Sonntag, 26. September 2010

Paul Wolf: Einer flog übers Spampostfach

Er ist der wahnsinnige Alptraum aller Blogger, Deutschlands personifizierte Spamschleuder, ein nimmermüder Dreckschleuderer und Petitionist, der grellbunte Internetseiten betreibt, um die Welt an seinem bedauernswerten Schicksal teilhaben zu lassen. Der mann,der sich "Paul Wolf" nennt, verschickt Spammails, die für seine Seite Einbürgerungsholocaust werben, auf der sich ein schrilles Sammelsurium aus Unsinn, Blödsinn und Schwachsinn befindet. Doch der Mann existiert wirklich, wie ein quasi handschriftliches Bekennerschreiben bestätigt, in dem Wolf über seine Beweggründe aufklärt: "Ich bin geisteskrank", schreibt er offenherzig, "in meinem Schädel ist Dünnschiss." Er verstehe keinerlei Fragen, bitten um eine Beendigung seines Email-Terrors oder Hinweise darauf, dass er sich lächerlich mache. "Geben sie mir deutsche Staatsangehörigkeit, nur danach höre ich auf!", schreibt er.

Der mann jagt ein Phantom, er ist in seiner pathologischen Verwirrtheit unterwegs zu einem fernen Ziel. "Das ist mein heller Traum mein Begehren nach Glückseligkeit ein Deutscher wie Sie zu werden!", heißt es unter souveräner Auslassung sekundärer Satzzeichen. Deshalb schreibe er schon seit Jahren "meine Petition nach Art.17 Grundgesetz an alle Deutschen Bundestags-, und Landtagsabgeordnete, an alle politischen Parteien, an alle Deutschen."

Ein bisschen Stolz scheint da durch, einer absolut vergeblichen Tätigkeit schon seit Jahren ungebrochen trotzig nachzugehen. "Ich habe alle Bundestagabgeordnete aus der Legislaturperiode 15 und 16 mit solchen Petitionen jahrelang täglich petitioniert", bekennt der bekennende Irre. Jetzt reiche er seine Petitionen an alle Bundestagabgeordneten der 17. Legislaturperiode ein - "täglich", wie Paul Wolf schwört.

Ein Mann, ein Tort, eine Petition, die zumindest in Nicht-Bundestagspostfächern direkt im Spamordner landet. Es ist ihm egal, denn er liebt, was er " meine Penetranz mein Bombardmo" nennt. "Ich werde sie weiterhin bis zum Jahr 2062 ununterbrochen einreichen, bis sie mir deutsche Staatsangehörigkeit geben", radebrecht er drohend Brocken aus dem Alphabet.

Seine Bilanz ist erschütternd: Täglich schickt Wolf 4400 Emails an "Ministerien, Behörden, Institutionen, Organisationen in Deutschland und in Europa". Seit dem Jahr 2003 habe er seine Botschaft schon "über 3.000.000 Mal" verschickt.

Und das ganz und gar vergebens. Manchmal komme die Polizei vorbei, ab und zu zeige ihn auch jemand bei der Staatsanwaltschaft Köln auf, die er wie alle außerhalb seines Hirnkastens faschistisch geisteskrank nennt.

Einer flog über das Kuckucksnest und einer stürzte krachend zu Boden - der hier: Viermal habe er schon in der geschlossenen Psychiatrie gesessen, rechnet Wolf vor, auf ein fünftes Mal freue er sich schon. "Oder bringen Sie bitte mich dafür einfach um!", bettelt er, "ich will von großzügigen biodeutschen Händen erwürgt gehängt erschossen verbrannt vergast erschlagen werden." Sein Traum sei es, "von herzlichen Biodeutschen getötet zu sein". Wer ihn nicht umbringen und nicht einbürgern wolle, spende ihm bitte. Denn er liebt doch Biodeutsche und biodeutsche Kultur, der "unheilbarschwerstgeistigbehinderte" und "gemeingefährlichen mongolischen Verbrecher-Psychopath" (Wolf über Wolf) aus dem Spam-Papierkorb.

3 Kommentare:

Kurt hat gesagt…

Art Brut im Internet ist selten. Meistens trifft man da nur auf Idiotie. Es braucht schon etwas mehr, um zur Kunst zu werden. Ich glaube, Paul Wolf hat es geschafft.
Wenn das Dubuffet noch erleben könnte!

ppq hat gesagt…

paul hat hier auch schon wieder sehr künstlerisch zu kommentieren versucht. ich habe das aber mal gelöscht, steht ja alles ohnehin im text drin, was er so loswerden will

Anonym hat gesagt…


Bei diesem Obernarzissten hilft nur noch Homöopathie in der 12. Potenz.

Ich löse das so, dass ich dem Mann auf eine Spammail 100 mal antworte. Da drücke ich einfach mal die Antworttaste in meinem Mailprogamm hundert mal durch und der Typ hat was zu tun.

Wenn das alles Spamempfänger von diesem Geisterfahrer machen würden, dann wäre der Mann ausreichend beschäftigt.

stef.sim@web.de