Dienstag, 19. Juni 2007

Hamastan und Fatahstan

hamas gegen fatah, fatah gegen hamas, tote, verletzte, explosionen, chaos etc. etc. - das übliche im verhältnis der palästinenser zueinander, in den vergangenen tagen nur ins bisher unübliche gesteigert. auch der deutschlandfunk macht sich so seine gedanken, wer an der gelinde gesagt unübersichtlichen lage schuld sein könnte. und kommt zu gar nicht überraschenden ergebnissen: "Die USA weigerten sich, die Koalitionsregierung anzuerkennen, Israel lehnte es ab, mit ihr zu sprechen, und die Europäer redeten zwar mit einzelnen Ministern, konnten sich aber nicht dazu durchringen, ihre ablehnende Haltung zu revidieren." hatte ich doch gleich gedacht.

Korall will überleben

harald korall, nestor des ebenso schlichten wie authentischen kriminalfalls und angeblich ex-mitarbeiter der stasi, feiert heute seinen 75. geburtstag. vorher scheint ihm jedoch ein buch von lem oder den strugatzki-brüdern in die hand gefallen zu sein. anders ist folgender satz aus der hz kaum zu verstehen: "am dienstag wird der hallesche autor 75 Jahre, zum geburtstag indes ist er vereist". mal sehen, wer den zausel in 100 jahren wieder aufweckt.

Sensationelle Enthüllung bei ARD

Bisher haben viele gedacht, die ARD sei der Besitzer des Rennstalls T-Mobile und Leute wie Jan Ulrich und Erik Zabel folglich Angestellte der öffentlich-rechtlichen Anstalt. Immerhin hat die die magentafarbenen Pedalritter jahrelang gut bezahlt und in jedem Sommer zuverlässig ganze Sende-Nachmittag mit ihrem Epo-getriebenen Herumgerolle gefüllt. Eben aber enthüllte der radsporttechnisch gesehen eher drittklassige MDR das vielleicht größte Geheimnis der Sendeanstalt: Beiläufig schaltete eine Sendung namens "MDR aktuell" nach Genf und von dort sprach ansatzlos ein als "ARD-Dopingexperte" bezeichneter Mann ins Mikrophon. Heisst offenbar Hajo Seppelt und muss neu sein beim Radfahr-Sender Nummer 1. Oder sie hatten ihn bislang im Keller beim Blutbeutelnachschub für Zabel und Co. versteckt. Das würde erklären, warum Seppelt so blaß war.

Highway to Hill

Bisher läuft das so: Ein winziger Flieger bringt Mannschaft und Gepäck von Kathmandu nach Lukla, den Zentralflughafen im Himalaja. Von dort aus müssen alle marschieren, die den Mount Everest erobern wollen. Den Blick zum Everest darf man zwar schon nach ein paar Kilometern das erste Mal genießen, denn von der Hillary-Bridge aus öffnet sich eine Sichtachse zum höchsten Berg der Welt. Doch dann dauert es doch noch einmal vier, fünf, sechs Tage, um bergauf und bergab allmählich von 2500 Metern Höhe aufzusteigen auf 5000 Meter und dabei auch nur in die Nähe der wirklich hohen Berge zu kommen.
Schon kommendes Jahr aber ist Schluß mit der mühsamen Kraxelei. Denn auf der anderen Seite der Berge arbeitet China an einem Highway to Hill: Für den Fackellauf der Olympischen Spiele wollen die Chinesen eine Schnellstrasse zum Mount Everest hinauf bauen. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, soll dafür ein 108 Kilometer langer Weg bis zu einem Basislager in 5200 Metern Höhe ausgebaut werden. Die Kosten sind auf umgerechnet 150 Millionen Euro veranschlagt. Die Bauarbeiten sollen in der kommenden Woche beginnen und schon im November beendet sein. Die Strasse könne dann von Touristen und Bergsteigern genutzt werden.

Montag, 18. Juni 2007

Wem gehört die DDR?

Nun klagen sie wieder und wollen klären lassen, wem die Symbole der untergegangenen DDR gehören. Hammer, Zirkel und Ährenkranz, direkt nach der Wende überall eilig aus dem Stadtbild getilgt, machen heute, auf T-Shirts gedruckt und auf Basecaps gestickt, linksromantischen Klassikern wie Che Guevara Konkurrenz. Und deshalb ist es wichtig, zu wissen, wer die Rechte hat am linken Symbolpool. Jetzt streiten zwei Unternehmer streiten um die Marke "Staatswappen der DDR", die iegentlich keine sein dürfte: Manfred Jansen aus Karlsruhe, ein wachechter Wessi, sagt Ja. Logisch, denn er hat die drei Buchstaben „DDR“ und das Wappen ins Register des Deutschen Patent- und Markenamtes in München eintragen lassen.

Verklagt worden ist Jansen schonmal, damals vom Eulenspiegel-Verlag, der der Meinung war, ein staatliches Symbol könne keine Marke sein. Damals verlief die Sache im Sande, jetzt verlangt Jansen von der Berliner Firma Mondos Arts 30 000 Euro Lizenzgebühren.

Das findet Jörg Davids von Mondos Arts gemein, denn er hat auch zweimal versucht, sich die Rechte beim Markenamt zu sichern. Bekam aber Absagen. Zwar war die Marke DDR damals noch nicht eingetragen, und auch das Wappen beanspruchte nach dem Untergang der Arbeiter- und Bauerndiktatur niemand. Aber das Patentamt meinte, Symbol und Buchstaben seien „geografische Herkunftsangaben“ und nicht geeignet, Waren einer Firma von denen anderer Unternehmen zu unterscheiden.

Erst als Jansen kam, sah man das anders in München. Als untergegangener Staat habe die DDR keine Rechte mehr. Auch die Bundesregierung hatte nichts gegen eine Markeneintragung. Also stehen sich die Möchtegern-Erben der DDR heute gegenüber, und ein bundesdeutsches Gericht muss entscheiden. Heinz Behling, der das Wappen einst entwarf, ist tot. Ihm, soviel ist sicher, gehört es nicht mehr.

Platz, Hirsch!

o ja, die hz: immer wieder überraschend. heute zum beispiel las ich folgende schlagzeile: "jagd auf den platzhirschen". ein kleines auktionshaus aus dem osten greift ebay an - die überschrift soll das illustrieren. nur: was hat die geschichte damit zu tun, dass auf den platzhirschen gejagt wird? oder dass jemand auf den platzhirschen sitzt, um zu jagen? sollte die hz gemeint haben: "jagd auf den platzhirsch"?

Schiffsklos lassen Ostsee kippen

Es ist die große, die verdrängte, die verschwiegene Gefahr, die die Umweltstiftung WWF heute endlich aufdeckt und beim Namen nennt. Pro Jahr landen nach Schätzungen der WWF-Experten rund 100 Millionen Klospülungen aus Schiffen ungeklärt in der Ostsee. Hinzu kommen 1,6 Milliarden Liter Schmutzwasser aus Duschen und Putzeimern. Das habe eine Umfrage des Verbandes unter 50 Reedereien von Kreuzfahrtschiffen und Fähren im Ostseeraum ergeben. Jährlich flössen damit rund 450 Tonnen Nitrate und 150 Tonnen Phosphate aus den Schiffen in das Binnenmeer. "Die braune Brühe wirkt wie Dünger. Die Pflanzen wachsen verstärkt und entziehen dem Wasser den Sauerstoff", glaubt der Leiter des WWF-Ostseebüros, Jochen Lamp.

Und ja, Lampe hat Recht. Die Ostsee ist ein kleines Meer, das nur etwa 21.500 Kubikkilometer Wasser enthält. Allein die "1,6 Milliarden Liter Schmutzwasser aus Duschen und Putzeimern", die der WWF im Beinahe-Binnenmeer entdeckte haben will, sind schon 0.0016 Kubikkilometer, die eine Milliarde Liter Klospülungswasser hinzuaddiert, fließt dann schon die sagenhafte Menge von 0.0026 Kubikkilometer Flüssigkeit ungeklärt in die See - das entspricht, auf die Größe eines Standard-Hallenbadbeckens umgerechnet, etwa der Menge einer trockenen Träne.

Reicht aber selbstverständlich allemal, den WWF in die Schlagzeilen zu spülen: Milliarden Liter klingt ja auch bedrohlich und der Gedanke, im Jahresurlaub gemütlich in "100 Millionen Klospülungen" zu schwimmen, macht jeden Feriengast automatisch zum Anhänger geschlossener Schiffscheiße-Kreisläufe.

Burgerkrieg

hier kann man sich ganz prima anschauen, wie eine bürgerinitiative in berlin-kreuzberg die döner-gastronomie retten will - die hackfleisch-produzenten aber partout kein problem mit mcdonalds haben wollen.

Boygroup-Erfinder in Bali gefasst

Wundersame Karrieren hält das Popgeschäft bereit. Lou Pearlman etwa erfand die Backstreet Boys, machte N`Sync groß und scheffelte zuletzt Säcke voll Geld mit US5. Vor vier Monaten aber verschwnd der schwergewichtige Boyband-Macher direkt nach einem Auftritt bei der Verleihung der Goldenen Kamera in Berlin. Höchste Zeit war es, denn daheim in den USA Danach wurde schon wegen Betrug gegen ihn ermittelt.

Pearlman gilt als Drahtzieher eines Pyramidensystems, bei dem bis zu 2000 Anleger etwa 317 Millionen Dollar verloren. Vielleicht weil Pearlman in Deutschland viel berühmter ist als in den USA, war es ein deutscher Tourist, der den steckbrieflich gesuchten Musikmanager in einer Ferienanlage auf Bali entdeckte. Im Westin Resort Nusa Dua im Süden der indonesischen Insel machte der dicke Teenie-Beglücker Urlaub. Inzwischen übergab ihn die örtliche Polizei an das FBI, das flog ihn nach Guam aus, dort wartet er in Untersuchungshaft nun auf die Auslieferung nach Florida und seinen Prozess. Einmal Rock`n`Roll und zurück, sozusagen. Und bislang kein Beileidstelegramm der Backstreet Boys.

Osten wagt radikale Reform

Ganze Zeitalter wurde diskutiert, geprüft, gestritten und gerungen. Dann war sie da, die Kreisgebietsreform im Lande Sachsen-Anhalt, die die Zahl der Landkreise eindampft, Behörden behender macht, Bürokratie beseitigt und den Bürgern das Leben erleichtert. Ganz vorn marschiert die Gerichtsbarkeit, die das von vielen Ostdeutschen herbeigesehnte "Gesetz zur Anpassung der Organisation der Gerichte an die Kreisgebietsneuregelung" sehr, sehr zügig umsetzt. Durch die Reform, so teilte ein Sprecher heute mit, wird das am Amtssitz des PPQ-Hauptquartiers befindliche "bisherige Amtsgericht Halle-Saalkreis ab 01.07.2007 in Anpassung an den Behördensitz umbenannt in Amtsgericht Halle (Saale)".

An der bisherigen Zuständigkeit ändere sich nichts, das nunmehrige Amtsgericht Halle (Saale) werde weiterhin am selben Ort residieren und auch weiterhin gerichtlich zuständig für die im bisherigen Saalkreis liegenden Orte bleiben.
Wir wünschen uns nun natürlich noch viel mehr Reformen, die so entschlossen und folgenlos das Türschild wechseln, ansonsten aber bleiben, wie sie sind.

Doku-Tarzan ist wieder da

Zwei Wochen vor dem offiziellen Start von Michael Moores neuem Film "Sicko" ist das von der Fangemeinde des erfolgreichsten Dokumentarfilmers der Geschichte langersehnte Werk auf Google Video und Youtube aufgetaucht. Moore, der zuletzt Schlagzeilen machte, weil der kanadische Film Manufacturing Dissent aufdeckte, in welchem Ausmaß der Säulenheilige der ungeschönten Sicht auf die Welt in seinen früheren Meisterwerken ""Fahrenheit 9/11" und "Bowling for Columbine" dichterische Freiheit benutzt hatte, um sich Fakten in gewünschter Form zurechtzubiegen, ist sicherlich hocherfreut über die illegale Verbreitung seines Streifens, der alle Krankheiten des US-amerikanischen Gesundheitssystems beleuchtet.

"Ich bin froh, wenn viele Leute meinen Film sehen, und außerdem kein großer Fan der Copyright-Gesetze in den USA", sagte Moore vor drei Jahren, als sein 9/11-Film zu den Tauschbörsenhits gehörte. Bis heute beteuert Moore, es mache ihm nichts aus, wenn seine Filme aus Tauschbörsen heruntergeladen werden, solange dadurch aus seiner Arbeit kein Profit geschlagen werde. Informationen, Kunst und Ideen, zeigte sich der Fimemacher überzeugt, sollten ausgetauscht werden. Ob dafür bezahlt werde, sei ihm nicht wichtig. Muss es auch nicht sein, denn Moore hat seit seinem Debüt mit dem zornigen "Roger & Me"-Film über das vermeintliche Sterben seiner - natürlich heute noch sehr lebendigen - Heimatstadt Flint in Michigan durch die Schließungspläne des Autoriesen General Motors Geld genug verdient, um sich auch Aktien von Firmen leisten zu können, die er in seinen Filmen verteufelte.
Das macht der Mann, der ursprünglich hatte Priester werden wollen, auf seine ganz eigene Weise. Moore kritisiert Leute nicht, sondern er blamiert sie lieber.

Er greift auch nicht mit blanken Fakten an, sondern komponierte Tatsachen und Meinung so geschickt, dass jeder Versuch der Gegenseite, die eigene Position zu verteidigen, wie eine Lüge klingt. "Sicko" dürfte so erneut einen bemerkenswerten Blick auf ein Amerika eröffnen, das in Wirklichkeit so wenig existiert wie die Fernsehklinik, in der Filmarzt Dr. House auf so unnachahmliche Weise praktiziert. Für Michael Moore ist der Film jetzt schon ein Erfolg, denn der fette Filmemacher, zuletzt eine Art Meat Loaf mit Kamera, nahm nach seiner Fertigstellung innerhalb weniger Monate um 13 Kilo ab.

"Ich habe mir einen Fitness-Trainer genommen und esse morgens nur noch Müsli", sagte Moore. Außerdem laufe er jeden Tag mindestens 10.000 Schritte und esse Vollkornprodukte statt Weißbrot. Seine Blutzuckerwerte, Blutdruck, und Cholesterin seien seitdem auf normalem Level, so Moore, der eine allzufrühe Begegnung mit dem von ihm kritisierten amerikanischen Gesundheitssystem offenbar strikt zu vermeiden gedenkt.

Inzwischen ist das Video wieder verschwunden - Moores Produktionsfirma mochte die Freizügkeit ihres Stars mit der Ware, die man zu verkaufen gedenkt, offenbar nicht teilen. Statt "Sicko" gibt es bei Google Video nur den Hinweis: We're sorry, but this video may not be available.

Sonntag, 17. Juni 2007

Liste des Grauens

Zu unserem heutigen Gründungsparteitag begrüßen wir weiterhin Vertreter von folgenden Parteien:

* die Awami-Liga aus Bangladesh
* die Une Autre Guche aus Belgien
* die Belorussische Partei der Kommunisten
* die Bewegung für den Sozialismus aus Bolivien
* die Partei der Werktätigen Brasilien
* die Kommunistische Partei von Brasilien
* die Grüne Partei Bulgariens
* die Kommunistische Partei Chiles
* die Kommunistische Partei Chinas
* die Rot-Grüne Einheitsliste Dänemarks
* die Sozialistische Volkspartei Dänemarks
* die Partei der Europäischen Linken mit weiteren Mitgliedern neben ihrem Vorsitzenden
* der Linksbund aus Finnland
* die Kommunistische Partei Finnlands
* die Französische Kommunistische Partei
* die Kommunistisch-Revolutionäre Liga Frankreichs
* die Assoziation für eine soziale Republik aus Frankreich
* die Sozialistische Partei Frankreichs
* und die Ko-Direktorin von "Regards" aus Frankreichs
* SYNASPISMOS aus Griechenland
* die Kommunistische Partei Griechenlands
* die Kommunistische Bewegung für Soziales und Ökologie aus Griechenland
* die Kommunistische Partei Britanniens
* die Gruppe für sozialistisches Handeln in der Labour-Partei
* die Revolutionäre Einheit Guatemalas
* die Kommunistische Partei Indiens
* PAPERNAS, die Einheitspartei für die nationale Befreiung Indonesiens
* die Tudeh-Partei aus Iran
* die Volksfedayan aus Iran
* die Irakische Kommunistische Partei
* Sinn Féin aus Irland
* die Links-Grüne Allianz aus Island
* die Kommunistische Partei Israels
* die Meretz-Yachad aus Israel
* Rifondazione Communista aus Italien
* die Partei der Italienischen Kommunisten
* den Gewerkschaftsbund Italiens
* die Japanische Kommunistische Partei
* die Kommunistische Partei Kubas
* die Libanesische Kommunistische Partei
* Déi Lénk aus Luxemburg
* die Partei der Demokratischen Revolution aus Mexiko
* die Sozialistische Partei aus den Niederlanden
* die Sozialistische Linkspartei aus Norwegen
* die Kommunistische Partei Österreichs
* die Palästinensische Volkspartei
* die Polnische Sozialistische Partei
* die Polnische Sozialdemokratie
* die Sozialistische Jugend Polens
* den Linksblock aus Portugal
* die Kommunistische Partei Portugals
* die Kommunistische Partei der Russischen Föderation
* die Linkspartei aus Schweden
* die Partei der Unabhängigkeit und Arbeit aus Senegal
* die Kommunistische Partei der Slowakei
* die Kommunistische Partei Spaniens
* die Vereinte Linke aus Spanien
* die Vereinte Alternative Linke aus Katalonien in Spanien
* die Kommunistischer Partei Kataloniens
* den Afrikanischen Nationalkongress aus Südafrika
* die Südafrikanische Kommunistische Partei
* die Syrische Kommunistische Partei
* die Kommunistische Partei Böhmens und Mährens aus der Tschechischen Republik
* die Partei des Demokratischen Sozialismus aus der Tschechischen Republik
* die DTP aus der Türkei
* die Kommunistische Partei der Ukraine
* Frente Amplio aus Uruguay
* Vertreter des Korrespondenzkomitees für Demokratie und Sozialismus aus den Vereinten Staaten von Amerika
* die Kommunistische Partei Vietnams
* Polisario aus Westsahara
* und AKEL aus Zypern.

Like Monty Python

politplatschquatsch in reinkultur: die hamas verhängt ein vermummungsverbot. die fatah wird sicher mit einem schusswaffenverbot nachziehen. dass die pali-kasper sich jetzt gegenseitig verbieten, passt ins bild, wie auch folgende meldung: "Looters raid Arafat's home, steal his Nobel Peace Prize". wofür genau hatte er den gleich bekommen?

Samstag, 16. Juni 2007

Wrong side of life

der erklärungen geistern viele durch den blätterwald: israels besatzungspolitik, amerikas großmachtambitionen, eine schlimme humanitäre lage im allgemeinen und im besonderen - irgendwer und irgendwas wird schon daran schuld sein, dass sich die palästinenser gegenseitig löcher in die köpfe schießen müssen. ob nun hamas oder fatah die gemäßigten sind: ich habe es momentan vergessen. nur eins ist klar: wenn die welt eine bessere wäre, würden im nahen osten milch und honig fließen. doch die zionistische eu fällt den palästinensern mit hunderten millionen euro immer wieder in den arm, wenn der gerade zum frieden ausgestreckt werden soll. oder so ähnlich. ein bemerkenswertes detail ist jedoch bisher detail geblieben. der kampf der terroristen gegen die terroristen fordert nämlich opfer. um kein solches zu werden, flüchten viele palästinenser - richtung israel. nicht nach syrien, nicht nach ägypten oder wo sich sonst noch glaubensbrüder in der region aufhalten. nein, israel ist das ziel. weil es geografisch so nahe liegt?

Bitte lächeln

wenn das bild ins familienalbum eingeklebt wird, braucht man eine ziemlich lange legende: "mama, oma, schwester, nichte, enkelin (v.l.)". obwohl: überprüfen lässt sich die identität eh nicht.

Hellwach am Welterbe

Nicht nur der gefürchtete Wirtschaftstiger Indien dämmert geruhsam derzeit dem Morgenrot einer neuen Welt entgegen, auch in Ägypten gehört das kleine Nickerchen am Nachmittag zum mit großem kollektiven Eifer gepflegten Kulturerbe. Erst recht in den tiefen Grotten der Pharao-Gräber im Tal der Könige, die zehn Jahre nach den Terroranschlägen der Islamisten von der der "Gamaa Islamija" von mutigen Männern in wallenden Gewändern sehr schwer bewacht werden. Und nicht nur draußen vor der fehlenden Tür in die historischen Keller lässt ein Wächter nachsichtige Blicke über schwitzende Touristenströme schweifen, auch im Allerheiligsten der unübersehbar bereits vor Jahrtausenden untergegangenen Hochkultur liegen staatliche Beamte auf der Lauer, um Terrorakte, Sachbeschädigungen an den verblassenden Wandbildern und die Anfertigung von Foto- und Filmaufnahmen zu unterbinden. Liegen ist dabei allerdings wörtlich zu nehmen: Ein drohender Schnarchton nur schützt das fragile Welterbe.

ADAC: Ampeln schuld an Klimawandel

Sie sind Männer und Frauen des Wortes, Sklaven der Buchstaben und natürliche Feinde aller Rechenarten. Der Umgang mit Zahlen bereitet deutschen Journalisten traditionell allerhöchste Qualen, weshalb ansonsten hellwache Tageszeitungen schon mal Sensationelles im Kleingedruckten versteckt, weil die ganze Wucht und Tragweite der Enthüllung dem beauftragten Sachbearbeiter verborgen geblieben ist: Die Ursache für die beständig steigenden Benzinpreise in Deutschland, für drohenden Klimawandel und zur Neige gehende Ölreserven zum Beispiel findet sich nach einer aktuellen Presseveröffentlichung nicht im unermeßlichen Energiehunger Chinas und auch nicht in der berüchtigten "Driving Season" Amerikas, sondern genau hier, im mittel- und dunkeldeutschen Halle, auf einer Straße, die direkt ins benachbarte Merseburg führt, den Weg dorthin aber mit gefühlten 412 Ampelanlagen abpuffert. Nach dem Protokoll einer Bürgerversammlung zum Thema "Grüne Welle" verriet !Jürgen Henze, Vorstand beim Verkehrsklub ADAC, ganz beiläufig das letzte Geheimnis zum bundesdeutschen Benzinverbrauch: "Das ständige Abbremsen und Anfahren führt in Halle zu einem zusätzlichen Spritverbrauch von etwa 120.000 Tonnen am Tag." Peng, das saß! Denn das sind, man möchte es kaum glauben, 4.800 Tanklaster am Tag! Die Benzin nur herbeischaffen müssen, damit es bei Ampelstopps in der Merseburger Straße verbraucht wird! Wahnsinn.

Aufs Jahr hochgerechnet macht das satte 43 Millionen Tonnen Benzin, die beim "ständigen Abbremsen und Anfahren" allein in Halle verbraucht werden - bei einem deutschen Benzin- und Dieselgesamtverbrauch von etwa 55 Millionen Tonnen im Jahr ist das ein ganz schöner Happen, der nach einem schnellen Eingreifen der zuständigen Behörden geradezu schreit. Hier in Halle, auf der Merseburger Straße, könnten offenbar durch eine simple Änderung der Ampelschaltung fast 80 Prozent des Benzinverbrauches der gesamten Bundesrepublik eingespart werden. Von den damit einzusparenden Kohlendioxid-Emissionen gar nicht zu reden. Das Weltklima wäre gerettet. Die Klimakatastrophe abgewendet. Hallelujah!

Freitag, 15. Juni 2007

Uwe-Karsten zeigt sein Gesicht

uwe-karsten heye ist vorsitzender des vereins "gesicht zeigen!". als kämpfer gegen rassismus und antisemitismus wurde heye bekannt, weil er im vorfeld der fußball-wm 2006 vor so genannten no-go-areas in ostdeutschland warnte - eine warnung, über die tausende ausländische gäste der weltmeisterschaft noch heute lachen. nachdem jetzt die zwei tatverdächtigen im fall des deutsch-äthiopiers ermyas m. aus mangel an beweisen frei gesprochen wurden (ppq berichtete), meldete sich der ober-warner der nation wieder einmal zu wort. er hätte nun sagen können: sorry, wie so oft habe ich mich auch diesmal geirrt. aber nein, heye nimmt an, dass die ermittlungsbehörden "ohne zweifel" versagt hätten. so sei ein "anderes urteil nicht zu erwarten" gewesen. im klartext: wenn polizei und staatsanwaltschaft ordentlich gearbeitet hätten, wären die angeklagten verurteilt worden. heye zeigt sein gesicht, sozusagen.

Es gibt kein ruhiges Hinterland

Wann, wenn nicht jetzt, wer, wenn nicht wir, wo, wenn nicht hier? Gerade dämmerte Halle ins Wochenende hinüber, die meisten Anwohner hinausgefahren in die Datsche oder doch noch bei Kondi, um die Vorräte fürs allsamstägliche Grillparty-Komasaufen aufzufüllen, da schallt es plötzlich durch die Straßen "Aufruhr! Widerstand! Es gibt kein ruhiges Hinterland!" Der Schwarze Block ist da, Heiligendamm in Halle, ein letztes Aufflackern der G8-Proteste fädelt sich begleitet von vier hilflos blinkenden Streifenwagen durch die menschenleeren Straßen. Wogegen mag es diesmal gehen? Die machtvolle Demonstration von Gegenmacht, an der Spitze begleitet von einem barfüßigen Clown in weißem Rock, kommuniziert abwechselnd über brüllaute Rockmusik und unverständliche Sprechchöre mit den widerhallenden Fassaden. Hinter dem Führungsfahrzeug, das man laut Aufschrift "für 1. Eu/St. mieten" kann, folgt ein langezogener, aber kurzer, recht aufgelockerter Zug von ihr Fahrrad schiebenden Demonstranten, die nicht mitrufen, sondern nur mitlaufen. Mitläufer sind sie natürlich dennoch nicht, sonst wären sie jetzt nicht hier. Nach zwei Minuten ist alles vorbei. Ohne Gewalt. Ohne Wasserwerfer. Es beginnt heftig zu regnen. Aber die Botschaft der Demo ist draußen in der Welt. Niemand wird sie mehr zurückholen können.

Supermacht Indien verschläft Weltherrschaft




Allerorten liest man, dass das alte, einst von den Kolonialmächten England, Frankreich und Portugal ausgebeutete Land der Maharadjjas und Maharanis die kommende wirtschaftliche Supermacht werden könnte. Könnte. In der Realität sieht es etwas anders aus. Indien findet zwischen 11 Uhr und 16 Uhr am Tage einfach nicht statt. Seine Inder schlafen dann nämlich todesartig. Tiefschlaf mit Gaza-Streifen-Anmutung. Rem-Phase mit Massenexekutionslook.