Google+ PPQ: 2018

Montag, 23. April 2018

Sicher wie nie: Nur der Osten verdirbt die Bilanz


Je weiter westlich, desto schlimmer wird es: Was eine ganze Reihe von Durchsuchungsaktionen der Polizei in den vergangenen Tagen schon andeutete, bestätigen neue und insgesamt überaus beruhigende Zahlen zur Kriminalität in Deutschland. Während Rechtspopulisten einerseits fixiert auf eine angebliche Zunahme von Messergewalt versuchen, die Bürgerinnen und Bürger aufzuputschen, zeigen die amtlichen Statistiken eine klare Tendenz: Seit einem Vierteljahrhundert sank die Zahl der Straftaten so deutlich, dass aus dem Stand beinahe der Stand von 1992 erreicht werden konnte, als dunkeldeutsche Straftaten noch nicht mitgezählt worden waren.

Welchen positiven Einfluss ein Herausrechnen des ostdeutschen Verbrechens auch heute hätte, machen die bekanntgewordenen Zahlen der noch halbwegs dicht besiedelten ostdeutschen Großstädte deutlich. Die liegen in der Hitparade der beliebtesten Verbrechensschauplätze zwar hinter Frankfurt/Main, Hannover und Berlin. Aber in der Gesamtschau der aktuellen Kriminalitätsstatistik wird deutlich: Auf den Plätzen bis 20 finden sich mit Dresden, Leipzig, Halle, Magdeburg, Erfurt und Chemnitz sechs der sieben ostdeutschen Bevölkerungszentren mit über 200.000 Einwohnern.

Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit mehr als 40 solcher Städte, 32 in der ehemaligen alten Bundesrepublik, sieben im früheren Anschlussgebiet. Und den Sonderfall Berlin. Doch während sich im Westen nur jede zweieinhalbte Großstadt einen Platz unter den Top-20 der Kriminalität erobern kann, gelingt es dem Osten, stolze drei Viertel seiner Metropolen in den Verbrechenscharts zu platzieren.

Auch die Einzelzahlen können sich sehen lassen. Dresden liegt mit starken 14.330 Verbrechen pro 100.000 Einwohner auf dem vierten Platz, Leipzig mit 13.900 auf dem fünften und Halle mit rund 12.770 auf dem sechsten. Magdeburg folgt mit rund 11.400 Verbrechen auf Platz 14 der Tabelle, Erfurt und Chemnitz mit rund 10.730 und 10.330 Verbrechen auf den Plätzen 17 und 18. Überschlagsrechnungen besagen, dass jeder Ostdeutsche binnen im Zeitraum von nur sieben bis zehn Jahren eine sichere Chance hat, Opfer einer Stratat  zu werden. In München und Augsburg müssen Bürgerinnen und Bürger doppelt so lange warten.

Deutlich wird auch, dass Dunkeldeutschland eine gleichmäßigere Kriminalitätsverteilung aufweist. Während im alten, besseren Deutschland Städte wie München und das weite, flache Land in Schleswig, der Eifel oder Hessen als leuchtende Beispiele für ein nahezu kriminalitätsfreies Leben stehen, behaupten die weitgehend entvölkerten Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt die beiden Spitzenplätze der Verbrechenscharts noch vor dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen: Kaum noch jemand lebt hier, doch die verbliebene Restbevölkerung ist offenbar hochgradig kriminell: Mit 323.136 Straftaten begehen vier Millionen Sachsen 23 Prozent der Straftaten, auf die 18 Millionen Nordrhein-Westfalen kommen, obwohl Sachsen nur 22 Prozent der Einwohner Deutschlands stellt.

Andrea Nahles: Die Abwicklerin

Foto vor den Truppenahnen: Andrea Nahles.
Wenn Martin Schulz im vergangenen Jahr die letzte Patrone der deutschen Sozialdemokratie im Kampf ums Kanzleramt war, dann ist seine Nachfolgerin Andrea Nahles was? Der letzte Flitzebogenpfeil? Das letzte Wurfmesser? Ein Kieselstein, der in die politische Arena kullert? Die SPD selbst zweifelt an ihrer neuen Frontfrau, die es trotz handverlesener Delegiertenbesetzung auf dem Sonderwahlparteitag in Wiesbaden nur auf zwei Drittel der Stimmen brachte.

Nur? Was die Leitmedien, der wankenden und schwankenden Sozialdemokratie üblicherweise durchaus wohlgewogen, nun ein "mäßiges Ergebnis" nennt, wie es die "Zeit" tut, die die 47-Jährige vor Wochen noch nach einer drei Jahre alten PPQ-Geschichte zur "Trümmerfrau" der deutschen Sozialdemokratie ernannt hatte, ist ein beachtliches Ergebnis. Immerhin hat Nahles in ihrer Partei damit fast viermal mehr Rückhalt als diese Partei in der Bevölkerung genießt. Und während dieser Partei ein umso härterer Aufschlag in der Wirklichkeit droht, je länger die Parteispitze, die Nahles binnen eines halben Jahres mit ihren Getreuen besetzt hat, die Wahrnehmung dieser Wirklichkeit ignoriert, kann Nahles nun darangehen, in der Parteibürokratie durchzuregieren.

Als Gegenregierung zu den eigenen Ministern will die Fraktionsvorsitzende die Fraktion aufbauen, einerseits zwar an den Fleischtöpfen des Staates, andererseits aber ganz in der Oppossition gegen Merkel, die Nahles eines Tages zu beerben gedenkt. Mit welchem Wahlergebnis der Hoffnungslauf zu diesem Ziel startet, dürfte der Literaturwissenschaftlerin, die schon vor zehn Jahren mit der Erfindung des Nahlismus und der "gerechten Gesellschaft" zu den theoretischen Vordenkern aufgeschlossen hatte, ziemlich egal gewesen sein.

"Mäßiges Ergebnis"? "Maues Ergebnis?" "Zweitschlechtestes Ergebnis aller Zeiten"? "Neustart mit Sand im Getriebe"? Hauptsache, der nächste Schritt, der nach dem überraschend gescheiterten Putsch gegen die Basis schon beinahe gescheitert schien, ist gegangen und die Widerständler in der Partei sind besiegt. Die Machos "haben Sendepause" (SZ). Und die SPD ist zwar "in der Sackgasse", aber am Lenkrad sitzt jemand, dem weder um die SPD noch gar um Land und Gesellschaft geht. Sondern um sich selbst.

Wie ihr Vorgänger Martin Schulz, der im Zwiespalt zwischen dem, was müsste, und dem, was er gern hätte wollen mögen, wie ein Gummiball von Thema zu Thema sprang und hoffte, irgendetwas - Europa, Gerechtigkeit, Menschen, Arbeit - werde schon irgendwann verfangen, versucht es Nahles mit Substantiven, Überschriften und Versprechungen. "Solidarität" hat sie gerufen, ja, "gebrüllt" (Berliner Zeitung), "digital" hat sie gesagt und dass sie die großen Internetkonzerne "zähmen" wolle. Sie hat die Fäuste geballt, eine "Debatte" versprochen und die SPD zum "starken Arm der Bürger" erklärt. Zwischen "Erneuerung", "Friedenspolitik", die natürlich irgendwie mit allen "gemeinsam" sein muss, Kritik am "Kapitalismus" und irgendwas mit "sozialem Engagement" knallen es die üblichen Worthülsen, allesamt Platzpatronen.

Wo Merkel "wir schaffen das" sagt, verspricht Angela Nahles "wir packen das". Originell wie ein "Spiegel"-Titelbild mit Trump, Merkel und Macron. Andrea Nahles, die für die SPD so viel Erneuerung verkörpert wie Egon Krenz das 1989 für die SED tat, führt sich als Abwicklerin der ältesten deutschen Partei stilecht ein.



Sonntag, 22. April 2018

Zitate zur Zeit: Vom Mundhalten

Die Bundesrepublik ist eine Gesellschaft, die an nichts mehr glaubt - schon gar nicht ans Mundhalten, ans Nicht-Kommentieren, allenfalls an Dauerbetreuung durch Sozialpädagogen. "Political Correctness", das ist die Propaganda dieser neuen Moral nach dem Ende der Moral. Sie ist die Antwort der Verunsicherten, die die Ausdifferenzierung moderner Gesellschaften in eine Vielzahl von Szenen und Milieus nicht ertragen, nicht damit umgehen können, dass jedes Milieu seinen jeweils eigenen Regelkanon definiert.

Rüdiger Suchsland, Die offene Gesellschaft und ihre Wärter

Echo-Skandal: Auch Farid Bang und Kollegah geben Preis zurück

Barid Bang und sein Kolleche sind entsetzt darüber, übel missbraucht worden zu sien.
Die Proteste gegen den Musikpreis Echo werden immer lauter: Nun haben auch die beiden Skandal-Rapper Farid Bang und "Kollegah" angekündigt, alle ihre Echos zurückzugeben - wegen der Antisemitismus-Schlagzeilen um den Musikpreis Echo, die die höchste Auszeichnung der deutschen Musikindustrie aus ihrer Sicht "entwertet" hätten.

Es ist der Höhepunkt einer Geschichte, die mit einer kurz vor der geplanten Verleihung des Preises in eine Boulevardzeitung lancierten Meldung begonnen hatte: Bang und der sich "Kollegah" nennende Felix Blume, zwei bis dahin scheinbar gut integrierte Muslime aus den alten Bundesländern, hätten auf einem von jungen Leuten viel gekaufen Album Auschwitzopfer verhöhnt und sich antisemitisch geäußert.

Wohl weil das in der deutschen Medienbranche durchaus zum guten Ton gehört, fiel es monatelang nicht auf. Erst als mit dem Tabubruch gezielt Werbung für die seit Jahren unter mangelndem Publikumsinteresse leidende "Echo"-Festveranstaltung gemacht wurde, brach ein Sturm der Entrüstung los.

Farid Bang und sein Kollegah fühlen sich nun missbraucht. "Eine neue Stufe der Verrohung ist erreicht", klagen die beiden Reimkünstler. Habe früher als ausgemacht gegolten, dass künstlerische Freiheit eben Freiheit bedeute, das zu schreiben und zu reimen, was die Künstlerseele aus sich hervorbringe, ziele die "Kampagne" gegen sie beide als Rap-Poeten auf eine Disziplinierung. "Die Verherrlichung von Erfolg und Popularität um jeden Preis demotiviert die Kreativen und nimmt dem künstlerischen Anspruch die Luft zum Atmen", erklärten die Musiker auf Facebook.

Sie seien wie ihr großer Kollege Marius Müller Westernhagen, der ihnen das anlässlich seiner "Echo"-Rückgabe bestätigt hatte, nicht der Meinung, dass sie Antisemiten seien. Textzeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache wieder mal 'nen Holocaust" müssten im Kontext gesehen werden und seien in diesem Zusammenhang völlig harmlos. "Viele unserer jungen Fans wissen weder was ein Auschwitzinsinsasse sein soll noch was das Wort Holocaust bedeutet."

Nachdem aber die Veranstalter des Musikpreises von ihnen abgerückt sei, von ihnen verehrte Künstlerkollegen reihenweise protestiert hätten und ihre Plattenfirma die Zusammenarbeit beendet habe, ohne die mit ihren antisemitischen Alben eingenommenen Gewinne komplett an sie auszuzahlen, hätten sie beschlossen, sich durch eine Rückgabe der gerade erhaltenen Echos selbst bei allen zu entschuldigen, denen sie wehgetan hätten. "Wir entschuldigen uns ausdrücklich dafür, bei allen Menschen, die unsere Alben zwar nie gehört, nun aber erfahren haben, dass wir ihre Gefühle verletzt haben."

Kollegah und Farid Bang schließen sich damit einer breiten Bewegung deutscher Künstler an, die in den vergangenen Tagen Echos zurückgegeben hatten - darunter viele, von denen gar nicht bekannt war, dass sie auch irgendwann einmal einen der jährlich zwischen 25 und 70 kleinen Statuen erhalten hatten. Neben dem Dirigenten Georg Enoch Robert Prosper Philipp Franz Karl Theodor Maria Heinrich Johannes Luitpold Hartmann Gundeloh Freiherr von und zu Guttenberg, bekannt geworden als Vater des früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor von Guttenberg, dem Pianisten Igor Levit, dem Beatles-Gehilfen Heinz Voormann und dem Sänger Westernhagen hatte auch Andreas Reiner vom Orchester Klangverwaltung Konsequenzen angedroht. "Verfassern von widerwärtigen antisemitischen Schmähtexten" einen Preis für ein unglaublich erfolgreich verkauftes Album zu verleihen, mache es zur "Schande, weiterhin diesen Preis in unseren Händen zu halten."

Farid Bang und Kollegah sehen das nun offenbar genauso und sie haben ihrerseits ihre Konsequenzen gezogen. Der Bundesverband Musikindustrie kündigte angesichts dessen an, das Konzept des Preises zu überarbeiten.

Samstag, 21. April 2018

Im Vorkrieg: Schweren Herzens Vergeltung geübt

Es geht wieder los, die Trommeln rufen, die Panzer rollen, der Dritte Weltkrieg ist zum zweiten Mal binnen weniger Jahre nicht mehr nur theoretische Phantasie, sondern denkbare Möglichkeit für ein reales Abenteuer, an dem alle schon länger hier Lebenden teilhaben können.

Natürlich melden sich in dieser gespannten Situation - die Nato hat Kanonenfutter bis weit an die russischen Linien geschoben, der Russe bedroht im Gegenzug die traditionell von Briten und Amerikanern beherrschten Weiten des Mittelmeers - auch Stimmen der großen deutschen Dichter und Denker, der Philosophen und Schriftsteller, die nicht mehr mitansehen wollen, wie russische Propagandasender und die gleichgeschaltete österreich-ungarische Presse die Politik der Bundesregierung verleumden und in Abrede stellen.

In einem "An die Kulturwelt!" überschriebenen Aufruf von 93 führenden Kulturschaffenden erheben nun herausragende Vertreter deutscher Wissenschaft und Kunst vor der gesamten Kulturwelt Protest gegen die Lügen und Verleumdungen, mit denen unsere Feinde Deutschlands reine Sache in dem ihm aufgezwungenen schweren Daseinskampfe zu beschmutzen trachten.

PPQ dokumentiert die von den Leitmedien weitgehend verschwiegene Wortmeldung  aus aktuellem Anlass.


An die Kulturwelt!


Wir als Vertreter deutscher Wissenschaft und Kunst erheben vor der gesamten Kulturwelt Protest gegen die Lügen und Verleumdungen, mit denen unsere Feinde Deutschlands reine Sache in dem ihm aufgezwungenen schweren Daseinskampfe zu beschmutzen trachten. Der eherne Mund der Ereignisse hat die Ausstreuung erdichteter deutscher Niederlagen widerlegt. Um so eifriger arbeitet man jetzt mit Entstellungen und Verdächtigungen. Gegen sie erheben wir laut unsere Stimme. Sie soll die Verkünderin der Wahrheit sein.

Es ist nicht wahr, daß Deutschland diesen Krieg verschuldet hat. Weder das Volk hat ihn gewollt noch die Regierung noch der Kaiser. Von deutscher Seite ist das Äußerste geschehen, ihn abzuwenden. Dafür liegen der Welt die urkundlichen Beweise vor. Oft genug hat Wilhelm II. in den 26 Jahren seiner Regierung sich als Schirmherr des Weltfriedens erwiesen; oft genug haben selbst unsere Gegner dies anerkannt. Ja, dieser nämliche Kaiser, den sie jetzt einen Attila zu nennen wagen, ist jahrzehntelang wegen seiner unerschütterlichen Friedensliebe von ihnen verspottet worden. Erst als eine schon lange an den Grenzen lauernde Übermacht von drei Seiten über unser Volk herfiel, hat es sich erhoben wie ein Mann.

Es ist nicht wahr, daß wir freventlich die Neutralität Belgiens verletzt haben. Nachweislich waren Frankreich und England zu ihrer Verletzung entschlossen. Nachweislich war Belgien damit einverstanden. Selbstvernichtung wäre es gewesen, ihnen nicht zuvorzukommen.

Es ist nicht wahr, daß eines einzigen belgischen Bürgers Leben und Eigentum von unseren Soldaten angetastet worden ist, ohne daß die bitterste Notwehr es gebot. Denn wieder und immer wieder, allen Mahnungen zum Trotz, hat die Bevölkerung sie aus dem Hinterhalt beschossen, Verwundete verstümmelt, Ärzte bei der Ausübung ihres Samariterwerkes ermordet. Man kann nicht niederträchtiger fälschen, als wenn man die Verbrechen dieser Meuchelmörder verschweigt, um die gerechte Strafe, die sie erlitten haben, den Deutschen zum Verbrechen zu machen.

Es ist nicht wahr, daß unsere Truppen brutal gegen Löwen gewütet haben. An einer rasenden Einwohnerschaft, die sie im Quartier heimtückisch überfiel, haben sie durch Beschießung eines Teils der Stadt schweren Herzens Vergeltung üben müssen. Der größte Teil von Löwen ist erhalten geblieben. Das berühmte Rathaus steht gänzlich unversehrt. Mit Selbstaufopferung haben unsere Soldaten es vor den Flammen bewahrt. – Sollten in diesem furchtbaren Kriege Kunstwerke zerstört worden sein oder noch zerstört werden, so würde jeder Deutsche es beklagen. Aber so wenig wir uns in der Liebe zur Kunst von irgend jemand übertreffen lassen, so entschieden lehnen wir es ab, die Erhaltung eines Kunstwerks mit einer deutschen Niederlage zu erkaufen.

Es ist nicht wahr, daß unsere Kriegführung die Gesetze des Völkerrechts mißachtet. Sie kennt keine zuchtlose Grausamkeit. Im Osten aber tränkt das Blut der von russischen Horden hingeschlachteten Frauen und Kinder die Erde, und im Westen zerreißen Dumdumgeschosse unseren Kriegern die Brust. Sich als Verteidiger europäischer Zivilisation zu gebärden, haben die am wenigsten das Recht, die sich mit Russen und Serben verbünden und der Welt das schmachvolle Schauspiel bieten, Mongolen und Neger auf die weiße Rasse zu hetzen.

Es ist nicht wahr, daß der Kampf gegen unseren sogenannten Militarismus kein Kampf gegen unsere Kultur ist, wie unsere Feinde heuchlerisch vorgeben. Ohne den deutschen Militarismus wäre die deutsche Kultur längst vom Erdboden getilgt. Zu ihrem Schutze ist er aus ihr hervorgegangen in einem Lande, das jahrhundertelang von Raubzügen heimgesucht wurde wie kein zweites. Deutsches Heer und deutsches Volk sind eins. Dieses Bewußtsein verbrüdert heute 70 Millionen Deutsche ohne Unterschied der Bildung, des Standes und der Partei.

Wir können die vergifteten Waffen der Lüge unseren Feinden nicht entwinden. Wir können nur in alle Welt hinausrufen, daß sie falsches Zeugnis ablegen wider uns. Euch, die Ihr uns kennt, die Ihr bisher gemeinsam mit uns den höchsten Besitz der Menschheit gehütet habt, Euch rufen wir zu:

Glaubt uns! Glaubt, daß wir diesen Kampf zu Ende kämpfen werden als ein Kulturvolk, dem das Vermächtnis eines Goethe, eines Beethoven, eines Kant ebenso heilig ist wie sein Herd und seine Scholle.

Dafür stehen wir Euch ein mit unserem Namen und mit unserer Ehre!

Unterzeichner:

1. Adolf von Baeyer
2. Peter Behrens
3. Emil Adolf von Behring
4. Wilhelm von Bode
5. Alois Brandl
6. Lujo Brentano
7. Justus Brinckmann
8. Johannes-Ernst Conrad
9. Franz Defregger
10. Richard Dehmel
11. Adolf Deißmann
12. Friedrich-Wilhelm Dörpfeld
13. Friedrich von Duhn
14. Paul Ehrlich
15. Albert Ehrhard
16. Carl Engler
17. Gerhart Esser
18. Rudolf Christoph Eucken
19. Herbert Eulenberg
20. Heinrich Finke
21. Emil Fischer
22. Wilhelm Foerster
23. Ludwig Fulda
24. Eduard Gebhardt
25. Johann Jacobus Maria de Groot
26. Fritz Haber
27. Ernst Haeckel
28. Max Halbe
29. Adolf von Harnack
30. Carl Hauptmann
31. Gerhart Hauptmann
32. Gustav Hellmann
33. Wilhelm Herrmann
34. Andreas Heusler
35. Adolf von Hildebrand
36. Ludwig Hoffmann
37. Engelbert Humperdinck
38. Leopold Graf von Kalckreuth
39. Arthur Kampf
40. Friedrich August von Kaulbach
41. Theodor Kipp
42. Felix Klein
43. Max Klinger
44. Alois Knoepfler
45. Anton Koch
46. Paul Laband
47. Karl Lamprecht
48. Philipp Lenard
49. Maximilian Lenz
50. Max Liebermann
51. Franz von Liszt
52. Karl Ludwig Manzel
53. Joseph Mausbach
54. Georg von Mayr
55. Sebastian Merkle
56. Eduard Meyer
57. Heinrich Morf
58. Friedrich Naumann
59. Albert Neisser
60. Walther Hermann Nernst
61. Wilhelm Ostwald
62. Bruno Paul
63. Max Planck
64. Albert Plehn
65. Georg Reicke
66. Max Reinhardt
67. Alois Riehl
68. Carl Robert
69. Wilhelm Röntgen
70. Max Rubner
71. Fritz Schaper
72. Adolf Schlatter
73. August Schmidlin
74. Gustav von Schmoller
75. Reinhold Seeberg
76. Martin Spahn
77. Franz von Stuck
78. Hermann Sudermann
79. Hans Thoma
80. Wilhelm Trübner
81. Karl Gustav Vollmoeller
82. Richard Voß
83. Karl Vossler
84. Siegfried Wagner
85. Heinrich Wilhelm Waldeyer
86. August von Wassermann
87. Felix von Weingartner
88. Theodor Wiegand
89. Wilhelm Wien
90. Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff
91. Richard Willstätter
92. Wilhelm Windelband
93. Wilhelm Wundt

Totentanz der Toleranz: Der Hut hat Schuld

Swenja Prantl ist nicht verwandt oder verschwägert. Sie schreibt Klartext
Ein antisemitischer Angriff auf unsere offene Flüchtlingspolitik erschüttert das Talkshow-Berlin. Plötzlich steht doch wieder die Frage im Raum, ob der Jude einen eigenen Staat verdient und warum er nicht endlich aufgibt. Der jüngste antisemitische Angriff auf die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung wird einhellig verurteilt. Zu Recht, denn wir dürfen den Rechtsradikalen keinen Raum lassen! Wo aber bleibt der Aufschrei, wenn Menschen wegen ihrer Jacken, ihrer T-Shirts, ihrer Frisur, ihres Dialektes oder ihrer Vorliebe für einen bestimmten Fußballverein attackiert werden?

Wie die deutsche Öffentlichkeit nun reagieren muss - und welche Rolle das "Juden-Gen" (Der Spiegel) dabei spielen sollte.

Kommentar von PPQ-Kolumnistin Swenja Prantl.


Es kommt in diesem Jahr, zu dieser Zeit, ziemlich viel zusammen, eigentlich wie immer. Letztes Jahr war es 30 Jahre KSZE und 30. Jahrestag der Doppelsendung von Helmut Kohls epochaler Neujahransprache, die gleich zweimal gesendet wurde. Diesmal sind es der 30. Jahrestag von Erich Honeckers Abrüstungsankündigung, die aufregendste Echo-Preis-Verleihung aller Zeiten, der 75. Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto und der wiedererstarkende Rechtsradikalismus von Teilen der Gesellschaft, die noch nicht so lange hier leben, als dass sie es besser wissen müssten.

Elektrisierend, enervierend, je nach Gemüt. Da überrascht es nicht, dass der Gürtel-Angriff auf einen mit einer jüdischen Kippa kostümierten Araber in Berlin eine besonders große Resonanz, aber völlig falsche Diskussionen auslöste.

Fake News vom Antisemitismus


Denn bei allem, was an Fake News erträglich ist: Es war eben kein Angriff eines Rechtsextremen auf einen Juden! Sondern eine innerarabische Tat, ein Streit zwischen Zugereisten, ausgefochten diesmal zivilerweise nicht mit Messern, wie uns die AfD immer Glauben machen will. Sondern mit Worten und einem folgenlos durch die Luft geschlenkerten Gürtel. Ein Schauspiel, offensichtlich einzig zu dem Zweck inszeniert, die flüchtlingsfreundliche Politik der Bundesregierung zu diskreditieren.

Trotzdem wird die Tat landauf, landab rituell verurteilt. Die Bundeskanzlerin ist empört und verspricht totale Härte.  Thomas Oppermann von der SPD, für treue Dienste in der Edathy-Affäre abgefunden mit dem Posten des Bundestagsvizepräsidenten, ist auch empört und betont: „Das Judentum gehört zu Deutschland.“

Doch was bitte hat ein Streit zwischen zwei Nicht-Juden mit dem Judentum zu tun? Die Kippa ist schuld, keucht der als Antisemit aktenkundige Jakob Augstein und zeigt freudig auf die kleine Mütze, die er als große Provokation sieht. Der Jude ist schuld. Und wenn kein Jude zugegen ist, dann ist es sein Hut!

Leitartikler klagen, dass Deutschland sein Problem mit dem Antisemitismus seit 120 Jahren nicht in den Griff bekomme. Kaum geht der NPD das Geld aus, so dass endlich genug da ist für einen Beauftragten, der Antisemitismus zur Chefsache macht, schlagen die gesellschaftlichen Reflexe schon an, wenn gar nichts passiert ist, außer dass ein bürgerliches Viertel in Berlin sich als No-go-area für vermeintlich jüdische Bürger entpuppt. Deutschland schafft es so, sich zum eigentlichen Opfer der Gürtelgewalt zu stilisieren.

Empörte Einmischung

Solche Empfindlichkeit ist neu, denn wo sich Fußballfans, Araberclans oder kuttenlose Lederrocker prügeln, sind Staat, Politik und Medien für gewöhnlich weit weg von einer empörten Einmischung. Theoretisch darf in Deutschland natürlich niemand aufgrund seiner Religion diskriminiert, beleidigt oder gar tätlich angegriffen werden. Doch praktisch ist mancher Glaube geschützter als anderer: Das Kopftuch zählt hier mehr als der BVB-Schal, der Kippa-Träger erfährt wiederum größere Solidarität als die Kopftuchfrau.

Dabei wünschte man sich längst, dass der Einsatz gegen Vorurteile, Rassismus und Diskriminierung die fanatischen Anhänger aller Irrglaubenslehren einschließt. Papst oder Mullah, hier geht es um ein Prinzip - das der freien, ungestörten Selbstdarstellung als jemand, der sich selbst vor allem über das definiert, was er an religiösem Humbug glaubt oder zu glauben scheint.

Doch wenn es wirklich um den Schutz und das Selbstbestimmungsrecht aller Gläubigen geht, die auch Schutz und Selbstbestimmungsrecht aller Ungläubigen einschließen müssen, weil eine Ungleichbehandlung sonst sofort ein neues Gerechtigkeitsdefizit aufreißen würde, das die ohnehin tief gespaltene Gesellschaft zerreißen könnte, dann muss alles für alle gelten. Der Aufschrei, der den Kippaträger für einen medialen Moment wie ein Fanal  aufleuchten  lässt, muss auch alle anderen Prügel- und Mobbingopfer ehren, seien sie Anhänger der CDU, von Scientology, der evangelischen Restkirche oder einer Splittergruppe der fernöstlichen Orthodoxie.

Zweierlei Maas


Wer hier mit zweierlei Maas misst, beansprucht Partikularinteressen für sich. Das wiederum lässt sich auch als eine Form der Diskriminierung verstehen und spricht dem Anliegen Hohn, einsichtig, aber nicht einseitig zu sein.

Aber wo ist denn der Protest, wenn muslimische Frauen in Deutschland wegen ihres Kopftuches attackiert und beschimpft werden, noch dazu in Begleitung ihres Kindes? Hier stellt der "Tagesspiegel" Fragen, die jeden von uns an jedem Tag bewegen müssen. Denn es gibt Dutzende solcher Fälle. Wo ist der Aufschrei, wenn jugendliche Bäckerkunden erschossen werden? Wo bleibt unser Entsetzen, wenn Menschen, die noch gar nicht so lange hier leben, erneut zu Flüchtlingen werden, weil ihnen das Elementarste verweigert wird?

Gerade die Deutschen sind in der Pflicht, nicht nur wegen der Geschichte, sondern auch wegen ihrer unseligen gemeinsamen Vergangenheit. Im Jahr 2017 wurden, laut Bundesinnenministerium, 1495 politisch motivierte Straftaten mit antisemitischem Hintergrund verübt, 1069 mit islamfeindlichem Hintergrund und 127 mit christenfeindlichem Hintergrund.

Das sind natürlich alles Zahlen, weil sie von ratlosen Sachbearbeitern nach undurchsichtigen Vorgaben in kleine Töpfchen eingeordnet werden, aus denen sie nie wieder hinausfinden. So ist Gürtelangriff auf einen Kippaträger ein antisemitischer Anschlag, auch wenn der Kippaträger kein Jude ist, sondern vielleicht Moslem, was eine Einordnung als islamfeindliche Tat nötig machte. Dagegen ist ein Kindesmissbrauch in einem evangelischen Gotteshaus nicht christenfeindlich, obwohl ein Christ das Opfer ist.


Zu Unrecht im Fokus



Zu Unrecht in den Fokus geraten ist der Antisemitismus unter muslimisch-arabischen Einwanderern, denn er dient den Falschen nur dazu, die eigene Islamfeindlichkeit zu bemänteln, die eigentlich der Grund dafür ist, warum viele Muslime so antisemitisch sind. Denn wie ist die Situation denn zustandegekommen? Die willigen deutschen Hilfer Hitlers ermordeten die Juden. Die mussten ihren Staat deshalb fernab vom Schtetl dort gründen, wo, das hat die Hamburger Wochenzeitschrift "Die Zeit" erst jüngst nachgewiesen, eigentlich "arabisches Land" war.

Wo ein Volkskörper ist, kann aber kein anderer sein. Also spielten die Juden den Arabern so übel mit, dass die an kaum etwas anderes denken können, als den Judenstaat ins Meer zu fegen: Nur noch 1,2 Millionen Araber leben in Israel. Wie schön ist dagegen das Leben der Juden in arabischen Staaten. Die in Marokko lebenden 2.500 (von ehemals 250.000) Juden, die im Irak lebenden fünf von 140.000  und die 100 in Ägypten verbliebenen (von einst 80.000) belegen es.

Zeit, dass Deutschland seine Fehler einsieht und sich an die eigene Nase fasst: Unsere islamfeindlichen Vorurteile – stolz ausgestellt durch die fremdenfeindliche CSU mit dem Slogan „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ – macht es neuen und alten Nazis leicht, so zu tun, als stimme eine Mehrheit der Deutschen ihren radikalen Thesen zu. Dabei spielt der "Zustrom" (Merkel) überhaupt  keine Rolle, denn es ist wahr: Jeder fünfte Deutsche ist latent antisemitisch. Seit vielen Jahren hält sich dieser Wert recht konstant. Der Zuzug vieler neuer Bürger aus Ländern, die ähnlich wie Ostdeutschland keine Erfahrung mit dem Leben in einer Gesellschaft mit Andersgläubigen haben, hat daran nichts geändert.

Freitag, 20. April 2018

Besuchstermin: Hitler in der Hölle

Je oller, je doller: Das Verbot hat dem Gruß bei Medienschaffenden zu neuer Popularität verholfen.
"Siehst Du, Adolf, so wird das gemacht." Albert Speer nahm sich einen Kaffee vom Büfett und lächelte. Hitler, der an einem kleinen Tisch am Fenster Platz genommen hatte, um sein übliches Morgenmüsli in den Mund zu schaufeln, schüttelte unmerklich den Kopf. Seine Backenzähne schmerzten wieder, obwohl Dr. Morell ihm versprochen hatte, dass jetzt alles in Ordnung sei. Angeblich könne der Zahn eines Verstorbenen, der im Zwischenreich zwischen Himmel und Hölle auf seinen Prozess warte, überhaupt nicht weh tun.

Hitler zog die Luft scharf durch die Nase ein. Könne. Nicht. Wehtun. Er spürte, was er spürte, und das seit 73 Jahren. Die Hölle, dachte er manchmal bei sich, wenn die anderen Karten spielten oder über falsche Weichenstellungen damals unten auf der Erde philosophierten, die Hölle, dachte er dann, kann gar nicht schlimmer sein.

Zumindest aber wäre dann vielleicht dieser Speer weg. Albert Speer, sein Ziehsohn, sein Werkzeug in guten Tagen. "Hast Du das mitbekommen", rief er jetzt vom Marmeladentischchen, "die Merkel kriegt hin, was Du nicht geschafft hast!" Adolf Hitler schniefte wieder scharf. Merkel. Eine ehemalige Kommunistin. Hatte ihre Lektion marxistische Ökonomie aber offenkundig wirklich gelernt. Hielt es wie die Sowjetunion mit ihren Vasallen. Oder wie China. Lass sie sich bei Dir verschulden, dann müssen sie tun, was Du willst.

"Speer, die Zeiten waren damals andere", brummte er mit einem Ton gewisser Schärfe zu seinem früheren Industrieminister und Lieblingsarchitekt. Hitler war bereit, Nachsicht zu zeigen, auch wenn Speer, Goebbels, Göring und sogar Himmler es schon seit Jahren an Respekt ihm gegenüber fehlen ließen. Kein Mensch sprach ihn mehr mit Führer an, wie es Vorschrift war. Goebbels, dieser hinkende Unsympath, hatte vor Jahren sogar versucht, eine Rebellion gegen ihn anzuführen. Angeblich sei seine schlechte militärische Führung schuld daran gewesen, dass der Krieg verloren ging. "Ich habe sechs Kinder und meine Frau verloren", hatte das Hinkenbein gejammert. Allerdings war der treue Hess ihm sofort in die Parade gefahren. "Schnauze, Goebbels", hatte er gesagt.

Beim empfindlichen Gemüt des früheren Propagandaministers reichte das schon. Zumal Himmler keine Anstalten gemacht hatte, den ehemals ungeliebten Konkurrenten um die Gunst des ehemaligen Führers zu unterstützen. Ein Sturm im Wasserglas, der vergangen war, ehe Hitler seinen Tee ausgetrunken hatte.

Die Diskussion, die der schlaue Speer jetzt losbrechen wollte, war schon gefährlicher. Hitler staunte ja selbst, wie einfach es zu sein schien, ganz Europa unter deutsche Herrschaft zu zwingen. Und das, ohne einen einzigen Panzer, einen einzigen Soldaten zu verlieren. "Geld, Geld, Geld", knurrte er mit seiner Reichsparteitagsstimme. Er hatte sich nie für einen glänzenden Finanzpolitiker gehalten, aber die Grundzusammenhänge, die verstand er natürlich. Die Politik dieser Angela Merkel lag denn auch wie ein offenes Buch vor ihm: "Einiges Europa", was für eine Parole! Hitler schmunzelte und für einen Moment hörte sogar der Backenzahn auf zu puckern. Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt, so hatte er es damals gewollt. Ein Traum.

Und jetzt kam dieses Mädchen, diese dickliche, uncharismatische Ostdeutsche und schaffte, was er mit all seinen Soldaten nicht fertiggebracht hatte. "Ich habe es Dir immer gesagt", blökte der lästige Speer jetzt von seinem Tisch gegenüber, "Geld schießt keine Tore, aber erobern kann es besser als deine ganze Wehrmacht."

Hitler schaute aus dem Fenster, vor dem wie immer ein undurchsichtiger Nebel wallte. Seit fast 80 Jahren wussten sie nicht genau, wo sie hier eigentlich waren und niemand hatte ihnen gesagt, wie es weitergehen würde. Inzwischen war es ihm auch egal, denn die Langeweile, die er fühlte, war ihm die schlimmste Strafe. Abgesehen davon natürlich, zusehen zu müssen, wie seine Nachfolger in dieser "Bundesregierung" sich mit viel Stillhalten, Herumjammern und gelegentlicher hektischer Krisendiplomatie das ganze Europa untertan machten.

Mittlerweile hatten sie die Chefetage der SPD, die er einst verboten hatte, wie er sich zufrieden erinnerte, soweit, dass sie freiwillig mitmachte bei der großen Eroberung. Sogar der Franzose, den er seit Verdun und der Geschicht mit seinen Augen nicht leiden konnte, stimmte nicht nur begeistert zu. Nein,  Hitler schneuzte sich unwillig, der Franzmann setzte sich auch noch an die Spitze, als sei er hier der Chef.

Gemeinsame Minister, ein gemeinsamer Etat, gemeinsame Standards. EU. Und ausgerechnet die Ostmark schoß quer, begriff nichts. Typisch. Hitler sah Speer mit einer Mappe voller Zeichnungen auf sich zukommen. Der Mann glaubte nicht mehr an ihn, aber an seine Architektur schien er weiter zu glauben. Unwillkürlich entfuhr dem Führer ein flatternder Verachtungslaut. Sozialdemokraten. Immer noch war er es doch, den der "Spiegel" zuverlässig wie kein anderes Magazin immer wieder Bilder auf seine Titelseite hob. Gemeinsame Haushaltskasse, womöglich noch so, dass der Franzose das Geld ausgab. Gemeinsame Schulden, so viel hatte Hitler von der Sache verstanden, sind immer der erste Schritt zu gemeinsamer Verantwortung. Und, er musste schmunzeln, damit natürlich zum Verlust der eigenen Souveränität.

"Speer, wenn ich damals gefordert hätte, die Polen, die Norweger, die Dänen und die Franzosen könnten bleiben, was sie sind, sie müssten nur im Zuge einer weitgehenden politischen Union auf Souveränität in ihrer Budgetplanung verzichten, da hätten die ihre Panzer losgeschickt." Hitler wusste, dass Speer das wusste. Und ihm war klar, dass er damals einfach der falsche Mann am falschen Platz gewesen war. Zu selbstbewusst. Zu sehr mit dem Kopf durch die Wand. Wie machte denn diese Merkel das? Steht für ein Deutschland, dass nicht nur unbewaffnet ist, sondern hilflos wirkt. Erregt Mitleid. Beruhigt durch Unbeholfenheit. Und schafft so innerhalb von wenigen Jahren die komplette Übernahme von Frankreich, Polen, Griechenland, Italien und sogar Spanien und Portugal, wo er nie richtig ein Bein auf den Boden bekommen hatte. Nur der Russe, der spielte wieder nicht mit. 

Aber als gewiefter Taktiker bewunderte Adolf Hitler den Stil der Aktion. Sie wirkte unglaublich teuer und gleichzeitg vollkommen blöd. Doch verglichen mit den Kosten, die ihm zwischen 1933 und 1945 entstanden waren, handelte es sich bei allen Aufwendungen für Rettungspakete, Rettungsfonds und gemeinsame Bonds um die berühmten Peanuts. "Günstiger ist seit vielen Jahren niemand mehr an einen ganzen Kontinent herangekommen", hatte auch sein alter Finanzminister Lutz Graf Schwerin von Krosigk gesagt, mit dem er neulich beim abendlichen Tee über die Sache gesprochen hatte.

"Rechnet man die Gesamtkosten hoch, kommt man auf eine Summe von nicht mehr als einem Drittel der Kosten, die wir aufgewendet haben", hatte Krosigk vorgerechnet. Hitler hatte die Zähne zusammengebissen. Nicht, weil ein deutsches Europa offensichtlich so billig zu bekommen war. Sondern weil es dieser Merkel auch noch gelang, im triumphalsten Moment der jüngeren deutschen Geschichte so mitleiderregend zu wirken wie ein hoffnungslos geschlagener Boxer."Jder glaubt, sie verliert", hatte Krosgk gesagt, "aber was sie bekommt, ist auf Dauer mehr wert."

Der ehemalige Führer war sich sicher, das er das nie gekonnt hätte. Der Hai weiß, dass er zubeißen muss. Tut er es nicht, wird ihm das Essen heute hinterhergetragen. Aber ist er dann noch ein Hai? Oder ein Goldfisch? Adolf Hitler blies die 129 Kerzen auf der Torte aus, die ihm die Frau vom Goebbels gebacken hatte. Dass sich mit Frieden mehr erobern lässt als mit Krieg? Dass Geld doch Tore schießt? "Speer", rief er, "hätten Sie mir das doch früher gesagt."

PPQ-Archiv: Nicht ohne meine Hitlerbilder


Israel: Gürtelprügel aus dem Großraumbüro

Er müsste vor Scham im Boden versinken, hat er doch gerade erst wieder einige junge Männer ermordet, die nichts weiter getan hatten, als in der Erde herumzubuddeln, wo sie hofften, auf eine Wasserader zu stoßen. Denn eines muss man wissen: Israel, sprich: die Juden, das schwor einst sogar der später als Kanzlerkandidat gescheiterte SPD- und Europachef Martin Schulz, vergiftet den Palästinensern die Brunnen, so dass sie ihre Grünanlagen kaum wässern können. Da muss einfach jeder nach Wasser bohren, auch wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.

Statt aber nun endlich reuig eine Zwei-Staaten-Lösung anzubieten, bei der man sich das Wasser brüderlich teilt, bis der letzte Jude den Nahen Osten verlassen hat, beharren die Zionisten auf ihrem Recht, ihren Staat allein zu bewohnen, oder doch fast allein, denn eigentlich leben in Israel ja mit 1,2 Millionen mehr Araber als nach Jahrzehnten der Verfolgung, der Drangsal und der Bedrohung in arabischen Ländern noch Juden (4.500) verblieben sind.

Zum Glück ist das kein deutsches Problem, jedenfalls keines der Süddeutschen Zeitung. Die gratuliert Israel auf ihre Weise zum 70.: „Ein Staat Israel um jeden Preis“, klagt sie an.Und die "Zeit" assistiert: "Anlass zum Feiern gibt es wenig". In Hamburg, wo sie die ganze Ecke da unten als "arabisches Land" betrachten. Und immer wissen, wer der Böse ist.

Israel. Dass der Judenstaat bereit sei, um seine Existenz zu kämpfen, ärgert sie, es fuchst sie, es geht ihnen gegen den Strich. Wenn wir unseer Grenzen nicht sichern wollen, weshalb können die das können? Das "gefährdet die Demokratie" (SZ).

Natürlich nicht die nicht existente in den Palästinensergebieten, die seit einem Jahrzehnt von einem nicht-gewählten Potentaten regiert werden. Und nicht die in Saudi-Arabien, Ägypten oder dem Irak, wo Männer am Ruder stehen, die, wären sie Chef im Kreml und nicht Geschöpfe mit einem Hang zur machterhaltenden Kungelei mit dem Westen, keinen Tag ohne die deutsche Anklage verleben können, sie seien menschenverachtende Diktatoren mit blutigen Händen.

Nein, Israel bekommt die Gürtelprügel aus dem Münchner Großraumbüro. Die einzige Demokratie im Nahen Osten, gegen die die Uno seit 1948 mehr Resolutionen erlassen hat als gegen Nordkorea, Syrien, Südafrika, Kambodscha und sämtliche anderen Kriegstreiber und Völkermörder zusammen, dient pünktlich zum Geburstag wieder als Punchingball: Voll toll "zerstritten, gespalten, zerissen" (Originalschreibweise) sei das Land, attestiert die Zeit. Das macht es nicht lange. Das haben sie nun  davon, erklärt die SZ: 700 000 Palästinenser seien vertrieben worden, der ganze Staat existiere ja nur "auf Kosten der Palästinenser" (SZ).

Ein Hundsfott ohne Gewissen, wem da nicht eine Träne kommt. Dass die "Palästinenser" eigentlich keine waren, als sie damals vertrieben wurden, oder doch nicht mehr Palästinenser als die Juden, die im britischen Mandatsgebiet Palästina lebten und sie vertrieben, spielt nicht die große Rolle. Lange her. Von damals lebt ja niemand  mehr.

Was die "SZ" meint, sind trotzdem natürlich arabische Palästinenser mit Betonung auf arabisch. Würde das erwähnt, ergäbe sich im Verständnis aber gleich ein gemeiner Zusammenhang: Zufällig waren es mit Ägypten, Syrien, Irak, Libanon, Jordanien und Saudi Arabiens fünf arabische Länder, die Israel in der Gründungsnacht nach der Unabhängigkeitserklärung angriffen.

Die Juden hatten danach nur noch die Wahl: Wieder sterben. Oder kämpfen.

Dass sie sich für Letzteres entschieden haben, können ihnen die Leitblätter des deutschen Salonantisemitismus offenbar auch 70 Jahre später nicht verzeihen.

Wachgerüttelt: "Rechtes Gedankengut ist in Deutschland wieder mitten im öffentlichen Diskurs angekommen und wird immer populärer!" 
Danisch zum Thema


Donnerstag, 19. April 2018

Pluralitätspflicht: Gegengift für den Volkskörper

Andere EU-Partner sperren feindliche Interneteinträge brutalstmöglich. Die Bundesregierung aber plant jetzt eine smarte  Gegenstrategie: Für jeden merkelkritischen Eintrag bekommen Nutzer künftig einen merkelfreundlichen zu sehen.
Es geht nicht mehr nur um Hass. Im Kampf gegen digitale Hetze setzt Bundesjustizministerin Katarina Barley nicht mehr nur auf enges Coaching durch erfahrene Meinungsfreiheitsschützer und striktes Löschen mit Hilfe traditionsreicher Firmen der inneren Aufrüstung, sondern nun auch auf positives Beeinflussen fragwürdiger Diskussionen durch strenge gesetzliche Auflagen: Eine Pluralitätspflicht soll Hetzer, Hasser und Zweifler gezielt zurück auf die zivilisierte Seite der Meinungsfreiheit locken.

Barley, einst als SPD-Generalsekretärin tragisch gescheitert, durch die dünne Personaldecke der Partei aber später doch wieder auf die Besetzungscouch gerutscht, will großen sozialen Netzwerken dazu gesetzliche Vorgaben machen, nach denen Nutzern nicht mehr nur Themen und Meinungen angeboten werden müssen, für die sich die Betreffenden interessieren. Stattdessen plädiert die Gefolgsfrau der neuen Parteichefin Andrea Nahles für eine Pluralismus-Pflicht in sozialen Netzwerken: Für jeden genderfeindlichen, islamanprangernden, fußballschiedsrichterkritischen oder Angela Merkel beschimpfenden Eintrag, den Facebook oder Twitter Nutzern zeigen, müsste die US-Firma ihren Mitgliedern zugleich einen durchgegenderten, den Schiedsrichter lobenden, mohammedbejubelnden und Angela Merkel rühmenden Text zeigen.

Barley sieht vor allem bei Themen wie Flüchtlinge und die Geschlechterdiskussion eine dringende Notwendigkeit, auch die Sicht der Bundesregierung weiter und vor allem wirksamer unter den Menschen zu verbreiten. Die automatischen Programme, mit denen Facebook Nutzer bestimmte Einträge zeigt, andere aber ausblendet, müssen nach den neuen Barley-Gesetzen unabhängig von den durch das Nutzerverhalten ermittelten Interessen darauf abzielen, Sichtweisen zu transportieren, die „einer kompletten Blasenbildung entgegenwirken“, sagte die Ministerin bei einer Diskussionsveranstaltung, die die Deutsche Public Relations Gesellschaft und der ursprünglich aus dem Journalismus kommende Berliner "Tagesspiegel" gemeinsam veranstaltet hatten.

Mit Hilfe neuer hochintelligenter KI-Steuerungen, die sich etwa an der Fähigkeit russischer Trolle orientierten, mit wenigen tausend sogenannten Bots selbst amerikanische Präsidentenwahlen zu entscheiden, lasse sich die, glaubt der Anklamer Sprechtechnologe Marvin Müller von der Forschergruppe Computerlinguistik der Uni Greifswald, eine Meinungsbildung schaffen, die Hetze, Hate Speech und Zweifel an notwendigen Maßnahmen der Bundesregierung und der EU-Kommission automatisiert an der Verbreitung hindert, so dass Rechte, Rechtspopulisten, Rechtsradikale, Rechtsextreme und Rechtsextremisten wirksam daran gehindert werden, ihr schleichendes Gift in den Volkskörper zu verspritzen.

Statt nur defensiv gegen Hassreden im Internet zu kämpfen und mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz unliebsame Meinungen wegzufiltern, könne so ein staatliche reguliertes Nachrichtenangebot verfügbar gemacht werden, das Aufwiegler im Netz auf lange Sicht wieder zu guten und treuen Staatsbürgern machen könne. "Entscheidend ist unser Wertekanon, und der ist ganz klar das Grundgesetz", sagte Barley.

 Das sehe bereits in Artikel eins eine Verpflichtung des Staates vor, soziale Netzwerke zu verpflichten, ihre Algorithmen pluralistisch auszugestalten. "Die Würde des Menschen ist unantastbar, sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt", heiße es da. Daraus ergebe sich die geplante neue Pluralitätspflicht, die technisch zu implementieren kein Problem sei, so Barley, die in Marburg und Paris Rechtswissenschaften studiert hat. "Das halte ich für machbar und nicht schwierig“, ist sie sicher.

Ohrfeige für Assad: Paris fährt schwere Geschütze auf

Gaddafis Zelt in Paris: Der grausame Diktator war ein gern gesehener Verbündeter am Hof der französischen Präsidenten.
Dass Muammar Gaddafi damals mitten in Paris zelten durfte, lässt sich nun leider nicht mehr rückabwickeln. Auch die Wahlkampfspenden, mit denen der blutige Diktator Einfluss auf die französische Innenpolitik nahm und den großen Europäer Nicolas Sarkozy als libyschen Interessenvertreter einkaufte, können kaum noch zurückgezahlt werden. Frankreich, Zeit seiner Existenz eine Nation, die für sich eine eigene Moral in Anspruch nahm, betrieb stets Machtpolitik ohne Scheuklappen, wie sie den ostwärts gelegenen Nachbarn plagen.

Während die ihre Verbrechen ununterbrochen bereuen, steht der aktuelle Franzose immer über den Dingen, die Opa angerichtet hat und von denen die selbsternannte "große Nation" bis heute profitiert. Frankreichs Algerienkrieg wurde jahrzehntelang als „die Ereignisse“ umschrieben. Es dauerte ein halbes Jahrhundert, bis ein französischer Präsident einräumte, dass Paris seine algerischen Hilfstruppen schoflich behandelt und dem brutalen Kriegsgegner überlassen hatte. Offiziell gedenken will Frankreich den eigenen Verbrechen nicht, auch die von den Algeriern verlangte Entschuldigung für tausendfachen Mord, Folter und Massaker kam bisher keinem Präsidenten über die Lippen.

Dafür aber räumt Emmanuel Macron jetzt auf. Der Mann, der sich vorgenommen hat, das wirtschaftlich bedeutungslose, politisch von Berlin und Brüssel abhängige und militärisch selbst mit der überschaubaren Mali-Mission überforderte Land zurück an den Tisch der Weltmächte zu befördern, hat nach Frankreich symbolischer Teilnahme an den "Luftschlägen" (Der Spiegel) gegen Syrien jetzt ein Disziplinarverfahren gegen Baschar al-Assad eingeleitet, um dem syrischen "Machthaber" (Süddeutsche Zeitung) das Großkreuz der Ehrenlegion wegnehmen zu können, das Macrons Vorgänger Jacques Chirac al-Assad dem studierten Augenarzt kurz nach dessen Amtsantritt verliehen hatte, um ihn Frankreich gewogen zu stimmen.

Bekannte Träger der Auszeichnung sind Napoleon Bonaparte, der Europa mehrfach mit Krieg überzog, der jugoslawische Alleinherrscher Josip Broz Tito, Kreml-Potentat Wladimir Putin, der kriegerische äthiopische "König der Könige" Haile Selassie, die Grünen-Mitgründerin Claudia Roth, der desillusionierte Nahost-Kenner Peter Scholl-Latour und der junge französische Präsident Emmanuel Macron, der sich den Titel eines "Grand Maître de la Légion d’Honneur" unmittelbar nach seinem Amtsantritt verleihen ließ, um seine weltpolitische Bedeutung zu unterstreichen.

Frankreich fährt damit schwerste Geschütze gegen den Syrer auf, der schon vor sechs Jahren einen harten Schlag hatte einstecken müssen, als ihm Italien die Ehre des Ritters des Großen Kreuzes Grand Cordone "Zum Verdienst der Italienischen Republik" ohne Begründung entzogen hatte. Für Assad wird es nun richtig eng. Als eines von bislang 93.000 Ehrenmitgliedern der Ehrenlegion, eine symbolische Auszeichnung, denn nach den 1802 von Napoleon geschaffenen erznationalistischen Regeln können nur echte Franzosen Vollmitglied werden, genoss Assad bislang höchstes Ansehen in der Welt.

Sollte ihm der Titel nun aberkannt werden, dürfte der Potentat schäumen, denn er besäße dann nur noch den ukrainischen Orden des Fürsten Jaroslaw des Weisen I. Klasse, das finnische Großkreuz des Ordens der Weißen Rose, den libanesischen Zedern-Orden, das brasilianische Großkreuz des Ordens vom Kreuz des Südens, Venezuelas Orden des Befreiers und ein halbes Dutzend weiterer Meriten.




Mittwoch, 18. April 2018

Kanonenfutter: Schnellkurs zum Bundes-Blitzkrieger

Es geht der Bundeswehr nicht gut, ihre Gewehre schießen nicht, ihre Hubschrauber sind permanent zur Rweparatur, die U-Boote liegen in der Werft, die Panzer hat Holland und wenn es out of area geht, müssen Flugzeuge vom Klassenfeind geliehen werden, weil die europäische Hightech-Luftfahrtindustrie seit Jahrzehnten nicht in der Lage ist, einen bestellten fliegenden Kleintransporter auszuliefern. 

Schlechte Zeiten für Vorneverteidigung und friedenssichernde Missionen an der russischen Grenze, findet auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die zwar die Traditionskabinette der Truppe besenrein bekommen hat, nicht aber die Kampfkraft ihrer bunten Famnilienarmee auf russisches Niveau. Deutsche Truppen stehen als Geiselverband im Baltikum, eine stete Drohung an den Kreml: Wenn du diese Einheit überrennst, sei es in zwei Stunden oder sei es in vier, dann ereilt dich ein Gegenschlag. Den dann natürlich die Amerikaner werden ausführen müssen.

Es fehlt an Kanonenfutter


Denn seit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 bis zur nächsten Generalmobilmachung fehlen Heer, Marine und Luftwaffe Soldaten. Und bei der nächsten Generalmobilmachung, soviel ist den Planern auf der Hardthöhe jetzt aufgefallen, werden auch die Reservisten fehlen, die die noch vorhandenen Skelette der Bundeswehrbände mit Kanonenfutter aufpolstern könnten, um die heranrollende Lawine von vermutlich unsichtbaren Russentanks aufzuhalten, bis der große Bruder in Übersee beschlossen hat, mit ein paar chirurgischen Luftschlägen für Frieden und Sicherheit auf dem alten Kontinent zu sorgen.

Nur woher Nachwuchs nehmen, wenn die junge Generation aus friedensbewegten Partylöwen besteht, die selbst im alltäglichen Straßenkampf in deutschen Großstädten nicht in der Lage sind, simplen Messerangriffen wirksam zu begegnen? Allein neue Traditionserlasse und die Nachkommen der in Dunkeldeutschland lebenden Nazi-Stämme werden nicht reichen, die neuerdings regierungsamtlich wieder "Heimat" genannte Region zu verteidigen, zumal gerade diese gewaltgeneigten Jungmänner noch mit der neuen Bundeswehrtradion der Umstandskleider und Mutterschaftskommandos fremdeln.

Waffengang nicht über eine Woche


Mit 43 Milliarden Dollar gibt Deutschland zwar immerhin halb so viel Geld für seine Armee aus wie Russland, obwohl die deutschen Streitkräfte nicht einmal ein Fünftel der Stärke der russischen aufweisen. Doch die Zahl der Reservisten erlaubt Deutschland keinen Waffengang, der länger als eine Woche dauert: Kann der Kreml auf 2,5 Millionen Reservisten zurückgreifen, verfügt die Bundeswehr nur über 30.000 Männer und Frauen, mit denen Verluste ausgeglichen oder Kräfte an der Front massiertw erden könnten.

Um dem Mangel abzuhelfen, der Deutschlands Verteidigungs- und Angriffsfähigkeit selbst bei einem Kräftemessen mit Indonesien überdehnen würde, werden nun auch Zivilisten zu Reservisten schnellbesohlt. In der vergangenen Woche hat dazu in Berlin ein Pilotprojekt begonnen: 178 Stunden Ausbildung am Friedensgewehr machen aus freiwilligen Familienvätern, FrührentnerInnen und Studentinnen im Wartesemester Bundes-Blitzkrieger, vor deren Stiefeltritt im Gleichschritt demnächst schon wieder die ganze Welt erzittern dürfte.

Nein, darf man nicht: Das N-Wort in M-Deutschland

"Darf man heute noch "Neger" sagen? Warum ist politische Korrektheit zur Kampfzone geworden?" - so kündigte der MDR eine Radiosendung an, die im Eklat endete, ohne zuvor überhaupt begonnen zu haben. Kaum war das Thema der Sendung über die sozialen Netzwerke verbreitet worden, fand sich ein wütender Mob aus tobender Empörung zusammen: Der MDR sei rassistisch, das "N-Wort", wie es von den entsetzen Wutbürgern bei Twitter zart umschrieben wurde, gehe gar nicht!

Ebensowenig natürlich das Sendungsmotto "Politisch korrekt? Das wird man wohl noch sagen dürfen!" und die Gästeliste mit der früheren AfD-Chefin Frauke Petry, dem Moderator Peter Hahne, der sächsischen Linke-Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz und dem Leipziger Politikwissenschaftler Robert Feustel. Der Sender, als zentrale Ostalgie-Abspielanstalt aus Dunkeldeutschland ohnehin beständig unter Nazi-Verdacht, reagierte umgehend. Wenige Stunden vor Beginn strich der MDR die Sendung aus dem Programm.

Die Frage, was man in Deutschland sagen dürfe, war da durch die engagierte Diskussion ohnehin bereits beantwortet. Das "N-Wort", nach dem tief im Westen der Republik Orte und Ortsteile benannt sind, gehört zweifelsfrei nicht dazu.

Empört zeigte sich die Linken-Abgeordnete Köditz, früher, als man noch Neger statt N-Wort sagte, hauptamtlich in der FDJ-Kreisleitung Leipzig-West tätig und heute Sprecherin ihrer Fraktion für antifaschistische Politik. "Weiße unterhalten sich, wie man schwarze Menschen betiteln darf", sagte sie dem Berliner "Tagesspiegel" mit einem klaren Fokus aus die Einteilung von Menschen nach äußerlichen Merkmalen, "das ist für mich Kolonialismus."

Dieser Begriff steht eigentlich für Inbesitznahme auswärtiger Territorien und die Unterwerfung, Vertreibung oder Ermordung der ansässigen Bevölkerung durch eine Kolonialmacht, trifft also den Sachverhalt wie ein in China geschwungener Hammer einen Nagel in Brasilien.Doch im Dienst der guten Sache darf in der Aufregung schon mal auch ein bisschen was durcheinandergehen, wenn der linke Kolonialismusbeauftragte die Menschen in schwarz und weiß einteilt und festlegt, wer dabei mitzurden hat, was man zu wem sagen darf.

Köditz, die nach eigenem Bekunden eigentlich vorgehabt hatte, den "rechten Kampfbegriff" (Köditz) politische Korrektheit "nicht unwidersprochen zu lassen", hat als Kind die "Negerin Angela Davis"  (Luise Rinser, 1984 grüne-Bundestagspräsidentinnekandidatin) mit Postkarten aus der rassistischen US-Haft freigekämpft.  Nach der "kurzfristigen Sendungsankündigung" mit der Frage nach dem "N-Wort" sah sie nun aber "keine Basis mehr für ein Gespräch". Jeder, der den Diskussionstand in der Linken kenne, wisse, dass es um critical whiteness, nachholende Weißheitsforschung und um nicht-identitäre Identitäten gehe, nicht um notwendige Sprachregelungen.

Leider habe der MDR sich geweigert, sie und Feustel, der über eine "Kulturgeschichte des Rauschs" promoviert wurde und damit vom Fach ist, auf das Konzept der Sendung, den Tenor der Ankündigung und die eingeladenen anderen Gäste Einfluss zu nehmen. Daher seien zwar die frühere AfD-Politikerin Frauke Petry und der Moderator und Freizeit-Evangelist Peter Hahne eingeladen worden. Aber "keine Menschen, die selbst von Rassismus betroffen sind", so Köditz. Ohne die aber könne über politische Korrektheit eben nicht politisch korrekt diskutiert werden.

Der MDR bereitet jetzt eine neue Sendung mit neuem Konzept und anderen Gästen vor: "Darf man heute noch "Du bist aber braun geworden" sagen? Warum ist politische Korrektheit zur Kampfzone geworden?", heißt es in der nächsten Woche. Gäste dann: 

Im Archiv: Deniz Yücel mal versuchte,  das N-Wort vorzulesen.
Aktuell: Sciencefiles über Neger, N-Wort und I-Wort

Dienstag, 17. April 2018

Kriegsberichterstattung: Als sich Bombenangriffe in "Luftschläge" verwandelten

Deutsche Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg waren nie "Luftschläge", auch die Angriffe der Alliierten auf deutsche Städte mussten noch ohne den hübschen Kosenamen auskommen.
Hagelt es Bomben und Raketen vom Himmel, dann weiß die deutsche Berichterstattung das sehr genau einzuordnen. "Bombardements" heißt es dann, "Bombenangriffe", vielleicht noch "Raketenangriffe" oder "Luftangriffe". Kommt der "Tod aus der Luft", etwa in Dresden oder in Vietnam, dann gibt es schon bei der Wortwahl keinen Zweifel: Es handelt sich um Luftangriffe, Bombenangriffe oder, zusammengefasst, einen "Luftkrieg".

Aus der Entfernung geführt, gilt der normalerweise als besonders schwerer Fall von moralisch verwerflichem Handeln im Krieg. Niemand, der mit Bomben und Raketen angreift, kann genau wissen, wo und wen er trifft. Wladimir Putin hat Aleppo so schon "zum zweiten Grosny" gebombt. Auch Krankenhäuser haben die menschenverachtenden Russen-Bomber bereits getroffen.  Und wahrscheinlich war das sogar "Teil von Putins Strategie" (Spiegel). Der Kreml will alles zerstören, was dem Rest der Welt heilig ist. Er bombt, um zu bomben, um wieder Weltmacht zu werden oder die Illusion zu behaupten, eine zu sein.

Ganz anders sieht es aus, wenn Nato-Luftstreitkräfte sich aufmachen, irgendwo auf der Welt eine Strafaktion zu fliegen, einen Diktator zu erziehen oder Bomben und Raketen auf Lagerstätten von kreuzgefährlichen chemischen Waffen abregnen zu lassen. Ganz automatisch verwandelt sich das, was der Duden "Luftangriff nennt, in einen "Luftschlag". Der Begriff klingt viel sympathischer, er ist keimfrei und opferlos, eine Ohrfeige ohne Ohr, ein Schlag ins Wasser fast, trocknet wieder, weiter geht es. Kein Blut, nirgends.

Luftschläge sind ein relativ neues Phänomen in der Kriegsberichterstattung. Während Bombardements, Luftangriffe, Bombenangriffe und Raketenangriffe auf eine Geschichte zurückblicken können, die mit dem italienisch-türkischen Krieg im Jahr 1911 beginnt, sind "Luftschläge" erst nachweisbar mit dem Beschluss der Nato, auf den von Joschka Fischer und Rudolf Scharping vorgelegten "Hufeisenplan" mit Bombardements auf dem Balkan zu reagieren.

Nur Bombardements waren das eben nicht, sondern chirurgische "Luftschläge", das militärische Äquivalent zu sanften Streicheleinheiten aus Phantom-, Tornado-, F15- und Mirage-Bombenklappen, nicht böse gemeint, weder in Afghanistan noch in Syrien.  Eine Google-Trends-Grafik (unten) zeigt, das "Luftschläge" (blaue Spitzen) ausschließlich vorkommen, wenn die Nato Lufteinsätze fliegt. Sind Nicht-Nato-Bomber unterwegs, dominieren "Luftangriffe" (rot).

Denn andere Mächte, verharrend in einer dunklen Zeit, arbeiten noch mit "Luft-" und "Bombenangriffen". Die Deutschen dagegen sind mittlerweile mehrheitlich gegen "Luftschläge". Und selbst Wladimir Putin befleißigt sich der schmuck gekämmten, gefönten und geschminkten Nato-Sprache: Er sagt "Aвиаударыwas" auf Russisch "Luftangriff" heißt. Und wird vom "Spiegel" mit einer Warnung vor weiteren "Luftschlägen" übersetzt.

"Luftschlag" ist ein Wort, das es im Russischen gar nicht gibt.

Emmanuel Macron: Der Kriegstreiber

Eigentlich sollte er Frankreich reformieren, wirtschaftlich auf Deutschlands Augenhöhe heben und damit Europa retten. Als Emmanuel Macron vor knapp einem Jahr gewählt wurde, galt der linksliberale Newcomer als Rettung des größten und wichtigsten deutschen EU-Partners vor den antieuropäischen Umtrieben der Marie Le Pen. 

Macron war nicht nur jung, strahlend und gutaussehend, er hatte auch Erfahrung im Umgang mit älteren Frauen und erklärtermaßen den festen Willen, Deutschland in dessen beharrlichen Kampf um wirtschaftliches und soziales Wohlergehen für alle acht Milliarden Erdenbürger, um eine vorausschauende Klimapolitik, einen entschlossenen verbalen Kampf gegen den Terrorismus und beim waffenlosen Einsatz für Frieden und Freiheit zu unterstützen. Europas eiserner Kern, die Achse Berlin-Paris, sie würde, so viel war schon nach wenigen Minuten klar, die Völker vorm Zugriff der Rechtspopulisten und Europafeinde retten. 

Den Versager zieht es an die Front


Macron startete denn auch wie ein chinesisches Neujahrsfeuerwerk. Der stets sehenswerte Politiker neuen Typs, ideologisch nicht festgelegt und moralisch kaum zu verorten, nutzte die "Macromanie",  um den Reichen Geschenke zu machen, die Axt an den französischen Ständestaat zu leben und die Gewerkschaften zu entmachten. Ein Büttel der Globalisten, so schimpfte die Herzenslinke. Doch immer noch besser als ein Rechter, übten sich die deutsche Talkrunden in demonstrativer Bescheidenheit.

Deutschland muss mit Frankreich, weil nach dem Ausstieg Großbritanniens aus der Weltfriedensgemeinschaft EU nur noch ein großer und wichtiger Partner bleibt. Und wer mit Frankreich muss, der muss eben auch mit Macron. Pflichtschuldigst bejubelte das politische Berlin dessen völlig illusorische Europa-Pläne, fast schon liebevoll sahen die im transnationalen Hinterzimmergeklüngel erfahrenen deutschen Politprofis darüber hinweg, dass die von dem Franzosen geforderte "Neugründung der EU" angesichts von 27 zerstrittenen Verhandlungspartner  mit allergrößter Sicherheit im Desaster eines Auseinanderbrechens enden würde - ein Risiko, das kein deutscher Kanzler eingehen würde.

Europa will nicht hören


Die Bemühungen Macrons um eine EU, die nicht mehr so "langsam, schwach, ineffizient" (Macron) ist, wurden dann einfach durch die übliche Inaktivität ausgebremst. In Berlin weiß jeder, dass in den nächsten Monaten hauptsächlich darum gerangelt werden wird, wer den Posten des EU-Frühstücksdirektors nach der als "Wahl" angekündigten nächsten EU-Abstimmung  wird übernehmen dürfen. Maccon möchte selbst jemanden aussuchen, die Deutschen möchten lieber wieder so tun, als handele es sich um eine Personenwahl, bei der Wähler entscheiden, wer gewinnt.

Es könnte sein, dass der hinhaltende Widerstand Berlins den 40-jährigen Franzosen, dessen politische Biografie vor seiner Wahl zum Präsidenten gerademal vier Jahre dauerte, dazu treibt, dort aktiv zu werden, wo er selbst Zugriff auf Gaspedal und Lenkrad hat.

Im Bemühen, Frankreichs vermeintliche einstige Größe wiederherzustellen, ist Emmanuel Macron bereit, Außenpolitik als Mittel der Innenpolitik zu nutzen: Um davon abzulenken, dass er mit seiner EU-Initiative bisher ebensowenig Fortschritte gemacht hat wie beim den angestrebten Reformen und der anvisierten Aufholjagd zu Deutschland, bläst der Mann im Elysee-Palast die Kriegstrompete. Syrien dient ihm zur Ablenkung davon, dass Frankreichs Arbeitslosigkeit noch immer desaströs hoch ist, die Treibhausgasemissionen die Deutschlands weit übertreffen, die Arbeitskosten pro Stunde nicht konkurrenzfähig sind und die Zahl der Privathaushalte mit schnellem Zugang zum Internet noch niedriger ist als in Deutschland, obwohl das im Weltmaßstab schon so eine Art Besenwagen der Breitbandzukunft darstellt.

Macron will wieder Weltmacht werden


Macron spielt die Weltmachtkarte. Wie stets im Maßanzug, gibt er den Weltpolizisten, stachelt den US-Präsidenten zu völkerrechtswidrigen Angriffen an und möchte Frankreich damit wieder als Größe aus der politischen Weltkarte etablieren. Frankreich gebietet immer noch über ein globales Reich aus Kolonien, die es züchtig "Überseegebiete" nennt. Frankreich ist die Atommacht in der EU und bis heute - im Unterschied zur Türkei - kein Nato-Mitglied. Daraus und aus der Notwendigkeit, die anhaltende wirtschaftliche Schwäche seines Staates zu maskieren und dessen innere Zerissenheit zu übertünchen, leitet Emmanuel Macron den Anspruch ab, in der obersten Liga mitzuspielen. Und sei es um den Preis eines Weltkrieges.

Es ist wie eine Rückkehr in nostalgisch verklärte Zeiten, als Paris noch eine der Siegermächte repräsentierte, eine einzigartige Welthauptstadt, in der General de Gaulle und seine Nachfolger bei jeder Entscheidung das nationale Interesse im Blick hatten. Deutschland hat Macron vor dem Einsatz seiner Bomber weder gefragt noch informiert, er kann bomben und er tut es, in der sicheren Gewissheit, dass Merkel im Namen der europäischen Einheit im Nachhinein zustimmen wird. Mit einem kleinen Kniff verkehrt der Franzose die Machtverhältnisse in der EU damit ins ihr Gegenteil. Frankriech marschiert, der Rest gratuliert.


Auf Augenhöhe  mit Washington


Paris wieder ganz groß, auf Augenhöhe mit Washington, London und Moskau. Von hier oben lässt sich auf Berlin hinunterschauen. Diese Gefühlslage muss man berücksichtigen, wenn man die bellezistische französische Außenpolitik dieser Tage verstehen will. 28 Jahre nach der zähneknirschenden Zustimmung Mitterands zur deutschen Wiedervereinigung ist Frankreichs Fixierung auf den nachbarns Deutschland als den imaginierten oder tatsächlichen Konkurrenten so ungebrochen, dass Emmanuel Macron im großen Spiel um Bedeutung, Herrschaft und Weichenstellung aggressiv und ohne Skrupel auf das verminte Schlachtfeld des Nahen Ostens auszuweichen bereits ist, nur um der französischen Öffentlichekit klarzumachen, dass Frankreich im Unterschied zum bedauernswerten Deutschland noch immer eine Grande Nation ist.


Montag, 16. April 2018

Zeichen der "Zeit": Die Arabisierung des heiligen Landes

Es braucht immer einen, der so mutig ist, die richtigen Fragen zu stellen. Mit "70 Jahre Israel - warum kommt das Land nie zur Ruhe?" wagt es die Hamburger "Zeit". Und sie gibt schon im Anreißer die Antwort: "Einst besiedelten Juden aus aller Welt arabisches Land: Sie schufen einfach Fakten, aus denen der Staat Israel wuchs."

Gerade für eine deutsche Zeitung eine tapfere These: Immerhin lebten Juden schon dort, wo heute Israel liegt, als König David regierte und es ein "arabisches" Volk noch gar nicht gab. Zu Beginn der Bronzezeit zwischen 1900 und 1500 v. Chr. besiedelten die Söhne und Enkel von Abraham, Isaak und Jakob den Landstrich zwischen Mittelmeer und Mesopotamien. Das, was heute als "arabisch" verstanden wird, begann 2500 Jahre später, als Mohammed den bis dahin desperaten Stämmen von Nomaden und Nicht-Nomaden eine gemeinsame Religion gab, über die sich das Arabischsein im Zusammenwirken mit einer gemeisnamen arabischen Sprache so gründlich definieren konnte, dass selbst die Ägypter mit ihrer bis ins Dunkel der Geschichte reichenden vieltausendjährigen Geschichte zur Überzeugung kamen, sie seien nun Araber, weil sie schließlich Arabisch statt ihres eigenen Alt-Ägyptisch zu sprechen gelernt hatten und an Allah glaubten statt an ihre eigenen, früher verehrten Gottheiten.

Niemand käme deswegen auf die Idee, zu behaupten, Araber hätten früher ägyptisches Land besiedelt. Doch wenn es um Israel geht, sind fortschrittliche, weltoffene deutsche Medienhäuser traditionell reflexhaft auf der Seite der vermeintlich Unterdrückten. Die "Zeit" hat hier jahrzehntelange Expertise: Greifen arabische Jugendliche Israelis an, verzeiht das Hamburger Blatt es den Angegriffenen nicht, dass sie sich - im Unterschied zu den Juden, die der Opa des Zeit-Redakteur ermordet hat - whren. Die Schlagzeile lautet automatisch: "Soldaten erschießen Palästinenser nach Steinwurf".
Überlebt Israel also in einer Umgebung aus lauter Nachbarländern, die mindestens viermal versucht haben, den Judenstaat von der Landkarte zu fegen. Prompt geht die Fachredaktion in Hamburg zuallererst der Frage nach, welche Verantwortung dem Überfallenen dafür zukommt, dass seine Feinde so ein unstillbares Bedürfnis plagt, ihn auszuradieren.

Wer war zuerst da? Der Jude, der Araber oder gar der "Zeit"-Journalist? Beim Tempelberg ist es klar: Die Moschee steht obendrauf, der Tempel ist drunter. Naheliegend, dass das eine vor dem anderen existiert haben muss. Doch in einem Land, das eine Debatte um eine Preisverleihung antisemitische Islam-Rapper "fair" (Die Welt) führen will, statt sich zu fragen, wie es passieren konnte, dass die antisemitischen Holperreime zweier Mode-Moslems von hunderttausenden Deutschen gekauft und gehört werden, ist es noch naheliegender, dass niemand mehr da ist, der diese Frage stellen kann: Die Nazi-Musik aus dem Islamisten-Ghetto gilt der "Zeit" schließlich als "dissidenter"  Ausdruck des legitimen "Kampfes gegen die Yogamatten-Gesellschaft" (Zeit).
Nicht Judenfeindlichkeit und Hass auf die liberale Gesellschaft der einzigen Demokratie im Nahen Osten stecken nach einem "Zeit"-Gutachten im Ansingen gegen Israel, sondern allein die "Lust am Krass-Sein". Und die teilt "Die Zeit" nun mal entschieden. In der Logik der Redaktion gibt es zum 70. Jahrestag der Staatswerdung Israels deshalb vor allem dessen Landraub bei denen zu beklagen, die mit Waffengewalt immer wieder verhindern wollen, dass der Staat Israel in Frieden existieren kann. Anti-Semitismus ist in der Mitte des Mainstream angekommen. "Zwei Rapper sind für den Musikpreis Echo nominiert. Nun wird ihnen Judenfeindlichkeit vorgeworfen", staunt das Blatt über die "Unruhestifter" (Die Zeit), deren ausgestellte Judenfeindlichkeit kein importiertes Problem sei, sondern ein deutsches.

Auch wieder wahr.