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Mittwoch, 8. Juni 2016

Abschreibübungen im Spiegel-Hochhaus: Wie das Mega-Magazin bei PPQ klaut

PPQ-Leser kennen die Kleine als "das Mädchen in der roten Jacke", die übrige Welt bekommt sie aller naselang als imposantes Beispiel für Kinderarmut in die Heimatzeitung oder das Lieblingsleitmagazin gedruckt. Die arme Kleine muss herhalten, wo immer Not und Elend, Ostdeutschland, Gewalt und Hunger bebildert werden müssen. So wie sie, leicht abgeranzt und total unglücklich, stellt sich der deutsche Mediennutzer Kinder vor, die mitten unter uns ihr grauenhaften Leben leben müssen.

Wie allen anderen deutschen Leitmedien kam das hundertprozentig klischeegetreue Theaterbild auch dem Spiegel über Jahre immer recht, wenn neue ernste und akute Zahlen zur Schere zwischen Arm und Reich, zum Leiden unserer Kleinsten und zum entsagungsreichen Leben von Hartz4 zu bebildern waren.

Dass PPQ dann im Februar erneut darauf aufmerksam machte, wie das eine kleine Mädchen in der roten Jacke von einer inzwischen weltweiten Medienindustrie missbraucht wird, entging dem "Spiegel" allerdings auch nicht. Seit Jahren schon liest die dortige Redaktion getreulich PPQ, fehlt es mal an Themen oder bietet es sich gerade nicht an, fremde Federn für eigenes Fell auszugeben, dann bedient sich die Reporterelite immer mal wieder hier in der Kostenloskultur.

So auch diesmal. "Falsche Armut" nennt ein "Guido Kleinhubbert" einen fesselnden Bericht darüber, "wie eine inszenierte Fotoserie unser Bild von bedürftigen Kindern prägt". Die Enthüllung erscheint knapp anderthalb Jahre nach dem ersten PPQ-Bericht über Deutschlands erfolgreichstes Armutsmodel und - das ist die "Spiegel"-übliche Recherchezeit für Plagiate - fünf Wochen nachdem die von den Medien so schwer missbrauchte Kleine hier bekannte: Ich bin das Mädchen mit der roten Jacke.

Nun sind es auch im Spiegel "Bil­der, die trau­rig und be­trof­fen ma­chen", aber nur, weil das Hamburger Blatt enthüllt, dass das alles nicht echt ist. Das Mädchen nicht arm, die Puppe nicht krank, die Mutter nicht Alkoholiker, der Fotograf nicht pädophil. Nächste Folge in einer Woche: Putin hat gar keine Reißzähne.


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