Qualität kommt von Quälen, und das in jedem Fall wenn es um echte Qualitätszeitungen geht. Die „Welt“ etwa, das qualitative Flaggschiff des größten inländischen Medienkonzerns, weiß, dass Superlative sich super verkaufen. Deshalb also feiert das Berliner Blatt einen Text zum Thema Benzinpreis mit der Überschrift „Autofahrer zahlen höchste Spritpreise aller Zeiten“. Mitten in der Urlaubszeit erreiche der Spritpreis „neue Spitzenwerte“, heißt es in dem analytisch gemeinten Text, der einen „hohen Ölpreis“ und einen „schwachen Euro-Kurs“ dafür verantwortlich macht, dass „Tanken für die Deutschen besonders teuer“ geworden ist.
Nun ist es allerdings von „besonders teuer“ bis zu „teuer wie nie“ ein ganzes Stück, selbst auf vier Rädern. Benzin kostet heute etwa 1,74 Euro pro Liter, Diesel 1,56 Euro. Die höchsten Spritpreise aller Zeiten aber sind das natürlich nicht. Ganz im Gegenteil: Teuer ist es im Vergleich zu anderen Ländern, aber nicht zu anderen Zeiten.
Denn bei 1,74 und 1,56 Euro erarbeitet der Durchschnittsdeutsche sich heute mit seinem Durchschnittsstundenlohn von etwa 12 Euro netto in der Stunde knappe sieben Liter Benzin oder 7,5 Liter Diesel, mit denen er rund 100 bis 150 Kilometer weit fahren kann.
Paradiesische Verhältnisse, wenn wir in die Geschichte schauen. Ende der dreißiger Jahre lag der Preis für einen Liter Benzin in Deutschland zum Beispiel zwar nur bei 39 Pfennig. Doch wer 150 Kilometer mit dem Auto fahren wollte, musste dafür den durchschnittlichen Tageslohn eines Arbeiters hinlegen. Das heißt: Acht Stunden Arbeit für 150 Kilometer. Heute reicht eine.
Zumindest, so lange das Verbot des Diktaturenvergleichsbeachtet wird, dessen Mißachtung aus dem "nie zuvor" von "Welt", "Tagesschau", dpa und dem Rest des Medienchores ein läppisches "seit 60 Jahren" machen würde.
Das Diktaturenvergleichsverbot, an das sich auch die Süddeutsche Zeitung sklavisch hält (rechts), schützt aber noch mehr sensible Daten. Denn auch damals, als Sprit noch teuer war, war nur der kleinste Teil das Ladenpreises auf den tatsächlichen Ölmarktpreis zurückzuführen. In den 30er Jahres lag der Preis für einen Liter Benzin ab Raffinerie bei zwei bis drei Pfennig pro Liter, also bei etwa zehn Prozent dessen, was dem deutschen Autofahrer in Rechnung gestellt wurde. An Einkaufs-, Verteilungs- und Vermarktungskosten kamen noch einmal 18 Pfennige hinzu. Das heißt, der Preis für einen Liter Benzin lag bei etwa 20 Pfennigen und damit ziemlich genau auf der Höhe des Benzinpreises, den Autofahrer in den Vereinigten Staaten zur selben Zeit zahlen mussten.
Doch unter Hitler war der Benzinpreis ein politischer Preis. Der wurde durch einen Steueranteil von fast 50 Prozent nach oben getrieben, dazu kam noch die preistreibende gesetzliche Vorschrift, inländisch produzierten Alkohol hinzufügen.
Damals nicht, um die Umwelt zu retten, sondern um die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren.
Das Ergebnis aber ist verblüffend ähnlich: Betrug der Staatsanteil am Tankstellenpreis seinerzeit rund die Hälfte, liegt er heute dank Mineralöl-, Ökosteuer- und Umsatzsteuer bei 54 Prozent (beim Ökosprit E10 sogar über 55 Prozent). Von 1,76 Euro landen so 94 Cent im Säcklein des Finanzministers – zöge man die vom Preis an der Tankstelle ab, kostete Benzin derzeit 92 Cent – also etwa, so wenig ändert sich wirklich in der Welt, genau das, was im Augenblick an den Zapfsäulen in der USA bezahlt werden muss.
Nun ist es allerdings von „besonders teuer“ bis zu „teuer wie nie“ ein ganzes Stück, selbst auf vier Rädern. Benzin kostet heute etwa 1,74 Euro pro Liter, Diesel 1,56 Euro. Die höchsten Spritpreise aller Zeiten aber sind das natürlich nicht. Ganz im Gegenteil: Teuer ist es im Vergleich zu anderen Ländern, aber nicht zu anderen Zeiten.
Denn bei 1,74 und 1,56 Euro erarbeitet der Durchschnittsdeutsche sich heute mit seinem Durchschnittsstundenlohn von etwa 12 Euro netto in der Stunde knappe sieben Liter Benzin oder 7,5 Liter Diesel, mit denen er rund 100 bis 150 Kilometer weit fahren kann.
Paradiesische Verhältnisse, wenn wir in die Geschichte schauen. Ende der dreißiger Jahre lag der Preis für einen Liter Benzin in Deutschland zum Beispiel zwar nur bei 39 Pfennig. Doch wer 150 Kilometer mit dem Auto fahren wollte, musste dafür den durchschnittlichen Tageslohn eines Arbeiters hinlegen. Das heißt: Acht Stunden Arbeit für 150 Kilometer. Heute reicht eine.
Zumindest, so lange das Verbot des Diktaturenvergleichsbeachtet wird, dessen Mißachtung aus dem "nie zuvor" von "Welt", "Tagesschau", dpa und dem Rest des Medienchores ein läppisches "seit 60 Jahren" machen würde.
Das Diktaturenvergleichsverbot, an das sich auch die Süddeutsche Zeitung sklavisch hält (rechts), schützt aber noch mehr sensible Daten. Denn auch damals, als Sprit noch teuer war, war nur der kleinste Teil das Ladenpreises auf den tatsächlichen Ölmarktpreis zurückzuführen. In den 30er Jahres lag der Preis für einen Liter Benzin ab Raffinerie bei zwei bis drei Pfennig pro Liter, also bei etwa zehn Prozent dessen, was dem deutschen Autofahrer in Rechnung gestellt wurde. An Einkaufs-, Verteilungs- und Vermarktungskosten kamen noch einmal 18 Pfennige hinzu. Das heißt, der Preis für einen Liter Benzin lag bei etwa 20 Pfennigen und damit ziemlich genau auf der Höhe des Benzinpreises, den Autofahrer in den Vereinigten Staaten zur selben Zeit zahlen mussten.
Doch unter Hitler war der Benzinpreis ein politischer Preis. Der wurde durch einen Steueranteil von fast 50 Prozent nach oben getrieben, dazu kam noch die preistreibende gesetzliche Vorschrift, inländisch produzierten Alkohol hinzufügen.
Damals nicht, um die Umwelt zu retten, sondern um die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren.
Das Ergebnis aber ist verblüffend ähnlich: Betrug der Staatsanteil am Tankstellenpreis seinerzeit rund die Hälfte, liegt er heute dank Mineralöl-, Ökosteuer- und Umsatzsteuer bei 54 Prozent (beim Ökosprit E10 sogar über 55 Prozent). Von 1,76 Euro landen so 94 Cent im Säcklein des Finanzministers – zöge man die vom Preis an der Tankstelle ab, kostete Benzin derzeit 92 Cent – also etwa, so wenig ändert sich wirklich in der Welt, genau das, was im Augenblick an den Zapfsäulen in der USA bezahlt werden muss.











