Google+ PPQ: Lügen live: Schulz sind immer die anderen

Freitag, 3. Februar 2012

Lügen live: Schulz sind immer die anderen

Wie dünn die Jacke ist, die hauptamtliche Europäer wie den gerade erst im Block zum Europaparlamentchef gewählten Sozialdemokraten Martin Schulz vor dem kalten Wind der Wirklichkeit schützen, zeigte Schulz´ ehemaliger slowakischer Amtskollege Richard Sulik bei „Maybrit Illner“, die auch noch sendet, wenn auch unter weitgehendstem Ausschluss der Öffentlichkeit.

Sulik, dessen liberale Partei lieber die Regierungsverantwortung verlor als den hanebüchenen Rettungsplan-Plänen der europäischen Mehrheit zuzustimmen, konfrontierte Schulz einfach mit dem Lissabon-Vertrag, der als Quasi-Verfassung des vereinten Europa weder den Ankauf von Staatsanleihen durch die gemeinsame Staatsbank noch die Übernahme von Schulden der einen Länder durch die anderen vorsieht oder gar erlaubt.

Ein wunder Punkt, wie Schulz´ erschütternde Reaktion zeigt. Nein, Argumente wusste der von fern wie ein Billig-Nachbau des ehemaligen EU-Kommissars Verheugen wirkende Buchhändler ohne Abitur nicht gegen Suliks Vorhalte geltend zu machen. Stattdessen kreischende Bosheit, Empörung und der aus einem aufgeregten Speichelregen nebelnde Vorwurf, gerade Sulik als Osteuropäer müsse doch dankbar sein, dass er überhaupt und sowieso und frech sei das, keine Solidarität zeigen zu wollen, nur weil griechische Rentner viermal so hohe Renten kassieren wie slowakische.

Bis dahin peinlich, aber was soll er machen, der Schulz, wenn doch alle Verträge gegen seine Forderung sprechen, alle Europäer müssten für alle Europäer haften und je mehr, desto besser. Dann aber stieg der Spaßbadbauer, dem sie in Würselen bis heute kein Denkmal gebaut haben, zu allem Unglück auch noch in die Keller der Geschichte, um Hitler und den 2. Weltkrieg als Zeugen für die Richtigkeit seiner Solidaritätsappelle und für die Verderbheit aller hervorzuholen, die ihm zu widersprechen wagen.

Damals nach dem Krieg, so Schulz (Film unten), hätten Belgier, Luxemburger, Niederlände und Franzosen, deren Länder der deutsche Faschismus niedergemacht hatten, aus Solidarität gesagt: „Die Deutschen kriegen mehr Marshallplanhilfe als wir, weil Deutschland seine Demokratie aufbauen muss.“ Und das sei, hätten die damals gefunden, auch gut so, denn nur so könne Deutschland ja in die Völkerfamilie zurückkehren.

Diese Solidarität habe es Deutschland überhaupt erst erlaubt, ein wohlhabendes Land zu werden, und das sei „der Gedanke von Europa“, flunkerte der Chef des Europaparlaments offensichtlich von der eigenen Rede gerührt und nebenbei völlig losgelöst von historischen Fakten. Denn wie sehen die aus?

Nun ja, Deutschland erhielt 1,4 Milliarden Dollar Marshallplanhilfe aus den USA, deutlich mehr als Belgien und Luxemburg (555 Millionen) und mehr auch als die Niederlande (977 Millionen). Frankreich aber erhielt 2,8 Milliarden – doppelt so viel wie Deutschland.

Pro Kopf der Bevölkerung sieht es sogar noch sehr viel übler aus für Schulz‘ entweder aus purer Unkenntnis oder aus schamloser Demagogie angestellten historischen Vergleich: Jeder einzelne von damals 42 Millionen Franzosen erhielt 66 Dollar. Jeder der 8,6 Millionen Belgier und Luxemburger 64 Dollar, jeder einzelne von zehn Millionen Niederländern sogar 98 Dollar.

Jeder Deutsche erhielt 18 Dollar. „Das ist der Gedanke von Europa, das ist der Gedanke von Solidarität unter Völker“, schwingt Martin Schulz nach seinem frei erfundenen Beispiel dennoch eine eingebildete Moralkeule gegen Richard Sulik, die wahrscheinlich nich in der Sendung auf seinem eigenen Kopf gelandet wäre, hätte sie dort irgendetwas von Belang treffen können.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Die Beobachung bzgl. der Marshall-Plan-Mittel pro Person stimmen grundsätzlich, allerdings wäre es zielführender die Bevölkerungszahlen von 1950 zu nehmen:

FR: 66$/Ew (2806 Mio $/42 Mio Ew)
BRD (ohne DDR): 28$/Ew (1412 Mio $/51 Mio Ew)
BE+LUX: 64$/Ew (555 Mio $/8,6 Mio Ew)
NL: 98$/Ew (977 Mio $/10 Mio Ew)

ppq hat gesagt…

das ist natürlich richtig. ich hatte dran gedacht, aber nicht genug zeit. ich werde das ändern, wobei ich brd nicht ohne ddr nehmen würde - es hat zwar nur der westen bekommen, aus heutiger sicht ja aber stellvertretend auch für den osten

apollinaris hat gesagt…

Wo ist denn nun die Blogroll abgeblieben?

ppq hat gesagt…

links, da wo das herz schlägt

direkt unter "beliebteste posts"

Anonym hat gesagt…

Schulz war im zdf online chat - keine einzige relevante Frage wurde zugelassen .

also : wozu zdf gez ? wozu Schulz

eine Welt ohne Schulz funktioniert auch

VRIL

Orwell Huxley hat gesagt…

Richard Sulik ist übrigens auch bei Facebook zu finden. Ich musste mich bei ihm gerad einmal dort bedanken.

Es ist erfrischend, das es noch solche Leute gibt.

Übrigens ist er nicht zum erstenmal im deutschen TV bei der Tante Illner gewesen... :)

Anonym hat gesagt…

"Sulik, dessen liberale Partei
Sloboda a Solidarita (SaS, Freiheit und Solidarität)"

Mit Solidarität hat er als typisch neoliberaler allerdings nichts am Hut.
Sowenig wie Westerwelle mit Steuersenkungen.

Volker hat gesagt…

Neonanonymus, Du hast vollkommen recht.
Aber wie sieht es überhaupt mit der Solidarität mit der Slowakei aus?`
Wie solidarisch ist das reiche Griechenland mit der armen Slowakei?

ppq hat gesagt…

wollte ich auch gerade fragen. wieso muss sich der arme vetter heutzutage vorwerfen lassen, dass er den reichen onkel nicht zu essen einlädt?

Kurt hat gesagt…

Die von Schulz erwähnten Kriegsgegner hatten sich nach dem Sieg über Deutschland völlig rational verhalten. Entweder durch direkte Annexion von Gebieten oder durch Reparationen (zB.Demontagen) die eigenen Verluste wenigstens teilweise auszugleichen, ist nach jedem Krieg die Regel.
Daß der nicht-sowjetisch und nicht-polnisch besetzte Teil Deutschlands mit Marshallplangeldern sofort wieder aufgepäppelt wurde, lag am kalten Krieg, der nach wie vor drohenden kommunistischen Machtübernahme in Westeuropa und an der kapitalistischen Notwendigkeit, den Konsum im verwüsteten Westeuropa wieder anzukurbeln. Es lag garantiert nicht an der Solidarität westeuropäischer Völker mit dem deutschen Volk. Was für eine lächerliche Vorstellung vom Populisten Schulz!

Und wie dem Schulz sein Reden mit der Linie seiner Partei, daß die Türken Deutschland nach dem Krieg wiederaufgebaut haben, zusammengehehn soll, ist auch eine große Frage.

Anonym hat gesagt…

China + Russland wehren sich gegen us -amerikanische Zumutungen . Ein Veto sollte ausreichen um clinton/nato/aipac/adl und ihre pro-atlantischen Kreaturen in Berlin auszubremsen .

Ich hoffe , daß die Russen die 6.us Flotte im Zweifelsfall versenken können .

Wotan mit uns .

VRIL

Anonym hat gesagt…

Geb dem Land einen neuen Namen!

Der FDP-Europapolitiker Jorgos Chatzimarkakis hat sich für einen kompletten Neuanfang in Griechenland mit einer Umbenennung des Landes ausgesprochen. Chatzimarkakis sagte "Bild.de": "Der Name Griechenland steht bei vielen in Europa für ein kaputtes politisches System, Vetternwirtschaft. Im Zuge eines ehrlichen Neuanfangs sollte die griechische Verfassung neu geschrieben und das Land in allen Sprachen konsequent "Hellas" genannt werden. Das Land braucht ein neues Image

Anonym hat gesagt…

das Wort zum Sonntag

Fräulein Oberschicht von der EKD macht Werbung für die Verausländerungsagenda .

daher : kauft nicht bei der EKD .

Fanpost an Bückstück Nora

Nora.Steen@wort-zum-sonntag.de

eine gewissenlose Hetzerin der NWO .

Keine Gnade für die Mehrheit - wer keinen Widerstand leistet ist kein Europäer .

VRIL

ppq hat gesagt…

ich las das auch und dachte, dass ist ja nun der gipfel des kolonialismus, dass ein deutscher politiker namensvorschläge für fremde länder macht

Anonym hat gesagt…

laut der Bundeszentrale für pol. Bildung:
"Davon erhielten Großbritannien mit 25 Prozent den Löwenanteil (ca. 3,5 Mrd. Dollar), Frankreich bekam 20 Prozent (ca. 2,8 Mrd. Dollar) und Italien 1,5 Mrd. Dollar. An vierter Stelle folgte Deutschland mit 1,4 Mrd. Dollar Wirtschaftshilfe. Für Deutschland galt als SONDERREGELUNG, dass die Hilfe nur als Kredit geleistet wurde; allerdings musste der Staat nach Beschluss der Londoner Schuldenkonferenz bis 1966 nur eine Milliarde Dollar zurückzahlen, der Rest wurde erlassen."
Frankreich demontierte in seiner deutschen Beatzungszone trotz Marshallplan noch drei weitere Jahre bis 1951. Dieses als Solidarität zu verkaufen ist schamlos. Event. ist dies ja eine Blaupause für Herrn Schulz, Länder unter dem Deckmantel der Solidariät ausnehmen zu können wie es in der EUdssR offensichtlich heute üblich ist.

nordmichel

derherold hat gesagt…

"...der Rest wurde erlassen.."

Erstens - was insbesondere im kalten Osten übersehen wird - war damit auch die Regelung der Altschulden des alten Deutsches Reiches einhergegangen, die (allein) von der BeÖrDe getragen und bezahlt wurden.

Zweitens gab es noch etwas, das sich "Besatzungskosten" nannte. (West-)Deutschland hat ja im Gegensatz zu Benelux und F die Stationierungskosten der ausl. Truppen auf seinem Gebiet bezahlt.
Ich könnte die Berechnung nicht kfr. herbeizaubern aber nach den mir bekannten Schätzungen hätten die Zahlungen des M-Planes gerade ausgereicht, um vier Jahre Stationierungskosten zu decken.

Das Positive an den M-Plan-Mitteln war, daß sie a) signalisierten, daß die (west-)deutsche Wirtschaft (wieder) in den internationalen Handel einebzogen werden sollte und b) daß die Mittel investiv und nichtkonsumtiv verwendet werden mußten.

Kurt hat gesagt…

Ganz wichtig zum Thema Schuldenerlass ist der Name Hermann Josef Abs. Dank ihm war nicht alles an deutschen Altaschulden zu bezahlen. Abs und seine Kreditanstalt für Wiederaufbau sollte man immer im Hinterkopf behalten bei diesem Thema