Mittwoch, 16. November 2022

Trump-Comeback: Die Rückkehr des Todessterns

Er ist fast wieder da - und ein bisschen warten sie auch in den deutschen Leitmedienredaktionen darauf, dass er wieder ins Weiße Haus zieht.

Niemals zuvor und nie wieder danach war jemand so groß, so bedeutend, so wichtig, so weltweit und unsagbar böse. Die vier Jahre des Donald Trump im Weißen Haus waren für viele Amerikaner eine ärgerliche Zeit unter der Führung eines Großmauls, für andere Jahre der Hoffnung auf eine Rückkehr des Amerika der Zeit, als niemand anderes zu sagen hatte, wo es langging.  

Die Jahre des "Milliardärs"

Bedeutsam aber waren die Jahre des "Milliardärs" (Der Spiegel) im Amt vor allem für die deutschen Leitmedien, die sich im Regelfall für Staaten außerhalb Nordrhein-Westfalens und Bayerns und Berlin kaum interessieren, so lange nicht in Sachsen Nazis marschieren, in Mecklenburg ein Flüchtlingsheim brennt oder in Thüringen ein Zivilisationsbruch stattfindet: Trump wurde ihnen zum Lebenssaft, zu Morgengebet und Abendandacht, er war Schreckgespenst und "Faszinosum" (Philipp Jenninger), Gegenspieler, globale Bedrohung und die Klagemauer, an die alles geschrieben werden musste, was besser werden sollte.

Er sollte immer weg, verschwinden, nicht mehr da sein, Platz machen für einen Demokraten im doppelten Wortsinne. Das frühere Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" widmete ihm eine Serie von herabwürdigenden Titelbildern, die entmenschten, was aus Sicht des zum letzten entschlossenen Chefredakteurs kein Recht hatte, die Vereinigten Staaten zu regieren. Ein tägliches Trump-Tagebuch schrieben sie in Hamburg, dazu warnende Kinderbücher, Kolumnen und flammende Kommentare. Existenzen wurden auf Trumps unübersehbaren Charakterschwächen aufgebaut. Die Fähigkeit, die Klage, die USA seien "tief gespalten", in immer wieder neuen Sätzen zu formulieren, lange von Spiegel bis SZ, von RND bis Taz und FAZ und WDR vollkommen für ein auskömmliches Einkommen.

Kein annehmbarer Ersatz

Joe Biden war nie ein annehmbarer Ersatz. Der Nachfolger des Demiurgen, des neuen Hitler, des Affenmenschen, der Putin-Puppe, des Atomkriegstreiber und als gar nicht reich enttarnten "Milliardärs" (Der Spiegel) hat zweifellos seine unterhaltsamen Seiten. Doch wenn er Staaten miteinander verwechselt, seinen Sohn im falschen Land zu Tode kommen lässt, Unsichtbaren die Hand schüttelt oder auf dem Fahrrad vergisst, in die Pedale zu treten, scheint es niemandem angebracht, auf diesen kleinen Schwächen des großen Führers hinzuweisen. Jeder einzelne diese lustigen Fehltritte hätte bei Trump zu einem Buch gereicht. Bei Biden bleibt es bei verschwurbelten Posts  in demokratiefeindlichen Internetecken.

Das Schöne daran ist, dass mit dem Verschwinden Trumps von den Titelbildern und aus den Spitzenmeldungen der Gemeinsinnnachrichten auch die Bedeutung der USA für Deutschland, die Deutschen, den Weltfrieden, das globale Klima, die Bekämpfung der Pandemie und den Alltag draußen im Ampelland verschwand. Ohne den Republikaner wurden die USA zu einem Land wie jedes andere. Geschah dort etwas Fürchterliches, schafften sie es in die news, ganz wie Indien, wenn dort eine Fähre sinkt oder Peru, wenn ein Flugzeug abstützt, Somalia, wenn dort gehungert wird und sonst gerade nichts anderes geschieht. Sonst aber eher nicht.

Bidens frustrierende Bilanz

Bidens Bilanz als Futterstand für die Nachrichtenmaschine ist jedenfalls bescheiden. Als Amtsinhaber gelang es dem Mann aus Pennsylvania, der im kommenden Jahr das 50. Jubiläum seines Einstiegs in die Politik feiern kann, niemals, für Medien und Mediennutzer interessanter zu sein als der abgewählte Vorgänger. So oft er auch die Welt rettete, es reichte nie zu einem wirklichen Schlagzeilentornado, wo immer Biden Berichte aus seinem wegen Trump tief gespaltenen Land inspirierte, schwebte der Schatten des Ex über ihm. Ganze zwei Mal schaffte es Joe Biden auf das Titelbild des "Spiegel", beide Mal direkt nach seiner Wahl. Trump war seitdem ebenso oft auf dem Cover des Magazins zu sehen, das es sich unter dem früheren Chefredakteur Klaus Brinkbäumer zur Aufgabe gemacht hatte, Trump aus dem Amt zu schreiben. Und am Ende zuerst Auflage und dann Brinkbäumer an den MDR verlor.

Trumps Ankündigung, erneut zu kandidieren, ist für deutsche Medien Fluch und Segen zugleich. Einerseits ist es unerhört, dass ein Mann, den  das gesamte Kollektiv von Taz bis FAZ deutlich abgeschrieben hat, unbeeindruckt davon ein Comeback ankündigt, dass in Deutschland niemand will. Andererseits winken mit einer Kandidatur Berge von Brosamen, die vom Tisch des Umstrittenen fallen werden: Er wird etwas sagen, das für Empörung sorgt. Er wird etwas tun, das sein wahres Gesicht zeigt. Er wird keine Hoffnungen wecken. Und sie enttäuschen. 

Brot und Spiele für viele Reporterfamilien, Papierberge voll unerhörter Enthüllungen, die warten, endlich wieder ein Auflagenplus zu produzieren. Nun, wo Donald Trump offiziell eingestiegen ist ins Rennen um die nächste Präsidentschaft, erübrigen sich die Versuche, Floridas Gouverneur Ron DeSantis zum neuen Oberschurken aufzubauen, Krokodilstränen über Nebenfiguren wie Kari Lake zu vergießen oder ganz Amerika für verrückt zu erklären. Das Original ist zurück, der Todesstern, die Planetenbombe, das menschgewordene Tier.


4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

schnell einschalten : Fönichs vor Ort mit Schlonz unterm HKKRZ ! links oben unter dem Fönixlogo .

Bernd wird einen langen Beschwerdebrief schreiben

Die Anmerkung hat gesagt…

Danke Bernd.

Anonym hat gesagt…

OT
>> 25 Jahre galt Antje Hermenau als das ostdeutsche Gesicht der Grünen, zuletzt als Fraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag. Mittlerweile fordert die 58-Jährige eine „konservative Korrektur“ << auf PIPI


Gottt (mit 3 "t" auszusprechen)! Was für eine Blitzmerkerin!

Anonym hat gesagt…

Die werfen Trump einen versuchten Putsch vor. Wäre ja wünschenswert, wenn er wirklich putschen würde, damit die Dems wenigstens einmal nicht lügen müssen.