Samstag, 21. Juli 2007

Welcher Kalender?

antisemitismus auch in der ddr - wer hätte das gedacht? gegen juden im allgemeinen und im speziellen zu hetzen, scheint für einige flachköpfe tatsächlich ein privileg des klassenfeindes gewesen zu sein. doch ob die hz mit dem beitrag "das hat es hier doch gegeben" wirklich aufklärungsarbeit leistet, scheint fraglich. denn als beispiel für "antisemitismus und rechte einstellungen in der ddr" wird zuerst folgendes gebracht: "salzwedel 1946: auf dem jüdischen friedhof werden mehrere grabsteine umgestoßen". widerlich. aber ddr?

Allahs Attacke abgeschaltet

Es sollte der große Gegenschlag gegen die Medienvormacht des verhaßten Westens werden und ist nun ein großer Schlag ins Wasser. Vor zwei Wochen erst hatte die "Globale Islamische Medienfront", selbst ernanntes Sprachrohr des imaginären Islamischen Staates Irak, einen Generalangriff des "Medienschwertes des Islam" mit Wackelfilmchen aus der Handykamera und verquasten Ansprachen bärtiger Koran-Kommentatoren angekündigt, um weltweit noch mehr Begeisterung für sinnlose Selbstmordattentate zu wecken. Dazu paktierten die aus Deutschland sendenden Internet-Mudschaheddin, die bei PPQ übrigens den hübschen Kommentar "Danke für die Werbung... Lol - Deutscher Bereich der GIMF" hinterließen, sogar mit dem großen Teufel und benutzten mit Wordpress eine Blog-Plattform aus den USA, notgedrungen, denn das fortgesetzte fleißige Studium der Suren behindert das Entstehen einer arabischen Internet-Industrie doch bislang eher als das es sich förderlich darauf auswirkt. Die Wickelkopf-Laus im Wordpress-Pelz ist beim Kriegsgegner offenbar nicht ganz so gut angekommen, denn jetzt hat der Bloganbieter mal eben den Stecker gezogen und Allahs Attacke einfach so abgeschaltet. "This blog has been archived or suspended for a violation of our Terms of Service." Die Gimf ist vorerst auf Aaron Wilsons Forumseite Jabha umgezogen, aber wir machen uns jetzt den Spaß und beschweren uns bei Aaron in Los Angeles unter mawsuat@yahoo.com, um den Dialog mit den Andersdenkenden nicht abreißen zu lassen. Mal gucken, wenn lange die Fahne des Propheten noch weht. Machen wir doch gern für den "Deutschen Bereich der GIMF", der sich übrigens über einen Server in Tokio bei uns eingelesen hatte. Lol.

Freitag, 20. Juli 2007

der stauffenberg kreist

darf ober-widerständler claus schenk graf von stauffenberg durch einen durchgeknallten amerikanischen scientology-anhänger dargestellt werden? eine typisch deutsche frage, die auch lauten könnte: wieso muss sich ein us-demokrat dafür rechtfertigen, einen durchgeknallten nazi spielen zu dürfen? anders ist doch folgendes zitat kaum zu verstehen: "die bevölkerung ist ein unglaublicher pöbel, sehr viele juden und sehr viel mischvolk. ein volk, welches sich nur unter der knute wohlfühlt. die tausenden von gefangenen werden unserer landwirtschaft recht gut tun." (stauffenberg in einem brief an seine frau aus dem besetzten polen)

Wanderzirkus der Verwirrten

Der Vorstand hat scharf kritisiert. Die Gewerkschaften haben massiv protestiert. Die Opposition verlangt eine rasche Entscheidung. Damit hat die Fraktionsführung den Druck weiter erhöht. Dagegen ist die Parteilinke Sturm gelaufen. Der Vorstand hat mit Nachdruck gewarnt. Die Landesfürsten reagierten mit Unverständnis. Die Spitzenverbände haben sich entschieden verwahrt. Und die Fraktion hat das harsch zurückgewiesen.

Seit dem Tag, an dem das Wort "medial" entstand, zieht der Wanderzirkus der Verwirrten über die wenigen Weiden, auf denen noch Emotionen wachsen. Wie Schafe die Grasnarbe widerkäuen sie die ewig gleichen Satzgebilde, weil nur deren verbaler Wucht Wirkung zugetraut wird. Die Tagesschau als Vokabelkontrolle, die Diskussionsrunde als Tauschbörse für zugespitzte Plattheiten. Nachrichten sind nur noch Mitteilungen über Dinge, die jemand gesagt hat, und Meldungen von Ansichten, die einer verbreitet haben möchte. Langweiliger als die "Lindenstraße" und teurer als "Star Wars" walzen sprechblasenspeiende Polit-Panzer mit quergestreifter Krawattentarnung in die Wohnzimmer, um Superlative zu spucken. Harsch und heftig, massiv und scharf, kleiner haben sie es nicht. Die letzte Münze ist ein großer Schein, auf den aber komischerweise doch immer noch jemand herausgeben kann.

Dann nimmt die Debatte an Schärfe zu, die Heftigkeit an Masse, der Nachdruck an Raschheit, der Sturm an Unverständnis, die Dummheit an Breite. Vorbei die Zeiten, als ein Thema besprochen, beäugt und beurteilt werden konnte. Heute tobt ein Kampf bis aufs Messer, heute schlagen sich legastenische Großmäuler mit Breitschwertern um den Ruhm, den zum Säbelzahntiger erklärten Bettvorleger erlegen zu können.

Einmal im Gefecht, hören sie nur noch das Hundepfeifen von ihresgleichen und es gilt nur ein Gesetz: Beachte die Fruchtfolge bei der Konflikterfindung. Zwei Felder stehen zur Verfügung stehen - die Vergangenheit und die Zukunft. Erstere ist endlos dehnbar, sie eignet sich deshalb als Brücke und Knüppel, Blindenhund und Minenfeld.

Letztere hingegen verspricht formbar zu sein durch Arbeitsgruppen und Ausschüsse, Gremien und Kabinette. Von Sachzwängen ins Nagelbett einer Gegenwart gepresst, die sich durch Handeln nicht mehr ändern lässt, simuliert der Sprüh-Schaum aus Superlativen, der aus Radios und Fernsehgeräten quillt, die Möglichkeit, es dennoch zu tun. Erderwärmung stoppen durch den Wechsel zu einer Light-Zigarette. Gesundheit schaffen ohne Waffen. Deckenspenden für die Teppichmarkthändler von Antalya. Armut bekämpfen durch den Versand von Lötkolben nach Afrika. Auch Hilfe zur Selbsthilfe muss rasch und entschieden geschehen in den mit Geschwätz tapezierten Wolkenkuckucksheimen, in denen im Zweifel nur der eine Satz gilt: "Laut gedacht ist gut gemacht".

Lehrstunde für Lafontaine

Oskar Lafontaine schwärmt seit seiner Reinkarnation als Kommunist von einem Land, in dem ein starker Staat Garant der Freiheit seiner Bürger ist, indem er nach Kräften reguliert, was immer zu regulieren ist. Wäre Lafo, wie ihn die "Linke" launig nennt, Kanzler, betriebe der Bund zwar nicht selbst Bäckereien und Cola-Fabriken, Betreiber solcher aber müssten sich in Lafos Abteilung Marktkontrolle ihre Preise und Gewinne genehmigen lassen.

Ein Staatsmodell, dass so weit nicht weg ist vom derzeit benutzten, denn bei Telefon, Gas und Strom besteht bereits eine solche staatliche Genehmigungspflicht, derzeit jedoch noch mit dem eingeschränkten Wettbewerb durch die Besitzverhältnisse bei den jeweiligen Netzen begründet. Lafontaine wäre nur etwas konsequenter: Bei ihm würden Strom und Gas aus bundeseigenen Anschlüssen kommen, der Bund wäre der größte Vermieter und auch alle übrigen Belange der allgmeinen Daseinsvorsorge betriebe wie damals in der DDR Vater Staat.

In Simbabwe ist Robert Mugabe auf diesem Weg schon ein Stück über die Theorie hinaus. Nachdem das Land durch die Enteignung der weißen Landbesitzer in eine Staats- und Wirtschaftskrise schlitterte, verordnete der greise Diktator seinen Untertanen jetzt "Weihnachten im Juli", wie das Regierungsblatt "The Sunday Mail" jubelte.
Hunderte von staatlichen Kontrolleuren wurden Anfang des Monats in Supermärkte, Tankstellen und Busbahnhöfe geschickt, um die durch die 9000-Prozent-Inflation in zehnstellige Bereiche gestiegenen Preise einfach mit dem Kugelschreiber klein zu streichen. Damit wollte die Regierung die galoppierende Inflation beenden.

Das Verfahren, in etwa vergleichbar mit dem Versuch, ein Auto zu bremsen, indem man die Tachometernadel festhält, löste große Freude aus. Direkt hinter den Preisstreichern folgten deren Freunde und Bekannte, die gleich zuschlugen: Großbildfernseher für weniger als 30 Euro, Computer für 45, Handys für zehn. Als die normale Bevölkerung kam, um nun endlich auch mal wieder einzukaufen, waren die Regale leer.

Wie die Regierung argwöhnt, weil die Ladenbesitzer Waren beiseite geschafft haben. 3.500 Geschäftsleute, die sich der Operation "Dzikiza" ("Preisabschlag") zu widersetzt hatten wurden vorübergehend festgenommen. "Wir befinden uns im Krieg mit der Geschäftswelt", sagte Nathan Shamuyarira, Sprecher der Regierungspartei Zanu-PF der "Financial Times". Auch das half wenig, denn auch drei Wochen nach dem Beginn der Aktion füllt kaum ein Ladenbesitzer seine Regale wieder auf. Grundnahrungsmittel wie Brot, Zucker und Speiseöl sind nur noch auf dem Schwarzmarkt zu haben. Die Preise dort, nur der gescheiterte deutsche Kanzlerkandidat, Wirtschafsminister und Arbeiterführer Lafontaine staunt darüber, sind höher als zuvor.

Die Aktion sei nötig gewesen, weil die Geschäftswelt mit "Gewinnsucht die Souveränität Simbabwes zu untergraben suchte", rechtfertigte Präsident Robert Mugabe den erzwungenen Preissturz, der nun unbefristet festgeschrieben werden soll. Eigentlich sollten vor allem Grundnahrungsmittel verbilligt werden. Doch Kontrolleure, Polizisten und Parteifunktionäre nutzten die Chance, um sich Telefone, Möbel und sogar Autos billig unter den Nagel zu reißen.

Donnerstag, 19. Juli 2007

Big Brother beim Potter-Spion

So viel Mühe, und nun so viel Ärger. Der Unbekannte, der in stundenlanger Handarbeit alle 608 Seiten des neuen Harry-Potter-Bandes mit seiner Digitalkamera ablichtete, um die Bilder ins Internet zu stellen, hat es beim Verwischen seiner Spuren ein wenig an Sorgfalt mangeln lassen. In der Eile vergaß er, die so genannten Exif-Daten aus den Bildern zu löschen, so dass nun jeder sehen kann, welche Seriennummer die Kamera hat, mit der er fotografierte. Vor den Potter-Bildern hat der Potter-Spion gerade erst 3.000 Fotos mit der Kamera gemacht, es dürfte also sogar noch Garantie drauf sein. Wenn Canon die Unterlagen mit dem Namen des Käufers hat, braucht der Potter-Verlag Scholastic nur noch ein williges Gericht, und der Spitzel ist fällig.

Hunderte rechte Straftaten verschwunden

Die Zahl der politisch motivierten Straftaten in Sachsen-Anhalt hat nach einem Bericht des Innenministeriums im Jahr 2006 einen neuen Höchststand erreicht. Bei den rechtsextremen Taten, die nach Angaben des Ministeriums etwa drei Viertel dieses Kriminalitätsbereiches ausmachen, errechnen die Ermittler einen Anstieg um zehn Prozent auf 1240 Delikte. Daraus wird in der medialen Präsentation natürlich sofort eine neue rechte Gefahr, so groß wie nie. Nach Ansicht des Sachsen-anhaltischen Innenministers Holger Hövelmann beginnt der Rechtsextremismus gar, die Alltagskultur zu durchdringen.

Erstaunlich scheint diese Bewertung nicht nur vor dem Hintergrund, dass wie gewöhnlich in der Art Statistik, die hier vorgeführt wird, keinerlei Angaben dazu gemacht werden, worauf sie die genannten Fallzahlen beziehen. Sind es eingegangene Strafanzeigen? Eröffnete Ermittlungsverfahren? Inklusive eingestellter? Oder eröffnete Strafverfahren? Oder gar ergangene Urteile?

Im April diesen Jahres, als der letzte alarmierende Bericht zum Thema vorgelegt wurde, sprachen die Staatsanwaltschaften im Lande für das Jahr 2006 übrigens noch von 1.567 eingeleiteten Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Begehung rechtsextremistischer und fremdenfeindlicher Straftaten - immerhin mehr als die jetzt genannte Zahl von 1.240 nicht genauer bezeichneter rechter Straftaten, die doch, so sagt es der Innenminister, "neuer Höchststand" sind. Da sind also in nicht einmal drei Monaten hunderte rechtsextremer Taten einfach so verschwunden. Nur wo sind die nun fehlenden Fälle hin? Wer hat sie aus der Statistik radiert? Und warum? Ist Sachsen-Anhalt nun sicherer geworden? Die Nazi-Gefahr kleiner? Rein rechnerisch?

Mittwoch, 18. Juli 2007

T-Com: Hier werden Sie genervt

Anruf bei der Auskunft Telekom. Störungsstelle Telekom? Nein, da kann ich Sie nicht verbinden. Ich lasse Ihnen die Nummer ansagen.
Nullachtnullnulldreidreinullzweinullnullnull, ich wiederhole...
Pingelingeling! Guten Tag, hier ist der Kundenservice von T-Com! Herzlich Willkommen! Informationen zu unseren Produkten und Services finden Sie auch im Internet unter wwwtminushomede! Schauen sie doch mal vorbei! Sagen sie mir doch zuerst einmal, worum es bei ihrem Anliegen geht. Beratung, Nachfrage zu einem Auftrag, Rechnung oder Störung? Ich habe Sie nicht verstanden. Ich habe Sie nicht verstanden. Danke. Ehe ich Sie zu einem Mitarbeiter verbinde, noch eine letzte Nachfrage. T-Com möchte Ihnen den bestmöglichen Service bieten. Es könnte sein, dass Sie von uns einen Rückruf erhalten. Möchten Sie von uns einen Rückruf erhalten? Nein, Sie möchten keinen Rückruf erhalten. Ich habe Sie nicht verstanden. Danke. Ich verbinde Sie nun weiter. Müller, T-Com-Service, hallo. Ja, wie ist die Nummer? Moment. Oh, das kann ich nicht sehen, ob da eine Störung ist. Das ist ein Glasfaserkabel, da geht das nicht. Müsste zur Glasfaserstörung. Dahin kann ich Sie nicht verbinden. Aber die Nummer könnte ich Ihnen geben.

Harry für Hastige


"Harry Potter and the Deathly Hallows" im Schnelldurchgang durch die Kapitelüberschriften. Nur fürs Protokoll, ehe es niemanden mehr interessiert.

1.The Dark Lord Ascending 1
2. In Memoriam 13
3. The Dursleys Departing 30
4. The Seven Potters 43
5. Fallen Warrior 63
6. The Ghoul in Pajamas 86
7. The Will of Albus Dumbledore 111
8. The Wedding 137
9. A Place to Hide 160
10. Kreacher’s Tale 176
11. The Bribe 201
12. Magic is Might 223
13. The Muggle-born Registration Commission 246
14. The Thief 268
15. The Goblin’s Revenge 284
16. Godric’s Hollow 311
17. Bathilda’s Secret 330
18. The Life and Lies of Albus Dumbledore 350
19. The Silver Doe 363
20. Xenophilius Lovegood 388
21. The Tale of the Three Brothers 405
22. The Deathly Hallows 424
23. Malfoy Manor 446
24. The Wandmaker 477
25. Shell Cottage 502
26. Gringotts 519
27. The Final Hiding Place 544
28. The Missing Mirror 554
29. The Lost Diadem 571
30. The Sacking of Severus Snape 589
31. The Battle of Hogwarts 608
32. The Elder Wand 638
33. The Prince’s Tale 659
34. The Forest Again 691
35. King’s Cross 705
36. The Flaw in the Plan 724
Epilogue 753

Sex ohne Frauen

Till Lindemann, Korbflechter und ostdeutscher Knallhart-Poet, ist bei Rammstein ausgezogen, Prince hingegen, Neofunk-Napoleon und Windelweich-Souler, hat sein neues Album in Großbritannien als kostenlose Beilage einer Sonntagszeitung veröffentlicht. Noch ist das nicht das Ende der Rockwelt, wie wir sie kennen, denn Ex-Bodybuilder Lindemann wird auf dem kommenden Rammstein-Werk, das nach Angaben informierter Kreise wahrscheinlich "Volksempfänger" heißen wird, noch einmal die kräftigte Stimme, nunja, nicht erheben, aber trrröhnen und röhhhrrrenn lassen. Danach erst werden Rammstein einen neuen Sänger einwechseln und damit so interessant sein wie Sex ohne Frauen. Prince, der in einem ähnlichen Moment der Verwirrung mal Symbol hieß, will "Planet Earth", das trotz des Namens nichts mit Al Gore und der Klimakatastrophe zu tun haben soll, in Deutschland ganz normal in die Läden stellen. Wer nicht bis zum 20. Juli warten will, weil die Musik des niedlichen Gitarrengniedlers ja auch nicht so richtig zum Stauffenberg-Tag passt, klickt hier, denn das ist der Download-Link zur zickigen Zappelmucke aus dem Prinzenstudio.

Dienstag, 17. Juli 2007

Steuerspende für Al Gore

Nun haben die großen Live-Earth-Konzerte doch etwas bewirkt. In Hamburg nämlich geriet das Spektakel aus wirtschaftlicher Sicht zu einem richtig schönen Flop: Neun Stunden Musik produzierten nicht nur massenhaft zusätzliche Klimagase, sondern auch einen finanziellen Verlust in Höhe von fast einer Million Euro. Die Hamburg Marketing GmbH hatte nur 29.000 der 45.000 Eintrittskarten verkaufen können, was die Firma nicht weiter umwirft, da sie der Stadt Hamburg gehört und die Verlust aus Steuermitteln decken wird. In Hamburg, das hoch verschuldet ist, weil es traditionell weniger Steuern einnimmt als ausgibt, fällt das gar nicht auf.

Wäre das Konzert ein ganz normales gewesen, sähe die Rechnung anders aus. Aus dem Verkauf von Tickets und Merchandising sowie den Einnahmen aus Sponsoringverträgen kassierten die Veranstalter rund 1,25 Millionen Euro, die Kosten beliefen sich auf 1,45 Millionen Euro. Das richtig dicke Minus stammt denn auch aus der Pflichtabgabe in Höhe von 750.000 Euro an die "Alliance for Climate Protection" wie sich die weltweite Live-Earth-Initiative von Ex-Fast-US-Präsident Al Gore nennt. Mit diesem Betrag werden auf rätselhafte Weise die Umweltbelastungen ausgeglichen, die durch die Reisen und den Transport der Künstler und ihrer Entourage entstanden ist. Das Konzert, so argumentiert die Live-Earth-Initiative, sei dadurch klimaneutral gewesen. Man kann das glauben, muss es aber nach einem Blick auf climateprotect nicht unbedingt: Seit dem Start des großen Klima-Blog am 26. Juni gibt es dort spärlich vier News-Einträge, einer davon rechnet stolz vor, dass 307 Facebook-Nutzer inzwischen bereits null Dollar für den guten Zweck gespendet haben. Einen Hinweis, wie ein Live-Earth-Konzert durch die Transfusion von 750.000 Euro aus dem Hamburger Steuersack an Al Gores Umweltallianz klimaneutral wird, findet sich nirgends.

Definitely not maybe

Wieviel gleichgerichtete Worte aneinandereihbar sind, ohne eine recht knappe Aussage zu verwässern, demonstriert jüngst die beliebte Heimatzeitung. In einen Aufsatz zum Thema Sicherheit deutscher Atomkraftwerke findet sich der Satz, ein mit den Dingen mangels eines Atomkraftwerkes im eigenen Zuständigkeitsbereich vermutlich wenig vertrauter Minister habe darauf hingewiesen, dass "die Kernkraftwerke in Deutschland generell zu den sichersten überhaupt gehören." Ohne "generell" und "überhaupt" mag man sich diese Äußerung gar nicht vorstellen - aus nackter, purer Angst. Denn "zu den sichersten" heißt ja wohl nicht sicher, anderenfalls hätte der Mann, der Ambitionen auf den Ministerpräsidentensessel hat, bestimmt einfach gesagt, "Kernkraftwerke in Deutschland sind sicher".

Das hätte leider geklungen wie Norbert Blüms Klassiker "die Rente ist sicher", was niemand wollen kann. Denn hätte Blüm seinen Satz und dessen Folgen seinerzeit schon gekannt, wäre er generell sehr sicher auch schlauer gewesen. Und hätte davon überhaupt nur davon gesprochen, dass "die Renten in Deutschland generell zu den sichersten überhaupt" gehören. 

Die Erörterung, zu welchen "sichersten" irgendetwas in Deutschland gehören kann, womit es also verglichen werden muss, da doch deutsche Kernkraftwerke in Deutschland generell mit ziemlich absolut sicherster Sicherheit die einzigen deutschen Kernkraftwerke in Deutschland sind, wie ja auch die deutsche Rente hierzulande einzigartig ist, sie also jeweils nur mit sich selbst verglichen werden können, hier aber dennoch alle in die Kategorie "generell am sichersten überhaupt" rutschen, also keine Rente und kein Kernkraftwerk anderer und eventuell generell etwas unsicherer Art überhaupt übrig bleibt, ersparen wir uns für heute.

Das würde nur eine Unsicherheit schüren, die wir generell und überhaupt ablehnen.

Neue Reihe: Klassiker


ich konnte nich wiederstehen dass mal rein zu stellen, weil ich's im netz fuer meinen betreuer gesucht habe. ja, doch, einer der besten artikel, die ich je gelesen habe. so muss journalismus sein: hart, investigativ, und nich scheu, unschoene wahrheiten abzubilden. fuer alle, die die original geschichte damals nicht im original in der sun gelesen haben--hier isse.


Germany ... at least their economy's in good shape


Big in the Bumdestag

Angela Merkel ... No more sagging fortunes for Germany


GERMAN leader Angela Merkel has pulled up her country’s economy – and now she’s pulling up her pants.

The cheeky Chancellor was snapped after a dip while on holiday with hubby Joachim Sauer in southern Italy.

As she began her well-earned break figures revealed Germany’s fortunes are no longer sagging – with a much improved bottom line.

The Iron Frau has done more than cover up the cracks since taking over last year. Strikes are down and economic growth is rising.

Mrs Merkel, 51, has plenty to celebrate. Bottoms up!

Montag, 16. Juli 2007

Tropisch

die temperaturen (38 grad im schatten) lassen mich kaum zum nachdenken kommen.
und wenn ich nicht nachdenke, werde ich albern. das bemerkte ich, als ich meinem sohn lieder vorsingen wollte. und dann lachen musste. ich blätterte also das liederbuch durch und kam an "geh aus, mein herz, und suche freud" vorbei. wow, musste ich lachen, eine seit 1939 vergebliche übung. und als sei das noch nicht albern genug, schrieb ich an plus:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Genuss verzehrten wir heute die von Ihnen angebotenen Tunfischsteaks. Zwei Dinge machten uns jedoch stutzig: Wenn sie nach neuer Rechtschreibung „dass“ statt „daß“ schreiben (auf der Verpackung), müssten Sie dann nicht auch Tunfischsteak statt Thunfischsteak schreiben? Zum Zweiten: Das Wort „Wiessenschaft“ gibt es im Deutschen nicht. Bitte berichtigen Sie die kleinen sprachlichen Fehler.

Mit freundlichen Grüßen

P.S.:
Ihre Sahneleberwurst ist wirklich lecker. Wie heißt eigentlich E. Arendt mit Vornamen?

mal sehen, ob ich eine antwort bekomme.

Protestkultur

In Deutschland singen sie Lieder, sie fahren mit Schlauchbooten in Sperrzonen herum und tragen Skimasken dazu. In Frankreich machen sie gleich Straßenschlachten und zünden ihre Autos an, weil die sowieso nicht so viel taugen. Im Nahen Osten geht es mit selbstgebauten Raketen zur Sache und wer etwas dagegen sagt, dessen Fahne wird verbrannt. Richtig fröhlich, bunt und bizarr aber ist nur die Protestkultur Asiens, eine rätselhafte Mischung aus Flaggen essenden Managertypen, sich selbst Finger absäbelnden Weltkriegsromantikern und Hunde-Liebhabern, die nur Köpfe übrig lassen. Am fremdesten wirkt allerdings die Protestaktion, bei der das Schwein zerrissen wird. Musste das denn sein?

Sonntag, 15. Juli 2007

Arsch hoch - nützt auch nix

seit tagen schon will ich meinen mitverschwörern eine karikatur anbieten, die alle gutmenschlichkeit auf den punkt bringt. bis eben fahndete ich vergebens nach dem urheber. doch jetzt ist alles gut: hier ist er. und hier ist die karikatur:

Sunset on Empire

Es gibt Dinge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, auf den zweiten aber zusammenpassen wie die zwei Hälften einer heruntergefallenen Starbucks-Tasse. So hat der Deutsche Aktienindex Dax jetzt ein neues Allzeithoch erreicht. Gleichzeitig glauben allerdings immer mehr Deutsche, dass der Dax im Wald lebt, Rentenpapiere hingegen das beste Mittel sind, später mal eine sichere Rente zu kassieren. Während die Börse von 2200 Punkten auf 8150 stieg, nutzten deutsche Privatanleger den Boom zum Rückzug: Die Zahl der deutschen Aktienbesitzer ging nach Angaben des Deutschen Aktieninstitutes allein im Jahr 2006 um 482.000 auf nunmehr 10,3 Millionen zurück.

Ganz anders läuft es derzeit in Afrika, dem Kontinent, der hierzulande vor allem als zuverlässiger Lieferant von Schlagzeilen zum Thema Hunger, Not und Katastrophen beliebt ist. In Kenia etwa erreichte der inländische NSE-Aktienindex zur selben Zeit wie der Dax ein neues Allzeithoch - hier allerdings kaufen selbst Bauern und Slumbewohner Wertpapiere.

Vor einem Jahr war der staatliche Energieversorger KenGen an die Börse gegangen - und löste ein Aktienfieber aus, gegen das die der kurze deutsche Aktien-Sommer des Jahres 2000 ein kalter Winter war. "Die Zahl der Anleger ist in kürzester Zeit von 100.000 auf etwa 600.000 gestiegen", rechnet der Chef der kenianischen Börse vor. Die meisten Käufer sind dick im Gewinn, denn in den letzten vier Jahren ist der NSE-Index um 400 Prozent geklettert - genauso viel wie der Dax.

"Langfristig kannst du nur gewinnen", versicherte der Aktienhändler Ali Khan Sachu in der ARD, der "das Afrikabild im Westen" geprägt sieht von Figuren wie "wie Bob Geldof, von Hunger und Elend." Er hingegen sehe die Möglichkeit, Geld zu verdienen, und die Chance, dass die Börse größere Impulse zur Armutsbekämpfung leiste als alle Entwicklungshilfe: "Vom G8-Gipfel bekommen wir nur leere Versprechungen. Wachstum und Wohlstand erreicht Afrika nur aus eigener Kraft."

Puppen im Bus

Deutschland ist, von außen betrachtet, ein pausenlos plapperndes Kind ganz hinten auf dem letzten Sitz eines vollklimatisierten Reisebusses Richtung Süden. Der Bus fährt, das Kind plappert. Niemand hört zu, aber das Kind hört sich nur allzugern selbst reden.

Deutschland hat, von außen betrachtet, nur drei Themen: Hitler, Hitler und Hitler. Hitler ist der meistbeschäftigte Mann im deutschen Fernsehen. Er hat Verträge mit allen Sendern, obwohl er längst tot ist. Es geht ihm gut, denn ohne ihn geht nichts. Hitler spielt sich häufig selbst im deutschen Fernsehen, ebenso oft wird er von bekannten Schauspielern verkörpert. Bruno Ganz und Helge Schneider sind das Hitlergesicht der Gegenwart: Ein Schweizer als Österreicher, ein Jazzmusiker mit grenzdebilem Humor als leberknödelsuppengeiler Straußfan. Manchmal tritt Hitler auch als seine Gehilfen Goebbels, Himmler oder Rommel auf. Dann spielt Guido Knopp einen Hitler, der Rommel spielt, und er verzieht keine Miene dabei.

Hitler ist, von außen betrachtet, Deutschland. Würde man Deutschland von innen betrachten wollen, müsste man den Volkskörper obduzieren. Weil das nicht geht, wird Hitler obduziert. Heraus springt ein Mann namens Hinze, Kunze oder Schulze, der von außen betrachtet keinerlei Sympathien für Hitler hegt. Herr Hinzekunzeschulze war allerdings schon in Landschaften und Territorien, wo er die Spuren von Hitler, Rommel und Göring mit einem gewissen Staunen betrachtet hat.

Damals brachte das Ausland Deutschland zum Schweigen, indem es kurz und scharf "Hitler!" zischte. Hinze, Kunze und Schulze staunen also lieber stumm. Mittlerweile aber hat sich Deutschland selbst schon so oft zur Ordnung gerufen, dass es auf diesem Ohr ganz taub geworden ist. Wie das Kind hinten im Bus, das nicht mehr reagiert, wenn andere Fahrgäste "Psst!" rufen, weil es seine Puppen zu laut singen lässt.

Deutschland ist, von außen betrachtet, gar kein Zufall. Deutschland ist ein Kinderkarussell, das auf Anweisung eines triefäugigen EU-Kommissars mit der Aufschrift "Kinder haften für ihre Eltern" für sich werben muss. Wo die doch längst tot sind.

Überschriften, die man gerne liest II

"Gay läuft sich für Weltrekord warm"

Helden, reloaded


die bilder sind hier geklaut. dank an den spender.

Samstag, 14. Juli 2007

Vom 3. Reich im Web 2.0

Großes Medienecho für den Wiesbadener Publizisten Rainer Fromm, nachdem der für den MDR auf einer Tagung namens "Neue Medien und alte Gefahren" dem "Rechtsextremismus im Internet" (Untertitel) die Maske vom Gesicht gerissen hat. Fromm, der sich nach eigenen Angaben seit vielen Jahren mit dem Phänomen des Rechtsextremismus im Netz beschäftigt, rechnete dabei vor, dass es "1996 noch 32 rechtsextreme Webseiten gegeben habe, heute hingegen seien es über 1000." Deshalb sei "das Internet der "Stürmer" im Format des 21. Jahrhunderts. Geringe Kosten, größte Breitenwirkung, geringes Risiko der Strafverfolgung."

Die mit Vergleich und Gewichtung von Fakten und Zahlen immer gern überforderten Protokollanten von Agentur und veranstaltender Anstalt versehen solche Mitteilungen nach guter alter Sitte reflexhaft mit der Zeile "Anzahl rechtsextremer Webseiten steigt", weil es nachrichtenmäßig nur so richtig kracht.

PPQ hat dennoch nachgerechnet und kann nun exklusiv Entwarnung geben: Es gibt kein 3. Reich im Web 2.0, sondern das ganze Gegenteil. Denn die Zahl rechtsextremer Internetseiten ist - glaubt man Fromms handgefertigten Zahlen - sicherlich gestiegen. Doch ihr Anteil am Gesamtaufkommen ist in den zurückliegenden zehn Jahren - mit den Original-Zahlen von Rainer Fromm gerechnet - ins kaum noch aufspürbare gesunken. 1996, eine Zeit, in der T-Online gerade begann, private Homepages zu hosten, entsprachen die vom "Experten" gezählten 32 rechtsextremen Seiten immerhin 0,16 Prozent der nach denic-Angaben seinerzeit existierenden etwa 20.000 Internet-Seiten. Die heute existierenden 1000 rechten Seiten hingegen repräsentieren - gemessen an inzwischen 10 Millionen registrierten Seiten mit Denic-Domain - gerade mal noch einen Anteil von 0,01 Prozent.

Fromm heißt also anders als er handelt, denn er verkauft das Gegenteil der Wahrheit als Fakt - und damit Bücher wie sein neues, das - aus welchem Grund, ahnen wir nicht mal - "Anklage unerwünscht" heißt.

Hose runter III

Based on your answers, you are most likely a neoconservative. (test yourself here) ich hatte es befürchtet.

Rufmord am Bosporus

ach, die türken (nicht alle, ich weiß - nur die, die am weitesten die klappe aufreißen). sie wollen nicht am integrationsgipfel teilnehmen, weil die bundesregierung doch tatsächlich stur darauf beharrt, dass gesetze immer noch vom parlament und nicht von dubiosen interessengruppen gemacht werden. sie beschweren sich über mangelnden respekt und intoleranz. sie finden, dass deutschkenntnisse keine hinreichende voraussetzung sind, um in deutschland zu leben. aber der hass auf den großen teufel geht ihnen in der zwischenzeit frisch von der leber weg: "Die wohl bizarrste antiamerikanische Story, die gegenwärtig in aller Munde ist, ist die Achter-Planet-Theorie, derzufolge die USA von einem bevorstehenden Meteoriteneinschlag in Nordamerika wüssten. Dies erkläre ihr Bestreben, sich den Nahen Osten zu unterwerfen." (Quelle: hier)

Donnerstag, 12. Juli 2007

Überschriften, die man gerne liest

"Grünen-Chefin im Öko-Laden beklaut" (der ganze text hier)

Lomborg fragt

bjørn lomborg fragt gute fragen. zum beispiel diese hier: "Es ehrt die Organisatoren von Live Earth, dass sie sich so viele Gedanken über die weit entfernte Zukunft machen, doch muss man sich fragen, warum sie die viel schlimmere Gegenwart so wenig interessiert." hat jemand eine antwort? (mehr hier)

Mittwoch, 11. Juli 2007

Hose runter II

You Are 56% Capitalist, 44% Socialist

While you are definitely sympathetic to a free economy, you also worry about the less fortunate.
Wealth and business is fine, as long as those who are in need get helped out too.
You tend to see both the government and corporations as potentially corrupt.

SZ auch immer niveauloser

Dienstag, 10. Juli 2007

Die Erde klebt, nee, bebt, äh, lebt

ppq rechnet nicht nach, wieviel co2 für "live earth" verschwendet wurde oder wieviele plastikbecher im müll landeten. nein, ppq dokumentiert, wie es unsere art ist, seriös die wirklichkeit. da ist zum einen john langford, seines zeichens mitorganisator des konzertes in johannesburg. der macht für die eher unterdurchschnittlichen besucherzahlen den - tusch - klimawandel verantwortlich. das extrem kalte wetter habe viele menschen davon abgehalten, eine gute tat zu tun. zum anderen möchten wir roger daltrey zitieren: " das letzte, was der planet braucht, ist ein rockkonzert." was das eine zitat mit dem anderen zu tun hat? keine ahnung.

Montag, 9. Juli 2007

Pat und Patachon II

für oskar lafontaine wird es eng. wir erinnern uns: der beliebteste linkspopulist und kommende große führer des saarlandes darf nicht mehr publizieren. zumindest nicht in den mainstream-medien. in deutschland und der ganzen westlichen hemisphäre werden nämlich vom herrschenden konsens abweichende meinungen gnadenlos unterdrückt. lafontaine weiß sich nicht anders zu behelfen, als seine statements in der dunklen nacht der illegalität anzubringen. ob die so genannte frankfurter allgemeine zeitung die drohenden razzien übersteht, nachdem sie heute lafontaine platz zur ausbreitung seiner ideen gab? man wird es wohl nie erfahren ...

Gut zu wissen

Sonntag, 8. Juli 2007

Pat und Patachon

kaum werden hier die beiden rechts schaffenden, äh rechtschaffenen linkspopulisten oskar lafontaine und hugo chávez in einem atemzug erwähnt, schon kuscheln sie auch verbal miteinander. wir erinnern uns: prä-diktator chávez begeht momentan alle tollheiten des gemeinen weltbeglückers. von der verstaatlichung von schlüsselindustrien bis zur gleichschaltung der medien lässt der möchtegern-stalin nichts aus, um sein land mit kommunistischer zielsicherheit gegen die wand zu fahren. lafontaine, daran besteht kein zweifel, würde nur zu gerne mit am steuer sitzen. weil aber venezuela so weit weg ist, übt sich lafo, wie er unter internationalisten gerne genannt wird, in argumentativer schützenhilfe. so verteidigte er die schließung des fernsehsenders rctv durch chávez und sieht die bolivarische republik sogar im "gegensatz zur «immer stärker werdenden medienkonzentration in den westlichen demokratien»." woran man erkennt, dass der saar-bonaparte vollkommen recht hat? er musste seine weisheiten in der "welt am sonntag" verkünden - zum underground ist es nur noch ein schritt.

Freitag, 6. Juli 2007

Lauterkeit im Lauterbach

Weil es ihm nicht reicht, zu wissen, was ein Abgeordneter verdient, wenn nicht gleichzeitig bekannt gemacht wird, wer ihn bezahlt, fordert der so genannte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, dass Anwälte im Bundestag die Namen ihrer Mandanten offenlegen müssen. Der Mann mit dem letzten lebenden Popperscheitel, der sein phänomenales Wissen über die Ungerechtigkeit des deutschen Gesundheitswesens in seiner Freizeit in Form von Gutachten und Beratung zuletzt jeweils für runde 7000 Euro drei Krankenkassen und einem Klinikum zur Verfügung stellte, nebenbei aber auch für eine Heidelberger GmbH bei einer Veranstaltung für "Führungskräfte im Gesundheitswesen" muggte und beim Wissenschaftlichen Institut der AOK in Bonn und der börsennotierten Krankenhausgesellschaft Rhön-Klinikum als Bei- bzw. Aufsichtsrat aushilft, hat offensichtlich noch nie vom Mysterium des Anwaltsgeheimnisses gehört. Christian Ströbele von den Grünen, Ex-RAF- und heute immer noch Anwalt, Kriegsgegner und ein anderer großer Offenleger, hat ihn vorsichtig, aber wahrscheinlich völlig vergebens auf die Existenz eines solchen hingewiesen. Ströbele ist ja auch in keinem Aufsichtsrat, schreibt keine Gutachten und kaspert nicht bei Führungskräfteseminaren für Ortskrankenkassenchefgenossen herum. Schon komisch, was es manchmal für Konflikte gibt.

Rechen-Riese mit Denk-Schwäche

was macht ein bundesfinanzminister eigentlich so den ganzen tag, wenn er sich nicht gerade den arsch abfreut über die ohne sein zutun angesprungene konjunktur und damit verbundene steuermehreinnahmen in milliarden-höhe? erster gedanke beim betrachten diverser pressefotos: steinbrück hockt vor dem spiegel und übt das offensive blecken der zähne. doch damit dürfte das umtriebige finanz-genie nicht ausgelastet sein. und von einem geldspeicher a la dagobert duck, wo sich der rechen-riese durch münzen und scheine wühlen könnte, ist bisher auch nichts bekannt geworden. nun, steinbrück hat offenbar gefallen daran gefunden, wirre theorien über die welt im allgemeinen und die wirtschaft im besonderen aufzustellen. seine gedankenkonstrukte testet er dann wie jüngst in berlin an wehrlosen spd-mitgliedern. was ihm dann so aus dem mund fällt, ist wirklich beachtenswert. denn steinbrücks masterplan besteht offenbar darin, deutschland von der globalisierung komplett abzukoppeln. anders sind seine auslassungen zum thema "investitionen" kaum zu verstehen. in einer unerwartet starken boomphase glaubt der politiker doch allen ernstes, deutsche unternehmen vor fremdem (also nicht-deutschem) kapital bewahren zu müssen. "steinbrück will schlüsselbranchen vor investoren schützen" titelt die platschquatsch-agentur dpa voller freude. "nicht nur das engagement ausländischer staatsfonds" soll begrenzt werden, nein, auch private anleger müssen sich nach steinbrücks meinung in zukunft einbürgern lassen, bevor sie der nationalen wirtschaft ihr geld in den rachen werfen dürfen. ein brillantes konzept, wie hugo chávez und oskar sicher gerne bestätigen werden. ja, diese ganzen internationalen verflechtungen sind ekelhaft und unübersichtlich, ganz viele autarke volkswirtschaften müssen das ziel sein. ob anders herum auch deutschen firmen untersagt werden soll, ihr geld im ausland zu investieren, war leider nicht zu erfahren.

Scientologe Stauffenberg

Der eine war schon 1932 bei der Reichspräsidentenwahl für Adolf Hitler, dessen Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 fand er genauso gut wie später die Zusammenfassung der Kriegführung in den Händen des Führers. Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der heute als Vertreter des guten Deutschland im Dritten Reich gilt, bildete schon als junger Offizier Mitglieder der paramilitärischen SA aus, er machte Karriere während des Polenfeldzuges und plante den Überfall auf Frankreich mit. An seine Frau, wie er aus dem Adel stammend, schrieb Stauffenberg aus dem besetzten Polen: "Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun." Stauffenberg lehnte die parlamentarische Demokratie als Staatsform ab, weil er, spät zum Hitlergegner geworden, glaubte, erst die parlamentarische Demokratie haben dem Maler aus Braunau den Weg zur Macht geebnet.

Völlig klar, dass der andere diese Lichtgestalt nicht spielen dürfen soll. Tom Cruise, Kino-Superstar und Multimillionär, wollte für seinen Film "Valkyrie" Stauffenberg werden, am liebsten an Originalschauplätzen. Der Sohn einer Familie, die lange ohne festen Wohnsitz durch die Staaten zog, aber ist der irrigen Ansicht, dass der Mensch nur zehn Prozent seines Denkvermögens nutzt und es deshalb nötig ist, bei den Gefolgsleuten eines inzwischen verstorbenen Science-Fiction-Autors bestimmte Lehrgänge zu absolvieren.

In denen geht es zwar nicht um Kriegführung und den Einsatz des Pferdes im Modernen Heer wie in den von Stauffenberg belegten Kursen. Dennoch hat das zuständige Bundesfinanzministerium es abgelehnt, Cruise eine Drehgenehmigung für den Bendlerblock zu erteilen, in dem Stauffenberg seinerzeit erschossen wurde. Der Bendlerblock sei ein historischer Ort, der durch Dreharbeiten verletzt werden könne, heißt es. Offenbar sogar schlimmer als durch die Original-Ereignisse. Wie ja auch der scientology-gläubige Amerikaner hierzulande als viel zweifelhafterer Charakter zu gelten scheint als der zum Monarchisten gewandelte Nazi.

Prima Lila Klima

ach, der klimawandel, die blöde sau. weil er sich als "memento mori" des abendlandes bisher noch nicht wirklich durchsetzen konnte, denkt er sich jeden tag neue begründungen aus, warum er dennoch unweigerlich ein "carpe diem" herausfordert. zu seinem aktuellen sprachrohr erkor sich der klimawandel, die blöde sau, den ehrenwerten graham dow, seines zeichens bischof von carlisle. der trompetete jüngst folgendes in die ozonschicht: "wir haben probleme, weil jede art von lebensstil jetzt als legitim angesehen wird". okay, spektakulär klingt das noch nicht. aber die schlussfolgerung von dow ist schon bemerkenswert. denn gott ist nicht einverstanden mit dieser egalität. und straft deshalb die menschheit. womit? richtig: hochwasser und andere naturkatastrophen. oder um es kurz zu machen: wer sich nach der seife bückt, hat auch das ganze klima verrückt. die schwulen waren es. hätte man auch früher drauf kommen können.

Donnerstag, 5. Juli 2007

Potter ist Papst



Dass die bloggenden Internet-Taliban von der Gimf auf eine amerikanische Blog-Plattform setzen, mag mit fehlenden Alternativen in der Umma zu tun haben. Warum aber ist der Mann, der als Kardinal Joseph Ratzinger vor Harry Potter warnte, weil der eine "subtile Verführung" sei "die unmerklich und gerade dadurch tief wirke und das Christentum in der Seele zersetze, ehe es überhaupt recht wachsen konnte", ausgerechnet beim Blooomsbury-Verlag, der auch den zaubernden Antichristen verlegt?

Keine Chance für Gmail

Daniel Giersch stieß vor einigen Jahren auf eine Goldader, dann kam der hier bei PPQ seit Monaten unter Beschuss stehende Internet-Zwerg Google und wollte sie ihm wegnehmen. Jetzt aber hat ein Gericht dem Hamburger bestätigt, dass die Marke "G-Mail" wirklich ihm gehört. Nepper, Schlepper und Domaingrabber überall in Deutschland können die Korken knallen lassen. Im Rechtsstreit zwischen Google und Daniel Giersch um die Markenrechte an Gmail bzw. G-Mail wurde die Berufung, damit hat Google die Auseinandersetzung um die Nutzung der Marke Gmail in Deutschland verloren. Daniel Giersch, der die Marke urpsrünglich angemeldet hatte, weil er einen richtigen brief- und Paketpostdienst hatte gründen wollen, hatte die Amerikaner im Sommer 2005 gezwungen, ihren E-Mail-Dienst für deutsche Nutzer in Google-Mail umzubenennen. Giersch hatte ursprünglich darauf spekuliert, dass Google ihm die Markenrechte für viel geld abkauft, das hatten die Kalifornier allerdings verweigert. Lustig ist, wie Giersch versucht, eine Nutzung seiner Marke nachzuweisen: Unter
G-Mail.dehat er eine Seite zusammengebastelt, die die "Zusammenführung von physischer und elektronischer Mail" verspricht. Praktisch wird dann wohl ein Brief per Hand geschrieben, eingescannt, per Mail zur G-Mail-Station am Empfangsort geschickt, dort ausgedruckt, in einen Umschlag gesteckt und zugestellt. Klingt nach einer Idee, die binnen weniger Wochen die ganze Welt erobern wird. Zumal, Experten hier bei PPQ sagen das ja schon seit Monaten, das Internet sich auf Dauer nicht durchsetzen wird. Wer nach seinen Abenteuern mit Tier-Spezi noch Geld übrig hat, kann es hier endlich auch dem "Selfmade-Millionär" (Capital) hinterherwerfen. Der nimmt das dann vielleicht, um all die toten Links auf seiner Gmail-Seite zu reparieren.

Temporio, der Tier-Spezi

Es gibt sie immer noch, die Erfolgsgeschichten an der Börse, und er schreibt eine davon: Dr. Temporio, der vor acht Wochen ungefragt als persönlicher Finanzberater ins Leben von hunderttausenden Ahnungslosen trat, hat eine Verlängerung
seines Mandats bewilligt bekommen. Launig wie immer, lässt er die "lieben Aktienfreunde" in neuen Mails als "Bert Lohse" und "Saskia Lindemann" von der "Gesellschaft f. Aktien-Analyse" jetzt wieder wissen, dass die "Tier-Spezi AG mit Sitz in der Schweiz, ist erst vor kurzem auf dem Aktienmarkt, aber gewinnt ziemlich schnell immer mehr Positionen. die Firma entwickelt sich rasch, man bekommt immer neue Auftraege, die Verkaeufe wachsen fuer und fuer, das Unternehmen blickt in die Zukunft mit Sicherheit."

Kleiner Blick ins Allerheiligste dann: "Die Werbungsaktion ist auf Hochtouren", verrät Temporio, übersetzt wohl so viel wie der "Zeitweise". Immer mehr Leute erführen die letzten Nachrichten ueber die Taetigkeit der Firma , und ueber den Aufstieg ihrer Aktien auf der Boerse."

Wir haben den "Aufstieg" von Anfang an beobachtet, und sind deshalb naturgemäß schon im Bilde. Andere Anleger können jetzt noch einsteigen. Oder ihr Geld einfach an uns schicken. Kontonummer auf Anfrage unter politplatschquatsch@gmail.com!

Mittwoch, 4. Juli 2007

Hosen runter

67%How Addicted to Blogging Are You?

Das Medienschwert der Mullahs

Jetzt wird es ernst im Krieg der Kulturen: Die Globale Islamische Medienfront, selbst ernanntes Sprachrohr des islamischen Staates Irak, greift zum Medienschwert, um die Vorherrschaft der Ungläubigen endgültig zu brechen. In einem langen, verschwurbelten Aufsatz beschreiben die Gimf-Macher, wie entbehrungsreich sie die große Kampagne gegen den großen Satan USA und seine Helfershelfer vorbereitet haben "Auf manche schöne Stunde" habe man verzichtet, heißt es, und einer der Brüder habe sogar seine Heirat um Monate verschoben. Nun aber, ehe der Verfassungsschutz daran geht, alle frischverheirateten Allah-Anhänger hochnotpeinlich zu befragen, gehts endlich los, es wird zurückgelogen, dass sich die Balken biegen, und jeder kann mitmachen. "Wenn du irgendeine dieser Fähigkeiten besitzt, dann kontaktiere uns bitte durch unsere Vertreter in einem Forum", bitten die Internet-Islamisten um Mitmacher mit Kenntnissen in webdesign und Videobearbeitung. Kannst Du nicht? Kein Problem, denn "selbst wenn du keine dieser Fähigkeiten besitzt, musst du dir keine Sorgen machen, da es eine Menge anderer Dinge gibt, durch die du dich beteiligen kannst."
Nein, zu früh auf die Jungfrauen gefreut, Du brauchst keinen Bombengürtel! Allahs Attacke soll vor allem von einer 5. Kolonne geritten werden, die "Themen der Kampagne in den Foren verbreiten, was eine Aufgabe ist, die jeder tun kann, alles was du brauchst ist eine Emailadresse und ein Benutzername. Melde dich in Foren an und verbreite… einfach nur kopieren und einfügen!!", empfehlen die Gimf-Kämpfer, die ihren Krieg netterweise mit Hilfe der Plattform des US-amerikanischen Blog-Anbieters Wordpress führen müssen, weil arabische Anbieter vergleichbare Dienste nicht offerieren.

Wichtig sei es, die so genannten "Inhalte", die zumeist aus ellenlangen Beschwörungen irgendwelcher Heiliger und schwulstigen Lobpreisungen wie "Scheich Yusuf Al-Ayeery, möge Allah barmherzig mit ihm sein" bestehen, "in nicht-islamischen Foren zu verbreiten; so wie Musik-, Jugend- und Sport Foren." Der Verbreiter, raten die Medien-Mullahs, "sollte die beste Art und Weise beim Kommunizieren mit den Besuchern dieser Foren wählen, da die Art auf die man mit Mitgliedern eines Musikforums spricht, nicht die gleiche Art ist, die man in Jihad-Foren verwendet."

Tun sie nicht? Tatsächlich. Nun, wir stellen uns gerade vor, wie jemand im Rammstein-Forum ganz unauffällig eine Bemerkung dazu fallen lässt, dass die Bombe am Glasgower Flughafen noch viel geiler geknallt hat als die Sprengkörper auf der letzten Tour der Berliner. Lauter tätowierte, biertrinkende Ostler, die im Nebenberuf Onkelz hören, werden mit fliegenden Totenkopf-Fahnen zum Propheten überlaufen.

Zumal es hier ja ."multimedial zugeht. Auch die Fernsehsender bekommen in nächster Zeit mehr Anrufe von Medienschwert-Schwingern. "Nachdem du die nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen hast (wahrscheinlich das berühmte Taschentuch vor der Muschel - PPQ), kannst du anrufen und dich in irgendeinem Programm beteiligen", rät die Gimf. Aber Achtung, bei Neun Live bleibt auch der ratesicherste und betfleißigste Scharia-Schwätzer gern mal in der Warteschleife hängen!

Der empfohlene Versuch, "zu erwähnen, dass du an der Medienschwert-Kampagne, die den Islamischen Staat verteidigt, mitwirkst, nachdem du auf Sendung bist", dürften so schwer fallen wie das Verständnis dieses Satzes. Dennoch ist sich die Gimpf sicher, "das Millionen Menschen den Namen der Kampagne hören und neugierig danach suchen werden". Das ist dann auch schon die halbe Miete auf dem Weg zur Weltherrschaft des wahren Glaubens. Denn dann werde "Allah die Herzen von manchen der Zuschauer dieser Programme aufklären."

Öldorado

Ende der 70er Jahre war noch klar, dass alle Rohstoffe der Erde Anfang des Jahres 2000 verbraucht sein werden. Der Mensch würde zurück in den Wald gehen und von Sand und wilden Erdbeeren leben müssen. Anfang des Jahres 2007 war dann schon klar, dass es damit wohl doch nichts wird. Dafür aber drohte nun der Oil Peak, das langsame Sterben am immer sparsamer tröpfelnden Ölhahn. Denn die Reserven, so hieß es, gingen immer mehr zurück, kaum irgendwo gebe es noch neue Lagerstätten, die aber, die es gebe, seien kaum wirtschaftlich auszubeuten. So stieg der Ölpreis und er stieg und stieg und erreichte mit einem Jahresdurchschnittswert von 65 US-Dollar pro Barrel (2006) einen Höchststand, der mehr als zehn US-Dollar über dem Vorjahreswert lag.

Eine Preisentwicklung, die die Erde zum "Oeldorado" zu machen verspricht, wie der Multi ExxonMobil jetzt eine Studie betitelt hat. Nach der nämlich haben sich die Bestände an sicher bestätigten Reserven bei Öl und Gas in den zurückliegenden zwölf Monaten kräftig erhöht. Die sicher bestätigten Ölreserven stiegen von 175,4 Milliarden Tonnen auf 178,7 Milliarden Tonnen, was einem Zuwachs von 1,9 Prozent entspricht. Bei einem Gesamtverbrauch von zuletzt 3.896 Millionen Tonnen reichen diese Reserven, die Vorkommen umfassen, die durch Bohrungen bestätigt sind und mit heutiger Technik wirtschaftlich gefördert werden können, die nächsten 45 Jahre, also bis über die Mitte des Jahrtausends hinaus. Die tatsächliche Menge aller vorhandenen Vorkommen ist weit höher. Zugleich steigt sie mit jedem Dollar, den der Ölpreis steigt, weiter an, weil höhere Preise höhere Förderkosten wirtschaftlich möglich machen.

Auch im vergangenen Jahr lag die weltweite Erdölförderung mit 3.942 Millionen Tonnen höher als der Verbrauch. Dasselbe gilt nach der Studie für die Reserven: In absoluten Zahlen ist Anstieg der Ölreserven mit 3.359 Millionen Tonnen fast 100 Mal so groß wie der Anstieg der Erdölförderung mit 34 Millionen Tonnen. Auch bei Gas wuchsen die nachgewiesenen Reserven um 1,1 Prozent auf knapp 175 Billionen Kubikmeter. Dabei war der Zuwachs in der GUS mit 3,2 Prozent am stärksten. Die Welterdgasförderung erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 2,8 Billionen Kubikmeter; der Verbrauch ist um 1,7 Prozent auf 2,9 Billionen Kubikmeter gestiegen. Womit, wenn uns diese Anmerkung zum beeindruckenden Zahlenwerk gestattet ist, zugleich bewiesen ist, dass man durchaus auch mehr verbrauchen kann als überhaupt da ist.

Untergang macht Urlaub

Es sollte der Höllensommer schlechthin werden. Verdorrte Ernten, in ihren stickigen Wohnungen erstickte Senioren, Wassermangel im Flachland, Bäume, denen das Laub aus den Kronen fällt wie Krebskranken das Haar vom Kopf. The year that climate broke, so hatten es tausend Uno-Klimaexperten beschlossen. Trocken und heiß, Temperaturrekorde, wo immer man hinschaut, dampfender Asphalt und verbrannte Haut. Palmen sollten zu sprießen beginnen mitten in Deutschland, die Tropen wandern nach Norden, nie mehr Schnee, nie mehr Regen. Der ungewöhnlich heiße Sommer 2003 -­ gerne als "Jahrhundertsommer" bezeichnet -­ werde zur Normalität werden.

Sechs Wochen danach sind die Propheten des Untergangs im Urlaub. Man hört sie plötzlich nicht mehr, die Klimafolgeforscher, die Dauer-Talker Marke Stefan Rahmsdorf, die Apologeten eines Klimamodells, in dem der Durchschnitt nicht die rechnerische Mitte der Extreme, sondern die nur theoretisch denkbare Dauerpräsenz einer Lauheit ohne jeden Ausschlag nach oben oder unten ist. Stefan Rahmsdorf, ein besonders fleißiger Schwachschwätzer, war zum letzten Mal zu hören, als sein Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung einen neuen Wärmerekord für ganz Deutschland vermeldeten. Der bestand darin, dass die mittlere Temperatur hierzulande mit etwa 11°C um 3 °C über dem langjährigem Mittel von 8°C lag. Das "langjährige Mittel" bezieht sich dabei auf den Zeitraum seit 1893 - angesichts einer Klimageschichte, die zurückreicht in die Zeit der Wimpertierchen und Amöben, kommt das der Behauptung gleich, ein Ampelstopp liege 100 km/h unter dem Geschwindigkeitsmittel einer einjährigen Autobahnfahrt.

Es ist kalt geworden in Deutschland, es hagelt im Juni (unser Bild oben) und regnet im Juli und Männer, die sich wichtig Paläoklimatologen nennen, schweigen beredt davon, dass sie nicht wissen, warum das Wetter sich nicht am Klima orientiert und das Klima nicht am Wetter. "Die Extreme nehmen zu", lautet ihr Standardsatz zur Erklärung der Dinge, die sie nicht erklären können. Uns tröstet das dennoch, denn wenn die Extreme zunehmen, bleibt wenigstens der Durchschnitt gleich.

Dienstag, 3. Juli 2007

Islamic Rage Boy

kennen sie den hier:



nein? aber den hier kennen sie:



auch nicht? dann vielleicht den?



den hier sollten sie aber auf jeden fall ...



was, den auch nicht? den aber auf jeden fall:



hallo, was ist den los? letzte chance: den hier kennen sie auf jeden fall:



so schwer ist es doch nun wirklich nicht nicht:



empörung! sie erinnern sich? spontane empörung. jetzt aber:



ich gebe es auf und seine geheime identität preis:



das isser! (geklaut von vielen verschiedenen seiten, bei denen ich mich bedanken möchte)

Das Imperium schlägt zurück

Großer Jubel an den Druckerpressen im Land, denn die anziehende Konjunktur erfreut die darbenden deutschen Zeitungsverlage. Das Anzeigen- und Beilagengeschäft legte nach Angaben des Verbandes der Zeitungsverleger (BDVZ) in den letzten 12 Monaten um 1,3 Prozent zu, die Anzeigen- und Vertriebsumsätze lagen bei rund 9,1 Milliarden Euro und damit auf dem höchsten Niveau seit 2002. In den ersten vier Monaten 2007 sei das Anzeigenvolumen um weitere drei Prozent gewachsen, allein der Stellenmarkt habe dabei ein Plus von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erreicht. Dass Kfz-Anzeigen nur um bescheidene zehn Prozent einbrachen, auch das Geschäft mit Reise-Anzeigen sogar nur ein Minus von fünf Prozent) verzeichnete, zeigt eutlich, dass dem Konkurrenten Internet, wie hier bei PPQ seit Monaten von extrem kenntnisreichen Experten vorausgesagt, langsam die Luft ausgeht. Auch der BDZV sieht das so und blickt optimistisch in die Zukunft. Nach der Media-Analyse 2006 lesen fast drei Viertel aller Deutschen täglich Zeitung, manche sogar mehrere. Zudem hatten Tageszeitungen den Angaben nach mit 22,3 Prozent immer noch den größten Anteil am Werbekuchen 2006. Das Fernsehen kam dagegen auf 20,2 Prozent, Google und Yahoo und andere Netz-Neugründungen kommen nicht vor.

Bundeswehr: Übergriffe in Afganistan


Der muslim-markt, den wir hier aus Bosheit nicht verlinken werden, ist Deutschlands Zentralorgan für Blicke aus der Burka. Liebevoll gepflegt von einem Universitätsangestellten irgendwo in Norddeutschland, verkündet die schmucke Seite seit Anfang des Jahrtausends unverwandt die Wahrheit über die Welt, durch eine Brille gesehen, auf deren Gläser zwei Exemplare des Koran geklebt sind. Manchmal ist, was dort geschrieben steht, einfach nur komisch, manchmal ist es wunderbar fremdartig wie eine Lagerfeuererzählung aus dem Auenland. Jetzt allerdings hat das Redaktionsteam Fernsehen geschaut und Ungeheuerliches ausgemacht: Brutalste Übergriffe deutscher Soldaten in Afghanistan, deutsche Schuhbomber in Taliban-Wohnzimmern, Überholen ohne Einzuholen ohne Walter Ulbricht. Leider lässt sich der verschrobene Text nicht nacherzählen, wir müssen ihn also notgedrungen in Gänze zitieren.

Der ARD-Weltspiegel zeigt einen Bericht über deutsche Soldaten in Nordafghanistan, wie sie umherreisen und von Dorf zu Dorf zu helfen versuchen. Etwa, indem sie eine Schule auszubauen oder eine Brücke installieren. Ein vergeblicher Versuch, wenn man muslim-markt glauben darf, denn "gravierende kulturelle Mängel bei der Bundeswehr" sind so groß, dass sie "selbst bei noch so guter Absicht die Unwissenheit viel zerstören".

Die entsetzten Beobachter notierten nachfolgende Ungeheuerlichkeiten, die dem Europäer eine Ahnung davon geben, welch grauenhafte Identitätszerstörungen im Nahen Osten jeden Tag geschehen. Kaum noch verwunderlich, dass die solcherart beleidigten, emotional getretenen und nicht einmal für ihr Alter respektierten Menschen mit Autobomben und Massenmord zurückschlagen. Denn wenn sich junge muslimische Frauen vor der Kamera des westlichen Touristen nicht bedecken, sondern lieber zwei Dollar für ein Foto kassieren, so die Logik, ist der Westen mit George Bush und der ganzen Nato daran schuld. Vati Mullah ist verletzt, und natürlich darf nun, um es mit der RAF zu sagen "geschossen werden".

"Da saßen z.B. in einem Raum mit Teppich deutsche Soldaten zusammen mit den Einheimischen auf dem Boden und tranken Tee. Die deutschen Soldaten hatten wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen (als Einzige im Raum) ihre Stiefel anbehalten! Hier muss ernsthaft die Frage gestellt werden, ob die Sicherheitsbestimmungen für den Dialog in solch einem Land geeignet sind. Man hätte doch zumindest über die Schuhe Einwegtüten stülpen können, wie sie z.B. bei jeder
Betriebsbesichtigung in Deutschland im Lebensmittelbereich Pflicht sind. So hätte man zumindest den Anschein von Respekt gewahrt, wenn es auch nie den Stellenwert erreicht, gleicher unter gleichen mit ausgezogenen Schuhen zu sein. Möglicherweise hat man vorher sogar gefragt und der Gastgeber hat es zugelassen, aber selbst das wäre eine Verkennung der Lage, denn der Gastgeber würde nicht „Nein" sagen.

Einer der Soldaten war es ganz offensichtlich nicht gewohnt, im Schneidersitz am Boden zu sitzen und musste daher ein Bein ausstrecken (in Richtung eines anderen Sitzenden). Einmal abgesehen davon, dass es extrem schwer ist in Springerstiefeln im Schneidersitz zu sitzen, ist die ausgestreckte Form des Sitzens aber unhöflich. Gibt es den für jene Soldaten keine kulturelle Ausbildung, bevor sie zu solch einem
Einsatz geschickt werden?

Die allerdings „schlimmste" Szene kam danach, ohne dass es irgendeiner der deutschen Beteiligten gemerkt hatte. Der Dorfälteste hatte den Soldaten die kaum zu unterschätzende Ehre erwiesen, zusammen mit ihnen durch das Dorf zu gehen. Selbst dem Fernsehen, war diese besondere Ehre aufgefallen, was sie betonte. Aber der Mann war altersbedingt nicht mehr der Schnellste auf den Beinen, und so störte es offenbar
keinen der Gäste, immer wieder vor ihm zu laufen. Kein einziger Einheimischer, der mit dem Mann zusammen unterwegs wäre, hätte sich solch eine Respektlosigkeit erlaubt.

Montag, 2. Juli 2007

Die vorliegende Liebe

Spam ist nicht gleich Spam, nein, manchmal öffnen Mails, die man im ersten Moment für Spam halten könnten, auch dem kalten Zyniker das Herz - und den Blick für eine Welt, die irgendwo da draußen sein muss, groß und geheimnisvoll, besiedelt von Poeten und Wörterbuchfetischisten. Die hier ist kuschelwarm wie eine sibirische Dampfheizung und gleichzeitig rätselhaft: Warum ist der Absender eine japanische Mailadresse (Imogene@mitene.or.jp)? Warum erscheint bei Google, wenn man die schöne Formulierung "vorliegende Liebe" eingibt, ein Bild der Linkspartei-Luxemburg Sara Wagenknecht? Sucht die Chefin der stalinistischen Plattform in der Ex-PDS auf diese Weise neue Anhänger? Was sagt Gregor Gysi dazu?

PPQ dokumentiert das Manifest einer Suche, die in diesen trüben Sommertagen kompromiß- und umlautlos durchs Netz hallt.


Hallo!!! Ich bitte dich, sich uber meinen Brief nicht zu verwundern. Ich sah dein Profil auf "Singles.freenet.de" oder auf "Friendscout24". Und ich wollte dir den Brief schreiben. Du der schone und sexuelle Mann. Ich will dich besser und naher sehr erfahren. Ich habe solches Gefuhl dass du ein Mann meines Traumes sein darfst. Aller ist in dieser Welt moglich. Du bist einverstanden? Ich glaube dass wir unsere Bekanntschaft beginnen werden.

Ich will dir uber mich erzahlen. Ich das einfache Russische die Frau. Mir 30 Jahre. Meinen Geburtstag den 11.01.1977 Ich lebe in Stadt Sankt Petersburg. Es ist eine zweite Stadt in Russland. Ich lebe in einer Wohnung zusammen mit der Mutti und der Vater. Meine Mutti auf der staatlichen Rente. Mein Vater arbeitet im Eisenbahnbau. Es ist ein guter und friedlicher Beruf. Ich habe den Bruder oder die Schwester nicht. Aber ich habe die Cousine und des Cousins. Ich arbeite in die Transportgesellschaft. Ich plane die Bewegung des Transportes und die Beforderung der grossen Ladungen nach ganzem Russland. Mir gefallt meine Arbeit. Aber leider bei mir das kleine Gehalt. Aber das Geld ist haupt-fur mich nicht. Fur mich das Wesentliche die Liebe und das Gluck. Ich habe die Geheimnisse vor dir nicht. Ich sage dir dass ich die vorliegende Liebe suche. Das vorliegende Gluck. Ich suche das Bundnis der Liebe und des Gluckes. Es ist sehr viel Leute in dieser Welt einsam. Ich werde aufrichtig mit dir und ich bitte dich, ehrlich auch zu sein. Die Ehrlichkeit und das Vertrauen sind fur die Liebe sehr wichtig. Es ist fur mich und fur dich wichtig. Keine Spiele. Nur die ernsten Beziehungen. Ich glaube dass die Liebe am meisten wesentlich in der Welt ist.

Warum suche ich seinen Mann in Deutschland? Fur die Liebe und das Gluck existiert der Hindernisse bei der Entfernung nicht. Meine Freundin beratete mir, nach dem Mann in Deutschland zu suchen. Meine Freundin lebt in Deutschland in diesen Moment. Die Stadt Baden-baden. Vor einigen Jahren konnte sie nicht nachdenken was in Deutschland zu leben wird. Sie hat den deutschen Mann gefunden. Sie ist in Deutschland zu seinem Brautigam abgereist. Sie hat den deutschen Mann verheiratet. Sie sehr glucklich jetzt. Sie haben seine Firma. Das grosse Geld und das Business. Ich bin dass meine beste Freundin glucklich in diesen Moment sehr sehr froh. Ich glaube dass ich seinen Mann finden kann. n. Aber das Geld bin fur mich nicht wichtig. Ich weib dass das Wesentliche in das Leben die Liebe und der geliebte Mensch. Ich werde seinen Mann den glucklichsten Menschen in der Welt machen.

Ich suche der gute und gute Mann. Der mich liebgewinnen kann. Und ich werde diesen Mann liebgewinnen. Moglich es du? Ich glaube in die Liebe auf ganzes Leben. Ich bin uberzeugt dass ich seines Gluck und die Liebe finden werde. Nach welcher Frau suchst du? Welcher dein Traum? Jetzt ich vollkommen einsam. Ich habe geliebt den Mann nicht. Ich versuchte, nach dem Mann in seinem Land zu suchen. Aber alle Manner wollen nur die Unterhaltung. Die Manner wollen nicht die ernsten Beziehungen haben. Ich hoffe mich dass du uber mich mehr erfuhrst. Ich werde uber mich mehr in jedem Brief erzahlen. Mir wird es sehr interessant sein, uber dich mehr zu erfahren. Ich will dich mehr nahe erfahren. Mir ist es sehr interessant. Ich werde deinen Brief warten. Dein Brief wird mich glucklich machen. Versprich, zu antworten! Ich bin obligatorisch werde antworten. Ich werde dir das Foto schicken.
Meinen personlich e-mail: mariaich2@yahoo.com
Kuss
Deine Maria

Drehrumbum der Runde

Leider war der Spaß von kurzer Dauer, wohl ein Anzeichen dafür, dass sich das ganze Internet-Zeug, oder wie das heißt, nicht dauerhaft durchsetzen kann. Der Anbieter ist aber trotzdem lustig, ausprobieren lässt sich das immer nochhier.

Diesmal verrechnet sich die HZ

oder anders gesagt: die hz übernimmt die zahlen der dpa, ohne nachzurechnen. folgendes wird berichtet: die stadtwerke weißenfels lassen einen durchschnittlichen vier-personen-haushalt im jahr ab sofort 1097 euro stromkosten zahlen. der preiswerteste anbieter, die aschaffenburger versorgungs-gmbh, will für dieselbe leistung nur 661 euro haben. folgerung der hz (dpa): das sind "66 prozent weniger". hm. ein simpler überschlag hätte zu einem anderen ergebnis geführt. nehmen wir der einfachheit halber 1100 euro für weißenfels an. die hälfte oder 50 prozent weniger sind - 550 euro. was "66 prozent weniger" gewesen wären? holt eure taschenrechner raus! auf jeden fall zahlt man in aschaffenburg nur rund 40 prozent weniger - was immer noch viel ist :-)

Satan Stone darf nicht filmen

Er ist keiner von den schillernden Führern, die gern in Phantasieuniform Paraden abnehmen oder fern von ihrem Volk ein Leben in Saus und Braus führen. Mahmoud Ahmadinejad, asketischer Präsident des Iran, gefällt es, aschegraue Anzüge zum stoppeligen Dreitagebart zu tragen und sich nicht viel Luxus zu gönnen - außer dem, immer mal eine Rede zu halten, in der er von seinem kleinen, harmlosen Traum spricht, das "zionistische Gebilde" Israel auszuradieren. Auch wenn das bisher noch nicht geklappt hat, blickt Mahmoud Ahmadinejad, von seinen Fans Matschdaddel genannt, blickt auf eine erfolgreiche Amtszeit zurück: Bei der imageträchtigen Fußball-WM holte die Elf des Mullahstaates ein Remis gegen Angola, die libanesische Außenstelle Hizbullah widerstand den Angriffen der israelischen Usurpatoren, die Hamas genannte palästinensische 5. Kolonne konnte den ausgedörrten Gaza-Streifen erobern, zu Hause läuft es wirtschaftlich so gut, dass der Iran, einer der größten Ölproduzenten der Welt, jetzt die Benzinausgabe für private Autofahrer rationieren musste und in seinem exklusiven Blog hat der vielbeschäftigte Staatsmann seit dem Star vor einem Jahr schon sieben verschrobene Einträge hinterlassen.

Das reicht auch, befand Ahmedinedschad jetzt, als Filmemacher Oliver Stone anfragte, ob er einen Dokumentarfilm über den Alltag des Persers drehen könne. Stone, ließ der siebte Sohn eines Schmiedes laut "Guardian" wissen, sei immerhin "ein Teil des großen Satans", wie der staatsgläubige Iraner die USA zu bezeichnen hat. (vgl: Kleiner Satan - Israel). Zwar sei es richtig, dass Stone oppositionelle Positionen vertrete, doch "auch die Opposition ist natürlich Teil des Systems", ließ Ahmedinedschad bestellen.

Stone, der sich dem Perserpräsidenten mit kuscheligen Dokus über Kubas König Fidel Castro und den Palästinenserkonflikt empfohlen hatte, gilt im Iran als Teil der zionistisch dominierten US-Filmindustrie. Sein "Alexander" der Große käme zu gut weg, obwohl er Krieg gegen den Iran geführt habe. Zudem gefiel dem ehemaligen Provinzbürgermeister, der verdächtigt wird, an der Ermordung des kurdischen Oppositionellen Abdul Rahman Ghassemlou am 13. Juli 1989 in Wien beteiligt gewesen zu sein, die Aussicht nicht, von Stones' Kamera wirklich beobachtet zu werden. Wenn iranischen Filmemachern erlaubt werde, den amerikanischen Präsidenten mit der Kamera zu begleiten, könne Oliver Stone aber gern noch einmal anfragen. Vielleicht ist der sagenumwobene 12. Imam, genannt der Mahdi, der nach Ahmedinedschads fester Überzeugung 10. Jahrhundert verschwunden ist, bis dahin auch schon wieder da, so dass er im Film mitspielen könnte. Zuletzt hatte Ahmedinedschad in einer wirren Rede vor der Uno seiner Erwartung Audruck verliehen, dass es noch in diesem Jahr soweit sein könne. Allerdings hatte er vergessen zu erwähnen, warum das irgendwen interessieren muss.

Sonntag, 1. Juli 2007

Alle oder keiner

Die gewöhnliche Evolution eines Beitrages der Bild, den dpa ins Land posaunt, schildert Stefan Niggemeier auf seiner Seite anhand des aktuellen Beispiels Möllemann-Video unter der Überschrift "Lemminge online". Bei dieser wie bei jeder anderen Gelegenheit erstaunt nicht der Fakt, sondern die Tatsache, dass der Medienkritiker ausschließlich die Praxis der Online-Medien angreift, jeden Schmarren, den dpa meldet, als amtliche Verlautbarung zu nehmen: Wie immer ist dieselbe Meldung natürlich am Folgetag überall im Land im selben Wortlaut auch über die Druckerpressen gelaufen. Aber naja, Niggemeier ist Online-Kritiker, der liest wohl keine gedruckten Zeitungen mehr.

Da sind wir aber immer noch

Inge Viett, einst Terroristin in der schul-lesbischen Vereinigung "Bewegung 2. Juni" und heute im Auftrag des Sozialamtes mit dem Aufbau einer besseren Welt beschäftigt, hat bei einem Auftritt in Luzern gesagt, sie finde es „schon toll“, dass es beim G8-Gipfel einen „so starken Widerstand gegen die Repression der Polizei“ gegeben habe. Endlich habe sie mal wieder „Polizisten rennen gesehen“, freute sich die einstige Terror-Aktivistin.

Der letzte Polizist, mit dem die 63-Jährige zu tun hat, rennt seit 1981 nicht mehr. Damals hatte Frau Viett, die gerade mit dem Mofa in Paris unterwegs war, aus vier Meter Entfernung abgedrückt und getroffen, als ein Beamter sie wegen falschen Abbiegens anhalten wollte. Die Kugel durchschlug die Luft- und Speiseröhre sowie die Wirbelsäule des französischen Polizisten. Der damals 31-Jährige überlebte das Attentat und ist seither querschnittsgelähmt.

Sein Pech, schließlich war er in Wirklichkeit nur ein "Pig" und im Auftrag des Kapitals unterwegs, um den Sieg von RAF und Bewegung 2. Juni im Volkskrieg zu verhindern. Ganz im Gegensatz zum Machtapparat in der DDR, der nach Vietts Beobachtungen während ihrer nachrevolutionären Jahre als Ferienlager-Organisatorin im Arbeiter- und Bauernstaat „auf der Seite der Bevölkerung“ gewesen ist, wie sie in Luzern wissen ließ.

Alle über einen Kamm

Hübsches Logo, hübsche Seite, die zum Thema Verdummung sammelt, was es zu sammeln gibt. Nicht mehr sehr aktuell, aber liebevoll gemacht