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Sonntag, 26. November 2017

Geniestreich aus der Bundesworthülsenfabrik: Terrorsperre

terrorsperre Bundesworthülsenfabrik fröhlicher Jahresendmann
Neue Stadtmöbel als Hingucker: Terrorsperren schützen unsere Jahresendmärkte.
Mit "Rettungsschirm" und "Energiewende", "Schuldenbremse" und "Wachstumspakt", "Stromautobahn" oder "Obergrenze mit atmendem Deckel" hat die Bundesworthülsenfabrik (BWHF) in den vergangenen Jahren mehr für den politischen Symboldialog in Deutschland getan als viele extreme und radikale Parteien wie die CSU, die AfD oder gar die FDP.

Ja, Deutschland hat sich und es wird sich weiter verändern, genau wie die als Ungelernte zum Politik-Star gewordene Katrin Göring-Eckhardt es stets vorhergesagt hat: Bunter, sozial wärmer auch infolge des unaufhaltsamen Klimawandels, dazu aber auch sicherer, weil der starke Staat angesichts des internationalen Terrors der Rechtsextremisten klare Kante zeigt: Das offene Gemeinwesen schützt sich, nicht nur mit Panzerwesten, wundervollen neuen Wasserwerfern und Schnellfeuergewehren, sondern auch mit pfiffigen Betonsperren, die es jungen Männern unmöglich machen, die stille Zeit am Ende des Jahres unzulässig zu stören.

Mit Hilfe der Bundesworthülsenfabrik wurde binnen kurzer Zeit auch eine beruhigende Vokabel für das neue Phänomen der am Rande von Innenstädten und Weihnachtsmärkten aufgebauten Merkel-Mauern gefunden.

BWHF-Chef Rainald Schawidow, der zu DDR-Zeiten schon für Erich Honecker und Kurt Hager arbeitete und damals Begriffe wie den "Sozialismus in den Farben der DDR" und das "gemeinsame europäische Haus" erfand, verweist auf den friedlichen Charakter des neuen Wortes. "Terrorsperre ist ein absolut defensiver Begriff", beschreibt er, "der jedoch zutreffend das Gefühl vermittelt, der aufgegebene Schutz der Außengrenze könne quasi auf jedem Marktplatz leicht wiederhergestellt werden." Angela Merkel selbst, die über den von Hetzern, Hassern und Zweiflern höhnisch genutzte Begriff "Merkel-Lego" wütend gewesehn sei, habe die Neubezeichnung in der BWHF bestellt. "Da war natürlich Ehrensache für uns, flott zu liefern."

Um nicht nur verbal zu beruhigen, habe die BWHF parallel zur vom Kanzleramt angewiesenen sofortigen Implimentierung des neuen Wortes in den Leitmedien eine Strategie entwickelt, nach der die neuen barrierefreien Barrieren durch die örtlichen Behörden in Geschenkpapier gehüllt oder fröhlich bunt angemalt werden. "Der kleine Mann auf der Straße soll nicht über den komplizierten Sachverhalt nachdenken, weshalb es diese Sperren braucht", sagt Rainald Schawidow. Wichtig sei vielmehr, dass er es als völlig normal empfinde, dass er sieben Jahrzehnte nach dem Ende des 2. Weltkrieges wieder vor Bomben und Tod geschützt werden müsse. "Uns kommt es darauf an, dass er glaubt, das alles sei ebenso selbstverständlich wie die weihnachtlich gestimmten Polizisten mit ihren mattschwarzen Friedensgewehren und den Beamtenhidjabs."

Dank bunter Folien und roter Schleife, liebevoll aufgemalten Jahresendmännern und Jahresendflügelfiguren in züchtig-festlichen Kleider sind die neuen Terrorsperren ein Hingucker in so mancher City. Ob als Betonpoller, mit Granulat gefüllte Sackriegel oder preisgünstiger Wassercontainer - alle diese Varianten machen Deutschland in der stillen Zeit erlebenswerter, sicherer und die Menschen insgesamt zufriedener.

Tröstlich für Steuerzahler und Jahresendmarktbesucher zudem: Alle rund 35.000 Terrorsperren rund um die 2.500 deutschen werden mit Gesamtkosten von zwischen 35 und 60 Millionen Euro insgesamt so viel billiger als gedacht, dass letztlich sogar noch Geld übrig bleibt, um die Glühweinpreise stabil zu halten. Das Geld, so twitterte die SPD, "wurde in diesem Land erwirtschaftet und niemanden weggenommen." Julia Klöckner  von der CDU bestätigte: Der Steuerzahler müsse nicht dafür aufkommen, weil "der Bund gut gewirtschaftet" habe.


Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Eigentlich wäre es doch so einfach. Sie bräuchten nur ein Gesetz erlassen, das Terror ein für allemal vebietet. Strafbarkeit alleine reicht nicht, wie wir wissen. Aber so ein umfassendes Verbot, da sollten sich die mal reinhängen, die sich für jede Biene und jeden Schmetterling und jeden Vogel in diesem Land (KGE) einsetzen wollen und auch einen Vogel haben.

https://twitter.com/Die_Gruenen/status/934445761181487104

ppq hat gesagt…

genau meine idee! aber die lobby der betonproduzenten lässt das wohl nicht zu

Anonym hat gesagt…

Und ich dachte die Dinger heißen Merkelsteine.

Anonym hat gesagt…

Danke - Merkel. Wie niedlich. Das Fokussieren auf eine einzige Person erinnert peinlich an die Ansicht so mancher Edellinker (Ketzerbriefe!) an den bösen Stalin, der ganz allein das Werk des guten Lenin kaputtgemacht hätte. Nach 1956 eine wohlfeile Ausrede für so ziemlich alles. Maisanbau und Rinderoffenställe nur als zarter Nachklang.

'RSIS - Rechtsextremer Staat in al-Iraq und al-Sham' ... hat gesagt…

Lange nicht mehr so gelacht...........
Sackriegel
Terrorsperren
Merkel-Legos
bunte Nizza-Sperren
Jahresendmarkt-Mauern
..... liebevoll in Geschenkpapier eingewickelt
"... statt 200.000 Euro kosten die [17 Tonnen Betonklötze] „nur“ 120.000 EURO...."

Puh! Noch mal Glück gehabt. Glühweinkrise abgewendet!
;---))))))