Samstag, 29. Mai 2021

Wissenschaft des Kinderpiksens: Lassen dürfen können ohne müssen zu sollen

Vorsicht, Impfoffensive: Auch Kinder dürfen sich jetzt bald in die Impfanwärterschlange stellen können, sie sollen aber nicht müssen.

Vom ersten Moment an war Corona eine Gelegenheit für die Wissenschaft. Während andere Staaten, der inzwischen weitgehend vergessene frühere US-Präsident Donald Trump und sein derzeit aus den Schlagzeilen verschwundener brasilianischer Kollege Jair Messias Bolsonaro sich strikt weigerten, die Erkenntnisse von Virologen, Epidemiologen und Demoskopen als Grundlage ihrer Entscheidungsfindung zu nutzen, war das in Deutschland anders.  

Masken galten hier so lange als nutzlos und sogar schädlich, wie eine Maskenpflicht das Fehlen einer leistungsfähigen nationalen Maskenindustrie hätte offenlegen und damit die vulnerablen Gruppen in der Bevölkerung beunruhigen können. Bei der Impfstoffentwicklung setzte die Bundesregierung mit einer direkten Beteiligung auf die junge Firma Curevac, die bis heute aussichtsreiche Forschungen für einen siebten oder achten Corona-Impfstoff betreibt. Und bei den Impfungen war im Corona-Kabinett immer klar: Die europäische Zulassungsbehörde EMA entscheidet nach gründlicher Prüfung, gründlicher als etwa in den USA, Israel, Russland oder Großbritannien. Aber mit demselben Ergebnis.

Wissenschaft der Rettung

Das gilt dann europaweit, denn der EMA-Bescheid ist Stand der Wissenschaft, der Bund und Länder getreulich folgen, denn in einer Situation, die heute schon der gleicht, die durch die Klimakrise in Kürze ausgelöst werden wird, kann nur science die Rettung sein. Unmittelbar nach der Zulassung des Impfstoffs von AstraZeneca für alle Altersgruppen schränkte die deutsche Impfstoffkommission die Verwendung deshalb wegen wissenschaftlicher Erkenntnisse nach einigen bedauerlichen Todesfällen auf ausschließlich jüngere Empfänger ein. 

Ein deutscher Sonderweg, der auf Rat der Wissenschaft wenig später leicht korrigiert wurde: Nun war "Astra", wie der Volksmund die britisch-schwedische Brühe nennt, nur noch für Ältere und ganz Alte empfohlen. Zugelassen aber nun doch wie von der EMA bestimmt für alle, außer in einige EU-Nachbarstaaten, die das einheitliche europäische EMA-Urteil auf jeweils eigene Art interpretierten.

Diverse Wege

Dieser wissenschaftlich begründete Weg der diversen Vielfalt half unmittelbar und mit beinahe schon magischer Kraft, zumindest in Deutschland. Hatten nach den ersten vier Millionen Astra-Impfungen noch 59 Fälle von Hirnvenenthrombosen medial so laut beklagt werden müssen, dass der eben noch begehrte Impfstoff wie Blei in den Kühlschränken der Hausärzte lag, folgte auf die Änderung der Strategie kein einziger medial betrauerter Fall mehr. 

Es ist fast wie ein Wunder: Obwohl inzwischen weitere vier Millionen Dosen Astra verimpft wurden und die Wissenschaft sich unterdessen sicher ist, dass ein erhöhtes Thromboserisiko auch bei älteren Frauen besteht, blieben Impfschäden deutschlandweit aus, seit Impfwillige selbst entscheiden, ob sie das Risiko, an Corona zu erkranken, gegen das Risiko eintauschen wollen, mit Astra geimpft zu werden. oder weiter auf Biontech zu warten.

Blaupause für den Impfgipfel

Für den Impfgipfel in Berlin musste das eine Blaupause sein. Die EMA hat das Biontech-Vakzine mittlerweile für Kinder ab zwölf Jahre freigegeben, die deutsche Wissenschaft aber hält am erprobten ab Impfstoffnationalismus fest: Die "Ständige Impfstoffkommission" als höchstes wissenschaftliches Beratergremium der Bundesregierung, lehnte die Empfehlung einer Impfung für Kinder und Jugendliche ab. Was die im Corona-Kabinett zum Impfgipfel versammelten Führerinnen und Führer der deutschen Impfkampagne zwang,selbst wissenschaftliche tätig zu werden und Elterinnen und Eltern im Lande den Rat zu geben, ihre Kinder impfen lassen zu dürfen können, allerdings weder zu müssen noch zu sollen.

Individuelle wissenschaftliche Entscheidungen sind gefragt, Einzelfallglaube und Vertrauen in den tageswahren Wasserstand der wissenschaftlichen Auskunftslage. Wer sich eben noch gegen den falschen Impfstoff entschieden hat, erkennt, dass es vielleicht doch der richtige war.  Wer anfangs Bedenken hatte und erst mal sehen wollte, wie viele seiner geimpften Nachbarn tot umfallen, muss als Spätgeimpfter ab August vielleicht nicht mehr um die Eintragung seiner Immunisierung im digitalen Impfpass bangen. Und die Kinder, die zuerst unter die Nadel gehen, sind natürlich auch die, die zuerst wieder unter die Nadel müssen, wenn es um Weihnachten herum an die erste Boosterung der Immunisierung geht. Die Ersten werden dann wieder die Ersten sein. And so on forever.

Wenigstens derzeit ist das Stand der Wissenschaft.


Kommentare:

Arminius hat gesagt…

Die ständige Impfkommission hat ihre Zukunft hinter sich. Es war ein Fehler, den Anweisungen aus Berlin nicht Folge zu leisten. Berlin vergißt nicht.

Der goldene Schuss hat gesagt…

Wenn es um Herdenimmunität gehen soll, funktioniert prompt der Herdentrieb, dann der soziale Druck wird es Impfgegnern immer schwerer machen, sich der Massenhysterie zu entziehen, nach der Impfung wieder ein "normales" Leben führen zu können.

Ein normales Leben, das schließlich diverse globale Probleme im Schlepptau hat, wie der ganze Weltrettungsmumpitz beweist.

Kaum stirbt einem afrikanischen Ziegentreiber sein einziges Tier, darf der zu uns, um sich hier vollversorgt bis ans Lebensende durchzufuttern, während das frisch durch Kolonialmassaker zusätzlich erbschuldbeladene deutsche Nutzvieh dafür malochen darf. Solange die Michelsklaven das jedoch freiwillig tun, sollten sie über ihre weltweit höchste Abgabenlast nicht jammern, was sie in ihrer untertänig gehorsamen Mentalität nicht mal tun.

Wie will man diesen kollektiven Irrsinn noch stoppen bzw. umlenken, wenn fast alle es aus diffuser Angst oder infantiler Hoffnung genau so wollen?

Ein Dummvolk verkauft ohne Ahnung von den Spätfolgen jetzt auch seine Kinder an Big Pharma und wird dafür vermutlich einen hohen Preis zahlen müssen. Und wofür? Für eine Normalität, die aus Brot und Spielen besteht wie vor 2000 Jahren im Alten Rom. Oder wie es mal eine Karikatur zeigte, Neandertaler mit Smartphone. Der Istzustand unserer Republik sind Trottel mit diversen Hightechspielzeugen aus China.

Im TV laufen mal wieder Serien über die Eroberung des Weltalls bzw. Reisen zum Mars. Ein typisches Beispiel dafür, wie abstrus Menschen denken und handeln. Statt erst mal dafür Sorge zu tragen, dass hier auf dem (noch) bewohnbaren Heimatplaneten alles lebenswert wird, stecken sie ihre Intelligenz in Fluchtmöglichkeiten aus der selber überbevölkerten Müllhalde Erde. Der archaische Traum gottgleicher Primaten. Wie Schüler, die statt Hausaufgaben zu machen, lieber mit Technik-Lego spielen, um illusorisch von einer Zukunft zu träumen, in der sie nur noch Konsumenten sind, die von KI-Maschinen versorgt werden wie in der sauberen Star Trek-Science Fiction. Es könnte aber auch enden wie in Blade Runner. Ein dauerhaft düsteres ätzendes Regendystopia in kontinentalgroßen Firmenmetropolen, in denen spezialisierte nützliche Menschmaschinen zu Tode gehetzt werden, weil ihre geplante Sklavenzeit abgelaufen ist.

Nichts ist unmöglich ... im Brüllaffenhirn des Homo Faber.

Anonym hat gesagt…

https://www.compact-online.de/zensur-wahn-kahane-reitet-zweite-anwaltsattacke-gegen-compact/