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| Im Mai stöhnte Europa stöhnt unter einer dreitägigen Hitzewelle, seitdem wird bang auf neue Rekorden gewartet. |
Europa stöhnte unter ein paar warmen Maitagen, die wie die Vorhölle der Apokalypse durch die Medien donnerten. Die "Hitzewelle" breche Rekorde hieß es, und Menschenleben habe sie auch bereits gefordert. Großbritannien stand für einen Moment vor der Auslöschung. Deutschland hatte seine gute alte Dürre zurück, diesen kleinen Bruder des mittlerweile verrenteten Ozonlochs, der immer auftaucht, wenn sich die Klimakatastrophe wegen des schlechten Wetters nicht anders beschwören lässt.
Die guten alten Klimazeiten
Es war wie eine Rückkehr in die guten alten Zeiten, als Greta Thunberg, Luisa Neubauer und die anderen Bürgertöchter aus der "Fridays for Future"-Bewegung in den deutschen Fernsehstudios wohnten. Kein Tag, ohne dass ein ungelernter Teenager wissen ließ, wie schrecklich das alles enden würde. Der Menschheit, zumindest in Deutschland, blieb nicht viel Wahl als die zwischen Entsagung und Aussterben.
Die unanzweifelbare Klimaerwärmung war eine "Erhitzung". Sie führte nicht wie in den traditionell heißeren Ländern am Mittelmeer zu einer höheren Lebenserwartung. Sondern forderte "tausende Leben" (RND). Wie die Fliegen starben sie an oder mit Hitze. Selbst die umgehende ausgerufenen Schutzpläne der Bundesregierung vermochten kaum etwas daran zu ändern, dass die aus der Pandemie bekannten "Alten, Kranken und Vulnerablen" (Karl Lauterbach) von überforderten Krisenstäben nicht allesamt regelmäßig daran erinnert werden konnten, genug zu trinken und nicht in die Sonne zu gehen.
Abgekühlte Begeisterung
Es brauchte nicht nur ein Wetterwunder, um die Begeisterung für die Klimakatastrophe abzukühlen, sondern größere und akutere Bedrohungen. Nach dem ersten Gesetz der Mediendynamik dass die Welt zwar in keinen Schuhkarton, unweigerlich aber immer in die zur Verfügung stehenden 15 Minuten "Tagesschau". Weil das zweite Gesetz der Mediendynamik besagt, dass Großereignisse nie gleichzeitig stattfinden dürfen, sondern säuberlich hintereinander zu absolvieren sind, wirken die Fliehkräfte der Verzettelung auch auf das über Jahre im Zentrum aller Aufmerksamkeit stehende Klimathema.
Mit Kriegen, Krisen und den immer deutlicher zutagetretenden wirtschaftlichen Folgeschäden der Konzentration auf Maßnahmen zur Vermeidung von Folgeschäden kippte die Stimmung. An den Rändern der Gesellschaft war das Murren zuerst zu hören: Linkspartei und SPD forderten, dass Ärmere von Klimalasten befreit werden müssten.
Selbst Grüne und Union versprachen das berühmte "Klimageld". In der EU-Kommission, die ihre Funktion als unangreifbare Institution zur Verabschiedung von unerreichbare Zielvorgaben lange unbeeindruckt von der veränderten Realität da draußen gespielt hatte, erzeugten sie einen Strom von Richtlinien und Verordnungen, die es erlauben, zu vor verabschiedete Richtlinien und Verordnungen zu umgehen.
Angst vor dem Kipppunkt
Über allem steht die Ahnung, dass der befürchtete Untergang womöglich doch nicht kommt, weil Berlin so warm wird wie Barcelona und Rostock wie Athen. Sondern weil die neuen Nazis die Macht übernehmen, nachdem die Demokraten beim Versuch gescheitert sind, alles Streben von Wirtschaft und Gesellschaft auf die Verhinderung der Erwärmung auszurichten.
Die Angst vor dem Kipppunkte ist unübersehbar. Der vorsichtige Kurswechsel hat schon erste Opfer gefordert. Zentrale Klimapersonen wie Greta Thunberg fielen aus der medialen Gnade. Die "Fridays for Future"-Bewegung ist ein Schatten ihrer selbst. Die radikalen Kollegen von der "Letzten Generaton" verschwanden ganz. Die Klimainfluencerin Luisa Neubauer bekommt gelegentliche Auftritte nur noch von Freunden und Bekannten zugeteilt, aus alter Sympathie und Erinnerung an die gemeinsam erlebten besseren Zeiten, als jedermann glaubte, die Errichtung einer - durchaus total demokratischen - Klimadiktatur stehe nahe bevor.
Das erlahmende Interesse
Mit dem erlahmenden Interesse am Klimathema verschwimmen frühere Gewissheiten. "Wir haben nur noch 13 Jahre, um die Erde zu retten", war 2007 eines der schlagenden Argumente, um den kampf gegen die Erderwärmung in den Mittelpunkt aller politischen Bestrebungen zu stellen. Dann kam die Finanzkrise. Dann kam die Annektion der Krim. Dann kam Trump. Dann kam die Pandemie. Putins Krieg gegen die Ukraine. Trumps Angriff auf den Iran. Und die Entstehung der künstlichen Inteligenz, die vom alten Europa aus gesehen kaum weniger Bedrohungspotenzial hat als Diktatoren, gerissene Lieferketten und zerstörte Geschäftsmodelle.
Das Bewusstsein dafür, dass sich keine Krise dauerhaft ohne den Ausstieg aus den "Fossilen" (Ricarda Lang) lösen lassen wird, stellte sich gelegentlich ein, bei Gelegenheit, wenn gerade nichts anderes anstand. Nur in Deutschland liefert das Klima den Grundton für alles, was ist und sein soll. Die Daten der Erwärmung zeigen eine wachsende Entfernung vom langjährigen Mittel: Zwischen 1961 und 1990 lag die Durchschnittstemeratur in deutschland bis zwischen 8,2 und 8,5 Grad. Seit dem Jahr 2000 aber waren fast alle Jahre deutlich wärmer - 2018 kam auf 10,5 Grad, 2020 auf 10,4, 2024 wieder auf 10,5,
2025 lag bei 10,1.
Immer ist es zu warm, selbst wenn es kalt ist
Immer zählt jedes Jahr zu den zehn wärmsten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen anno 1881. Immer vermeldet der europäische Klimawandeldienst Copernicus (Copernicus Climate Change Service) in eingespieltem Wechsel mit dem Deutschen Wetterdienst, dem Potsdam Institut für Klimafolgeforschung und einem Dutzend weiterer Institutionen allmonatlich verlässlich, dass es wiederum zu warm war. Im neuen Jahrtausend stieg die deutsche Durchschnittstemperatur von 8,5 Grad auf 9,8. Die 13 Jahre, die zur Rettung blieben, sind vorbei. es ist zu spät. Es lässt sich nichts mehr machen.
Denn die Katastrophe ist da. Europa erwärmt sich stärker als alle anderen Kontinente. Trotz aller Mühen, die Erwärmung zu bremsen, geht die Katastrophe hier doppelt so schnell vonstatten wie im weltweiten Durchschnitt. Die europäische Durchschnittstemperatur stieg im Vergleich zum vorindustriellen Niveau des späten 19. Jahrhunderts um 2,5 Grad Celsius. Das globale Mittel der bodennahen Lufttemperatur dagegen kletterte nach Berechnungen der Weltorganisation für Meteorologie nur um rund 1,41 Grad über den Mittelwert von 1850 bis 1900.
Schneller als der Rest
Deutschland erwärmt sich wiederum schneller als der Rest der Europas. Und im am schlimmsten betroffenen Gebiet liegt Ostdeutschland vorn, eine Region, in der Rechtsextremisten das Klima leugnen. Besonders Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen haben West-und Süddeutschland seit dem Jahr 2000 weit hinter sich gelassen. Das Zwei-Grad-Ziel, das die Pariser Klimaverträge vorgegeben haben, ist hier bereits erreicht. Brandenburg und Berlin verzeichnen eine Erhitzung, die 0,5 Grad höher liegt als im Westen der Republik.
Die Hinwendung zu den Erneuerbaren, in Deutschland mit einer solchen Macht vorangetrieben, dass das bisher nur wenig sonnenverwöhnte Land auf eine solare Energieerzeugungskapazität kommt, die mit 1.400 Watt pro Einwohner doppelt so hoch ist wie die chinesische, die nur bei 740 Watt pro Kopf liegt, hat wenig eingebracht. Immer noch wird es wärmer. Selbst wenn Bauernverband sich über einen kalten Mai beklagt, wird er letztlich zu warm gewesen sein. Selbst wenn Schnee im ganzen Land und "die große Kälte aus den polaren Zonen" (wetter.de) einzieht, stellt sich der subjektive Eindruck als falsch heraus.
Tatsachen sagen nichts
Es war wiedereinmal zu mild. Wer beim Blick auf die eigene Heizungsrechnung oder den Füllstand der deutschen Gasspeicher meint, irgendetwas müsse doch wohl einen höheren Bedarf nach künstlicher Wärme verursacht haben, irrt. Das alles ist nur weil "Wetterlagen aufgrund der Erderwärmung doppelt so lang anhalten wie früher". Die "erbarmungslosen Hitzewellen" (Focus), unter denen Deutschland leidet, äußern sich nur nicht immer mit Temperaturen von bis zu 39 Grad. Zuweilen verstecken sie sich auch ähnlich geschickt hinter anhaltenden Nachtfrösten wie Deutschlands Dürre hinter anhaltenden Niederschlägen.
Der Klimawandel, eigentlich schon vor einigen Jahren in "Klimakrise" und "Klimanotstand" umgetauft, um die Dringlichkeit und die existenzielle Bedrohung besser zu verdeutlichen, ist keine ferne Zukunftsvision mehr, sondern ein Stück Realität, das zumeist erfolgreich verdängt wird. Nur wenn das Wetter ein passendes Signal liefert, trifft der Klimanotstand Deutschland heute noch mit voller Wucht: Heiße Tage im Mai, verursacht durch eine "gigantische Wärmekuppel" (FR), lassen Europa wie Wasser in einem Topf kochen. Ein Hochdrucksystem aus Nordafrika drückt heiße Luft nach Europa ein. Da es sich nur sehr langsam bewegt, hält die Wetterlage an.
Alles nimmt zu
Nach Angaben des der EU haben solche Phänomene über Europa in den letzten 25 Jahren zugenommen und zu häufigeren und extremeren Hitzewellen geführt. Nach Angaben aus Archiven ist es sogar noch schlimmer: Bis zum Jahr 2020 hatte die Klimaforschung niemals eine "Wärmekuppel" über Europa bemerkt. Erst 2021 fand der Begriff Eingang in die Katastrophenberichterstattung, als das ehemalige Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" beschrieb, "warum das Wetter in Nordamerika verrückt spielt".
Wie die Nordatlantische Oszillation, die zeitweise gebraucht wurde, um kalte Winter mit Eis und Schnee als logische Konsequenz der unaufhaltsamen Erderwärmung zu popularisieren, wurde die Worthülse später von der Bundesworthülsenfabrik (BWHF) im politischen Berlin für die Nutzung im Klimakampf freigegeben. Seitdem ist sie zu einem unverzichtbaren Werkzeug zur Erklärung geworden, warum ausgerechnet Europa sich doppelt so schnell erwärmt.
Es kann alles zugleich. Rekordverdächtige Hitze trägt sofort "die Fingerabdrücke des Klimawandels." Gelegentliche Kältephasen stellen sich als Fehlwahrnehmung heraus. Mögen die Flüsse auch voll erscheinen, der Boden ist trocken. Wo er nass erscheint, liegt das daran, dass er die Feuchtigkeit vor lauter Trockenheit nicht mehr aufnehmen kann.
Der Widerspruch ist Wahrheit
Was sich nach widersprüchlichen Botschaften anhört, gehört seit der Pandemie zum ganz normalen Wahrheitsdesign. 2020 gelang es Medien erstmals, zwei einander diametral widersprechende Nachrichten zugleich zu senden: Kliniken und Krankenhäuser waren einerseits hoffnungslos überlastet durch die schiere Menge an Schwerkranken. Andererseits blieb den übernächtigten Ärzten, Schwestern udn Pflegern genug Zeit, aufwendige Choreografien zu entwickeln und einzustudieren,um den Schrecken in kleinen Filmchen für die sozialen Netzwerek wegzutanzen.
Das Beispiel bewies, dass viele Wahrheiten auf einmal richtig sein können. So war das Jahr bisher aus Sicht der Bauern zu kalt und zu regnerisch. Nach den unbestechlichen Daten des Deutsche Wetterdienst aber doch deutlich zu warm. Die Gasspeicher leerten sich schneller als jemals in all den Jahren, seit Gasspeicher überhaupt eine Rolle in der öffentlichen Debatte spielen. Doch das täuschte nicht weniger als Behauptungen, das Jahr 2026 habe mit einem "Regenüberschuss" begonnen, der dazu führte, dass der seit 1881 anhaltende Trend zunehmender Niederschlagsmengen in Deutschland anhalte.
Hyperrealistische Wirklichkeit
Die Wissenschaft vermag es, jeweils zwei Bilder gänzlich gegensätzlichen Inhalts zu einer einzigen hyperrealistischen Aufnahme zusammenzuschieben. Es war vielleicht zu kalt, aber das heißt nur, dass es auch zu warm war. Es gab sicherlich "extreme Niederschläge", die in der Summe etwa beim langjährigen Mittel lagen.
Aber das heißt nicht, dass die Dürre nicht schon wieder vor der Tür steht: Der Bodensee, trotz der bereits 2019 erfolgten Ausrufung zum "Klimanotstandsgebiet" seit Jahren ein verlässlicher Kronzeuge, steht auch in diesem Jahr bereit: Erneut ist er so gut wie leer, denn der Pegelstand ist von 3,41 Meter auf 3,24 Meter gefallen. Statt der üblichen 48 Millionen Kubikmeter enthält das Gewässer derzeit nur noch 47,91 Millionen Kubikmeter - ein Desaster, denn das sind 0,19 Prozent weniger als im Jahresdurchschnitt.


2 Kommentare:
>> weil die neuen Nazis die Macht übernehmen
Deswegen hat man die Augen der Brandenburger Demokratie etwas genauer hinschauen lassen. Und was kam raus?
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Verfassungsschutzbericht zu Extremismus
Fr 05.06.2026
Zahl der Rechtsextremisten in Brandenburg auf Höchststand
Die Zahl der Extremisten in Brandenburg ist im vergangenen Jahr nach Angaben des Verfassungsschutzes auf einen Rekordstand gestiegen. Großen Anteil daran hat die Einstufung der AFD als gesichert rechtsextremistisch ...
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Es ist der höchste seit Anbeginn der Rechtsextremistenerzählung. Weil man die AfD mit eingepreist hat.
weil "Wetterlagen aufgrund der Erderwärmung doppelt so lang anhalten wie früher"
(Geosphere Österreich)
Das wechselhafte Wetter der letzten Wochen hält auch schon doppelt so lange an wie früher! Eine Katastrofe!
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