Montag, 30. November 2009

Ein bisschen Spaß muss sein

Anders Levermann erforscht am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung "die möglichen Auswirkungen des Klimas auf die Gesellschaft", wie Telepolis in einer Art selffullfilling-Formulierung raunt. Anders Levermann aber, der uns als "eine Art Orakel, ein Weiser" vorgestellt wird, kann noch mehr. Nämlich lustig sein. Auf die Frage, wie die Welt in fünfzig Jahren aussehen werde, entwirft der Wissenschaftler doch glatt drei Szenarien, unter denen zwei Apokalypse sind, menschengemacht. Und eines zeigt die Welt, wie sie nach Meinung Levermanns früher war: "vor der Industriellen Revolution. In dieser Welt gab es keine Emissionen. Das Klima bleibt wie es ist. Natur. 0 Grad Erwärmung".

Nächste Woche will Anders Levermann dann verraten, wann genau "vor der Industriellen Revolution" gewesen ist, ob das Klima wirklich die ganzen 4,55 Milliarden Jahre seit der Entstehung der Erde immer exakt gleich blieb und wie es die Vorväter schafften, in diesem Paradies jahrtausendelang immer kurz vor dem Aussterben zu stehen.

Stunk beim Gebührenfunk

Wie sich doch die Zeiten ändern. Als der seinerzeit rot-grün dominierte ZDF-Verwaltungsrat den Journalisten Nikolaus Brender zum Chefredakteur des ZDF machte, war das eine politische Entscheidung. Brender, als junger Mann CDU-nah, später aber in eher linken Sendern wie dem WDR sozialisiert, galt seinem "roten Freundeskreis B" als Gewährsmann dafür, die richtige politische Linie im Sender zu vertreten. Das tat Brender zuverlässig ein Jahrzehnt lang. Das ZDF baute die Informationsschiene ab, politische Magazine verschwanden. Das Image des altbackenen Omaopa-Senders aber blieb, obwohl zuletzt sogar der erträgliche Digitalkanal ZDF doku geschleift wurde, um mit ZDF neo eine Abspielschiene für Tierdokus und die Telenovela "Bianca – Wege zum Glück" zu schaffen.

Dabei mühte sich Brender doch. Zur Geburtstagsfeier des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Beck luden Staatskanzlei und ZDF zum Beispiel gleich gemeinsam ein. 700 Gäste wurden von "heute"-Sprecherin Petra Gerster durch den Abend geführt, der die politische Unabhängigkeit des deutschen Gebührenfunks nachdrücklich bewies: Landesregierung und ZDF teilten nicht nur den Spaß an der Sache, sondern auch die Kosten der Party.

Klar, dass die Verweigerung einer Vertragsverlängerung für Nikolaus Brender nur elf Monate später eine "Welle der Empörung auslöst", wie das Medienmagazin turi2 in einer originellen Formulierung zusammenfasst. Von Welt über SZ bis Faz und Focus wird allenthalben "politische Einflußnahme" gewittert. Denn nun ist die konservative Bank im Verwaltungsrat des ZDF besser als die linke besetzt - und sie kann damit tun, was noch alle Verwaltungsräte zuvor taten: ihre Interessen durchsetzen.

Was seinerzeit bei der Ernennung von Brender völlig normal war - dass sich die politische Mehrheit für ihren Staatssender einen Transmissionsriemen sucht, der ihre Interessen wenn nicht vordergründig wahrt, so doch im Hinterkopf behält - gibt jetzt einen "schwarzen Tag", wie das turi2 bang flötet: "Die Entscheidung des ZDF-Verwaltungsrates, den Vertrag von Chefredakteur Nikolaus Brender nicht zu verlängern, hat eine Welle der Kritik an der Einflussnahme der Politik am öffentlich-rechtlichen Rundfunksystem losgetreten". Aufruhr und Entsetzen überall, als wäre in den Schreibstuben gerade zum ersten Mal entdeckt worden, dass öffentlich-rechtlicher Rundfunk von alters her von den Parteien gelenkt und kontrolliert wird.

"Deutschland ist von heute an Berlusconi-Land", fantasiert Spiegel-Online-Experte Markus Brauck sich in die Welt der Superlative. Die Grünen wollen gar mit einer Klage vor das Verfassungsgericht ziehen, um die Entscheidung anzufechten.

Ja, genau die Grünen, deren Vertreter im ZDF-Fernsehrat den damaligen Intentanten Dieter Stolte im Jahr 2000 gemeinsam mit ihren SPD-Kollegen in einem Brief aufforderten, ein neues politisches Magazin immer abwechselnd mit dem als links geltenden "Kennzeichen D" auszustrahlen. Um die redaktionelle Unabhängigkeit besorgt sind sie da wohl gewesen.

Minarette sich, wer kann

Quedlinburg hat sich ebenso dagegen entschieden wie Dresden, Oranienbaum verweigert sich genauso wie Naumburg. Demokratisch gewählte Abgeordnete bewiesen dort schon vor Jahren, wie sich die Religionsfreiheit von unten aushebeln lässt: Mit Hilfe tückischer "Gestaltungssatzungen" bestimmen die Behörden mit bei Hausbau und Sanierung. Niemand darf bauen, was nicht den engen bürokratischen Vorschriften, die von Traufhöhe bis Fensterbreite, von Dachfarbe bis Kellertiefe alles in eine enge Schablone pressen.

Türme, die die Firsthöhe um ein Drittel überragen, sind danach unter keinen Umständen genehmigungsfähig. Doch gegen wen sich die vermeintlich unpolitischen "Satzungen" richten, die angeblich nur der Bewahrung eines Deutschlands dienen, wie es Karl der Große noch kannte, wird nun durch die widernatürliche und langfristig schädliche angebliche "Volksabstimmung" gegen Minarette in der Schweiz deutlich.

In Deutschland braucht es dazu kein Plebiszit, dessen "Ergebnisse nur die Falschen freuen" (Wolfgang Thierse). Hierzulande erledigen das Zügeln der Religionsfreiheit im Hochbau demokratisch gewählte Angeordneten, ohne dass es überhaupt auffällt. Nach Quedlinburg, Dresden, Oranienbaum und Naumburg kam das Minarettverbot durch die Hintertür. In die Schweiz poltert es vorn herein.

Wer hat es gesagt?

... aber es wäre thöricht, sich von der Zurechtweisung aufdringlicher Erscheinungen durch das Bedenken abhalten zu lassen, daß man ihnen neuerlich "Reklame" macht.

Wer hat es gesagt?

In Deutschland läuft vielfach das Engagement auf Geblök hinaus, auf das, was alle sagen, oder wenigstens latent alle gern hören möchten.

Sonntag, 29. November 2009

Wofür wir gern werben: Kurbanfleisch

Das ist doch mal ein Statement von uns und unserem Werbepartner, der nach Experten baldigst untergehenden Internet-Klitsche Google. "Opfern in Bosnien - Kurbanfleisch für Menschen in Not", trompetet der US-Netzgigant in unserer Rechtsaußenspalte, seitdem wir uns hier völlig zurecht empört gegen die Entscheidung zahlloser unbelehrbarer Schweizer Nachbarn gewandt haben, den Bau von formschönen Minaretten künftig demokratisch unterbinden zu wollen.

Im ersten Lesen bleibt sicherlich unklar, wer da in Bosnien für welchen guten Zweck geopfert werden soll. Wird Oberst Klein wieder wie damals in Varvarin Bomber anforden, um die Ungläubigen zu bestrafen? Aber nein, Oberst Klein tat ja Dienst in Afghanistan, der Nato-Angriff auf die Zivilisten in Serbien hingegen erfolgte ja durch einen Luftangriff der NATO während des Kosovo-Krieges.

Völlig zurecht natürlich, wie das Landgericht Bonn in der Abweisung einer Klage von Opfern und Hinterbliebenen befand. Von Nato-Bombern angegriffene Kläger können sich "als Individuen nicht unmittelbar auf Schutzwirkungen von zwischen Staaten geschlossenen Verträgen berufen". Dafür aber bekommen die Nachbarn in Bosnien nun wenigstens lecker "Kurbanfleisch", lebend geschlachtetund mit Liebe geschenkt. Das haben Schafe, Ziegen und Kühe gespendet, die, "wenn es ungewöhnlich große Mengen an geschächtetem Fleisch gibt", auch eingefroren werden. 2"005 verteilte das Islamic Relief-Büro in Bosnien-Herzegowina 1.244 Opfertiere als gefrorenes Fleisch an etwa 7.700 Menschen." Auf dass es wärmer werde unter den Religionskrieger. Gutes tun, kurz vor dem heiligen Abend - zweifellos ein Höhepunkt unserer sensiblen Chronik "Wofür wir gern werben".

Nicht weiter aufregen

Eben fragte sich unser überkorrektes PC-Board noch, ob der klampfende Liedermacherdarsteller "Stephan Krawczyk wirklich wahnsinnig geworden" ist, als es ihm der picklige junge Mann (Bild oben) mit den schlechten Zähnen und dem explodierten Hamster auf dem Kopf geradewegs nachmachte: Pete Doherty hat laut haupt- und nebenamtlicher Nachrichtenagentur dpa "in München für einen Eklat gesorgt". Normalerweise lässt sich der 30-Jährige dabei mit heruntergelassenen Hosen beim Koksen erwischen, doch mit seinem "Überraschungsauftritt im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks" reihte er sich in die Phalanx der Ewiggestrigen und Nichtbelehrbaren ein: Er "stimmte offenbar die erste Strophe des Deutschlandlieds «Deutschland, Deutschland, über alles» an". Damit war der juvenile Spaßvogel jedoch an das falsche Publikum geraten. Das reagierte nämlich mit "Buhrufen, Pfiffen und ausgestreckten Mittelfingern". Wirklich grandios ist jedoch die Reaktion des BR. Der hatte zunächst weder das Konzert noch die Radioübertragung abgebrochen. Erst nach weiteren fünf Liedern war der "Skandal-Rocker" (dpa) von der Bühne gebeten worden: "Man habe das extrem gespaltene Publikum nicht weiter aufregen wollen."

Stephan Krawczyk hat uns auf Nachfrage übrigens inzwischen wissen lassen, dass er mit seinem Deutschland-Deutschland-Gesang vorm Bundespräsidenten keineswegs bezweckte, den tapferen Ex-Banker querköpfig mies zu machen. Die westliche PC-Diskussion über die richtigen und falschen Strophen habe bei seiner Sozialisation tatsächlich keine Rolle gespielt, bestätigte er die Spekulation, die PPQ-Leser R.A. angestellt hatte. Die ganze Hymne sei in der DDR tabu gewesen, wenn also das Deutschland-Lied angesagt werde, liege es nahe, mit "Deutschland ..." zu beginnen.

Dass er das dann auch getan habe, sei kein Akt des Widerstandes gewesen, sondern schlicht ein Versehen.

(Danke an PPQ für die Ergänzung!)

Austritt aus der Völkerfamilie

Thyssen-Aufsichtsrat Peer Steinbrück und Libyens Staatschef Gaddhafi haben es schon immer gewusst: Die Schweiz ist kein demokratisches Gemeinwesen, sondern ein Land der Räuber, Hallunken und Ausländerfeinde. Jetzt haben die Schweizer einen weiteren Schritt aus der kuschelwarmen Völkerfamilie getan. Nach dem Endergebnis eines "Referendums", das in Deutschland und anderen wirklich demokratischen Ländern zum Glück undenkbar wäre, stimmten mehr als 57 Prozent der Eidgenossen für "die Initiative zweier rechtspopulistischer Organisationen", wie der Auslandsarm des deutschen Gebührenfunks "Deutsche Welle" klimaneutral formuliert. Die Schweizerische Volkspartei und die Eidgenössisch-Demokratische Union erreichten damit, dass ein Verbot zur Errichtung von Moscheen mit Gebetstürmen in der Schweizer Verfassung verankert wird, die damit nach deutschen Recht verfassungsfeindlich wird.

Noch ärgerlicher für den ehemaligen Arbeiterführer und Krisenretter Peer Steinbrück aber ist das Ergebnis einer zweiten Abstimmung. In der sprachen sich 68 Prozent unbelehrbarer Schweizer Friedensfeinde und Kriegsliebhaber gegen ein sofortiges Verbot von Rüstungsexporten für Schweizer Firmen aus, das fortschrittliche Kräfte im Schweizer Volk gefordert hatten. Nur rund 836.000 Stimmen bekam das von der SP, den Grünen, zahlreichen pazifistischen, feministischen, kirchlichen und umweltpolitischen Organisationen sowie Hilfswerken unterstützte Volksbegehren.

Schade für den Standort Deutschland, schade ganz besonders Steinbrücks Unternehmen Thyssen, das als Ersatzlieferant sicher gern bereitgestanden hätte.

Samstag, 28. November 2009

You´ll never walk alone

Unfassbar! Unglaublich! Total überraschend! Nur drei Tage, nachdem unser kleines halblegales Sportwetten-Board PPQ nachdrücklich darauf hingewiesen hat, dass es Überlegungen gibt, die Berichterstattung über den "größten Wettskandal aller Zeiten" (dpa) demnächst auch auf Eishockey, Basketball, Handball und Tennis auszudehnen, setzt das ehemalige Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" ein erstes Zeichen für mehr und ausgedehntere Aufregung. "Der Wettskandal, der den europäischen Profifußball seit anderthalb Wochen erschüttert, nimmt immer größere Dimensionen an", fabuliert das Magazin. In den Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft fänden sich Verdachtsmomente, "wonach auch ein Frauen-Doppel im Tennis im vergangenen April im marokkanischen Fes verschoben worden sein soll". Unter Manipulationsverdacht stehe dazu ein Playoff-Spiel der Basketball-Bundesliga im Juni. Nächste Woche dann in diesem Theater: Alles noch schlimmer? Als erwartet? Hängst die Wettmafia auch bei "Wetten, dass" mit drin? Kaufte sie auch bei der Bundestagswahl? Half Ante Sapina Angela Merkel ins Amt? Wird Walter Steinmeier nun doch noch Kanzler?

Aktion befreiter Hörsaal

Die Studentenproteste. Hier bei uns in Dresden. Ja, junge Leute suchen nach Sinn, kämpfen gegen das System, streiten für eine bessere Zukunft. Sind sie endlich selbst. Und ja, langsam wird ein Staat draus, mit Arbeitsgruppen, die Selbstbeschreibungen liefern. Sowas hat der Bundestag nicht. Nein, niemals.

AG Begrüßung

# Fragestellung: Was wollen wir den Leuten sagen, wenn sie reinkommen?
# Begrüßungsvorgang:

Begrüßung: Hallo, Chatten, ein wenig nach Feedback fragen
Information über Programm, Ideen: z.B. heute Abend ist Plenum,
Abendessen, Bier.


AG VoKü

Hier werden täglich Leute ab 16:30 Uhr zum kochen und schnibbeln
gesucht, sodass auch weiterhin um 18:00 ein leckeres Menü bereit
steht. Das Essen ist immer vegan und kann meist auf Wunsch mit Fleisch
'verfeinert' werden.

AG Chilln

Einfach mal die Seele baumeln lassen und ein bisschen chilln!
Vielleicht gibt es kommende Woche auch einen Workshop "Entspannung/ Meditation"

AG_iraffe

AG_iraffe beschäftigt sich mit gewaltfreier Kommunikation. Wir wollen
einerseits persönlich in Gesprächen weiterkommen, andereseits aber
vorallem im Pot81 akut die Diskussionskultur verbessern, damit es zu
weniger hierarchiebedingten Synergieverlusten kommt.
Dabei wird unter anderem die Theorie nach Dr. Marshall Rosenberger erarbeitet.

AG Weihnachtsbaum

Da der Prozess länger dauern wird und auch muss, denn es geht hier um
für uns sehr wichtige und existentielle Themen, stellen wir uns auf
eine längere Aktion ein. Deswegen sollten wir uns schon jetzt auf die
Adventszeit einstellen, praktisch soll das heißen
Plätzchenbackworkshops, Weihnachtsbaum und -schmuck zu organisieren.

Freitag, 27. November 2009

Klimatod durch frische Luft

Das Freunden der Natur als CO2-Fabrik bekanntgewordene Umweltbundesamt (UBA) appelliert zum Schutz des Klimas für einen freiwilligen Verzicht auf das Öffnen von Fenstern im Winter. «Grundsätzlich wäre es europa- und verfassungsrechtlich durchaus möglich, das Öffnen während der kalten Jahreszeit zu verbieten», sagte Jens Schuberth, Energiefachmann beim UBA der staatlichen Agentur dpa. Dies halte die Behörde jedoch angesichts des damit drohenden Ausmaßes an Bürokratie nicht für unbedingt sinnvoll. «Besser ist, den gesunden Menschenverstand einzuschalten, der sagt, Fenster zu öffnen schadet der Umwelt durch den Ausstoß von C02.»

Dabei gebe es kaum Unterschiede zwischen Fenstern von Wohnungen, die mit Gas, Fernwärme oder mit Strom beheizt werden. «Beides ist nicht gut für das Klima», sagte er. Das Beheizen von Außenflächen vergeude wertvolle Energie, schon die Idee, die Straße zu beheizen sei widersinnig. In Zeiten des intensiven Klimaschutzes sei es überholt, Fenster im Winter zu öffnen, während andererseits mit großem Aufwand Energie in Innenräumen und bei der Sanierung kompletter Gebäude gespart werde. «Da beißt sich die Katze in den Schwanz», sagte Schuberth.

Die Argumentation von Mietern und Hausbesitzern, durch das Fensteröffnen werden "frische Luft in die Wohnung gelassen", bezweifelte der Energiefachmann. «Mit dem Fensteröffnen werden Außenbereiche beheizt, denn dabei entweicht stets warme Luft nach außen». Schuberth räumte ein, dass ihm keine verlässlichen Statistiken über die Anzahl der in Deutschland vorhandenen Fenster sowie deren jährliche Öffnungsdauer bekannt sind. Bei mehr als 30 Millionen Wohnungen in Deutschland, die über mehr als 150 Millionen Fenster verfügten, würden aber schon bei einer täglichen Öffnung eines Bruchteils Millionen Tonnen des Klimagases CO2 zusätzlich in die Atmosphäre geblasen.

Kostbarkeiten der Agenturliteratur

Nicht wegen Mordes oder wegen Totschlages, sondern wegen Vollrausches wurde ein Mann jetzt verurteilt, vermeldet die staatliche Nachrichtenagentur dpa. Unbestritten war, dass der Täter seine Frau erstochen hatte. Zuvor allerdings habe er Alkohol getrunken, bis er vier Promille im Körper hatte. Das reicht hierzulande, straflos meucheln zu dürfen. Zum Glück aber ist Vollrausch ja in Deutschland auch eine Straftat. So muss der 50-Jährige nun doch hinter Gitter. Die Strafe sollte anderen Freunden von Bier, Schnaps und Wein zu denken geben: Für einmal zuviel getrunken gibt es hier dreieinhalb Jahre Knast, der Strafrahmen reicht aber sogar bis fünf.

Donnerstag, 26. November 2009

Foodwatch warnt, das Jahr ist rum

Bettlägerige und komatöse Gesellschaften, so lehrt die Geschichte, werden ganz am Ende nur noch von Ritualen zusammengehalten, an deren eigentlichen Zweck sich niemand mehr erinnert. Das Jahr in Deutschland teilt sich deshalb ganz einfach auf: Im Mai der ADAC-Tunneltest, kurz danach der ADAC-Brückentest, gefolgt vom "Kriechtier des Jahres", der "Blume des Monats" und dem "bedrohten Baum der Saison", gewählt von führenden Förstern und Zoodirektoren, ehe dann der große ADAC-Raststättentest kurz vor dem großen ADAC-Fährentest und die Bekanntgabe des "Insekts des Jahres" die Urlaubszeit einläutet.

Ist die überstanden, gibt es immer den Schulranzentest - und nun schon im vierten Jahr die Warnung der Organisation Foodwatch vor Uran im Trinkwasser. Seit der ersten urkundlichen Erwähnung der bis dato unbekannten Gefahr im Jahr 2006 jagt die vom ehemaligen Greenpeace-Chef Thilo Bode gegründete Organisation traditionell einmal im Jahr die Tschernobyl-Angst durchs Land um zu signalisieren, dass es schlimm steht um Land und Leute.

Inzwischen werden die Alarmrufe auch immer aufgeregter, schriller und sie kommen in immer kürzeren Abständen. Im Mai erst hatten die Bode-Truppen herausgefunden, dass trotz aller Warnungen in den Vorjahren immer noch Uran im Mineralwasser ist. Jetzt wird bekannt, dass Gleiches auch für das normale Trinkwasser gilt, aus dem zahlreiche Mineralwasser hergestellt werden: Es enthält zum Teil "mehr als zehn Mikrogramm Uran pro Liter" (Foodwatch).

Allerdings enthält jeder Erwachsene mit 30 bis 60 Mikrogramm noch mehr Uran als ein Liter Wasser. Tomaten, Gurken, Duschwasser und das Beckenwasser im Freibad sind mit Uran geradezu verseucht, selbst in der Wurst ist Uran, im Schweinebraten, im Kirschkuchen, in der Milch, im Sicherheitszündholz und in der Zigarette. Schlecht zubereitet? Fahrlässig angerichtet? Achiwo: Jede Tonne Erdkruste enthält etwa 2,3 Gramm Uran. Was automatisch zur Folge hat, dass Trinkwasser, Böden und Nahrungsmittel voller Uran sind und sogar die Luft 0,04 Milliardstel Gramm pro Kubikmeter enthält.

An Entseuchung ist da nicht zu denken. Schön für Thilo Bode, denn der wird auch im nächsten Jahr wieder warnen und die Gesellschaft damit zusammenschweißen können.

Vom Himmel hoch

Höher, größer, teurer - sieben Jahre lang ließ Dubais Herrscher Scheich Muhhammed bin Raschid Al Maktoum keinen Zweifel daran, dass er entschlossen ist, aus seinem kleinen Scheichtum eine Weltmacht zu machen. Maktoum, unter dessen Feudalregierung die einheimischen Dubaier leben wie im siebten Himmel, weiß, dass Dubai keine nennenswerte Öl-Förderung hat und der Freihafen allein nicht ausreicht, den hohen Lebensstandard der gerade mal 200 000 Staatsbürger, von denen mehr als 50 000 Dollar-Millionäre sind, auf Dauer zu halten. Der Staat, der hier der Scheich und seine Familie ist, gibt Posten und Lehen, er beschenkt jeden, der volljährig wird, mit Grund für ein Haus, und jeden Einheimischen, der eine Einheimische heiratet, mit Geld für ein Haus.

Das will bezahlt werden. Und das kann es auch, glaubt Maktoum. Schließlich liegt sein Land auf halber Strecke zwischen Europa und Asien / Australien, so die Spekulation. Wenn es nun gelänge, einen Teil der Menschen, die das seit Jahren explosiv wachsende Luft-Drehkreuz benutzen, mit Hilfe attraktiver Erlebnisangebote für drei, vier Tage im Land zu halten, würde auch viel Geld im Land bleiben.

Diese durchaus rationale Überlegung war es, die den Bauboom am Golf anstieß. Höher, größer und teurer garantierte jahrelang Schlagzeilen vom Westen bis in den asiatischen Osten, Schlagzeilen aber brauchte Dubai, um seine Hotels zu füllen und Reisende an die kurzen und keineswegs atemberaubend schönen Strände zu locken. Das höchste Haus, das teuerste Hotel, die am schnellsten gebaute U-Bahn, das größte Disneyland weltweit und all die Inseln in Palmen- und Erdballform - sie waren vor allem immer dazu gedacht, Aufmerksamkeit auf das kleine Land zu lenken.

Das ist gelungen, doch die Hotels sind immer noch nicht voller. Nun muss Muhammed Al Maktoum, Vater von sieben Söhnen und neun Töchtern, Pferdezüchter und Hobby-Querfeldeinreiter, die Notbremse ziehen und er erschüttert damit die Weltfinanzmärkte. Nachdem seine Regierung die Gläubiger der staatseigenen Investmentgesellschaft für Immobilien um einen Zahlungsaufschub bis Mai 2010 gebeten hat, geht es an den Weltbörsen abwärts. Dubai World, eine Art Westentaschen-Privatbesitz von Maktoum wie das ganze Scheichtum, soll Verbindlichkeiten in Höhe von fast 60 Milliarden Dollar haben, drei Viertel der Staatsschulden Dubais.

Die will Dubai bis zum 30. Mai 2010 nicht mehr bedienen. Vorerst. was danach wird, weiß wohl auch Maktoum noch nicht genau. Beim Warten auf ihr Geld können die Investoren aber jedenfalls schon mal über die großartigen Gedichte des Herrschers nachdenken: "Nicht jeder, der ein Pferd reitet, ist auch ein Jockey", hat der größte lebende dubaiische Dichter einst geschrieben. Und den Vers aus lauter Begeisterung über sich selbst als bewohnbare Inselkette vor die Küste seines Emirats aufschütten lassen. Sein kleiner Wunsch dabei: Sie müsse groß genug sein, dass künftige arabischsprechende Astronauten das Poem auch aus dem Weltraum lesen können.

Internet-Gau beim Spiegel!

Das ehemalige Nachrichtenmagazin wieder ganz vorn: "Google-Gau im Internet", dichten die Praktikanten. Denn "Wer bei Google nach Bildern der US-Präsidentengattin Michelle Obama sucht, bekommt als erstes Ergebnis eine beleidigende Montage serviert, die Obama als Primaten zeigt", enthüllt die Illustrierte. Google habe sich zwar inzwischen entschuldigt, weigere sich aber, das Bild aus dem Internet zu nehmen. Angeblich könne die Suchmaschine das Foto nicht entfernen, weil es auf der Seite Flytsylelife stehe und nicht auf einer von Google selbst betriebenen Firmenseite.

Die ganze Wahrheit aber ist noch viel grausamer: Selbst wenn Google das Bild aus dem Suchindex entfernen würde, bliebe es 1. im Internet stehen und 2. sogar von Deutschland aus abrufbar. Dazu reicht es, auf die Seite des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zu gehen. Wer dort "Michelle Obama" eingibt, bekommt als erstes Ergebnis eine beleidigende Montage serviert, die Michelle Obama als Primaten zeigt. Auf unsere Beschwerde hin hat uns Google inzwischen mitgeteilt, dass es der Suchmaschine nicht möglich sei, Bilkder, auch wenn sie eindeutig rassistisch sind, aus dem Internet zu entfernen. In diesem Fall stehe das rassistische Fotomotiv auf der Seite des "Spiegel", in die Google nicht eingreifen könne.

Mannichl: Pannen bei CSI Fürstenzell


Kurz vor dem ersten Gedenktag an das Messer-Attentat auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl meldet nun auch die Qualitätszeitung Die Zeit "mehrere Pannen" bei den Ermittlungen. Direkt nach der Tat hatte unser kleines Privatermittlerboard PPQ zwar schonauf die Ungereimtheiten hingewiesen, jetzt aber gab der Ermittlungsleiter zu, "sein Team habe kein DNA-Material bei dem Opfer gesichert" (Zeit). Obwohl Mannichl angegeben hatte, "er habe mit dem Täter gerangelt", sei es versäumt worden, DNA-Material unter den Fingernägeln des Opfers zu sichern, schreibt "Die Zeit".

Nicht erklärt wird, wie ein "Rangeln" Anfang Dezember aussieht, bei dem DNA-Spuren unter Fingernägel gelangen - war der rechtsextreme Täter im kurzärmligen Hemd erschienen? Rangelte Mannichl mit ihm durch beherzte Griffe ins Gesicht? Früheren Angaben nach trug der Täter ja Handschuhe, was erklärte, warum am zur Tat benutzten Lebkuchenmesser keine DNA-Spuren gesichert werden konnten. Aber wieso "rangelte" Mannichl plötzlich überhaupt? Wo er doch bislang stets angegeben hatte, der Angriff habe nur "Sekunden" gedauert. Gerade lang genug, ihn erkennen zu lassen, dass ein "Rechtsextremist" ihn angreife, nicht aber lange genug, dessen Gesicht zu beschreiben?

Nicht die fehlende DNA-Probe, sondern die fehlende Frage, wo denn Täter-DNA hergekommen sein sollte, fügt sich ein in das Bild einer Ermittlung, die vom ersten Moment an mehr politisches Kaspertheater war als ernsthafte polizeiliche Tätersuche, un ddie flankiert wurde von einer geradezu besinnungslosen Berichterstattung.

Festgenommen wurden angeblich dringend Tatverdächtige, die eine Nachbarin des Opfers vier Kilometer entfernt vom Tatort in lockerem Gespräch gesehen hatte. Gefahndet wurde nach einem Gesichtstätowierten, den sich eine Arbeitskollegin von Mannichls Frau ausdachte. Drei Wochen und drei schwere Schneefälle nach der Tat begann die Soko "Lebkuchenmesser" schließlich, Spuren in Tatortnähe zu sichern, darunter Zigarettenkippen und ein Kinderdreirad. Spuren, die später nie ausgewertet wurden, was allerdings mangels Nachfragen der Qualitätsmedien bei der Soko Lebkuchenmesser gar nicht auffiel.

Doch bei alledem handelte es sich offenbar nicht um "Pannen" im Sinne der "Zeit", die Anfang des Jahres noch vermeldet hatte, "DNA-Spuren für einen Abgleich soll es immerhin geben". Nun also doch nicht. Aus allem, was man bis heute nicht weiß, gehe nunmehr klar hervor, dass es sich nicht um eine geplante Tat einer politischen Organisation gehandelt habe, aber auch nicht um eine Beziehungstat. Eventuell, so hieß es, sei der Täter Österreicher gewesen. Eventuell war er aber auch Deutscher, Banat-Schwabe, deutschsprachiger Peruaner, Ägypter oder Maori-Häuptling aus Neuseeland. Dort zumindest gibt es eine große, stolze Tradition, Gesichtstätowierungen zu tragen.

Mittwoch, 25. November 2009

Es tut nicht mehr weh

Die Welt immer verückter, die Erderwärmung immer wärmer, die Lügen immer lustiger. Die SPD auf dem Umfragetiefpunkt, die Merkelin immer noch Kanzler, die Krise nicht ausgestanden und Peer Steinbrück bei Thyssen. Krupp und Krause, Kirche und Koma, die DDR lebt und Frau Honecker hat sogar Geburtstag. McDonalds kontert mit einem grünem Logo, Coca Cola plant Eistee und Putin die demokratie. Fußballspiele in München werden im Kosovo entschieden und der Mannichl-Mörder ist immer noch auf freiem Fuß. Aber nee, es tut nicht mehr weh.

Across the town on the other hill,
your lights glow from a different world.
You always found a place to hide - nails and cross to lay beside;
with all the ghosts that we denied.
Now, in rippled arcs across the sky, the great white birds of winter fly;
and the wheel turns, and people change - scattered ashes to the wind.
And there's no pain, there's no pain, there's no pain
A dry river in the blazing sun . . .

Your parched face and your callused hands,
Behind us lie the arid lands
To say too much - well, it was not our way,
and in the end there wasn't much to say;
the scars are healed now anyway
and there's no pain. . . a dry river in the blazing sun . . .

And Abraham rose, took his only son, and knife and tinder
in his hand, and setting out across the desert and up into
the scrubland hills, he bound the boy Isaac to the stone,
raised the blade and waited for the miracle.
But the wind blows silent across the hills, across the dead and the empty hills,
dead, like the god that never came,
like your face, the day that you turned away.
There's no pain.

Fremde Federn

In Pakistan beispielsweise sieht man die größten nationalen Probleme nicht etwa in mangelnder Bildung oder gar in der Gefahr eines nuklearen Krieges mit Indien, sondern dass dort irgendwann einmal Frauen in Miniröcken herumlaufen könnten. Man hat mehr Angst vor Sexbomben als vor Atombomben. (Vince Ebert)

Kosovaren helfen Fahrtkosten sparen

Jahrelang haben tausende Sportwetter in ganz Europa sich gewundert. Wie kann es sein, fragten sich viele, dass Fußballspiele nicht immer so ausgehen wie man vorher zu wissen glaubt? Wie können Tabellenletzte beim Meisterschaftsaspiranten gewinnen, Außenseiter Kantersiege landen, Mannschaften in Bestbesetzung vor gerade noch zusammengeraffen Notteams einbrechen?

Die Antworten gibt nun seit einigen Tagen die kosovarische Wettmafia, deren segensreiches Wirken mehr illegale Sportwetter davon abgehalten haben dürfte, Haus und Hof zu verspielen als alle Warnungen des fürsorglichen deutschen Gesetzgebers. Wer nie gewinnt, hört auf zu spielen, das wissen sie in Las Vegas seit 100 Jahren. Im Kosovo aber schraubten sie dennoch immer weiter an der Schlagzeile "Wettskandal weitet sich aus".

Nicht mehr nur die vierte, dritte und die zweite deutsche Liga, in denen es durchweg seit Jahren ebenso wie in der 1. Bundesliga zu fragwürdigen Ergebnissen kommt, sind nun betroffen, sondern auch die Qualifikation zur Champions League. Das ist ein Wettbewerb, in dem die Meister meistensteils unbekannter europäischer Königreiche wie Rasemadonien, Pasterkaland und Agrainia sich mit dem Mittelmaß der Ligen bekannterer Fußballnationen messen dürfen. Natürlich haben weder der rasemadonische Titelträger FC Ladnaks noch der agrainische Pokalsieger CFC Tewtrops gesteigertes Interesse daran, sich auf der internationelen Bühne verprügeln zu lassen. Ein 0:9 gegen den FC Barcelona würde das Publikum zu Hause als Debakel empfinden, das aber beschädigte langfristig das Image der eigenen Liga.

Also scheiden versehentlich in die Qualifikationsrunde gerutschte Exotenteams zumeist recht bereitwillig aus. Das spart Fahrtkosten und bringt, hat man zuvor mit der kosovarischen Wettmafia gesprochen, noch ein kleines Zubrot, mit dem sich die Mannschaft weiter verstärken lässt.

Macht das einer, merkt es keiner. Machen es alle, ist es eine "neue Dimension", wie der Sportinformationsdienst messerscharf schließt. DFB und DFL tappten weiter im Dunkeln, heißt es. Aber PPQ-Leser dürfen schon wissen: Es waren die Kosovaren um Ante S., die den Holländer van Gaal bei Bayern München platziert haben, damit der vor Saisonbeginn mit 2:1 gewettete Meisterschaftsfavorit im Titelrennen keine Chance hat. Ante S. persönlich fädelte auch den Transfer von Mario Gomez aus Stuttgart nach München ein, wodurch beide Vereine geschwächt werden sollten. Dies diene wie der Transfer von Lucio und Ze Roberto nach Hamburg und die Zerstörung der aufstrebenden Berliner Hertha durch die Installierung von Preetz als Manager dazu, den HSV, auf den die mutmaßlichen Wettbetrüger große Beträge gesetzt haben, zum Meister zu machen.

Demnächst soll dann auch darüber berichtet werden, dass Wettbetrug nicht nur im Fußball vorkommt: Von Eishockey bis Basketball, von Handball bis Tennis gibt es zwar keinerlei Anzeichen für manipulierte Spiele. Aber manipulierte Spiele, die gibt es.

Erderwärmung schlägt brutal zurück

Kaum war der weltweite "Kampf gegen das Klima" (Angela Merkel) durch die von hinterlistigen Hackern gestohlenen internen Mails weltweiter Klimaforscher etwas in die Bredouille gekommen, schlägt die Erderwärmung jetzt mit doppelter Wucht zurück. Das Klima-Zentralorgan "Der Spiegel", das den in einigen tausend Mails nachlesbaren Manipulationsgeständnissen namhafter Klimaexperten aus Platzgründen nur einige Zeilen hatte widmen können, kündigt jetzt eine nach dem Vorbild von Hitler "Blitzkrieg" anlaufende "Blitz-Klimakatastrophe" an. "Die Erde erwärmt sich viel schneller, als es selbst düsterste Szenarien vorhergesagt haben", warnt das Fachblatt, das selbst stets die allerallerallerdüstersten Szenarien ausgedacht hatte. Für Gegenmaßnahmen blieben "nur noch wenige Jahre", hätten "renommierte Klimaforscher" in langen Email-Korrespondenzen herausgefunden.

Zufällig direkt vor Beginn der Weltklimakonferenz in Kopenhagen schwillt der schrille Ton wieder an, in dem die "Folgen des Klimawandels" beschworen werden, als reichten guter Wille und Vollbadverzicht in Westeuropa, um die Gletscher zu retten und die seit dem Ende des zweiten Weltkrieges unablässig anschwellende Eisbären-Population noch schneller explodieren zu lassen. In einem neuen Forschungsbericht "Copenhagen Diagnosis", fabuliert das ehemalige Nachrichtenmagazin, werde gewarnt, dass "die globale Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 um bis zu sieben Grad Celsius ansteigen" könne. Bisher war eine eine Erwärmung von zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit verabredet, weil zwei Grad als die Grenze gilt, deren Einhaltung katastrophale Folgen verhindert.

Bei sieben Grad wäre das egal - das Klima-Kind läge auf jeden Fall im Brunnen. Der aber scheint derzeit ausgetrocknet: Die Erderwärmung macht inzwischen bereits im zweiten Jahr Pause, die globalen Durchschnittstemperaturen steigen nicht mehr, der Meeresspiegel, der die Insel Tuvalu erstmals vor 20 Jahren verschlingen sollte, steigt immer noch nicht.