Google+ PPQ: Wendler, Lauterbach, Hildmann: Wer wird "Vogel des Jahres“?

Dienstag, 13. Oktober 2020

Wendler, Lauterbach, Hildmann: Wer wird "Vogel des Jahres“?

PPQ.li-Zeichner Castian W. Seebner hat die Redaktionsfavoriten in typischer Haltung karikiert.

Das Jahr ist noch nicht ganz zu Ende, aber seine Höhepunkte liegen zweifellos bereits hinter einer Gesellschaft, die gespalten, aber sehr gut vorbereitet war, dann jedoch von der Pandemie kalt erwischt wurde. Es entstanden neue Berufsbilder, etwa der Staatsvirologe und der Regierungsleugner, und es entstand ein neues Milieu: Die bis dahin nur im Trash-TV der Unterschichtensender anzutreffenden Fernsehgestalten erweiterten ihren Wirkungskreis bis ins Nachrichtengewerbe der Gemeinsinnsender. 

Dort erlangten zuvor völlkommen unbekannte Figuren wie der Koch Attila Hildmann, aber auch selbsternannte Gotteskrieger wie der Mainzer Mannheimer Solulsänger Xavier Naidoo über Nacht staatsgefährdende Bedeutung. Auf der anderen Seite ergriffen bereits abgeschriebene Hinterbänkler wie der von der CDU zur SPD gewechselte Karl Lauterbach und sein in Schleswig-Holstein gescheiterter Genosse Ralf Stegner die Gunst der Stunde und erfanden sich ebenso neu wie der von Kanzlerin Angela Merkel eigentlich bereits nachhaltig um alle seine Chancen gebrachte Norbert Röttgen

Bei der diesjährigen PPQ-Aktion „Vogel des Jahres“ dürfen sie alle mitgewählt werden, nicht nur die Genannten, sondern auch alle anderen schrägen Gestalten, deren mediale Inszenierung in keinem Verhältnis zu ihrer Expertise, ihrer Bedeutung und ihrer Wirkungsmacht steht. Nominieren Sie ihren Lieblingsvogel und schicken Sie ihn ins Rennen um den Titel "Vogel des Jahres" 2020 - eine Mail mit entsprechendem Namensvorschlag an politplatschquatsch@gmail.com reicht.

Die Wahl ist eine Premiere: PPQ.li und das An-Institut für angewandte Entropie des Bundesunkulturstiftung in Brandenburg rufen die Bevölkerung in ganz Deutschland erstmals dazu auf, den „Vogel des Jahres 2020“ selbst zu wählen und damit darüber abzustimmen, wer in den zurückliegenden Monaten für die Deutschen am eindrucksvollsten eine mediale Rollegespielt hat, die im Gedächtnis geblieben ist. 

Das sind die Redaktionsfavoriten

Die Redaktionsfavoriten Stegner, Hildmann, Lauterbach, Naidoo und Röttgen - kurzfristig stieß noch der frühere Schlagersänger Michael Wendler hinzu - sind nur erste Vorschläge. Bis zum Monatsende sind die Vorschlagslisten geöffnet, jeder kann seine Kandidaten einreichen - beschränkt natürlich auf männliche Kandidaten, da die Grundsatzfrage um die gendergerechte Bezeichung weiblicher Vögelinnen auch ein Quartal nach Katrin Göring-Eckhardts wegweisender Worte zu transgegenderten "Spatzinnen"  nicht abschließend vom Bundestag entschieden worden ist.

Bis zum 10. Dezember werden aus allen Einsendungen die Top-Ten-Kandidaten ermittelt. Hierbei stehen alle in Deutschland, aber auch alle in EU-Europa tätigen Mediendarsteller sowie die wichtigsten Radiostimmen der 27 Gemeinschaftsstaaten zur Auswahl. Die zehn von der Bevölkerung meist nominierten Vögel gehen dann ab dem 15. Dezember ins finale Rennen um den prestigeträchtigen Titel "Vogel des Jahres". Der Sieger wird am ersten Weihnachtsfeiertag hier bei PPQ.li verkündet, auch die Platzierten dürfen sich dann freuen, zu erfahren, wie sie abgeschnitten haben.

97,4 Prozent waren nie in einer Talkshow

"Wir wollen mit dieser Bevölkerungswahl-, die man auch Volkswahl nennen könnte, ein ehrliches Stimmungsbild zur Medienwirkung von Menschen abbilden, die uns allen in den vergangenen Monaten nahezu täglich begegnet sind, ohne dass uns im Einzelnen immer klar war, weswegen überhaupt", beschreibt der renommierte Medienwissenschaftler Hans Achtelbuscher die Idee zur "Vogel"-Wahl. Nach Berechnungen seines Institutes seien auch 2020 etwa 93,4 Prozent der 709 gewählten Bundestagsabgeordneten in nicht einer einzigen Talkshow im Gemeinsinnfunk aufgetreten, die übrigen 6,6 Prozent dagegen im Durchschnitt in mehr als drei, wobei etwa eine Handvoll Personen auf jeweils mehr als ein Dutzend Auftritte kam - und damit auf das 300-fache der Parlamentsmehrheit.

Noch schlimmer ist das Verhältnis in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Von den mehr als 379.845 deutschen Rappern, Soulsängern und Schlagzeugern seien nur etwa 0,0002 Prozent in Hauptnachrichtensendungen erwähnt worden und die Anzahl der wenigstens einmal in der "Tagesschau" genannten Namen von Veganköchen lasse sich mit einem Finger abzählen. "Wir wollen nun wissen, wie diese Konzentration auf einige wenige, aber dafür prägnant schräge Gestalten draußen im Lande ankommt", sagt Achtelbuscher, der auf Berufsgruppen wie den Betonbauer, die Nagelfee und den Schnellmodeverkäufer berichtet. "Diese Menschengruppen zählen auch in der Pandemie nach Millionen, nachweisbar ist für das zurückliegende Jahr aber kein einziger Auftritt eines Vertreters in einer deutschen Talkshow."

Suche nach der niedrigsten Schamgrenze

Wo ist das Missverhältnis zwischen intellektuellem Vermögen und eigenem Bedeutungsanspruch am größten? Wer kombiniert den größten Schnabel mit dem kleinsten Schwanz? Wer hat die niedrigste Schamgrenze, die simpelste Botschaft? Es wird eine Qual der Wahl - zwischen Gesangskünstlern, wendigen Umdenkern und bizarren Leidensgestalten, die sich ganz auf das Verbreiten  spontan ausgedachten Fake News konzentrieren. 

PPQ.li-Expertin Frauke Hahnwech, die im dunkeldeutschen Bitterfeld als Gebärdendolmetscherin arbeitet, ist gespannt auf die Vorschläge aus der Bevölkerung. „Die Vielfalt der Vogelwelt bei uns im Fernsehen, aber auch in den anderen Medien  ist nicht sehr groß, aber es ist bestimmt für jede und jeden der passende Vogel dabei." Hahnwech, erklärter Fan von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, zählt etwa den Tierarzt Lothar H. Wieler zu ihren Lieblingen, der als Chef des Robert-Koch-Institutes an der Behördenspitze überlebte, obwohl sich sein Haus mehrfach argumentativ an neue Regierungsstrategien anpassen musste. "Diese Art Führungskraft fasziniert mich wegen ihres interessanten Verhaltens“, sagt Frauke Hahnwech. Sie sei gespannt, welcher der prominenten Anwärter das Rennen mache, vor allem darauf, "nach welchen Kriterien die Vogelfreundinnen und -freunde ihre Wahl treffen."

Denn viele Vögel hätten es verdient, ganz oben auf dem Siegertreppchen zu stehen, für wenige aber ist dort nur Platz, das bedauert auch Bundesblogampelamtschef Herrnfried Hegenzecht, der als Schirmherr der Vogelwahl fungiert. Spannend werde es sein, zu sehen, ob die spektakuläre Verwandlung des  Schlagerstars Michael Derwendler in einen staatsfeindlichen Aufwiegler zum Sprung in die Top Ten reiche oder eher die lauterbachsche Dauerpräsenz als nationale Warnsirene im Live-Ranking für Ausschläge nach oben sorgen könne. 

Wichtig: Wer seinen Vogelkandidaten noch mehr unterstützen möchte, kann mithilfe der Aktionsplattform PPQ.li online oder offline Wahlkampf betreiben. Einfach einen Link erstellen und in den sozialen Netzwerken teilen!


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich sage für Stegner und Augstein ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der Haltungsnote voraus.

Jodel hat gesagt…

Ich hätte eine Doppelnominierung vorzuschlagen:

Die perfide rechte Heilpraktikerin aus der Eifel Tamara K.. Frau K. hat als Nebenbeschäftigung im Alleingang den Sturm auf den Reichstag organisiert, ihre Truppen bis vor die Tore der heiligen Hallen geführt, fast unsere felsenfeste Demokratie gestürzt und das vierte Reich errichtet.
Hier trat ihr der ebenfalls nominierte namenlose Polizei-Siegfried ohne Helm aber mit seinem Schlagstock Balmung heldenhaft und todesmutig entgegen. In titanischem Ringen konnte er unseren Demokratietempel mit letzter Kraft gegen die anbrandenden völkischen Barbarenhorden verteidigen.
Wo frühere Heroen mit läppischen Lorbeerkränzen oder der Hand einer Prinzessin abgefunden wurden, erhielt unser Herkules etwas weitaus besseres. Er durfte mit Zeus-Steinmeier im Olymp gemeinsam ein Tässchen Kaffee schlürfen. Der Dank des Vaterlandes ist ihm für alle Zeit sicher. Das Bundesverdienstkreuz konnte ihm leider nicht mehr verliehen werden, das hatte für dieses Jahr schon der Physiotherapeut der Mannschaft erhalten.

Das kann man sich nicht ausdenken. Das beste aller Deutschländer aller Zeiten wie es leibt und lebt. Meiner Meinung nach absolut preisverdächtig.

Falls es meine beiden Kandidaten der Herzen nicht in die Top 10 schaffen, stimme ich alternativ den Wendler. Wer nach einem mittelprächtigen Gesangserfolg seine komplette Restkariere mit dem Vermarkten des Beschlafens einer 28 Jahre jüngeren Gespielin
bestreitet, verdient Respekt. Und wenn man dieses Kartenhaus mit einem einzigen Deppenvideo bedenkenlos umbläst und sich damit finanziell in Zukunft eher in Richtung Hartz IV orientieren muss, verdient man schon die Auszeichnung als Vogel des Jahres.
Das seine Aussagen von einer beispiellosen Harmlosigkeit sind, macht das Ganze nur noch auszeichnungswürdiger.

Volker hat gesagt…

"Suche nach der niedrigsten Schamgrenze"

Ich habe Röttgen gefunden.

"Die perfide rechte Heilpraktikerin"

Der Name ist Programm - HEILpraktikerin.

Anonym hat gesagt…

Vergebung für OT:

>> AggroMom 13. Oktober 2020 at 09:38
Merkel, du Flasche*in.
Adi hat nur 12 Jahre gebraucht, das Land zu zerstören. <<

So megaschlau, unsere Wutnickel. Die Dräsdnor Frauengirche hat er ja auch in Grund und Boden gebombt. Und beim Ami kann jeder in der Grabbelkiste im Warenhaus ein Maschinengewehr kaufen, einfach so.

Rheinhesse hat gesagt…

"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire
ABER unser kleines Landeshauptdorf muß sich den Xavier dann doch nicht zuschreiben lassen. Streiche also 'Mainz', setze 'Mannheim'

Hase, Du bleibst hier... hat gesagt…

Sorry, aber ich sehe den Altmaier Peter mit absolutem Vorsprung uneinholbar vorn. Zitat: "Keiner wird wegen Corona seinen Arbeitsplatz verlieren" Somit ist der Vogel abgeschossen und verdient!

Anonym hat gesagt…

@ Rheinhesse: Tausend Dank für diesen Satz von Voltaire, als welcher mir neu ist.
Wirklich herrlich. Mit F.K.Waechter: ... lappt voll ins Philosophische.

ppq hat gesagt…

@rheinhesse: von sibirien aus sieht alles gleich aus. tu mir dennoch leid. söhne mannheims, nicht söhne mainz', das wäre ja auch grafisch gar nicht darstellbar gewesen

Anonym hat gesagt…

Ich nominiere den Poschmann vom Frühstücksfernsehen von Sat1. Er hängt sein Mäntelchen in jeden Wind der gerade angesagt ist, ist immer schwerstens betroffen,
springt auf jede Schleimspur. Dann macht er auch noch schöne Werbespots für Versicherungen.