Mittwoch, 19. Mai 2021

Klimaneutral kanzlern: Luisas Langstrecke bleibt

Wer noch mal fliegen will, muss schnell sein. Ab Herbst ist aus Klimaschutzgründen nur noch die wirklich CO2-intensive Langstrecke erlaubt.

Es ist eine Idee, die der FDP-Vorsitzende Christian Lindner bereits vor Jahren ventilierte. Ein persönliches Klimakillerkonto für jeden,da seine individuelle Menge an CO2 vorgibt, das die jeweilige Person noch verbrauchen darf, verriet der ökologische Vordenker im ARD-Interview im Klimasommer 2019. Wer mehr Anteil am Gesamtbudget möchte, "für Fliegen, Verbrennungsmotor, für Energie, für Fleisch - der muss sich seinen Anteil an diesem Budget kaufen", bezog sich der Liberale auf einen Vorschlag, der Jahre zuvor erstmals im Klimaschutzboard PPQ.li gemacht, damals von den etablierten Medien aber noch verlacht worden war.  

Flugpassagieren geht die Zeit aus

Lindner ging es nicht viel anders, das Schicksal von Pionieren seit Menschengedenken. Erst jetzt, wo das Klimafrühjahr im Land  nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes jeden Tag mahnt, dass der Menschheit die Zeit ausgeht, werden die wegweisenden Ideen auch von den Parteien aufgegriffen, die Klima  nicht nur können, sondern auch schätzen. Als erster Kanzlerkandidat einer sozialdemokratischen Partei hatte Olaf Scholz bereits in der vergangenen Woche vorgeschlagen, Flüge so zu verteuern, dass sich Normalverdiener zwei- oder gar dreimal überlegen, ob es denn immer Mallorca, die Kanaren oder Irland sein muss. 

Flüge zu Ramschpreisen, nur um die Maschinen zu füllen, solle es nicht mehr geben, in ganz Europa nicht, so der Bundesfinanzminister, der als Kanzler eine Preisgrenze bei Billigflügen in Europa durchsetzen will. Minimum "50 oder 60 Euro" müsse ein Flug kosten, um Billigpassagiere abzuschrecken, die nur des Fliegens willen fliegen, glaubt Scholz, der die besonders beliebten Kurzstreckenflüge zu den deutschen Haupturlaubszielen durch "innereuropäische Bahnfahrten" ersetzen möchte.

Klimaneutral kanzlern

Ein Vorhaben, das auch Annalena Baerbock als künftige grüne Kanzlerin umsetzen wird. Mit einem "Klimaschutzsofortprogramm" werde sie nach der Übernahme der Regierungsübernahme dafür sorgen, dass es Billigpreise von 29 Euro für Mallorca-Flüge nicht mehr gebe. Jeder könne natürlich weiterhin Urlaub machen, wo er wolle, da werde sich auch ihre Bundesregierung nicht einmischen. Nur leisten müsse man sich das natürlich können. Der Staat müsse ein Mallorcaangebot auf der schiene machen: „Wer als Familie mit dem Zug reist, sollte doch weniger zahlen als für die Kurzstrecke im Flugzeug“, rechnet Annalena Baerbock vor, denn. "Kurzstreckenflüge sollte es perspektivisch nicht mehr geben.“

Ein tiefer Einschnitt auch für den künftigen Finanzminister, denn Fakt ist, dass der Bund vor Corona noch stolze 1,8 Milliarden Euro allein aus der zuletzt mehrfach erhöhten Flugticketsteuer einnahm. Lange nicht genug, um die Jahr für Jahr auflaufenden Verluste der bundeseigenen Bahn abpuffern zu können. Aber gerade wegen der anstehenden 86 Milliarden teuren Modernisierungsoffensive für die bis heute gerademal auf knapp zwei Dritteln ihrer Strecken elektrifizierte Bahn auch kein Nullsummenspiel. dass Kerosin nach einer kurz nach dem Zweiten Weltkrieg getroffenen internationalen Vereinbarung weltweit nicht besteuert werde, um die globale Mobilität und damit das Kennenlernen von Menschen über alle Kontinente und Grenzen hinweg zu erleichtern, nannte die Grünen-Chefin "nicht fair", denn Fernfahrten mit der Bahn seien gerade zu Stoßzeiten teuer.

Langstrecki bleibt

Fernflüge - in leichter Hambi-Sprache "Langstrecki" genannt - bleiben deshalb voraussichtlich auch erlaubt. Transkontinentalurlauber, Klimakonferenztouristen und Vielflieger wie Fridays-fot-Future-Chefin Luisa Neubauer, die bayerische Landesvorsitzende der Grünen Katharina Schulze oder der amtierende Klimapapst müssen weiterhin unabhängig von langsamen und teuren Segelbootverbindungen  weltweite Klimaschutzvernetzungen herstellen können dürfen. Geht es nach Scholz und Baerbock, ist schon ab Herbst nur noch die wirklich co2-schleudernde Langstrecke erlaubt. Nach Gran Canaria, Ibiza und Mallorca geht es hingegen mit Bus, Bahn und Lastenrad.

Klimaschutz am Himmel wird auf diese Weise ausgleichend über den grundlegenden Umbau der Urlaubsplanung der Masse der einkommensschwachen Familien geleistet. Die Ärmsten der Armen, für die Fernflüge schon immer unerschwinglich waren, zahlten bisher pro Flugmeile auf der Kurzstrecke trotz optisch günstiger Preise oft das Zehnfache von Langstreckenspezialisten wie Neubauer, Schulze oder Habeck. Auch diese besonders perfide Form der Ausbeutung endet nun. Annalena Baerbock hat die großen Linien hier schon vorausschauend gezogen, als sie sagte, sie finde, "Reisen und Fliegen müssen auch in Zukunft für jeden Geldbeutel möglich sein und nicht zum Luxus von einigen wenigen werden". Erschwernisse aus klimanotstandsbedingt untersagten Kurzstreckenflügen könnten durch ein staatliches Fluggeld ausgeglichen werden, das arme Familien mit vielen Kindern gemeinsam mit den Einnahmen aus dem Verkauf von Teilen ihres ungenutzten CO2-Budgets ansparen und später für günstige Fernflüge ausgeben könnten.


Kommentare:

Petra U. hat gesagt…

Man kann doch auch mit den Zug nach Mallorca fahren. Das spart Aufenthaltsdauer vor Ort und die Leute müssen dort nicht mehr vor lauter Langeweile so viel rumsaufen.

Hase, Du bleibst hier ... hat gesagt…

Methan ist das viel schädlichere Gas für unsere liebe Umwelt. Deshalb planen die Grünen eine Pro-Kopf-Zuteilung von Zwiebeln und Hülsenfrüchten. Auf der nach oben offenen Furzscala sind dann nur noch 2,75 m3 Methan pro Person und Jahr erlaubt. Bürger ohne Haustier und Stickerdiesel erhalten eine Gutschrift.

Anonym hat gesagt…

Der Staat macht Fliegen teurer und übernimmt die Kosten, falls es wem zu teuer ist.
Wie immer, wir ziehen per Federstrich ein paar Milliarden ein und auf Antrag kriegt man am Jahresende vielleicht einen kleinen Teil erstattet.
Dass das so zugeschnitten wird, dass die verbliebenen Arbeiterfamilien was rausbekommen, kann man nicht erwarten. Vielmehr werden eben diese Familien einen gerechten Teil dazu beitragen, dass zugeschwommene Ärzte und Ingenieure samt Familien jedes Jahr in Afrika nachsehen können, ob die Fluchtgründe noch vorliegen.

Die Anmerkung hat gesagt…

Der Evergreen

https://www.ruhr24.de/service/tabaksteuer-e-zigaretten-teurer-2026-ehoehung-hoehe-preise-deutschland-kunden-erhitzer-90651704.html

Zigaretten werden teurer: Tabaksteuer wird erhöht - bei einem Produkt besonders drastisch

In erster Linie betrifft die Erhöhung der Tabaksteuer die Tabak-Unternehmen, die die Produkte verkaufen ...
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Ich hab's nicht erfunden. Das steht da wirklich so, daß Unternehmen betroffen sind.

Endlich müssen auch mal die Konzerne bluten in ihr sauer verdientes Geld an Scholz abgeben.

Eine Woche später wird der Kommunismus deklariert.

ppq hat gesagt…

ich hoffe, dass hartz4 entsprechend erhöht wird

Fliegenfänger hat gesagt…

Klimaschutz hat nach dem schon morgen erwarteten Endsieg über Corona garantiert oberste Priorität.

Darum sind zukünftig nur noch Fernflüge erlaubt, um im sonnigen LA kurz mal ein Softeis zu schlecken, wie es Grüne nun mal gerne tun, um die Welt zu retten. Der für deren Einkommen zuständige Arbeitssklave dagegen soll zum Ausgleich dann gutmenschlich radfahrend zu seiner Steuergeldproduktionsstätte strampeln.

Solange das Blödvolk diesen Irrsinn mehrheitlich beklatscht und absegnet, ist doch alles paletti.

Die lassen sich doch auch wie irre dubiose Impfungen verpassen, für die niemand haftet, um schnellstens wieder da weiter shoppen und weiter müllen zu können, wo sie vor dem Lockdown aufhörten. Von Verhaltensänderung ist doch keine Rede, nur von Verteuerung, die die Armen am stärksten belasten werden.

Ewiges Wachstum bedeutet leider auch immer mehr Abfall und Dreck. Wohin damit? Auf die Straße, in den Fluss, ins Meer. Aus den Augen, aus dem Sinn. Hauptsache, das Fetischauto ist blitzeblank hochglanzpoliert.

Das sind Psychopathen, die sich aufgrund ihrer Überzahl für normal halten, sonst nix.

Anonym hat gesagt…

Dass die Bundestagsabgeordneten mittlerweile 15 Mio. Flugkilometer im Jahr hinter sich bringen geht ja zurzeit durch die Presse. Beim Erdumfang von 40000 Kilometer fast exakt einmal pro Tag um den Planeten. Interessant sind auch die Bundesbeamten der Bundesbehörden, die haben es 2019 auf 386,2 Mio. Kilometer gebracht; die Leerflüge der Flugbereitschaft sind da nicht eingerechnet. Satte 26 Erdumläufe pro Tag!
https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/212/1921284.pdf (Seite 4). Das ist nur die Bundesebene, wir haben noch 16 Landesregierungen mit vollen Programm. Und nicht vergessen, die Mitarbeiter der Bundestags- und Landtagsabgeordneten, wer fliegt schon gerne ohne Team.

Für Anhänger des Klimaokkultismus - für die ja das gekoppelte, nichtlineare chaotische System namens Klima eine mit Thermostat ausgestattete Heizung ist, die mittels mehr oder weniger menschengemachten CO2 auf die gewünschte Temperatur eingestellt werden kann -, ist bei diesen Zahlen Deutschland natürlich Mordor. Aus dieser Perspektive nachvollziehbar, das geplante No-Fly für die Arbeiterschicht bzgl. Kanaren usw. Die kann stattdessen erlebnisorientierten CO2-neutralen Campingurlaub in Oer-Erkenschwick machen. Die Geimpften natürlich!

Anonym hat gesagt…

tja - wieder kein Lernerfolg.

nochmal : ihr regt euch über die rotgrünen Zumutungen auf . mehr nicht.

schreibt aber ein nicht näher genannter Intelligenzgroßmeister : "schlagt ihnen ins Gesicht" wird gelöscht.

bitte keine bösen Worte .

Problemlösungsansatz : ganz schlaue Gutsprechdialektik.

Man glaubt eben an den Bildungsbürger im Bolschewisten .

warum Konservative eben immer wieder verlieren .

ppq hat gesagt…

du hast es verstanden

Anonym hat gesagt…

JAAAAA ich habe es verstanden -und das ist auch keine Überraschung denn als Heeresgruppenführer ( Ost ) verstehe ich ganz viele Dinge .

multidimensionales Verstehen