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Montag, 2. März 2015

Wenn Dschihadisten für Europas Werte kämpfen

Es ist ein Zeitalter der großen Verwirrung, ein Ära der Konfusion. In Syrien und im Irak kämpfen offiziell als Terrorvereinigungen eingestufte Organisationen wie die PKK für Menschenrechte und die Werte des freien Westens. Gegen den Islamischen Staat, der seinerseits anfangs für den freien Westen, die EU und die USA in den Krieg gegen das fürchterliche Schreckensregime des syrischen Diktators Bashar Al-Assad gezogen war. Dessen Verbündeter war stets der russische Präsident Wladimir Putin, der in Syrien den wichtigsten Militärstützpunkt außerhalb Russlands betreibt. Gegen die gewählte syrische Regierung kämpfen hieß folglich auch gegen Russland kämpfen. Folglich sammelten sich in den Reihen der Freiheitskämpfer, als die die IS-Truppen anfangs in den USA und Europa gesehen wurden, auch tschetschenische Terroristen, gestählt in den zwei verlorenen Tschetschenien-Kriegen gegen Moskau, heimatlos und gewalttätig.

Männer wie Isa Munayev, auf deutsch Munajew, den der Journalist Glenn Greenwald in Nordafrika kennenlernte. Greenwald hat den Warlord jetzt in der Ukraine wiedergetroffen, wo der tat, was er schon immer getan hat: Aus eigener Ermächtigung Krieg gegen Moskau, Putin und Russland führen. Mit dem vom Oligarchen Igor Kolomoisky finanzierten "Dzhokhar Dudayev Battalion", in dem Russen, Tataren, aber auch zahlreiche Vertreter anderer Staaten kämpfen, steht der Dschihadist Munayew an der Seite der Armee der Kiewer Regierung: Ein Islamist und Terrorist, der jahrelang in Europa Asyl genoss, bei erster Gelegenheit wieder für die Errichtung eines muslimischen Staates zur Waffe griff und dieses Ziel nun in der Ukraine im Namen von Europäischer Union und Vereinigten Staaten weiterverfolgte.

Dass es keine Nazis in der Ukraine gibt, war bereits bekannt, dass nun auch noch Islamisten in vorderster Linie stehen, wo es gilt "europäische Werte" (Martin Schulz) zu verteidigen, hat die deutschen Leitmedien so verwirrt, dass abgesehen von ein paar österreichischen Boulevardblättern und dem Neuen Deutschland niemand darüber berichtet hat. Wo Munajew Erwähnung findet, wird der Dschihadist und Terrorist zum "Kämpfer für die Unabhängigkeit der Teilrepublik - gegen die russische Armee" (Deutschlandfunk).

Wir sind die Guten, da muss selbst der Islamist, der an unserer Seite schießt und tötet, ein Guter sein. Einzelheiten verwirren nur das Publikum, ein dschihadistischer Mörder, der für die engere Bindung der Ukraine an Europa kämpft, kann kaum erklärt werden. Besser zu schweigen: Anfang Februar ist Isa Munajew in der Schlacht um Debalzewo von Separatisten getötet worden, aber auch sein Tod fand keine Erwähnung in deutschen Zeitungen. Glenn Greenwald hat den Dschihadisten kurz vor seinem Tod getroffen und nun darüber geschrieben, wie ein islamistischer Mörder sich - finanziert von einem brutalen Self-Made-Milliardär, der der neuen ukrainischen Regierung einen Gouverneurposten abgekauft hat - für Europa in den Kampf stürzt.

Aber auch davon nimmt wohlweislich keines der Leitmedien Notiz.

Kommentare:

qed hat gesagt…

Es hat einen Grund, warum ich die Lügelpresse nun überhaupt nicht mehr lese- man hat danach immer so das Gefühl der inneren Leere und die Gewißheit, überhaupt nichts Relevantes erfahren zu haben.
Deshalb ist meine Morgenlektüre stets als erstes: PPQ!

Danke, mei Gudsder, danke!

Gerry hat gesagt…

Die Medien haben langsam auch keinen Bock mehr auf Ukraine. Zuviel Gegenwind im Publikum, dann passt nichts so richtig vom Konflikt ins Schema F usw. Und wenn man noch solche Gestalten wie Munajew beleuchten will, der eh nicht wichtig war und keine Lobby/keinen Bekanntheitsgrad in Europa aufweist, dann lässt man gleich die Finger davon, da würde man sie sich nur verbrennen. Zuviele Minenfelder vs. 0 Sensation.

ppq. so hat gesagt…

so ist das. dabei aber immer laut rufen "all the news that´s fit to print!!!"

Anonym hat gesagt…

Eilmeldung : Ferien in der großen Stadt ; EnergiespartippgeberInnen brauchen auch mal ne` " Auszeit" und fliegen deshalb ganz spontan nach Bali ( 33 GRAD ) . Wer das ganze Jahr glaubwürdig und nachhaltig seine Umwelt mit ungefragten Tipps terrorisiert ( " Kaffeefilter gehören in den Biomüll" ) der sollte auch mal auf Bali entspannen dürfen . Ab kommenden Monat hören wir dann der Gutmenschin aus Eppendorf aufmerksam zu wenn es wieder heißt : " alle machen mit , wir ..usw , und gemeinsam und besorgt und betroffen und engagiert " .

aus " die letzten 99 Tage der Wanderhure Julia " wie der Gutmensch zur Pol Pottin wurde .

erschienen bei Sepp-Dormant , die Taschenbuchausgabe erscheint voraussichtlich im Herbst

Anonym hat gesagt…

Die Tschetschenen auf russischer Seite gehören aber trotzdem noch zu den Guten, oder?
Die klingen jedenfalls wie der typische Putinversteher:

Er und seine Leute wollten den Donezker Separatisten helfen, weil es gegen einen gemeinsamen Feind gehe, gegen die USA. Sie seien an allen Konflikten auf der Welt Schuld, so auch an diesem.

ppq. so hat gesagt…

alle gehören aus ihrer jeweiligen sicht zu den guten, alle wollen nur helfen und die welt zu einem besseren ort machen

Carl Gustaf hat gesagt…

aus gegebenem anlass:

http://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Ponsonby,_1._Baron_Ponsonby_of_Shulbrede#L.C3.BCge_in_Kriegszeiten_.281928.29