Mittwoch, 7. Mai 2025

Forscher sicher: 1 Merkel + 1 Scholz = 1 Irrsinn

"Origins of the German Crisis in the black Mirror of Transformational Mathematics"
Transformale Mathematik fragt nicht nach dem Wieviel, sondern nach dem Wozu.

Ein Rechenfehler und dann noch einer, so beschreibt der Medienphysiologe und Politikforscher Hans Achtelbuscher die Basis dessen, was Deutschland in den zurückliegenden Monaten hatte erleiden müssen. Ein Taumeln und Torkeln zwischen Hektik und Agonie, verzweifelt angesichts der Unmöglichkeit, herauszufinden, was eigentlich passiert ist und wie ein ehemals so selbstbewusster und weltweit neidisch beäugter Staat binnen weniger Jahre in einen Zustand offenen Verfalls übergehen konnte.

Hans Achtelbuscher, der am An-Institut für Angewandte Entropie der Bundeskulturstiftung Phänomene wie das Themensterben in den deutschen Medien, öffentlich-rechtliche  Sprachregelungsmechanismen und dem Einfluss subkutaner Wünsche auf die berichterstattete Realität erforscht, interessiert sich schon lange mehr für die Ursprünge der aktuellen Multikrise als für deren Auswirkungen. Die werde man als Politikhistoriker im Nachhinein besser einschätzen können, sagt der Experte für politische Zerfallsprozesse bei der Vorstellung eines Forschungsprojekts, das erstmals versucht hat, herauszufinden, wie es überhaupt so weit hat kommen können. 

Dieses Unternehmen, offiziell "Origins of the German Crisis in the black Mirror of Transformational Mathematics" genannt und von der Deutschen Zukunftsforschungsagentur mit zwei Millionen Euro co-finanziert, sei ein Zufallsprodukt, wie Achtelbuscher einräumt. Aufgrund der langen Reihe demokratisch gefällter Wahlentscheidungen habe es sich ursprünglich rundheraus verboten, nach den Gründen des nun bereits mehr als zwei Jahrzehnte lang anhaltenden Niedergangs Deutschlands zu fragen. "Der Wähler macht es richtig, das ist unsere Grundüberzeugung", sagt der Wissenschaftler, "wenn dabei augenscheinlich Ergebnisse herauskommen, die nicht gut aussehen, dann gilt es, den Blickwinkel zu ändern". 

Berechenbarer Rückschritt

Mitten in diesem Prozess der Positivierung erschienen dann aber zwei Mädchen aus dem ländlichen Raum in Sachsen, wie Achtelbuscher zum Schutz der Betroffenen vorsichtig formuliert. Elke, 14, und Amira, 15, hätten sich zuerst telefonisch gemeldet, um eine mutmaßliche wissenschaftliche Sensation melden. "Die beiden mathe-affinen Nachwuchswissenschaftlerinnen behaupteten, es sei ihnen gelungen, was in der Fachwelt lange Zeit als nahezu unmöglich galt: Mit Hilfe von transformaler Mathematik zu errechnen, welches Ergebnis 10 Jahre Angela Merkel und drei Jahre Scholz in Summe ergeben"

Auch Hans Achtelbuscher schüttelte anfangs ungläubig den Kopf. "Ich hielt das für Fake News, weil transformale Mathematik sich bekanntlich nicht dazu eignet, feste Größen miteinander in Beziehung oder ins Verhältnis setzen, sondern tatsächlich vom Ergebnis notwendige Faktoren zu seiner Entstehung ableitet."

Transformale Mathematik gilt als sehr kompliziertes mathematisches Grenzgebiet, 1814 vom Stettiner Mathematiker Carol Müller entdeckt, ist die Rechnungsart bis heute kein regulärer Schulstoff. Achtelbuscher, der TM promoviert hat, beschreibt es so: "Der Mathematiker fragt wie viel, der transformale Mathematiker fragt, wozu?"

Reise zum Schmelzpunkt

Auch für Elke und Amira war das der Ausgangspunkt ihrer Reise zum Schmelzpunkt des deutschen Niedergangs. "Die beiden saßen wohl monatelang über Geschichtsbüchern , um herauszubekommen, was die sogenannten Triggerpunkte in den zurückliegenden Jahren waren, von denen aus Deutschland andere Entwicklung genommen hat, als jedermann vielleicht um das Jahr 2005 herum geglaubt hat", erklärt der spürbar beeindruckte Wissenschaftler. 

Schließlich seien beide auf das Jahr 2015 und Angela Merkels "Grenzöffnung (Barack Obama) gestoßen - ein geschichtlicher Moment, der den beiden jungen Wissenschaftlerinnen zufolge als "Stimmungsschlüssel" diente.

Einer ersten irrationalen Begeisterungswelle, in der Deutschland von sich selbst berauscht war, "weil wir uns alle so gut fanden, weil wir alle so großherzig und gerecht waren" (Achtelbuscher), sei ein sogenannter Backlash gefolgt. "In etwa das, was Trinker als Kater und Shoppingbegeisterte als Kaufreue kennen". Man müsse sich den Vorgang vorstellen wie den beim Tritt auf eine Schippe: "Dann schlägt Ihnen der Stiel ins Gesicht".

Merkels krude Thesen widerlegt

Genau den Moment des aufschießenden Schmerzes hätten Elke und Amira als Triggerpoint für einen grundlegenden Stimmungswechsel ausgemacht. "Sie erzählten uns dann, sie hätten gedacht, einen zweiten zu entdecken, um eine regelgerechte transformale Berechnungen anstellen zu können, könnte doch nicht so schwer sein." 

Die sollte nach Ansicht der beiden Nachwuchsmathematikerinnen weniger an den Berechnungen der ausgebildeten Physikerin Merkel orientiert sein, die 2015 davon ausgegangen war, dass Deutschland in der Lage sein werde, sämtliche Flüchtlinge weltweit unbegrenzt lange aufnehmen zu können. 

Auch die Scholz'sche Position, dass der erste Krieg direkt vor der deutschen Haustür seit mehr als 80 Jahren nichts an Vollzug und Finanzierung der umfassenden Klimatransformation samt Gesellschaftsumbau ändere, sei keine Prämisse gewesen, der die beiden jungen Sächsinnen hätten folgen wollen.

Statt den bequemen Weg zu gehen, wie es die herkömmliche Mathematik nahegelegt hätte, ließen die beiden blutjungen Wissenschaftlerinnen auch die Pandemie als sogenannte Singularität bei der Betrachtung ihrer transformalen Gleichung außen vor. "Richtigerweise kamen sie zum Schluss, dass das eine Einflussgröße war, die kam, die aber auch wieder gegangen ist, so dass man sie getrost herauskürzen kann." 

Ästhetisch schöne Gleichung

Nur so sei es möglich gewesen, eine wirklich auch ästhetisch schöne Gleichung zu erstellen: "1m + 1s = 1i", sagt Achtelbuscher, sei ebenso knapp wie umfassend, ein mit den Mitteln der transformalen Mathematik erstellter Beweis, dass in einer Beweisführung, in der das zu Beweisende schon als Voraussetzung steckt, in der Lage ist, Arithmetik und Realität erklären zu verbinden.

"m" steht dabei natürlich für Merkel, "s" für Scholz und das "i", das in der fertigen Formel als Ergebnis zu sehen ist, aufgrund der Gesetze der transformalen Mathematik aber eigentlich Ausgangspunkt der inzwischen auch im Fachblatt "Multiple Mathematical Monthly" veröffentlichten Berechnung war, ist die Abkürzung für den resultierenden "Irrsinn". 

"Die Krux dabei", erklärt Achtelbuscher, "die transformale Mathematik ist als Teilgebiet der Trigonometrie seit langem bewiesen, wird aber etwa im politischen Raum von vielen Interessenträgern weiterhin angezweifelt. Dank der jungen Forscherinnen aus Sachsen werde das in Zukunft schwerer fallen. "Wer bisher standhaft geleugnet hat, dass Politik Gegenwart, Zukunft und aktuellen Alltag von Menschen beeinflussen kann, wird hier transformal mit einem schlagenden Beweis konfrontiert."

Dienstag, 6. Mai 2025

Das militärische Medien-Malbuch: Die Sprache des Krieges

Medien übernehmen im Krieg eine wichtige Rolle: Sie orientieren das Publikum darüber, wer gut und wer böse ist.
 
Auf einmal waren sie da, die "Schergen", die "Gefangenen ihrer Ideologie" und die "Monster". Ob in ernsthaften Nachrichtensendungen oder halbseidenen Kleinstpostillen verwandelte sich die Sprache fast über Nacht. Überall wimmelte es von "Putins Schergen", von seiner "Soldateska", von Kriegsverbrechen und brutaler, weil "sinnloser Gewalt". 
 
An der Ostfront lagen die Dinge einfacher als im Südosten, wo Menschen nach Tagen zu verdursten begannen. Internationale Gerichte verhängten hier wie dort symbolische Haftbefehle. Wie im Einzelnen mit der Vollstreckung verfahren werden würde, beschäftigt Völkerrechtler allerdings nur in einem Fall.
 

Wenn Interessen zählen

 
Recht ist, wenn Gleiches gleich behandelt wird. Krieg ist, wenn Blut dicker als Wasser wird und gemeinsame Interessen mehr zählen als gemeinsame Werte. Das erste Opfer im Krieg, hat die "Zeit" vor mehr als einem Jahrzehnt eine überaus populäre Binse zitiert, sei immer die Wahrheit. Aber das stimmt nicht. Das erste Opfer im Krieg ist immer der gesunde Menschenverstand: Wehen die Fahnen, begibt sich der Verstand in die Trompete. Und Sprache wird in einem Maße zur Waffe, dass sie bald nur noch als Karikatur erkennbar ist.

Die Leitmedien verbiegen sie, um die Öffentlichkeit von ihrer Sicht der Dinge zu überzeugen. Das ist nicht schwer zu durchschauen, denn wer in Zeitungsartikeln und Fernsehbeiträgen täglich mit Begriffen wie "Schergen", "Despot", "Faschist" oder "Postfaschist" bombardiert wird, fühlt sich über kurz oder lang in ein absurdes Theaterstück versetzt, in dem durch schamlose Übertreibung versucht wird, eine Botschaft zu überbringen, dem mitdenkenden Publikum aber zugleich zu signalisieren, dass das Ganze natürlich nur eine Farce ist.   

Die Aufgabe des Popanz

 
Hat der Popanz seine Aufgabe erfüllt, verschwindet er rückstandslos im Arsenal. Donald Trump etwa war genau bis zum Wahltag ein "Faschist". Putin wird keinen Tag länger als bis zum Friedensschluss einer sein. Die Geschichte lehrt: Die deutsche Nazi-Partei NPD war genau bis zu dem Vormittag gefährlich, wichtig und folglich Hauptgegner aller anständigen Menschen, an dem das Bundesverfassungsgericht ein Verbot der Partei wegen deren erwiesener Belanglosigkeit ablehnte. Diesen Todesstoß überlebte sie nicht.

Je ernster die Sprecher klingen und je häufiger die Kommentatoren inflationös von "Schlächtern" und "Massakern" und "Völkermord" und "purem Faschismus" schwärmen, desto unwirklicher wird die Szenerie. Begriffe werden, da liegt die „Zeit“ richtig, übernommen, ohne ihren wirklichen Sinn zu hinterfragen. Hauptsache ein Superlativ, Hauptsache das größte Kaliber. Bumm! 
 

Worte als Wegweiser

 
Das fängt schon an, ehe der Krieg losgetreten wird. Wer eben noch Partner war, Kreml-Herr oder Präsident seines Landes, wird nach und nach zum Autokraten, Despoten und Diktator. Seine Soldaten werden zu "Schergen“, seine Mitarbeiter zu Helfershelfern und seine Unterstützer zu "russophilen Trollen".

Das Wort "entmenscht" taucht gelegentlich auf und es ist ernstgemeint, eine „entmenschte Soldateska“ (Bild) ist „grausame Realität“ (Zeit) und der Gegner leidet selbstverständlich unter "wahnhaftem Wirklichkeitsverlust" (Spiegel), er ist jemandem "hörig" oder aus grausamsten Beweggründen unwillig, eine "humanitäre Katastrophe abzuwenden".

Wer der verbalen Mobilmachung zuhört oder sie mitliest, fühlt sich wie in einem Kinderbuch gefangen. "Grausame Kämpfer" (Zeit) gibt es hier, "mörderische Angriffe" und "gewissenlose Söldner". Immer werden Kinder auf Spielplätzen ermordet, aber immer nur von einer Seite. Immer ist irgendwer "blutrünstig" und unterwegs, "sinnlose Gewalt" auszuüben. Die Bösen greifen Krankenhäuser an, sie zerstören  Wohnungen von Zivilisten und harmlose Heizhäuser. Die Guten verteidigen Kranke, Alte und Kinder. 

Holzschnitt als Kriegsdoku

 
So sieht es aus. Der Holzschnitt als Kriegsdoku. War es im Kinderbuch die böse Hexe, ist es hier „das böse Wort Krieg“ (Zeit). Die sprachliche Eskalation allerdings nähert sich jeweils mit ganz großen Schritten ihrem Grenznutzen: Wenn erst Milizen zu Aufständischen, dann zu islamischen Stammeskriegern und dann zu Radikalislamisten oder Rebellen zu "Separatisten", zu "Prorussen“ und dann zu blutgierigen Banditen geworden sind, bleibt nur noch eine Steigerung: Nazis hier, Faschisten dort. Godwins Law im wahren Sterben. Und Ende.

Schnellste Lösungen: So einfach wäre die Weltrettung

Die einfachste Möglichkeit, die Lage zu verbessern, wird oft übersehen: Ohne Kapitalismus gäbe es all die Probleme nicht.

Die Rezepte, sie alle auf dem Tisch. Es bräuchte nur wenig, um einen unwürdigen Zustand zu beenden, der dazu führt, dass die schon seit dem Ende des Lissabon-Planes im Jahr dynamischste Wirtschaftsregion des Globus den USA atemlos hinterherhechelt. Und Deutschland als eine Art Klumpfuß des kranken Mannes der Welt sogar den schmalen Wachstumsraten der Partnerländer vergebens nachhinkt. Langsameres Stagnieren gilt hier schon als Schwung, der Rückgang der Geschwindigkeit des Zusammenbruchs als Hoffnungszeichen.

Besseres Wetter, billigere Zinsen

Die jeweiligen Bundesregierungen erwarten, dass es von selbst besser wird. Seit die letzte mit dem großen "Wachstumsbeschleunigungsgesetz" eine Idee aus dem Jahr 2009 wiederbeleben wollte, das mit 3,2 Milliarden Euro fast 40 Euro Steuerersparnis pro Bürger - und damit mehr als ein Drittel so viel wie damals - versprach, harrt das politische Berlin der Dinge, die da hoffentlich kommen werden. 

Besseres Wetter. Billigere Zinsen. Besseres Wachstum. Bäcker und Stahlkocher, Chemiefirmen und Bauern, die derzeit nicht mehr backen, kochen, klimaschädliche Materialien herstellen oder die Äcker verseuchen, überlegen es sich dann sicher besser. Und beenden ihre Betriebsferien.

Fachleute aus allen Lagern bemängeln dieses Krisenmanagement im Stil der "ruhigen Hand" der Scholz-Vorgänger Schröder und Merkel allerdings seit Jahren. Immer wieder tauchen Vorschläge auf, wie sich Wachstumskräfte auch in einer rapide alternden Gesellschaft entfesseln ließen. Häufig genannt wird etwa das Lieferkettengesetz oder der Bürokratieabbau, der sich, überwacht von einer neuen Behörde mit zahlreichen lukrativen Arbeitsplätzen, sofort segensreich auf das Wirtschaftswachstum auswirken könnte. 

Schnelle Maßnahmen

Bei den Großkonzernen, die seit Monaten flächendeckend dabei sind, sich auf die Versorgung der transformierten Gesellschaft aus dem Ausland einzustellen, werden allerdings andere Konzepte favorisiert. Schuld an der prekären Lage seien die "Ideen der Populisten", ein "reines Gift für unsere Wirtschaft".  Dort liege der Grund, "warum immer weniger Menschen Lust haben, sich richtig anzustrengen" und Deutschland international als "Null-Bock-Nation" gilt. 

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Allein der von der AfD geplante Dexit kostet jeden Deutschen 2.430 Euro im Jahr, Geld, das viele gar nicht übrig haben. Dazu kommt der Hang der Bevölkerung, sich Angst machen zu lassen, aber nicht aus den richtigen Gründen. Statt Höllensommer fürchten viele ein Tempolimit, statt des Korallensterbens einen Zwangstausch ihrer Heizungen. 

Selbst als der grüne Kanzlerkandidat Robert Habeck im vergangenen Jahr harsch auf die Verkaufspläne von ThyssenKrupp und die Schließung großer Anlagen bei BASF reagierte und ein wohldurchdachtes Konzept für "neue grüne Leitmärkte" vorstellte, löste das keinen "Kraftstoß" (Habeck) aus.

Neue Leitmärkte überwachen

Statt auf das Angebot, etwas teurere Vorprodukte einzusetzen, um damit teurere Waren herzustellen, so dass die Umsätze ganz allgemein und überall wachsen, lehnten die meisten Firmen die Idee ab, dass Bund, Ländern und Kommunen künftig nur noch klimafreundlich hergestellte und von einer neuen Leitmärkteüberwachungskommission (LMÜK) zertifizierte Produkte kaufen, um die neuen Beamten und Angestellten beschäftigt zu halten.

Populistische Arbeitgeber gefallen sich in Warnungen vor noch mehr Staat, interessierte Kreise nennen die über Jahrzehnte so fein ziselierte europäische Bürokratie "zum Haare raufen". Statt auf die Bedrohung durch die AfD, die Überforderung der unterbesetzten Behörden und Ministerien bei der Umsetzung der Fünf-Jahr-Pläne und den mangelnden  Mut der deutschen Unternehmer zu Risikoinvestitionen mit scharfen Maßnahmen zu reagieren, lässt es sich das politische Berlin gefallen, vom kapitalistischen System am Nasenring durch die Arena geführt zu werden.

Mehr Investitionen

Fakt ist: Schon 2045 könnte Deutschland klimaneutral sein, wenn es vier statt 2,9 Billionen Euro in den Klima­­schutz investieren würde, sagt eine PwC-Studie, für die vom engagierten Lobbyverband Agora Energiewende getrommelt wird. Dass das Geld einfach nicht aufzutreiben ist und die Fachkräfte zur Umsetzung fehlen, kommt teuer zu stehen, sind die Experten für ein klimaneutrales Energiesystem und die umfassende Wärmewende vor dem Klimatod sicher.

Halte man hingegen an den bisher scheiternden Plänen eines Umbaus nach finanziellen Möglichkeiten und technischem Entwicklungsstand fest, droht der Energieausstieg wegen des höheren Verbrauchs von Öl und Gas bis zum Schlussdatum 13,3 statt 13,2 Billionen Euro. Zudem wäre man erst 2050 klima­­neutral und selbst dann noch immer eine kapitalistische Marktwirtschaft.

Ausweg Sozialismus

Im Wettbewerb um die besten Ideen, dieses Grundübel zu beseitigen, geht es nicht um Kosmetik, um neue "Leitmärkte" und die Abstimmung der Ausstiegsstrategie mit Großkonzernen und Mittelständlern. Die längst unübersehbare und unumkehrbare Erderhitzung macht andere Schritte unumgänglich, so hart und grausam sie im ersten Moment auch erscheinen mögen. Ein Blick in die Geschichte zeigt schnell, wo die Rettung liegt: Bis 1990 wurde ein großer Teil der Erde von sozialistischen Gesellschaften bewirtschaftet, die sich von der ressourcenverschwendenden kapitalistischen Konkurrenz verabschiedet hatten.

Mit großem Erfolg: Die Klimaerwärmung war seinerzeit kein Thema. Der Hitzekollaps, der der Menschheit heute droht, wurde mit Degrowth und Mangelwirtschaft, mit einer umfassenden Reparaturkultur und der Erziehung der Verbraucher zu Demut und Bescheidenheit in die Schranken gewiesen. 

Montag, 5. Mai 2025

Schwarzer Montag: Sehnsucht nach dem Untergang

Wohl dem, der sein Geld nicht so riskant angelegt hat.

Woher sollen es die Kinder denn wissen. Seit Jahren schon hoffen sie darauf, dass sich die Aktienkurse wieder an den Daten der Realwirtschaft orientieren, wie es früher einmal Sitte war. Schlechte Nachrichten, schlechte Kurse. Gute Zahlen, gute Kurse, aber nicht immer bessere. Das war immer so, in der ersten Russenkrise in den 90ern, in der Asienkrise und in der Finanzkrise, die der damalige deutsche Finanzminister Peer Steinbrück zu einem amerikanischen Problem zu erklären versucht hatte. Bis ihm die deutschen Landesbanken reihenweise Richtung Pleite taumelten.

Damals gehörten Schockwellen noch zum Tagesgeschäft jedes Anlegers. Dass der Dax um fünf, sechs oder sieben Prozent einbrach, war selten, aber nicht ungewöhnlich. Wer gewinnen wollte, musste verlieren lernen. 

Das Geld war nie weg, es hatte nur ein anderer, bis es zu denen zurückkehrte, die festen Glaubens waren, dass immer mehr Geld immer mehr Orte benötigen würde, um Unterschlupf zu finden. Der schwarzen Tage waren Dutzende, der goldenen viel mehr.

Ende keiner Beziehung

Doch die Deutschen und die Börse, das ist die Geschichte einer Beziehung, die es nie gegeben hat. Nachdem es einer sozialdemokratischen Bundesregierung gelungen war, den Eigentümern des Staates einen Teil ihres Eigentums mit Hilfe eines TV-Prominenten zu Mondpreisen anzudrehen, um sich selbst ein paar zusätzliche Milliarden Euro Handgeld zu verschaffen, kühlte die kurze Liebe zum schnellen Geld eiliger ab als ein gewöhnlicher deutscher Klimasommertag am Abend. 

Aktien? Niemand wollte sie mehr und wer sie noch hatte, galt als ein ganz armer Tropf, der auf Versprechen vertraute, die nicht einmal direkt von der Regierung kamen.

Die Welt wurde reicher. Der Dax wurde immer ausländischer. Die Deutschen wurden immer biestiger, was Kapitalanlagen betraf. Wenn der Euro stabil und die Rente sicher sein würde, warum sich dann noch selbst kümmern? 

Das Volk der Sparbuchbesitzer und Festgeldsparer ließ sich ein paar Jahre nach dem Telekom-Debakel nicht einmal mehr durch steuerfinanzierte staatliche Prämien locken, in ein verdächtiges Produkt wie die Riester-Rente zu investieren. Die hatten schließlich dieselben Leute erfunden, die ihnen zuvor für einen einzigen Anteilsschein der halben Ex-Bundespost 66,50 Euro abgeschwatzt hatten.

Hass auf den Markt

Der US-Hightech-Index Nasdaq stand damals zwischen 500 und 5.000 Punkten. Seitdem hat er sich je nach Stichtag auf 22.000 vervierfacht oder vervierzigfacht. Wer seine T-Aktie behalten hat, hat inzwischen zumindest sein Geld zurück, auch wenn es nur noch die Hälfte wert ist. Wer die Lehre ohne finanzielle Strafe annahm, sitzt auf einem Euro-Kaufkraftverlust von 50 Prozent. Wer alles ausgegeben hat, besitzt nichts nicht mehr. Der Idealbürger des modernen Staatsstaates. 

Wer aber statt 100 T-Aktien 5.000 Euro in den Nasdaq investierte, sitzt auf einem Geldhaufen von zwischen 20.000 oder auch 200.000 Euro. Selbst nach dem Zollschock durch Trump. Selbst nach dem Ausbruch der Wirtschaftskriege.

Wer will schon Geld

Wer will das schon. Die deutschen Medien wissen, dass Börse kein Thema ist, für das sich Menschen interessieren. Die Älteren meiden den Bereich, um nicht an ihre Abenteuer mit Mobilcom und EM.TV erinnert zu werden. Die anderen sind jung und unbeleckt. Ihre Hoffnungen ruhen der jeweiligen Bundesregierung, die es doch immer wieder schafft, die Beiträge nicht steigen zu lassen, aber die Renten trotzdem erhöhen zu können. Und das, obwohl immer weniger einzahlen, die für immer mehr aufkommen müssen.

An solchem Wunder teilzuhaben, erscheint in den Redaktionen seriöser als der Versuch, Dividende, Zinseszinseffekt und Quellensteuer zu erklären. Erst wenn es einmal abwärts geht, tauchen Fachmagazine in Divisionsstärke auf: Junge Leute, die EM-TV für einen Bezahlsender und "Dausend" für einen Tippfehler halten, erklären einen Kursrückgang von zwei, drei oder vier Prozent zum "Crash" und "Absturz". Ein leichtes Grollen unter den Börsensälen wird zum "Schwarzen Montag". Und der Verlust der Jahresgewinne beim Bitcoin zum Beweis dafür, dass es so hat kommen müssen und nun alles zu Ende ist. 

Seht ihr, ruft es aus der linken Ecke. So wird es allen gehen, die selbst vorsorgen wollen, statt uns das zu überlassen. Auch die neue Regierungskoalition möchte nicht, dass der Einzelne sich Gedanken um  sich selbst machen muss. Die schwarz-rote "Frühstart-Rente" zielt auf ein kollektives Börsenerlebnis fast von der Wiege bis zur Bahre. Alle auf dem MSCI World. Das wird die staatliche Rente nicht retten. Das Jammern darüber, dass sie nicht ausreicht, aber merklich dämpfen.

Beruhigende Warnungen

Wohl dem, so lautet die Botschaft, der sein Geld nicht so riskant angelegt hat! Das "böse Erwachen" (SZ), es ist endlich da. "Platzt jetzt die Blase", fragt die "Zeit" und man kann das "endlich" förmlich hören. Schadenfreude, schönste Freude, denn wer keine Aktien hat, der kauft auch keine mehr.

"Alleine bei den großen Tech-Konzernen der US-Börse wurden heute 1 Billionen (!) US-Dollar verbrannt", stellt der linke Leipziger Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann unter Anwendung des gesamten wissenschaftlichen Werkzeugkastens des Kapitalismus fest. Der "Run zu immer höheren Profiten dank großer Margen entzaubert sich mal wieder selbst", analysiert der Sohn eines sächsischen Kommunisten, der sein Rüstzeug für den Klassenkampf an der POS "Adolf Hennecke" erwarb.

"1 Billionen (!)", das ist noch weit mehr als eine Billion, niemand weiß noch genau, wie viel überhaupt übrig ist. Nach dem Abschied des Kommunismus, dessen Börsenwert am Ende seiner Laufzeit bei Null gelegen hatte, ehe er sich wieder leicht berappeln konnte, sah der Kapitalismus lange aus wie der sichere Sieger. 

Selbst China nutzt marktwirtschaftliche Methoden, Vietnam tut es und dort, wo die sozialistische Planwirtschaft auf traditionellen Weise so weitergelebt wird, dass den Werktätigen von Hand und Hirn jede Möglichkeit einer privaten Beteiligung an den Produktionsmitteln verwehrt bleibt, warten die Entscheidungsträger nun schon seit Jahrzehnten darauf, dass sich Überlegenheit der Ideen von Marx, Engels und Lenin endlich zeigt.

Harris-Fantasie der Börse

"Der Kapitalismus ist und bleibt das zentrale Problem unserer Zeit", hat Sören Pellmann herausgefunden, der Sprecher der "Landesgruppe Ost" der Linksfraktion im Bundestag war, als es die noch gab. Die "Tagesschau" geht nicht ganz so weit. Eine "Talfahrt" (Grafik oben, Zacken ganz rechts) wird eingeräumt, doch wer mittelfristig denke, sei gut beraten, langfristig dabeizubleiben. Im Moment befürchteten Investoren zwar eine Rezession in den USA, aber, das hat selbst die Hauptnachrichtensendung inzwischen klargestellt: Nachdem der Wechsel im Weißen Haus "neue Fantasie an der Nasdaq" entzündet hatte, sei nun Europa richtig im Spiel: Die Welt ohne Wachstum als sicherer Hafen.


Fragwürdige Verweigerer: „Ich möchte kein Fahrrad!“

Der Fahrradboom nimmt schon seit mehr als 25 Jahren alle Hürden  - immer noch aber gibt es eine Gruppe störrischer Verweigerer ohne Schuldgefühle.

Sie boomen, sie sind beliebt, sie gelten als die klimafreundliche Antwort auf die Hitzekrise. Und dank neuester chinesischer Technologie haben sie inzwischen sogar elektrisch angetriebene Trethilfen. Doch wenn Menschen Nein zum Fahrrad sagen, müssen sie sich oft rechtfertigen. Warum eigentlich?  

Wenn sich Menschen dazu entscheiden, ein Leben ohne Fahrrad zu führen, tun sie das oft schon in jungen Jahren - manchmal auch später, häufig nach Unfällen oder weil ihnen Fahrräder wieder und wieder gestohlen worden sind. Gesellschaftlich aber begeben sie sich damit in eine angreifbare Position.
 
Das Fahrrad, einst ein gewöhnlicher Alltagsgegenstand, ist durch Marketing, Regierungspolitik und die Arbeit einer Vielzahl von Lobbyverbänden zu einer Renommierobjekt geworden. Es soll schick sein, leicht, modern und wenn möglich mit einem unauffällig verbauten Elektroantrieb. Es soll die vielen neuen Fahrradstraßen bevölkern. Und damit helfen, die Krise in der Autobranche, wenn möglich, weiter zu verstärken.

Teil des erfüllten Lebens


Dass das Fahrrad zum erfüllten Leben eines engagierten Bürgers zwangsläufig dazugehört, ist eine Unterstellung, der kaum jemand zu widersprechen wagt. Menschen, die aus privaten oder aus Glaubensgründen nicht Fahrradfahren, werden oft als unvollständig wahrgenommen. Sie müssen sich inquisitorische Fragen stellen lassen, möglicherweise auch gesundheitliche Gründe sollen offengelegt werden, die Schuldfrage wird gestellt. 
 
"Zu einer gesellschaftlich als Normalität anerkannten Vorstellung gehört immer noch, dass Menschen von frühester Kindheit an Fahrrad fahren", sagt der Ökotrophologe Armin Al-Hauzahn, der am Grimmaer  Climate Watch Institut (CWI) zu mobilen Lebensentwürfen forscht.

Menschen, die sich diesem stillen gesellschaftlichen Zwang verweigern, werde "von weiten Teilen der Gesellschaft unterstellt, dass sie keinen erfolgreichen Lebensentwurf hinbekommen", sagt Al-Hauzahn. Der Mobilitätskritiker hat die Folgen gemeinsam mit seinem Kollegen Herbert Haase, dem Chef des CWI untersucht und frappierende Fakten entdeckt: "Nicht Fahrrad zu fahren wird immer mit ungewollt fehlenden Fähigkeiten in Verbindung gebracht", erklärt er. Richtig sei aber vielmehr, dass "einfach nicht jede Frau und jeder Mann mit einem Fahrrad fahren möchte". 

Gängige Vorurteile


Von den Fahrradforschenden befragt wurden 11.100 Bürgerinnen und Bürger, zum Teil Autofahrende, zum Teil 49-Euro-Ticketnutzende, aber auch Fahrradfahrende. Die Aussagen der Befragten im Alter zwischen 18 und 45 Jahren widersprechen einer ganzen Reihe der gängigen Vorurteile. So sei es etwa nicht zutreffend, dass Nicht-Fahrradfahrende sich der Anstrengung, des Wetters, der Frisur oder befürchteter Schweißausbrüche wegen gegen das Rad entscheiden. 
 
Auch spielte der Mangel an passenden Fahrradmodell keine Rolle. "Vielmehr gibt es viele, die sich auf zwei Rädern unsicher fühlen, andere lehnen das Radfahren hingegen ab, weil sie fürchten, aufgrund ihres körperlichen Zustandes eine noch höhere CO₂-Schuld anzuhäufen".

Die Studie mit dem Titel "How refusing to cycle regularly weakens social cohesion" habe gezeigt, "dass die Verweigerer sich mehrheitlich in ihrer Blockadehaltung eingerichtet haben". Die meist bewusst gefasste Entscheidung gegen ein Fahrrad führten sie darauf zurück, dass sie einfach keinen Wunsch verspüren, eins zu besitzen oder gar damit unterwegs zu sein. 

"Andere geben auch an, sich bewusst zu sein, was Fahrradbesitz  bedeutet, wie viel Zeit und Energie die Pflege braucht, dass grundlegende Reparaturfähigkeiten vorhanden sein müssen und der Wille, das Rad immer mal zu putzen." Die Verweigerer aber "möchten ihre freie Zeit anders gestalten", zählt Armin Al-Hauzahn auf. 

Gegen ein Fahrrad


Viele hätten sich auch schon sehr früh gegen ein eigenes Fahrrad entschieden. Jeder Zweite gab an, bereits vor seinem 21. Lebensjahr gewusst zu haben, dass ihm oder ihr Fahrradfahren keinen Spaß mache. "Das Vorurteil, dass dabei eigene Unfälle oder schwierige Familienverhältnisse mit fehlenden Fahrradfahrvorbildern eine Rolle spielen, konnten wir nicht widerlegen."

Die Mehrheit der Verweigerer war sich seiner "zutiefst aktiven Entscheidung gegen das Verkehrsmittel der Zukunft" bewusst, leugnete aber, irgendeine Art von Schuldgefühl zu empfinden. "Das kommt nach Angaben der Betroffenen immer erst auf, wenn die sie in bestimmten gesellschaftlichen Situationen mit der Frage nach dem Warum ihrer Verweigerung konfrontiert werden".

Idealbild der Fahrradfamilie


Das geschehe häufig, sei doch das Idealbild der fahrradfahrenden Familie gesellschaftlich bereits so tief verankert, dass selbst grundlose Freizeitfahrten ein hohes Ansehen genießen, obwohl sie reine Energieverschwendung sind. Fahrradboykotteure täten Nachfragen jedoch zumeist leichthin ab. "Ohne einen Druck durch gesetzliche Regelungen, die Fahrradbesitz-  und Fahrradnutzung vorschrieben, werden große Bevölkerungsteile ihre Entscheidung gegen das Fahrrad nicht revidieren", ist sich Armin Al-Hauzahn sicher. 

Wichtig seien behutsame Richtlinien für Hartnäckige. "Man sollte ihnen erst mal eine Phase des Ankommens in der eigenen Entscheidung einräumen", sagt der Fahrradforscher. Umso sanfter man von seinem Umfeld in der Entscheidung bestärkt werde, umzudenken, umso weniger habe man das Gefühl, sich für frühere Verfehlungen rechtfertigen zu müssen. 

Fahrradlose im Visier


Angesichts einer aktuellen Quote von Fahrradlosen, die bei annähernd 37 Prozent der Bevölkerung liegt, sieht Al-Hauzahn den Kampf gegen die Fahrradlosigkeit als längeren Prozess. Gerade die Generation der Millennials, geboren zwischen Anfang der 80er und Mitte der 90er Jahre, habe in großstädtischen Zusammenhängen kaum mehr Bedarf am Fahrrad, in ländlichen Gebieten dagegen werde oft frühzeitig auf Moped und Auto umgesattelt. 

"Wenn wir hier die richtigen Erziehungsangebote unterbreiten, könnten die Betroffenen die erste Generation sein, die sich bewusst und offen für das Fahrrad entscheidet." Das wäre gesellschaftlich viel gesünder und würden anderen zeigen, dass ein fahrradloses Leben nicht als Misslingen bewertet wird, sondern als jederzeit revidierbares Lebensmodell. 

Sonntag, 4. Mai 2025

Energieverbrauch: Hohe ARD-Auflösung, hohe Stromrechnung

Zehntausende betriebsfähiger TV-Geräte landeten nach dem ARD-Zwangsumstieg auf HD auf dem Elektroschrottplatz.

Weil sich ARD und ZDF seit einiger Zeit endgültig und umfassend für die Ausstrahlung sogenannte HD-Signale entschieden haben, müssen Zuschauer mit hohen Stromkosten rechnen. Wie Berechnungen von unabhängigen Vergleichsportalen zeigen, kostet die neuartige Übertragung mit einer Bildqualität von nicht mehr nur 400.000, sondern mehr als zwei Millionen Bildpunkten.  

Nach dem letzten Nachhaltigkeitsbericht der ARD, der auch die regionalen Sendeanstalten, nicht aber nicht das ZDF einschließt, wurden für die reine Betriebsseite des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mehr als 262 Millionen Kilowattstunden Strom gebraucht. Dazu kamen rund 5,4 Milliarden Kilowattstunden auf der Seite der Empfänger - der Jahresverbrauch einer Million Haushalte.

Zwangsumstieg auf High Defintion


Der von der Bundespolitik angewiesene Zwangsumstieg auf High Definition verbraucht nun bundesweit im Jahr so viel Strom zusätzlich wie etwa 370.000 Haushalte pro Jahr benötigen. Obwohl die EU mit dem Erlass der Ökodesign-Richtlinie versucht hat, nach Kräften gegenzusteuern, sind die Folgen verheerend für Deutschlands Klimaanstrengungen. So muss ein 75-Zoll-Fernseher mit HD-Auflösung deutlich mehr Pixel zum Leuchten bringen als ein Gerät mit SD-Auflösung. Noch teurer kommt das Klima der Betrieb von Full-HD- und 8K-Fernsehern zu stehen, deren Betrieb ARD und ZDF mit ihrer Umstellung gezielt unterstützen.

Filme oder Serien in HDR können mehr als doppelt so viel Energie verbrauchen wie der Konsum von regulärem Videomaterial in Standard Definition (SD) mit einer Auflösung von 720x576 Pixeln. Die meisten TV-Sender nutzten bisher den Bildstandard Standard Dynamic Range, der Umstieg auf High Dynamic Range erhöhe den Stromverbrauch bei einem 55-Zoll-TV um durchschnittlich 55 Prozent, bei 65 Zoll um 60 Prozent, bei 75 Zoll seien es sogar 74 Prozent. 

Höhere Auflösung wird teuer


Für die Stromrechnung bedeutet das, dass schon beim kleinsten Modell 58 Euro pro Jahr mehr fällig werden. Bisher harmlose Geräte werden zu wahren Energiefressern, gerade in Haushalten mit älteren Bewohnern ohne jeden positiven Effekt. Da die Betroffenen häufig nicht mehr so gut sehen, verpufft die von ARD und ZDF beabsichtigte Wirkung, die häufig inhaltlich anspruchslosen Filme, Shows und Benachrichtigungssendungen wenigstens optisch aufzuwerten.

Unberücksichtigt geblieben ist in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechung auch der Schrottberg, den die Umstellung verursacht hat. Zehntausende funktionsfähiger Fernsehgeräte mussten durch Neuanschaffungen ersetzt werden. Der Gesetzgeber wollte damit gegen die Konsumunlust der Deutschen angehen. Erreicht aber hat er nur einen bundesweit höheren Stromverbrauch und steigende Stromkosten bei den Bürgerinnen und Bürgern, die häufig nicht wissen, dass wachsende Bildschirmdiagonalen bei steigender Auflösung eine toxische Mischung für die Pariser Klimaziele ergeben.

Bekannte Klimakonsequenzen


Ungeachtet dieser durchaus bekannten Konsequenzen sendeten die Hauptkanäle von ARD und ZDF schon länger nur noch in HD. Um Ausweichbewegungen von Zuschauern zu den energiesparenden Spartensender One, Tagesschau24, BR und NDR zu verhindern, erfolgte im Januar der sogenannte "große Übergang" zum generellen hohen Energieverbrauch. Pläne, den Betrieb mit Hilfe eines neuen TV-Modells des simbabwische Erfinders Maxwell Chikumbutso zur Energieerzeugung zu nutzen, zerschlugen sich, weil die "Innovation aus dem südlichen Afrika wenig Aufmerksamkeit" bekam, wie es in der "Tagesschau" hieß. 

Während der Lebensdauer eines TV-Geräts können durch HD-Umstellung nun Stromkosten in Höhe von etwa einem Drittel des Kaufpreises des Fernsehers entstehen. HD-Fernsehen, der SUV unter den TV-Signalen, muss dennoch keine Kritik fürchten, weil auch die EU-Kommission seit der 2009 beschlossenen Ökodesign-Richtloinie, die 2024 in Kraft trat, erst wieder nach Möglichkeiten sucht, die Europäer mit neuen Richtlinien, Regeln und Vorschriften für einen sparsamen Umgang mit Elektroenergie zu gewinnen. 

Große Pläne aus Luft: Europas Träume von den Sternen

Ehrgeizige EU-Planungen sehen vor, dass Europa schon zwölf Jahre nach Starlink ein eigenes Satelliteninternet-Netzwerk haben wird.

Elon Musk war kaum fünf Jahre mit dem Aufbau seines Satellitennetzwerkes Starlink beschäftigt, da schrillten in Brüssel die Alarmsirenen. Müsste man so etwas nicht auch haben? Wäre das nicht noch eine Idee, mit der sich Europa schick machen ließe? 

Gut, der Wissens- und Forschungskontinent mit seinen 440 Millionen leistungsbereiten Bürgerinnen und Bürgern verfügt derzeit weder über eine weltraumfähige Rakete noch über Satelliten, aus denen sich ein erdumspannendes Netzwerk am Himmel bauen ließe. Auch fehlt es an allen Ecken und Enden an Geld. Doch erfahrungsgemäß, nirgendwo wissen sie das besser als bei der EU-Kommission, tauchen die nötigen Mittel am Ende immer auf, wenn erst einmal eine Aufgabe zur Pflicht erhoben wurde.

Iris steht für Sicherheit


Fast auf den Tag genau fünf Jahre nach dem Start des ersten Starlink-Satelliten vergab die  Kommission also den Auftrag für den Aufbau eines europäischen Satellitennetzwerkes. Als Namen hatte man sich unter den 27 beteiligten Staaten auf "IRIS2" geeinigt, dabei handelt es sich selbstverständlich um viel mehr als eine Bezeichnung. Iris steht für "Infrastruktur für Resilienz, Interkonnektivität und Sicherheit durch Satelliten". Anfangs sollten 2,4 Milliarden Euro aus dem sogenannten EU-Weltraumprogramm, dem Fördertopf "Horizont Europa" und dem großen Wiederaufbauprogramm private Investoren anlocken, die 3,6 Milliarden drauflegen.

Das würde dann, so war es berechnet worden, ausreichen, den derzeit um die Erde kreisenden 6.700 Starlink-Satelliten eine mächtige europäische Alternative aus 290  Satelliten "auf verschiedenen Umlaufbahnen" (EU) entgegenzuschießen.

Angriff aus Europa


Wie das bei europäischen Berechnungen so ist: Sie werden spät angestellt, kommen auf wunderbare Ergebnisse, kollidieren dann mit einer grimmigen Realität, alles verzögert sich, alles wird teurer, nichts klappt und wenn es dann doch noch fertig wird, ist alles alt und klapprig. Legende ist das europäische Satellitennavigationsnetzwerk Galileo. Die Planungen begannen 35 Jahre nach denen des US-Systems GPS. 

Die ursprüngliche Finanzierung durch Staaten und private Unternehmen platzte, ebenso misslang der Versuch, Geld aus dem Fördertopf für den EU-Agrarsektor zu zweckentfremden. Starten sollte alles 2008, 2014 ging es dann doch los, am Ende war alles zehn Jahre später fertig, nur noch nicht ganz. Dafür aber war es doppelt so teuer geworden.

Klimaschutz im Space Race


Für die EU, die im neuen space race versucht, mit Propangasraketen und Kerzenwachsgeschosse klimafreundliche Alternativen zu den Riesenraumschiffen der mond- und marssüchtigen Amerikaner zu entwickeln, war das ein schöner Erfolg. Die Erfindung  der Ariane 6, eines Nostalgienachbaus des Aggregats 4 von 1942, gelang zwar im ersten Anlauf nicht. Aber angesichts absehbarer weiterer Verzögerungen bei Iris2 besteht noch kein dringender Bedarf an besonders teuren Transportkapazitäten. 

Erstmal muss die schnittig "Spacerise" genannte Aufbaubauorganisation der All-EU in Gang kommen. Mit SES, Eutelsat und Hispasat hat die EU-Kommission den Zuschlag für den Bau, den Einsatz und den Betrieb der geplanten Satellitenkonstellation für hochverfügbares Breitband-Internet an die Firmen vergeben, die ihn am Ende noch hatten haben wollen. Airbus war ausgestiegen, auch Firmen wie Thales Alenia Space, die Bremer Raumfahrtfirma OHB, Telespazio, Deutsche Telekom, Orange wollen nur noch aus Nachauftragnehmer mitmachen.

Für Europa ist das pfeilschnell


Der Zeitplan ist ehrgeizig, gemessen am Anspruch europäischer Projekte. In nur fünf Jahren soll das System entwickelt, die Satelliten konstruiert, gebaut und das gesamte System samt Bodenstation in Betrieb genommen werden, um "staatliche Dienste bereitzustellen und gleichzeitig kommerzielle Services" zu ermöglichen. 

Aus den sechs Milliarden, die es ursprünglich mal kosten sollten, sind zwischenzeitlich zwölf geworden, ohne laufende Betriebskosten. Wer das dann bezahlen soll, ist noch nicht absehbar. Doch erfahrungsgemäß, nirgendwo wissen sie das besser als bei der EU-Kommission, tauchen die nötigen Mittel am Ende immer auf, wenn erst einmal eine Aufgabe zur Pflicht erhoben wurde.

Samstag, 3. Mai 2025

Zitate zur Zeit: Wer die Hand erhebt

Natürlich hat jeder das Recht, anders zu denken als die Mehrheit und begründete Kritik zu üben. Aber wenn er die Hand gegen uns erhebt, dann muß er auch mit der entsprechenden Antwort rechnen. 

Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit, betont am 09.06.1977 in einer Rede vor der FDJ die Notwendigkeit neuer Meinungsgesetze

Fake-News-Verdacht: Kommt das Kirchenverbot?

Frei erfunden und ohne belegbare Quelle: Eines der wenigen erhalten gebliebenen Fotos von der Kreuzigung Jesu': Die selbsternannte Religion könnte deshalb in Kürze durch das neue Wahrheitsministerium verboten werden.

Ein Mann geht über Wasser, es gibt reihenweise Augenzeugen. Ein Mann ist wenig später tot, er befreit sich aber selbst aus seinem Grab und taucht unter. Menschen, die es nicht gesehen haben, schwören, dass es so gewesen sein muss. Niemand zweifelt ihr Zeugnis an. Man ehrt sie, schätzt sie und in Jahrtausenden folgender Geschichte werden sie zu einem Teil einer echten Erfolgsgeschichte.

Die ersten Blutzeugen


Deren Hauptteil entspinnt sich um den Mann, der über Wasser laufen kann. Er hatte Freunden lange zuvor schon erzählt, dass seine Mutter noch bei seiner Geburt Jungfrau gewesen sei, sein Vater aber Gott selbst. Späteren Erzählungen von Menschen zufolge, die es von anderen erzählt bekommen hatten, hatte der offenbar fantasiebegabte Sohn eines Tischlers Tausende mit einem einzigen Fisch beköstigt, vor Zehntausenden ohne Verstärkeranlage von einem Berg gepredigt und noch nach seinem Tod Schwerkranke geheilt.

Dass sich aus den wirren Erzählungen des Jesus von Nazareth, den italienische Behörden nach einem rechtlich fragwürdigen Verfahren wegen Querdenkerei, Herabwürdigung der Staatsorgane, Schwurbelverdacht und der Hinterziehung von Spendenmitteln hingerichtet hatten, eine wunderliche Sekte bildete, die den selbsternannten Wunderheiler und Friedensprediger bis heute unübersehbar und lautstark verehrt, stößt den deutschen Behörden schon lange auf.

Staat im Staate


Jesus und seine Jünger, mittlerweile sehr viel zahlreicher als damals, bilden einen Staat im Staate, mit eigenen Gesetzen, ein eigenes, unfassbar großes Immobilienreich, besiedelt von Menschen, die dem "Gottessohn" meinen mehr Respekt und Gehorsam zu schulden als selbst Vater Staat. Der Tod des Papstes in Rom hat gerade erst gezeigt, wie tief die Wurzeln des Aberglaubens in die Gesellschaft reichen, wie Medien und Politik den Hokuspokus, den die Kirche aus jahrhundertelanger Erfahrung veranstaltet, als bare Münze in die hart arbeitende Mitte verkauft.

Die Jesus-Religion, die sich selbst Christentum nennt und unterdessen in mehrere konkurrierende Lager zerfallen ist, befolgt zum Teil blutige Rituale, ihre Priester segnen seit Tausenden von Jahren Waffen auf allen Seiten, sie missbrauchen Kinder und das amtierende Oberhaupt der größten Teillehre fördert Fluchtbewegungen aus Afrika ungeachtet der demografischen Folgen durch ein vernunftfernes Verbot von Verhütungsmitteln. Das Recht der Frau erkennt die Sekte nicht an, dafür lässt sie sich nach Verträgen, die finsteren Mittelalter und unter einem grausamen deutschen Diktator geschlossen wurden, vom Staat mit Milliarden Euro belohnen.

Erlaubte Schwurbelei


Dass der Aberglaube, den die angebliche Weltreligion predigt, bisher geduldet wird, hat mit irrationaler Angst vor den Folgen eines entschiedenen Kampfes gegen Schwurbelei, Querglauben und Ablehnung der Wissenschaft zu tun. Aus Furcht, sich mit den mächtigen Institutionen der bizarren Sekte anzulegen, verzichtete nach der großen Koalition auch die Fortschrittskoalition darauf, gegen den Katholizismus und dessen oberflächlich reformierte Abspaltungen vorzugehen. Statt den gerissenen Verführer so vieler Einsamer, wegen der Bundespolitik Verzweifelter oder beim Blick auf die Klimawelt Ratloser das Handwerk zu legen, paktieren die großen demokratischen Parteien immer wieder offen mit den Heuchlern im Talar.

Man sucht gegenseitig Halt aneinander. Der Staat zieht nicht nur den Zehnten ein, er spendiert auch große Feiern etwa für einen deutschen Judenhasser oder für prächtige Empfänge beim selbsternannten "Stellvertreter Gottes auf Erden". Selbst Jüngere nehmen das als Einladung und Erlaubnis, die Nähe zu den Propagandisten des Übersinnlichen zu suchen. Warum auch nicht, haben doch die Höchsten und Mächtigsten dem in einem kleinen, aber bedeutsamen Land ohne Flüchtlingslager in einem riesigen Schloss aus Klimaschulden alleinlebenden alten weißen Mann schon respektvoll ihre Aufwartung gemacht.

Unterwanderung der Demokratie


Die Unterwanderung demokratischer Institutionen ist da. Und doch zeigen sich selbst die emsigsten Faktenchecker unwillig, die Lügenmärchen des sogenannten Christentums nach den Grundregeln der Fake-News-Erkennung zu prüfen.  Stattdessen folgten Medien willig dem Narrativ, das die Glaubensgemeinschaft selbst von sich verbreitet: Es handele sich um eine Religion, die besondere Freiheiten genieße. Darunter eben auch die, Fake News  zu verbreiten, mit falschen Angaben um Spenden zu bitten und sich nach außen als Wohlfahrtseinrichtung darzustellen, der aus reiner Nächstenliebe hilft, obwohl es dafür entlohnt wird.

Ein Privileg, das auf dem Prüfstand steht. Mögen auch Deutschlands Evangelikale tosend feiern, dass ihr bizarrer Aberglaube immer noch eine Art Staatsreligion ist und der Staat ihnen ihre Steuern einzieht - Martin Luther hat das Christentum keineswegs "reformiert", wie Regierungen behaupten, die überwiegend mit Menschen besetzt ist, die glauben, dass Gott die Erde erschaffen und den Menschen gemacht hat.
 

Wirre Erweckungsgeschichte 

 
Jesus, das ist wissenschaftlich erwiesen, ist nicht wie in der wirren Schöpfungs- und Erweckungsgeschichte behauptet, vor tausenden von Jahren auf die Welt heruntergestiegen, um die Menschen zu erlösen, indem er ihre Sünden auf sich nahm. Auch die krude These, dass ein Buch namens Bibel, Jahrzehnte nach Jesus' angeblichem Tod geschrieben, das offenbarte Wort Gottes enthalte, abgelauscht den Kamingesprächen und öffentlichen Reden von dessen Sohn, ist eine solche, das liegt auf der Hand. Warum sollte ein Gott kann Sonnen und Planeten machen können, Menschen, Tiere, , Schwermetalle, Speicherchips und Smartphone-Apps? Aber keinen Brief schreiben? Kein zeitgenössisches Tagebuch? 

Gespenstisch, sich vorzustellen, dass Leute, die solchem Humbug nicht nur einen Augenblick ihrer Zeit schenken, sondern ihren ganzen tief empfundenen Glauben, ein Land regieren und über das Schicksal von Millionen entscheiden. Es ist, als habe sich seit dem Zeitalter der Schamanen nichts weiterentwickelt. Wo die Kräuter verbrannten und um gutes Wetter beteten, lassen ihre Nachfolger die Volksvertreter antreten, und die "Verbreitung der christlichen Lehre" rühmen. Schließlich: Wo wäre Deutschland ohne Pfaffen, die seine Schießplätze weihen?

Angeblicher Thesenanschlag


Sind die Grundlagen des in Deutschland trotz einer wachsenden Gemeinde von Islam-Gläubigen immer noch dominierenden Katholizismus fragwürdig, so sind es die des konkurrierenden Evangelismus nicht minder. Nicht einmal die Story vom angeblichen "Thesenanschlag" Luthers, auf dem Gott seine zweite - die Orthodoxen und allerlei andere Spielarten mitgezählt eher die zehnte oder 20. - Spielart seiner Verehrungsschule baut, lässt sich beweisen, obwohl der gerade 500 Jahre her ist. So laut die Leitmedien auch behaupten, der Augustinermönch Martin Luther habe 1517 95 selbstausgedachte Anmerkungen an eine Kirchentür in Wittenberg genagelt, Belege dafür gibt es keine.

Schwindler als einziger Zeuge


Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich bei der verrückten Geschichte vom Mönch, der den wahren Glauben mit dem Hammer wiedergründet, um eine klassische Fake News, wie sie normalerweise russische Trolle in sozialen Netzwerken verbreiten. Augenzeugen der Lutherschen Hammeraktion gibt es nicht. Erstmalig erwähnt worden war der sogenannte Thesenanschlag erst 30 Jahre nach dem vermeintlichen Geschehen - und das durch den zweifelhaften Zeugen Georg Rörer, der sich zur Tatzeit in Leipzig befand, nur nach Hörensagen berichtete und nach Luthers Tod als Verfälscher von dessen Schriften auffiel.

Im Bundeswahrheitsministeriums (BWM A.O.), das als künftige unabhängige Oberaufsichtsbehörde über Faktenchecker, Trusted Flagger und Bundesmeinungsmeldestellen derzeit in Berlin aufgebaut wird, sehen Beamte den Fall durchaus kritisch. Da habe sich eine "Sache verselbständigt", heißt es bei Experten des im Rahmen der Bundesansiedlungsinitiative nach dem Braunkohleausstieg gegründeten neuen Ministeriums, das die Aufgaben des bisherigen Bundesblogampelamtes (BBAA) im mecklenburgischen Warin übernehmen, ausbauen und erweitert umsetzen soll.  

Falsche Wahrheiten in Kirchen


Dazu gehört auch, dass Bürgerinnen und Bürger künftig nicht nur über richtige und falsche Wahrheiten im Internet, sondern auch über die fortgesetzten unbelegten Behauptungen des sogenannten Christentums informiert werden sollen. Ein erster Vorabbericht aus dem BWM spricht unverhohlen von einer "vermutlich kompletten Fälschung". 

Bücher wie die sogenannte Bibel und die darin enthaltenen Testamente seien durchweg weitaus jüngeren Datums als von den Fürsten der weltweiten Glaubensbewegung behauptet, heißt es in einem Bericht, der eine schonungslose Einordnung der traditionsreichen Sekte vornimmt. Augenscheinlich seien alle sogenannten "Grundlagen", auf die sich die verschiedenen Oberhäupter der selbsternannten Amtskirche bis heute bezögen, frei ausgedacht.

Keine authentischen Quellen


Vieles hier erinnert an den Kampf gegen Impfgegner, Pandemieleugner oder Menschen, die nicht einsehen wollen, welche durchgreifenden Fortschritte Deutschland in den vergangenen Jahren beim Rückbau der Wirtschaft und im Kampf gegen den Klimawandel gemacht hat. Wie für die Behauptungen von verimpften Chips und versprühten Chemtrails gibt es auch für die sogenannten Grundlagen des Christentums keine einzige authentische Quelle. Die Wissenschaft sucht seit Jahrhunderten, konnte aber bislang keine Berichte von Zeitgenossen, keine Belege für die Existenz eines "Jesus" oder Aufzeichnungen über die angeblich von ihm gewirkten "Wunder" finden.

"Es handelt sich der staatlichen Definition zufolge ganz eindeutig um Fake News", urteilen die Spezialisten aus dem BWM, die der Politik allerdings nur Empfehlungen zum Umgang mit der vermutlich größten Fake-News-Schleuder des Landes geben können. Um das Christentum verbieten zu können, müsste das Wahrheitsministerium über die Regierungsfraktionen im Bundestag ein Verbotsverfahren starten. Dieses Vorhaben gilt allerdings im politischen Berlin als riskant, weil unklar ist, wie viele Abgeordnete bei einer Machtprobe zwischen Staat und Sekten eher loyal zu ihren sogenannten Kirchen stehen würden.

Freitag, 2. Mai 2025

Tief im Westen: "Viele wollen einfach nicht mehr"

Am Rhein sehen viele Menschen sich als abgehängte Gruppe, die von der Gesellschaft kaum beachtet wird.

Sie hat in Thailand gelebt, am Strand, leicht bekleidet in der Sonne, mit einer Pina Colada in der Hand. Sie ist aber auch schon dorthin vorgedrungen, wo die zivilisierte Welt am Ende ist und Menschen nur noch versuchen, irgendwie zu überleben.  Svenja Prantl ist mit Kryptowährungen reich geworden, seitdem sie sich zur Ruhe gesetzt hat, arbeitet sie auf Interessebasis für Online-Magazine. Dabei kennt die ausgebildete Germanistin und Ökotrophologin keine Furcht: Prantl sucht die Gefahr, sie sucht die Herausforderung und die Wahrheit.

In den letzten Monaten suchte sie aber auch die Exotik. Intensiv wie nie zuvor hat die 27-Jährige die Gelegenheit und die ungemütliche Witterung genutzt, um Westdeutschland zu erkunden, jenes sagenumwobene Land, das mit dem Beitritt der Ostgebiete vor 35 Jahren untergegangen war. 
 
Die SPD, aber auch die Grünen hatte seinerzeit lange gegen die Aufnahme der armen Schwestern und Brüder aus dem sozialistischen Nachbarland gekämpft, um die alte Bonner Republik zu bewahren.  Doch vergebens. Sachsen, Thüringen, Brandenburg und die anderen Neuen Länder kamen. Und sie veränderten einen Staat, der bis dahin sehr gut mit sich ausgekommen war.

Svenja Prantl hat die früheren Hochburger der Bonner Republik bereist, Gebiete am Rhein und der Ruhr, im Süden und im Norden. Im Interview erzählt mit PPQ erzählt sie von ihren Erlebnissen auf den Spuren eines Landes, das es so, wie es sich heute erinnert, nie gegeben hat.

PPQ: Frau Prantl, warum ist die Laune in den sogenannten alten Ländern so viel schlechter als die Lage? 

Prantl: Um das herauszufinden, bin ich die zurückliegenden drei Monate unterwegs gewesen. Es ist ja so, dass der Osten, als Ostdeutschland, im Normalfall alle Aufmerksamkeit aufsaugt. Die Stimmung dort wird als wichtig erachtet, die Launen der Menschen gelten als eine Art Seismograf und wenn Sachsen braun hustete, steht der Führer vor der Tür (lacht). Ich wollte einfach mal wissen, wie es den anderen, in den wirklich abgehängten Regionen aussieht. Dort also, wo keine Kamerateams hinreisen, keine Reporter sich tummeln, nur die AfD oder die Grünen außerordentliche Wahlergebnisse einfahren.

PPQ: Aber um auf die Frage zurückzukommen...

Prantl: Die ist natürlich zentral. Ich habe lange geglaubt, dass es sich so verhält, dass wir es also mit einer Wahrnehmungsstörung zu tun haben. Uns geht es doch Gold, so toll sogar, dass wir Zeit haben zu meckern! Das Phänomen kennen Historiker aus der DDR, dort war das für viele Lebensinhalt und Tagesaufgabe, weil die Menschen ja sonst nichts hatten. Aber ich muss mich jetzt nach  meiner Reise korrigieren. Die Leute empfinden das so, das ist kein reines Hobby.

PPQ: Was haben Sie denn konkret für sich mitgenommen? 

Prantl: Ich bin ja Kosmopolitin, deshalb war vorher immer mal zum Einkaufen in Köln oder Düsseldorf, zum Fußball in München und auch mal zum Wandern in Hessen. Aber noch nie habe ich mich so intensiv und so lange in Kleinstädten aufgehalten und mit so vielen einfachen Leuten mit einfachen Jobs vom Müllfahrer bis zum Dorfarzt oder dem Gastwirt gesprochen. Immer auf der Suche nach der Antwort auf die zentrale Frage: Wie kann es sein, dass so vieles von dem, was die Leute in Westdeutschland umtreibt, nirgendwo eine Rolle spielt? Ich muss am Ende eingestehen, dass ich gescheitert bin. Ich kenn jetzt zwar die Themen sehr genau, die den Leuten auf den Nägeln brennen,. Warum aber keine politische Kraft und - auf deren Stichwort - kein Medium das alles ausformuliert, ist mir ein Rätsel geblieben.

PPQ: Hat es mir ihrer Herkunft zu tun?

Prantl: Das denke ich eher nicht. Ich bin als Ostdeutsche, die 1997 geboren wurde, immer offen mit meiner Herkunft umgegangen. Mir war ja klar, dass das Vorbehalte bei manchen wecken wird, gerade bei denen, für die die Neunziger ein riesiger Bruch waren. Da sind Biografien neu geschrieben worden, Familien zerbrachen, weil der Vater plötzlich weit weg in Bautzen Aufbauarbeit leisten musste und die Bürohelfer, die Dienstag bis Donnerstag im Osten eingesetzt wurden, fanden oft junge ostdeutsche Frauen reizvoll, die durch ihre sozialistische Erziehung ganz anders mit ihrer Sexualität umgingen. Zurückgeblieben sind Kinder ohne Väter, Frauen ohne Mann und jede Menge Bitternis.

PPQ: Das ist Ihnen so erzählt worden?

Prantl: Das könnte man so sagen. Aber ich habe auch darüber gelesen und es von Westdeutschen gehört, die es von Bekannten gehört haben. Aber selbst viele Menschen aus dem Osten können ja von solchen Erlebnissen berichten. Im Westen sagen viele ja bis heute, wir haben auch Solidaritätszuschlag gezahlt, aber haben wir je Solidarität erfahren? Diese Einheitsopfer, wie ich sie gern nenne, können sich gut hineinversetzen in die Ostdeutschen, die ihre Jobs verloren haben, die Massenarbeitslosigkeit erdulden mussten und von vorn anfangen. Was sie nicht verstehen, ist, dass ihnen selbst der Respekt dafür versagt wird, ebenfalls betroffen gewesen zu sein.

PPQ: Wie hat sich das in ihren Gesprächen vor Ort geäußert?

Prantl: Still und leiden meist. Das waren für alle schmerzvolle Erinnerungen. Mir fällt ein heute 62-Jähriger ein, der in der alten BRD unbeschwert als Teenager erlebt hat, mit der Aussicht auf einen sicheren Job im Unternehmen des Vaters und nie befallen von einem Zweifel, dass das Gehalt reichen wird, ein kleines Häuschen zu bauen und eine Familie zu ernähren. Dass der Mann heute konstatieren muss, dass alles anders gekommen ist - keine eigene Familie, kein Häuschen, kein Job -  liegt für ihn natürlich in der Zeitenwende begründet. Der Umbruch sagt er, habe ihm das Leben vermasselt, weil so viel willige Konkurrenz aus dem Osten gekommen sei.

PPQ: Lässt sich das noch mit den Umbrüchen der Wende erklären? 

Prantl: Das weiß niemand, glaube ich. Zunächst einmal habe ich bei meiner Reise begriffen, dass der Westen ein Recht hat, als ein großer Landesteil mit einer ganz eigenen Geschichte und Prägung wahrgenommen zu werden. Niemandem dort gefällt es, entweder als Gegenentwurf zum Osten gesehen zu werden oder aber sich in den großen Topf Deutschland gerührt zu finden. Gerade die politischen Voraussetzungen sind völlig verschieden – schon, weil die demokratischen Traditionen in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen ganz andere sind als in Sachsen oder Mecklenburg. Aber auch die Sorgen der Menschen unterscheiden sich. Vielen geht es nicht vordergründig darum, mit ihrer Lebensleistung anerkannt zu werden. Nein, sie wollen einfach, dass überhaupt erst einmal gesehen wird, dass sie eine eigenständige Lebensleistung vorzuweisen haben! Es war sehr eindrücklich, wie sich die Westdeutschen da auf ihre Art gegen die Spaltung stemmen.

Mobile Stromspeicher: Ein hervorragendes Geschäft


Unverkäufliche Elektroautos als Ladestation: Wer investiert, kann pro Jahr bis zu 1,2 Prozent Rendite erwarten.

Sie stehen herum, werden nicht genutzt und helfen damit viel zu wenig beim Erreichen der Klimaziele. Einen Großteil ihrer Existenz verbringen Autos auf dem Parkplatz oder in Garagen, dabei werden sie allenfalls aufgeladen, um ihren Besitzern oder Nutzern weiter zu Diensten zu sein. Die bessere Möglichkeit, private Elektroautos in den Dienst der gesamten Gesellschaft zu stellen, wäre ihre Nutzung als Stromspeicher. Einer Studie des Climate Watch Institutes (CWI) im sächsischen Grimma zufolge könnte diese Maßnahme die Kosten des Energiesystems europaweit um jährlich bis zu 22 Milliarden Euro senken.  

Kräftig sparen überall

"Auch Verbraucher würden dabei kräftig sparen können", verspricht Herbert Haase, der die Untersuchung zum sogenannten bidirektionalen Laden im Rahmen einer Auftragsarbeit für die Brüsseler Kommission durchgefühert hat. Der Wissenschaftler und ausgebildete Ökotrophologe beschreibt die Wirkungsweise des neuen Verfahrens: "Dabei laden die Fahrzeuge tagsüber überschüssigen und dadurch günstigeren Sonnen- und Windstrom aus dem Netz auf , abends oder nachts speisen sie ihn dann einfach wieder ein".

Die Kostenvorteile, die dieses Zwei-Richtungs-Laden für Netzbetreiber und Verbraucher bringen würde, hatten vor dem CWI bereits die Fraunhofer-Institute für Solarenergie-Systeme (ISE) sowie für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag des EU-Interessenverbands Transport & Environment (TE) ausgerechnet und sie hatten in E-Autos als Stromspeicher ein "hohes Sparpotenzial" entdeckt.
 
"Nach deren Zahlen würde durch die umfängliche Nutzung der E-Autos als Stromspeicher im vorteilhaftesten Szenario der Investitionsbedarf ins europäische Energienetz zwischen 2030 und 2040 um mehr als 100 Milliarden Euro sinken", rechnet Herbert Haase vor. Nötig sei dazu einzig und allein ein schneller Umstieg auf Elektrofahrzeuge und die Befähigung wenigstesn der Hälfte aller bis 2030 planmäßig anzuschaffenden E-Autos und Batterielastwagen zur Stromeinspeisung.
 

Überraschende Nebenwirkungen

 
Am, CWI wurden die Zahlen der Fraunhofer-Studie auf Herz und Nieren abgeklopft, um nach dem Umstieg auf die "Vehicle to Grid" (abgekürzt V2G), also Autos, die als Netzspeicher dienen, nicht mit überraschenden Nebenwirkungen konfrontiert zu werden. "Das ist uns ja zuletzt bei den so erwarzungsvoll gestarteten Experimenten mit den Oberleitungs-Lastkraftwagen passiert", schaut Haase selbstkritisch zurück. Niemand habe damals damit gerechnet, dass die Kosten einfach zu hoch sein könnten, nur weil Fahrzeuge und Strecken aufwenig umgerüstet werden mussten 
 
Bei den V2G werde das nicht passieren, ist Herbert Haase sicher. Seien erst wenigstens die Hälfte der von der Bundesregierung vorgeschriebenen 15 Millionen batterieelektrischen Fahrzeugen im Jahr 2030  in der Lage, geladenen Strom auch wieder ins Gesamtnetz einzuspeisen, werde das ein gutes Geschäft für alle sein. 
 
Einerseits könnten wohlhabendere Besitzer von E-Autos und Einfamilienhäusern den in der eigenen Autobatterie gespeicherten Strom im eigenen Haushalt zu nutzen. Andere ohne privaten Immobilienbesitz und eigene Wallbox hingegen hätten die Chance, ihr E-Auto in den besonders stromintensiven Abendstunden zum Energielieferanten werden zu lassen und dafür bei denen zu kassieren, die noch nicht auf Elektroantrieb umgestiegen seien.

Riesige Einsparungen

In Deutschland wären auf diese Weise bei einem Vierpersonenhaushalt Einsparungen von mehr als 700 Euro im Jahr möglich, haben die Studienautoren errechnet. Bei der Einspeisung ins Gesamtnetz kämen etwaige Vergütungen für die Wagenhalter noch obendrauf. Europaweit kommen die Fraunhofer-Institut auf bis zu 22 Milliarden Euro Einsparung im Jahr, auf Deutschland entfielen davon etwa fünf Millarden. 
 
Um an das Geld heranzukommen und diese Einsparungsmöglichkeiten zu aktivieren, sei nicht mehr notwendig als die Anschaffung von etwa sieben Millionen Elektrofahrzeugen. "Eine Investition von etwa 350 Milliarden Euro", umreißt Haase, "aber die zahlt sich aus."

Enorme Stabilisierung

Nach den EU-Zahlen würde Deutschland durch die flächendeckende Verbreitung der Zwei-Richtungs-Technologie immens sparen. Bis zu 4,5 Milliarden Euro im Jahr müsste weniger für Strom bezahlt werden - eine Rendite von fast 1,3 Prozent, auf den sich Bürgerinnen und Bürger schon freuen können. 
 
Wer sich ein E-Auto anschaffe, so Haase, profitiere dadurch doppelt: Er trägt mit seinem mobilen Stromspeicher nicht nur "enorm zur Stabilisierung des Stromsystems bei", wie Bundesklimawirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gelobt hatte. Es klingelt auch bei ihm selbst in der Kasse: Aus 50.000 Euro Investition in ein E-Auto, das bidirektional Fahrzeuge laden kann, werden binnen zehn Jahren fast 57.000 Euro. 
 
Das ist fast halb so viel wie mit einer Bundesanleihe zu erzielen wäre.

Donnerstag, 1. Mai 2025

Mailosungen 2025: Mitte als Maß, Zeitgeist als Richtschnur

In EU-blauen Blusen geht das politische heute für Frieden und Fortschritt auf die Straße.

Die offiziellen Mai-Losungen 2025 sind da - es ist etwas später geworden, weil die Lieferketten wie überall auch hier knirschen. Dafür aber spiegeln die von der Bundesworthülsenfabrik (BWHF) in Berlin erdachten und ausformulierten knappen Sätze klar, deutlich und unmissverständlich, worum es in diesen erneuten Tagen der Zeitenwendewende geht.

Europa muss zusammenrücken, die transatlantische Partnerschaft auf neue Füße stellen und deutlich machen, dass die größte Staatengemeinschaft der Menschheitsgeschichte sehr wohl in der Lage ist, ihre Stimme laut und deutlich zu erheben. Niemand jenseits des Atlantik oder weit hinten im Osten soll sich vormachen, dass Europa nicht mitreden möchte, wenn es um das Schicksal der Welt geht.

Dazu aber muss der Kontinent wie immer zusammenstehen, es dürfen sich keine Spalten und Ritzen bilden im europäischen Gebälk und in deutschen Landen. Geschlossenheit ist ein Grundwert in Form eines Spektrums denn gemeinsame Zusammenhalt bildet die Brücke über jedes Tal, wenn Zuversicht am Ziel wie eine Geburtstagskerze leuchtet.

Echte Einigkeit, Einigkeit, die keine leere Floskel ist, schimmert in den Farben der Vielfalt und Gemeinschaft wächst dort, wo das Vertrauen der Völker zu denen, die führen, Wurzeln schlägt. Wenn sich niemand mehr zurückgesetzt fühlt, keiner mehr glauben muss, der Mindestlohn sei zu wenig und die Politik höre ihn schon wieder nicht, wird Solidarität zum Klang eines harmonischen Akkords. 

Der 1. Mai, in Deutschland vor 135 Jahren erstmals mit Demonstrationen gefeiert, wurde 1933 zum dauerhaften "Tag der nationalen Arbeit" erklärt – allerdings mit propagandistischem Anstrich und ohne den ursprünglichen Gedanken, sich eine Mainelke anzustecken und im Biergarten znachzuschauen, wie Verbundenheit aufleuchtet wie ein Prisma im Licht der Zeit. 

Die aktuellen elf aufrüttelnden Sätze aus der Bundesworthülsenfabrik (BWHF) fangen den Geist dieser Zeit ein, sie erscheinen beim ruihgen Nachlesen wie ein Aufruf an alle Bürgerinnen und Bürgen  der europäischen Rettungspakete, das Geteilte zu genießen und von der Richtschnur unseres Handelns nicht abzulassen, auch wenn der Gegenwind von zwei Seiten kommt.

  1. Gruß und Dank allen Angehörigen der hart arbeitenden Mitte, die die transatlantische Partnerschaft stärken! Eure unermüdliche Unterstützung für höhere Rüstungsausgaben der EU-Staaten sichert den Frieden und das Ansehen unserer Union in der Welt!  
  2. Wehrkraft statt Kriegsmüdigkeit! Seid tüchtig und verteidigungsbereit allezeit.
  3. Innovatoren und Fortschrittschaffende der EU! Vorwärts zu neuen Höhen durch größere Fördermitteltöpfe! Eure Ideen überwinden Grenzen und tragen das prächtige blaue Banner europäischer Eigenständigkeit in die Zukunft! 
  4. Vielkritisierte Beschäftigte in Verwaltung und Wirtschaft! Durch mehr Regelungen und Richtlinien zum Abbau der Bürokratie! Seid Vorreiter einer schlanken, gerechten Ordnung – dem Wohle aller verpflichtet! 
  5. Pflegende und Tätige im Dienst der wachsenden sozialen Gerechtigkeit! Für gezieltere Sozialleistungen, die jedem zugutekommen! Euer Einsatz heilt die Wunden der Spaltung und stärkt den Zusammenhalt der Republik! 
  6. Zweifelnde aus Ost und West! Überwindet die Gräben der düsteren Vergangenheit und schmiedet mit Mut und Kraft die Zukunft einer ungeteilten Union! 
  7. Bürgerinnen und Bürger unserer Demokratie! Mehr Mitbestimmung für alle – außer für die Verirrten falscher Wahlen! Vorwärts zu einer starken EU, die nur die Stimme der Gerechten hört! 
  8. Arbeitende der Industrie und Forschung! Seid Fackelträger der Innovation im Geiste unseres Green Deal! Nachhaltigkeit und Fortschritt für alle – der Gemeinschaft zur Ehre, der Erde zum Schutz! 
  9. Unverbrüchliche Solidarität mit den Wertepartnern jenseits des Atlantiks! Mögen sie umkehren!
  10. Höhere Rüstungsausgaben für den Frieden, mehr Zusammenarbeit für die Freiheit, Europe first – ein starkes Bündnis für eine starke Welt! 
  11. Landwirte und Produzenten! Wetteifert um klimagerechte Erträge und regionale Stärke! Weniger Verschwendung, mehr Verantwortung – für die Tische Europas und die Herzen der Menschen! 
  12. Vorwärts zur endgültigen Einheit der EU! Alles mit dem Volk, durch das Volk, für das Volk – gestützt auf die Werte der Union und die Kraft ihrer hart arbeitenden Mitte!

Endlagersuche: Wohin mit dem Windmüll?

Nach dem Auslaufen der Windkraftförderung rollt eine Lawine aus Windmüll auf Deutschland zu.

Fast 30.000 stehen in Deutschland, verstreut in Feld, Flur, auf See und neuerdings auch im Wald. Mächtige Windenergieanlagen treiben die Transformation an, sie sorgen für grünen Strom, aus dem grüner Wasserstoff wird, aus dem grüner Stahl geschmolzen werden kann. Die heute in Betrieb befindlichen Windgeneratoren entstanden allerdings überwiegend noch aus herkömmlichem Stahl, importiert aus China und mittlerweile in die Jahre gekommen.  

Mehr als die Hälfte der deutschen Windkrafttürme wurde vor mehr als 15 Jahren errichtet, über ein Viertel ist älter als 20 Jahre, obwohl frühere Bundesregierungen sich kaum für den Energieausstieg engagierten. Langsam läuft die Uhr für 12.000 bis 15.000 der gewaltigen Anlagen: Die waren von Anfang an nur für eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren konzipiert. In den kommenden vier bis sechs Jahren erreichen fast die Hälfte der Windräder das Ende ihrer geplanten Betriebszeit.

Zweite Windrevolution


Ein gigantisches Problem. Deutschland steckt mittendrin in der zweiten Windevolution. Binnen von nur für Jahren sollen noch einmal so viele Windgeneratoren aufgestellt werden wie in den 35 Jahren zuvor. Zwei Prozent aller Flächen sollen die Wunderwerke, die keine Rechnung schreiben, am Ende bedecken - ein großes Ziel, das nicht kleiner wird, weil neben dem Neubau von 30.000 Anlagen auch noch 15.000 Anlagen ersetzt werden müssen. Rechnerisch wären das bis 2025 Jahr für Jahr etwa 4.500 neuzubauende Windräder. Geschafft wurden nach Angaben der Bundesregierung zuletzt knapp über tausend.

Problematisch ist auch die ungeklärte Endlagerfrage. Wenn tausende Anlagen abgebaut werden, fallen Millionen Tonnen sogenannter Windmüll an. Dabei handelt es sich um  Stahl, Beton, Verbundstoffe, die Gondel mit Getriebe, Generatoren und Steuerungselektronik sowie die gewaltigen Rotoren. 

Lieber Selbermach-Lädchen


Einige Teile können recycelt werden, die Neodym-Magneten, die in Windrädern verbaut sind, werden etwa eigens nach China gebracht, wo sie wieder aufgearbeitet werden. In Europa gibt es dafür keine Kapazitäten. Die EU konzentriert sich mehr auf den Aufbaue von sogenannten Selbermach-Läden, in denen Bürgerinnen und Bürger altertümliche Handys reparieren können. Unkompliziert ist das Metallrecycling. Stahl, Kupfer und Aluminium werden eingeschmolzen - zumeist im Ausland - und nachgenutzt.

Doch nicht alles Komponenten lassen sich so einfach in die globale Recycling-Infrastruktur  einbinden. Gerade die Teile von Windkraftanlagen, die aus Glasfaser-Verbundkunststoffen, Carbonfasern, kostbarem Balsaholz und Kohlefasern bestehen, gelten als übles Erbe der Energiewende, schlimmer noch als die Windrad-Fundamente, die bis zu 30 Meter tief in den Boden reichen, die Artenvielfalt bedrohen und Wasseradern zerstören. 

Es ist politischer Wille


Weil es kein Verfahren gibt, mit dem sich die Fasern lösen und zur Weiterverwendung aufbereiten lassen, sucht ganz Europa noch immer nach einem Endlager für gebrauchte Rotorblätter. Der Unsitte, sie nach der erfolgten Demontage einfach zu verbrennen, soll ein Ende bereitet werden - das ist erklärter politischer Wille von Berlin bis Brüssel. 

Schließlich geht es um einen wahren Materialberg: Nach einer Studie des Umweltbundesamtes (UBA) fallen beim Rückbau von Windenergieanlagen jährlich etwa 20.000 Tonnen an Rotorblatt-Abfällen an, je mehr Anlagen wegen der auslaufenden Förderung ausgemustert werden, desto höher der Müllhaufen: Bis zu 50.000 Tonnen werden prognostiziert - etwa das Hundertfache der menge an Müll, der beim Betrieb der Kernkraftwerke anfiel.

Warten auf eine Lösung


Doch wohin mit den Verbundkunststoffen aus Glas, Kohlefasern und Klebern? Nur im Labor ist bisher eine Trennung mit Hilfe heißer Essigsäure gelungen, deren nachhaltiger und klimaschonender Effekt aber noch nachgewiesen werden muss. Bis es so weit ist, braucht es ein sicheres Endlager für die ungeheuren Mengen an Material, das übrig bleibt, nachdem  der Windradturm aus Stahl und das Betonfundament zurückgebaut und dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt worden sind. In alten Bergwerksschächten oder Zwischenlagern in Gestalt von Leichtbauhallen könnten die Verbundstoffe als zerkleinertes Bruchmaterial deponiert werden.