Donnerstag, 21. Mai 2020

Ärger über Corona-Proteste: Einfach mal mitmachen

Angesichts solcher Provokationen gehe ihm der Hut hoch, sagt Günter Lutz,der der festen Meinung ist, es gehöre sich gerade in Krisenzeiten nicht, ständig zu meckern und zu hinterfragen. Man müsse auch einfach mal mitmachen, sagt er.

Grenzen auf, Grenzen zu und Grenzen wieder auf. Und nie passt es! Immer haben die Leute irgendetwas zu meckern. Ich bitte Sie, was soll denn das? Denken Sie mal an 2015, damals, die Sache mit die Flüchtlinge. Die kamen, und suchten bei uns Zuflucht, weil es bei ihnen zu Hause teilweise schon seit zig Jahren nicht vorwärtsgeht. Hunger und Krieg und Seuchen und Korruption. Man ist da als Mensch geneigt zu helfen, also das ist das erste, das habe ich von meiner Mutter und von der Großmutter, die sagten, Junge, sei nicht geizig, wer gibt, dem wird gegeben. Wenn Sie an einem Auto vorbeifahren, sechs Kinder drin, Motor platt, da hält man doch und fragt, Meister, was ist los, kann ich helfen? Man guckt auch in den Motorraum rein, macht man, obwohl man keine Ahnung was da drin läuft. Das ist einfach menschlich, man zupfelt hier rum und wenn er nicht läuft danach, dann hat man es wenigstens versucht.

Aber mit den Flüchtlingen also. Da waren viele dagegen und statt zu sagen, gut, ich muss ja da nicht in den Motorraum gucken und irgendwas reparieren, haben die Leute viel Hass auf den Politikern abgelassen, die Kanzlerin insbesondere sollte weg und die Grenzen sollte sie zumachen. Obwohl, das habe ich später gelesen, die gar nicht geöffnet worden waren. Sie hat dann später natürlich erklärt, dass man Grenzen, die so lang sind wie die deutschen, gar nicht schließen kann, einfach wegen der Länge. 3.000 Kilometer, stellen Sie sich das mal vor, das ist mehr als 100 Mal die Strecke Saarbrücken bis nach Saarlouis. So viel Soldaten hat doch keiner, kein Mensch hat die, ganz ehrlich, gerade bei dem Fachkräftemangel.

Grenzen zu, Grenzen auf


Aber wenn die Menschen erstmal fest an was glauben, dann redet ihnen das keiner mehr aus. Die glaubten eben damals, die Grenzen müssten zu, damit sie niemandem helfen müssen, weil dann niemand mehr herkommen kann. Das hat man damals nicht gemacht, weil jeder, der als Hilfesuchender kommt, ja später eine wertvolle Arbeitskraft ist, die man dringend brauchen kann, zum Beispiel, wenn es heißt, jetzt macht mal die Grenzen zu, das ist sicherer. Dann sind die Fachkräfte eben, die sich mit sowas gut auskennen.

Das Komische daran, also was mich so aufregt: Kaum hatten sie dann jetzt die Grenzen zugemacht, die ganzen 3.000 Kilometer, um diesen Virus draußen zu halten, waren schon wieder die Ersten unzufrieden. Macht die Grenzen auf, haben sie gerufen, als gäbe es nichts Wichtigeres! Dann machen sie natürlich auch gleich wieder Demos draus, richtig mit Aufmärschen auf der Straße und Reden und Plakaten, wo draufsteht Merkel muss weg und das Grundgesetz soll weitergelten und all solche Provokationen.

Ich denke auch, das muss in einem Land wie unserem erlaubt sein. Aber gerade bei solchen Leuten, die gegen die Maßnahmen der Regierung sind und gar kein Hehl daraus machen, dass sie die Notwendigkeit nicht einsehen, nicht wie im Bundestag oder im Baumarkt oder im Fernsehstudio mit zehn, 20 oder 30 Leuten zusammensein zu dürfen, sondern eben nur mit einem oder zweien, muss man ganz genau hinschauen. Man kann nicht wissen, was die denken, aber man sieht ja, was sie sagen: Grenzen auf, rufen sie, und dass das einfach nur eine Provokation sein soll, sieht man ja daran, dass es ihnen wieder alles nicht passt. Grenzen auf, Grenzen zu, mir kommt es so vor als erlauben wir uns ein bisschen Wahn, wenn wir uns sicher fühlen. 

Nicht immer querschießen


Das muss doch alles nicht sein! Schauen Sie mich an, ich habe noch nie demonstriert. Und fehlt mir was? Niemals! Ganz im Gegenteil, die Behörden wissen ganz genau, was sie an Bürgern wie mir haben, auf uns ist Verlass, denn wir meckern und jammern nicht die ganze Zeit rum, dass irgendwas uns gegen den Strich geht. Nicht immer querschießen und nachfragen, sondern einfach mal mitmachen, hat meine Oma immer gesagt. Das hat doch früher auch geklappt, da ist doch auch nicht immer jeder bei jeden Fliegenschiss losgerannt und hat demonstriert, dass er nun aber mal gleich ganz anderer Meinung ist.

Ich fürchte nach meinen Beobachtungen im Fernsehen, dass die Corona-Proteste durch Rechtsextremisten ausgenutzt werden. Ja, ich sehe da einen Trend: Immer öfter wird berichtet, dass Extremisten, insbesondere Rechtsextremisten, das Demonstrationsgeschehen instrumentalisieren. Zwar ist wahrscheinlich eine knappe Mehrheit der Corona-Demonstranten verfassungstreu. Doch Rechtsextremisten könnten die aktuelle Lage ausnutzen! Das geht ganz schnell, dann haben wir einen Staatstreich, denn so fängt es doch immer an. Erst werden Regierungsmaßahmen angezweifelt, dann werden führende Politiker verhöhnt und schließlich jagt man sie davon.

Ich finde, da wird unsere Freiheit schon ein bisschen überdehnt. Und das mit Sonderrechten! Ich darf nur Müllers oder Lehmanns zum Kaffeetrinken im Garten einladen, aber auf einmal stehen diese selbsternannten Demonstranten überall zu Tausenden auf irgendwelchen Wiesen und treten das Gras kaputt. Na, spinne ich denn, habe ich zu meiner Frau gesagt, die das auch nicht versteht. Wo ist denn da nun das Grundgesetz mit der Gleichbandlung und alles? Ich sehe das nicht. Ich habe zum Volker Lehmann, den wir ausladen mussten, weil Müllers sich selbst eingeladen hatten, gesagt, Volker, dagegen könnte ich auch demonstrieren. Er meinte, das habe keinen Zweck, denn auf uns kleine Leute hört ja immer keiner.

Das stimmt natürlich, man weiß das ja selbst. Deswegen sind wir damals nicht auf die Straße gegangen, wo sie den Honecker weggetrieben haben, der so ein schlechter Kerl auch nicht war, wie sie ihn später hingestellt haben. Der wusste vieles nicht und ich sage Ihnen, die Merkel weiß vieles auch nicht! Der sagt doch keiner was und oft sagen sie ihr auch dauernd was anderes. Schutzmasken nützen nichts und dann doch und man muss sie unbedingt aufsetzen, nur nicht, wenn man bei Anne Will eingeladen ist oder bei Hart und herzlich. Dass sie sich da eines Tages nicht mehr auskennt, das habe ich schon lange befürchtet. Ich hätte sogar gedacht, dass sie die Nase voll hat und hinschmeisst. Stellen Sie sich das mal vor! Chaos, Anarchie, jeder macht seins und alle rennen in hundert Richtungen. Der Söder, den mag ich ja, obwohl er so ein Bayer ist, kann das nicht alles geradebiegen in einer solchen Situation.

Für mich ist klar zu sehen, dass diese Demonstrierer genau das wollen. Vielen da geht es nicht um die notwendigen Corona-Maßnahmen oder um den Impfschutz, der unterm Honecker richtig gut ausgebaut gewesen ist. 20 Spritzen hat da jedes Kind bekommen, 20! Kostenlos und finanziert von der Arbeiterklasse, damit keiner Windpocken bekommt, TBC und Pocken und Röteln, was weiß ich. Das war eine rundum gute Sache, wenn Sie mich fragen. Das soll jetzt alles zerredet werden, so schlimm sogar, dass der Verfassungsschutz schon vor einer Unterwanderung der Anti-Corona-Demos durch Corona-Gegner warnen muss. da mischen sich unter ganz normale Leute, die vielleicht ihren Job verloren haben, ihre Kneipe, ihr kleines Unternehmen oder ihre langersehnte Kreuzfahrt auch Typen, die sind Hooligans und von der NSU und AfD-Leute und Kommunisten, die wahrscheinlich, also ich rechne zumindest damit, über das Internet vom Kreml gesteuert werden. Da macht man dann auf Hass und hetze und sät Zweifel, dass die notwendigen Maßnahmen der Bundesregierung notwendig sind. Das kann doch nicht vernünftig sein! es geht doch jetzt darum, dass wir alle an einem Strang ziehen!

Aufpeitscher mit Nichtachtung strafen


Ginge es nach mir, würde ich diese Aufpeitscher mit Nichtachtung strafen. Sollen sie demonstrieren, dann aber bitte nicht in unseren Innenstädten, sondern irgendwo draußen auf freiem Feld. M;an muss denen auch keine Plattform bieten in unseren Medien, weil die können jetzt wieder was zum Fußball machen, was gerade in diesen Zeiten sehr wichtig ist, zumindest für Leute wie den Holger Müller, der mit seiner Frau am Wochenende zum Kaffeetrinken bei uns war und die ganze Zeit schlechte Laune hatte, weil ich gesagt habe, dass wir gar kein Sky haben, auch nicht das kostenlose, weil uns das nicht die Bohne interessiert, was da ein paar Männer machen, die hinter einem Ball herlaufen.

Ich habe gemerkt, dass ihm das nicht gepasst hat. Aber der Holger ist ein Vernünftiger, der malt deshalb kein Schild, um die Leute zu provozieren und die Regierung verächtlich zu machen. Der sagt sich, das ist jetzt nun mal so, da hat man die große Freiheit, sich freiwillig damit abzufinden, dann geht das schon. Wie wenn du ohne Schirm in einen Platzregen kommst, da hilft es auch nicht, Parolen zu rufen und schlechte Laune zu schieben. da musst du einfach mal durch, einfach mal mitmachen, das Ganze als Gelegenheit sehen, dass man später davon erzählen kann, wie scheiße es war, Entschuldigung. Wir hier in Splietsdorf haben die Nazis überstanden und die Kommunisten und die Treuhand und die Wessis dann auch. Man muss wachsam bleiben, mit diesen Demonstrierern, aber ich sage immer, das ist nur ein ganz kleine Minderheit, die verläuft sich auch wieder, wenn wir alle geimpft und immun sind gegen die Seuche.

Diese ganze Zweifelei, das ist doch eine Modererscheinung, da machen sich manche wichtig, um bei den Nachbarn oder bei der Freundin gut wegzukommen, indem die Regierung miesgemacht wird.  Ich kann dann sowas nicht akzeptieren, also ich meine, in meinem Umfeld sage ich allen gern, bitte, wer glauben möchte, dass die Chinesen oder Bill Gates das Corona erfunden hat, der kann das gern machen, aber privat und ohne Reden darüber zu halten.

Und wer meint, das Grundgesetz habe jetzt mal Pause, der kennt mein Grundgesetz noch nicht: Klappe halten und lieber mal Vertrauen wagen, wie man früher sagt. Es ist doch nicht so, dass irgendjemand staatlicherseits ein Interesse daran hat, uns einen Bären aufzubinden! Das sind doch unsere Politiker, unsere Sicherheitsbehörden, die da aufpassen, dass die Feinde unserer Ordnung keine Gelegenheit bekommen, das, was wir alle wollen und an Maßnahmen auch einsehen, kaputtzumachen. Wir Werktätige des Bezirkes fordern jedenfalls, dass jetzt mal Schluss sein muss mit dem ewigen Hin und Her. man sollte Händewaschen und seine Maske tragen, Abstand halten und seine Arbeit machen, sofern man noch welche hat. Die Staatsfeindlichkeit aber sollte man nicht länger dulden, die da überall zum Vorschein kommt. Das ist meine Meinung.

Der in mecklenburgisch Splietsdorf bei Gransebiet geborene und aufgewachsene Günter Lutz lebt heute als festangestellter Schlosser mit seiner Frau Serena in seinem Geburtsort, er ist 57 Jahre alt, hat das Haus seiner Eltern schmuck umgebaut, zumeist in Eigenleistung, und er angelt gern im nahegelegenen Richternberger See.



Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

>> Zwar ist wahrscheinlich eine knappe Mehrheit der Corona-Demonstranten verfassungstreu.

Der Gottvater aller deutschen Hirnscans höchstselbst wird jüngst genau dahingehend zitiert:

Thomas Haldenwang sieht bei Corona-Protesten „mehrheitlich verfassungstreue Bürger“

Ein Seher ist er also auch noch. Der Haldenwang mit seinen tapfereren Schützenverein, äh Schützerlein weiß alles.

Die Anmerkung hat gesagt…

Wutkoch Attila Hildmann

Auf der Suche nach dem Sinn falsch abgebogen
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Kann es nicht auch sein, daß sich die komplette Speichelredaktion auf der der täglichen Suche nach einem Thema im Dickicht des alltäglichen Irrgartens verlaufen hat und da nie wieder rausfinden wird?

Es ist gut möglich, daß sich 500 Fliegen auf einmal irren und den falschen Scheißhaufen ansteuern.

ppq hat gesagt…

harte kante!!!!

Anonym hat gesagt…

Totesstrahfe führ Lehgasniker. Den Weihnachtsmann will er auch noch bekemfen.

Halbgott in Weiß

P.S. Zuweilen scheint es mir, als ob wir hier den Geistertanz von Vovoka noch einmal versuchen, obwohl der schon damals, genau genommen, nichts gebracht hat.

Volker hat gesagt…

War klar.
De Räschdn reden mal so und mal so. Die drehen das wie es ihnen gerade in den Kram passt, denen kann man es sowieso nicht richtig machen.

Im erfreulichen Gegensatz dazu unser Gesundheitsminister Jens Spahn.
Der fährt einen klaren Kurs, bei dem weiß jeder woran man ist.