Dienstag, 9. Oktober 2007

Marktgängiger Moderatorenmut

Ein Mann, der heiße Eisen mit kühlen Kopf anfasst, der scharfe Fragen stellt, während er vor unbestechlchen Kameras scharfes Essen würzt, und der sich niemals eine einfache Antwort gefallen lässt. So sieht sich Johannes B. Kerner selbst, und deshalb ludt er jetzt die neuerdings "umstritten" genannt werden müssende Fernsehansagerin Eva Herman in seine kladestine kleine Schwatzshow. Keinesfalls wollte Kerner damit Schlagzeilen machen, keineswegs schielte er auf Quote und keineswegs wurde er unruhig, als ein Kirchenführer, dessen Name inzwischen auch schon wieder vergessen ist, aus Protest gegen die Teilnahme der umstrittenen Teilzeitbuchautorin irgendeinen Kirchenkongress vorzeitig verließ, von dessen Durchführung ohne diesen Zwergeneklatt kein Mnesch Kenntnis erlangt hätte.

Kerner ließ Herman eingeladen, um sie dann im Laufe seiner "Gesprächsrunde" (dpa) richtig schön öffentlichkeitswirksam auszuschließen. Das sollen Maischberger, Will und die Osttusse vom Donnerstag erstmal nachmachen! Zuvor, reportiert die Platschquatschagentur eine sicherlich von Kerner höchstselbst redigierte Mitteilung, "hatte Kerner fast 50 Minuten lang die 48-Jährige immer wieder gefragt, ob sie ihre Äußerungen zu den familiären Werten im Nationalsozialismus heute so wiederholen würde." Ertappt! Er hatte ihr! Einfach mit Fragen die Maske vom Gesicht gerissen! Kerner im Kampf gegen das Vergessen!

Herman sei "mehrfach ausgewichen" und habe zudem noch ergänzt: "Wenn man nicht über Familienwerte der Nazis reden dürfe, könne man auch nicht über die Autobahnen sprechen, die damals gebaut wurden." Als ob das noch nicht perfide genug ist, habe die Ex-NDR-Frau verkündet, "dass man nicht mehr über deutsche Geschichte sprechen könne, ohne sich zu gefährden."

Wer sowas behauptet wird, nein, nicht erschossen. Sonder sofort vor die Tür gesetzt. QED. Jedenfalls bei Kerner, der wie ein Mann mit der gänzlich unerwarteten Situation umging und aus dem Drehbuch seinen am letzten Wochenende mehrfach von ihm selbst zurechtredigierten Satz ablas: «Ich entscheide mich für die anderen drei Gäste und verabschiede mich von Eva Herman.» Welch ein Mut. Was für ein Mann. So aufrecht. So moralisch. So marktgängig.

Al Kaida vor der Pleite

Nachdem die irakische Regierung vom US-Sicherheitsunternehmen Blackwater Schadenersatz für Hinterbliebene einer Schießerei fordert, steht das Land vor einer Staatspleite. Gleichzeitig drohen Al Kaida Zivilklagen, die das Terrornetzwerk lahmlegen dürften. Die irakischen Behörden verlangen von der US-Sicherheitsfirma Blackwater insgesamt 136 Millionen Dollar für die Hinterbliebenen von Opfern einer Schießerei, bei der Blackwater-Angestellte irrtümlich Zivilisten erschossen hatten, weil sie glaubten, angegriffen zu werden. Für jeden der 17 Toten werden acht Millionen Dollar gefordert. Für die 34.000 toten Zivilisten des vergangenen Jahres, die überwiegend durch Al-Kaida-Terroristen getötet werden konnten, weil es die irakische Regierung bis heute nicht geschafft hat, gegen die selbsternannten Untergrundkämpfer vorzugehen, kämen damit Schadenersatzzahlungen in Höhe von 272 Milliarden Dollar auf den Staat Irak und Al Kaida-Chef Osama Bin Laden zu.

Nach einer vergangenen Monat veröffentlichten Umfrage des britischen Marktforschungsinstitutes ORB unter 1.499 Erwachsenen im Irak sind seit Beginn des Beginn des Krieges infolge des Konflikts angeblich 1,2 Millionen Menschen eines gewaltsamen Todes gestorben. Auch wenn die Art der Ermittlung der Zahl der Todesopfer Fragen aufwirft - angenommen, die Zahl stimmt, dann stiegen die der irakischen Regierung notwendig erscheinenden Schadenersatzzahlen auf etwa 9,6 Billionen Dollar. Das entspräche dann schlapp dem Bruttoinlandsprodukt von Deutschland, China, Großbritannien und Rußland, zusammengenommen, versteht sich.

Hakenkreuz bei der US-Army


man sehe und staune: irgendein militärkomplex in den usa, angelegt in den formen eines hakenkreuzes. natürlich rauschte der blätterwald, natürlich zeigte man sich betroffen, natürlich kamen umbauforderungen. lustig. so liebe amis, jetzt erklärt den bau mal ....

Alles fliest

Der blaue Diego klebt in der Mittelstraße. Experten ordnen das Motiv der sportiven Phase zu. Dieses Exemplar hier ist außerordentlich groß, in seiner Farblichkeit argentinisch und es unterscheidet sich durch den aufgetragenen Schriftzug von anderen Fliesen derselben Serie.

Montag, 8. Oktober 2007

Die Braut haut ins Auge

manchmal kommt - durch puren zufall oder bösartigkeit, wer weiß - eins so zum anderen, dass dieses unkommentierte zusammentreffen mehr über die welt sagt als lange essays und kluge abhandlungen. so geschah es heute morgen bei mdr info, dem gut abgehangenen nachrichtenradio aus der region, dass ein sprecher folgende zwei kurztexte nacheinander in den äther entließ:


Berlin. SPD-Chef Kurt Beck bleibt im Machtkampf mit Vizekanzler Franz Müntefering um Korrekturen an der «Agenda 2010» hart. Er will den Parteitag Ende Oktober über den Konflikt entscheiden lassen.


Berlin. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wirbt um ein größeres Verständnis für Menschen mit psychischen Erkrankungen.


und, schwupps, war einiges klar über den geistigen zustand der politischen hauptstadt.

Anschlag = Fehlschlag


Das sind die Anschläge, von denen man weniger liest. Die nämlich, die fehlschlagen (aufs Bild klicken).

Wo die Kapital zu dir überreicht wird

Das wars, besser wird es nicht mehr Wir haben schon viele tolle Angeote bekommen, mit denen wir viel Geld in keiner Zeit verdient haben. Aber das hier ist cleverer als Tierspezi und mit mehr Liebe gemacht als die Massenmail der Russennutte. Wer da nicht mitmacht, hat sein Glück nicht verdient!

Ich bin Hon Dr Obama Falen Fernando der Axa diplomatischen Kerndienstleistungen, Madrid, Spain.I werde liefern deine Kapital 4.8 Million Euro im Bargeld über diplomatische Mittel an eine gekennzeichnete Adresse deiner Wahl. Du wirst verlangt, das folowing Info zur Verfügung zu stellen:
1. Voller Name und Adresse
2. Name des
clossest Flughafens zu dir.
3. Ein sicheres Hotel ordnen, wo die
Kapital zu dir überreicht wird
3. Mich warten am Flughafen.
4: eine persönliche bewegliche Telefonnummer für sofortig Kommunikation auf
Ankunft am Flughafen zur Verfügung stellen.

Die oben genannten Informationen wie posible bitte so schnell zur Verfügung stellen.
Antwort über mein privates email: o_fernando_esq@yahoo.es

Bester Respekt

Herr Obama F.Fernando
Telefon. 0034671059590
privates email:
o_fernando_esq@yahoo.es

Abkühlende Katastrophe

Großen Einfluß auf den Erfolg einer Nachricht hat offenbar die Tatsache, ob der mitgeteilte Inhalt den Erwartungen des Publikums entspricht. Galt früher die Regel, dass "Hund beißt Mann" keine, "Mann beißt Hund" aber sehr wohl eine Nachricht ist, verhält es sich in der medialen Neuzeit genau anders herum: Nicht mehr Mitteilungen mit Überraschungspotential pflanzen sich am schnellsten und weitesten fort, sondern ihre müden Brüder, die Bestätigungsnachrichten, die das Publikum wissen lassen, dass es sich so verhält wie gedacht: Bush böse, SPD zerstritten, Irak ein Abenteuer, Öl teuer, Steuern steigen, Reche immer reicher, immer mehr Kinder arm. Kein Zweifel, was in einer unsicheren Welt den Eindruck vermittelt, Überschaubarkeit herzustellen, wird gern gekauft, in Deutschland vor allem, wenn ein klein bisschen Weltuntergang mitgereicht wird.

So schafften es die vom Deutschen Wetterdienst seit mehr als einem Jahr herausgegebenen Wetter-Bilanzen mit der dräuenden Überschrift "Monat soundso war wieder zu warm" im Zuge der Entdeckung des Weltklimas als Anzeigenverkäufer bis Anfang September diesen Jahres zuverlässig in die Hitparade der meistzitierten Meldungen. Dass der Klimawandel schon vor der eigenen Haustür angekommen ist, liest schließlich jeder gern.

Dem neuesten Nachrichtenprodukt des DWD aber gelingt das Kunststück nicht, sich wie gehabt wie ein Lauffeuer zu verbreiten. Dabei markiert "September mit durchschnittlich 13,2 Grad zu kühl" (DWD) die erste Abweichung vom gewohnten Strickmuster "Wetter wieder zu warm, weil Klimakatstrophe kommt".

Ratlos lässt der DWD seine diesmal sehr wenigen Leser (nur die notorisch klimaunfreundliche "Welt" vergisst nicht, mit dem DWD Bilanz zu ziehen) denn auch mit der Interpretation der neuen Ergebnisse allein. Warum jeder weitere "zu warme" Monat eben noch ein beunruhigendes Signal für die bedrohlich näherrückende Katastrophe war, das Abreißen der "elf Monate langen Kette" (DWD), an die die Experten zuletzt tapfer sogar den überaus kühlen August geknippert hatten, aber keiner Erwähnung wert ist?
Keine Ahnung, steht nicht drin. Hält sich das Wetter nicht mehr an den Plan? Fällt die Katastrophe gar aus? Ist das Wetter doch besser nicht mit dem Klima zu verwechseln? Das große Schweigen. Aber sicher ist: Sobald der als "golden" angekündigte" Oktober auch nur ein halbes Grad "zu warm" gewesen sein wird, wird der Wetterdienst wieder gesprächig werden. Ein weiteres Anzeichen für die bedrohlich näherrückende Katastrophe sehen. Und damit eifrig zitiert werden.

Aufsehen auf der Autobahn

Es hat etwas länger gedauert dieses Jahr, heute aber ist es doch noch so weit: Der Boulevard trompetet, dass ein Autofahrer auf der A8 bei einem Halt seine Frau vergessen habe. Endlich, denn wir hatten uns eigentlich daran gewöhnt, dass diese sensationelle Meldung schon während der Urlaubszeit für Aufsehen sorgt.

Schließlich ist es Eröffnung der ersten Raststätte immer wieder dieselbe gut abgehangene Story: Mutter schläft auf dem Rücksitz (wahlweise im Wohnwagen), Vater hält, geht auf Toilette, kommt zurück, bemerkt nicht, dass Mutter inzwischen auch aufs Klo gegangen ist, und fährt deshalb ohne sie weiter. Zuletzt allerdings bemerken wir eine saisonale Verschiebung aus dem Hochsommer in den Herbst: Vorletztes Jahr fand die familiäre Tragödie Mitte August statt, letztes dann Anfang September, diesmal musste nun Oktober werden. Als nächstes kommt Weihnachten. Hoffentlich nicht auch später.

Sonntag, 7. Oktober 2007

To young to die

manchmal rüttelt es einen am wochenende besonders stark durch. zum beispiel, wenn bundesminister jung (das ist der mann aus dem bundeskabinett, an dessen gesicht sich niemand erinnern kann, auch wenn man ihn schon 20 mal gesehen hat) knallhart die wahrheit sagt: "verteidigungsminister franz josef jung hat den jüngsten selbstmordanschlag auf deutsche soldaten in afghanistan scharf verurteilt. «dieser feige anschlag zeigt erneut, mit welch perfiden methoden die terroristen in afghanistan arbeiten», sagte jung." holla, das hat gesessen. jung begrüßt den anschlag nicht etwa, nein, er verurteilt ihn, und zwar scharf. er hat außerdem etwas gegen perfide methoden, was ihn positiv von seinen amtskollegen in aller welt abhebt, die dagegen nichts einzuwenden haben. und nachdem jung die terroristen so eindrücklich ins gebet genommen hat, warten wir bei ppq auf die ersten mutigen anschläge. feige anschläge lohnen sich nicht!

Zitat des Tages

aus der sz: "was sind nackte zahlen gegen eine gefühlte ungerechtigkeit?" das fragte sich offenbar kurt "mecki" beck, bevor er seine derzeitige "die-agenda-2010-muss-weg"-kampagne lostrat.

Sternstunden der Menschheit

Dafür wird der Buchautor Richard Dawkins höchstwahrscheinlich nicht nach allen wissenschaftlichen Regeln der katholischen Kirche heiliggesprochen wie schon demnächst die Kirchenkritikerin Mutter Theresa. Denn ganz mutig formuliert der Brite im "Stern" Unerhörtes: Gott existiere mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht, behauptet er zur Überraschung vieler Leser, die bisher selbstverständlich davon ausgegangen waren, dass ein güter Opa mit langem weißen Bart irgendwo im Himmel thront. Dank einer Sternstunde des deutschen Journalismus kann sich nun niemand mehr darauf herausreden, er habe von der Wahrheit nichts gewußt: "Ich bin Agnostiker", bekennt Dawkins und erklärt das Fremdwort so: "Üblicherweise sind Agnostiker Leute, die eine 50 : 50-Wette über die Existenz Gottes eingehen: Kann sein, dass es ihn gibt, kann auch sein, dass es ihn nicht gibt. Das finde ich zu wenig. Auf der anderen Seite stündenn die Atheisten, Leute die behaupten, Gott gibt es mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit nicht. "Auch diese Position teile ich nicht. Ein Wissenschaftler sollte sich nie hundertprozentig sicher sein. Aber es geht um mehr als 50 : 50. Vermutlich glauben Sie ebenso wenig wie ich an die Existenz von Feen oder von unsichtbaren Wesen in rosa Uniformen. In diesem Sinne sind wir fast alle Agnostiker. Genau darum geht es auch bei der Existenz Gottes.

Auf die knallharte Nachfrage des Reporters, der dem Gott-Kritiker vorhält, dass auch noch niemand bewiesen habe, dass Gott nicht existiert, versetzt der schlagfertige Forscher zum Entsetzen aller Gläubigen: "Auch richtig. Ich fälle ein Urteil über die Wahrscheinlichkeit seiner Existenz. Und die liegt unter 50 Prozent, ich glaube sogar, sie ist äußerst gering."

Unter 50 Prozent! Knapp halbe-halbe. Vielleicht existiert er, aber nur zu 40 Prozent. Oder 45. Und zu 55 Prozent existiert er nicht. Es steht also Spitze auf Knopf zuungunsten von Gott, günstigstenfalls. denn bei "äußerst gering" sieht es ganz mau aus für ihn. Was aber nun? Wo das jetzt raus ist? Wirbel? Kirchenauflösung? Weltherrschaft der Unmoral?

Held Handy


Die "Bourne"-Trilogie ist eine Folge von Filmen, die das Zeitalter beendet, in dem sogenannte Actionfilme noch vorgeben mussten, eine Handlung zu haben. Bei Arnold Schwarzenegger und Co. fädelten sich Krach und Bumm und Bäng noch verkrampft an einer Geschichte auf, im dritten Teil der Story um den gedächtnisschwachen Geheimagenten aber übernimmt ein kurz angespieltes Grundmotiv, danach geht es handyklingelnd und pistolenknallend auf die von Wackelkameras ins Szene gesetzte Jagd nachder verschütteten Identität eines Matt Damon, der bei "24"-Star Kiefer Sutherland Schauspielunterricht genommen haben muss. Sonst könnte er niemals so lange so gar nicht gucken.

Der eigentliche Star des Filmes ist natürlich Motorolas Razr-Handy, das im Fünf-Minuten-Takt summt und sirrt, Mordaufträge per MMS annimmt und Navigationsdienste leistet. Der Film kommt auch im dritten Anlauf entschieden ohne Humor aus, ersetzt das aber keineswegs durch Selbstironie. Dafür gibt es Nahaufnahmen, die so closed-up sind, dass die Leinwand auseinanderzureißen scheint, und jede Menge dieser Google-Earth-Zooms, ohne die es heute keine Fördermittel für Kinofilme, Fernsehnachrichten und Wetterberichte gibt.

Robert Ludlum hat die Bücher geschrieben, nach deren Rhythmus Matt Damon kurzatmig, aber eigenartig erfolgreich um die Welt hechelt. Teil vier der Trilogie, sowas gibts inzwischen, liegt derweil schon als Buch vor, geschrieben im Auftrag des Erfinders vom Schnellliteraten Eric Lustbader. Bis zur Verfilmung tröstet die Filmvorschau im Lichtspieltheater: Lauter kliengehackte Event-Thriller mit lauter Oskarpreisträgern, die vor amerikanischen Flaggen gegen das Böse kämpfen, am Guten zweifeln und zwischendrin per Handy Mordaufträge entgegennehmen oder austeilen. Die Wackelkamera scheint dabei, Bourne sei dank, schon Standard zu sein.

Leg mich Fliesen

Eine Fliese noch aus der alten Serie mit den Stalin-Motiven. Inzwischen leider recht verblichen. Mehr zur Verfliesung der Stadt hier.

Es war nicht alles schlecht

Was hatten die für einen Spaß, damals in der DDR! Nein, die Frage, ob alles schlecht war, kann nicht zutreffend beantworten, wer nicht Filme wie "Geliebte weiße Maus" gesehen und Tränen gelacht hat.

Samstag, 6. Oktober 2007

Lass Kacheln!

der vollständigkeit halber ein weiteres fundstück aus der geiststraße.

Erbfolger und Experte II

ich habe den wahren kim jong il gefunden, den richtigen, den einzigen, den erotischen führer in ein neues menschheitszeitalter - da isser:

Wort zum Sonntag

hier sagt uns broder viel altbekanntes, dies aber so luzide und genau, dass man den text dennoch gerne liest: "Der bekennende Antizionist ahnt natürlich, dass er in Wirklichkeit ein Antisemit ist, so wie ein Kannibale weiss, dass er nicht zum Vegetarier wird, wenn er ein paar Möhren mitkocht."

Erbfolger und Experte

Nordkoreas "geliebter Führer" Kim Jong Il nennt sich selbst einen "Internet-Experten". Während des Treffens mit Südkoreas Staatschef überraschte der kommunistische Erbfolger des gottgleichen Kim Il Jung mit der Mitteilung, dass er sich hervorragend in der multimedialen Welt des Datennetzes auskenne. Nordkorea gilt als einziges Land weltweit, das überhaupt keinen Anschluß ans Internet hat. Auch Handys sind im Volksstaat, in dem regelmäßig Hungersnöte ausbrechen, verboten. Das soll sich jetzt ändern, wenn es sich der kleine Kim nicht wieder anders überlegt: Ein gemeinsam mit Südkorea gegründeter Industriepark in der Nähe von Kaesong könnte Internet-Zugang bekommen. "Es wäre in Ordnung, die Industriezone anzubinden", sagte Kim, "aber was die anderen Regionen betrifft, gibt es noch viele Probleme", zitierte die Nachrichtenagentur Yonhap. Bereits vor sieben Jahren hatte Kim, ein Fan von südkoreanischen Kinofilmen, US-Außenministerin Madeleine Albright nach ihrer Email-Adresse gefragt.

Karasek goes gaga

Er ist der Temperaturanzeiger für gelungenen Satzbau, der Scharfrichter missratener Bücher, eine Instanz im Literaturbertieb und dabei offensichtlich des Deutschen nicht übermäßig mächtig. Hellmuth Karasek hat den verstorbenen Schriftsteller Walter Kempowski heute in BILD, dem größten Literaturfachmagazin hierzulande, euphorisch einen „Chronisten der Deutschen“, "Archivar der deutschen Befindlichkeit" und "Seelen-Schreiber einer ganzen Nation" genannt. Das aber erst, nachdem er ihn dem Publikum, das Kempowski natürlich nicht kennt, mit einem am Rande der Besinnungslosigkeit taumelnden Satz vorgestellt hatte: "Walter Kempowski, kein Zweifel, der jetzt nach tapferer, zur Schau getragener schrecklicher Krankheit gestorben ist, war Deutschlands wichtigster Chronist des verlorenen Krieges und der Nachkriegsjahre". Nee, wirklich? Kempowski hatte eine tapfere Krankheit? Er hat sie tapfer zur Schau getragen? Oder ist Karasek einfach nur gaga? Weil nicht im Besitz der geltenden Kommaregeln?

Kategorie Kultur

Der im Kampf gegen Rechts tagtäglich mit vielen Pressemitteilungen und Statements - so zuletzt zur wachsenden Gefahr durch von rechts "zerkratzte Autodächern - bürgerschaftlich engagierte Verein Miteinander aus Sachsen-Anhalt wird für sein Projekt "Großer Grenzverkehr - Friendship Beyond Borders" mit dem Einheitspreis 2007 in der Kategorie Kultur ausgezeichnet. Das Miteinander-Projekt "Großer Grenzverkehr" habe in den vergangenen Jahren Begegnungen von ost- und westdeutschen Jugendlichen um eine transatlantische Komponente erweitert, heißt es ind er jüngsten Wortmeldung der Aktivisten. Und weiter: "Der Schirmherr des Einheitspreis 2007, Wolfgang Tiefensee, Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, hob in einer Pressemitteilung hervor: "Die Jury hat engagierte Menschen aus Ost und West ausgewählt, denen die deutsche Einheit am Herzen liegt. Ich gratuliere allen Preisträgern des diesjährigen Einheitspreises ganz herzlich, denn sie setzen sich mit guten Ideen und hohem persönlichen Einsatz dafür ein, immer noch existierende Vorurteile abzubauen und Menschen zusammen zu bringen."

Der Geschäftsführer von Miteinander e.V., Roman Ronneberg (im Video mit Mikrophon), sagte aus Anlass der Preisverleihung: "Wir sind überrascht und glücklich zugleich. Das ausgezeichnete Projekt 'Großer Grenzverkehr' beweist, dass unsere Arbeit für eine offene plurale Gesellschaft viele verschiedene Facetten hat."

Freitag, 5. Oktober 2007

Welcome to the Beck's Experience

eine gute erklärung für das ganze derzeitige agenda2010-beck-algII-gedöns findet sich hier: "Denn die Politik hat in Deutschland über drei und mehr Jahrzehnte die Eigenschaften des Medianwählers, der das Zünglein an der politischen Waage der Wahlentscheidungen ist, markant verändert. Die Parteien setzen dabei Steuergelder ein, um ihre Stimmen zu maximieren. Während die Zahl der Transferempfänger Anfang der siebziger Jahre bei 11,2 Millionen Personen lag und die Zahl der Lohnsteuerzahler bei 20,6 Millionen, hat sich diese Relation mittlerweile mit 30,8 Millionen Transferempfängern und 25,7 Millionen Lohnsteuerzahlern gewaltig verschoben. Damit wird deutlich, dass innerhalb der sozialen Marktwirtschaft ein endogener Prozess abläuft, der die politische Nachfrage nach sozialer Absicherung mehr und mehr vergrößert." jetzt treibt mich nur noch folgende frage um: ist der omnipräsente mecki eigentlich noch mp von rheinland-pfalz? und wenn ja: wie macht er das? er hat doch einen 24-stunden-job als obersozi-dampfplaudertasche ...

Headlines - Deadlines

es gibt überschriften - die gibt es nicht. folgende gehört dazu: Bsirske kritisiert Drang zu Maximalforderungen.

Heiliger Harnstein

Dass die Erde rund und Gott eine Erfindung der Kirche ist, hält die entwickelte Welt nicht davon ab, Neuigkeiten vom Mummenschanz der Römer Robenträger mit kieferknirschender Ernsthaftigkeit über Gläubige und Ungläubige gleichermaßen zu pudern. Eben heißt es, ein letztes Hindernis für die "Prozedur der Heiligsprechung" der am Abend ihrer Tage vom Glauben abgefallenen "Mutter Theresa sei aus dem Weg geräumt. Hossiannah!!! Weil die 2003 nach kurzer Prüfungszeit bereits mit dem etikett "selig" versehene Freundin von Karnken und Armen "einen 56-Jährigen im Nordosten Indiens wundersam gesunden lassen" habe, steht ihr jetzt nach Ansicht der irdischen Kirchengötter auch der Weg zum Heiligsein offen. Zu verdanken hat das Mütterchen Theresa einem "13 Millimeter großen Stein in der Harnröhre" des indischen Prieserts, der nach der Lesung einer Messe zugunster der Heiligen in spe "auf medizinisch unerklärliche Weise" verschwunden sei. Der verantwortliche Chirurg soll festgehalten haben, "dass es für das Verschwinden des Harnsteins keine wissenschaftlichen Erklärungen" gebe. Auch die Diabetes- und Blutdruckwerte des Mannes waren nach der Messe mit dem Mütterchen plötzlich normal. Was für Uneingeweihte nach dem obskurem Blödsinn einer Sekte klingt, die, hieße sie Scientology, wahrscheinlich im Handumdrehen verboten würde, sorgt in den säkulären Medien für einen Wirbelsturm an Wunderglauben. "In der Prozedur der Heiligsprechung fehle jetzt nur noch das offizielle Siegel des Vatikans zur wunderbaren Gesundung des Priesters", verkünden kritische Blätter wie der "Tagesspiegel".

Für die Heiligsprechung sei ein Wunder notwendig, das nach der Seligsprechung erfolgt sein muss, sekundiert ernsthaft die sich normalerweise aufgeklärt gerierende "Zeit". Was sollen sie aber auch machen, wenn alles für ein wirkliches Wunder spricht? Und sogar ein unabhängiger Sachverständiger wie der Erzbischof von Guwahati, Mons. Thomas Menamparampil (70) versichert, dass die "Genesung des Priesters über und außerhalb wissenschaftlicher und menschlicher Erklärungen“? Darauf hinweisen, dass Gott, wäre er allmächtig, doch eher mehr drauf hätte als Harnsteine zu torpedieren wie ein handelsübliches Ultraschallgerät? Gott bewahre!

Schorfopa schwadroniert

Er erkundet die Tiefen des Alltags mit aufgeschlagenen Knien, er beugt sich hinunter zu dem Mühseligen und Beladenen mit einem Lächeln, er spricht, und es klingt, als sei nach seinem letzten Satz alles gesagt. Heinz Strunk, der sich den Kosenamen "Schorfopa" hat geben und ein Studium in Satzbau hat sausen lassen, weiß ganz genau, was er tut. Nur leider weiß er nie wie.

Bubis an Bord













Viele Jahre war die Welt der Ansicht, Ignaz Bubis, Frankfurter Immobilienmakler und gedankenschwerer Chef des Zentralrats der Juden in Deutschland, sei gestorben. War er aber gar nicht, wie neue Berichte vermuten lassen: Vielmehr ließ sich Bubis (links) unter dem Namen "Tony Ryan" (rechts) in Irland nieder, er kaufte sich einen smarten gelben Anzug und ein schickes blaues Hemd und gründete die Billigfluglinie Ryanair. Jetzt ist allerdings auch Tony Ryan gestorben. Und Bubis geht endgültig von Bord.

Achtung!!

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Bob lutscht die Bombe


Das sind doch endlich mal ein paar richtig abgefahrene Fantasien! Bob Dylan, knautschgesichtige Folk-Ikone und Erfinder der Liedermacherei mit Elektrogitarre, hat vor seiner Zeit als Beethoven des Pop-Poems Texte geschrieben wie ein ganz normaler Dieter Waader oder Hannes Süverkrüp. Auch Reinhard May käme infrage. Wie die schwedische Zeitung Dagens Nyheter via dpa weltweit gleichlautend und exkklusiv enthüllt, hat der Produzent Izzy Goodman irgendwo in altem Gerümpel einen Text des freigeistigen Weltkulturerbefabrikanten mit der Gießkannenstimme gefunden, der aus dem Jahr 1962 stammt und damals hergestellt wurde, um die Atombombe bzw. zumindest ihren Abwurf in bewohnten Gegenden zu verhindern. Das Lied, das von dpa als "sensationell" eingeschätzt wird, obgleich es nur als sang- und klangloses Manuskript vorliegt, ist nie öffentlich aufgeführt worden. Hat aber, so zeigte die Geschichte, Atombombenabwürfe dennoch effektiv verhindern können. Das ist bemerkenswert, denn rein reimtechnisch bewegt sich Dylan mit Versen, in denen er mal zugibt, an einer Atombombe lutschen zu wollen wie - die damals noch gar nicht existierende - Monika Lewinski an Bill Clintons Zigarre, und mal beichtet, er wolle am liebsten für jeden Arm zwei von den Dingern zum Kuscheln, auf dem Niveau der poesietechnisch eher rustikalen Gebrüder Blattschuss. Ein Genie im Kindergarten. Ja, sensationell. Sing´s noch einmal, Bob!

Liter ist nicht gleich Liter

Sigmar Gabriel, Deutschlands Öko-Maskottchen, ist sich sicher, dass die entwickelten Volkswirtschaften in Europa und Amerika für den von tausenden Wissenschaftlern prognostizierten Klimawandel verantwortlich sind. Von der reinen Menge der Emissionen her mag das stimmen, vom Verhältnis der Emissionen zum damit produzierten Warenwert allerdings sieht die Sache anders aus. Denn während Europa und die USA mit jedem Liter verbrauchten Öls einen Warenwert X schaffen, wird in den Entwicklungsländern von China bis Afrika mit demselben Öl-Aufwand nur ein Warenwert von 1/2 X hergestellt.

Seit 1973 nahm die so genannte ölintensität in der heutigen Eurozone um die Hälfte ab, in Großbritannien und Japan sank sie sogar noch schneller, verglichen damit verschwenden Entwicklungsländer Öl in beinahe unvorstellbarem Ausmaß. Das Verhältnis von Ölverbrauch zu damit erzeugtem Bruttoinlandsprodukt liegt nicht nur deutlich über dem der Industrieländern, sondern sinkt auch seit Jahren nicht mehr. Mit anderen Worten: Im Westen werden aus Öl Computermäuse gemacht, in der 3. Welt dagegen werden mit den Mäusen dann Nägel eingeschlagen. Jeder Liter Öl, der außerhalb der entwickelten Volkswirtschaften verbraucht wird, belastet das Klima doppelt, weil für die Herstellung desselben Warenwertes doppelt so viel Öl verbraucht und doppelt so viel CO2 erzeugt wird. Zu kompliziert für Sigmar "Pop" Gabriel? Sicherlich.

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Kann Nationalismus Google retten?

Seit Monaten werden echte Experten hier bei PPQ nicht müde, den nahe bevorstehenden Untergang der als "Internet-Imperium" geltenden Such-Seite Google vorherzusagen. Langsam hat sich das absehbare Ende des auf tönernen Serverfüßen stehenden virtuellen Reiches scheinbar auch bis zum Firmenhauptquartier im kalifornischen Mountain View herumgesprochen: Dort herrscht inzwischen blanke Angst vor dem großangriff der deutschen Zeitungsverleger, die beschlossen haben, Internetfirmen wie Google, Ebay und Yahoo bis 2010 aus dem Internet zu verbannen. Zum Tag der deutschen Einheit buhlt die US-amerikanische Antwortfirma jetzt um die Sympathie der deutschen Surfer: Mit einer wehenden deutschen Fahne, die mutige Akteure hinter verschlossenen Türen nach der vierten Flasche des nicht mehr lieferbaren Linksbieres "Roter Oktober" vielleicht stumpfem Nationalismus nennen würden. Obs hilft?

Echte Individualisten

... boese Menschen kennen keine Lieder


Hugo Chavez, Honigkuchenpferd und unangefochtenermassen PPQ's bevorzugter Diktator der Gegenwart, hat sich entschlossen, auf den Spuren von Jacques Villeneuve, Juliette Lewis und Horst Schlaemmer zu wandeln und nebenberuflich eine Karriere als Musiker zu beginnen. Der Praesident der Bolivarischen Republik Venezuela, zuletzt in Erscheinung getreten als unerbittlicher Uhrzeit-Revolutionaer und kuehler Waehrungsreformer, hat sein Genre in landestypischer und kontinentaler Volksmusik gefunden. Sein universelles Debut, "Canciones de Siempre" (etwa: Lieder fuer jede Gelegenheit), erscheint in Kuerze und enthaelt des Staatenlenkers liebste Weisen. Offenbar herausgefordert durch den experimentellen Kurs der britischen Band Radiohead (PPQ berichtete) hinsichtlich des Vertriebs ihres kommenden Albums geht Chavez noch einen Schritt weiter: Sein Tontraeger wird gratis an die Einwohner des Landes verteilt, damit diese die freien Stunden zwischen den praesidialen Mammut-TV Shows "Alo Presidente" leicht ueberbruecken koennen. Bei so viel vertikalem und viralem Marketing waere es eine herbe Enttaeuschung, sollte "Canciones de Siempre" nicht den Erfolg von kanadischen Rennfahrern, amerikanischen geilen Hollywood-Schlampen und Grevenbroichern Redakteuren mit Gesangsambitionen in den Kernschatten stellen. PPQ meint: and el presidente played on...

Dienstag, 2. Oktober 2007

Bill leiht Jack keinen Laster

Kaum hat sich die künstliche Aufregung um den verbalen Flugzeugabschuß des Verteidigungsministers Jung gelegt, steigt eine amerikanische Ikone der deutschen Linken in den Debatten-Ring, um bedrängten Hardlinern wie Jung, Beckstein und Schäuble beiseite zu springen. Ausgerechnet der frühere US-Präsident Bill Clinton zieht in der Terrordiskussion harte Saiten auf: In NBC's Meet The Press sagte er, dass Amerika "mehr Geheimdienstagenten brauchen, die nicht lange nach Recht und Gesetz fragen, sondern nach ihren eigenen Regeln kämpfen." Dazu gehöre auch, wie "24"-Agent Jack Bauer alle Massnahmen zu ergreifen, die notwendig sind, auch wenn sie gesetzlich nicht erlaubt seien

"Ich denke zu foltern, wie es Jack Bauer tut", sagt Clinton, "muss getan werden, wes notwendig ist." Weiter aber erläuterte er: "Du muss natürlich bereit sein, die Konsequenzen dafür zu tragen, denn eine formale Berechtigung dafür gibt es nicht." Gäbe es sie, würden "Leute mit dem Laster durchfahren und erklären, ach, ich dachte, dass ist durch die Ausnahmeregelung gedeckt." Bereits im vergangenen Jahr hatte Clinton erklärt, in einer Situation mit einer tickenden Zeitbombe, die Hunderttausende bedroht, wie in "24" würde er Folter authorisiert haben.

Besser aber sei es immer, wenn Agenten wie Bauer eigenverantwortlich zu ungesetzlichen Mitteln griffen. Anderenfalls nähmen die höchsten Autoritäten des Staates Schaden. Das sei die schlechtere Wahl.

Weniger ist mehr

In einem Experiment wurden Absolventen der Harvard Universität befragt, was sie glücklicher machen würde: ein Jahresgehalt von 50.000 Dollar, wenn ihre Kommilitonen nur halb so viel verdienten, oder ein Jahresgehalt von 100.000 Dollar, während ihre Kommilitonen das Doppelte erhalten.

Die Mehrheit entschied sich für das niedrigere Gehalt, weil sie amit mehr haben konnten als andere.

Rinks und Lechts

... sollte man auf keinen fall vertauschen, wie der spiegel meldet. ich geh mir jetzt ein ei braten, weil ich so gute laune habe.

Montag, 1. Oktober 2007

Chavez verbietet Inflation

Den Lauf der Sonne hat er mit der angekündigten Zeitumstellung im ganzen Land schon unter seinen Willen gezwungen, die kapitalistischen Konzerne in Venezuela mussten ihre Vermögenswerte herausgeben, der Staatsname wurde in "Bolivarische Republik" geändert und der größte kritische Fernsehsender darf nur noch über Satellit senden. Ab kommenden Montag aber legt Hugo Chavez erst richtig los: Weil die Geldentwertung in der künftigen sozialistischen Volksrepublik mit knapp 30 Prozent die höchste in Lateinamerika ist - höher liegt sie derzeit weltweit nur noch in Simbabwe - streicht Chavez ab nächste Woche einfach drei Nullen.

Ab 1. Januar 2008 gilt dann in Venezuela die neue Währung «Bolivar Fuerte», übersetzt Starker Bolivar. Dabei werden drei Nullen der alten Währung gestrichen, so dass ein neuer Bolivar dem Wert von 1000 alten Bolivar entspricht. Die Geschäfte müssen neben dem aktuellen Preis auch den entsprechenden Wert in der neuen Währung angeben, der sich bei ungebremster Inflationsrate dann recht schnell wieder nach oben arbeiten dürfte. Der derzeit geltende Bolivar ist zum Kurs von 2.150 an den US-Dollar gebunden, auf dem Schwarzen Markt aber wird für den Dollar mehr als doppelt so viel gezahlt. Zumindest, bis Chavez es endgültig verbietet.

Schonzeit für Spiegelabbrecher vorbei

Endlich! Jahrelang mussten Autobesitzer es hinnehmen, dass die Polizei nur sehr ungern und mit wenig Erfolg auf Täterjagd ging, wenn es um abgebrochene Spiegel, zerkratzten Lack oder bei Einbruchsversuchen zerstörte Autoschlösser ging. Jetzt aber ziehen andere Zeiten herauf, wie eine Pressemitteilung aus der Polizeidirektion Dessau beweist - Spiegelabbrecher müssen zittern, Fahrraddiebe sich fürchten. Die Schonzeit für vermeintliche Kleinkriminelle, die Papierkörbe umwerfen, Straßenbahnscheiben zerkratzen oder Bierflaschen auf die Straße fallen lassen, ist vorbei. Weil ein Polizist es versäumte, in einem Fall von Sachbeschädigung Spuren zu sichern, den Technischen Kriminaldienst zu informieren und wie bei jedem Verdacht auf ein Kapitalverbrechen üblich eine Ermittlungsakte anzulegen, bekommt er jetzt richtig Ärger. Die Akteure von Miteinander, Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt und des Mobilen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Anhalt (Projekt gegen Part) haben das knallharte Vorgehen der Polizei gegen sich selbst inzwischen nachdrücklich begrüßt. PPQ schließt sich an und dokumentiert den sprachlos machenden Fall unfassbarer Schlamperei, der die Grundfesten des Rechtsstaates wahrscheinlich noch weit mehr erschüttert als das Tragen von Pullovern mit Norwegen-Fahnen.


In der Nacht vom Samstag, dem 29.09.2007, zum Sonntag, dem 30.09.2007, wurde der Polizei in Oranienbaum bekannt, dass sich vor ca. 4 Wochen ein Zwischenfall ereignete, welcher fehlerhaft von einem anderen Polizeibeamten in der Revierstation Oranienbaum bearbeitet wurde. Ein Bürger hatte mitgeteilt, dass ein unbekannter Täter mittels eines spitzen Gegenstandes ein Hakenkreuz auf sein Fahrzeugdach eingeritzt hatte. Entgegen bestehender Pflichten verzichtete der Polizeibeamte offensichtlich auf die Aufnahme einer Strafanzeige und der Sicherung von Beweismitteln. Gegen den Polizeibeamten werden nun Ermittlungen wegen des Verdachtes der Strafvereitelung im Amt geführt, weiterhin sind dienstrechtliche Ermittlungen beabsichtigt. Der Beamte wird mit sofortiger Wirkung in einen anderen Dienstbereich versetzt. Um derartige Fehler zukünftig zu vermeiden, wird er einer verstärkten Dienstaufsicht unterzogen.

Es war ja nicht alles alles

Die Menschen in Ostdeutschland sehen sich in der Befragung immer noch als Bürger zweiter Klasse: 74 Prozent sehen sich im Vergleich mit ihren Mitbürgern im Westen benachteiligt, ergab eine vom Nachrichtensender N24 in Auftrag gegebenen Umfrage. Die Menschen im Westen sehen das genau umgekehrt: 73 Prozent können keine Benachteiligung der Menschen in Ostdeutschland erkennen. Einig waren sich die Bürger Ost und West in einer Frage: 19 Prozent wünschen sich die Mauer zurück.

Dass in der DDR nicht alles schlecht war, sagen 96 Prozent der Bürger Sachsen-Anhalts - erwartungsgemäß, denn niemand hat sie schließlich danach gefragt, ob in der DDR etwa alles gut war. Würde man danach fragen, würden natürlich mindestens 96 Prozent antworten, dass natürlich nicht alles gut war. Wie vermutlich auch ein großer Teil der Bundesbürger heute der Ansicht ist, dass in Deutschland wie auf der Welt wie im Kosmos überhaupt nicht ALLES gut zu finden ist.

Auf der Basis der Antworten zur "alles schlecht"-Frage aber kann es weitergehen: 23 Prozent der Befragten würden angeblich gern die Uhr zurückdrehen und in der DDR leben wollen. In ganz Ostdeutschland wären 21 Prozent dazu bereit, heißt es zurückhaltend. Wobei bereit genau genommen die unterste Kategorie der Wünsche beschreibt: Bereit nennt sich auch der Kandidat für den elektrischen Stuhl, wenn ihm kein Ausweg mehr bleibt. Daraus zu schließen, dass er deshalb wünscht, hingerichtet zu werden, wäre dennoch wahrscheinlich nicht direkt schlüssig.

Nicht bekanntgegeben wurde bei all der Fragerei wie immer, was eigentlich gefragt worden war: Wollen die Befragten die Mauer praktisch zurück? Oder hatte die Frage einen rein theoretischen Charakter- etwa "Würden Sie denn die Mauer zurückhaben wollen, wenn Sie dafür wieder Arbeit haben könnten? Oder wahlweise: "Würden Sie die Mauer zurückhaben wollen, wenn Sie dafür Ihren iPod, das Handy, den Farbfernseher, den Computer, den Reisepass, den Opel Vectra, den Internetanschluß, den Wäschetrockner, den Geschirrspüler und die Gasheizung zurückgeben müssten? "

Radiokopf unterm Regenbogen

Zuletzt waren sie schon fast dauerhaft von der Bildfläche verschwunden, angeödet von Formatradio und Rock´n´Roll. Thom Yorke machte ein spinnertes Soloalbum, auch die übrigen Mitglieder von Radiohead marschierten irgendwo solo durch die Musiklandschaft. Getroffen haben sich die fünf Engländer jetzt nicht unterm Regenbogen, wo die Goldtöpfe vergraben sind, sondern mittendrin: "In Rainbows" heißt das neue Album, das am 10. Oktober erscheinen wird. Nicht im normalen Handel allerdings, sondern ausnahmslos über eine eigens eingerichtete
Website. Einen festen Preis hat das Werk auch nicht - Radiohead stellen es dem Käufer frei, wieviel er für sein Exemplar bezahlen möchte.

Sonntag, 30. September 2007

Mirakulöser Arbeitsmarkt

am arbeitsmarkt tun sich seltsame dinge. da meldet die deutsche platschquatsch-agentur (pqa) zum einen: "viele firmen holen arbeitsplätze nach deutschland zurück". neben der hohen produktivität und der verlässlichkeit der zulieferer spiele bei diesem prozess vor allem die hohe qualifikation der beschäftigten eine wichtige rolle. das motto ist laut verband deutscher maschinen- und anlagenbau: "wir können hier nicht billig, aber wettbewerbsfähig produzieren". gleichzeitig trompetet ein spd-experte über die gleiche pqa ins land, "vielfach würden zeitbeschäftigte (vulgo: leiharbeiter) nicht eingesetzt, um auftragsspitzen auszugleichen, sondern um die tarifbedingungen der fest angestellten arbeitnehmer zu unterlaufen." und zwar die tarifbedingungen genau der fest angestellten arbeitnehmer, die gerade aus dem ausland zurück geholt wurden, weil die kosten keine entscheidende rolle spielen.

Feuer - die 2.!!!

Verfassungsfeindliche Damentasche

Nach den Protestdemonstrationen gegen Läden, die die als Lieblingspullover Rechtsradikaler gefeierte Modemarke "Thor Steinar" vertreiben, wartet jetzt auch vor den Geschäften der spanischen Ladenkette ZARA viel Arbeit auf aufgeweckte Akteure. Grund ist eine Damentasche, auf der neben bunten Blumen, einem Fahrrad und anderen Verzierungen ein umrandetes Hakenkreuz eingearbeitet ist. ZARA, eine Marke des Inditex-Konzernes, die vor allem bei jungen Frauen beliebt ist, versucht sich inzwischen darauf herauzureden, dass man die Tasche von einem indischen Zulieferer erhalten habe. Dort, so ein Sprecher der Firma, handele es sich beim Hakenkreuz um ein religiöses Motiv, das nicht mit dem Nationalsozialismus, Hitler oder Deutschland in Verbindung gebracht werde. Dennoch wurden die kunterbunten Nazi-Täschchen, auf denen von bildungsnahen Nutzern eindeutig eine Swastika in frühlingshaftem lindgrün identifiziert werden kann, mittlerweile aus den Regalen entfernt. Doch ob das den Akteuren reichen wird oder doch eine Kündigung aller Mietverträge von Zara-Läden als Buße angemessener erscheint, wird sich noch zeigen müssen

Feuer!!!

Samstag, 29. September 2007

Hungern mit Herman

Amartya Sen hat mal den Nobelpreis für Wirtschaft bekommen. Außerdem gewann er eine erstaunliche Erkenntnis: "In der furchtbaren Geschichte der Hungersnöte in der Welt gab es noch nie eine große Hungersnot in einem unabhängigen und demokratischen Land mit einer mehr oder minder freien Presse. Egal wohin wir auch blicken, wir können keine Ausnahme von dieser Regel finden." Geht es nach Eva Herman, die für ihren medialen Abschuß wegen der lobenden Erwähnung der Mutterrolle im 3. Reich eine "zum Teil gleichgeschaltete Presse" verantwortlich macht, steht allerdings der große Hunger hierzulande in Bälde bevor.

Bio schmeckt nicht besser

Bio schmeckt gar nicht besser, fanden die aufgeweckten Tester der Stiftung Warentest diese Woche heraus, nachdem sie alle deutschen Schulbücher auf Fehler untersucht und festgestellt hatten, dass dort der Rücktritt von Erich Honecker falsch datiert und die harttreibende Wirkung von Spargel überhaupt nicht erwähnt wird. Bislang galt Biofleisch besonders unter Veganern als gesünder, Biomilch genoß den Ruf, dem körperlichen Wohlergehen zuträglicher zu sein als etwa Cola. Dieses Vorurteil ist jetzt widerlegt, zumindest so lange die Stiftung Warentest nicht Colagrundstoffe untersucht und die Wahrheit über Pepsi herausfindet. Das kann aber noch dauern, im Moment sind die Experten erstmal dabei, Sonnenstrahlen auf ihren Flüssigkeitsgehalt zu testen.

Die Arbeit bestiehlt

Selten bekommt man im Leben die seriöse Chance, sein privates Glück selbst zu schmieden. Die Platinway-Corporation, die aus China stammt, über eine Deckadresse in Edinburgh agiert und sich selbst auch "die vorankommende Gesellschaft" nennt, hat uns heute freundlich dazu eingeladen. Jede Zeile atmet den Gedanken, dass Babelfish allein doch kein Ersatz für einen deutschsprachigen Mitarbeiter ist.

Guten Tag!

Eine ansehende vorankommende Gesellschaft will ihnen Arbeit auf dem Markt anbieten, auf dem sie auch selber arbeitet. Jeder sollte den Brief lesen, da die Arbeit jeder ausüben kann. Sie brauchen kein Geld beitragen, es wird nicht die nächste Finanzpyramide gefordert. Für die Arbeit brauchen sie nur ein Computer mit Internet, des Telefone, der Rechnung ihrer Bank und natürlich ein wenig Freizeit! Die Arbeit bestiehlt wesentlich in der Bearbeitung der Rechnungen, die wir von unseren Kunden bekommen, die sie aus eigenen Gründen nicht Bar bezahlen können. Wir verlangen keine
besondere Kenntnisse. Man lernt viel wahrend die Arbeit. Schritt für Schritt werden wir das ihnen telefonisch erklären oder per e-mail. Der Finanzmenager unserer Firma wird gut bezahlt. Außerdem bekommen sie das Gehalt nach jeder Übersetzungen nicht nur einmal im Monat. Unsere Firma ist angesehener als andere gleichartige Firmen. Wenn Sie noch Fragen haben beantworten wir sie ihnen per e-mail. Zur Einführung der Arbeit müssen Sie sich ins der unserer Web Seite registrieren, Nachdem Sie denn Vertrag unterschreiben fängt unsere Zusammenarbeit an.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit

Platinway Corp .

Freitag, 28. September 2007

Wer hat es gesagt?

am ende aber werden politische führer nicht anhand des wünschenswerten, sondern des wahrscheinlichen beurteilt. nicht das, was sie gehofft haben, zählt, sondern das, was sie hätten fürchten sollen.

Donnerstag, 27. September 2007

Alles klar, Herr Kommissar?

dass die gimf beim internet-dschihad keinen fuß mehr auf den boden bekommt, ist nicht sehr verwunderlich. der eu-justizkommissar franco frattini verfolgt nämlich alles unerlaubte im netz mit unerbittlicher härte. sein neuester vorstoß dürfte den online-wickelköpfen endgültig den weg ins digitale nirwana weisen. der ebenso ausgeklügelte wie geniale plan des ausgewiesenen computer-experten sieht vor, websites "mit anleitungen zum bombenbau" zu blockieren. "polizei und geheimdienste sollen das internet mit hilfe neuer technologien besser überwachen", vermeldete der quicke italiener. besonders scharf formuliert der kommissar seine idee im folgenden: es solle sichergestellt werden, dass "websites nicht für den austausch von informationen genutzt werden". wie er es schaffen will, server in weißrussland, tuvalu oder namibia zu kontrollieren, ließ der schlaue fuchs natürlich im unklaren: keine handbreit den dschihadisten.

Al Kaida beantragt Sieg

Sie sind wieder da, um die Welt mit ihren abgefahrenen Ergüssen zu beglücken: Einen Monat nach dem Tod der letzten Internet-Seite der wunderlichen "Globalen Islamischen Medienfront" (Gimf) grüßen die heiligen Homepage-Heimwerker wieder trotzig aus dem Netz. "Wir werden immer wieder neue Seiten erstellen und auf diese Weise den Jihad unterstützen dabei spielt es keine Rolle ob ab und an die Kuffar unser Forum oder unseren Blog löschen", flötet eine Stellungnahme in einem Deutsch, das deutlich macht, wie bildungsfern viele Wickeltuchköpfe selbst im reichen Deutschland aufwachsen müssen.

Für ein klein wenig Freude im tristen Heim sorgt da schon der Gedanke, dass die österreichische Polizei zur Festnahme der Wiener Gimf-Repräsentanz "über 100 Beamte darunter Sondereinsatzkommandos" (Kommataverzicht im Original) ausschicken musste. Den "Kuffar" genannten Nicht-Gläubigen, die in ihrer Mehrheit noch nie etwas von der Existenz der Gimf-Knallchargen gehört haben dürften, sagt die "Newsabteilung" dann noch Folgendes: "Ihr könnt machen was ihr wollt, macht soviele Festnahmen wie ihr wollt, löscht unseren Blog so oft ihr wollt, löscht das Forum so oft ihr wollt, ihr werdet euer Ziel nie erreichen, wir werden immer weitermachen bis wir den Sieg erlangen oder das Märtyrertum."

Das hätten sie sicher gern, durch ein bisschen Rumbloggen an die ganzen Jungfrauen rankommen. Wird nicht klappen, egal, wieviel Eifer und Geifer man reinsteckt. Wobei wir sagen müssen, dass Eure Überschrift "Al-Zawahiri beantragt Sieg gegen U.S." schon Klasse ist. Wo hat der das beantragt? Bei Scheich Osama? Bei seiner Mutter? Bei Bush? Bei der Uno? Oder in der Klapse? Und wie ist es ausgegangen? Habt ihr gewonnen? Schmeisst Euch Wordpress deshalb demnächst wieder raus? Seid nicht traurig, die sind nur sauer, weil ihr bis heute nicht mal einen eigenen arabischen Blogdienst zustande bekommen habt. Aber das ärgert Euch ja auch.

Einfalt als Vielzahl von Vielfalt

Wenn die Sprache wirklich die Denkungsart verrät, dann gestattet diese Rundmail von "Miteinander", einem selbst ernannten und vom Steuerzahler freigiebig finanzierten "Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit", einen abgrundtiefen Blick in die staubtrockenen Hirne von Gewalt-Verwaltern. Vermutlich hat es seit der letzten Rede Erich Honeckers vor der DDR-Volkskammer keine vergleichbare Anhäufung von sinnentleerten Worthülsen, steifgefrorenen Substantiven und gutgemeintem Quatsch gegeben. Auffällig ist, dass schlechte Sprache wieder dem Guten zum Sieg verhelfen soll. PPQ hilft mit: Wer uns in einem Satz sagen kann, was die "Träger" und "Akteure" aus dem Text "konkret" an "Projekten" im "Rahmen des Aktionsplanes" planen, muss sich das recht vielfältige neue Album des auch zivilgesellschaftlich aktiven Akteurs Bushido per Mail zusenden lassen.

Am heutigen Donnerstag stellten zivilgesellschaftliche Akteure gemeinsam mit Vertretern der Stadt den Lokalen Aktionsplan für Demokratie und Toleranz der Landeshauptstadt Magdeburg vor. In den kommenden drei Jahren werden aus Mitteln des Bundesprogramms "Vielfalt tut gut" Maßnahmen zur Stärkung der Zivilgesellschaft sowie zur Vermittlung von Werten wie Demokratie und Toleranz gefördert. "Die Landeshauptstadt Magdeburg verfügt über eine Vielzahl von Trägern, die in den letzten Jahren erfolgreich Projekte im Bereich der Demokratieförderung und Bekämpfung des Rechtsextremismus durchgeführt haben. An diese Erfahrungen wollen wir anknüpfen", so Thomas Weber von der Koordinierungsstelle des Lokalen Aktionsplans. So wurden die Träger bereits aufgefordert, konkrete Projekte zur Umsetzung des Lokalen Aktionsplans einzureichen. Erste Anträge wurden am 10. September von einem fachkundigen Gremium positiv beschieden, so dass die Träger zum 1. Oktober 2007 mit der Umsetzung der Maßnahmen beginnen können. Die Landeshauptstadt Magdeburg erhält jährlich Fördermittel in Höhe von 100.000 Euro aus dem Bundesprogramm „Vielfalt tut gut“ zur Entwicklung und Umsetzung eines Lokalen Aktionsplanes. In den zurückliegenden Monaten erarbeiteten freie Träger der Jugendhilfe, die Verwaltung der Stadt sowie weitere im Themenfeld Demokratieförderung erfahrene Akteure ein Handlungskonzept. Zu den Zielgruppen der Projekte gehören Multiplikatoren, Kinder und Jugendliche sowie Migranten.

Reden über wovon man nichts weiß

Well, you say it's such a small, small world
flying Club Class back from the far-east
curled up safe and warm in the big chair
you were drifting through the skies of anywhere
Get the courtesy car to the Sheraton
there's live on-the-spot reports on the CNN between the ad-breaks
so you think you know what's going on - but you don't


because you weren't in Belfast, no you weren't there
and no you weren't in Waco, no you weren't there
and you weren't in Kosovo, you weren't there
and you weren't in my head so you don't know how it felt
walking arm in arm with crowds to the square
and the banners waving and the sun glinting

All this information swims round and round
like a shoal of fish in a tank going nowhere
Up and down between the glass walls
You're so safe in the knowledge they're impenetrable
and you look out at the world and see nothing at all
so go back to sleep and you'll be woken when the time comes
and you'll never know just what hit you or where it came from


because you weren't in Bradford, no you weren't there
and you weren't on the hill, no you weren't there
and you weren't with us so you never saw
just what happened when the television crews came knocking on the door
how the people told them all to go to Hell,
smashed the cameras and sent them away

There were sirens going off and policemen coming in
and all that you love was being swept away
in the rush of a black tide all done in your name
and you'll never know just what happened there
or how it feels - just how it feels

Mittwoch, 26. September 2007

Der Dalai Lama bricht die Herzen

wer den unterton, den libidinösen subtext, in folgendem statement nicht erkennt - ist selber schuld: "ich weiß, dass es sensibilitäten gibt, aber trotzdem gibt es auch wünsche einer bundeskanzlerin." dieser kleine grinsende schwerenöter ...

Einer der letzten Aufrechten

... ist von einer brutalen Justiz und ihren Handlangern den Polizisten seiner Familie entrissen worden. Fred Gregor ist verhaftet.

Zur Würdigung seiner Person ein Auszug seiner homepage, neben ppq eine der letzten Bastionen journalistischer Freiheit nicht nur in der Orthographie.

Der Mast-Rebell als Mensch
Geschrieben von Autor Alex
Dienstag, 14. August 2007
Beitragsinhalt
Der Mast-Rebell als Mensch

Wer und was ist der Mast-Rebell? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen haben wir uns auf die suche gemacht um genaueres zu erfahren. Angefangen haben wir in dem Ort wo alles begann, Werben.

In Werben kennt man den Fred Gregor sehr gut. Jahrelang wohnte er dort und hatte mit einigen Bürgern Ärger aber auch viele Bürger aus dem Ort Werben sprechen gut von ihn. Von den letzteren erfuhren wir auch um welchen Ärger es sich mit dem Herrn Gregor handelt. Herr Gregor hat ein Problem, mit denen andere hier nicht klar kommen, so ein Werbener. Sein Problem ist die Wahrheit zu sagen auch wenn es anderen nicht passt und weh tut. Wir erfuhren auch weiterhin, dass der Herr Gregor versuchte ,so in den Jahren 1995/96, eine Gaststätte im Ort zu betreiben. Leider schlug das fehl da einige immer so betrunken waren und der Meinung waren es sei deren Gasstätte. Es war nicht so das der Herr Gregor vor irgend etwas Angst hatte, so ein Bürger von Werben, nein er hat nur keine Lußt gehabt den Urin von jemanden weg zu machen der ständig hinter die Toilette pinkelte und nicht hinein. Weiter so ein anderer Bürger, hat er niemanden etwas getan und es sei schon klar das einige nicht mit dem Herrn Gregor auskommen, denn schließlich hat er immer gewußt wie man sein Leben meistern muß. Einige in dieser Ortschaft können das eben nicht, so ein Werbener, und das sei eben denen ihr Ärger.

Wir erfuhren auch das der Herr Gregor seine Rechnungen im Ort ordentlich zahlte,so im Autohaus Richter wenn er etwas kaufte aber auch bei der kleinen Firma Hensel in Werben ist er beliebter Kunde und kann schon mal ohne den Inhaber der Werkstadt mit seinem PKW auf die Bühne und allein in der Werkstadt arbeiten. Ein Anwohner aus der Kirchstrasse in Werben bestätigte alles das was wir in Erfahrung gebracht haben. Wir wurden von allen Bürgern die uns Informationen gaben gebeten nicht deren Namen zu nennen. Sie wollen eben mit den anderen keinen Ärger. Das ist Verständlich.

Auf Frage warum der Fred Gregor eine Aktion in dieser Form veranstaltete, bekamen wir immer wieder ein und die selbe Antwort:

Der Gregor hat Recht den sollen Sie lieber Arbeit geben damit er seine Familie ernähren kann, aber nein da Sperren die Bonzen einen hoch intelligenten Menschen weg und nehmen noch unsere Steuern dafür. Wir sind empört über so eine Aktion, nicht über die des Herrn Gregor, nein über die der Herren die meinen sie können alles tun und lassen was sie wollen.

Ein Bürger teilte uns mit, dass der Herr Gregor sehr Intelligent ist und eine Menge von Computern versteht was andere wiederum in staunen versetzt. Wenn einer nicht weiter weis muß eben der Gregor ran. Ich hoffe nur für einige, so dieser Bürger, dass diese intelligenz niemals in Verbindung mit Wut oder Hass kommt. Wir fragten ob der Herr Gregor gewalttätig sei, dass verneinte dieser Bürger. Nur was seine Familie betrifft, da solle man Vorsichtig sein, es sei ein Wunder das sich der Mann bisher so beherschen konnte.

Ein anderer teilte uns mit das sich der Herr Gregor einmal 2 Tage um Arbeit an der Ostsee bemühte. Das Arbeitsamt wußte das, aber er hätte Urlaub anmelden müssen. Sie strichen ihm das Arbeitslosengeld, also sein Einkommen. Ohne Geld kein Essen das brachte den Gregor ein Hausverbot beim Arbeitsamt in Bitterfeld.

Polarbären mit Platzangst

Jetzt wird es mächtig eng für die Eisbären. Nachdem die Population der possierlichen Riesentiere seit dem 2. Weltkrieg von 8.000 auf 24.000 Tiere angestiegen ist, mausert sich der wissenschaftlich korrekt "Polarbär" genannte flauschige Fleischfresser zusehends zum Klimakatstrophenmaskottchen. Völlig zu recht, wie Deutschlands Wissenschaftsmagazin Nummer 1, die klimaneutrale Bild-Zeitung, heute enthüllt. Nach Angaben eines neuen Bildbandes aus dem Knesbeck-Verlag schmilzt den putzigen Bären hoch im Norden nämlich der Boden unter den Füßen weg. Nur noch vier Millionen Quadratmeterkilometer Platz sind den 24.000 Tieren geblieben, das ist nicht einmal ganz zwölfmal so viel wie die Gesamtfläche Deutschland, die von rund 80 Millionen Menschen nebst einiger Rinder, vieler Schafe, ungezählter Mäuse und ähnlichem Getier inklusive etlicher Zoo- und Zirkusbären bewohnt wird. Pro Bär bleiben so oben in der Arktis nur beunruhigend lächerliche 166 Quadratkilometer Auslauf - gerade mal so viel wie die Osterinsel oder die Samtgemeinde Lathen im Emsland, in denen jeweils kein einziger Eisbär wohnt. Nicht nur Tierfreunde bekommen da stellvertretend Platzangst, nein, auch Meister Petz fragt sich besorgt: Mensch, wo soll ich hin?

Es war nicht alles schlecht

bislang galten knalltüten wie mahmud ahmadinedschad ("im iran gibt es keine homosexuellen"), lothar bisky ("für mich ist nicht belegt, dass es einen allgemeinen schießbefehl gab") und norbert blüm ("die renten sind sicher") als die avantgarde dummer dreistigkeit. der gemeine sachsen-anhalter will das laut einer neuen studie nicht auf sich sitzen lassen. oder anders formuliert: zwischen arendsee und zeitz beharrt man darauf, noch dümmer und dreister als die genannten schwachköpfe zu sein. laut einer repräsentativen untersuchung sagen nämlich 96 prozent aller befragten: "es war nicht alles schlecht in der ddr". 90 prozent meinen: "trotz aller einschränkungen konnte man in der ddr privat alles in allem gut leben". immerhin 67 prozent sind der ansicht, die "gründung der ddr hatte auch soziale motive". und 78 prozent schwören darauf, dass der sozialismus eine gute idee ist, "die nur schlecht ausgeführt wurde". eine mehrheit glaubt sogar, "sozialismus und demokratie" seien "ganz gut vereinbar". messerscharf folgert der sachsen-anhalter aus diesen vorgaben: "das politische system in der ddr war eine diktatur".
womit die diktatur als beste staats- und regierungsform aller zeiten deutlich erkannt und benannt wurde. herzlichen glückwunsch.

Dienstag, 25. September 2007

Vom Ich zum Wir

Weil 33.000 von 1,4 Millionen Fahrzeughaltern im Lande ihre Kfz-Steuern nicht pünktlich bezahlt haben, hat die Landesregierung von Sachsen-Anhalt jetzt beschlossen, von jedem Fahrzeughalter eine Einzugsermächtigung zu verlangen. Wer dem Finanzamt keinen Zugriff auf sein Konto gestatten will, kann damit im Land kein Auto mehr anmelden. Der gelernte Elektromonteur und derzeitige Finanzminister Jens Bullerjahn begründete die Maßnahme zur Durchsetzung der Kollektivhaftung damit, dass Ende 2006 durch nicht gezahlte Kfz-Steuern rund 6,6 Millionen Euro in der Landeskasse fehlten.

Schon in einem nächsten Schritt vom Ich zum Wir könnte die von Bullerjahn favorisierte bedingungslose Kollektivierung endgültig durchgesetzt werden, indem die Aufnahme von Arbeit nur noch möglich wird, wenn das Finanzamt zuvor Zugriff auf die Girokonten des Jobbewerbers erhält. Auch Firmengründungen, Immobilienkäufe und Erbschaften dürften nach der Logik des aufstrebenden Sozialdemokraten aus dem Mansfeld nur noch staatlich genehmigt werden, wenn freier Zugang zu Konten und Depots besteht.

Schließlich liegen die Steuerschulden der Bürger bei ihrem Staat in diesen Bereich bei 6,6 Milliarden Euro. Also dem 1000-fachen der Summe, die Bullerjahn veranlasst, in 1,367 Millionen pünktlich zahlenden Bürgern potentielle Verbrecher zu sehen, die erzogen gehören, ehe sie ihre Straftaten begehen können. Denkbar wäre natürlich auch, alle Deutschen sofort nach der Geburt zu verhaften und dauerhaft einzusperren. Das würde die Verbrechensrate außerhalb der Gefängnisse schlagartig auf Null senken - wenn unter 1000 vorsorglich Inhaftieren nur ein möglicher Straftäter nicht zum Straftaten tun käme, wäre das nach Bullerjahn-Logik allemal angemessen.

Ein Land fängt den Wind

Im Kampf gegen Klimaerwärmung und Auskühlung der deutschen Wohnungen im Winter setzt Sachsen-Anhalts Landesregierung auf einen unterhaltsamen Mix aus Wind, Sonne und Braunkohle. Bei der Vorstellung eines so genannten Landesenergiekonzeptes, dessen Horizont bis ins Jahr 2020 reichen soll, ernannte Wirtschaftsminister Rainer Haseloff das Land, das seinen Energiebedarf heute zu etwa sechs Prozent aus erneuerbaren Quellen deckt, zum "Bundesland der regenerativen Energien". Um den Vorsprung auf andere Bundesländer, den Haseloff sieht, weiter auszubauen, solle der Anteil an Öko-Energie in den kommenden 13 Jahren verdreifacht werden: Dann betrüge er 20 Prozent, Sachsen-Anhalt würde seinen Energiebedarf also immer noch zu weit mehr als 50 Prozent aus der Verbrennung von kohelndioxidintensiver Braunkohle decken und wäre damit in der Wahrnehmung des Ministers sicher das Klimaschutzbundesland schlechthin und weltweit.

Denn einfach zu sagen, dass man aus binnenwirtschaftlichen Erwägungen heraus natürlich nicht relativ neuwertige Braunkohlekraftwerke schließen und Tagebaue zuschütten könne, geht nicht. Stattdessen drechselt das regierungsamtliche Energiekonzept klimaneutrale Kopfschuss-Absätze wie "bei der energiepolitischen Bewertung der Braunkohle verweise man auf die großen geologischen Vorräte, so dass für einen sehr langen Zeitraum ein großer Teil des Primärenergiebedarfs Sachsen-Anhalts durch Braunkohle abgedeckt werden könne".

Die Landesregierung werde deshalb darauf hinwirken, "dass die seit 1990 in die Braunkohle-Infrastruktur geflossenen Investitionen nicht volkswirtschaftlich entwertet werden". Parallel dazu geht das Land mutig ganz neue Wege: Man will alle Forschungsaktivitäten zur "Speicherung von Windenergie" (Zitat) unterstützen. Ob das in großen Ballons, unterirdisch oder - wie von der berühmten "Berliner Luft" bekannt - in Aluminiumdosen geschehen soll, ist nicht bekanntgegeben worden.

Bio braucht weniger Platz

Das Urmeter schrumpft, hieß es kürzlich, und die Welt war sekundenlang in heller Aufruhr. Was wird nun erst passieren, wo sich herausgestellt, dass 500 Gramm Kaffee nicht nur schrumpfen, sondern auch voluminöser werden können? Einfacher Test zum zu Hause nachexperimentieren: Wir kaufen eine Büchse indonesischen Hochland-Kaffee der "Plus"-Eigenmarke BioBio, die nach Herstellerangaben "Arabica-Kaffee aus Hochlandregionen mit vulkanischem Gestein" enthält. Trinken sie nach und nach in aller Ruhe aus. Und versuchen anschließend, eine ganz harmlos wirkende 500-Gramm-Packung mit völlig normalem Industriekaffee der Sorte "Rondo", hergestellt im Magdeburger Unternehmen "Röstfein", komplett in die BioBio-Dose zu füllen. Ja, da staunt die ganze Familie: Obwohl wir beim Umschütten mindestens drei Kaffeelöffel danebengekrümelt haben, bleibt in der 500-Gramm-Rondo-Tüte Kaffee für mindestens eine ganze Bürogemeinschafts-Nachmittagsrunde übrig. Die 500-Gramm-BioBio-Büchse aber ist voll, randvoll. Weil Bio-Kaffee generell weniger Platz braucht? Weil er schwerer ist? Oder ist die vakuumverpackte Röstfein-Sudvorlage leichter? Füllt der Magdeburger Hersteller etwa mehr als 500 Gramm ein? Oder Plus weniger? Hängt das alles mit dem Schrumpfen des Urmeters zusammen? Oder mit der Expansion des Weltalls?

Wer hat das gesagt?

Der Staat ist dazu da, uns voreinander zu schützen. Der Staat ist nicht dazu da, uns vor uns selbst zu schützen.

Beschauliche Bet-Runde

Dass buddhistische Mönche unter Beschaulichkeit und innerer Einkehr etwas anderes verstehen als gemeinhin angenommen wird, hätte die Junta in Myanmar eigentlich wissen können: Wenn die Gottesmänner in gelassener Bet-Runde beim Tee zusammensitzen, scheppern die Schellen, die Trommeln wummsen und ein paar kaputte Trompeten quäken wie langsam totgetretene Frösche. Nicht-Gläubigen fallen die Ohren ab, Musik-Kenner entdecken sofort, dass dieser Sound im Westen als Freejazz wiedergeboren wurde.

Wetterbericht vom Dokumenta-Chef

Bekanntlich war er wie immer zu warm und damit ein weiteres drohendes Menetekel des entweder bereits laufenden oder doch kurz bevorstehenden Klimawandels. Mehrfach hat der Deutsche Wetterdienst in diesem Sommer darauf hingewiesen, dass Monate wie der Juni, der Juli und der August rekordheiß waren und Temperaturen präsentierten, die zum Teil weit über normal lagen.

Nur unten, an der Basis, wo die Freibadgäste und Biergärten warteten, ist die Botschaft nicht so recht angekommen. Den "verregneten Sommer" hat Roger Buergel, Chef der Kasseler Documenta, jetzt für das Ausbleiben des großen Kunstgefühls bei der Weltschau von Bildern und Skulpturen ausgemacht. "Das Leben außerhalb der Hallen konnte sich bei dem kühlen und nassen Wetter nicht richtig entwickeln. Das hat verhindert, dass draußen das richtige Lebensgefühl entstand", sagte Buergel zum Abschluss der größten Leistungsschau zeitgenössischer Kunst, ohne sich dabei auf die Vorgaben der Wetterexperten vom Wetterdienst zu beziehen. "Bei schönem Wetter fangen die Leute an, auf den Wiesen zu trinken und sogar einzuschlafen", meinte der Kunstmanager, der Wetter offenbar nur als Konsument genießt. Dafür sei dieser Sommer nicht gemacht gewesen. Kunst aber brauche Wärme: "Deshalb ist Griechenland ja auch die Wiege der Zivilisation und Afrika die der Menschheit."

Vermutlich ist es Ziel des Wetterdienstes gewesen, mit Hilfe zusammengerubbelter Rekordzahlen ein Anwachsen des Kunstsinnes im Landes herbeizufabulieren. Wenn aber führende Kunstexperten wie Buergel nicht eingeweiht sind, fliegt so ein lobenswertes Vorhaben natürlich auf. Schade!

Alles in Butter also?

willkürliche zitate aus diesem interview:
1.) In der ersten Sendung von Anne Will saßen Kurt Beck und Jürgen Rüttgers nebeneinander. Worüber sollen die denn streiten?
2.) Wenn Rüttgers wirklich mutig wäre, dann hätte er ein Buch mit dem Titel „Die Marktwirtschaft muss unsozialer werden“ geschrieben. Mit dem, was er jetzt vorgelegt hat, rennt er doch überall offene Türen ein.
3.) Dieses Land ist immer noch eine soziale Wärmestube, ein Treibhaus. Ein wenig mehr soziale Kälte täte not.
4.) Ich will keinen Staat, der sich von morgens bis abends um mich kümmert. Ich erwarte, dass er mit meinen Steuergeldern sinnvoll umgeht, die öffentliche Infrastruktur in Schuss hält und die innere und äußere Sicherheit gewährleistet. Das war es auch schon. Ansonsten möchte ich mich als Bürger um mein Schicksal selber kümmern.
5.) Es ist doch bemerkenswert, wer sich unter der Flagge des Anti-Neoliberalismus alles vereinigt hat: Lafontaine, Kurt Beck, Rüttgers, die Globalisierungsgegner von Attac, Kirchen, Gewerkschaften, Grüne, Rote, Schwarze und Braune. Aber wo sind die Neoliberalen, wo gibt es eine Hegemonie des Neoliberalismus?
6.) Es gibt nur Gegner des Neoliberalismus, aber keine neoliberalen Protagonisten.
pfui bäh, oder?

Montag, 24. September 2007

Der Emir tankt in Kanada

Soweit ist es nun schon: Die Araber kaufen Öl in Kanada. Die TAGA North Ltd, eine Firma aus dem imperium der nationalen Energy Companie von Abu Dhabi, hat eben den kanadischen Ölförderer PrimeWest Energy Trust übernommen. Geld genug ist da, unten am Golf: Die Regierung des Emirats zahlt mit 26.75 kanadischen Dollar pro Aktie einen Aufschlag von 33 Prozent auf den Börsenkurs vom letzten Freitag, kauft aber immerhin Öl für die Zeit, wenn in der eigenen Ecke keins mehr fließt.

Dem Morgenrot entgegen

So oder so, die Erde wird rot, prophezeite der barsche Barde Wolf Biermann einst in der ihm eigenen Selbstgewißheit. Jahrzehnte später ist Biermann schwarz, die Erde immer noch braun, die Hoffnung aber nach wie vor am Leben. Nach der Frankfurter Erotik-Rapperin Sabrina Setlur, die auf einem neuen Album namens "Rot" "authentisch und wütend über Liebe, Kummer, Leid, Schmerz, Trauer, Freuden, Hoffnung, Glück und Träume" sprechsingt, wie eine Besprechung wissen lässt, hat jetzt auch die gute alte Rapperin SPD die Farbe von Rosa und Karl wiederentdeckt: Das neue Programm der alten Volkspartei erfindet den Begriff des demokratischen Sozialismus, den man bisher unter den Trümmern der eingestürzten Berliner Mauer begraben wähnte, ganz von vorn.

Kurt "Mecki" Beck sieht "überhaupt keinen Grund dafür, sich von diesem Begriff zu distanzieren". Schließlich, so darf gefolgert werden, ist auch Gregor Gysi nach eigener Ansicht ein "demokratischer Sozialist" und nicht nur trotzdem, sondern unter anderem auch deswegen beliebt bei jung und alt im ganzen Land.

Der neue Entwurf des SPD-Programmes plädiert laut "taz" für eine gerechte Wohlstandsverteilung, kritisiert die mit der Globalisierung gewachsenen Ungerechtigkeiten und übt den Schulterschluss mit den Gewerkschaften, nicht aber mit Sabrina Setlur. Die seinerzeit mal schönste Frau der Republik hingegen fragt «Wie soll 'ne 43-Kilo-Frau die Last hier tragen?» und spricht damit, abgesehen von der Kilogramm-Angabe und dem Geschlecht, sicher Mecki Beck aus dem Herzen. Ihr krauser Reim «Ich hab echt schon Dinger gedreht und kenn nix das so meine Sinne belebt und nix das meine Stimmung so hebt und so an mein Inneres geht» hätte in einer Interpretation des Pfälzers Tophit-Charakter, fraglich allerdings ist, ob der scheidende SPD-Chef wirklich schon bereit wäre, sich wie seine Schwester im Farbton von einem Hupfdohlenkommando namens "Terrorschwestern" auf die Bühne begleiten zu lassen.
the dark knight.


eine offenbarung wird das.

Der Dalai, das Lama

bundeskanzlerin angela merkel hat sich heute mit dem grinse-mönch getroffen. geschlagene 45 minuten musste sich die quicke politikerin den poesiealbum-sprüchen des putzigen tibeters erwehren. die speerspitze der deutschen demokratie (beck, westerwelle, roth) fand das insgesamt ganz prima, weil der vertreter eines geknechteten bergvolkes die volle unterstützung usw. usw. nachdem jedoch der dalai lama - das geistliche oberhaupt der tibeter - das kanzleramt verlassen hatte, kam bei einigen kritischen zeitgenossen doch die frage auf, welche geistlichen oberhäupter die kanzlerin als nächstes zu empfangen gedenkt. hier einige vorschläge:

1.) aga khan, das geistliches oberhaupt der nizari-ismailiten,
2.) rosalyn l. bruyere, geistliches oberhaupt der healing light center church,
3.) reshat bardhi, geistliches oberhaupt des sufiordens der bektashi

unter allen schrulligen religionsführern hat es gerade der dalai lama zu weltruhm gebracht. warum nur?

Sonntag, 23. September 2007

Arschloch in der Kulturkrise

Haben Künstler heute eine bessere Positionen in den Kämpfen um die Aufmerksamkeit des Publikums?


Boa: Das kommt ganz darauf an. Der Künstler, der etabliert ist und eine treue Fangemeinde hat, der hat eine bessere Position. Deswegen darf ich mich auch nie beschweren über illegale Downloads, weniger Plattenverkäufe. Da habe ich kein Recht dazu. Aber wer solche Fans nicht hat, weil er neu anfängt, hat es enorm schwer. Es gibt keine Türen mehr, die in dieses Geschäft führen. Das macht auch den Umgang untereinander schwer. Wenn ich etwa eine junge Band treffe, weiß ich gar nicht, was ich denen raten soll. Meine Position ist eine ganz andere. Die wollen, was ich schon erreicht hab. Und ich kann ihnen dabei nicht helfen. Das ist für mich eine merkwürdige Situation.

Wo liegt die Schwierigkeit?

Boa: Man bekommt nichts mehr vermittelt. Das ist eine Art Kulturkrise. Wenn es keinen Berühmtheitsbonus gibt oder schon ein kommerzieller Erfolg da ist, ist niemand bereit, irgendetwas zur Kenntnis zu nehmen. Das ist mittlerweile überall so. Ein Künstler, der ein anderes Anliegen hat als nur sein Ego auszubreiten und Kommerz zu transportieren, rennt gegen Wände. Kunstanspruch, seine Musik leben, ideelle Werte, das zählt alles nicht.

Bist Du froh, dass Du den Tanz ums Goldene Kalb nicht mitgemacht hast?


Boa: Ich leide natürlich auch unter dieser Kulturkrise. Aber ich bin einer der wenigen, der kämpft. Das ist auch für mich schwierig. Aber eben doch vergleichsweise leicht,weil ich die Plattform habe.

Hast Du Dich damit abgefunden, als arrogant zu gelten? Oder hat es Dich gestört, wenn das Publikum Dich als Arschloch feierte?

Boa: Das hat mich immer sehr amüsiert. Das stammte ja auch aus einer Zeitungsschlagzeile. „Arschloch mit Niveau“ hieß die. Das ist ja jetzt auch schon eine ganz neue Generation von Fans, die das ruft. Ich finde das durchaus okay, solche Rituale zu haben zwischen Künstler und Fans.

Auf deiner letzten Tour hast Du nur Musik aus drei alten Alben gespielt. Was war das für ein Gefühl?


Boa: Das war ein äußerst interessanter Prozess. Ich hatte die Platten jahrelang, ja, teilweise jahrzehntelang nicht mehr angehört. Klar, man spielt auf Tour immer die Singles, aber den Rest, den nimmt man nicht mehr wahr. Als ich die Sachen dann hörte, war es, als ob ich eine andere Band anhöre. Daraus habe ich auch eine Menge mitgenommen für neue Album: Die alten Stücke haben mir gezeigt, warum wir überhaupt so lange weitermachen konnten. Ich habe die Gründe gesehen - wir haben nie geklungen wie andere Bands, wir waren immer sehr individuell, von Anfang an. Eine Band wie der Voodooclub würde heute gar nicht mehr funktionieren, mit der Attitüde von damals würde das als Avantgarde zählen. Schon wie ich damals gesungen habe... das fällt mir heute sehr schwer.

Dafür singst Du heute schöner, weniger kantig.

Boa: Ja, das ist wohl richtig, finde ich auch. Schön ist relativ, eine Stimme muss Charakter haben. Das, was da heute aus den Studios kommt, ist doch alles errechnet. Die singen einzelne Töne, dann wird das in den Rechner gepackt und zurechtgerückt. Das klingt dann perfekt schön. Wenn man das will, dann kann man Musik nur noch als Entertainment sehen.

Samstag, 22. September 2007

Stroh-Rum und Fingernägel

Zahlreiche Leser konnten nicht mehr schlafen, noch mehr von ihnen wollten die ganze Wahrheit wissen. Wie, so fragten sie, werden es denn die Terroristen vom 19. April 2008 geschafft haben, die Lufthansa-Maschine LH 558, ursprünglich unterwegs von Frankfurt nach Kairo, in ihre Gewalt zu bringen? Nach Berlin umzuleiten? Und dort ins vollbesetzte Olympiastadion stürzen zu lassen? Seit den verschärften Sicherheitsvorkehrungen auf allen europäischen Flughäfen würden doch selbst 80-jährigen Großmüttern Nagelscheren und Hutnadeln abgenommen.

Wir haben beim BKA nachgefragt und uns die Ermittlungsergebnisse faxen lassen, die in den Tagen nach dem verheerenden Terroranschlag im kommenden Jahr ohnehin Stück für Stück durchsickern werden. Danach mussten die Attentäter der Al-Kaida-Tochterorganisation "Dschihad Düsseldorf" weder Teppichmesser noch Hutnadeln noch Nagelscheren an Bord schmuggeln. Franz L., der 24-jährige Anführer des Terrorkommandos, der sich nach seiner Konvertierung zum Islam Mohammed ibn Ali nannte, machte es sich einfach: Er kaufte im Duty-Free-Shop auf dem Frankfurter Flughafen, also nach der routinemäßigen Kontrolle, drei Flaschen 80-prozentigen Stroh-Rum und bezahlte sie sogar mit seiner eigenen Kreditkarte. Damit verstieß er eklatant gegen die Regeln des Islam, verschaffte sich und seinen beiden Mittätern aber ausreichend hochentzündliche Flüssigkeit für drei explosive Molotov-Cocktails.

Im Flugzeug gelang es Mohammed ibn Ali, Inhaber eines geheimen Terrordiploms der Al-Kaida-Schule in Karachi, mit Hilfe siner eigens mitgeführten Fingernägel, die vom Duty-Free-Shop durchgeführte Verschweißung der drei Schnaps-Flaschen in drei Sicherheits-Plastiktüten zu öffnen, und die Flaschen mittels dreier im Handgepäck befindlicher Taschentücher in gefährliche Brandbomben zu verwandeln.

Als Reaktion auf den Tatablauf wird die Bundesregierung bereits im Sommer 2008 ein Verbot von Stroh-Rum in die Wege leiten. Fingernägel müssen überdies nach einer neuen Verordnung in Flugzeugen vor dem Start mit Tesa-Film abgeklebt werden.

Interessante Frage

Wieviel Bundeswehrsoldaten, die in Afghanistan gedient haben, sind eigentlich danach zum Islam konvertiert?

Es gibt Stimmen, die gibts gar nicht

Abschaffung der Anonymität

Am liebsten würden sie das Internet natürlich verbieten. Am liebsten würde sie auch jedem Neugeborenen einen Chip unter die Haut drücken, der auf irgendeinem BND-Computer piepst. Beides geht nicht, also muss sich das Merkel-Kabinett mit kleineren Lösungen begnügen. Die nun aber klein auch wieder nicht sein müssen.

Neueste Idee der der Großen Koalition ist ein "elektronischer Personalausweis", der voraussichtlich ab 2009 eingeführt werden soll. Das Dokument soll die Größe einer Scheckkarte haben, nicht zu verwechseln sein mit der "elektronischen Gesundheitskarte" und de elektronischen Steuererfassungsnummer, wie bisher ein digitales Foto enthalten und zusätzlich unsichtbar zwei Fingerabdrücke des linken und des rechten Zeigefingers sowie ein Pin-Code gespeichert haben. Der Pin-Code wird nicht der vom Handy und nicht der von der VISA-Karte sein, sondern ein zentral vom - wahrscheinlich noch neu zu gründenen - Bundesamt für die Verwaltung der Pin-Nummern vergebener.

Nach den Plänen der Regierung müssten sich dann künftig Bürger mit dem Pin-Code anmelden, wenn sie auf elektronischem Wege mit Verwaltungen in Kontakt treten - etwa, wenn sie ein Auto anmelden. Außerdem, so die Absicht der Experten um die ehemalige FDJ-lerin Angela Merkel, müsse der Pin-Code auch bei kommerziellen Geschäften im Internet benutzt werden. So sollen Käufer beim Internetauktionshaus "Ebay" ihren Code angeben müssen, auch beim Interneteinkauf bei Beate Uhse, dem Orion-Versand oder der Online-Apotheke liest die Bundesbehörde dann zeilengenau mit. Mit dieser konsequenten Abschaffung auch des letzten Anfluges von Anonymität solle, so hieß es, Betrug verhindert werden.

Inwieweit Käufer im Internet bislang massenhaft mit Betrugstaten aufgefallen sind, ist dabei nicht erwähnt worden. Ebenso ist unbekannt, wie sie es geschafft haben, Betrugstaten zu begehen. Haben sie Waren bezahlt, und dann nicht angenommen? Oder bestellt und nicht bezahlt? Oder haben sie ihre Verkäufer schlecht bewertet? Bislang waren viele Beobachter der Ansicht, Betrug gehe hauptsächlich von Verkäufern aus, dies ist aber nach Ansicht der Bundesregierung offenbar ein Irrtum.

Inwieweit Ebay in die Pläne der Regierung einbezogen und bereit ist, eine Pin-Funktion für seine deutschen Kunden zu installieren, ist derzeit nicht bekannt. Unbekannt ist momentan auch, ob die gesamte Weltgemeinschaft sich dem innovativen deutschen Pin-Modell anschließen wird.

Freitag, 21. September 2007

Kneipengespräch

wenn man den terrorismus nicht unter kontrolle kriegt, kann man immer noch sachsen-anhalts innenminster hövelmann fragen, wie dem rechtsextremismus beizukommen sei. er hat eine ebenso einfache wie einleuchtende antwort: "Hövelmann will Rechtsextremismus per Verfassung ächten". in den npd-stammkneipen dürften dialoge wie folgender unvermeidlich werden:
a.) lass uns ein aslybewerberheim anzünden, los.
b.) ist das dann rechtsextrem?
a.) klar, du flasche. wo sind wir hier eigentlich?
b.) dann kann ich nicht, tut mir leid.
a.) was 'n jetzt los?
b.) die verfassung ist dagegen. tut mir echt leid, sonst immer gerne.
a.) (im abgehen) hövelmann, du blöde sau.