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| Das Pandemievirus breitet sich weiter rasant aus, obwohl weltweit Maskenpflicht herrscht. |
"It aint over yet", sang der altgediente Country-Barde Rodney Crowell, der damals noch nichts wusste von der Seuche, die viele schwere Jahre nicht nur endemische Angst, sondern auch eine große Ratlosigkeit unter die Menschen und ihre Regierungen bringen würde. Alles war im Fluss, was gerade noch als festgezurrt und unveränderlich galt. Deutschland und seine Politiker, bestens vorbereitet. Deutschland und sein Corona-Kabinett, vom Tragen einer Maske eher abratend. Deutschlands Sommer des Sieges über die Seuche. Und Deutschlands Schüler, zäh wie Leder und unangreifbar für "den Virus" (Armin Laschet).
Schöner scheitern
Wie sich alles wandelt, Mal um Mal. Erst waren die so gut vorbereiteten Masken nicht da. Dann setzte sogar die Kanzlerin eine auf, noch nach Donald Trump, aber ihre war weitaus schöner bestickt. Die Welt, die die Deutschen wiedereinmal beneidet hatte um ihre kluge, umsichtige Führung, wandte sich ab, als die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen zu Brasilien und Russland aufschloss. Schöner scheitern, damit wir wenigstens noch einmal Weihnachten feiern können, wo doch Köln schon nicht mehr Köln ist ohne Karneval, das ist nun die Wurst, die das Licht am Ende des Tunnels ersetzt.
Tief unten aber, wo das Volk die Leiden still erduldet, die ein grausamer Gott ihm als Strafe für seien Klimasünden und den Hochmut auferlegt hat, die CO2-Steuer dennoch erst spät und mit einem fast noch bezahlbaren Einstiegsbetrag zu starten, suchen sie Dichter und Denker Auswege aus einem Leben ohne Kontakt, ohne Liebe und steigende Steuereinnahmen.
Elegische Psalmen, rockige Metrik
Schon im Frühling, als der unerlässliche Ausnahmezustand in vielen Bundesländern Baumärkte ausnahm, wurde PPQ.li zur Anlaufstelle unzähliger Menschen, die in den Tagen der Not nach einem Ausweg suchten und ihre Gefühle mangels anderer Möglichkeiten wenigstens mit anderen teilen wollten. Die zeitgeschichtliche Serie "Pandemie-Poesie" überzeugte damals mit elegischen Psalmen und rockiger Metrik, Verzweiflung wurde zu Versen und dem Notstand wurde mit der Feder in der Hand trotzig ins Gesicht gelacht.
Ein Hausdichterkreis, der für manchen zur lebensrettenden Anlaufstelle wurde. Niemand weiß, wie viele Leben, wie vielen Ehen und eingetragene Partnerschaften, wie viele Singles zudem die Dichtungsserie gerettet hat in Tagen, in denen selbst viele Therapeuten ihre Praxen schlossen. Doch die Pandemie-Poeme gelten bereits heute als zeitgeschichtliches Dokument, vergleichbar den historischen Berichten aus der Pest des Jahres 1348, als die Gesellschaft sich schon einmal radikal veränderte und die Totenglocken das Ende eines Zeitalters einläuteten.
Anscheinsmaske statt Pestmütze
Wie seinerzeit die spitze Mütze ist heute die nach langem Streit nach einer Anweisung der Bundesworthülsenfabrik als "Mund-Nasen-Schutz" bezeichnete Anscheinsmaske zum "Symbol der Seuche" (SZ) geworden. Der Träger zeigt Solidarität, der Nicht-Träger sein Misstrauen der Regierung gegenüber. Die ehemals "Schutzmaske" genannte Gesichtsbedeckung, deren Wirkung der Gesundheitsminister noch bis ins Frühjahr nachdrücklich und glaubwürdig bestritten hatte, ist zum Ausweis bürgerschaftlichen Gefolgstreue geworden - und sie hat PPQ-Leserin Jana Keller zu einem Gedicht inspiriert, das eigentlich ein Lied ist. Und, geht es nach der jungen Frau aus Bergisch-Gladbach, unter Beachtung der Stoßlüftungsregeln ab sofort in jedem deutschen Klassenzimmer zu Unterrichtsbeginn gesungen werden sollte.
Ich trage eine Maske
(nach der Melodie „Ich trage eine Fahne")
Ich trage eine Maske,
und diese Maske ist grau.
Es ist die Alltagsmaske,
die Vater trug schon in blau.
Die Maske ist niemals gefallen,
obwohl sie den Leugnern missfiel.
Sie nervt nun weiter uns alle,
doch sie dient 'nem höheren Ziel.
Ich trage eine Maske,
das Grauen der Epidemie.
Es hat meine Alltagsmaske
auch etwas von Anästhesie.
Und wenn sie auch stört beim Atmen,
so kram' ich sie doch stets wieder vor.
Auf dass wir uns alle gut schützen
wie Angie schon mehrfach beschwor.
Ich trage eine Maske,
und diese Maske ist grau.
Es ist die Alltagsmaske,
die uns alle beschützt so genau.
Das Virus hat die Politik ermächtigt,
zu Lockdown, Krediten und mehr.
Drum vorwärts ihr Bürger nun fügt euch,
bis erlahmen all die Querdenkeeeer.















