Google+ PPQ: Wer eine Jacke hat, braucht keine Wohnung

Sonntag, 10. Januar 2010

Wer eine Jacke hat, braucht keine Wohnung

Zwei Karten wie ein Mann: Links die Käuferdichte in Läden der "bei Rechtsextremen beliebten Bekleidungsmarke" (dpa) Thor Steinar. Und rechts die Quote des Wohungsleerstandes. Auffällig, wie sehr sich die Farbgebung gleicht. Wo viele Wohnungen keine Mieter haben, ist Thor Steinar sehr gefragt, wo Vollvermietung herrscht hingegen findet Thor Steinar kaum Anhänger. In München ist es dadurch beinahe genauso schwer, einen Thor Steinar-Laden zu finden wie eine bezahlbare Drei-Zimmer-Wohnung mit EBK und Fahrstuhl, in Cottbus dagegen kommt auf jeden Thor-Steinar-Outdoorjackenträger eine leerstehende Altbaubude mit Kohlenheizung, auf jeden Besitzer eines faschistischen Norwegerpullovers mit der eleganten Einstickung "Cuba Libre" eine unbewohnte Neubaublocketage.

Unklar ist Wissenschaftlern bisher noch die Antwort auf Lenins berühmte Frage "Wer - wen?" Ziehen Leute dort fort, wo viel Thor Steinar getragen wird? Oder ziehen Leute dort Thor Steinar an, wo kein Nachbar mehr im ganzen Neubaublock wohnt? Führt Entmietung zu sozialer Kälte, der die Menschen mit verstärkter Hinwendung zu mollig warmen Hosen aus der Steinar-Berglinie begegnen? Oder kommt die hohe Leerstandsquote in Thor-Steinar-Kerngebieten eher dadurch zustande, dass die Mieten niedrig und deshalb Geld übrig ist für den Kauf schwer überteuerter Markenware des arabischen Rechtskultlabels?

Klar ist allerdings, dass immer dort, wo Thor Steinar ein neues Geschäft eröffnet, wenig später die Leerstandsquote steigt. Meist müssen die Läden nach Protesten von Anhängern anderer Radical-Chic-Anbieter unter Mitnahme großer Abfindungssummen wieder schließen. Abschließend untersucht werden muss jedoch noch, ob dieser Effekt allein ausreicht, die hohen Leerstandsquoten in den Thor-Steinar-Hochburgen zu erklären. Oder ist es noch einfacher: Wer eine Jacke hat, braucht keine Wohnung mehr?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Also so eindimensional würde ich nicht denken. Der Wohnungsleerstand, vor allem in den neuen Ländern, hat mit den Thor Steinar Läden nichts zu tun, auch wenn ein Zusammenhang schon fast sarkastische Züge hat, wie ich zugeben muss. :D

Und wenn vor allem Menschen ohne Erwerb diese Textilien kaufen können, die total überteuert sind, dann frage ich mich persönlich, ob es diesen Menschen nicht generell an Intelligenz mangelt?! Dass sich Möchtegern-Neonazis oder solche die welche sind, bei Thor Steinar eindecken, da braucht man bei denen ja nicht mehr auf die INtelligenz zu zählen.

Hans Bert hat gesagt…

Herr Anonym, das erscheint mir jetzt ja doch ebenso eindimensional... Vom Kleidungsstil einer Person auf den Intelligenzgrad zu schließen, halte ich ja schon für gewagt. Zumal diese Überheblichkeit mit der sie "rechte Einstellung = dummer Nazibauer" assoziieren nicht gerade für den ihren spricht.

Außerdem ist es Ihnen womöglich entgangen, dass auf dieser Website beinahe _nur_ Satire zu finden ist. Daher der "Sarkasmus".

Ich hoffe, Ihnen damit geholfen zu haben.

@ PPQ: Würde mich mal interessieren, ob die Karten frei erfunden, oder tatsächlich irgendwo belegt sind. Dat wär ja 'n Ding!

nwr hat gesagt…

Dabei würde doch gerade andersherum ein brauner Schuh daraus: Wo keine oder teure Wohnungen sind, dort kaufen die obdachlosen Menschen mehr Kleidung, um im rauhen Winter der sehnlich erwarteten Erderwärmung entgegenzittern zu können...

Das ist natürlich eine Milchmädchenrechnung! Wer viel Geld hat, um sich in München einzumieten, hat auch noch Geld übrig für die Heizung. Wer hingegen aus den NBL nicht flüchten konnte, weil das Geld für ein Fahrzeug nicht reichte, und nun seine Plattenbaubude beheizen soll, wo keine Nachbarn mehr da sind, die wenigstens die Seitenwände mitheizen, da wird das Geld in dicke Jacken investiert und nicht in Öl oder Gas. Daß Thor-Steinar-Träger derart zielgerichtet mit ihren spärlichen Finanzmitteln kalkulieren, zeugt von hoher Anpassungsfähigkeit und Intelligenz.

Mit der nebenbei die Textilproduktion im Dritteweltland China angekurbelt wird, die Erdgasressourcen geschont und die CO2-Emissionen gemindert werden. Also alles im Sinne unser KlimakanzlerIn und anderer GutmenschInnen.

Und die Antifa wird auch sinnvoll beschäftigt, wenn sie den GDG („Geltungsbereich des Grundgesetzes“) grün und rot ausmalt, anstatt ihn wie früher nur lauthals vollzukacken.

ulysses hat gesagt…

tja, wer sich "national frei macht" muss sich dann und wann auch wieder was überziehen um nicht zu frieren..