Google+ PPQ: Viel mehr ist viel zu wenig

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Viel mehr ist viel zu wenig

Kaum hatte Paulo Pinkel sein Schlusswort in der "Debatte um Thilo Sarrazin" (dpa) gehalten, kippte auch die Realität. Zum sechsten Mal in den vergangenen vier Jahren meldete das Statistische Bundesamt, dass Deutschland gar nicht ausstirbt, wie der frühere Bundesbanker behauptet hatte, sondern die "Zahl der Geburten in Deutschland" vielmehr "kräftig ansteigt" (Die Welt u.a.) Wie einst die damals noch als Bundesfamilienministerin dilettierende Ursula von der Leyen, die den herbeigewünschten "Trend zu mehr Geburten" (Leyen) stets mit den Zahlen von Januar bis September belegte, macht auch das staatliche Statistikamt mit der Auswertung von neun Monaten Stimmung. "Von Januar bis September 2010 sind in Deutschland deutlich mehr Kinder geboren worden als im gleichen Zeitraum 2009", heißt es. 510.000 Kinder kamen zur Welt, im gleichen Zeitraum des Vorjahres seien es nur nur 492.000 gewesen. "Boom, Baby", kommentiert die von allen irdischen Fakten inzwischen offenbar völlig losgelöst arbeitende "Süddeutsche", von einem "Rekordzuwachs bei Geburten in Deutschland" fabuliert die "Rheinische Post".

Alle einig wie immer. Ein Plus zum Plan, das Sarrazin verstummen lassen muss! 3,6 Prozent mehr Kinder, hochgerechnet aufs Jahr eine Geburtenzahl von 680.000 nach nur 665.000 im letzten Jahr! Super gemacht, Deutschland! "Ein derart großer Zuwachs ist im gesamten letzten Jahrzehnt nicht feststellbar gewesen", macht die "Süddeutsche Zeitung" Lust auf Zukunft und der durchweg mit Spitzenkräften besetzte "Stern" fantasiert sich gar zur Frage vor "Stirbt Deutschland vielleicht doch nicht aus?"

Dabei ist es bei genauerer Betrachtung völlig gleichgültig, ob nun 665.000 oder 680.000 Kinder im Jahr geboren werden. 2008 waren es noch 682.000 Geburten, 2007 687.000, immer aber starb Deutschland aus, denn immer lagen die Werte weit unter 1,4 Kindern pro Paar und damit weit unter der einfachen Reproduktionsrate. Das Aussterben geht also nur mal ein bisschen schneller schneller und mal ein bisschen weniger schnell. Erst ein Wert von 2 würde die einfache Reproduktion gewährleisten. Und der wäre bei rund 900.000 Neugeborenen im Jahr erreicht.

Zum sozialpolitischen Erfolgsarchiv:
Eine neue Lüge ist wie ein neues Leben
Lügen haben langes Haar
Gewissenlos am Laufgitter
Wir sterben schneller aus
Immer mehr weniger
Langsam zusammenpacken
Wir sterben langsamer aus
Mehr oder weniger Kinder
Das ungeborene Drittel

1 Kommentar:

VolkerStramm hat gesagt…

Was wie ein Erfolg aussieht ist in Wirklichkeit eine Katastrophe.
Die Geburtenrate bei den Deutschen ist dort wo sie immer ist: im Keller.
Der „Aufschwung“ kommt zustande durch die, die schon immer eine hohe Geburtenrate hatten. Eine Frau aus Westanatolien hier kriegt 3 Kinder, eine aus Ostanatolien 5. Eine Palästinenserin 6.
Das war es dann wohl.
Oder glaubt im Ernst irgendjemand, die Musels würden unsere Rente erarbeiten?