Dienstag, 17. Februar 2009

Zu Gast im Knast

Die Gentlemen baten zur Kasse, wurden aber kurz darauf schon beim Automatendaddeln in einer Spielhalle am Westrand der Lüneburger Heide gefasst. Die Zwillinge, die aus dem Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe Schmuck und Uhren im Wert von mehreren Millionen gestohlen hatten, wurden heute zurück nach Berlin gebracht. Die BZ berichtet jetzt, was den beiden 27-jährigen Arabern aus Rotenburg bei Bremen im deutschen Hauptstadtknast droht: Zu Gast bei Freunden werden sie sein, die ihnen morgen früh Brot und Schwarzen Tee aus dem "Speiseplan Kostform Moslem" servieren werden.

Angela wird eingezogen

Eben noch bot uns der Münzversand MDM wegen der herausragenden Verdienste unseres kleinen Kanzlerinnen-Blogs PPQ um die Würdigung der Arbeit von Frau Dr. Angela Merkel an, uns ein Exemplar der äußerst raren Ehrenprägung "Angela Merkel" zuzusenden. Das sei "reinstes Gold, das sich jeder leisten kann", stellten die Experten klar, und dazu eine "Exklusive Würdigung der ersten Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland" für nur 29.90 (statt wie später 79.90). Denselben Brief hatten wir im Mai 2008 schon mal im Kasten, jetzt aber ist Gold natürlich ein ganz anderes Thema: Gold ist sicher, mit Merkel drauf erst recht.

Warum es das Goldkrümelchen dennoch nur in einer Auflage von 5.000 Stück gibt, lassen Gerüchte über einen bevorstehenden Währungsschnitt vermuten. Der wäre auf jeden Fall verbunden mit einem Verbot des Privatbesitzes von Gold, wie es in der Geschichte immer mal wieder verhängt wurde. Dann müssten auch alle Angela Merkel-Gedenkplaketten eingezogen werden. Und das geht natürlich schneller, wenn es nur 5.000 gibt.

Hometown im Schnelldurchlauf

Zwei Wünsche

Ach, zwei Wünsche wünscht' ich immer,
Leider immer noch vergebens.
Und doch sind's die innig-frommsten,
Schönsten meines ganzen Lebens.

Daß ich alle, alle Menschen
Könnt' mit gleicher Lieb' umfassen
und daß ein'ge ich von ihnen
Morgen dürfte hängen lassen.

(Adolf Glassbrenner)

Ewige Wahrheiten

Ein ehrlicher Politiker ist einer, der, wenn man ihn einmal gekauft hat, das auch bleibt.

Simon Cameron, US-Senator, 1862

Dummheitskoeffizient

"Der Dummheitskoeffizient scheint leider in deutschen Banken besonders hoch zu sein. Generell gilt ja die Regel: Je dümmer einer ist, umso mehr wächst das Vetrauen in die eigenen Fähigkeiten."
Der scheidende Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin im November 2008 über Bankmanager

Protestsongs gegen Rettungspaket

Sie haben Rambo befriedet und die Gefangenschaft in einem brennenden Reifenstapel überlebt, sie wurden in der FAZ besungen und singen nun selbst zornig an gegen die Folgen von Bankerboni und Merkel-Diktatur: "Waldemar, der Rennbootlenker" ist ein deutsches Schicksal in den Tagen der Krise, ein Mann, der "mit seiner Gitarre" auszieht, den "Tachometerstand" zu kontrollieren und trotz brennender Jacke nicht von seinem Posten weicht. Ein Energiesparer. Ein Verzichter. "In´n Schäddel schnell ne Pule Ruhs." Ein Mensch wie ich und Du, Bruce Springsteen und Präsident Sodann.

Montag, 16. Februar 2009

Zwillinge, bei der Geburt getrennt


Es hätte uns eher, viel eher auffallen müssen. Ex-Uno-Chef Morgan Annan und Schauspiellegende Kofi Freeman wechseln seit Jahren Funktion und wahrscheinlich auch Ehefrau, ohne dass Illuminaten und Hohlweltler auch nur die leiseste Ahnung hatten. Dabei genügten ein paar lustige Punkte im Gesicht, ein marginal geänderter Gesichtsausdruck und der Wechsel von Schlips und Hemd gegen ein T-Shirt, um aus einem distinguierten Afroamerikaner einen distinguierten Ghanaer und vice versa zu machen. Die geheime Weltregierung besteht definitiv aus Zwillingen, die ihre Karrieren als Politiker bzw. Actor offenbar seit Jahrzehnten lustig miteinander vermengen, um ihre Machtfülle zu kaschieren.
Langsam machen uns die Beispiele aus unserer "Wiedergeboren als"-Datenbank und der geheimen Zwillings-Sammlung Angst. Augenscheinlich kann man sich auf den Augenschein nicht mehr verlassen. Aber worauf dann?

Verbot der Woche: Konsequenzen für Schweden

Nach dem brutalen Neonazi-Überfall auf Gewerkschafter an einer Autobahnraststätte in Thüringen fahndet die Polizei nach drei Tatverdächtigen aus Schweden. Die Skandinavier sollen bei einem Halt an der Raststätte Teufelstal bei Jena aus einer Gruppe von Rechtsextremen heraus zwei Reisebusse mit Gewerkschaftern aus Thüringen und Hessen attackiert haben. Fünf der Angegriffenen wurden verletzt, einer davon erlitt eine schwere Kopfverletzung und liegt im Jenaer Klinikum.

Nach Polizeiangaben war sein Zustand am Montag "stabil" und "nicht lebensbedrohlich", die Bundesregierung erwägt dennoch ein sofortiges Verbot von Schweden. Der brutale Übergriff der mutmaßlichen Staatsbürger des Vorzeigestattes im Norden müsse "unbedingt Konsequenzen haben", sagte ein mit der Materie vertrauter Kabinettskenner: "Würde die NPD dahinterstecken, würden wir für die ja auch wieder ein Verbot fordern." Zuletzt hatten sich Stimmen gemehrt, die vereiste Seen in Mecklenburg, Reisen nach Thailand, Urlaub in Indien und Eishockeyspielen wegen rechtsradikaler Verstrickungen untersagen wollten.

Verner liefen

Schwelgen in Schweden, diesmal mit dem bezaubernden Jan Verner C und Charlie Chaplin. "The Last Train" ist rumpliger Unter-Folk, wie ihn Beck früher mal versucht hat. Verner aber ist richtiger Untergrund aus Akustik-Klampfe und Computerbeat. Und er macht übrigens jede Menge von dem Stoff.

Wunderwarme Wohlfühlwelt

Die Krise immer tiefer, der Hunger immer größer und zivilisatorische Fortschritte nur noch im Rtlprosiebensat1-Abendprogramm, wo Casting-Kandiodaten nicht mehr geschlagen, sondern nur noch mit lebenden Riesenschlangen umwickelt werden dürfen.

Man muss weit zurückrecherchieren in der deutschen Geschichte, um die wunderwarme Wohlfühlwelt der Jetztzeit wie ein weichgespültes Badetuch genießen zu können. 1979 etwa, auf den Tag genau 30 Jahre zuurück im Nebel der Zeit, befand das Oberste Landgericht Bayerns, dass die Prügelstrafe an den bayrischen Schulen kein Thema für ein Gerichtsurteil sei. Es berief sich dabei auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes von 1957, wonach die körperliche Züchtigung an Schulen zum "Gewohnheitsrecht" gehöre - damit sei die 1973 in Kraft getretene bayrische Schulordnung, die jegliches Schlagen verbietet, nur noch eine "Rechtsordnung ohne Gesetzeskraft".

Wie gut haben es unsere Kinder dagegen heute? Im Örtchen Kleinkühnau bei Dessau klebte eine Grundschullehrerin ihren fortgesetzt in den Unterricht schwatzenden Schützlingen vor einiger Zeit kurzentschlossen Tesa-Film über den Mund. Eine Lektion, die nach Ansicht des kindlichen Gefühlen gegenüber desensibilisierten Teils der Bevölkerung gehalten sein kann, Wirkung zu zeigen und in der Folge ganz normalen Unterricht zu ermöglichen. Generationen von jungen Menschen ertrugen die Pflasterqual ebenso mannhaft wie das Eckenstehen und das "aus-dem-Klassenraum-geworfen-werden". Angeblich unversehrt - doch die psychischen Spätschaden zeigen sich erst heute.

Das Pflasterkleben in Kleinkühnau nämlich ist den Pflasterklebeopfern der dunklen, brutalen deutschen Schulvergangenheit jetzt Anlaß für harte Gegenmaßnahmen. Die für die Abu-Ghraib-artige Foltermaßnahme verantwortliche Lehrerin wurde umgehend nach Bekanntwerden des klebrigen Tesa-Vorfalls vom Dienst suspendiert. Ihr droht der Verlust ihrer Arbeitsstelle. Dazu ermittelt inzwischen auch die Staatsanwaltschaft, wegen des Verdachts auf Körperverletzung und Nötigung.

Vor vier Jahren ahndete das Arbeitsgericht in Halle das Zukleben von vier Kindermündern durch eine Erzieherin, indem es die darauf folgende außerordentliche und fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber abnickte. Erziehungsmaßnahmen seien "in gewissen Grenzen zulässig".

Hierzu gehöre jedoch nicht körperliche Bestrafung. "Klebt eine Erzieherin einem Kind ein Stück Klebeband auf den Mund, wirkt sie körperlich auf das Kind ein", urteilte das Gericht, "ergreift sie eine solche Maßnahme um ein Kind zur Ruhe zu bringen, dann hat sie die Grenzen zulässiger Erziehungsmethoden überschritten." Solche Erziehungsmaßnahmen seien völlig unangemessen und daher unakzeptabel. "Als Erzieherin ist sie verpflichtet, Personen, die sich in ihrer Obhut befinden, vor Schäden zu bewahren. Klebt sie dagegen den ihr anvertrauten Kindern Klebeband auf den Mund, so fügt sie den Kindern eher einen Schaden zu als dass sie sie davon bewahrt."

Das Tausendjährige Reich

Von wegen Aussterben. Deutschland denkt um und bekommt wieder mehr Kinder, so viele sogar, dass die einheimische Population noch mehr als fünf blühende Jahrhunderte vor sich hat. Nach Berechnungen, die unser kleines PPQ-Demografie-Experten-Team mit Hilfe eines neuartigen Quantenrechners und aller zur Verfügung stehenden Zahlen von 0 bis 9 online durchgeführt hat, werden bei einem gleichbleibenden "Babyboom" (Tagesspiegel) durch ein anhaltendes "Umdenken der Gesellschaft" (von der Leyen) noch volle 15 Generationen von den Kindern, Enkeln und Enkelenkeln der derzeitigen Bewohner besiedelt bleiben.

Von 80 Millionen Deutschen werden bei einer Geburtenrate von 1,37 Neugeborenen pro Frau innerhalb der nächsten Generation immerhin noch fast 55 Millionen, die wiederum bekommen bei gleicher Kinderzahl noch 37,5 Millionen mal Nachwuchs. Über 25,6, 17,5 und 11,7 Millionen erreicht die Zahl innerhalb der nächsten 150 Jahre bereits unter zehn Millionen.

Um dann anhaltend schnell, aber in absoluten Zahlen im Grunde nur noch vernachlässigbar weiter zu schwinden: Anno 2200 werden noch rund 5,5 Millionen Deutsche das neue Jahr begrüßen, anno 2300 dann nur noch knapp eine Million.

Die können dann allerdings auch langsam zusammenpacken, denn sie werden beinahe Zeitgenossen der nur noch etwa 300.000 Mitglieder zählenden Generation sein, die sich um das Jahr 2450 in den weiten und weitestgehend von der Urbevölkerung entkleideten Landschaften verliert, die einmal Deutschland waren.

Das Ende wird das immer noch nicht sein: Erst weitere 15 Generationen oder umgerechnet rund 500 Jahre später werden die letzten Deutschen endgültig verschwunden sein - von heute an gerechnet bleibt also noch ein ganzes tausendjähriges Reich lang Zeit, den Babyboom zu feiern.

Kick ass from London


"The Sea": Am 24. April im Unikum.

Verhuschtes aus Dänemark


Greenpitch spielt am 22. Mai im Durchlauferhitzer. Mit "blood, sweat and tears" ist nicht zu rechnen.

Sonntag, 15. Februar 2009

Wir sterben langsamer aus

"Ich bin davon überzeugt, dass die Geburtenrate für 2007 deutlich über 1,4 gestiegen ist", verkündete die papsttreue Abtreibungsgegnerin Ursula von der Leyen im Juli 2008, nur um sich wenig später von den richtigen Zahlen belehren lassen zu müssen. Die Geburtenrate war doch nur auf 1,37 pro Frau gestiegen - weit weg von "über 1,4". Statt 48.000 Geburten mehr wie vorhergesagt gab es nur magere 12.000 mehr, knapp über der statistisch nicht erfassbaren Schwankungsbreite.

Von der Leyen aber lässt nicht ab vom Triumphgeheul, denn der Trend zeigt weiter und immer schwächer nach oben: Das Statistische Bundesamt schätzt die Gesamtzahl der Geburten im Jahr 2008 nun auf bis zu 690.000, noch einmal 5.000 mehr. Das wäre ein Wert von immer noch weit unter 1,4 pro Paar - die Deutschen sterben weiter hocheilig aus, nur ein ganz klein wenig langsamer als 2006. Denn erst ein Wert von 2 würde auch nur die einfache Reproduktion gewährleisten.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, keine Freundin von Wirklichkeit und Fakten, sprach in einem Interview dennoch frech von einer "Trendwende", die per dpa sofort als Babyboom und "Familie hat Konjunktur" ins Land geblasen wurde. Als Ursache für den marginalen Anstieg der Geburtenzahlen sieht von der Leyen gleich mal einen ganz grundsätzlichen "Mentalitätswandel". «Junge Menschen haben das Gefühl, die Gesellschaft lässt sie als Eltern nicht alleine.» So lange die Ministerin mit Lob zur Seite steht, gebähren die glücklichen wieder wie im letzten Jahr unter Rot-Grün. Ein schöner Erfolg gezielter "Familienpolitik".

Mal wieder aus dem Gedächtnis zitiert

Heute bei MDR Info: "Lange Zeit boomten Straßenstrich und Bordelle in tschechischen Städten im Grenzgebiet zu Deutschland. Doch jetzt zeichnet sich Entspannung ab."

Wer hat es gesagt?

[Die Deutschen] halten Araber für affige Wilde, für unmündige Menschen dritter Klasse, an die man noch keine aufklärerisch-humanen Maßstäbe anlegen darf. Die Zuneigung der Deutschen ist eine Art von vormundschaftlicher Verachtung. Der schwärmerische Respekt vor dem Fremdländischen ist nur Bequemlichkeit und Hochmut. Ich sehe im Multi-Kulti-Geschwärme meiner alternativen Zeitgenossen die seitenverkehrte Version des Rassendünkels von gestern.

(gefunden bei Gegenstimme)

Es war nicht alles Brot

Nein, es war gar nicht alles gut in der DDR, der Heimat aller fortschrittlichen Deutschen und Ort unserer Jugend. In der "Welt" rechnet jetzt ein Leser vor, was der Arbeiter- und Bauernstaat gewesen wäre, hätte er nicht nur 16 Millionen, sondern wie das Vereinte Deutschland 80 Millionen gehabt.

In der imaginären gesamtdeutschen DDR lebten danach heute, den Anteil der jeweiligen Berufsgruppe mal fünf genommen, 475.000 hauptamtliche Geheimdienstmitarbeiter statt wie rund 20.000. Ihnen hülfen rund 900.000 Informelle Mitarbeiter. Die Bundeswehr verfügte über etwa 950.000 Soldaten und Offiziere statt nur über 250.000, in der Landwirtschaft wären mehr als fünf Millionen Menschen tätig, nicht wie derzeit nur 560.000. Das Brot wäre billiger als sonst irgendwo auf der Welt, billiger sogar als Schweinefutter, weshalb Schweine gern mit Brot gefüttert würden. Auch dadurch wäre die gesamtdeutsche DDR der größte Brotverbraucher der Welt - pro Kopf gerechnet war das schon die alte, kleine DDR.

Dennoch blieben genügend Leute übrig, denen es nicht gut genug wäre, subventioniertes Brot zu essen und in mit 80 Prozent Staatszuschuß subventionierten Wohnungen zu leben. Deshalb säßen rund 250.000 Gefangene in Haftanstalten - statt der 75.000, die im derzeitigen kapitalistischen System sitzen.

Wiedergeboren als Schalke-Star

Es reicht, es geht einfach nicht mehr. Jahrelang hat er die Doppelbelastung locker weggesteckt: Abends stand der Mann aus Passau unter dem Namen "Bruno Jonas" auf der Bühne und amüsierte die Menschen mit politischem Kabarett. Von den ersten lustigen Schritten bei der "Münchner Lach- und Schießgesellschaft" führte die Spaßmacher-Karriere den Humoristen, dem außer dem Islam nichts heilig ist, bis in die ZDF-Fernsehanstalt, in der er an der Seite von Matthias Richling und Georg Schramm am offenen Hirn praktizierte. Dennoch fand Jonas tagsüber Zeit, schön zurechtgemacht und in kurzen Hosen als vermeintlich 30 Jahre jüngerer "Heiko Westermann" beim FC Schalke 04 und in der deutschen Nationalmannschaft Fußball zu spielen.

Aufmerksamen Beobachtern entging nicht, dass "Westermann" Fußball spielte wie "Jonas" Witze, doch erst unbekannte Hacker, die mit Hilfe des Bundeswehr-Wurms Conficker in die PPQ-Wiedergeboren-Datenbank eindrangen, gelang es, nach der vereinsinternen Freistellung für Kevin Kuranyi auch das fatale Doppelspiel des Fußball-Kabarettisten zu enthüllen.

Samstag, 14. Februar 2009

Im Schiff nach irgendwo, Gespräch im Zwischendeck

A) ich frage mich, ob das vor allem in deutschland so ist: diese genuessliche faszination am derzeitigen "untergang", mit seinen stuendlich upgedatedeten superlativen im "krisenticker" und periodisch posaunten vokabular die "duester", "staerker als von allen experten erwartet" oder "horrorszenario". und das war nur das radio und das web, man moege sich nich ausdenken was im fernsehen los ist.

denn zumindest hier in dresden sind die supermarktregale ja noch voll. und eben war im deutschlandfunk einer, der ahnung zu haben schien und sagte, ja, in den us wahrscheinlich milder aufwaertstrend wieder in I/2010 wenn nich schon vielleicht sogar ab III/2009. irgendwie hatte ich mir den weltuntergang permanenter vorgestellt.
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B) das ist einfach publikumswirksamer als die nachricht "nichts neues vom weltuntergang", die sie, müssten sie ehrlich sein, stündlich zu bringen hätten. andererseits hast du recht, beim letzten weltuntergang sprangen die banker noch aus dem fenster und die leute holten das geld mit schubkarren aus dem lohnbüro. dafür ist der jetzige untergang recht kommod.

blöd ist, dass es keiner richtig weiß, ob er ist oder nicht, ob die panik übertrieben oder eher stärker angebracht wäre. wenn ich mir die wirtschaftsdaten anschaue, ist da nur schaum aufm wasser. aber wenn ich die krisenbekämpfungsmaßnahmen sehe, schwant mir böses. übrigens: im september stand die welt für fünf stunden wirklich vor dem untergang. da wurden in zwei stunden 550 milliarden $ aus amerikanischen bankkonten gezogen. viel mehr ging nicht. das hat uns damals keiner gesagt, logischerweise. aber kurze zeit später kam die merkel und erklärte alle bankguthaben für sicher ;-) dann wurde die kurzarbeiterregelung. erweitert, während vorn auf der bühne noch "die krise trifft uns nicht" geflunkert wurde. denen allen geht der arsch sowas von auf grundeis. wie heißt es im film "die welt is im wandel.."
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A) da ist mein punkt: welcher prozentsatz der krisendynamik ist eigendynamik durch untergangshype? ich bezweifle, dass irgendeine analystenclique die formel zur berechnung des ausmasses hat. die krisenbekaempfung hat auch zwei aspekte: zum einen das notwendige, zum anderen das element, dass zur bekaempfung eines superlativs ja immer neue superlative aufgefahren werden muessen, um den eindruck zu erwecken, man haette den orginalsuperlativ im griff. den republikaner in den usa beispielsweise sind da reservierter als liberale in europa, wenn es darum geht, dem grosskapital mit steuergeldern den arsch und damit das system zu retten. das finde ich bemerkenswert.

mit anderen worten: all die, die kurzarbeit ansetzen und milliarden beantragen... haben die alle individuellen durchblick und gelangen zu dem selben szenario was wahrhaft duester is? oder is das alles eine art brummkreisel wo ein wort das andere gibt und der superlativ zum handlungsmaxim fuer saemtliche handelnden wird?
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B) ich traf neulich den chef einer ziemlich großen, aber irgendwie doch noch mittelständischen firma. 200 filialen, 1000 mitarbeiter. er sagte, der jahresanfang war scheiße. das, glaubt er, lag am wetter.
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A) wenn es allerdings so is, is die schauderliche faszination am untergang vermutlich einer der herausragenden risikofaktoren bei dem ueberkommen einer krise durch eine voellig uebersaettigte westliche gesellschaft.
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B) das sehe ich genauso. der thrill, das ist es, ist es doch immer. und was die westliche gesellschaft betrifft, braucht die den ja auch. guck uns alle an. haben alles, brauchen nichts mehr. kaufen aus langeweile, nicht weil wir müssen. die krise ist so gesehen unterhaltung wie alle andere auch.
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A) du hast ja sogar einen krummdolch. wir standen letztens im saturn und sagten: wenn wir mal zusammen wohnen, was stellen wir da eigentlich hin, wo bei anderen das tv steht?
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B) und in einem buch aus den 30er jahren fand ich neulich was bemerkenswertes. these dort: erst war das rad, dann die dampfmaschine, dann die elektrizität, dann mobilität, dann kommunikation, konsum meinetwegen auch noch. es gab jedenfalls immer eine neue technologie, die revolutionär genug war, verwertungsketten neu zu erschaffen, bedarf zu produzieren usw. aber wo sehen wir heute sowas? in den entwickelten volkswirtschaften ist doch der wettbewerb um die konsumkraft jedes einzelnen bürgers das einzige, was noch wachstum produziert. im rest der welt stehen allerlei hürden vor dem großen sprung in die westliche wohlstandswelt.

eine wirklich neue technologie, sowas wie flugautos, eroberung ferner planeten, eine gesundheitsrevolution in richtung konsum von langlebigkeit oder irgendwas, was ich auch nicht weiß, sehe ich nirgends, nichts mal aufschimmern. wie lange können aber lcds größer werden, handys universeller einsetzbar, internetanschlüsse schneller und dvds hochauflösender, ohne dass das interesse daran erlahmt?
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A) ja, da hast du recht. es steht echt nix neues am horizont, und das nicht nur technologisch, sondern auch kuenstlerisch, literarisch, politisch, kulturell oder sonst was. nur noch variationen. "jetzt fuer kurze zeit." allerdings: jeder dieser schritte hat in umgekehrter weise nicht nur die welt dramatisch zusammenschrumpfen lassen, so dass wir heute grad mal drei, vier einigermassen autonome wirschaftsraeume haben. und damit natuerlich den raum fuer neuentdeckungen vereengt. andererseits haben sich aber die menschen evolutionsartig veraendert. da ist keine frontier mehr in amerika, kein unbesiedelter flecken, der weltraum ist zu teuer, und so haben wir uns auf wohlfuehltechnologie verlegt. und bei den meisten menschen, die mich umgeben, bin ich mir sicher: wenn bis zu deren lebensende arbeitsspeicher immer groesser und handys immer kleiner und flatrates immer guenstiger wuerden... denen reichte das fuers leben. hier wuerde doch, kurz gesagt, niemand mehr ein schiff nach irgendwo besteigen wollen. das war frueher. das hat uns da hin gebracht wo wir heut sind, aber eben nich mehr weiter.
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B) genau so ist es.aber mal ehrlich: wieviele superstars und supermodels gehen die noch mitsuchen? 5? 12? 22?
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A) ich fuerchte das ist eine ewige schleife: deutschlands superstar, dann girlgroup, dann model, dann koch, dann bauer, dann talent, dann sich-von-schulden-befreier, dann am-meisten-abnehmer, dann bestimmt am-saubersten-nacktputzer und vielleicht auch schnellsten-schnitzelesser, um die zwischenspeicher so weit belastet zu haben, das die neue season los gehen kann.
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B) nur wie oft werden die bayern noch meister und kriegen applaus dafür? dreimal? 22 mal? 711 mal? wird die 12. wm in deutschland das 12. sommermärchen bringen? oder kommt noch irgendwas anderes? irgendwann? irgendwas?---