Google+ PPQ: Volkes widerliche Stimme: Wenn Europa weint

Freitag, 8. April 2016

Volkes widerliche Stimme: Wenn Europa weint

Am Tag nach der widerlichen Absage einer ganz kleinen Gruppe europafeindlicher Holländer galt es, die Reihen der wahren Europäer zu schließen, jede Menge unausgegorenen Quark auf Tastaturen zu schmieren, die Demokratie für unvollkommen zu erklären, mehr und vor allem bessere Bildung für Zweifler zu fordern, Volksabstimmungen die Macht abzusprechen, für das Volk zu sprechen und ansonsten still darüber nachzusinnen, wie sich ein bereits geltender Vertrag halten lässt, wenn ein Teil einer Vertragspartei nicht gewillt ist, ihn zu halten.

Abmahnen? Einsperren? Ausschließen? Jammern? "Das niederländische Diktat der Neinsager nützt nur Putin", quengelt die "Welt", deren Vorstellung von Demokratie es ist, dass alle anderen derselben Meinung sind wie Richard Herzinger. "Warum nur dieser Hass auf Europa?", fragt ein erstaunter Michael Thumann in der "Zeit", die seit Jahren auf einem anderen Planeten erscheint, so dass das tatsächlich existierende Europa dort in der Berichterstattung bis heute keine Rolle spielte.

Aus diesem Elfenbeiturm der eingeschränkten Wahrnehmung hält das transatlantische Blatt vom Elbestrand denn auch gleich entschieden dagegen: Wo entmenschte "Anhänger der Nein- und Brexit-Kampagnen Nein zu Europa! johlen" (Die Zeit), legt die "Zeit" gemessen die Aanalysewerkzeuge an: Nicht nur das Volk, sondern sogar "Menschenrechtsorganisationen könnten der EU schaden", heißt es im Ergebnis. Ein Zeugnis, das überzeugt, wenn es konsequent zuende gedacht wird: Dieser EU schaden Volk, Menschenrechte, Frieden, Wohlstand und Demokratie.

Grünen-Fraktionschefin Harms warnt, "Abstimmungen wie in den Niederlanden können die EU in ihrem Bestand gefährden". Auch EU-Parlamentspräsident Schulz, ein erprobt in vielen Hinterzimmerkämpfen, übt Kritik an den Niederländern. Ginge es nach ihm, dürften Abstimmungen, deren Ergebnis nicht zuvor von verantwortlich handelnden Politikern wie ihm festgelegt wurden, gar nicht stattfinden.

Jean-Claude Juncker, der höchste aller Europäer überhaupt, war einfach nur traurig. Wie die Tagesschau berichtete.

Das war einmal, die Jüngeren können es nicht wissen, eine Nachrichtensendung.





Kommentare:

Gernot hat gesagt…

"Abmahnen? Einsperren? Ausschließen? Jammern?"

Austauschen! (Im Sinne Brechts) Geht doch gut, merkt keiner. 2015 fiel es auf; jetzt ist es dank zurückgehender Zahlen schon wieder vergessen.

Die Anmerkung hat gesagt…

Wenn Bürger der EU demokratische Entscheidungsprozesse dazu mißbrauchen, ihren Partikularinteressen Ausdruck zu verleihen, statt die europäische Idee und Solidarität zu beflügeln, dann verlassen sie den Konsens aller Demokraten und stellen sich selbst ins Abseits. Der Mißbraudh des demokratischen Wahlrechts für egoistische Interessen der Rechten sollte auch irgendwann mal kraft Gesetzes sanktionsfähig sein.

So wie jetzt geht es jedenfalls nicht weiter. Schulz muß da was tun.

Affe mit Waffe hat gesagt…

Wer nicht kompetent genug ist, kann auch seine Überzeugung nicht revidieren, denn er bemerkt nicht, dass er inkompetent ist.

Anonym hat gesagt…

Juncker ist also traurig. Warum? Ist der Weinkeller leer?

Die Anmerkung hat gesagt…

Was habe ich gesagt? Bürger, die für die europäische Idee und Demokratie nicht reif genug sind, gehören aus dem Kreis der wahlberechtigten ausgeschlossen.

www.spiegel.de/politik/ausland/referendum-in-den-niederlanden-harms-ist-gegen-volksabstimmungen-a-1086067.html

Nach Nein der Niederländer: Grünen-Abgeordnete lehnt EU-Volksabstimmungen ab

Die Grünen-Politikerin Harms fordert, einzelne Nationen sollten nicht über EU-Themen abstimmen.
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Gibt es was, was noch schlimmer als eine Vollmeise ist?

Volker hat gesagt…

the times they are a changin`

In den 90ern wurde mal in einer Talkshow das Thema direkte Demokratie angerissen.

Damals konnten die Grünen gar nicht genug davon kriegen. Auf die Bremse getreten ist in dieser Veranstaltung Jörg Schönbohm. Die sollen nach mal drüber nachdenken, wollen Sie wirklich eine Volksabstimmung über die Einführung der Todesstrafe?

Heute sind die Grünen in einer Position, wo sie merken Wie die Macht schmeckt.
Und siehe ... was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

derherold hat gesagt…

Die Rebecca hat das von ihren Freunden aus der Ukraine gelernt. Die haben sie auf den Geschmack gebracht, daß man Entscheidungen auch anders als durch Abstimmungen herbeiführen kann.

In der Tat waren die Grünen in den 80/90ern die GROSSEN Vertreter der Volksabstimmungen ... in den letzten Jahren erklärten sie, die fiesen Anderen hinderten sie ständig daran ... nach einer 3/4-Mehrheit im Stadtstaat Bremen für SPD/Grüne/Linkspartei in der vorangegangenen Legislaturperiode fiel auch diese Ausrede.

ppq hat gesagt…

ich finde es grundsätzlich gut, wenn angehörige der eliten sich bewusst sind, dass man es nicht allen recht machen kann. ein guter vater sorgt sich ja auch um seine kinder, ohne denen in entscheidenden momenten mitspracherechte einzuräumen.

dass die grünen das am anfang anders handhaben wollten, zeigt, dass sie dazugelernt haben. damals sollten kinder ja aus ihrer sicht auch grundsätzlich fickbar sein, ein gedanke, den die heutige parteiführergeneration ebenso konsequent ablehnt wie den, die menschen über ihr zusammenleben selbst bestimmen zu lassen.

die grünen sind, so gesehen, tatsächlich eine echte partei der mitte. sie könnten sich quasi problemlos mit der cdu (oder der spd) wiedervereinigen.

derherold hat gesagt…

Die Grünen sollen die Rolle der FDP übernehmen, weshalb ab 2010 die Demontage der fastdreiprozent-Partei begann. Durch den Aufstieg der AfD mußten allerdings die alten Sexisten wieder gefördert werden .,..

... während die Linkspartei den linksextremen Flügel der Grünen übernehmen muß.
Das ist jetzt eine lustige Mischung aus Selbstschußanlage und no-border, aus Orthodoxen und Ex-Friseuse Jelpke, aus VoPO/Stasi und autonomen Schlägern, aus Kurden_aficionados und Atlantikbrücken-Mitgliedern, aus Israel-Freunden und Araberfreunden und PLO-Unterstützern, aus Regenbogen und SchwuleNurImKulturbetrieb, aus MöchtegernArbeitslagerBetreibern und Volkssolidarität, aus reaktionären LehrerInnen und Sexualkunde-Inklusions-Propagandisten.

Insofern ist die Linkspartei die WAHRE VOLKSPARTEI. Die kann buchstäblich alles. :-))

Anonym hat gesagt…

krautchan.net

Anonym hat gesagt…

Aber jetzt ist alles wirklich traurig. Bestellt Euch Stricke, hängt Euch auf. Sonst setzt die Merkel noch was drauf. Und dann ist alles wirklich traurig - und Euer Ende, das wird schaurig...

Anonym hat gesagt…

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Anonym hat gesagt…

Pardon me, but who the **** was Bartleby?

„Wer noch im System ist, wird es lange bleiben,
wer seinen Ausstieg nicht geplant hat, schafft ihn nicht mehr“

Wir sind die Basis einer Pyramide!
selbst eine Alternative zum gegenwärtigen System, wird doch immer nur eine legitime Tochter des Systems bleiben, ja sie ist wahrhaftig ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten, nur mit einem entspannteren Ausdruck, und etwas hipper im Gebaren. Dennoch basiert sie auf den Voraussetzungen des Systems, sie setzt sie noch in effizienterer Weise um - solange diese Voraussetzungen an sich nicht vollständig infrage gestellt werden dürfen.
Allerdings dürfen wir Vegane Ernährung, sog. 'nachhaltigen' Tourismus, empathische Führungskonzepte im Büro, smarte Kommunikation und Elektromobilität konzipieren - solange wir 'im Spiel' bleiben. Wehe dem Sonderling, der ausschert ohne eine gängige fluide Vokabel als Werbe-Slogan dafür parat zu haben. Vor einem schlichten "I would prefer not to", schreckt uns Bartleby's Schicksal als Konsequenz (who the f... was Bartleby?)
Nichts desto weniger handelt es sich bei der "Neuen Alternative" doch nur um eine raffinierte Verschmelzung von Maloche und Freizeit, Eröffnung weiterer Konsumsegmente, Ausweitung des Mobilitätswahns, noch dazu mit einem gutem Gewissen. Unser Leben auf dem Sonnendeck verdeckt die Realität eines globalen Finanzwesens, das jeden Bereich unseres Lebens zu einer Ware oder Dienstleistung auf dem Börsenparkett der Spekulation unterwirft. Im Maschinenraum wird indes im rastlosen Takt der globalen Industriestandards geschafft, und die Lebenswelt der Konsumenten, Kunden, und Patienten nach eben jenen Kriterien der umfassenden Verwertbarkeit gestaltet.
Wir werden nunmehr mit unseren Smart-Gerätschaften effizienter überwacht als die Stasi sich je erträumt hat, und Fun haben wir och noch dabei. Bis in die intime Zelle der Familie hinein dringt die penetrant gut gelaunte Parole "koof mich" (will heißen "obey", bloß nicht so grau wie damals). Ebenso ist die aktuelle Welle der 'Achtsamkeits'-Ideologie der reinste Psychoterror der Selbstoptimierung, bloß in flauschig Rosa. Sie unterläuft die sublimsten Schwellen der individuellen Selbstbehauptung, um noch an die letzten Quellen der Kreativität ran zu kommen. In der Leistung von Beziehungs-Arbeit, Traum-Arbeit, workout und buy-out total allenthalben, agieren wir als ertragreiches Haus- und Nutzvieh im Dienste der Spekulanten unseres eigenen Lebensglückes.
Hierüber empfinden wir in unserer Indolenz, und medial induzierten digitalen Demenz möglicherweise keinen Verlust der Selbstbestimmung mehr, gerade ebenso, wie der von Nietzsche für die ‚letzte Zeit‘ vorhergesagte „letzte Mensch“. Über die flimmernden Displays gebeugt, glaubt er, er hätte das Glück erfunden, während er in sinnfreier Beschäftigung die Icons der Apps hin und her wischt oder abwinkt.
Dies und mehr gäbe es noch zu ignorieren, wenn es denn nicht die elitären akademisch elaborierten Zirkel sprengen würde - und daher verpönt.
Jede Kritik ist notwendig zunächst destruktiv, und ich wäre unseriös, wenn ich behaupten würde auch konstruktive Vorschläge bringen zu können, allein ich vermag es nicht...

Mit großem Respekt und Segenswünschen für Ihr ambitioniertes Werk, bleibe ich mit lieben Grüßen, Ihnen verbunden, Ihr stern.

erst wenn es einmal breiten Widerspruch geben wird, nämlich wider … „Das pyramidale Prinzip 2.0“, wird alles gut werden:

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