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Montag, 5. Mai 2014

Die Weltwirtschaftskrieger

Es ist eine Ära des Lichts, ein Zeitalter, das geprägt ist von der Heilung der Wunden, die der gedankenlose Republikaner George W. Bush mit seinen Angriffen auf fremde Länder gerissen hatte. Bush, in den Augen der aufgeklärte Europäer ein grausamer Kriegstreiber, war das verabscheuungswürdige Gesicht imperialer Großmachtspolitik, ein Weltregierer, der überall dazwischenschlug, wo es die damals mangels Montagsdemos noch zitierbare "Ostküste" von ihm verlangte. Barack Obama aber ist der Friedensnobelpreisträger, der nicht mit harter, sondern mit zarter Hand regiert: Freundlich, sympathisch, ein Messias, der nur Wasser trinkt, die Umwelt rettet, die Völkerfamilie versöhnt und befreundete Nationen und nichts davon wusste, dass sein Geheimdienst seine Amtskollegen in aller Welt ausspioniert.

Obama wird ebenso geliebt wie sein Vorgänger verabscheut wurde. Dabei ist die außenpolitische Bilanz des Wundertäters aus Illinois verheerend. Beschränkte sich Bush während seiner Amtszeit auf die Aufrechterhaltung des Kuba-Embargos, Sanktionen gegen das widerspenstige Venezuela, dem Kampf gegen die Atombombe des Iran und den "Krieg gegen den Terror" im Nahen Osten, haben sich Amerika und seine westlichen Verbündeten seit dem Amtsantritt des Friedenspräsidenten zu den bereits bestehenden Konfliktherden eine Handvoll neuer, niedrigschwelliger Auseinandersetzungen an Land gezogen (Karten oben). Barack Obama, als dessen liebste Waffe eigentlich die Drohne gilt, kämpft am liebsten mit der Brieftasche. Und Europa macht natürlich mit beim - bisher stets erfolglosen - Versuch, durch wirtschaftlichen Druck Wohlverhalten zu erpressen.

Im Moment leistet sich die Gemeinschaft in 24 Fällen Boykotte und Handelsverbote - der Wirtschaftskrieg wird damit immerhin gegen rund zwölf Prozent aller Staaten geführt. Zu den Klassikern, zu denen auch MyanmardasfrühereBurma und Simbabwe gehören, stießen mit Weißrussland, den Ländern der Arabellion in Nordafrika, mit China und zuletzt auch Russland mehr als ein Dutzend Staaten, gegen die der Westen nun mit Hilfe von Boykotten, Handelsbeschränkungen, Wirtschaftssanktionen und gelegentlichen Menschenrechtskampagnen kämpft.

Zwar zeitigt die Strategie auch im Iran, in Weißrussland und Somalia etwa soviel Erfolg wie seit Jahrzehnten auf Kuba. Aber dem Ruf Obamas als Friedensbringer schadet seine Tätigkeit als Wirtschaftskrieger bislang keineswegs. Nicht der schlechteste Grund, weiterzumachen.

Kommentare:

derherold hat gesagt…

"Barack Obama aber ist der Friedensnobelpreisträger, der nicht mit harter, sondern mit zarter Hand regiert: Freundlich, sympathisch, ein Messias, der nur Wasser trinkt, die Umwelt rettet, die Völkerfamilie versöhnt ... "

Man sollte nicht vergessen, daß das der spin, das Drehbuch war.

Es durfte ja auch nicht berichtet werden, daß die alte maoistische Linke - mit Amt und Würden bei den Grünen - während des Irak-Kriegs nahezu pausenlos im linksradikalen Lager FÜR Bush und den Kriegseinsatz agitierten.

Daß in den USA die wichtigsten Einpeitscher für den Irak-Kreg weder etwas mit "evangelikanen Christen", noch "Fox News" zu tun hatten, unterlag in Deutschland ebenfalls der medialen Zensur.

Anonym hat gesagt…

Ist die Grafik ernst gemeint? Kann ich mir nicht vorstellen und betrachte diese als Satire.

die Simpsons

eulenfurz hat gesagt…

Endlich wieder Schurken, gegen die man Säbel rasseln kann! Wenn schon die faulen Neonazis keine brauchbaren Straftats-Statistiken mehr abliefern, muß man eben über den Tellerrand schauen und sich die faschistischen Feindbilder von auswärts holen.

ppq. so hat gesagt…

ernstgemeint? hier ist alles ernstgemeint

Anonym hat gesagt…

<>Obama wird heute ebenso geliebt wie sein Vorgaenger verabscheut wurde

Aber ein wenig wurde er schon runtergeratet. Von der Obaba-Administration habe ich jedenfalls dieses Jahr zum ersten Mal gehoert.


VS

riccardo borghese hat gesagt…

Das Reich des Bösen als gewöhnlichen Schurkenstaat zu präsentieren, wird euch bei passender Gelegenheit noch leid tun, ihr Ignoranten.

Gernot hat gesagt…

Was ist eigentlich das Schwarze da oben östlich Mongoliens und nördlich von Chinesien? Die Mandschurei? Verzeihung Mandschuko oder Mandschurien natürlich!

Die waren schon immer böse, als hierzulande gänzlich unbekannter Achsenpartner nämlich, der obendrein bislang noch nicht vor den Alliierten kapituliert hat.