Google+ PPQ: Juni 2008

Montag, 30. Juni 2008

Boykott in Bonn

Auf unsere Anfrage bei der Stadtverwaltung Bonn, was denn nun eigentlich aus dem Nokia-Boykott geworden ist, der seinerzeit auf dem Höhepunkt der Heuschrecken-Hysterie angekündigt worden war, ließ uns die ehemalige Bundeshauptstadt jetzt wissen, dass die selbst verordnete Zeit der Prüfung, ob und wenn ja, dann wie der finnische Moloch durch den Bonner Verzicht auf Nokia-Modell in die Knie gezwungen werden kann, zu Ende ist. Jetzt gehehehets los!

Sehr geehrter Herr Platschquatsch,

Die Nokia Handys bei der Stadtverwaltung Bonn werden sukzessive ausgetauscht.
Der Provider bleibt derselbe, die Handymarke kann von uns frei gewählt werden je nach Ausstattung und Anforderungsprofil.

Mit freundlichen Grüßen

Ralph Vostell
Bundesstadt Bonn
Personal- und Organisationsamt 10-3
Berliner Platz 2


Wir fragen jetzt mal nach, für welche Modelle sie sich entscheiden: Samsungs aus China oder Sonys aus China oder Motorolas aus China oder iPhones aus China. Und wie sich das mit Tibet und der Bonner Vorreiterrolle im Kampf für Menschenrechte verträgt.

Hitler ist angeblich tot

In den alten Tagen, als noch mit Füller geschrieben wurde, war "Mann beisst Hund" eine Meldung, "Hund beisst Mann" aber nicht. Dann kamen die Kampfhundeattacken auf kleine Babys und seitdem ist nichts mehr, wie es war. Heute verzehrt sich die Welt nach Neuigkeiten - und die können dann auch schon mal darin bestehen, dass mitgeteilt wird, dass es nichts Neues gibt.

So meldet heute die Deutsche Presseagentur zum Beispiel, dass Adolf Hitler angeblich tot sein soll.

Der heute 119-jährige Führer und Reichskanzler, der im deutschen Fernsehen ganz allein gefühlte zwei Drittel der Sendeplätze mit seiner Präsenz füllt, "habe sich keinesfalls nach Kriegsende auf eine geheime Basis am Südpol zurückgezogen", zitiert dpa den Abteilungsleiter Identifizierung, Viktor Swjagin: “Für die Spezialisten in Russland und im Ausland ist zweifelsfrei, dass Adolf Hitler am 30. April 1945 gestorben ist“.

Moskauer Medienberichte, nach denen Hitler nach Kriegsende aus dem besetzten Berlin geflohen sei, um in der Antarktis ein Viertes Reich aufzubauen, seien nicht zutreffend. Richtig sei vielmehr, dass die verkohlten Leichen von Hitler und seiner Frau Eva Braun 1945 in einem Bombenkrater in Berlin entdeckt worden seien. Swjagin betonte, dass Hitler nach Untersuchung eines Schädelrestes eindeutig identifiziert worden sei. PPQ-Quellen in Finnland weisen allerdings darauf hin, dass die Flucht Hitlers ins ewige Eis von Neuschwabenland generalstabsmäßig geplant sei. "Eine entsprechende Deckungslegende" hieß es, sei da "selsbtverständlich". Mit einer Rückkehr der Nazi-Führungsriege um Adolf Hitler sei in etwa neun Jahren zu rechnen.

Die Deutschen gehen so

Nach Hegel ereignen sich alle Dinge in der Weltgeschichte zweimal, nach Marx einmal als Tragödie und einmal als Farce. Um zu beweisen, dass der große alte Talibanbart des Weltkommunismus manchmal rechter hat als mancher Altlinke heutzutage noch glaubt, organisierten DFB und ARD und ZDF gemeinsam mit allen anderen Fernseh- und Radiosendern der Republik zum Abschluß der Fußball-EM eine Dankeschön-Veranstaltung am Brandenburger Tor. Wie vor zwei Jahren gab es Musik, jubelnde Menschenmengen und mittendrin eine Mannschaft, die nichts gewonnen hat, Reporter berichteten live, wie ein Flugzeug in Tegel landete, wie Trainer und Masseur den Bus bestiegen und alle zusammen trugen T-Shirts, auf denen "So gehen die Deutschen" stand.

Und was vor zwei Jahren nach der EM trotz der Moderation des damals noch halbschlanken Johannes B. Kerner durchaus Atmosphäre und eine gewisse historische Größe hatte, vollzieht sich auf der "Coca-Cola-Fanmeile" diesmal als krawallige Karaoke-Party mit zugekauftem Frohsinn: es singt Christina Stürmer noch einmal eine EM-Hymne namens "Fieber", es kräht der unbarmherzige Kasper Oliver Pocher Reste einer Liedruine, es stottert ein übernächtigter Mertesacker unwillig Freude ins Mikro und der tote Drafi Deutscher überbringt Glückwünsche mit "Marmor, Stein und Eisen bricht". Ein Herz aus Stein hat, wer da nicht mitbrechen muss.

Radsporthelden resozialisiert

Es ist noch gar nicht so lange her, dass die ARD den Beruf des "Dopingexperten" erfand. Der Inhaber des betreffenden Erklärstuhls war zuvor über Jahre im Keller versteckt worden, da das öffentlich-rechtliche Fernsehen sich mit einigen Millionen aus den sprudelnden GEZ-Kassen bei der Tour de France eingekauft hatte. Im Zuge der Resozialisierung ehemaliger Radsporthelden greift das ZDF die Idee nun auf. Ex-Radrennfahrer Jörg Jaksche wird nach seiner Dopingsperre, die heute endet, für das Zweite Deutsche Fernsehen von der Tour de France berichten. Jaksche wird als Doping-Experte eingesetzt.

Einsamer Klimaschützer

Da wurden Klima und Regenwald aber wieder geschützt, als sei die Klimakanzlerin Merkel zum Auswärtsspiel unterwegs. Sting, guter Mensch und beinharter Umweltschützer in einem, wurde zum Konzert seiner Band The Police in Leipzig mit einer privaten Falcon 2000 aus London eingeflogen. Um das Klima und den Regenwald, um dessen Erhalt der probiotische 56-Jährige seit 20 Jahren mit einer eigenen Stiftung kämpft, zu schonen, saß Sting als einziger Passagier in der Maschine.

Manche Dinge kann man sich einfach nicht ausdenken

Angesichts schlechter Umfragewerte der Sozialdemokraten ruft Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) seine Partei zu größerem Abstand von Presse, Rundfunk und Fernsehen auf. «Ich empfehle mehr Distanz zu Medien und mehr Nähe zum Volk», sagte Gabriel der Düsseldorfer «Rheinischen Post» (Montagausgabe) laut Vorabbericht.

The White Stripes: Verwundert in Wien

Zuviel Sommer, zuwenig Märchen. Was alle glauben, trifft nicht ein, weil das ja auch zu einfach wäre. Allerdings sind die White Stripes wirklich Europameister geworden: Vor dem Turnier war "Elephant", das fünf Jahre alte Album mit dem Kurvenhit "Seven Nation Army", auf Platz 709 der Amazon-Verkaufscharts notiert.

Bis zum Viertelfinale, als die ersten Kommentatoren anfingen, auf die Fangesänge einzugehen, kletterte es bis Platz 205. Und heute steht es auf Platz 18. Wer jemals Enrique Iglesias' im Uefa-Auftrag fabrizierter EM-Hymne "Can You Hear Me" zuhören musste, wird das zu schätzen wissen: Iglesias hat derzeit Platz 202.645 der amazon-Hitliste inne.

Sonntag, 29. Juni 2008

18 Tonnen für den Titel

Dreimal ist die selbst ernannte "Klima-Kanzlerin" Angela Merkel inwzischen wegen eines Fußballspiels nach Wien geflogen. Sie allein hat damit mehr als 18 Tonnen "klimaschädliches Treibhausgas" (Sigmar Gabriel) zusätzlich produziert, ihre Begleit-Entourage vervielfacht diesen Wert: Klima-Kanzler, einmal anders.

Fremdenfeindlich fürs Welterbe

Es war noch nie hinderlich in kreativen Berufen, ein wenig durchgeknallt zu sein. Bisher kulminierte dieses Prinzip in der Person des Franz Josef Wagner, bei der Bild-Zeitung als Stimme des Volkes angestellt. Neuerdings aber meldet auch Jens Jessen, Feuilletonchef der "Zeit", nachdrücklich Anspruch auf den Titel des famosesten Wirrkopfs der Schreiberling-Szene an.

Erst machte der immerhin doch auch schon 53-Jährige mit großem Erfolg beim Publikum ein grassierendes "Spießerproblem" für den Überfall zweier Migrantenkinder auf einen rentner in der Münchner U-Bahn aus. Jetzt hat er in Sachen Dresdner Waldschlösschenbrücke nachgelegt: Nach Jessens unmaßgeblicher Überzeugung sind es "mafiöse Bauunternehmen" (Jessen) derentwegen die Brücke trotz der drohenden Aberkennung des nebulösen Welterbestatus gebaut werden muss. "Die Brückenbauer spüren schon den kalten Stahl einer russischen Pistole an der Schläfe oder sehen das Tschetschenen-Messer an der Kehle der lieblichen Tochter" fabuliert der in fremdenfeindlichen Ressentiments offenbar geübte Kritiker der "markerschütternden Melodey des Fortschritts" im fernen Hamburg.

Dass die bis heute nicht namentlich bekannten Miglieder der merkwürdigen Institution Welterbekommission vor der Verleihung des Welterbestatus an das Dresdner Elbtal genau wussten, dass der berühmte Canaletto-Blick künftig um eine neue Brücke ergänzt werden würde - es ficht den freidrehenden Fachmann am anderen Elbende nicht die Bohne an. Dass Dresden demokratisch entschieden hat, sich dem keiner demokratischen Kontrolle unterworfenen Diktat der Welterbe-Titelverleiher nicht zu unterwerfen - dem Mann, der tatsächlich die These aufstellt, man erkenne "Fortschritt daran, dass etwas Hässliches gebaut wird" ist es egal. Er spintisiert sich in ein Fantasiereich aus Baulöwen, "Spitzbuben", die in Dresden an der Macht sind, und "Brückenbauern, die mit fliegender Hast alle Einsprüche abwehren". Womit er wohl die Richter meint, denen er seit der Sachsen-Sumpf-Affäre, die am Ende keine war, nicht mehr traut.

Schlimmer als in der schicken Schreibstube des hochbezahlten "Zeit"-Experten für alles sind die Zweifel an der deutschen Demokratie und am deutschen Rechtsstaat in keinem Hartz-4-finanzierten sächsischen Skinheadhaushalt: "Polizei, Staatsanwaltschaft", orgelt Jessen, "zwecklos, sie einzuschalten." Alle sind sie bestochen, alle haben ein Tschetschenen-Messer am hals oder die Russenknarre am Kopf. Jetzt sowieso, "wo schon Bäume abgeholzt wurden".

Bäume übrigens, derentwegen der von Fachleuten aus den Kulturnationen Kenia, Kuba, Mauritius, Marokko und Tunesien welterbe-gewürdigte Canaletto-Blick von der rechten Elbseite seit 25 Jahren nicht mehr zu genießen war.

Fußball-EM: Triumph der Diktaturen

Hitler, Stalin, Franco, Atatürk - unter den Halbfinal-Teilnehmern der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz fand sich kein Land, das nicht am dunklen Erbe wenigstens einer kommoden Diktatur trägt. Damit setzt sich eine Tendenz fort, die bereits das letzte Europaturnier in Portugal prägte: Siegten zwischen 1980 und 2000 in vier von sechs Europameisterschaften mit Frankreich, den Niederlanden und Dänemark Mannschaften ohne eigene diktatorische Tradition gegen Teams aus ehemals totalitären Staaten, kippte dieser Trend mit dem neuen Jahrtausend nachdrücklich ins Gegenteil.

Schon 2004 standen sich im Finale mit Griechenland und Portugal zwei Länder gegenüber, die jahrelang von Militärregimes beherrscht worden waren. Die letzten im Turnier verbliebenen alten Demokratien Tschechien und die Niederland hingegen scheiterten im Halbfinale.

Diesmal kamen die Vertretungen der Länder ohne totalitäres Erbteil nicht einmal mehr soweit. Nach dem Vorrunden-Aus für die Schweiz, Schweden, Frankreich und Tschechien scheiterten auch die Niederlande an Russland. Schon die Halbfinals wurden so zum Triumph der Diktatur: Deutschland warf letztlich die Türkei aus dem Turnier, Spanien eliminierte Russland.

Diva in Gelb

Besser als Ficken

Sex ist auch nicht mehr, was er war, seit Fürst Fußball regiert. Passend kabelt die stets auf Ballhöhe schreibende Agentur dpa aus Spanien, dass der Erfolg der spanischen Nationalelf bei der Europameisterschaft den Veranstaltern eines Festivals von Pornofilmen in Madrid "einen Strich durch die Rechnung" gemacht habe. Das XVI. Internationale Festival des Erotischen Kinos sei mit der "enttäuschenden Zahl von 15 000 Besuchern zu Ende" gegangen. Die Veranstalter hätten wenigstens mit dem Dreifachen gerechnet. «Der Fußball ist eines der wenigen Dinge, gegen die auch der Sex nichts ausrichten kann», sagte der Festivaldirektor Juli Simon.

Den Veranstaltern war vor allem die Übertragung des EM- Halbfinalspiels Spanien gegen Russland (3:0) in die Quere gekommen. Dagegen konnten die Porno-Darsteller auch mit Striptease-Darbietungen und Live-Sex-Shows nichts ausrichten. Auch in Spanien gilt: Fußball ist besser als Ficken.

Wer hats gesagt?

Wenns der Teufel will, schießt auch ein Besen.

Freitag, 27. Juni 2008

Revolution mit Rechtschreibschwäche

Gestern hat er dann seinen alten BMW angezündet. Um gegen die hohen Benzinpreise zu protestieren. Vorher hat Michael Neugebauer aus Lautenbach in Bayern eine Internetseite eingerichtet, auf der er seine Aktion begründet. Michael Neugebauer ist einfach sauer, sehr sauer. Und das weniger über die hohen Benzinpreise. Sondern mehr, weil er vor zwei Wochen arbeitslos geworden ist. Seine tage seitdem beschreibt er so:

Ein Tag im ArbeitslosenLeben....

Tja ich bin seit 11 Tagen Arbeitslos uuuund hab die letzten 2 Vorstellungsgespraeche vergeigt, eigentlich eher mit absicht. Allerdings geht mir langsam die kohle aus und ich werd wohl am Freitag nen Job annehmen der mir in Aschaffenburg angeboten wird, den ich genauso hassen werde wie alle anderen zuvor. Aber so ist das Leben, naemlich scheisse, zumindest fuer 80% der Menschheit.

Sooooo um euch nicht vorzuenthalten was man so alles tut wenn man keine Arbeit hat zaehl ich das mal kurz auf.

Als erstes hab ich nicht gut geschlafen und festgestellt dass ich wohl doch wirklich pickel krieg wegen innerer angespanntheit, wie man die loswird, weiss ich nicht, vielleicht bring ich irgendwann doch mal jemanden um oder zuend ne kirche an nur um rauszufinden dass das dann auch nicht das richtige Ventil war, aber wer weiss :)

So daaaaaann bin ich zu nem Bewerbungsgespraech gegangen was mich schonmal angekotzt hat weils ne zeitarbeitsfirma war fuer die ich auf keinen fall arbeiten werde, pech gehabt.

Daaaaaannn bin ich nach hause gefahren, hab n eis gegessen und n paar vegetarische teigtaschen in so dreiecksform. Waren nich besonders gut, aber machen satt.

Dannach bin ich aufs Dach geklettert...
und wr sind doch ein bisschen froh, dass er nicht runtergesprungen ist. War doch auch ausreichend, das Auto anzuzünden. Die Presse spurt, und die Zeile "Erster Autofahrer verbrennt sein Auto wegen hoher Spritpreise" ist fast genausogut wie "Erster Autofahrer springt wegen Ölpreis vom Dach".

Integration immer intensiver

Große Fortschritte machen die verstärkten Bemühungen zur verstärkten Integration von "Mitmenschen mit Migrationshintergrund" (Volker Beck). Nach einer end- und fruchtlosen Diskussion um Jugendgewalt hatte die besorgte Bundesregierung eine Integrationsoffensive ausgerufen, die jetzt erste Früchte trägt: Hatten Integrationskurse in Deutschland im Jahr 2005 noch 130.728 Teilnehmer, sank diese Zahl 2006 um zehn Prozent auf 117.954. Im ersten Halbjahr 2007 ging die Teilnehmerzahl nochmals um fünf Prozent zurück. Für 2008 ist ein weiterer fünfprozentiger Rückgang abzusehen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen.

Obwohl an den Zahlen zu sehen ist, dass offenbar immer mehr Mitmenschen mit migrantischem Hintergrund gut genug integriert sind, um auf Integrationskurse verzichten zu können, hat das Nürnberger Bundesamt für Migration und Flüchtlinge "inzwischen Maßnahmen eingeleitet, um die Zahl der Kursteilnehmer zu erhöhen". Geplant sind fetzige Plakataktionen und die "Einbindung von Migrantenorganisationen" (Bundesregierung).

Wasser Marsch für Menschenrechte

Spanien, das Land der Stierkämpfe und Tomatenschlachten, schreibt Tierschutzgeschichte. Nach dem Willen des spanischen Parlaments sollen Menschenaffen demnächst Menschenrechte bekommen, wie sie bisher nur Menschen haben, sofern sie nicht in China, Kuba, als Frau im Iran oder als Moslem auf Guantanamo leben. Das müsse so sein, weil Menschenaffen, wie der Name schon sagt, dem Menschen genetisch so ähnlich sind wie sonst keine anderen Tiere.

Zu den als intelligent geltenden Menschenaffen, denen ausdrücklich „ein Recht auf Leben“, „auf Freiheit“ und ein „Schutz vor Folter“ zugestanden werden soll, zählen etwa Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas. Inzwischen mehren sich die Stimmen, die ein konsequenteres Vorgehen in der Menschenrechtsfrage anmahnen. So fordern Schifffahrts-, Angler- und Philosophenkreise Menschenrechte auch für Wasser. Schließlich bestehe der Mensch zu bis zu 75 Prozent aus dem lebensspendenden Element. Es sei deshalb dringend nötig, ein Recht auf Freiheit und Unversehrtheit auch für die vielgenutzte Flüssigkeit einzuführen, hieß es bei der Initiativgruppe "Wasser marsch".

Bieten für Blondinen

Deven Traboscia ist 42, blond und wohlhabend, aber auch ein bisschen einsam. Ehe das Internet nun also bald untergeht und die Immobilienkrise auch die letzten vier Wände zum Einsturz bringt, hat die Mutter zweier erwachsener Kinder, die in Palm Beach Gardens lebt, jetzt ihr Haus und sich selbst (oben Bildmitte) im Paket auf Ebay zur Versteigerung gestellt.

Lange habe sie ja gehofft, auch so wieder einen Mann zu finden, sagt die Immobilienmaklerin, aber das habe irgendwie doch nicht geklappt. Nun gibt es also zum Startpreis von 99 Cent beides: Die Dame und das 170-Quadratmeter-Häuschen. Zum Versandkostenpreis von 500000 Dollar verspricht die Verkäuferin "real love, life and romance". Klare Vorstellungen vom Käufer hat Traboscia auch schon: Am liebsten solle es ein Europäer sein, die möge sie einfach am liebsten.

Im Säurebad des Volksfrohsinns

Es muss irgendwann zwischendrin passiert sein. Plötzlich waren deutsche Fußballer nicht mehr deutsche Fußballer, sondern "unsere" Fußballer. Plötzlich trugen Reporter nicht mehr Hemd und Hose, sondern Hose und Nationalmannschaftstrikot, so als seien sie Teil der Mannschaft. Plötzlich hießen Trainer Jogi, plötzlich schrien junge Frauen bei erzielten Treffern lauter als ihre Männer, plötzlich hatten ältere Damen deutsche Fahnen an ihren Fiat-Kleinwagen hängen. Die Frau, die in ihrer Rolle als deutsche Bundeskanzlerin Klima großschreibt, jettet ohne Rücksicht auf die "ökologischen Kosten" (Angela Merkel) ihrer Reise "für kommende Generationen" zu wichtigen Spielen, um einen jungen Mann namens "Schweini" zu herzen. Und von alters her als sportlich völlig uninformiert geltende Bekannte diskutierten kundig die Schwächen "unserer" Innenverteidigung.

Was ist passiert? Was ist geschehen? Wo ist er geblieben, der gute alte Fußball, der nicht 24-Stunden-Event mit Backenbemalung und Waldemar-Hartmann-Witzen war? Fort, verschwunden, aufgelöst im Säurebad eines Volksfrohsinns, der inmitten einer als lästig empfundenen Realität nach "Sommermärchen" lechzt.

Die letzten Fragen um die Europameisterschaft genannte Karaoke-Aufführung des römischen Prinzips von "Brot und Spielen" bleiben offen. Haben die vielen, vielen Unterarmtätowierten Spieler dort taktische Anweisungen, klassische Sinnsprüche oder private Notizen eingeritzt? Wie kann es sein, dass Zuschauer, die im Stadion auf der Leinwand gezeigt werden, dies stets innerhalb von Sekundenbruchteilen zu bemerken scheinen? Wieso wirbt Coca Cola mal in klassischer Rot-Weiß-Optik, manchmal aber auch mit grünem Hintergrund? Sind demnächst vielleicht Islamwochen bei McDonalds?

Soviel dort kommentiert wird, i Grundsatz bleibt das Meiste ungesagt. Warum etwa bekommt die lobenswerte und überaus mutige "Respect"-Kampagne der Uefa im Stadion die miesesten, billigsten, undsichtbaren und daher kommerziell gar nicht vermarktbaren Bandenstellplätze? Müsste einem Mann wie Michel Platini Rassismus nicht mehr wert sein als ein paar Aufsteller in der Abstellkammer? Und warum sieht Platini eigentlich mittlerweile aus wie Gerard Depardieu? Färbt Jogi Löw sein Haar wie Otto Rehhagel? Oder tönt er nur wie Gasherd Schröder?

Schließlich die wichtigste von allen: Wiegt Monika Lierhaus noch mehr als ein Kasten Bier? Und wird ihr großes Diät-Buch für Fankurven nun "Abnehmen am Ball"? oder "Die Diät-EM" heißen?

PorNo!

was emma-leserinnen im internet sonst noch so interessiert, steht hier.

Frau Ahmadinedschad nackt

Sie hat eine Figur, von der Männer träumen, ein feingeschnittenes Näschen und den wissend-verschleierten Blick einer Frau mit viel Erfahrung: Stolz hat der iranische Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad der Weltpresse jetzt erstmals seine Ehefrau und Bettgefährtin präsentiert.

Die Ahmadinedschads, die zusammen zwei Söhne und eine Tochter gezeugt haben sollen, zeigten sich offenherzig und ohne Scheu vor Fotografen aus aller Welt. Er im schnieken Wollpryla-Zweiteiler ohne Krawatte, sie, wie ihr Mann von Beruf Ingenieur, im traditionell enganliegenden kleinen Schwarzen der islamistischen Damenwelt: Dem Damenzelt. Aufmerksame Beobachter sahen Körperteile unter dem blickdichten Hightech-Gewebe hervorlugen - Frau Ahmedinedschad war damit nach Teheraner Maßstäben eigentlich nackt.

Markenpiraten im Fußballtrikot

Nach dem Kampf gegen den grassierenden Rassismus unter einigen wenigen unbelehrbaren Zuschauern, die man nicht Fans nennen kann, weil sie den Fußball kaputtmachen" (Theo zwanziger) nimmt sich das Innenministerium des Landes Sachsen-Anhalt ein weiteres drängendes Problem vor: Der Fußballverband des völlig verarmten Bundeslandes benutzt seit anderthalb Jahrzehnten illegal Teile des Landeswappens in seinem Verbandslogo.

Das geht so gar nicht, weil dann demnächst vielleicht auch noch der Volleyballverband, der Ruderveinein und die Cheerleeder der Harzer Hänger kommen. Die Markenpiraten des Fußballverbandes bekamen deshalb von einem hochbezahlten Sopezialisten des Ministerium des Innern Sachsen-Anhalt Post mit der Aufgeforderung, "die Verwendung des Landeswappens im Verbandslogo zu unterlassen".

Die unbefugte Benutzung von Wappen und Wappenteilen stelle nach § 124 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Geldbußen geahndet werden (Schreiben des MdI S/A vom Januar 2008). Alternativ könnte das Innenministerium wahrscheinlich auch Punktabzüge und Spielsperren verhängen.

Schnell entwarf ein künstlernder Fußballer deshalb ein neues Verbandslogo, allerdngs dürfen alle bisher gefertigten Drucksachen und andere Materialien mit Rücksicht auf die hochfliegenden Klimaschutzpläne der Fußball-Kanzlerin Angela Merkel "noch bis zum Verbrauch bzw. Verschleiß verwendet werden".

Registrierwut 2.0

Gesundheitskarte und biometrischer Ausweis, zentrales Einkommensregister mit "Jobcard" und flächendeckene Einkaufsüberwachung durch den Fiskalchip reichen der Bundesregierung noch nicht ganz, alle Lebensäußerungen ihrer Untertanen zu regsitrieren und zu speichern.

Deshalb plant Staatssicherheitsminister Wolfgang Schäuble (CDU) jetzt eine zentrale Datei für alle Einwohnermeldedaten sämtlicher Bundesbürger. Ziel ist nach einem Zitat der Bild-Zeitung die "Versorgung der Behörden und sonstiger öffentlicher Stellen des Bundes durch regelmäßige Datenübermittlungen". Das geplante Bundesmelderegister "solle die Qualität der Meldedaten erheblich verbessern" - zusammengeshaltet mit den übrigen Zentralkarteien ergäbe der Stasi-Speicher ein umfassendes Datenabbild der Gesamtbeölkerung.

Zumindest der CDU-Abgeordnete Clemens Binninger, ein Mitglied im Bundestags-Innenausschuss, von dem bisher nur Eingeweihte wussten, dass es existiert, bestätigte die Pläne. "Wir versprechen uns davon bessere Daten und Einsparungen von über 100 Millionen Euro", sagte Binninger. Zuvor war schon die Einführung der "Jobkarte", die Arbeitnehmer etwa 1,6 Milliarden Euro kosten wird, mit Einsparungen in Höhe von 85 Millionen begründet worden. Die 100 Millionen jetzt kosten nur ein weiteres Stück Freiheit.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Geldlos vor Gericht

Ein wilder Zottel aus dem Wald ist er, der seit einem Erweckungserlebnis in früher Jugend weiß, dass er berufen ist, die Welt vom Bösen zu erlösen. Jürgen Wagner nennt sich deshalb Öff Öff, er lebt in einem ehemaligen Hühnerstall am Rande einer großen Wiese, neben seiner intensiv nach getrockneter Hühnerkacke duftenden Behausung plätschert ein Bächlein und nebenan in einem Bauwagen lagert der Mann, der Chef und derzeit einziges Mitglied der weltweiten Bewegung der Schenker ist, Kartoffeln, Äpfel und sonstige Lebensmittel, die ihm Leute aus der Umgebung geschenkt haben.

Öff Öff, der im Wochenrhythmus im Fernsehen auftritt, dort schmerzlos Würmer verschlingt, sich Zähne aus dem Kiefer meiselt und Weisheiten vom einfachen Leben zum besten gibt, hat geschafft, wovon alle träumen: Sein Job ist es, nicht zu arbeiten, sondern sich alles schenken zu lassen, was er zum Leben braucht. Da kommt einiges zusammen, soviel sogar, dass die geschenkten Äpfel im Bauwagen langsam verrotten, weil der Naturmensch mit dem Essen nicht nachkommt.

Weil Öff Öff aber richtiges Geld eben doch nicht hat, verklagt ihn seine ehemalige Schenker-Gespielin jetzt auf Unterhalt für das gemeinsam gezeugte Kind, das als "Waldbaby" via Bild-Zeitung erst richtig für die Ein-Mann-Schenkerbewegung trommelte. Öff Öff mag nicht zahlen, trotz seiner vielen, vielen Fernsehengagements sieht er sich außerhalb von Gesellschaft und Rechtssystem stehen, wie er hier schenkermäßig verquast und verschwiemelt ans Amtsgericht in Eschwege schreibt:

4.1.4.3 - K 5211 AZ des Amtsgerichts 53 F 69/08 KI

Sie schrieben mir in einem Brief vom 16.06.2008:

Sehr geehrter Herr Wagner,

Ihre E-Mail vom 13.06.2008 haben wir mit heutiger Post an das hiesige Amtsgericht in Eschwege mit der Bitte um Kenntnisnahme und ggf. weitere Veranlassung weitergeleitet.
Für Ihren Hin- und Her-Transport sind wir nicht zuständig. Diesen müssen Sie in Eigenregie organisieren. Der Antrag auf Gewährung von Prozesskostenhilfe ist bei Bedarf unverzüglich ausgefüllt, unterschrieben und mit den entsprechenden Nachweisen an das hiesige Amtsgericht zu senden.

Mit freundlichen Grüßen...

Ich glaube, es gibt da einige grundlegende Mißverständnisse in unserem Umgang miteinander:

Ich bin ein freier, souveräner Mensch und kein Mitglied dieses staatlichen Herrschafts-Vereins, Sie handeln nicht in meinem Auftrag oder Sinne, und ich bin kein Befehlsempfänger. Ich kaufe und verkaufe nichts und gehe überhaupt nicht mit Geld um.

Ihre Gerichts-Veranstaltungen sind Ihre Veranstaltungen und von Ihnen zu verantworten.

Ich habe moralisch das Recht, mein Kind auf meine herrschafts- und geldfreie Weise versorgen zu wollen, und umgekehrt besteht sicher kein moralisches Recht, mir dies gewaltsam vorenthalten zu wollen oder mich gewaltsam für dieses Staats- und Geld-System vereinnahmen zu wollen, auch indem ich gewaltsam gezwungen werden sollte, mich und meine Arbeit für Unterhalts-Geld zu verkaufen...

Sie können mich zu Ihrer Gerichts-Veranstaltung einladen, und wenn wir uns auf beiderseits passende Termine verständigen können, und wenn der Reiseaufwand für mich angemessen machbar ist - als Geldloser bleibt mir normalerweise nur Trampen als Fortbewegungsweise, und das kann bei größeren Entfernungen Tage dauern...; andere mich einladende Veranstaltungen überlegen deshalb angemessenerweise, wie sie mich unterstützen können... -, dann komme ich gerne...

Wenn es nicht paßt oder ich den Aufwand nicht für angemessen halte, dann kann ich leider nicht kommen und Sie müssen Ihre Veranstaltung allein machen...

Ich werde keine 'Prozeßkostenhilfe' oder irgendwas Derartiges beantragen, weil Geldgeschäfte nicht mein Ding sind. Und man Gäste, die man zu irgendwelchen Veranstaltungen einlädt, nicht nötigen sollte, aus Ihrer Sicht dabei Unrecht mitmachen zu müssen. Alles Derartige ist Ihre Welt und nicht meine, und ich mache sowas nicht mit...

Ich denke nicht nach der Logik von Herrschaft und Geld, sondern nach der Logik gewaltfreien Teilens oder schenkender Liebe... Bin dementsprechend auch immer bereit, mit allen anderen Menschen, auch mit Ihnen, das letzte Hemd zu teilen, wenn Sie danach bedürftig sind...

Ich grüße das Natürliche (Göttliche) Licht in Ihnen, und freue mich gegebenenfalls auf eine Begegnung bei Ihrer 'Gerichts-Veranstaltung',

Öff!Öff! / Jürgen Wagner

Diskriminierende Quotenmessung

Das ist diskriminierend, das haben unsere trükischen Freunde mit den zwei Herzen in der Brust nicht verdient. Beim der Messung der Quoten des Spielen Deutschland - Türkei wurden nach Angaben der Financial Times nicht nur Public-Viewing-Zuschauer und Kneipenbesucher nicht mitgezählt, sondern empörenderweise auch keine Fans, die in türkischen Haushalten vor dem Fernseher saßen.

Ein schlimmer Verstoß gegen das von Ballack und dem deutschen Matchwinner Rüstü vor dem Spiel von gleichblauen Zetteln vorgelesenen Appell zum gemeinsamen Kampf gegen Rassismus - und wohl auch Grund dafür, dass die Einschaltquote zwar für einen EM-Rekord, aber nur für Platz zwei in der ewigen TV-Hitliste hinter dem Halbfinale Deutschland - Italien bei der Heim- Weltmeisterschaft 2006 langt.

Nach dem EM-Sieg

Warten, bis die Info kommt

verbraucherschützer haben herausgefunden: deutschlands verbraucher fühlen sich von der politik im stich gelassen. besonder schlimm: insbesondere familien und einkommensschwache menschen beklagen, als verbraucher nicht hinreichend informiert, beraten und gegenüber den interessen der wirtschaft geschützt zu werden. nun könnte man erstens meinen, dass es nicht aufgabe der politik ist, menschen über ihre rechte und pflichten bei der wahl des stromanbieters oder dem kauf von frischfleisch zu informieren - vor allem vor dem hintergrund der wunderbaren situation, auf hunderte von verbraucherinformationsportalen, tarifrechnern und finanzvergleichen im internet zugreifen zu können. zweitens wäre wahrscheinlich die ansicht nicht ganz von der hand zu weisen, der verbraucher müsse primär nicht informiert werden, sondern solle sich selber informieren. aber drittens sagen die verbraucherschützer ganz zum schluss, was sie wirklich wollen: mehr geld. ich bin für die einrichtung eines verbraucherschützer-schutzes.

In der Debatte um ...

... armut in deutschland wäre es ja schon hilfreich, wenn sich die gremien entscheiden könnten, wieviele bürger eigentlich davon bedroht sind, am hungertuch nagen zu müssen (oder es, mit kaputten zähnen natürlich, schon tun). ist es "jeder vierte", "jeder sechste", "jeder achte"? oder sind es, um die sache einfacher zu machen, nur "viele"? anders herum gefragt: wer würde sich um die "495 219 voll- und teilzeitbeschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter" alleine des deutschen caritas-verbandes (zu den spitzenverbänden der freien wohlfahrtspflege gehören noch weitere fünf organisationen) kümmern, wenn die armut ab- und nicht zunehmen würde?

Flucht in den Tod

Erst wurden alle immer öfter arm oder zumindest von Armut bedroht, nun sterben sie auch noch öfter. Nachdem die Zahl der Sterbefälle in deutschland im Jahr 2006 noch zurückgegangen war, stieg sie 2007 von 822.000 auf 827.000 an. Zuvor war die Zahl der Sterbefälle war von 1994 bis 2001 ständig gesunken und dann 2002, 2003 und 2005 gestiegen. 2007 starben nun etwa 142.000 Menschen mehr als geboren wurden. Gleich viele deutsche Einwohner gingen damit der nach einem Bericht der Bundesregierung beständig wachsenden Gefahr aus dem Wege, arm oder fettleibig zu werden oder gar in die wachsende Kluft zwischen arm und reich zu fallen.

Fußball schafft Handlungsfreiheit

Ist das Volk im nationalen Taumel, weil elf junge Männer in kurzen Hosen von Sieg zu Sieg eilen, regiert es sich mit leichter Hand. Seit dem ersten Spiel bei der Europameisterschaft haben Bundesregierung und Parlament, die sonst um Visionen und Reformen einen großen Bogen machen, allerlei mutige Beschlüsse gefasst.

Ein "Fiskalchip" wird demnächst in jedem deutschen Laden und in jeder Kneipe in jeder einzelnen Kasse centgenau erfassen, wer wann was gekauft und mit welcher Kreditkarte bezahlt hat. Eine "Jobkarte" wird alle Angaben zu Einkommen, gezahlter Steuer und Familienverhältnissen mit einer zentralen Datenbank vernetzen. Und weil es gerade so gut läuft und sowieso niemand etwas mitbekommt, das nicht mit "Jogi Löws Elf" anfängt, schieben Union und SPD gleich noch eine Diätenerhöhung für die notleidenden deutschen EU-Abgeordneten nach.

Um bis zu 1000 Euro im Monat sollen die Diäten steigen, weil die Europa-Abgeordneten künftig wie jeder andere normale Steuerflüchtling wählen können, ob sie den hohen deutschen Steuersatz zahlen wollen oder den halb so hohen der EU. Der Beschluss wird ohne Aussprache gefasst werden, um das fußballbtäubte Volk nicht unnötig auf die Barrikaden zu bringen.

Glücklücher Züttersüg

In der vierten Turnierwoche verkrustet manches schon zum Ritual. Deutschland siegt, anschließend wandert die Stadt, vertreten durch die nach Jahren der Auszehrung verbliebene Jugend, rufend und pfeifend die zentrale Einkaufsmeile hinunter zum zentralen Platz, umlagert dort das Denkmal des zentralen Heldenbürgers der Historie und ruft immerzu "Deutschland, Deutschland". Die Polizisten, die zwanzig Jahre zuvor noch entschlossen eingegriffen und die Zusammenrottung aufgelöst hätten, steht dabei und hört auch nicht, dass einer der Feiernden jedem kollektiven "Sieg"-Schrei ein privates "heil" hinterblökt.

Furchterregend ist sie nicht, die Party der One Nation Army, die sich das einheitlich getragende Nationalmannschaftsdress von adidas (69,90 Euro) offenbar trotz wachsender Armut gerade unter Kindern und Jugendlichen irgendwie leisten kann. Der Mann im Bierladen, der immer noch auf hat, wenn die Menge nach dem letzten "So-sehen-Sieger-aus"-Chor rituell nach Hause wankt, umgeben von hupenden Umlandbewohnern, sagt auf die Frage, ob er denn jetzt traurig sei, "nee, warum? Weil ich schwarze Haare habe?" Es folgt eine Lektion in Völkerkunde: "Nicht alle, die schwarze Haare haben, sind Türken!"

Er zum Beispiel ist aus dem Irak. Und "echt ehrlich genervt, dass mich jeder, der hier reinkommt, fragt, ob ich jetzt traurig bin." Ist er nicht. Muss er auch nicht sein. Dreizwei darf man durchaus auch gegen ein schlecht aufgelegtes Deutschland verlieren.

Mit dem Zweiten hört man besser

Ohne Notstromaggregat und Ersatzleitung ein EM-Halbfinale zu übertragen ist wie ohne Torwart Jens Lehmann gegen die Türkei anzutreten: Bundestrainer Jogi Löw legte mit einer überraschenden Aufstellung ohne Mann zwischen den Pfosten vor, das ZDF zog gebührensparend nach und machte den Fernsehabend zur heimeligen Dampfradio-Nostalgieshow. Mit dem Zweiten hört man besser - und dank sekundengenauer Absprachen mit dem deutschen und dem türkischen Trainerstab passierte in der Austastlücke der Hightech-Kameras auch nichts Weltbewegendes.

Glücklücher Züttersüüg

Der Berlinpankowblogger hat zur Feier des Tages herausgefunden, dass Berlin laut einem Bericht der europäischen Dönerhersteller die Hauptstadt des deutsch-türkischen Nationalgerichtes ist. Denn allein in der Hauptstadt gibt es etwa 1500 Dönerläden. Jeden Tag gehen 300.000 Portionen über die Laden- und Imbisstheken. Da gibt es doch sicher auf der Fußball-EM-Fanmeile auch so manchen Dönerstand, dachten viele. Besonders zum Halbfinal-Kracher Deutschland-Türkei wären Dönerstände das I-Tüpfelchen gewesen. Tja, aber eben nur gewesen.

Denn die hygienischen Vorgaben sind so hoch, dass sie kaum eine Dönerverkäufer erfüllen kann. Früher war es die Hackfleischverordnung, heute sind es die europäischen Lebensmittel-Hygiene-Vorgaben die den guten Dönergeschmack auf Märkten verderben. Die verbieten den Verkauf von Frischfleisch auf Märkten, wenn dort die Voraussetzungen nicht stimmen.

“Es dürfen nur vorgegarte Fleischspeisen verkauft werden. Döner ist aber, im Gegensatz zu den Buletten, nicht vorgegart. Bisher sind fast alle gescheitert, die Döner auf Märkten verkaufen wollten”, sagte ein amtlicher Veterinärmediziner. Deshalb gebe es auch keine Hackfleischbrötchen, sondern Zwiebelmett aufs Brot. Das ist doch aber wenigstens eine Alternative. Denn wer will denn schon vorgegarte Buletten vom Grill?

Mittwoch, 25. Juni 2008

Bund kauft Körperfett

Das ist doch mal ein Einfall. Nach einer Idee von CSU-Arbeiterführer Horst Seehofer, der vor zwei Wochen noch Bundeslandwirtschaftsminister war und jetzt wieder als Bundesverbraucherminister amtiert, wird die Bundesregierung ihren Bürgern in den kommenden drei Jahren Körperfett im Wert von 45 Millionen Euro abkaufen. Mit dieser "Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung" (Angela Merkel) will die Regierung, in der mit Steinbrück, Merkel, Seehofer, Glos und Steinmeier mehrere selbst unter fortgeschrittener Adipositas leidende Menschen sitzen, gegen Übergewicht und ernährungsbedingte Erkrankungen angehen.

Mit der Fettkauf-Initiative, die über regionale Fettsammelstellen abgewickelt werden soll, schlägt die Regierung gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Nach derzeitigen Marktpreisen können für 45 Millionen Euro rund 15.000 Tonnen fetthaltige Substanz erworben werden. Das entspricht einem Energiegehalt von etwa 135 Millionen Kilojoule. Damit können etwa 75 Gramm Kernbrennstoff der Sorte dreiprozentig angereichertes Uran ersetzt werden - ein großer Schritt für Deutschland auf dem Weg zum endgültigen Atomausstieg.

Selbstgespräch am Dönerspieß

So einig war sich die deutsche Presse zuletzt im WM-Sommer vor zwei Jahren. Damals filmte ein Team der BBC Straßenschlachten zwischen Fußballfans überall in Deutschland, Polizeiattacken mit Tränengas, Einsätze von Reiterstaffeln, wilde Prügeleien - all das ist im Film "Ein anderes Sommermärchen" zu besichtigen. Dennoch stand zwischen 3. Juni und 4. Juli in keinem einzigen überregionalen deutschen Presseerzeugnis auch nur eine einzige Zeile über Gewalt, die das friedliche Fußballfest überschattet, über Straßenschlachten, Festnahmen oder Verletzte.

Die Realität als Gegenstand der Ausblendung, die Wirklichkeit als störendes Moment in einem Wunschbild, das diesmal BILD und die türkische Schwesterzeitung Hürriyet entworfen haben. Die restliche Journaille malt es gerade begeistert aus: Am Vorabend der EM-Begegnung zwischen Deutschland und der Türkei entstand so die kollektive Zeichnung zweier Fanvölker, die einander den Sieg mehr gönnen als sich selbst, aus deren Autos zwei Fahnen bammeln und denen letztlich egal ist, wer gewinnt, Hauptsache, es ist der sportlich bessere.

Natürlich ist das nicht wahr, sondern Volkspädagogik, die durch gute Beispiele zu erziehen sucht. Wer jemals in einer Kurve stand, kann ermessen, wie weit weg die vermeintliche Abbildung der Stimmungslage im Land von der wirklichen ist. Die Inhaber von Döner-Buden haben Angst, dass die Deutschen gewinnen, weil sie fürchten, anschließend gewaltig in Regress genommen zu werden. Die deutsche Regierung hat Angst zu verlieren, weil eine nachfolgende Aufwallung von Türkenhass diplomatisch schwer zu handhaben wäre. Die Türken wiederum fürchten eine Niederlage, weil Übergriffe junger Türken etwa in Berlin und Köln die Diskussion um Ausländergewalt neu beleben und den Gegnern eines türkischen EU-Beitritts Munition liefern würde.

Von all dem nichts in der veröffentlichten Diskussion, die ein Selbstgespräch zwischen Kebabspießen ist. Jeder der in einer der zahllosen Befragungen seine Ansicht zum Spielausgang preisgeben darf, weiß, weshalb er gefragt wird und was sich zu antworten geziemt. Jeder Türke ist schlagartig "halb Deutscher", jeder Deutsche lobt Terims Heimat als prima Urlaubsland, und selbst Kurden, die die vor der Türkei nach Deutschland geflohen sind und die alte Heimat allenfalls mit knirschenden Zähnen siegen sehen, wünschen sich keinen deutschen Sieg, sondern ein "spannendes Spiel".

Das Nicht-Geschriebene ist wie einst in der DDR die wahre Botschaft, die Deeskalation ohne erkennbaren Grund der Offenbarungseid der freien wahrheitsgetreuen Berichterstattung. "Ja, sollen wir denn die gefärliche Stimmung noch anheizen?" ist eine wunderbare Begründung für den Rückzug einer ganzen Branche in einen Gedankenkokon chinesischer Bauart: Noch anheizen? Welche gefährliche Stimmung? Nach dem, was man liest, gibt es doch sowas nicht?

Kultur mit engem Gürtel

Erst die Hartz-4-Empfänger, dann die Kinder, dann die Millionäre, und jetzt auch noch unsere verehrten Kunst- und Kulturschaffenden: Schauspielerinnen und Schauspieler müssen ihren Gürtel immer öfter immer enger schnallen, weil die Gagen immer niedriger werden.

Vor allem für Nebenrollen fließt das Geld nicht mehr wie in den goldenen Tagen der 90er Jahre, als eine mindertalentierter Dauernebendarsteller von ARD und ZDF für Kurzeinsätze mit Tagesgagen von 1000 Euro entschädigt wurden.

Heute gibt es für dieselbe Sisyphosarbeit häufig nur noch 400 Euro und zahlreichen Vertretern aus dem unüberschaubaren Heer der professionellen Kleindarsteller droht Armut. Besonders die öffentlich-rechtlichen Sender drehen trotz steigender Inflationsraten ständig an der Gagenschraube nach unten. So gibt es für den verantwortungsvollen Auftritt als Leiche etwa im "Tatort" statt wie früher 600 Euro nur noch 100. "Auf der Strecke", klagt die Schauspieler-Gewerkschaft im Stil eines großen Tragöden, "bleibt in vielen Fällen die Qualität."

Elena hält die Augen auf

Das um Sicherheit und Gesundheit seiner Bürger stets besorgte Bundeskabinett beschließt jetzt eine neue Stufe der Gesamtüberwachung seiner Untertanen. Mit einem neuen elektronischen Einkommensnachweis - fröhlich "Elena" genannt wie die nette spätausgesiedelte Nachbarsfrau aus Kasachstan - werden laut Gesetzentwurf " bürokratische Hürden abgebaut und Geld gespart". Das Bundeswirtschaftsministerium hat schon mal ausgerechnet, dass es Bürokratiekosten in Höhe von 85 Millionen Euro wegfallen könnten.

Das allerdings ist nicht sicher. Dass 40 Millionen Arbeitnehmer sich in den nächsten Jahren eine Chipkarte mit elektronischer Unterschrift beschaffen müssen schon. Nur mit dieser digitalen Signatur sollen sie künftig staatliche Leistungen wie Kinder- und Elterngeld erhalten. Kosten der Aktion: 40 Euro für jeden.

Bei 40 Millionen Arbeitnehmern macht das schlappe 1,6 Milliarden Euro - so wird es nur 19 Jahre dauern, bis die die Zusatzkosten durch die Kartenausgabe durch die vielleicht eingesparten Bürokratiekosten wieder rein sind. Die Refinanzierung der "Anschubfinanzierung für das neue IT-System" in Höhe von 55 Millionen Euro wird dann allerdings schon die nächste Generation der Kartenkäufer leisten müssen.

Die Superüberwachung aber gibt es gratis dazu: Künftig soll der Arbeitgeber monatlich einen Datensatz auf elektronischem Wege an eine zentrale Speicherstelle übermitteln. Beantragt der Arbeitnehmer irgendeine Sozialleistung, greift die jeweils zuständige Behörde - etwa die Bundesagentur für Arbeit - auf die Speicherstelle zu und überführt die Daten in die Software der Behörde.

Zunächst wird Elena laut Bundeswirtschaftsministerium mit den sechs wichtigsten Bescheinigungen des Arbeitgebers - unter anderem die zur Beantragung von Arbeitslosen-, Wohn- oder Übergangsgeld - starten. Schrittweise sollen später weitere Arbeitsnachweise einbezogen werden. Darüber hinaus könne, so wünscht es sich die Bundesregierung, die Karte auch für die elektronische Unterschrift unter die digitale Steuererklärung oder für Internetgeschäfte genutzt werden. Noch ein bisschen vernetzen mit der "Fiskalcard", die bereits beschlossen ist, ein bisschen Anbinden dan die Gesundheitscard, den neuen elektronisch-biuometrischen Pass und eine Prise Schäuble 2.0 darüber: Damit wäre dann endlich alles in einer Hand und niemand müsste mehr fürchten, dass irgendeine seiner Bewegungen oder Lebensäußerungen nicht in der großen deutschen Regierungsdatenbank erfasst würde.

Angriff auf Flix: Uefa sperrt Poldi

Schock für Jogi Löw: Der Bundestrainer muss im Halbfinale auf Lukas Podolski verzichten. Die UEFA wertete eine Handgreiflichkeit des Müncheners nach dem Spiel gegen Portugal als Tätlichkeit und sperrte ihn für eine Partie.

Mit der Bestrafung des 23-Jährigen wurde erstmals bei einer EM ein Spieler auf Grund des Video-Beweises gesperrt. Podolski, der auch 5000 Schweizer Franken Strafe zahlen muss, spielt zudem ein halbes Jahr auf Bewährung und müsste bei einer weiteren Verfehlung erneut einmal aussetzen. Für das Finale wäre der Offensivspieler aber wieder einsetzbar. Die UEFA-Entscheidung ist rechtskräftig und nicht anfechtbar.

Kapitän Michael Ballack äußerte wenig Verständnis für die Vorgehensweise der UEFA, die "eine abgeschlossene Sache noch einmal auf den Tisch bringt."
Die UEFA-Kommission entschied aufgrund der Fernsehbilder, die der italienische Pay-TV-Sender Sky gestern erstmals ausstrahlte, dass Podolski nach dem Viertelfinal-Spiel eine Tätlichkeit gegen das EM-Maskottchen Flix begangen haben soll. Auf den Bildern ist deutlich zu sehen, wie Podolski das unschuldige Maskottchen brutal unterdrückt.

Podolskis Part im linken Mittelfeld gegen die Türkei wird somit aller Voraussicht
nach Tim Borowski übernehmen. "Die Mannschaft wird jetzt Flügel bekommen, dass Lukas Podolski zu seinem Endspiel kommt. Es wird ein großer Ansporn sein für Trainer und Mannschaft", sagte der Geschäftsführende DFB-Chef Theo Zwanziger.

Podolski hatte die Vorwürfe vehement zurückgewiesen: "Ich habe nichts Schlimmes gemacht", sagte er im Gespräch mit der "Bild-Zeitung". "Ich habe mich in einem Pulk befunden, in dem sich alle wild gefreut haben."

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff war von der Entscheidung der UEFA enttäuscht. "Wir waren der Meinung, dass wir eine schlüssige Begründung für einen Freispruch vorgelegt haben", sagte Bierhoff: "Die Bilder haben bewiesen, dass der Schiedsrichter und die beiden Assistenten direkt in der Nähe von Podolski gestanden haben. Deshalb war es aus unserer Sicht eine Tatsachenentscheidung."

Auch im italienischen Team herrschte Zurückhaltung. Lediglich Mittelfeldspieler Gennaro Gattuso verwies darauf, dass die UEFA Francesco Totti bei der EM 2004 in Portugal nachträglich anhand des TV-Beweises gesperrt habe. Der Spielmacher vom AS Rom hatte seinen dänischen Gegenspieler Christian Poulsen angespuckt. Ein Fernsehsender hatte die Aufnahmen nach dem Spiel veröffentlicht, Totti wurde für drei Spiele gesperrt. Es sei außerdem nicht die Art der Italiener einen Spieler einer
anderen Mannschaft anhand von Videobildern bei der UEFA anzuschwärzen. "Das wäre nicht die Art eines Gentleman - Deswegen machen Italiener so etwas nicht" sagte Italiens Teamchef Donadoni dazu.

Arme Millionäre abgehört

Die Zahl der Armen in Deutschland ist nach dem auf überalterten Zahlen aus dem Jahr 2005 beruhenden Armutsbericht der Bundesregierung erneut gestiegen. Wie schon vor drei Wochen, als erste Angaben aus dem alarmierenden Papier bekannt gemacht worden waren und als Trailer zum Vorgruseln einluden, belegt auch der jetzt veröffentlichte Bericht selbst, dass hierzulande jeder achte Deutsche arm ist und jeder vierte Deutsche von Armut bedroht wird.

Da hat sich also nichts zum Besseren gewendet in den letzten 20 Tagen.

Es ist sogar alles noch schlimmer. Jeder zweite Deutsche würde darüberhinaus zusätzlich von Armut bedroht sein, wenn sein gesamtes Geld wie der Fußballer Pete Best für "Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben und den Rest sinnlos verprasst" hätte. Gleichzeitig stieg, wie um "die immer weiter aufklaffende Kluft" (Ex-SPD-Chef Kurt Mecki Beck) zwischen Arm und Reich zu belegen, die Zahl der in Deutschland lebenden Millionäre auf 826.000.

Das kann bei den Milchpreisen nicht mit rechten Dingen zugehen, weshalb die Polizei jetzt endlich auch mal genauer hinschaut. Allein in Berlin wurden im Vorjahr fast eine Million Telefongespräche abgehört - 1100 Berliner hatten mehr als einen Teilnehmer in der Leitung. Das ist eine Steigerung um rund 50 Prozent in einem Jahr. Halten die Justizbehörden das Tempo, werden in zwölf Jahren alle Telefongespräche von Beamten mitgehört. Darauf deutet ja schon der Wortstammvon "Behörden" hin.

Betroffen wären dann allerdings auch die zunehmend veramten Schichten der Bevölkerung, deren Einkommenszuwächse nach einer aktuellen Untersuchung des IVW im vergangenen Jahr bei 2,9 Prozent lagen, während die Inflationsrate drei Prozent erreichte. Das verfügbare mittlere Durchschnittseinkommen sank damit um 17 Euro im Jahr, wodurch weitere Heerscharen von mittleren Angestellten gewzungen wurden, am Hungertuch zu nagen, statt bei Subway zu essen.

Das Opfer muss sich mäßigen

Nachdem Vertreter aus mehr als 40 Staaten der palästinensischen "Autonomiebehörde" erneut rund 156 Millionen Euro zum "Aufbau eines funktionierenden Rechtssystems" zugesagt haben, schossen in der Nacht trotz vereinbartem Waffenstillstand erneut Palästinenser aus dem von der Hamas regierten Gaza-Streifen Kassam-Raketen und Mörsergeschosse Richtung Israel ab. «Ich bin überzeugt, dass dieses Geld mehr als gut angelegt ist», sagte Steinmeier. «Wir müssen eine Situation schaffen, um auch Rückschläge im Friedensprozess aufzufangen.»

Nach dem Beschuß, zu dem sich der Islamische Dschihad bekannte, foderte das Nahost-Quartett aus EU, UN, USA und Russland beide Seiten "zur Mäßigung" auf. Wobei nicht ganz klar ist, welche Art Mäßigung im Falle Israels gemeint ist: Vielleicht, dass sich der Judenstaat im Zuge des Aufbaus des palästinensischen Rechstsstaats freiwillig ins Meer zurückzieht?

Dienstag, 24. Juni 2008

Als Hitler mal keine Gefahr mehr war

Krieg gern, aber nur für Herren

Krieg gern, aber doch nicht so, meine Herren! Entschieden hat sich die Uno jetzt endlich gegen sexuelle Gewalt in kriegerischen Konflikten ausgesprochen. Totschießen, gern auch mal Tausende, Bomben und bei Kommandounternehmen mit dem Messer einen schnellen Schächtungsschnitt am Gegner üben - das kann manchmal notwendig und oft
sehr nützlich sein, findet die Staatengemeinschaft.

Dabei aber Frauen hinein zu ziehen, ist nicht zivilisiert: In seiner Resolution 1820 forderte das UN-Gremium ausnahmslos "alle Kriegsparteien" einstimmig auf, "sofort jede Form von sexueller Gewalt gegen Zivilisten einzustellen und Maßnahmen zum Schutz zu ergreifen". Wenn die Milizen in Darfur und die Freischärler im Kongo nicht entsprechend handeln, will der Sicherheitsrat zum Äußersten greifen und die Schuldigen vor das Internationale Strafgericht in Den Haag bringen.

Vergewaltigungen und andere Formen der sexuellen Gewalt seien "Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder Bestandteil des Völkermordes", sie müssten im Gegensatz zur direkten Tötung von Menschen während bewaffneter Zwistigkeiten "geahndet werden könnten". Sechs Jahrzehnte nach den vor allem von der Sowjetarmee erfolgreich als Disziplinierungs- und Einschüchterungsmittel genutzten Massenvergealtigungen wurde UN-Generalsekretär Ban Ki Moon jetzt kurz entschlossen beauftragt, einen Aktionsplan auszuarbeiten, "um Informationen zu sammeln und den Rat zu informieren."

Als nächstes großes Projekt wird der Sicherheitsrat die immer wieder zubeobachtende Verwicklung von Kindern in Kriege und die völkerrechtswidrige Verwendung von Leuchtspurmunition im direkten Beschuß angehen, ehe dann diskutiert werden soll, ob auch vermummt auftretende Selbstmordattentäter mit einer Klage vor dem Internationalen Strafgericht in Den Haag rechnen müssen.

Nachhaltige Nutzlosigkeit

Mit einem sicherlich nachhaltigen Flugblatt auf ausgesucht nachhaltigem Halbglanzpapier legt die Bundesregierung gerade Rechenschaft ab über die Erfolge ihrer "Nachhaltigskeitsstrategie". Die sind gewaltig, wenn dem Papier zu trauen ist: "Viel ist schon erreicht", zitiert Bundeskanzlerin Angela Merkel den ehemaligen DDR-Volkskammerpräsidenten Willy Stoph stolz. Zum Beispiel, rechnete die Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaft" jetzt aus, konnten die im Energiesparprogramm der rot-grünen Bundesregierung unter Gasherd Schröder einst nachhaltig festgeschriebenen Einspar-Ergebnisse nicht annähernd erreicht werden.

Dafür aber hat das Nachfolge-Kabinett entschlossen neue beschlossen, "in Anspruch und Umfang einzigartig in Deutschland". Erstens lernt das Volk so, dass es nur ein Kabinett gibt, dessen Beschlüsse deshalb immer einzigartig sind. Zweitens, dass die Erfahrungen anderer einen selbst nicht zwingend klug machen muss.

Immerhin sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache. Danach ist es durch die fortgesetzten energischen Anstrengungen verschiedener Bundesregierungen seit den 50er Jahren gelungen, den Anteil eneuerbarer Energien an der Welt-Energieerzeugung von 12,2 Prozent auf 13,1 Prozent zu steigern. Der Anteil klimaschädlicher Kohle und klimaschädlichen Öls stieg hingegen nur absolut, nicht prozentual. Und der Anteil der Kernenergie verdreifachte sich trotz des deutschen Atomausstieges. Er liegt aber immer noch bei der Hälfte des Beitrages von Sonne, Wind und Wasser.

Und nun lässt die Prognose der Bundesregierung bis 2020 Epochales für Natur und Umwelt erwarten. Der Anteil der eneuerbaren Energien soll mit Hilfe von Milliardensubventionen, Sigmar Gabriel und allerlei Kyoto-Protokollen von 13,1 auf 13,3 Prozent quasi explodieren. Der Kohleanteil hingegen wird insgesmt zwar wie der Öl- und der Gasanteil weiter steigen, prozentual aber um zwei Prozent sinken. Außerdem kann man davon ja einfach mal schweigen. Nachhaltig.

Montag, 23. Juni 2008

By the way: So dumm sind Fußballfans wirklich

Furlan furios

die inszenierung von massimo furlan im halleschen kurt-wabbel-stadion wird in einem der vorigen beiträge m.e. weit unter wert geschlagen. was der sonst sehr verehrte kollegen binladenhüter als "absurdes theater" apostrophiert (und somit disqualifizieren möchte), war zum einen eher eine meist vergnügliche, manchmal auch bedenklich stimmende erinnerung an die wirkungsmacht kollektiver ideologien und mythen. wie anders ist sonst zu erklären, das 15-jährige teens lautstark das nächste tor für die ddr einfordern, während ihre eltern noch den letzten noten eines zum glück vergessenen songs von frank schöbel nachschmecken? alle sind sie "glücklich und zufrieden" (golo, der gartenzwerg) in der bundesrepublik angekommen - und stimmen dennoch ohne nachzudenken die nationalhymne der ddr an. eine verneigung vor der artistik des theaters und dessen kraft, qua vereinbarung zu funktionieren - oder unbewusst verinnerlichtes ressentiment? die meinungen gehen auseinander. dass furlan mehr als nur ein geschäftstüchtiger scharlatan ist, bestätigt sich jedoch schon durch die möglichkeit der fragestellung. 43 mal hat der schweizer das original-spiel gesehen. und trotzdem war diesmal nicht "auf dem platz entscheidend". denn zum anderen evozierte das "stück" emotionen und reaktionen auf der tribüne, welches ergebnis man dem theater sonst oft nicht nachsagen kann. die frage lautete also nicht: "hat es mir gefallen?" sondern: "was hat es mit mir gemacht? und warum gerade das?"

Erdbeben, Sonnenflecken, Hautkrebs, Wassermangel und Matt mittendrin

Ja, sie werden nicht müde, zu erzählen, wie schlecht die Welt heute ist und wieviel schlechter sie morgen sein wird. Die digitale Kluft wird größer, die Zahl der Hungernden steigt und die Lage der SPD verschärft sich, Armut ist Alltag selbst in vielen reichen Ländern, alles ist voller Alcopops- und Komasauf-Toter, voll Glücksspielsüchtiger und Hauptschulversager. Die Welt ist Zielscheibe von islamischen Terrorismus und kapitalistischer Öl-Spekulation, bald kann sich niemand mehr einen zweiten LCD-Fernseher leisten und bei Jugendlichen, warnt der Kinderschutzbund ganz aktuell, ist das Armutsrisiko wegen der vielen Handytelefonierei noch größer als bei Kindern. Dazu droht hinterm Horizont die Klimakatastrophe, es wird mehr Hurrikans geben und mehr "Starkregen" (dpa), mehr Dürre und mehr Sonne, mehr Erdbeben, Sonnenflecken, Hautkrebs und Wassermangel. Wie schön ist es da, Matt Hardings neues kleines Filmchen zu sehen - viereinhalb Minuten enthemmtes Hüpfen in 42 Ländern, eine Art cinemaskopisches Jugendfestival namens "Where The Hell Is Matt", das all die Untergangsfantasten in einem völkerverbindenen Hoppeltanz Lügen straft.

Unsinn online

Wäre Politik nur halb so einfallsreich, hätte der scheidende SPD-Chef Kurt "Mecki" Beck gar keine Probleme. So aber sind es fröhliche Spammer, die immer wieder auf einen neuen Dreh kommen, ihre als "Arbeitsvertrag" getarnten Phishing-Programme zu verteilen. Diesmal mit Hilfe von GMX, einem Mail-Portal, dem es eingefallen ist, die sinnfreie Erfindung des "GMX-Einschreibens" zu machen, das "zum sicheren Versand von E-Mails" dient. Aha. Das klingt dann so:

Sie liegt ein GMX Einschreiben zum Abholen bereit:

Von: elfingoservices1@gmx.eu
An: politplatschquatsch@gmail.com
Datum: 2008-06-23 08:58:58
Betreff: Re: Ihre Bewerbung
Verfallsdatum: 2008-06-30 23:59:59
Attachments: Arbeitsvertrag.pdf (158712)

Um das GMX Einschreiben über eine gesicherte Verbindung
abzurufen und an Ihre E-Mail-Adresse weiterzuleiten, klicken
Sie bitte rechtzeitig vor Ende der Bereitstellungsfrist auf
nachfolgenden Link und geben Sie dort den Abruf-Code ein.

Abrufcode: FPJ4942AJ

GMX Einschreiben ist eine Methode zum sicheren Versand von E-Mails
im Internet. Ausführliche Informationen zu GMX Einschreiben sowie
Sicherheitshinweise finden Sie hier:

--> http://www.gmx.de/einschreiben
Dies ist eine automatisch generierte Nachricht. Bitte
antworten Sie nicht an die Absender-Adresse dieser E-Mail.

Was da noch passieren soll

Nun ist alles auf gutem Wege, alle Zweifel sind verflogen, Deutschland hat den Titel wieder sicher. Nicht nur die Buchmacher, deren Angebote in Deutschland illegal sind, sondern auch die kollektive Klugheit der PPQ-Nutzer, denen dergleichen nicht vorzuwerfen ist, wissen es ganz genau: Deutschland wird Europameister. Schon kurz vor dem Ausscheiden der medial überbewerteten Holländer begann die Aufholjagd der Löw-Truppe in unserer Umfrage. Die Stunden bis zum Ausscheiden der spielfaulen Italiener nutzte die spielfreie Elf dann entschlossen, ihren Vorsprung bis auf 45 Prozent der Stimmen auszubauen. Die Situation vor den Halbfinals erinnert nun an die vor Turnierbeginn: Ein Favorit, drumherum lauter Außenseiter, müde gespielt in endlosen Verlängerungen, abgewatscht mit nur 12 (Spanien), neun (Türkei) und fünf Prozent (Russland) der Stimmen. Was soll da noch passieren? Das dachten ja auch die Holländer.

Öl für alle

Gerade noch war das Öl alle, was zu explodierenden Preisen führte. Soweit hat ja selbst die ehemalige Bauernführerin Renate Künast den Kapitalismus verstanden.

Nun aber soll das alles nicht wahr sein: Nansen Saleri, Ex-Chefverwalter der saudi-arabischen Erdölreserven, findet es "etwas zu früh, um vom Ende des Öls zu sprechen." Von einer Ölknappheit könne keine Rede sein. "Schaut man sich die globalen Reserven an, dann haben wir schätzungsweise noch zwischen 14 und 16 Billionen Barrel Öl zur Verfügung - es könnte auch noch mehr sein." Seit vor 150 Jahren in Pennsylvania Öl entdeckt wurde, habe die gesamte Welt aber gerade einmal eine Billion Barrel verbraucht.

Das derzeitige Problem liege in den freien Förderkapazitäten, die in den späten Achtzigern bei zehn Millionen Barrel betrugen, heute aber weltweit nur noch 1,5 bis 2 Mio Barrel am Tag verfügbar machen können. Oil Peak einmal anders herum: Der weltweite Output an Öl stieg in den letzten Jahren, das aber hauptsächlich, weil vorhandenen Förderkapazitäten kontinuierlicher ausgebeutet wurden. Erst infolge der gestiegenen Preise sind neue Quellen erschlossen worden, die das Angebot in den kommenden Jahren ausweiten helfen werden - der hohe Ölpreis sichert so die Versorgung der Welt mit immer mehr Öl. In den nächsten fünf bis sieben Jahren, glaubt Saleri, werde sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage und damit der Ölpreis stabilisieren.

Neben neuen Funden in Brasilien, Vietnam und Indonesien sieht Saleri, der bis Herbst 2007 die Ölreserven des saudischen Staatskonzerns Saudi Aramco verantwortete, vor allem in Saudi Arabien und im Irak noch riesige Ölvorkommen, die nicht erschlossen sind. "Saudi-Arabien besitzt 260 Mrd Barrel nachgewiesener Erdölreserven, das ist ein Viertel der konventionellen Ölreserven weltweit", so Saleri. Trotzdem betreiben die Saudis derzeit wieder ein Explorationsprogramm. "Dann ist da der Irak: Der hat bisher 110 Mrd Barrel nachgewiesene Ölreserven - und das beim Einsatz von Fördertechnologie der 70-er Jahre. Mit moderner Technik sollten hier 200 Mrd Barrel realisierbar sein." Zudem sei mehr als die Hälfte des Iraks noch nicht exploriert. "Wenn irgendwann Frieden und Stabilität eingekehrt ist, wird es dort viele neue Erdölfunde geben."

Die Ölreserven reichten demnach "mindestens 100, wenn nicht 150 Jahre - je nachdem, wie stark der Verbrauch sein wird".

Dieselben oder die gleichen

Die Menschenrechtsorganisation amnesty international prangert eben engagiert an, dass nach chinesischen Angaben über 1.000 Menschen seit den Unruhen ohne offizielle Anklage oder Prozess gefangen gehalten werden. "Viele hundert, vielleicht tausende von Tibetern befinden sich in Gefängnissen oder Haftanstalten, ohne dass die Regierung ihre Gefangenschaft öffentlich einräumt oder sie mit einer formellen Klage belastet", beschreibt amnesty, ohne den Widerspruch zwischen den "chinesischen Angaben" als Quelle und dem angeblichen öffentlichen Verschweigens der Gefangenen durch China aufzulösen.

Einen einzigen Lichtblick aber sieht ai: Vor Ankunft des olympischen Feuers in Lhasa seien, so zitiert die Genossenschaftspostille taz die Menschenrechtskämpfer, nach Angaben der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua 1.000 Menschen freigelassen worden, die nach den Unruhen verhaftet worden waren.

Völlig unklar ist den Amnesty-Aktivisten, ob es sich dabei womöglich um genau jene tausend Gefangenen handelt, die amnesty zuvor aus chinesischen Angaben zusammengezählt hat, obwohl die chinesische Regierung ihre Gefangenschaft offiziell nicht eingeräumt hat.

Der parteikritische Pekinger Tibet-Experte Wang Lixiong, der offenbar nicht in Haft isitz, kann auch nicht weiterhelfen. "Niemand weiß wirklich, was mit den Demonstranten in Tibet geschehen ist. Wenn jetzt tausend freikommen, sind womöglich noch hunderte in Haft." Nach seinen Informationen seien mehr als tausend verhaftet worden. Wieviel mehr? Womöglich, womöglich aber auch nicht. Die taz wartet auf amnesty. Amnesty wartet auf amtliche Angaben.

Sonntag, 22. Juni 2008

Absurdes Theater

Ein Mann allein wackelt über den Provinzfußballplatz, auf dem für gewöhnlich der viertklassige Hallesche FC fabelhafte Siege einfährt. Massimo Furlan ist Schweizer Schauspieler, seine Spezialität sind nachgestellte Spiele aus der Fußball-Historie: Der Mann aus Lausanne pflegt allein auf den Platz zu sein, und dort exakt die Laufwege zu gehen, die irgendein sehr viel berühmterer Fußballspieler viele Jahre zuvor gegangen ist.

In Halle, das als Gastgeber des Festivals "Theater der Welt" prädestiniert ist für große Schauspielkunst im EM-Sommer, ist Furlan Jürgen Sparwasser, Schütze des einzigen Tores, das die untergegangene Arbeiter- und Bauernrepublik DDR jemals geschossen hat gegen die auf Weltmeistertitel abonnierte Mannschaft der damaligen Bundesrepublik Deutschland.

Rund 2000 Menschen sind gekommen, der einleitenden DDR-Nationalhymne zuzuhören und dem einsamen Läufer zuzuschauen, der ohne Ball und Sinn über den von harten Oberliga-Schlachten gegen Pößneck und Jena II ausgezehrten Rasen des im Dritten Reich als "Mitteldeutsche Kampfbahn" errichteten Stadions wieselt. "Wir haben einen Riesenandrang, damit hat niemand gerechnet", sagt die Frau am Eingang, "wir müssen erstmal noch neue Karten drucken". Die sehen gar nicht so aus wie die Originale aus 1974 und Hamburger Volksparkstadion, auch für aureichend Radios, mit deren Hilfe das Publikum die Original-Reportagen von Ost- und Westradio parallel zu Furlans furiosen Flügelläufen hören können sollen, langt die Finanzspritze der Bundeszentrale für Politische Bildung, die das deutsch-deutsche Gemeinschaftserlebnis finanziert, nicht.

Aber auch ohne Ton ist das Spiel absurdes Theater der Sonderklasse. Es regnet und unten klagt Sparwasser-Furlan über ein böses Foul. Ein Regenbogen erscheint über der Gegentribüne, der im Original nicht da war, und Sparwasser-Furlan verpasst eine imaginäre scharfe Eingabe von links, die dreieinhalb Jahrzehnte früher wirklich hereinflatterte. Immer mal wieder flackert da auf der fussballfanfreien Theater-Tribüne Begeisterung auf, allein sie entlädt sich mangels Fußball nicht.

Denn Fußball mit Furlan ist wie "Warten auf Godot": Das Stadion sehnt die 78. Minute herbei, in der Jürgen Sparwasser die Mannschaft der Bundesrepublik 34 Jahre früher quasi zum WM-Sieg schoß. Das Spiel des einen Mannes ohne Ball aber plätschert ereignislos dahin wie wenig später des Treffen zwischen Italien und Spanien.

Das wird Massimo Furlan im kommenden Jahr auf dem Petersplatz in Rom zum Vortrage bringen. Bei Score For The Red Cross können vorher schon Tore für Italien nachgekauft werden, Massimo Furlan hat versprochen, von der Realität abweichende Ergebnisse für den guten Zweck in seiner Kicker-Karaoke zu berücksichtigen.

Tanzen mit Dr. Seltsam

Der wunderliche Kauz aus dem Wald, ehemals Schauspieler, dann Folk-Zupfer mit Zauselbart, ist zurück aus dem Studio, das wahrscheinlich wieder ein einsame Blockhütte in irgendwelchen weltabgewandten Bergen war. Bonnie Prince Billy schuffelt auf "Lie Down in Light" vergleichsweise fröhliche Weisen, begleitet von exotischen Instrumenten. Dieser Tage ist der Dr. Seltsam der Rockmusik auch wieder Tour, es darf getanzt werden.

Endspiel der Schwitzsysteme

Kurz vor dem Ende der Europameisterschaft hat es sich denn doch noch herumgesprochen zu den Staatsmedien: "Dö, dö dö dö dö dö dö dö döööööö", covert nun auch das musikalisch ein wenig schwerhörige Tagebuchfachmagazin "Stern" die White Stripes: "Spätestens beim Basslauf der "Seven Nation Army" von den White Stripes, der sich ungeachtet der offiziellen EM-Song-Bemühungen von Christina Stürmer und Shaggy als inoffizielle Hymne durchgesetzt hat", hub die Berichterstattung vom Russland - Niederlande-Spiel an, die der Reporter in einem Biergarten absolviert.

Damit wäre diese Frage beantwortet - allerlei andere aber harren noch einer Klärung. Etwa die, wie es der Sportartikelhersteller "Puma" schaffen konnte, nach immerhin rund 100 Jahre andauernden, äußerst kostspieligen Material-Forschungen Fußballtrikots herzustellen, die die sie tragenden Spieler schon vier bis sieben Minuten nach dem Anpfiff aussehen lassen wie begossene Pudel. Puma-Trikots des Jahrgangs 2008 erinnern in der stofflichen Qualität an Dederon-Strümpfe aus der Nachkriegszeit - vollgesuppt mit Spielerschweiß, glibbern Spieler von dergestalt gestraften Teams wie Tschechien und Italien, als seien sie sich in zu Hemden geschneiderte Wachstuchdecken gewandet.

Nicht ganz so gut hat der US-Konkurrent Nike das hinbekommen. Auch hier sind die Schnitte atemberaubend eng, auch hier nässt der Stoff wie alter Baumwolllappen. Die vor Nässe quietschende Plastiktüten-Ästhetik der Puma-Dresse aber bleibt unübertroffen und einzigartig: Puma-Träger Christiano Ronaldo hätte sein Leibchen nach Spielende auswringen und hernach locker zweieinhalb Liter Ronaldo-Schweiß auf Ebay versteigern können: Jeder Tropfen, den der Modellathlet in den 90 Minuten zuvor ausgeschwitzt hatte, hing noch in den Puma-Maschen.

Auch die Branche rätselt. "Da ist bei den Kollegen mit dem Feuchtigkeitsmanagment irgenwas schief gegangen", mutmaßt man bei Adidas, dem dritten Großen der Branche, der mit Deutschland und Spanien noch zwei verbliebene Teams mit wenig nässeempfindlichen Trikot ausrüstet. Die schrecken Gegenspieler allerdings kaum ab, während etwa der Griff in den italienischen Nasstauchanzug eines Bären wie Gattuso einige Überwindung erfordert. Heute abend kommt es zum Endspiel der Schwitzsysteme: Italien in Puma nass gegen Spanien in Adidas trocken.

Durch Wetter und Wolke


Von Russland, dem großen, auf ewig verbündet
steht machtvoll der Volksrepubliken Bastion.
Es lebe, vom Willen der Völker gegründet,
die einig und mächtige Sowjetunion.


Ruhm sei und Lobgesang, dir, freies Vaterland!
Freundschaft der Völker hast fest du gefügt.
Fahne der Sowjetmacht, Fahne in Volkes Hand,
du sollst uns führen von Sieg zu Sieg.

O Sonne der Freiheit, durch Wetter und Wolke,
von Lenin, dem großen, ward Licht unserm Pfad.
Und Stalin erzog uns zur Treue dem Volke,
beseelt uns zum Schaffen, zur heldischen Tat.


Wir haben in Schlachten das Heer uns geschaffen,
und schlagen den Feind, der uns frech überrannt.
Entscheiden das Los von Geschlechtern mit Waffen
und führen zum Ruhm unser heimatlich Land.

Samstag, 21. Juni 2008

Die Enkel fechtens besser aus

Sonntagmorgen am 21. Juni vor zehn Jahren stand der Mann aus Weimar einfach nicht mehr auf. Gerhard Gundermann, im Hauptberuf Fahrradmonteur, im Nebenerwerb Ost-Lied-Ikone und kommunistischer Kult-Künstler, ist seitdem fort, ohne weg zu sein.

Christian Haase, geboren in Leipzig und gerade noch so in der DDR aufgewachsen, über die Gundermann seine Lieder schrieb, sprang mit Grandezza, Fleischerhemd und blondem Zopf in die großen Schuhe des Ost-Springsteens, dessen großer Wunsch, ein Album mit eingedeutschen Coverversionen des Originals machen zu dürfen, am "No" von Springsteens Management scheiterte.

Auch Gundermanns Traum, nach seinem Tod als schwarze Katze zurückzukehren, unbemerkt und unbeachtet, ist nicht aufgegangen. Gundi, wie ihn seine Fans nennen, ist als Haase unterwegs.

Wiedergeboren als Italiener

Von wegen, er kann nur noch reden, und nicht mal das richtig. Günter Netzer, einst geniale Zehn im Spiel der deutschen Nationalmannschaft, steht in seiner gealterten Inkarnation in Halbzeitpausen brummig vor dem öffentlich-rechtlichen Mikrophon. Im täuschend echt nachgebauten Netzer-Körper der 70er Jahre aber spielt er als "Andrea Pirlo" nach wie vor begeisternden Fußball, inzwischen für Italien, weil Jürgen Klinsmann ihn seinerzeit nicht ins Aufgebot berufen wollte. Klappt alles, wie von Netzer geplant, stehen sich Italien und Deutschland demnächst im EM-Finale gegenüber. Der alte Günter Netzer würde dann im Pirlo-Kostüm endlich Rache nehmen können für seine Ausbootung bei der WM 74.

Der Spatz auf dem Dach

es war nur eine frage der zeit. ende mai verkündete die presse: "der spatz bleibt der häufigste gartenvogel deutschlands." kaum zwei monate später die kehrtwende: "den spatzen droht die rote liste." nächstes jahr wird der spatz wieder der häufigste gartenvogel deutschlands sein, jede wette.

Freitag, 20. Juni 2008

Zigarette im Stadion: SPD- Politiker rüffelt Löw

das lese ich bei spo als kopfzeile; manchmal lese ich sowas auch weiter, meist nicht, trage ihn nur still im herzen den schmerz, aber manchmal will man einfach nur den knüppel auspacken...

Welthits, die keiner kennt

Halleluja Hansi

Draußen zogen die Gauckler des Festivals "Theater der Welt" trommelnd um die Häuser, drinnen tobte die Fußballschlacht. Weitsichtig hatten die Organisatoren des Welttheatertreffens die Eröffnungsfeier ihres KulturFestivals direkt auf den Termin des Viertelfinalspiels der deutschen Mannschaft gelegt: Die symbolisch aus vier Himmelsrichtungen zum Marktplatz von Halle/Saale ziehenden Aufmärsche von tanzenden Schauspielern blieben denn auch von jubelnden Volksmassen an den Straßenrändern verschont - die Provinz feierte lieber Fußballparty.

Mit Hansi Flick, dem Wundermann, der seinen Vorgänger Joachim Löw inzwischen vergessen lässt. Zwei Spiele, zwei Siege, die Bilanz des regionalligaerfahrenen Trainers ist makellos. Die alte WM-Euphorie aber, bisher eher aus der Erinnerung an die großen Tage im Sommer 2006 gespeist, weckte vor allem das Wie des Sieges über Portugal, von allerlei Experten zuvor zu einem der großen Titel-Favoriten erklärt: Keine Sekunde stand wirklich in Frage, dass Flicks Truppe siegen würde.

Beim Jubel enthemmter Jugendmassen danach hatten die Theaterleute ihre Trommeln schon abgebaut, den Rhythmus zu "Ohhh, wie ist das schön" und "So sehen Sieger aus" schlugen zerschellende Bierflaschen. Händel, der große Sohn der Stadt, der lieber in London lebte, schaut starr vor Schreck ins Gewimmel zu seinen Füßen. Was soll das noch werden? Der Titel etwa?

Donnerstag, 19. Juni 2008

Live aus dem Archiv

Technologisch lag der Osten Deutschlands schon immer ganz weit vorn. Hier wurden Junkersflugzeuge und die Multispektralkamera erfunden, die Hochburgen der modernen Giftgas-Produktion lagen und auch die Sonnenenergie wurde in Ostdeutschland erfunden. Demnächst folgt der nächste Schritt "Sachsen-Anhalter", meldet die Landespolitik heute, "können Landtagsdebatten vom nächsten Jahr an im Internet verfolgen".
Ein Traum für viele Menschen auch außerhalb der Landesgrenzen. Leider wird nicht erklärt, weshalb Internet-Nutzer von jenseits der Landesgrenzen offenbar schon mit der verbalen Konzentration auf "Sachsen-Anhalter" von der Nutzung des neuen Serviceangebotes ausgeschlossen weren sollen. Aber wahrscheinlich dauert die Übertragung aus dem Landtag in Magdeburg nach Köln, Gera, Jerusalem oder Sidney einfach zu lange. So schon sind Live-Übertragungen aus dem Parlament nicht möglich: Die Redebeiträge werden nur mit fünfminütiger Verzögerung zu sehen sein. Das sei anders nicht möglich, "weil sie vorher noch archiviert werden müssen, damit sie auch später wieder aufgerufen werden kann", verlautete aus dem Hohen Haus.

Das geht bisher nicht gleichzeitig. So können zum beispiel alle EM-Spiele, die live übertragen werden, später nie mehr angeschaut werden. Auch Konzerte, wie sie die britische BBC oder im sachsen-anhaltinischen Halle beheimatete Radiosender Sputnik häufig live über das Internet senden, sind damit - was die Sender selbst noch nicht wissen - für alle Zeiten verloren.

Dasselbe Schicksal droht den spannenden Wortgefechten aus Magdeburg nicht. Vorteil der zeitversetzten Übertragung sei nicht die Möglichkeit, vor der Ausstrahlung an Unbefugte korrigierend in Redebeiträge einzugreifen, sondern "dass die Internet-Nutzer die Redebeiträge der Abgeordneten auch einige Tage nach der Debatte noch anklicken können".

Eine technische Neuheit, einzigartig in der Welt des Internets, für die die fünfminütige Verzögerung nur ein kleiner Preis ist. Nun herrscht Freude vor allem bei Berufstätigen und in den Schulen des Landes. "Das nun beschlossene Modell bietet Schülern die Möglichkeit, nach Unterrichtsende am Nachmittag Debattenbeiträge vom Morgen zu verfolgen", entwickelt Landtagssprecherin Ursula Lüdkemeier schon die packende Vision eines Volkes, das ein bisschen zeitverzögert ganz eng mit seinen Politiker vernetzt ist.

Das in Sachsen-Anhalt geplante Modell, meldet derweil die auch im heftig verschuldeten Bundesland einzig amtliche Nachrichtenagentur dpa, sei bundesweit einmalig. Wahrscheinlich ist es sogar weltweit einmalig. Und billig ist es noch dazu: Die Kosten für den Kauf eines Servers, einer Kamera und eines PC-Arbeitsplatzes, an dem ein Mitarbeiter der Landtagsverwaltung jeweils die Namen der gerade redenden Politiker live als Untertitel eintippen, die Reden aufwendig archivieren und vorher Versprecher aller Art verbessern wird, wurden auf schlappe 47.000 Euro beziffert - der Gegenwert von gerademal 47 Servern oder 93 PC, 160 Videokameras oder 80 Full-HD-Videocams. Ein Klacks sind die laufenden Kosten, die nur 14.000 Euro jährlich betragen werden. Muss für Strom sein.

Fröhliches Bilderraten - Was ist das?

Folterflüge ohne Frank

SPD-Kanzlerdandidat Frank-Walter Steinmeier hat Vorwürfe über eine Mitverantwortung Deutschlands bei den geheimen CIA-Gefangenenflügen als "groben Unfug" bezeichnet. Diese Flüge seien von deutscher Seite weder unterstützt, noch geduldet oder gar gefördert worden, versicherte Steinmeier kurz vor seiner Aussage im BND-Untersuchungsausschuss in Berlin. Steinmeier, derzeit noch Außenminister, war zur Zeit der Folterflüge als Kanzleramtsminister der Regierung Schröder verantwortlich für die deutschen Geheimdienste.

Die sahen und hörten entweder nichts davon, was auf deutschen Flughäfen wie Leipzig (im Bild oben CIA-Maschine von World Airlines) oder Frankfurt vorging. Oder sie behielten es in typischer Geheimdienstmanier schonmal für sich, weil sie in der damaligen grauen Maus schon den aufstrebenden SPD-Star sahen, den sie sechs Jahre später nicht in Bedrängnis bringen wollten.

Weil Steinmeier deshalb nichts davon wusste, dass die CIA und andere Geheimdienste Transporte mit völkerrechtslich zweifelhaften Gefangenen über deutsche Airports abwickelten, zitiert Deutschland einzig amtliche Nachrichtenagentur dpa den derzeit beliebtesten Sozialdemokraten, "habe er seine US-Amtskollegin Condoleezza Rice zu Beginn seiner Amtszeit darauf hingewiesen, dass derartige Flüge nicht mit deutschem Recht vereinbar seien."

Der Ausschuß muss nun nur noch die Frage klären, über welche "derartige Flüge" Steinmeier mit Rice gesprochen hat. Die, die die Amerikaner hinter dem Rücken aller deutschen Geheimdienste durchführten? Die, von denen er nichts wusste, weil der Geheimdienst ihm, seiner Aufsichtsperson, nichts davon verraten hat? Oder die, von denen er annahm, dass sie gar nicht stattfanden?

Problem löst sich von selbst

hauptschüler sind heute oft "nicht ausbildungsfähig". das meint zumindest klemens gutmann, präsident der arbeitgeber- und wirtschaftsverbände in sachsen-anhalt. "bild" formuliert wie immer ein wenig drastischer: "wie dumm sind unsere schulabgänger?" grund für die schwachen leistungen ist nach ansicht von thomas lippmann, landesvorsitzender der gewerkschaft erziehung und wissenschaft, "fehlende motivation" aufgrund nicht vorhandener "beruflicher perspektiven". sobald die zukunftsaussichten sich gebessert haben, dürfte also die motivation der bisherigen system-verlierer sprunghaft steigen, so offenbar die logik. damit verbessern sich dann automatisch auch die leistungen von nico, ronny und ahmed, so dass ihrem karriereweg eigentlich nichts mehr im wege stehen dürfte. da nun aber justament jetzt und gerade festgestellt wird, dass die firmen aufgrund des geburtenknicks bald händeringend nach lehrlingen suchen werden - ist das problem gelöst. und zwar ohne hilfe von außen. förderungen, kooperationen und unterstützungen -alles pillepalle. denn geburtenknick = weniger lehrlinge auf mehr stellen = motivation ohne ende = bessere leistungen = kein problem, die freien stellen zu besetzen. oder?

Immer wieder sonntags: Peak Oil erreicht

Es war nur eine Frage der Zeit, wann neue amtliche Zahlen zum Untergang der Menschheit kommen. Heute nun ist es soweit: Unter Berufung auf T. Boone Pickens, Chef des mehr als vier Milliarden US-Dollar schweren BP-Capital-Hedgefonds, wird das Ende der Zukunft ausgerufen. "Der Peak Oil ist erreicht", warnt Pickens - Peak Oil bedeutet, ab jetzt geht es mit der Förderung von Erdöl nach unten, niemals mehr wird mehr Öl gefördert werden als vor dem Tag des "Peak Oil", also gestern.

Was es für die Preise bedeutet, wenn das Angebot sinkt, während die Nachfrage steigt, und als Gegenmaßnahme nur ein Verbot von Glühbirnen zur Verfügung steht, liegt auf der Hand: Mediales Heulen und Zähneklappern steht an, Oma wird sich mit Badeöl bevorraten und Vater noch einen Kanister Benzin in die Garage stellen, für alle Fälle.

Dort kann der Sprit dann in aller Ruhe verdunsten, denn Pickens "Peak Oil"-Alarm ist beileibe nicht der erste. Schon vor 35 Jahren, als die USA den Höhepunkt ihrer eigenen Ölförderung erreicht hatten, machte die Parole vom Niedergang der Fördeung die Runde. Colin J. Campbell von der Association for the Study of Peak Oil and Gas ließ damals wissen, 1989 sei der Höhepunkt erreicht. Weil die Wirklichkeit nicht folgen wollte, hat sich Campell inzwischen umentschieden: Peak Oil 2007, lautet seine gerade aktuelle Prognose, die gewissermaßen in die Vergangenheit reicht.

Seitdem taucht der "Peak Oil" immer wieder auf aus der Puppenkiste der Weltuntergangspropheten. Mal ist es der größte Ölförderer Saudi-Arabien, dessen Felder angeblich zur Neige gehen, mal der Irak, der dauerhaft als Produzent ausfällt, mal ist es Venezuela, dessen verluderte volkseigene Anlagen die Produktionsmenge nicht halten können, mal der Iran, der seine Ölquellen verschlammen lässt.

Sicher sind alle Propheten, dass es abwärts geht. Die Ölproduktion liegt zwar seit Jahren stabil bei um die 80 Millionen Barrel täglich, das aber irritiert niemanden. 2000 war der Peak Oil schon einmal amtlich, unbeirrt davon nahm die Weltölproduktion aber ab 2003 wieder zu. Seitdem trompetet jedes Jahr jemand etwas vom Peak Oil in die Welt, besonders gern, wenn die Preise gerade exorbitant steigen. 2004 war Peak Oil, 2005 gleich dreimal, 2006 natürlich auch, 2007 siehe oben und 2008 kam Pickens zu spät, um noch originell zu sein: Die Energy-Watch-Group verkündete den Peak Oil schon im Mai, im März wurde in Hamburg die "Peak Oil-Resolution" veröffentlicht, im April auf Youtube ein "Oil is running out"-Video.

Gleichzeitig wurde in Malaysia ein "Supergiant Field" entdeckt. Vietnam meldete Ölfeldfunde wie ein Teppich vor der Küste von Nord nach Süd, Myanmar, "das frühere Burma" (Tagesschau), übertrug die Erschließung seiner neuentdeckten Felder mit etwa 3,2 Milliarden Barrel einer chinesischen Firma und vor Brasilien stieß Petrobas auf ein riesiges Feld mit etwa 33 Milliarden Barrel. Vielleicht ist die Zukunft also doch nicht zu Ende. Auf jeden Fall aber bleibt noch Zeit, den Peak Oil immer mal wieder auszurufen.