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Freitag, 26. August 2016

Korrekt beleidigen: Bullen oder Schweine

Schweinebulle oder Bullenschwein? Heiko Maas ist auf jeden Fall dagegen, dass seine Trollarmee dafür ist.
Als der Fußballverein Dynamo Dresden den Fußballverein RB Leipzig zum Pokalduell empfing, legte die Polizei vorher Regeln fest. Nicht erlaubt waren danach T-Shirts mit dem Aufdruck "Bullenschweine" oder Rufe mit diesem Wort. Dabei handele es sich, hatte die Exekutive in Sachsen in Abwandlung des berühmten "Soldaten sind Mörder"-Urteils festgelegt, um eine Buchstabenkombination, die den Tatbestand der Beleidigung erfülle.

Nur dass nicht richtig feststeht, wer da eigentlich beleidigt wurde: Die Leipziger, die sich selbst ja die "Bullen" nennen, als Schweine? Oder die Polizei als "Bullen"? Wobei es dann wohl Schweinebullen hätte heißen müssen, weil im Deutschen zusammengesetzte Substantive, die zur Beleidigung dienen, die Beleidigung stets vor sich hertragen, weil die vorgesetzte Silbe nach dem Muster "Drecksbulle" oder "Scheißstaat" quasi das Adjektiv ersetzt.

Bullenschweine? Oder Schweinebullen?

Die Frage blieb offen, die Verunsicherung war groß. Ist Bullenschweine verboten, während Schweinebullen erlaubt ist? Ist das "Soldaten sind Mörder"-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, dass es noch erlaubte, eine gesellschaftliche Gruppe pauschal zu beleidigen, da eine Beleidigung individuell sein muss, um Einzelpersonen zu treffen, unbemerkt aufgehoben worden?

Nein, sagt Bundesinnenminister Heiko Maas, der im Rahmen seiner Meinungsfreiheitsschutzkampagne jetzt demonstrativ für eine engagierte Rockband aus Dunkeldeutschland Partei ergriffen hat, in deren künstlerischen Konzept die Beleidigung von Polizeivollzugsbeamten konstituierendes Moment ist. "Tolles Zeichen gg Fremdenhass u Rassismus", lobte Maas die Gruppe Feine Sahne Fischfilet. Und er sagte ausdrücklich "Danke #Anklam #Campino @marteria @feinesahne!"

Schwarzer Block, Pflasterstein

„Schwarzer Block, Pflasterstein / auf die Fresse Bullenschwein / Fick die Cops – jagt sie aus der Straße raus / Fick die Cops – schlagt ihnen die Zähne aus“, singt die lustig-bunte Truppe von der Küste, weshalb die gegen Hassrede engagierte "Zeit" sich schon vor langer Zeit gefragt hat, "wieso der Verfassungsschutz die Band im Blick hat".

Versteht doch nun wirklich keiner!

Aber Maas, der bei Twitter als amtlicher Maas twittert. Er war es nämlich gar nicht. Sondern sein "Social-Media-Team", eine Art Putinscher Trollarmee offenbar, das sich im Namen und mit der Twitterunterschrift des Ministers "selbstverständlich in keiner Weise jede einzelne Textzeile aller jemals gesungenen Lieder der dort aufgetretenen Musiker zu eigen gemacht" hat, wie eine Sprecherin erklärt.

Alles gut also. Bullenschweine ist verboten. Schweinebullen bleibt verboten. Und die pauschale Hassbotschaft "Soldaten sind Mörder" kommt auch noch dran.

Bitter dabei: So wird Heiko Maas nie Pop-Beauftragter!

Nachtrag: Gegen 28 Dresdner Fans, die beim Spiel gegen RB mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "Bullenschweine" erwischt wurden, laufen inzwischen Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Es ist verboten, Claudia Roth als "ekelhaft" zu bezeichnen.


Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Wie? Selbst wenn man sich in echt vor dieser Frau ekelt, muß man die Artikulation seines physischen Zustands unterdrücken?

Anonym hat gesagt…

Vielleicht müsste man als Minister für Staatssicherheit nicht zu jedem linientreuen Dorftanz eine Verlautbarung loslassen. Campino ist auch ein zuverlässiger Indikator dafür, dass nur Abschaum aufkreuzt, der Maas und die ganze Regierung sowieso lieber aufhängen würde. Da hilft auch keine Anschleimerei.

Carl Gustaf hat gesagt…

Zu C.R. kann ich das hier beitragen: https://spiritofentebbe.wordpress.com/category/gemischtes-doppel/

Anonym hat gesagt…

3000€ oder zwei Monate in erster Instanz.
Das Urteil sprengt wieder alle Grenzen.
In Zukunft lege ich ein C.R. Foto ins Klo.
Und mach mir ein T-Shirt...
Und dann komme ich mit dem T-Shirt zur Berufungsverhandlung...