…

"80 Screenshots und 80 mal Nacharbeiten und man hat es lokal - Wer macht es?"

Ich hab´s gemacht (sind übrigens 168 Screenshots).
Ist allerdings ein ganz schöner Brocken geworden, 19MB.
Kann man das PDF irgendwo reinstellen?

Anonym hat gesagt…

@Volker
Sie sind ja ein ganz Fleißiger!
Ich hätte immer gleich 2 Seiten auf einmal genommen ...

Sie könnte Ihre Fleißarbeit zu einem Filehoster, wie z.B. "hochladen.to" hochladen und dann den Link hier veröffentlichen.

Danke schon mal
Kreuzweis

Volker hat gesagt…

mal damit versuchen

http://tinyurl.com/nglmx4m

http://hochladen.to/files/QS4OPZO1393352975.html

Es war übrigens viel einfacher als befürchtete. Die Seiten kann man einzeln als JPG downloaden. Die Seite generiert freundlicherweise einen Dateinamen, der aus Titel und einer fortlaufenden Nummer besteht. Deshalb kommt man hin mit 7...8min Idiotenarbeit, den Rest erledigt der Automat.

Anonym hat gesagt…

Ein einfacher Beta-Plus wie ich (Wie bin ich froh, kein Alpha zu sein, die müssen so schrecklich viel lernen) hat sich die Nazi-Schrift mit neun Jahren selbst anhand eines Abenteuer-Schundromanes beigebracht. Transskription in lateinische Lettern ist eigentlich gar nicht erforderlich...(Prahl, Angeb, Skryta)
- Hildesvin -