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Samstag, 18. August 2007

Klimarettung in Sponsorjacke

Als die ARD sich seinerzeit 444 Goretex-Jacken zum Ladenpreis 229 Euro von der Firma «Globetrotter» schenken ließ, schlugen die Wellen der Empörung hoch. Aber das war im November 2006, Deutschland zitterte in herbstlicher Kühle und ein kostenlose warme Jacke hätte jeder gern genommen. Dementsprechend sicher ist Kanzlerin Angela Merkel vor Nachstellungen der skandalgeilen Medien: Zwar ließ sich die Kanzlerin in ihrer Funktion als "Klimaforscherin" (Bild) bei ihren Grönlandbesuch ebenfalls eine sichtlich hochwertige Goretex-Jacke von der Deutschen Seenotrettungsgesellschaft schenken - aber es ist Sommer und da interessiert das nicht weiter. Dabei schlummert der Skandal direkt unter der Oberfläche der veröffentlichten Fotos, denen zufolge der gesamte Troß samt Umweltminister Sigmar "Pop" Gabriel ebenfalls mit den feuerroten Kleidungsstücken mit dem "DGzRS"-Logo der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ausgerüstet wurde: Eine Regierungsreise zur Klimarettung, gesponsert von offiziell 300.000 DGzRS-Förderern, die eigentlich gespendet haben, um Menschen aus Seenot zu retten. Aber vielleicht war Merkel das ja. In Seenot. Dann soll alles verziehen sein.

Kommentare:

Ein DGzRS-Förderer hat gesagt…

Zur Richtigstellung die dpa-Meldung dazu:

Merkel macht in Grönland Werbung für die deutschen Seenotretter

Ilulissat/Bremen (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei ihrer Grönland-Reise Werbung für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gemacht. Bei ihrer Schiffstour auf dem Eisfjord im westgrönländischen Ilulissat trug sie am Donnerstag eine warme rote Jacke mit dem „DGzRS“-Schriftzug auf dem Rücken. Dies war am Abend auch in den Fernseh-Nachrichtensendungen in Deutschland gut zu sehen.

Die Jacke hatte Merkel schon vor ihrem Amtsantritt als Kanzlerin bei einem Besuch in Langballigau bei Flensburg (Schleswig-Holstein) geschenkt bekommen, berichtete der Sprecher der Organisation, Andreas Lubkowitz, am Freitag. Als seinerzeit bei einer Informationsfahrt auf dem Seenotrettungsboot „Werner Kuntze“ Regen aufzog, bot Vormann August Wilhelm Philippsen der CDU-Politikerin spontan die Wetterjacke an.

„Sie war sehr gut informiert und hat auch eine Spende dagelassen“, erinnerte sich Lubkowitz an den damaligen Besuch. Merkel durfte die „einsatzerprobte Wetterjacke“ behalten. Dass sie jetzt damit für die deutschen Seenotretter warb, die sich allein aus Spenden finanzieren, wurde in deren Zentrale in Bremen mit Freude beobachtet.

panzerbummi hat gesagt…

und was ist mit dem "tross"? hatte vormann august wilhelm philippsen noch ein paar jacken mehr im schrank?

fdptw? hat gesagt…

trotzdem gemein. wir müssen solche jacken kaufen