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Sonntag, 15. Mai 2016

Böhmermann weit hintendran: Goethe und der gute Geschmack

Das Gespür für die Grenzen der Meinungsfreiheit, es hat im Zweifel den Mund zu halten, weil es sonst ein Gespür für die Möglichkeit der Zensur wird. Jan Böhmermann hat in einer vielbeachteten Kunstaktion vorgeführt, wie das funktioniert: Wird eine Verbalinstallation grenzwertig, greifen sofort die alten deutschen Reflexe, ein Lied, ein Gedicht, ein Bild, ein Buch oder einen Film wegen Nichtgefallens in den Giftschrank schließen zu wollen.

So weit ist es denn noch nicht mit der Freiheit, dass jeder sagen darf, was er will. Es muss schon in den Kontext einer gelenkten Demokratie passen, deren Medien in einem Moment die Grenzenlosigkeit der eigenen Bedeutung betonen, um im nächsten mit gleicher Begeisterung nach staatlichen Meinungsfreiheitsschutzwarten und möglichst strengen Urteilen für Pöbler, Hetzer und Zweifler zu rufen.

Es ist offenbar Geschmackssache, wo die Zulässigkeit einer Äußerung beginnt. Und wo sie endet. Nennt der SPD-Parteivorsitzende seine Wähler öffentlich "Pack", ist das eine notwendige Einordnung. Sagt Pegida-Mitgründer Lutz Bachmann aber "Dreckspack", klingelt der Staatsanwalt.

Wer kennt sich da noch aus? Wer kann sich sicher sein, auf der richtigen Seite des Alphabets zu stehen? Am Pack liegt es nicht, dann vielleicht am Drecks? Aber nein, auch das hat zuvor keine gerichtlichen Folgen gehabt.

Bei Böhmermann nahm die Erklärung, warum Ziegenficker gar nicht geht, in der Not Zuflucht zu Stilfragen. Obszön ist nicht schön, nicht schön ist nicht zulässig, so ähnlich argumentierten selbst selbsternannte Verfechter der Möglichkeit, im gewissen Rahmen alles zu sagen, was man denkt. Meinungsfreiheit ja, aber gepflegt muss sie sein!

Johann Wolfgang von Goethe, von kaum jemandem je gelesen, aber stabil als "Dichterfürst" gefeiert, hätte keine Chance in diesem Deutschland. Schrieb er doch einst (Weimarer Ausgabe, Band 38. F):

Und hinten wo am Arsch die Hoden klunkern
Das Rückgrad sich biegt die Beine sich anziehn
Das rothe Stücklein aus der Scheide treibt
Und der ganze Kerl herrlicher wird
Beleckt jede Ihrer Brüste
Hitzig, der Schwanz sich krümmt
Das Eingreifen der Pfoten Hächzen
Der unendliche Ausdruck von Geilheit
im Verbiegen und Verschmiegen der ganzen Natur
Anbiegen und anschmiegen.


1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

ohne PPQ keine Freiheit möglich . "PPQ ist bestes PPQ" ( krautchan.net , Fachmagazin für multinationalistischen Extremismus n einem Inderview mit Dr.Zipp-La Douche )