Google+ PPQ: Warum Osama sterben musste

Dienstag, 24. Mai 2011

Warum Osama sterben musste

Die letzte Meldung, die kam, war die über die gefundenen Pornofilme in seinem kleinen, überaus luxuriösen "Unterschlupf" (dpa) in Pakistan. Nur zwei Wochen nach seiner überraschenden Rückkehr in die Weltpolitik zog sich Osama Bin Laden danach wieder zurück. Ungeklärt blieben die genauen Umstände seines Ablebens, nachdem PPQ in einer Rekonstruktion der Ereignisse der Todesnacht aufgezeigt hatte, dass es viele Möglichkeiten der Abläufe gibt. Keine davon sich aber mit den offiziellen Angaben in Einklang bringen lässt.

Was wirklich geschah in jener Todesstunde im lauschigen Abbottabad, lässt jetzt ein geheimes Strategiepapier ahnen, das der Tagesspiegel in voller Länge veröffentlicht hat. Danach hatten US-Geheimdienste und -Regierungsstellen Furcht vor einer Festnahme des Terrorfürsten, weil die nachfolgend zwingend notwendigen juristischen Prozeduren Amerika mehr schaden als nutzen hätten können. Konkret habe ein "weltweiter Aufschrei gegen die ungesetzliche Festnahme durch die USA" gedroht, daszu die Gefahr, dem Terrorfürsten keine konkrete Tatbeteiligung nachweisen zu können. Nach Prognosen der Tagesspiegel-Experten hätte ein Prozess mehrere Milliarden Dollar gekostet, am Ende aber hätte Haftverschonung aus gesundheitlichen gründen oder sogar ein Freispruch stehen können. Amerika drohe ein neues Trauma, beschreibt das Blatt das Szenario etwa fünf Jahre nach Beginn des Prozesses: "Bin Laden, noch immer Untersuchungshäftling, hat inzwischen in der Haft vier Räume zur Verfügung, ein Akten- und Arbeitszimmer, eine gemütliche Gebetsecke, einen Besucherraum und ein Schlaf- und Fernsehzimmer mit arabischsprachigen Kanälen. Der Angeklagte klagt nicht, muslimische und lutheranische Sozialarbeiter bereiten ihn behutsam auf ein Leben in Freiheit vor, das so unwahrscheinlich nicht mehr ist."

Auch Osama Bin Laden, das zeigt ein neues Bekennervideo, das von der auf Internetüberwachung spezialisierten Unintelligence-Group (UIG) auf islamistischen Webseiten (iTV) entdeckt wurde, spekulierte wohl auf ein solches Ende seiner Karriere. In dem kurzen Film zeigt sich Osama Bin Laden noch einmal mit gefärbtem Bart und in seinem alten, quittegelben Kaftan, um seinen sogenannten "Letzten Willen" zu verlesen. Er klingt altersmilde und sieht recht gesund aus, mehrere Schnitte im Film verraten aber, dass er mehrere Anläufe gebraucht haben muss, um seinen Text einzusprechen. Die "Botschaft an die Welt" (Originaltitel) ist zum ersten Mal mit einer deutschen Synchronstimme übersprochen, die Experten zufolge Ali Al Aschersleben gehören soll, einem führenden Mitglied der Al Kaida im Mansfelder Land. Parallel dazu wird der Text in einem englischsprachigen und einem arabischen Laufband transportiert.

Auch der Al-Kaida-Chef spricht im Zusammenhang mit seinem Ableben von "Mord" und nennt nicht näher bezeichnete "Kreuzfahrer" als seine Mörder. Er habe das Videoband vorsorglich aufgezeichnet, um der Welt klar zu machen, das ihn die Lektüre von Georgi Dimitroffs großen Reden im Reichsbrandprozess davon überzeugt hatten, seinen Kampf um die Befreiung der Umma nicht mehr mit Blutbädern und Bombenanschlägen zu führen. Er sei vielmehr entschlossen gewesen, sich seinen Häschern zu stellen und seinen Anklägern dann - wie einst Dimitroff - in einem rechtsstaatlichen Verfahren den Prozess zu machen.

Davor aber hätten die Kreuzfahrer Furcht gehabt, weshalb er habe sterben müssen, versucht Osama seinem Tod einen höheren Sinn anzudichten, um die Massen in der arabischen Welt noch einmal hinter Al Kaida zu versammeln. Eine neue Strategie deutet der Chefterrorist ganz am Ende an: Zu seinem Nachfolger ernennt er nicht, wie vom Fachblatt "Die Zeit" erwartet, den Ägypter Saif al-Adel. Sondern den deutschen Rapper Wasiem Taha, bekannt geworden als "Massiv". Dessen Einstellung sei "beispielhaft", seine Lieder hätten ihm stets gefallen und die friedliche Art seines Kampfes um Reschpekt imponiere ihm, so Osama Bin Laden. "Jedes seiner Lieder sei ein Beweis dafür, dass Ideen unsterblich sind", sagt Osama Bin Laden, und Ideen seien es, die All Kaida dringend benötige.

Deshalb habe er sich entschlossen, Massiv als Terrorfürsten zu benennen.Eine Strategie, in der die Unintelligence-Group (UIG) den Versuch sieht, nach den weiten Flächen Arabiens die dichtbesiedelten arabischen Städte in Europa zu erobern. Hier waren zuletzt drei junge Nachwuchsterroristen, auf die die Leitung des Terrornetzwerkes ebenso große Hoffnungen gesetzt hatte wie die Medien, spurlos von der Bildfläche verschwunden.


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