Google+ PPQ: Heulen mit der Hamas

Montag, 28. Januar 2008

Heulen mit der Hamas

Was sind das nur für Menschen, diese Israelis, fragt sich die deutsche Presse seit Tagen. Bloß weil ihnen die Hamas ein paar Raketen zum Frühstück und ein paar Raketen zum Mittag schickt, sperren sie gleich all die friedlichen Palästinenser aus, die die Hamas gewählt haben. Und nur weil sich Hamas und Wahlvolk darin einig sind, Israel eines Tages auszuradieren, lassen die Zionisten gleich für alle Palästinenser keine Materiallieferungen zum Bau von noch mehr Raketen mehr durch. Uns erinnert das fast an die ganz und gar überzogene Reaktion der Alliierten auf die deutschen Angriffe im 2. Weltkrieg, die gleichsam das gesamte deutsche Staatsvolk in Sippenhaft nahmen, obwohl 1933 nur knapp 42 Prozent der Wähler ein Kreuzchen bei der NSDAP gemacht hatten.

Unmenschlich ist das, da sind sich Zeitungskommentatoren und Fernsehkorrespondenten fast so einig wie bei der Wahl des Schuldigen: Der heißt, tratratratra, natürlich George W. Bush. Dem ist es wieder nicht gelungen, Israel das Zugeständnis abzuringen, sich demnächst selbst auflösen zu wollen. Dabei weiß der Mann im Weißen Haus genau, dass das die kriegstanzende Hamasführung sofort zumindest ein bisschen beruhigt hätte.

Gottseidank, dass es Broder gibt, den einsamen Schreiberling, der der Unsinn noch Unsinn nennt und die Hamas noch Terroristen: Einen schöneren Fall von Desinformation und Propaganda hat es nicht mehr gegeben, seit Yassir Arafat unmittelbar nach dem 11. September 2001 vor laufenden Kameras Blut für die bei den Anschlägen Verletzten spendete, um die Bilder von den jubelnden und tanzenden Palästinensern zu konterkarieren. Inzwischen weiß man: die Nadel steckte nicht in Arafats Arm, sondern war unter einem Verband versteckt. Der "Rais" tat nur so als ob.

Und nun hat die Hamas die Grenzanlagen zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten plattgemacht, und die Welt schaut beeindruckt zu: Keine schlechte Leistung für eine "Regierung", die nicht in der Lage ist, die eigene Bevölkerung mit dem Nötigsten zu versorgen, aber genug Schweißbrenner, Sprengstoff und schwere Baumaschinen hat, um einen Wall aus Stahlplatten einzureißen.

Hieß es anfangs in den Nachrichten, es seien an einigen Stellen "Löcher" in den Grenzzaun gesprengt worden, so weiß man es inzwischen besser. Die Aktion wurde von langer Hand systematisch vorbereitet und mit großer Präzision ausgeführt, ohne dass die oberschlauen Israels etwas gemerkt oder die auf der anderen Seite der Grenze herumlungernden Ägypter etwas unternommen hätten.

Die vielen Palästinenser, die dann "spontan" über die Grenze strömten, waren nur die glücklichen Statisten in einer Inszenierung, mit der die Hamas beweisen wollte, dass sie eine "Krise" in Gang setzen kann, wann immer sie will.

Während Kamele, Rinder, Motorräder, Zementsäcke und TV-Geräte von der einen Seite der Grenze auf die andere geschafft wurden, machten die Palästinenser mitnichten den Eindruck von Hungerleidern, die soeben eine Suppenküche der Heilsarmee gestürmt hatten. Die Aktion erinnerte an die Eröffnung eines Elektronikmarktes vor einigen Wochen in Berlin, bei der Tausende von Berlinern die Gelegenheit nutzen wollten, preisgünstig Flachbildschirme zu kaufen. Dabei ging einiges zu Bruch. Am Ende musste das Personal vor den Massen kapitulieren und die Polizei den Laden räumen.

Nachdem zwischen Gaza und Ägypten die Grenze beseitigt war, kam es zu einer Explosion der Kaufkraft. Die herbeigeeilten Reporter wunderten sich, wieso und woher die notleidenden Palästinenser so viel Geld hatten, stellten aber keine Fragen. Die Antwort gab der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad am 22. Januar in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Die Regierung in Ramallah habe allein im zweiten Halbjahr 2007 "rund 964 Millionen Dollar nur für den Gaza-Streifen ausgegeben", das Geld sei "hauptsächlich für die Gehälter der Angestellten der Autonomiebehörde, für Sozialhilfen für bedürftige Familien, laufende Behördenkosten" verwendet worden."

1 Kommentar:

panzerbummi hat gesagt…

ja, danke henryk m. broder. manchmal habe ich das gefühl, dass er so ziemlich der einzige angestellte journalist in deutschland ist, der sich noch traut, den kaiser nackt und die hamas einen haufen terroristen zu nennen.