Montag, 9. April 2007

Jetzt ist es amtlich

Zeichen an der Wand

Eben entdeckten wir ein Zeichen an der Wand, mitten in der Mitte der Innenstadt, das wir nicht übersetzen, ein bisschen aber doch deuten können. Erinnert bei Lichte betrachtet an das Siegel des Sultans in den alten Digedag-Heften, das wir damals alle so schick fanden. Wahrscheinlich bedeutet es aber wohl doch eher bloß "Schweinefleischfresser, wir kriegen Euch". Oder so.

Geht doch, Kackbratze


lieber klimawandel, da habe ich mich wohl zu weit aus dem fenster gelehnt. diesmal gibt es nur gute nachrichten. danke.

Nachts sind alle Weltreisenden - Plakatkleber


Sie sind fast zwei Jahre lang um die Welt geradelt, 33.000 Kilometer weit und immerzu auf der eiskalten Nordroute. Richtig hart aber wird es für Lena Podubnaja und Oliver Schmidt irgendwie doch jetzt erst: Halle, Ostersonntag, 21.30 Uhr - die frostgestählten Weltumradler schieben zwei klapprigen Rosträder durch die Innenstadt und kleben alle hundert Meter ein Werbeplakat für ihren nächsten Diavortrag (27.4., Physikhörsaal). Dagegen sind Bären nachts am Zelt, eingefrorene Zehen und vom Dauerfrost gesprengte Ritzel richtig romantisch.

Blick in den Abgrund

Nicht mehr ganz frisch, aber immer noch für ein gediegenes Gruseln gut: Eine Studie beschäftigt sich mit halleschen Jugendlichen und deren Einstellung zu Gewalt. Studie

Kommentar zu Heimatbilder II

Wollte mal bemerken, dass diese Fotos hervorragend sind. Teilweise idealtypische Zeitdokumente, die ich so noch nicht gekannt habe. Besonders klasse: Der Vopo am Keyboard.

Sonntag, 8. April 2007

Fundstücke: Die Panne

am dienstag habe ich in meiner küche gesehen, wie die glühbirne flackerte, schwächer wurde und dann ausging. sogleich habe ich nach einer bezeichnung dafür gesucht: streik oder panne? andere sollen gedacht haben: attentat oder krieg? alles, was eine bresche in das komplizierte gleichgewicht unseres alltagslebens schlägt, soll sofort einen namen bekommen, der sie schließt: die sprache füllt die "lücken", das ist ihre funktion. früher hatte man einfache lückenbüßer: gott, den teufel; heute sind sie mannigfaltig und rational; das ereignis wird sofort vieldeutig; wir sind in das zeitalter der interpretation eingetreten: eine panne ist nie eine panne; an ihr ist die regierung schuld. (roland barthes, 30.12.1978)

Halle hört nicht zu

er ist zu theatralisch, um beim verhuschten neo-folk mitspielen zu dürfen. für einen wirklichen indie-star ist er zu alt. seine songs geben nicht viel auf strukturierte schönheit. und sowieso: die glanzzeit des mark eitzel liegt lange zurück. als frontmann des american mucis clubs feierte er vor zehn, 15 jahren große erfolge, als solo-künstler muss er vor 30 gästen im objekt5 spielen. dort aber war am sonntagabend ein großartiges konzert zu sehen und zu hören. mark eitzel, vom englischen guardian jüngst zu "america's greatest living lyricist" ernannt, bot eine kleine, feine show zwischen melancholie und selbstironie. seine mäandernden lieder scheren sich einen dreck um hooklines, so, als könnte eine zu eingängige melodie von den texten ablenken. eitzel, auf der bühne eine mischung aus louis de funès, joe cocker und dem mittleren joe jackson, machte die wenigen objekt-besucher zum running-gag des abends, ohne peinlich nach beifall zu haschen. gerne brach er auch einen "brand new song" ab, weil er die akkorde nicht zu greifen bekam. aber dann: suggestion, introspektion und viele andere fremdworte, die sogar dem qualitäts-feuilleton zu schwer sein dürften. wie er da in seinem anzug mit schlips und x-beinen rumhampelte, war er auch ein großer vorwurf an das österliche halle: warum hört hier niemand zu?

Polizeimeldung

rund um das steintor ging heute nachmittag nichts mehr, zumindest nicht viel. anbei - in handelsüblich schlechter auflösung - die verursacher des staus. wie man an dieser ampelgeregelten kreuzung richtung frohe zukunft (paracelsusstraße?) ineinander krachen kann, ist mir jedoch ein rätsel.

Räuber und Gendarm droht Verurteilung


Sachsen-Anhalts Landesregierung macht ernst im Kampf gegen Gewalt. Innen-Staatssekretär Rüdiger Erben ließ jetzt wissen, dass "Spiele mit Tötungssimulation" im Bundesland "definitiv verboten" seien. So verstoße das häufig als "Sport" verharmloste Spiel Paintball, auch als "Gotcha" bekannt, nach Ansicht der Landesregierung gegen das Grundgesetz.

Gleiches gilt dann auch für Spiele wie "Räuber und Gendarm" und "Cowboy und Indianer", da hier nachweislich z.T. täuschend echt nachgeahmte Spielzeugwaffen verwendet werden, um die Tötung von Menschen, die zudem meist unschuldige Kinder sind, zu simulieren. Ein Eingreifen der Landesregierung gegen den bislang geduldeten Handel mit Plastik-Pistolen und Holzgewehren scheint dringend geboten.

Zauberhafter Zerfall


Ergänzend zum Link unten hier noch eine Seite, die auf wirklich beeindruckende Weise dokumentiert, wie wunderbar der Untergang sein kann. Marodes

Samstag, 7. April 2007

Kackbratze

lieber klimawandel! mal von mann zu mann gesprochen: du kotzt mich an. oder besser gesagt: nicht du kotzt mich an, sondern deine apologeten. wer freunde wie bspw. deutsche staatssekretäre hat, dem ist nicht zu helfen. wärest du bitte so freundlich, in zukunft nur alle fünf jahre die qualitätsmedien heimzusuchen. oder noch besser: alle zehn jahre. das würde mir energiesparlampen-diskussionen ersparen, und du müsstest dich nicht von mir beschimpfen lassen. du alte kackbratze.

innen-ansichten

dieses haus kennt (fast) jeder. die leipziger straße 6 gilt als einer der schicksten kaufhaus-bauten der vorkriegszeit. heute sind so renommierte unternehmen wie "blume 2000" nutzer der immobilie. aber halt: genutzt wird eigentlich nur die fassade und das erdgeschoss. der rest bleibt den blicken der hallenser verborgen. die innereien des gebäudes dürften den meisten unbekannt sein. deshalb sei der verweis auf diese seite gestattet, wo ein enthusiast bilder von (ungenutzten, gefährdeten) baudenkmalen aus der region versammelt. manchmal sind hintergrundinfos verfügbar, manchmal sprechen "nur" die bilder für sich. auch vorhanden: innenansichten der leipziger straße 6.

Schach-Schlacht der Arbeitersportler


Das hier fällt ein bisschen aus der Zeit, ist aber wahr, wie es scheint, denn das
ND weiß in solchen Sachen stets Bescheid. Organisiert von der PDS-nahen Rosa-Luxemburg-Stiftung und einem Bildungsverein mit dem schönen Namen »Elbe-Saale« findet also kommende Woche im Intercity-Hotel in Halle-Neustadt also wohl wirklich eine wunderliche Schachschlacht zwischen "Arbeitersportlern" aus Deutschland und Russland statt.

Die Tradition der Veranstaltung wurzelt irgendwo in den Tagen, als die UdSSR den Völkern der Welt noch als das lichte Reich kommunistischer Verlockungen galt. Damals übte das Proletariat am Schachbrett für die Kämpfe der Ideologien - Trotzki war ein großer Schachspieler, auch Lenin hat in der Verbannung angeblich oft die eine oder andere Partie gegen sich verloren.

1925 spielten dann Arbeiterschachspieler aus Deutschland in Berlin erstmals gegen Kollegen aus der Sowjetunion. Und verloren deutlich. Das leicht verspätet zustandegekommene Rückspiel vor zwei Jahren gewannen sie, weshalb jetzt kommen die Russen, die in diesem Zusammenhang besser noch mal Sowjetmenschen genannt werden sollten, nach Halle kommen, um sich die Arbeitschachkrone, falls es eine solche gibt, zurückzuholen. Stilsicher gewählter Austragungsort ist das Intercity-Hotel in Neustadt, Anstoß oder wie das heisst ist am 11.4. um 18.15 Uhr.

Riesenrammler Robert

Kaum vier Tage nach PPQ sorgen sich auch die Leitmedien um unseren Riesenrammler Robert, den die blutdurstigen Diktatorenbande in Nordkorea bestimmt aufgefressen hat. Korea-Diktator hat meinen
Riesen-Rammler aufgegessen!

Freitag, 6. April 2007

Fisch ohne Fahrrad

wer mag wohl am kirchtor gestrandet sein? und wie? landen außerirdische neuerdings mit fahrrädern auf der erde? oder anders gefragt: wie besoffen muss man sein?

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche

versucht das mal mit mohammed!

Edel-Gastronomie in Halle - Har(t)z-Café


Wenn die Bundesregierung sieht, dass immer noch Sozial-Kohle in Kneipen getragen werden kann, wird wohl das Licht in dieser Edel-Schenke in der Landsberger Straße ausgeschossen.

Google und Ebay am Ende


Die Welt ahnt noch nichts davon, die ersten hellwachen Experten und intimen Internet-Kenner aber sprechen es schon gelassen aus: In zehn Jahren wird nichts übrig sein von unnützen Handelsportalen wie Ebay und fragwürdigen Such-Klitschen wie Google!

Zeitungen, auf Papier gedruckt, werden "das letzte und einzige aktuelle Medium sein, das die Menschen mit Informationen versorgt". Das Fernsehen ist dann abgeschafft, Radio wird auch nicht mehr gesendet. Und vom Internet wird sich bewahrheitet haben, was wir schon lange sagen hören: Es wird sich nicht durchsetzen.

Kein Problem. PPQ wird dann wieder als Wachsmatritzendruck erscheinen und im Herbst und im Frühjahr kommt der große Otto-Katalog mit neuen, feschen Angeboten. Wir freuen uns schon auf 2017.

UPDATE: Die Amateure von AFP haben noch nicht kapiert, wohin der Hase läuft. Die französische Nachrichtenagentur hat eben ein Partnerschaftsabkommen mit Google geschlossen, nach dem Internetnutzer über die Google-Dienste einen leichten Zugriff auf Nachrichten und Bilder von AFP bekommen.

Verschollener Weltläufer


Sieht so aus, als habe das ehrgeizige Unterfangen ein vorzeitiges Ende genommen. Oder es ist einfach kein Internetanschluss verfügbar im schönen Birkat el Sab, irgendwo in Ägypten. Denn warum sonst sollte Robby Clemens, vielgefeierter Marathonmann aus Hohenmölsen und derzeit auf einem lockeren Läufchen rund um die Welt, zwei Wochen lang keinen einzigen Eintrag in sein Lauftagebuch gemacht haben? Blutblasen? Wüstensturm? Ausgeraubt? Seine Fangemeinde ist in Sorge: Robby, Junge, melde Dich!

Beta von Alpha

Yahoo gibt noch nicht auf. Gestern haben die einstigen Internet-Krösusse in Australien eine neue Suchmaschine scharfgeschalten, die den Krieg gegen Google doch noch gewinnen soll. Erster Eindruck: Optisch ansprechend, funktional brauchbar. Es fehlt ein Cache und die Angewohnheit, jede neue Trefferseite mit einem neuen Suchlauf zu eröffnen, muss dem Alpha-Tierchen ein sehr eigensinniger Programmierer antrainiert haben. Das Schönste zum Schluss: Yahoo Alpha ist bislang, genau, nur eine Beta-Version. alpha

Donnerstag, 5. April 2007

Hallenser! Aufsitzen zum Gefecht!


Der Wiederaufbau der mitteldeutschen Panzerwaffe geht weiter. Jetzt können ausgemusterte NVA-Soldaten, Zivildienstleistende mit Motivationsknick und kalte Krieger aus den ganz alten Ländern auch in Landsberg bei Halle Tankist spielen. Wenn`s dem Wirtschaftsstandort hilft ....

Zwei Bilder

irgendwie gehören die beiden bilder zusammen. kann mir bitte jemand erklären, wie genau der zusammenhang funktioniert?

Moderate Unmoderate

ich schwöre: ich habe in der bildersuche bei google "bussi-beck" eingegeben. ausgespuckt wurde aber nebenstehender mann, der unschwer als descartes zu erkennen ist. aber das nur by the way, das hier ist viel schöner.

Fällt die Katastrophe aus?


Langsam wird es aber langweilig. Erst das Trommelfeuer wegen der nahenden Klima-Apokalypse, nun jeden Tag Gedrön davon, dass sie vermutlich ausfallen müsse. Jetzt hat sich (via FAZ) auch der Heidelberger Paläoklimatologe Augusto Mangini zu Wort gemeldet. (Na gut, wahrscheinlich ist er gebeten worden, sich zu Wort zu melden.) Er führt Troja als Beweis dafür an, dass sich Klima in der Vergangenheit stets gewandelt habe. Kernthese: "Die Behauptung, dass die jetzt stattfindende Erwärmung des Klimas nur mit der Erwärmung vor 120.000 Jahren vergleichbar ist, stimmt einfach nicht."

Bräuche und Traditionen

Bräuche und Traditionen aus der Stadt Halle (Saale) und dem Saalkreis. Heute: Ostern

An der Stellung des Mondes orientieren sich die beweglichen Feiertage, zu denen auch die Fastnacht zählt. Jetzt begannen die Frühlingsfeste, bei denen phantastisch-bunt aufgeputzte Masken mit großem Getöse die Winterdämonen vertrieben. Zu Fastnacht begann die religiös bestimmte Fastenzeit, nun wurde kein Fleisch mehr gegessen. Man aß an diesem Tag, der einerseits fröhlich lärmend das Ende der Winterzeit feierte, zum andern aber die Tage der innerlichen Reinigung und Besinnung vor dem Osterfest einläutete, vor allem süßbuttrige, heiße Fastnachtswecken und knuspriges Schmalzgebackenes
Letzteres, die „Kräppelchen" hatten eine eigentümliche erotische Form - zurückzuführen auf die im Frühjahr beginnenden Fruchtbarkeitskulte unserer Vorfahren. Der einfache, flach ausgerollte Mürbteig wurde in längliche Rechtecke geteilt, die in der Mitte länglich eingeschnitten wurden. Dadurch, daß man nun das obere Ende des Rechtecks nach unten durch den Schlitz führte, symbolisierte man einen Zeugungsakt. So geformt wurden die Kräppelchen in heißes Schmalz oder Öl gegeben, hellbraun ausgebacken und mit Puderzucker bestreut. Diese wirklich köstlichen Kräppelchen wurden noch bis 1972 von einem halleschen Bäcker hergestellt. (via: halle-saale.com)

Mittwoch, 4. April 2007

Auftakt nach Maß


Einen Auftakt nach Maß meldet auch das Pferdesport-Business in Halle. Der Rennclub sagte eben den ersten Renntag am 21. April ab - Aufgalopp soll nun erst am 13. Mai sein. Danach folgen die Sommerferien und dann wahrscheinlich auch gleich das große Saisonabschlussrennen.

Krug geht zum Wasser - bis er bricht


Eine Legende ist am Ende: Der "Krug zum Grünen Kranze", stadtbekanntes Ausflugslokal für den gehobenen Grillgeschmack, hat seine Pforten geschlossen. Die Freiluft-Schenke, die einst zum Imperium des ostdeutschen Disco-Königs Martin Niemöller gehörte, lädt zwar im Internet Krugnoch zum gutbürgerlicher Speis und deftigem Trunk, ist aber im wahren Leben zu.

Nach dem Aus von Niemöllers ehrgeizigen Disco-Neubau-Plänen in Schkopau hatte der Enkel des Pfarrers Martin Niemöller, der nach der Wende in den Osten gekommen war und die "Easyschorre" zu beliebtesten Konzerthalle der neuen Länder gemacht hatte, alle seine Gaststätten und Tanzlokale verloren. Ursache war das Vorgehen der Landesregierung, die dem Unternehmer Zweckentfremdung von Mittel vorwarf und ihm die vertraglich zugesicherten Fördermittel in Millionenhöhe sperrte. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden allerdings ergebnislos eingestellt.

Niemöller selbst hatte eine Schadenersatzklage gegen das Land angekündigt, die noch aussteht. Seine Frau hatte den "Krug" kurz vor dem Zusammenbruch übernommen und zuletzt damit Schlagzeilen gemacht, dass sie die Betreibergesellschaft als britische "Limited" neu gründete.

Kein sehr erfolgreicher Neubeginn: Inzwischen ist die Telefonnummer des "Krugs" abgemeldet, die Nummer von Niemöller selbst wird als "nicht bekannt" geführt. Die Homepage des Krugs ist allerdings immer noch auf die längst untergegangene Betreibergesellschaft der geplanten Großdisko X50 eingetragen.

Tiefschlag für Kulturhauptstadt


Die Kulturhauptstadt Halle blutet aus. Seit Jahren schon beehren bedeutende Rockbands lieber Leipzig, ins "neue theater" geht niemand und die CD-Abteilung im "Saturn" ist längst auch nicht mehr, was sie einmal war.
Jetzt kommt es noch schlimmer: Weil der Erfurter Veranstalter Nord-Süd-Promotion pleite ist, haben "Die Klostertaler“ ihren für Ende Mai geplanten Auftritt in der Händelhalle abgesagt. Ein Tiefschlag für die Kulturhauptstadt, die auf solche Höhepunkte abonniert ist. Und tragisch für den Anhang der Ballermann-Band, denn gekaufte Tickets werden nicht zurückgenommen. Die Einnahmen aus dem Verkauf gehören jetzt dem Insolvenzverwalter.

Das Heim der Combo - Achtung, Ton ausschalten, es besteht sonst akute Schockgefahr!

Ballermann revisited

Der unter dem Schlagwort Ballermann bekannt gewordene Massentourismus auf der Urlaubsinsel Mallorca war nach den Ergebnissen einer Studie der Bochumer Ruhr-Universität umweltverträglicher als die heute angestrebten Qualitätsangebote. Immer mehr Golfplätze, Yachthäfen und über die ganze Insel verstreute Zweitwohnsitze bedeuteten einen zunehmenden Verlust an ursprünglichen Lebensräumen und damit auch an Erholungswert für Touristen, stellten die Forscher in der am Dienstag vorgestellten Studie fest.

Rock'n'Roll forever

so lieben wir die alten kämpen: "Kokain hat er schon in allen möglichen Versionen geschnupft, aber die Asche seines eigenen Vaters war selbst für Altrocker Keith Richards etwas ganz besonderes. «Das ging gut runter und ich bin immer noch am Leben», sagte der 63 Jahre alte Gitarrist der Rolling Stones der Zeitschrift «New Musical Express» (NME). SeinVater sei wirklich «das Verrückteste gewesen, was ich mir je durch die Nase gezogen habe», beichtete Richards in dem am Mittwoch veröffentlichten Interview."

Stockige Bude belüftet


Während die Ausschüsse noch über den Abriss der Hochhäuser am halleschen Riebeckplatz debattieren und hinter verschlossenen Türen allerlei Studien erstellt werden, tut sich vor Ort Bemerkenswertes. Neuerdings lüftet ein offenbar neueingezogener Mieter im Nordturm erstmal kräftig durch. Ist sicher nötig, die Hütte stand schließlich neun Jahre leer.
1900

Dienstag, 3. April 2007

Die Erde umkreisen

im funkhaus des mdr: hier wird mit viel geld auf vielen etagen viel sparten-programm gemacht. die gez ist eine glorreiche erfindung, wenn man nicht zahlt. neueste errungenschaft bei sputnik ist ein aufs feinste ausgestattetes video-studio inklusive allem multimedia-schnickschnack, den man sich nur vorstellen kann. die monitore blitzen, die lichter leuchten - und viele bürger haben viele pfennige dazu bezahlt. aber das nur nebenbei. attraktion am dienstagabend war die dresdner kapelle polarkreis 18, die live im sputnik-studio auftrat und gleichzeitig an wenige eingeweihte radio-hörer in dolby 5.1 weiter gereicht wurde. polarkreis 18 ist eine der indie-entdeckungen im ersten quartal 2007. zu recht? ja und nein. ja, weil die spätpubertierenden musiker ein konsistentes konzert gespielt haben, das frühpubertierende mädchen zum hüftschwung animierte. ja, weil die melancholisch-komplexe musik in guten momenten durchaus so etwas wie atmosphäre vermittelte. ja, weil wiedererkennbare hooklines nicht unbedingt zum repertoire zeitgenössischer pop-musik gehören. und nein, weil ... wo anfangen? die billy-corgan-ähnliche affektiertheit des sängers nervt. sein teil-falsett nutzt sich als stilmittel relativ schnell ab. die songs lappen gerne in die breitwand-esoterik der simple minds - ein effekt, der, wenn überhaupt, nur im stadion funktioniert. die songs sind ganz bewusst verkompliziert (hier kann nur rick rubin helfen). für eine rockband rockt es zu selten, für eine popband ist die musik nicht poppig genug. das horn und die geigen sind statisten, sind ornament - elf mann auf der bühne machen noch keine kohärenz. schnell-fazit: kann was werden, muss aber nicht. was wiederum schade wäre.

Das Leben ist schön

Songunblog ist der inoffizielle Außenminister Nordkoreas bei Youtube. Den Filmen nach zu urteilen, die er einstellt, muss es den Riesenrammlern aus Eberswalde dort super gehen. Auf jeden Fall vielleicht.
so cool ist es bei kim

Fotobeweis/Incoming

wenn man geht und wenn man kommt - jacke wie hose.

Vier CDs für sieben Millionen


Die Bands kennt kein Mensch, die CD-Namen klingen, als müsse man die Musik darauf wirklich nicht hören. Aber die Preis-Vorstellung des Verkäufers hat sich gewaschen: Vier CDs für nicht mal ganz sieben Millionen Euro. Versand natürlich extra. Was es alles gibt.
Antler Subway

Do it again, los

weicheier-musik vom feinsten: nada surf und "do it again". wobei der linke dreadlock-träger auch gut bei rage against the machine durchgegen würde.

Beck mal wieder

was muss ich in der hz lesen: "beck will die taliban einbinden". hallo, herr beck, aufwachen. wenn jemand auf der welt gut eingebunden ist, dann ein taliban. schauen sie sich die herren mal genau an. was sehen sie? männer, die so dermaßen eingebunden sind, dass nur noch die nasenspitze hervor guckt. mehr einbindung würde bedeuten, die taliban sähen immer mehr wie mumien aus.

Wickelköpfe mit Linguistik-Abteilung

Gedichte aus der Kalaschnikow

Angst um Riesenrammler Robert

Es sollte der Höhepunkt einer unglaublichen Züchterkarriere werden - und wird nun zur größten Enttäuschung. Heute wollte Karl Szmolinsky auf die große Reise von Tegel über Frankfurt am Main über Peking nach Pjöngjang in Nordkorea gehen. Es wäre die erste Auslandsreise des 68-Jährigen gewesen - und sie hätte ihn mitten ins Reich des Bösen geführt, in die hermetisch abgeriegelte Diktatur des „Lieben Führers“ Kim Jong Il.

Karl Szmolinsky sollte Nordkorea vor dem Hungertod retten. Vom Mann aus Eberswalde, der seit 48 Jahren Kaninchen züchtet, erhoffen sich die Genossen Hilfe beim Aufbau einer Riesenrammlerfarm. Schließlich weiß kein anderer wie der vielfach preisgekrönte Szmolinsky, wie man Kaninchen so behandelt und aufzieht, dass sie schön groß und dick werden und sich auch eifrig vermehren.

Dann der Anruf. Ein offizieller Vertreter teilte Szmolinsky knapp mit, dass seine Anwesenheit nicht mehr erwünscht sei. Nordkoreas Regierung sei verstimmt über den Tenor der deutschen Presseberichterstattung über den geplanten Kaninchenexport.

Seitdem ist Karl Szmolinski in großer Sorge. Zwölf Kaninchen hat er bereits nach Nordkorea verkauft; angeblich sollten sie dort in einen Streichelzoo kommen. Nun aber der ungeheuerliche Verdacht: Hochrangige Funktionäre könnten den preisgekrönten Rammler Robert getötet und verspeist haben. Da werden einige Münder satt, denn der „Deutsche Riese grau“ ist die weltweit größte Kaninchenrasse. Ausgewachsene Exemplare liefern bei einem Lebendgewicht von bis zu zehn Kilogramm etwa sieben Kilo Fleisch.

„Aber die ersten zwölf waren für einen Streichelzoo vorgesehen. Die anderen sollen den Grundstock für das Zuchtprogramm bilden“, erklärt Szmolinsky, der seit 42 Jahren Erfahrungen mit der Kaninchenrasse gesammelt hat. Dem armen Nordkeorea, das sein bisschen Geld für die Anschaffung von Waffen braucht, hatte er einen Spezialpreis gemacht: 80 Euro für ein Tier statt der üblichen 250 Euro. Entgegenkommen, dass das Regime nicht honoriert. "Ich fürchte, sie sind schon nicht mehr am Leben", sagt Karl Szmolinski tief betroffen über das grausame Schicksal seiner Schützlinge.

Bislang bestreitet Mordkoreas Botschaft allerdings entschieden, das Robert und die anderen Rammler ermordet und gegessen worden seien. Eine internationale Inspektion aber verweigert das Land. Karl Szmolinski richtet den trauerumflorten Blick inzwischen auf andere Märkte. "Russland wollte 400 Tiere", berichtet er, "aber soviel kann ich nicht liefern." Doch schon im Sommer erwartet er eine chinesische Delegation.

Montag, 2. April 2007

Leaving Halle-HZ


wunderbar - einfach heeme in den sonnenuntergang.

Angriff auf die Twin Towers

wieso wurde porsche noch nie verdächtigt? ich meine: DER umsatzbringer ist der - 911. der "nine eleven", um es mal auf den punkt zu bringen.

Definitiv geht anders

nämlich so und so und so.

Definitives Duett

Your Love Alone Is Not Enough

Gute Nachrichten aus dem politischen Berlin


Endlich! Die Bundesanstalt für Behördenfunk hat heute ihre Arbeit aufgenommen. Richtig heißt die neue schlagkräftige Einheit "Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben", das wird mit BDBOS eher lang abgekürzt. Aufgabe der neuen Anstalt, die im Zusammenhang mit der Bürpkratie-Abbau-Offensive der Bundesregierung eher seltener genannt wird, ist der Aufbau des digitalen Polizeifunks. Stolz wird dazu mitgeteilt: "Nach dem von Bund und Ländern verfolgten Phasenkonzept zur Einführung des Digitalfunks BOS übernimmt die Bundesanstalt die Gesamtkoordination dieses Modernisierungsprojekts."


Zunächst besteht die BDBOS aus der Organisationseinheit namens "Digitalfunknetz", die im Bundesinnenministeriums wirkt, die "externe Projektsteuerung" soll zum Glück bald dazukommen. Wer mag, kann sich an einer entsprechenden Ausschreibung beteiligen, die in Kürze erwartet wird Flinke Funkbehörde

Links und Rechts

Zwei lesenswerte Beiträge zum Thema "Wo sind die Linken und die Rechten hin?": Lizas Welt über "Schal gewordene Demarkationen" und Amir Taheri über "Left no longer Anti-US".

Angebot für Parteiengründer

Wer vorhat, in Kürze eine eigene Partei zu gründen, hat jetzt die Gelegenheit, günstig an einen im Markt bereits eingeführten Domainnamen zu kommen. Toni Aigner, einst Auto-Toni, dann Gründer der OPD und nach später als liebevoller Jeanette-Biedermann-Fan im Bett der Pop-Prinzessin ertappt, hat jetzt www.ostpartei.de zum Verkauf gestellt.

Die ursprünglich als Stimme des ostdeutschen Mittelstandes konzipierte und von drei Häuflein versprengter Polit-Fantasten gegründete Partei hatte es nicht geschafft, zur letzten Wahl anzutreten. Später waren die Gründer in die üblichen Kleinkriege miteinander geraten, die Partei hatte - wie zuvor schon ihr Gründer, der eigentlich Obereigner heißt - ihren Namen in "Offensive Partei" geändert und unter der Webadresse http://www.opd-politik.de/opd/index.htm einen "Masterplan für Deutschland" propagiert.

Käufer der Domain bekommen übrigens ein Ostpartei-Werbeschild, das seit Jahren in bester Lage am halleschen Reileck hängt, als kostenlose Zugabe.

Heucheln im Dienst der guten Sache


peta hat heute wiedermal eine aktion mit fellen und blut wunderbar hübschen models gestartet (auf der kö in düsseldorf, um genau zu sein). ich sage nur: heuchler. das bild ist übrigens von rp-online.de ausgeborgt, ich bringe es bald zurück.

off the records

wir haben den schönsten disclaimer der welt :-)

Neue Stelle

lest und lacht.

Der Osten überrollt uns

noch lange nicht: Die Zahl der Analphabeten in China ist in nur fünf Jahren um über 30 Millionen auf 116 Millionen angestiegen. «Die Situation ist Besorgnis erregend», sagte Gao Xuegui, der Leiter des Amtes zum Kampf gegen das Analphabetentum im Bildungsministerium nach Angaben der «China Daily» vom Montag. Analphabetismus sei nicht nur ein Bildungsproblem, sondern habe auch weit reichende soziale Auswirkungen. (Quelle: dpa)

Singender Oberst


Als er vor zwei Jahren mal in Mitteldeutschland weilte, war Conor Oberst schwer betrunken und so traurig, dass jede Ballade wie auf Glassplittern getanzt klang. Jetzt hat er mit seiner Band Bright Eyes ein neues Album gemacht. Den Stream schickt er uns aus Omaha: http://saddle-creek.com/cassadaga/

Kasper im Kempinski


Weil es sonst niemand merken wird und die Aktion dann leider auch keinen aufrütteln kann, wollen wenigstens wir die Welt wissen lassen, was uns die Rebel Clown Army in einem Selbstbezichtigungsschreiben wissen ließ.

25 Clowns der Rebel Clownarmy Halle besetzten in Begleitung von Videoaktivisten heute das Kempinskihotel in Halle, führten eine Ispektion des Inventars durch und hielten ein Meeting im Empfangsraum ab. Gleichzeitig wurde das Hotel von außen mit einer CIRCA - Fahne geschmückt.

Die Bediensteten reagierten verstört und verwirrt und so dauerte es nicht lange bis grüne Streifenhörnchen auftauchten , die ebenfalls erstmal ziemlich überfordert waren und abwarteten.

Aus Gesprächen der Polizei konnte mitgehört werden, das im Falle einer Verhaftung der Aktivisten die Aktion im abendlichen Fernsehprogramm zu besichtigen sei und hielten sich zurück.
Es gab keine Personalienkontrollen und keine Verhaftungen, trotz dem Versuch des Pförtners einen Filmer festzunehmen, der aber fliehen konnte.


Hintergrund der friedlichen Protestaktion ist das G8-Treffen in Heiligendamm, das im dortigen Kempinski-Hotel veranstaltet werden wird. Vor allem der Eigentümer der Kempinski-Gruppe wird schwer beeindruckt sein: 85 Prozent von Kempinski gehören dem thailändischen Königshaus. Die Kempinski-Häuser selbst - auch die in Halle und Heiligendamm - befinden sich im Eigentum verschiedener Immobilienfirmen.

Kempinski-Komiker

Sonntag, 1. April 2007

Nicht bestellt - nicht bezahlt

soviel wie binladenhüter habe ich an diesem anscheinend nur für mich unspannenden wochenende lange nicht erlebt. ich sinnierte eher über die kleinen dinge des lebens, zum beispiel über eine rechnung der hiesigen wok-bar. punkt 5 lautete "keine stäbchen: 0,00 euro". ich kam zum ergebnis, dass diese formulierung irgendwie inkonsequent ist, denn ich hatte noch viele andere dinge NICHT bestellt. hätten die nicht auch alle mit auf die rechnung gehört? erlösung fand ich erst im kommentar eines sonntagsblattes, wo der unnachahmliche martin schramme folgendes zum besten gab: er sei also in ein café gegangen, habe sich niedergesetzt, und schwupps - nebenan "klimmt eine zigarette". die vorstellung dieser klimmenden zigarette - direkt auf dem weg zum matterhorn wahrscheinlich - beruhigte mich ungemein.

Honecker engagiert sich für Halle


Noble Geste eines alten Mannes, der, obschon schon seit einigen Jahren nicht mehr unter den Lebenden weilend, es sich nicht nehmen lässt, weiter für die Erhaltung der halleschen Altstadt zu trommeln. Erich Honecker, ehemaliger Generalsekretär und 1. Vorsitzender, Chef des Verteidigungsrates und Ehemann der gebürtigen Hallenserin Margot, macht von einem Fenster in der Schmerstraße aus selbstlos Werbung für den nächsten Bücherbasar. Die üppigen Erlöse werden wie immer einem sehr guten Zweck dienen. PPQ hat sich spontan angeschlossen und eine, natürlich arg zerlesene, aber dennoch noch sehr gut brauchbare Ausgabe von "Mein Leben" auf die Schwelle des Bücherhauses gelegt.

Zen-Säge für Sportgeräte


Chu-Tan-Cuong, hallescher Kampfkunstmeister mit Wurzeln in Vietnam und Erfinder der Selbstverteidigungsvariante Vo-Dao-Vietnam, steht sechs Jahre nach seinem letzten gefeierten Auftritt bei "Wetten, dass..." vor einem Fernsehcomeback. Am kommenden Samstag wird der Mann aus Hanoi, der einst mit seinem Reisschalen-Trick berühmt wurde, im "Diebels" versuchen, jede Menge Baseballschläger mit der bloßen Hand zu zerschlagen. Nein, keine Komasaufen-Party, sondern eher Zen-Säge für Sportgeräte. Das Spektakel ist für Zuschauer kostenlos. Der bekannte Boxsender Pro7 strahlt in seinem "Galileo"-Magazin am 26. April einen Report über die Kleinholz-Aktion aus.

Halle baut Formel 1-Strecke


Es ist eines der größten Investitionsprojekte, das derzeit in Sachsen-Anhalt gestemmt wird, und doch ist es bisher kaum bekannt gewesen: Begleitet von umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen baut ein Konsortium um den aus Bahrain stammenden Geschäftsmann Omar Al Maktoum, der seit Anfang der 90er Jahre in Halle-Neustädter Exil lebt, am Rande des ehemaligen Neubaugebietes eine Formel 1-Strecke. Der zum Christentum konvertierte Al Maktoum gehörte lange Jahre zur Herrscherfamilie von Dubai und verfügt bis heute gerüchten zufolge über ein Milliardenvermögen in Gold, Diamanten und edlen Falken. Er verzichtete bereits im vergangenen Jahr auf zugesagte Landeszuschüsse für den Bau der nach dem historischen Vorgänger "Mitteldeutsche Schleife" genannten Rennstrecke.

Unter allergrößter Geheimhaltung geplant, fuhren am Wochenende die ersten Kipper mit Spezialasphalt, der das gefürchtete Ausdünsten von Harzen aus den Reifen der Boliden verhindern soll. Mehrere Kilometer Strecke wurden inzwischen fertiggestellt. Auch die Arbeiten an den für die Durchführung der von der FIA neueingeführten Nachtrennen notwendigen Beleuchtungsanlagen haben bereits begonnen (im Hintergrund), weitestgehend fertiggestellt ist die Außenfassade der Haupttribüne, die nach Matoum benannt werden wird.

Zur Einweihung des Hochgeschwindigkeitskurses, die für den Juni geplant ist, hat sich neben Altweltmeister Michael Schumacher nach PPQ-Informationen auch FIA-Chef Bernie Ecclestone (76) selbst angesagt, der in der Vergangenheit mehrmals angekündigt hatte, auf der Suche nach neuen Rennorten zu sein. Ecclestone auf der Suche

Die HZ hat Glück: DPA bietet jetzt auch Kindernachrichten

Spiegelmeldung

ARD-Wahnsinn: Orchester spielte jedesmal live ....

man lese untenstehende meldung und sei fassungslos, was die mit unseren gez-gebühren so alles veranstalten:

Mit der heutigen Hauptausgabe der Tagesschau geht eine Tradition zu Ende: Erstmals seit 53 Jahren wird die Titelmelodie der Hauptausgabe nicht mehr live von einem Orchester gespielt, sondern kommt aus der Konserve. Lediglich der berühmte Gong wird weiterhin vom jeweiligen Chef von Dienst geschlagen. Chefredakteur Dr. Kai Gniffke sieht die Entscheidung mit einem lachenden und einem weinenden Auge: "Im Zuge der kompletten Digitalisierung von ARD-aktuell war es die letzte logische Konsequenz." Den Brauch aufzugeben sei zwar schade, letztlich war er aber auch nicht mehr zeitgemäß. Zudem würde die Maßnahme zu Kosteneinsparung im hohen sechsstelligen Bereich führen und somit dem Gebührenzahler zu Gute kommen.

Knockout für die Ningler

Die Medien zumindest waren sich vorher einig wie immer. Mit 43 darf man nicht mehr boxen, oder doch, dann aber nur, wenn man vorher immer geboxt hat. Für die drei Millionen, die Alt-Idol Henry Maske für sein Comeback kassierte, wären die Frauen und Männer jedenfalls nicht aus ihren Schreibkabinen bei den Leitmedien in Hamburg, München und Berlin gestiegen. Und auch Maskes Argument, dass er glaube, künftig ruhiger schlafen zu können, wenn er das Gefühl los sei, eine offene Rechnung mit sich herumzuschleppen, zog bei den boxkundigen Kommentatoren nicht. Maske gehe es ja doch nur ums Geld, versuchte die monetär unverführbare moralische Einheitsfront einen linken Haken zum Herzen des Ex-NVA-Majors.

Der hat nun trotzdem geboxt und ein bisschen wohl auch deswegen. Und seine Kritiker in den Ringstaub geschickt. Ein klassischer Knockout für die Ningler. Wieviel ihm dieser Sieg, kontrolliert herausgeboxt gegen einen amtierenden Weltmeister, bedeutet, war nach dem Schlussgong zu sehen. Maske, vor Fernsehkameras sonst stets wie mit Teflon überzogen, brüllte seine Gefühle heraus.

Ab heute nun der dritte Teil in Zeitungen und Magazinen: Promis, die vorher kritisiert haben, müssen Abbitte leisten. Die Kommentatoren, die vorher lästerten, werden so tun, als wären sie schon immer ganz anderer Meinung gewesen.

Die PPQ-Redaktion lächelt nur: Wir hatten, wie unseren Lesern weiter unten empfohlen, einige Euro auf Henry Maske gesetzt. Die haben sich jetzt verdreieinhalbfacht.