Freitag, 21. September 2007

Hardliner unter sich

immer, wenn man denkt, das schlimmste sei vorüber, kommt ein politiker um die ecke und brüllt: "es wird noch viiiiiel schlimmer". diesmal ist es kollege beckstein, bayerns innenminister und einer der wenigen verbliebenen hardliner in der deutschen politik. er warnt jetzt also vor terroranschlägen mit - schiffen. zwar bleibt beckstein die antwort schuldig, ob ungelenke öltanker oder doch eher wendige speedboote gemeint sind. doch diese marginalie im kampf gegen die - entschuldigung - wickelköpfe soll uns nicht weiter bekümmern. wir warten auf weitere warnungen vor: gürteln (sprengstoff), rasenmähern (benzin), carrera-autobahnen (unverfänglichkeit) und fernmündlicher kommunikation als solcher (verabredung zu). dies aber nur, wenn das politische geplauder a la "wir schießen keine terror-flüge ab" nicht doch als exklusive einladung an diverse mullahs und scheichs verstanden wird, sich eines flugzeuges zu bedienen. dazu eine marginale frage: was ist mit einmotorigen kleinflugzeugen, die mit sprengstoff vollgestoft sind? ein terrorist und ein pilot - niemand sonst ist an bord. darf und soll abgeschossen werden oder nicht?

Sonne droht Totalverbot



Möglichst allumfassende Verbote sind das beste Mittel, ein unmündiges Volk zu erziehen, das überhaupt nicht auf sich selbst aufpassen kann. Die fürsorgende Regierung der ehemaligen FDJ-lerin Angela Merkel plant deshalb jetzt nach einem Verbot von süßen alkoholischen Getränken, einem Rauchverbot, dem Verbot, am Steuer zu telefonieren, dem Verbot, entführte Flugzeuge abzuschießen und dem - besonders erfolgreich praktizierten - Verbot, Getränke in praktischen Einwegverpackungen zu verkaufen, auch ein Verbot der Sonnenbestrahlung, das vorerst allerdings nur für Minderjährige gelten soll. Getarnt als "Sonnenstudio-Verbot für Jugendliche" will die Bundesregierung das Verbot bis 2009 gesetzlich verankern, bestätigte die Parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, Astrid Klug (SPD).

Für Erwachsene soll der Schutz vor gesundheitsgefährdenden UV-Strahlen durch entsprechende Grenzwerte verbessert werden: Sonnenstudios, die alte Sonnenbänke mit einer UV-Strahlung von mehr als 0,3 Watt pro Quadratmeter betreiben, müssen umrüsten. Auch die Sonne, die etwa auf Sylt um die Zeit der Sommersonnenwende bei wolkenlosem Himmel zum Mittag einen Höchstwert von etwa 900 Watt UV-Licht pro Quadratmeter völlig sinnlos zur Erde wirft, wird über kurz oder lang umdenken müssen, will sie nicht - wie der Erderwärmung bereits geschehen - demnächst ganz untersagt werden.

Terror-Dialog protokolliert

Der freundlichen Einladung durch die deutsche Politik ließ Justizministerin Zypries gestern noch einen Dringlichkeitsappell folgen: Bitte, Terroristen, schlagt das nächste Mal in Deutschland an! Hier werden entführte Flugzeuge mit Kurs Bundeskanzleramt nur abgeschossen, wenn sie gänzlich "unbemannt" sind oder doch außer den Entführern niemand, also nicht einmal ein Pilot an Bord ist.

Wie "gänzlich unbemannte" Flugzeuge funktionieren, wissen wir nicht. PPQ ist aber über eine nach geheimen Plänen von Wolfgang Schäuble in einer Zeitschleife eingerichtete Fangschaltung an die geheimen Mitschnitte des Funkverkehrs zwischen der am 19. April 2008 entführt werdenden Lufthansa-Maschine LH 558 und dem Tower in Frankfurt/Main gelangt. Die LH 558 wird an diesem Tag im kommenden Jahr, einem Samstag, gegen 19.40 Uhr in Frankfurt am Main mit Kurs Kairo gestartet sein, von einem Al-Kaida-Kommando aber bereits kurz nach dem Start zur Kursänderung Richtung Berlin gezwungen werden. Dort beginnt wenig später das Pokalendspiel zwischen dem FC Bayern München und dem TuS Koblenz, das Stadion ist ausverkauft und voll besetzt, als folgender Dialog stattfindet.

Tower: LH 558, bitte kommen. Sie verlassen ihren Kurs. Over.

LH 558: Tower, danke für den Hinweis. Wir hätten uns sowieso gleich gemeldet. Hier spricht das Al-Kaida-Kommando "Mullah Dadullah". Wir haben diese Maschine in unsere Gewalt gebracht und werden sie in wenigen Minuten in das Olympiastadion in Berlin stürzen lassen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Allah akbar. Over.

Tower: Ähm, Sie scherzen. Over.

LH 558: Keineswegs. Allah ist groß.

Tower: (Im Hintergrund hektische Geräusche) Was sind Ihre Forderungen? Over.

LH 558: Allah akbar. Danke der Nachfrage. Aber wir haben keine Forderungen. Sie sind an einem Vernichtungskrieg gegen die Umma beteiligt. Wir werden Sie bestrafen. So Gott will.

Tower: Ich bin an keinem Vernichtungkrieg beteiligt. Aber das Lagezentrum der Polizei fragt an, wieviel Passagiere sich an Bord befinden? Odr ist ihr Flug unbemannt? Over.

LH 558: Allah akbar, wir haben sie bisher nicht gezählt. Warum wollen Sie das wissen? Die sind sowieso gleich alle tot. Außer Allah. Und Mohammed ist sein Prophet.

Tower: Das Justizministerium prüft, ob Ihre Maschine abgeschossen werden kann. Aber so lange Passagiere an Bord sind, geht das ja nicht.

LH 558: Ja, Allah ist groß in seiner Weisheit. Die Deutschen haben gute Gesetze. Wie weit haben wir es noch?

Tower: Zehn Minuten? Wollen Sie es sich nicht doch noch einmal überlegen?

LH 588: Genug nachgedacht, es ist aber Zeit zu kämpfen für den wahren Glauben. Ist das Stadion wenigstens voll? Allah akbar.

Tower: Da darf ich Ihnen nicht sagen.

LH 558: Wir werden es ja gleich selber sehen, Allah ist groß, der Herr der Welt und Mohammed ist sein Prophet.

Tower: Der Verteidigungsminister ist in der Leitung. Ich übergebe. Ähm, ja, hallo, hier spricht Franz-Michael Jung, Verteidigunsminister. Sie da in der Maschine! Ich habe Jäger losgeschickt, die Sie vom Himmel holen werden. Drehen Sie ab! Augenblicklich! Die Kanzlerin ist im Stadion und auch der Bundespräsident! Wir können doch über alles reden!

LH 558: Wir haben keine Angst vor Ihrer Kriegsmaschine. Sie können uns nicht abschießen, so lange hier Passiere und Besatzung bei uns sind, das ist verfassungsrechtlich gar nicht möglich. Denken Sie an das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes! Allah ist groß.

Tower/Jung: Das ist mir scheißegal! Es geht um Menschenleben!

LH 558: Genau deshalb doch, Allah akbar! Sie könne nicht Leben gegen Leben abwägen, das wäre verfassungswidrig. Das wissen Sie doch. Wie lange haben wir noch?

Tower/Jung: Dann gehen ich eben in den Knast, mir piepegal. Ich lasse Sie nicht 60.000 Menschen ermorden. Also kommen Sie runter da. Jetzt sofort.

LH 558: Allah ist groß, wir leiten Sinkflug ein. Ich glaube, ich sehe das Stadion schon. Hat das Spiel angefangen?

Tower/Jung: Ich habe jetzt hier die Kanzlerin am Apparat, hören Sie gut zu, was die Ihnen zu sagen hat. Ähm, ja, hallo, Angela Merkel hier, Bundeskanzlerin. Ich appeliere an Sie, von Ihrem mörderischen Vorhaben abzulassen. Gewalt ist doch keine Lösung!

LH 558: Allah akbar! Wir wollen auch keine Lösung, sondern ein Zeichen setzen gegen die Ungerechtigkeit ihrer Welt. Sie kaufen uns das Öl weg, locken unsere jungen Männer in ihre sündigen Städte, ermorden unsere Frauen. Damit muss Schluß sein.

Tower/Merkel: Aber 60.000 Unschuldige umzubringen ändert doch nichts. Ich kann das nicht zulassen.

LH 558: Dann schießen Sie uns doch ab, so Gott will.

Tower/Merkel: Diesen Befehl zu geben, verbietet mir unsere Verfassung. Tut mir leid, mir sind die Hände gebunden.

LH 558: Allah akbar, die Brüder haben wahr gesprochen! Ich kann ihre Jäger jetzt sehen. Abdallah, lass den Piloten doch mal mit den Flügeln wackeln. Huhu! Tja, Frau Merkel, da ist jetzt auch das Stadion. Danke für den Geleitschutz. Grüßen Sie Ihre Verfassungsrechtler und sagen Sie vielen Dank an alle auch von Osama. Wir müssen jetzt Schluß machen. War mir ein Vergnügen. Sie müssten uns jetzt auch schon sehen. Bis gleich. Allah akbar. Over.


Die Boing 747 schlug nicht direkt im Stadion ein, weil Flugkapitän Peter Schröder in den Sekunden vor dem Aufprall den verfassungswidrigen Entschluß fasste, die Maschine so tief auf die Ostmauer das Stadions zu ziehen, dass er damit alle Menschen auf der Osttribübe umbrachte. Dadurch konnten allerdings, begünstigt durch die widerrechtliche Abwägung des Piloten, einige hundert Zuschauer auf der gegenüberliegenden Westtribüne, der Flammenhölle entkommen, vor allem jene, die sich gerade an Wurst- und Bierständen aufhielten. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Heinz Köhler wurden gerettet. Der Personenschutz hatte beide hohe Repräsentanten nach Eingehen der ersten Drohung aus dem Stadion geschafft und in einem sicheren Bunker untergestellt, der noch aus der Zeit des Naziregimes stammt.

Insgesamt kamen am Abend des 19. April 2008 32.000 Menschen in der Flammenhölle des Olympiastadions um, weitere 24.000 wurden schwer verletzt. In der Fernsehsendung "Anne Will", die sich am darauffolgenden Sonntag mit dem Thema "Terror über Deutschland" beschäftigte, herrschte parteiübergeifend Konsens, dass die komplexen verfassungsrechtlichen Regelungen zur Unverletzbarkeit von körperlicher Unversehrtheit und Leben eines jeden Einzelnen noch nie so lebendig umgesetzt worden seien wie in Berlin. "Jetzt hat jeder Bürger gesehen, dass Deutschland nicht abgeht von seiner Linie", sagte Angela Merkel, die diesmal ein angemessen dunkelgraues Pokemon-Kostüm trug und sehr betroffen wirkte.

Die USA kündigten allerdings schon am Dienstag der Folgewoche an, in ähnlichen Fällen künftig eigene Jäger aufsteigen lassen zu wollen, um Terrorflieger über Deutschland abzuschießen. Da sich im Olympiastadion mehr als 345 Amerikaner befunden hätten, die deutsche Regeirung aber nicht gehandelt habe, sei die US-Regierung verpflichtet, künftig Leben und Gesundheit ihrer Staatsbürger selbst auf diese Weise zu schützen. "Die deutsche Luftwaffe kann ja dann versuchen", ließ US-Präsident George W. Bush wissen, "unsere Jungs vom Himmel zu holen, um die Terrorflieger zu schützen." Die Empörung war groß, die Grünen forderten einen Austritt aus der Nato, die Linke einen Schießbefehl gegen Ami-Jäger. CDU/CSU und SPD verwiesen das Thema in die Gremien, Politiker der FDP verwiesen auf die Möglichkeit, Maschinen der US-Air-Force mit in den US-Streitkräften dienenden deutschen Staatsbürgern zu besetzen. Aufsteigende deutsche Jäger hätten dann nach den Grundsätzen der Verfassung nicht mehr die Möglichkeit, ihre Nato-Kollegen abzuschießen, auch wenn diese gerade dabei seien, ein entführtes deutsches Zivilflugzeug vom Himmel zu holen. "Damit wäre allen gedient", hieß es aus dem Thomas-Dehler-Haus.

Mittwoch, 19. September 2007

Frauen und Kinder zuerst

Immer noch schwappen die Wogen der Empörung über den "ungeheuerlichen Ausfall" des Verteidigungsministers und selbsternannten Terrorretters Franz Jungs durchs Land. Dabei hatte der frühere Aufsichtsrat der Frankfurter Fußball-Eintracht sich nur in die Rolle eines Feuerwehrmannes fantasiert, der sich in einem brennenden Haus entscheiden muss, ob er die malade Seniorin aus dem brennenden Gebälk schleppt, oder lieber die zwei nebenan greinenden vierjährigen zwillinge vor den Flammen rettet.

Jung war, selten für einen Politiker, ehrlich. Er würde die Kinder schnappen, wenn nur für eine Rettung Zeit bliebe. Und das Flugzeug abschießen lassen, ehe es ins Olympiastadion oder das AKW einschlägt.

Ein klarer Verfassungsbruch, tönt es nun von allen verlogenen Seiten, und selbst Leute, die das Urteil des Bundesverfassungsgericht zum Luftsicherheitsgesetz nicht gelesen haben, können es ganz genau erklären. Das Bundesverfassungsgericht habe es verboten, Flugzeuge voller unschuldiger Zivilisten abzuschießen, heißt es, und das überrascht doch viele, die bisher dachten, dergleichen sei hierzulande natürlich traditionell erlaubt. Auch habe der Erste Senat klar gemacht, dass es eine Abwägung Leben gegen Leben nicht geben dürfe.

Das Dumme ist nur, das eben diese Abwägung täglich stattfindet, etwa durch den oben beschriebenen Feuerwehrmann, aber auch durch den Rettungssanitäter beim Autobahnunfall oder den Arzt, der Herzen und Nieren zuteilt. Auf See, wohin der Blick aus dem Hohen Haus in Berlin, das heute gewohnt selbstgewiss zum Thema debattierte, nicht reicht, hat die Abwägung lange, ehrwürdige Tradition: Frauen und Kinder zuerst, heißt es da - eine Abwägung des Wertes von Leben, die inzwischen schon als institutionalisiert gelten darf und noch von keinem politichen Spreebootkapitän infrage gestellt wurde.

Da macht sich auch die Nato nicht weiter ins Hemd, deren Mitglied Deutschland noch immer ist. Für den Kriegs- und Katastrophenfall verfügt das Bündnis über eine wissenschaftlich äußerst ausgeklügelte Methode, den Restwert sozusagen beschädigter Leben abzuwiegen: "Triage" nennt sich das Verfahren, dass dem Sterbenden mit abgerissenem Unterleib selbstverständlich die Infusion verweigert, die dafür der nach Ansicht der behandelnden Ärzte eher zu rettende Nachbar mit dem aufgerissenen Oberschenkel bekommt. Das heißt ganz schick "Simple Triage and Rapid Treatment" und noch kein politischer Herzfehlerkandidat ist auf die Idee gekommen, es trompetenlaut verfassungswidrig zu finden, nur weil - wie im von Jung entworfenen Szenario - Dritte über Leben und Tod völlig unschuldiger Opfer befinden.

Kriegsfall, Krisenfall? Gilt da die Verfassung überhaupt? Nun, auf jeden Fall gilt sie im Katastrophenfall, in dem auch DRK und Katastrophenschutz nach dem Einteilungsverfahren arbeiten. Wer über Jung redet, müsste auch über die reden. Oder, um mit Dieter Nuhr zu sprechen, einfach mal die Fresse halten.

Wo bleibt eigentlich der Weltuntergang?

Erst wurde das Waldsterben abgesagt, dann stieg die Zahl der Eisbären von 5.000 auf 22.000, das Ozonloch meldete sich nicht mehr, die deutschen Flüsse feierten "Flußbadetage" und Gerichte "an einheimischem Steinpilz" galten nicht mehr als erster Schritt zum freiwilligen Atomtod. Jetzt tummeln sich nun auch noch in norwegischen Flüssen zehn Mal so viele Wildlachse wie zu Beginn der neunziger Jahre. Zählungen in 22 betroffenen Flussläufen durch das Naturschutzamt hätten ergeben, dass sich Sanierungsarbeiten gegen Schäden durch Schwefel und Stickstoff aus der Luft als "voller Erfolg" erwiesen. Als Argument wird angeführt, dass in den betreffenden Flüssen 1991 nur 2500 Lachse, 2005 dagegen 22.000 von Anglern aus dem Wasser geholt worden seien - was freilich auch an der eventuell leicht gestiegenen Zahl von Anglern hätte liegen können.

Die Grundfrage aber ist natürlich: Wo bleibt der Weltuntergang, dem wir in Röhrenjeans und Kutte, Palituch um den Hals und Biertulpe in der Hand seinerzeit zu den Klängen von "Love Will Tear Us Apart" so gelassen wie möglich ins gräßliche Antlitz blickten? Reicht es wirklich, Wasser 15 Jahre mit Kalk zu düngen, um "Flüsse nun langsam wieder voll funktionsfähig" zu machen, wie der zuständige Naturschutzbehördensprecher Roy Langåker meint? Wo soll das noch enden, wenn das so weitergeht? Und wie überhaupt?

Gabi gibt Gas

Die als Fürther Landrätin bekannt gewordene Lackhandschuhliebhaberin Gabriele Pauli hat ihr Wahlprogramm vorgestellt, mit dem sie CSU-Vorsitzende werden will. Darin gibt Gabi richtig Gas. So fordert die Stoiber-Stürzerin unter anderem eine Befristung der Ehe auf sieben Jahre. Danach solle eine Ehe auslaufen, wenn sich die beiden Partner nicht „aktiv“ für eine Verlängerung aussprechen. Ihrer Ansicht nach gehe es bei einer Ehe nicht darum, Sicherheit zu bieten, Ziel der Veranstaltung sei vielmehr, die Liebe zweier Menschen zu dokumentieren.
Damit öffnet Gabriele Pauli ein Türchen zu völlig neuen Möglichkeiten: Könnte nicht auch die Mitgliedschaft in einer politischen Partei künftig grundsätzlich zeitlich befristet sein? Und automatisch auslaufen, wenn beide Seiten nicht "aktiv" eine Verlängerung wünschen? Denkbar wäre auch eine weitere Ausdehnung von derartigem Vertragsschwund auf Mietrecht, Führerscheingültigkeit, Elternschaftsanerkennung, Arbeitsverträge, Kleingartenpacht und Eigentumsrechte im Großen und Ganzen. Ganz Deutschland ein Land mit befristeten Verhältnissen, ganz Deutschland ein Land von dauernd erforderlichen aktiven Bekenntnissen zum Status Quo. So käm´ vermutlich abrupt Bewegung in die komatöse Bevölkerung.

Der Sieg ist nahe

die deutschen zeitungsverleger sind kurz davor, die suchmaschine google nieder zu ringen. der finale rettungsschuss (ein herrlich schiefes bild) ist zwar noch nicht gesetzt, doch der sieg dürfte eine frage der zeit sein. in der zwischenzeit nimmt sich die türkische regierung ein weiteres pferd aus demselben stall vor: "Wegen Beleidigung des türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk hat ein Gericht in der zentralanatolischen Stadt Sivas eine Sperre der Internet-Videoplattform YouTube angeordnet. Die Entscheidung sei der türkischen Telekom zugestellt worden, berichteten türkische Medien am Mittwoch. Eine Privatperson hatte geklagt. Er beschwert sich, auch Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, Staatspräsident Abdullah Gül und die Armeeführung würden in Videos beleidigt, die auf der YouTube-Seite veröffentlicht wurden. YouTube erklärte sich unterdessen den Berichten zufolge bereit, die Probleme in Zusammenarbeit zu lösen." jetzt können sie sich aber ganz warm anziehen, diese web-fritzen. ob sie diese kuh noch einmal vom eis holen, nachdem schon soviele pflöcke eingeschlagen sind? ich glaube kaum ...

Fußballspiel mit zwei Verlierern

Der Provinzfußball im dunklen Teil Deutschlands ist immer noch für Innovationen gut. Nach dem Abbruch eines Punktspiels zwischen dem FC Eilenburg und dem VFC Plauen wird das Spiel jetzt für beide Mannschaften mit 0:2 gewertet, fairerweise, denn ein Plauener Fan hatte dank mangelnder Sicherheitsvorkehrungen des Eilenburger Gastgebers Gelegenheit bekommen, einen Linienrichter im Stil eines Kung Fu-Kämpfers anzuspringen. Der Schiedsrichter hatte das Spiel daraufhin beim Stand von 1:0 für Eilenburg abgebrochen - das Spiel geht dafür nun aber immerhin in die Geschichte ein als erstes Punktspiel überhaupt, das beide beteiligte Mannschaften verloren haben.

Dienstag, 18. September 2007

Herumdoktern an den Fehlern des Systems

Wir lassen uns das Bomben nicht verbieten


Jetzt geht es dem internationalen Terrorismus endlich wirklich an den Kragen. Brigitte Zypries macht nämlich ernst. Um gegen Hetzpropaganda von Terroristen, Bombenbau-Anweisungen oder das Werben für eine Ausbildung in terroristischen Trainingslagern strafrechtlich vorgehen zu können, plant die Ministerin die Schaffung eines neuen Paragraphen 91 Strafgesetzbuch (StGB). Der soll das Verbreiten oder das Anpreisen von terroristischen "Anleitungen" unter Strafe stellen. Verstöße können dann mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden. Zypries hat entdeckt, dass "das Netz als weltweiter Kommunikationsraum als Propagandamedium für Terroristen in erheblichem Umfang an Bedeutung gewonnen" hat. Dort zu findende "virtuelle Terror-Camps" würden eine erhebliche Gefahr für den öffentlichen Frieden darstellen: Bombenbauanleitungen vor allem, wie sie sich in zahllosen Büchern in zahllosen Bibliotheken finden, werden sofort äußerst akut gefährlich, wenn sie über eine Internetseite verbreitet werden.

Gemäß dem neuen Paragraphen 91 müssen derlei Anleitungen vom Täter nun nicht mehr direkt dazu "bestimmt" sein, einen speziellen Schaden eintreten zu lassen. Statt dessen soll es künftig ausreichen, dass die jeweilige Anleitung "objektiv geeignet" ist, die Bereitschaft anderer zu fördern oder zu wecken, eine Gewalttat mit einer staatsschutzrelevanten Zielsetzung zu begehen. Ebenfalls bestraft wird dann, wer sich eine solche Anleitung etwa durch das Herunterladen aus dem Internet verschafft. Dieser Tatbestand hätte dem Justizministerium zufolge etwa bei der Vorbereitung der versuchten Anschläge auf Regionalzüge im Sommer 2006 greifen können, wenn man denn vorher gewusst hätte, dass die Täter sich die Anleitungen für ihre Kofferbomben, die dann nicht funktionierten, im Internet besorgten. Diesen Punkt aber wird Wolfgang Schäuble mit seiner Initiative "Stasi 2.0" demnächst angehen.

Erfasst werden soll von der neuen Rechtsvorschrift auch der Erwerb von Viren (etwa Grippeviren), Giften (etwa Haushaltsreiniger und Unkrautbekämpfungsmitteln), radioaktive Stoffen (Uhren mit Leuchtziffern), Sprengstoffe (Feuerwerkskörper) oder zur Ausführung der vorbereiteten Tat erforderliche Vorrichtungen wie Zünder (Wecker, Taschenuhren). Inwieweit Silvesterknaller und Tischfeuerwerk wirklich betroffen sein werden, bedarf noch der Klärung in der Koalition. Ehe es soweit ist, bietet unser kleines Terrorcamp hier auf PPQ noch einmal den völlig straffreien Service, eine Bombenbauanleitung herunterzuladen. Aber Achtung, auch Papiertaschentücher, Backpulver und Plastiktüten fallen nach Bekanntwerden des Bombenrezepts vermutlich unter das Zypries-Verdikt. Dann müsste, zumindest bis zum Verbot von Benzin und Glasflaschen, Cola und Mentos-Dropsen, auf Molotovcocktails und Colabomben zurückgegriffen werden!

Verlage bringen Google in Bedrängnis

Erst kündigten Experten deutscher Verlage hier bei PPQ an, dass sie beabsichtigen, den Internetriesen Google binnen zehn Jahren zu exekutieren, indem sie selbst Suchmaschinen und Internetshops anbieten. Jetzt nun macht die New York Times schon mal ernst. Zwei Jahre nach der Einführung des Online-Abo-Modells, das für 49.95 Dollar im Jahr Zugang zum "Timeselect"-Programm offerierte, öffnet die Zeitung ihre Archive. Damit haben auch Nicht-Abonnenten kostenlosen Zugriff auf alle Inhalte, darunter auch auf das Archiv von 1987 an.
Für Google dürfte es damit eng werden, denn der Internetriese hat jetzt noch mehr Inhalte zu untersuchen und zu indizieren. Sobald die deutschen Verlage ihre seit Jahrzehnten sorgsam archivierten dpa-Meldungen auch noch freigeben, dürften die Serverfarmen in Mountain View ernsthaft ins Wanken geraten - genau so, wie eechte Netz-Experten hier bei PPQ exklusiv schon seit Monaten vorhersagen.

Gott würfelt doch

Montag, 17. September 2007

Verbal-Fallout für alle

Mit wieviel Entschlossenheit Politiker einander missverstehen können, führt die politische Klasse vor, seit der bis dato kaum existente Verteidigungsminister Franz-Josef Jung bekannt gab, dass er entschlossen sei, im Falle einer terroristischen Bedrohung mit Hilfe eines entführten Verkehrsflugzeuges nicht auf den Einschlag des Luftverkehrsgerätes im AKW Krümmel zu warten. Vielmehr werde er unter Berufung auf einen übergesetzlichen Notstand den Befehl erteilen, die Maschine abzuschießen.

Die Folge wäre natürlich, dass Jung vor Gericht gestellt und bestraft werden würde. Die Piloten, die seinen Befehl ausgeführt hätten, würden ebenso angeklagt, dürften aber mit Verweis auf den Befehlsnotstand mit einer eher symbolischen Strafe davonkommen. Das aber dann auch nur, weil das Atomkraftwerk nicht explodiert, Deutschland also noch verhandlungsfähig wäre.

So weit, so gut und wenig Grund zur Aufregung, denn im von Jung entworfenen Szenario bleibt eine andere Entscheidung wohl nicht. Was immer jemand in einer solchen Situation tut, ist falsch, das weniger Falsche aber ist, was mehr Leben rettet.

Schließlich hat das Bundesverfassungsgericht vor einigen Jahren das von der rot-grünen Koalition entworfene Luftverkehrssicherheitsgesetz gekippt, das vorgesehen hatte, einen Abschuss wie von Jung ausgemalt auf dem Boden eines Gesetzes zu legalisieren. Und den jeweils amtierenden Verteidigungsminister damit straffrei zu stellen.

Das geht selbstverständlich nicht, befanden die höchsten Richter, weil sich Menschenleben nicht gesetzgeberisch gegeneinander aufrechnen lassen - zwei Touristenleben in einer entführen Maschine mithin rechtstheoretisch genausoviel wert sein müssen wie drei Millionen Menschenleben in einer vom atomaren Fallout bedrohten Metropolenregion. Folglich ist es dem Gesetzgeber verboten, Rechtsvorschriften zu erlassen, in denen Leben aufgerechnet werden.

Damit hat das Verfassungsgericht allerdings nicht gesagt, dass ein Flugzeug nicht abgeschossen werden kann, wenn der "übergesetzliche Notstand" eintritt, der eben genauso heißt, weil er übergesetzlich, also von Rechtsvorschriften nicht geregelt ist. Betont hat es nur, dass ein "übergesetzlicher Notstand" sich - wie der Name schon sagt - nicht per Gesetz regeln lässt. Handelnde in übergesetzlichen Notständen also damit rechnen müssen, für ihr Vorgehen bestraft zu werden.

Was aber blökt die politische Kulisse? Jung müsse zurücktreten, weil er "zum Abschuss von Verkehrsflugzeugen aufgerufen" habe. Wen eigentlich? Jung breche die Verfassung. Jung ermuntere Piloten zum Verfassungsbruch. Jung stelle sich über Recht und Gesetz. Gedöns, gehaltvoll wie Gammelfleisch. Peter Struck, unter der mit dem Luftverkehrssicherheitsgesetz vor dem Verfassungsgericht grandios gescheiterten rot-grünen Regierung selbst Verteidigungsminister, plappert betont kenntnisfrei "das Urteil aus Karlsruhe hat klar gesagt: Unschuldige Menschen dürfen nicht getötet werden". Obwohl er weiß, dass genau das gar nicht die Frage ist.

Auch die eilfertigen Expressschwätzer aller anderen Parteien verteilen ihre Empörung wie Autogrammkarten im Landtagswahlkampf. Hysterisches Gekläff statt sachlicher Auseinandersetzung, Wadenbeißen statt Akzeptanz der Wirklichkeit.

Sicher ist: Wenn Jung oder einer seiner Nachfolger die entführte Maschine erst hätte ins AKW Krümmel fliegen lassen, müssten die empörten Verfassungsschützer anschließend nicht mal die Tonart wechseln - sie würden genau so empört und entsetzt und entgeistert weiterblöken. Dann aber mit der Frage, warum der Minister nicht die Verantwortung übernommen und die Maschine angesichts der offenkundigen Bedrohung von Millionen Leben vom Himmel habe schießen lassen.

Alle Wetter wieder

Der Deutsche Wetterdienst sieht in höheren Temperaturen in Sachsen-Anhalt ein Indiz für den Klimawandel. In den vergangenen zwölf Monaten sei erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1851 eine mittlere Temperatur von 12,1 Grad gemessen worden, sagte der Meteorologe Jurik Müller. «Der Wert liegt drei Grad über der Norm.»
Extrem schlug der Januar mit Temperaturen von 5,9 Grad über der Norm zubuche. «An einigen Januartagen wurden Spitzenwerte von 13,2 bis 15,7 Grad gemessen», sagte Müller. Etliche Früchte reiften in deutlich kürzerer Zeit als früher. Zudem gebe es wegen der höheren Temperaturen längere Vegetationszeiten. «Hält der Trend an, kann in Zukunft wohl mehrmals im Jahr geerntet werden», sagte Müller. «Die Landwirtschaft wird sich umstellen und anpassen müssen. Der Temperaturanstieg macht neue Sorten und Züchtungen notwendig», sagte der Agrarmeteorologe. «Steigende Temperaturen werden künftig den Anbau von Wassermelonen, Auberginen, Gemüse- und Gewürzpaprika, Feigen, Kiwis und Oliven im großen Stil ermöglichen. Vorausgesetzt natürlich, dass sich nicht noch mehr Monate entscheiden, so nass und kalt zu werden wie der August, dem der Deutsche Wetterdienst nur unter Preisgabe aller Ernsthaftigkeit das Zeugnis "0,3 Grad zu warm" ausstellen konnte. Und die erste Hälfte des September, die Jurik Müller während der wissenschaftlichen Auswertung der Januardaten augenscheinlich verpaßt hat.

Sonntag, 16. September 2007

Floh-Fatwa

was macht der gelehrte wickelkopf, wenn ihm der sinn nach geistiger erbauung und moralischer erhebung steht? er erlässt eine fatwa. das sind islamische rechtsgutachten, die von einem mufti zu einem speziellen thema herausgegeben werden. nun gibt es viele muftis, die zahl der fatwas ist entsprechend groß, eine inhaltliche lücke zu finden, wird immer schwieriger. deshalb werden auch die kleinen dinge des lebens mit aufmerksamkeit bedacht, wie man hier (fatwa zum verbot der beschimpfung von flöhen) und hier (fatwa über die anerkennung goethes als muslim) nachlesen kann.

Mutationen in Musik

Samstag, 15. September 2007

Kopfgeld vom Hundefreund

Der Anführer der Terrororganisation al-Qaida im Irak, Abu Omar al-Bagdadi, hat ein Kopfgeld auf den schwedischen Karikaturisten Lars Vilk ausgesetzt. Vilk hatte die nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen frei erfundene Person des "Propheten Mohammed" als Hund gezeichnet, die Karikatur waren in verschiedenen schwedischen Zeitungen erschienen, die im arabischen Raum offensichtlich so viele Abonennten haben, dass ganze Volksstämme dort vor Wut schäumten bzw. schwedische Fahnen anzündeten.

Abu Omar Al-Bagdadi, der eigentlich Khalid Khalil Ibrahim al-Mashhadani heißt, verkündete: „Wir rufen zur Tötung des Karikaturisten Lars Vilks auf, der es gewagt hat, unseren Propheten – Friede sei mit ihm – zu beleidigen, und wir setzen im großzügigen Monat Ramadan eine Belohung aus von 100.000 US-Dollar für denjenigen, der diesen Verbrecher tötet.“ Noch mehr Geld verspricht al-Bagdadi für eine möglichst grausame Hinrichtung von Vilk, den der Hundefreund aus Bagdad penetrant "Vilks" nennt: Wer den Mann „schlachte wie ein Lamm“, erhalte 150.000 Dollar. Weitere 50.000 Dollar setzt der al-Qaida-Führer auf den Kopf des Chefredakteurs von „Nerikes Allehanda“ aus, einer der schwedischen Zeitungen, die Vilks Hundezeichnung abgedruckt hatten. Wie das Geld an die erfolgreichen Vollstrecker übergeben werden soll, wurde nicht bekanntgegeben, wer es bekommt, wenn statt des Karikaturen-Urhebers Lars Vilk der bislang völlig unbekannte Nicht-Zeichner namens "Vilks" getötet wird, ist ebenso unklar.

Gotteskrieger in Köln

So eine Überraschung aber auch! Joachim Kardinal Meisner, 94. Bischof in der Nachfolge des Heiligen Maternus auf dem Stuhl des Kölner Erzbischofs, ist kein Fan der Rolling Stones! Nachdem der gelernte Bankkaufmann, der urpsrünglich aus dem urliberalen Kernland Schlesien stammt, in seiner Festpredigt zur Eröffnung des neuen Kölner Diözesanmuseums die Auffassung vertreten hat, es gebe einen "unaufgebbaren Zusammenhang zwischen Kultur und Kult", der besage, dass "dort, wo die Kultur von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, die Kultur entartet" ist die Aufregung groß im politischen Dachgeschoß der Republik, dessen Mitglieder den ehemaligen Kaplan von Heiligenstadt und Erfurt bisher für einen Freund von freier Liebe und lauter Rockmusik gehalten hatten. "Wirbel um Meisner-Äußerungen" meldet die FAZ, Entsetzen herrscht bei Politikern darüber, "dass ein Wort wie ,entartet´ heute noch Verwendung findet". Der Gotteskrieger selbst, der abtreibende Frauen für genauso schlimm wie Hitler hält, fühlt sich mißverstanden. Er habe "nur ganz schlicht damit sagen wollen, dass, wenn man Kunst und Kultur auseinander bringt", beides Schaden erleide, erläuterte Meisner. Ganz schlicht. Wie zutreffend.

Freitag, 14. September 2007

Noch eine Zwischenfrage

Wer sagt, der afrikaner sei promisk, undiszipliniert und neige zum chaos: ist der ein rassist?

Zwischenfrage

wenn ein afghanischstämmiger deutscher einen rabbi niedersticht: ist das dann ein fall für "miteinander" und "gesicht zeigen" oder nicht?

Google flüchtet auf den Mond

Google wird bekanntlich bald untergehen, weil die vorausschauenden deutschen Verlage ihre eigene Suchmaschine aufbauen und alle Internetnutzer dann nur noch dort suchen werden. Weil die Macher der derzeit marktführenden Suchmaschine das wissen, verlegen sie sich jetzt anscheinend vorsichtshalber schon mal auf andere Geschäftsfelder. Gerade hat Google 30 Millionen Dollar für den Google Lunar Xprize ausgelobt, die der bekommen soll, dem ein privat organisierter Flug zum Mond gelingt. 20 Millionen Dollar erhält, wer auf dem Mond landet, ein Fahrzeug aussetzt aussetzt, dieses 500 Meter auf der Oberfläche bewegt und die dabei aufgezeichneten Bilder an die Erde zurücksendet. Zusätzliche Preise können erzielt werden, wenn ein Artefakt früherer Mondlandungen gefunden oder wenn Wasser entdeckt wird.

Schein und Sein

Sozialwissenschaftler der Humboldt-Universität in Berlin haben 1019 repräsentativ ausgewählte Bürger zu ihrem Gerechtigkeitsempfinden befragt und herausgefunden, was ihnen jede Kneipenrude hätte auch sagen können: Die Verteilung von Einkommen und Chancen in Deutschland empfinden die meisten als ungerecht, das eigene Einkommen hingegen wird dann doch meist als gerecht eingeschätzt. Wie beides zusammengeht, erklärt die Studie nicht.

Weitgehend Einigkeit herrscht darüber, dass die Verhältnisse in Deutschland ungerechter geworden sind. Nur knapp die Hälfte der Bürger glaubt heute noch, dass Begabung und Intelligenz belohnt werden. Solange es gleiche Chancen für alle gibt, ist es gerecht, wenn einige mehr Geld und Vermögen haben als andere - diesem Satz stimmen 78 Prozent der West- und 73 Prozent der Ostdeutschen zu. Dass ein Anreiz für Leistung nur dann bestehe, wenn die Unterschiede im Einkommen groß genug sind - dieser Aussage befürworten immerhin 59 Prozent der West- und 55 Prozent der Ostdeutschen zu. Gleichzeitig aber sind große Teile der Bevölkerung überzeugt davon, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. Das empfinden sie als ungerecht. Ihrer Ansicht nach sollten Manager weniger, ungelernte Arbeiter hingegen mehr verdienen. Ein Hilfsarbeiter verdient rund 1.130 Euro monatlich - für gerecht hielten die Befragten 1.431 Euro. Das von den Befragten geschätzte monatliche Durchschnittseinkommen von führenden Managern beträgt 125.000 Euro - als gerecht empfänden die Befragten rund 48.000 Euro.

Das tatsächliche Durchschnittseinkommen von deutschen Managern beträgt (2005) übrigens rund 24.000 Euro im Monat.

Schein und Sein klaffen auseinander, den Schein findet der Befragte dann ungerecht. So kommt es dann, dass sich die Deutschen einen Staat wünschen, der "mehr soziale Verantwortung übernimmt" - und gerade die Ostdeutschen, deren Bundesländer sich breitaufgestellte Kindergarten- und Krippensysteme leisten, höhere Ansprüche an den Sozialstaat stellen als Westdeutsche.

Erstaunlich auch, dass eine große Mehrheit (West: 75 Prozent; Ost: 88 Prozent) dafür plädiert, dass "der Staat für alle, die arbeiten wollen, einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen" sollte. Wahrscheinlich hätte die Frage, ob der Staat für gutes Wetter sorgen müsse, ebenfalls eine überwältigende Zustimmung gefunden. Fast ebenso viele Menschen sind der Ansicht, die Regierung müsse "für alle Menschen einen Mindestlebensstandard garantieren" - was der derzeitige Staat ja mit der Zurverfügungsstellung einer Grundversorgung für Bedürftige faktisch tut. Das wissen die Befragten nur leider nicht, oder sie sind der Ansicht, dass eine Grundversorgung nicht reicht, sondern eine Versorgung auf höherem Niveau angemessen wäre. Welches das sein müsste wurde nicht gefragt.

Der Aussage "Der Staat sollte eine Obergrenze für die Einkommenshöhe festsetzen" stimmen im Westen 41 Prozent, im Osten immerhin 57 Prozent der Befragten zu. Passend wäre wohl, diese Einkommensgrenze in der Nähe der auf Mittelstandsniveau angehobenen Grundversorgung anzusiedeln. Dann hätten alle gleich viel und über mangelnde Gerechtigkeit könnte sich nur noch der Gleisbauer beschweren, der für seinen Anteil acht Stunden Stahl durch den Regen tragen muss.

Blick aus dem Pullover

Schon älter, aber immer noch lustig - ein Blick aus dem "nicht zu toppenden" Thor-Steinar-Pullover auf eine Welt, die noch schwerer zu begreifen ist als die ohnehin schon undurchsichtigen Regeln zur Setzung von Kommata.

E-Mail zu "Narvik" in Magdeburg:

Hi,

heute schreibt Euch der Steffen aus Dessau. Also Herzlichen Glückwunsch
erstmal zur Eröffnung in Magdeburg. Aber seit dieser habt Ihr ja wie in den Medien tagtäglich gehetzt wird, nich wirklich einen geordneten Tagesablauf! Ich sowie genügend andere Bekannte und Verwandte können diese Hetze ebenfalls nicht nachvollziehen. Ich und andere Leute tragen diese Marke weil sie irgendwie einen Kultstatus in Deutschland erreicht hat.

Die Qualität der Klamotten ist nicht zu toppen. Wir bestellen eigentlich gern bei Euch. Weder aus politischen Gründen noch aus rechtsgesinnten Gründen. Uns ist es nicht nachvollziehbar, was jetzt in Magdeburg für ein Theater gemacht wird,
nur weil es jetzt einen Thor Steinar Laden im Hunderwasserhaus gibt. Es ist
doch im Vorfeld alles geprüft und für gut befunden worden, warum um Gottes
Namen wird jetzt so ein Tam Tam drausgemacht und Demo´s gegen Rechts
veranstaltet?

Gut es waren nur 300 Leutchen heute (Radio), das sagt ja eigentlich schon
aus, wie "unerwünscht" Ihr seid. Wären ein paar Tausend gekommen, hätte man
sagen können das Interesse der Republik ist riesig. Aber egal. Haltet durch
dort und laßt Euch nicht vertreiben. Ich glaube wir haben hier in Deutschland andere Sorgen als einen TS Laden in Magdeburg, darum sollten sich die Herren da oben mal eher kümmern, als um ein Geschäft das die Steuern in Magdeburg zahlt.

Meine Güte da kann einem der Hut hochgeh´n, wenn man den ganzen Tag im Radio
Thor hier Steinar da und nur Hetze Hetze Hetze... Sollen sie euch (uns als Kunde) einfach in Ruhe lassen, den Rechte (wie es immer so schön geschrieben wird) tragen schließlich auch Adidas Puma und was weiß ich noch für Klamotten. Was ist denn dann mit Lonsdale und Fred Perry??? Au Mann ist das hier ein Rechtsstaat, da lacht man sich ja kaputt. Euch ist wahrscheinlich weniger zum Lachen zumute, jeden Tag angepisst zu werden, von Leuten die es eh nicht kapieren. Aber egal haltet durch, das beruhigt sich auch wieder. Wir werden auch mal in Magdeburg vorbeischauen und n bissel Eu´s dalassen...

der Steffen aus Dessau!

Donnerstag, 13. September 2007

Bekanntmachung

ja, es ist amtlich: "In manchen deutschen Städten ist es auf Grund des Milieuschutzes (§ 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BauGB) speziell in Altbauquartieren nicht gestattet, das eigene Badezimmer mit einem Bidet auszustatten, da dies den Wohnungswert erhöht und sich im Mietspiegel des Viertels niederschlagen könnte, was sich dann auf die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung auswirken könnte. Auch wenn diese Wohnung dem Hauseigentümer gehört und er überhaupt nicht vorhat, diese jemals zu vermieten, wird eine Entfernung des Bidets behördlich angeordnet."

Elfriede spricht

eva h. bekommt in der bild-zeitung unterstützung, die sie nie haben wollte: "Unsere Mütter haben damals in erster Linie ihre Kinder erzogen – und das gut! Wir kamen aus der Schule, das Mittagessen war fertig. Pflichten hatten wir auch, und uns hat das alles nicht geschadet! Wir sind gut erzogen worden. Wir hatten Respekt vor unseren Eltern und vor alten Leuten. Die Verbrecherrate war nicht so hoch wie jetzt." (Elfriede Hoppe, Achim)

Boom mit Bass

Wenn man mal bedenkt, dass Jimmy Page und Robert Plant seit der Auflösung von Led Zeppelin eigentlich dauernd zusammen Platten gemacht und Live-Auftritte absolviert haben, bekommt die Nachricht, dass 20 Millionen Fans Karten für das Reunion der Band mit Bassist John Paul Jones haben wollen, eine ganz andere Tragweite. Der Bass, das verzichtbare Instrument des Rock´N´Roll ("kann doch der Drummer mitspielen!") als Aphrodiasikum für Alt-Rock-Fans, der Bassmann, dessen aktuelles Album "Zooma" bei amazon den sagenhaften Platz 147.265 der Verkaufsrangliste belegt, als Grund, für ein Rockkonzert-Ticket 183 Euro zu bezahlen. Erstaunlich.

Bush ist ein Linker

Viele wahre Freunde von Frieden, Freiheit und gutem Wein ahnten es schon lange, jetzt aber ist es amtlich. George W. Bush, der sich stets als strammer Rechtsausleger inszenierte, Mitglied bei den Republikanern ist und als wiedergeborener Christ gelobt hat, keine linken Dinger zu drehen, ist in Wirklichkeit ein knieweicher Liberaler, bei dem die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut. Auf unserem enthüllenden Foto haben ihm die Fotografen angeblich zugerufen "Your other right hand, Mr. President". Er ist unbeeindruckt bei seiner Linie geblieben.

Frau Merkel - ein Mann hält Wort

Angela Merkel hat Wort gehalten, hat sie gestern im Bundestag gesagt. Der Staatshaushalt ist konsolidiert, aber trotz Wirtschaftsaufschwung und dank Mehrwertsteuererhöhung sprudelnder Steuereinnahmen wird gespart, dass es kracht. Deshalb wohl sieht der Regierungsentwurf für den Haushaltsplan des kommenden Jahres ganz im Sinne von Kurt "Mecki" Becks Forderung nach einem "Ende der Zumutungen" Staatsausgaben in Höhe von 283,2 Milliarden Euro vor. Das sind nur 4,7 Prozent mehr als dieses Jahr, eine Erhöhung, die nicht mal doppelt so hoch ist wie das diesjährige Wirtschaftswachstum. Frau Merkel, ein Mann, ein Wort.

Stockhausen revisited

Mittwoch, 12. September 2007

Bombige Stimmung

dieses japanische teufelszeug - immer raffinierter und immer hinterlistiger. wer und was sich da alles so im internet rumtreibt: alle achtung. man nehme beispielsweise das thema sicherheit. kaum sind schäuble und dieser italiener angetreten, das netz zu einem platz der sicherheit und ordnung zu machen, schon werden diese zumindest gut gemeinten vorstöße torpediert. "welt der wunder", eine art sendung mit der maus für dumme erwachsene, ist sich nicht zu blöd, den islamisten detailliert vorzuführen, wie das mit den bomben geht. bis hin zu "bombenfiguren zum nachmachen" haben die privatfunker an alles gedacht, nur nicht daran, dass der wickelkopf als solcher keinen spaß versteht und natürlich auch die rosenheimer straße 145 e-f, sitz der welt der wunder gmbh, nicht verschonen wird. auch wütende aufrufe zum rassen- und klassenhass finden sich immer noch viel zu oft in weiten des www, auch wenn sie mit scheinbar simplen fragen wie "wer quält eine katze für einen keks?" kaschiert werden. vielleicht sollte man das internet auch einfach verbieten.

Mißverständnis Mohammed

Das tut jetzt richtig weh. Nach Erkenntnissen des Religionswissenschaftlers Karl-Heinz Ohlig ist die Person des Propheten Mohammed durch ein bloßes Mißverständnis in die Weltgeschichte eingetreten. Mohammed, als Gründer des Islam verehrt, sei ursprünglich nur ein anderer Name für Jesus Christus gewesen, glaubt der Leiter der Arbeitsstelle für Religionswissenschaft der Universität Saarbrücken. Die Geschichte von Mohammeds Geburt im Jahr 570, seiner Flucht nach Medina und seinen erfolgreichen Feldzügen sei erst rund 200 Jahre später erfunden worden, als der Koran in einer ersten kompletten Fassung entstand. Für gläubige Muslime wäre das ein harter Schlag, den plötzlich würden sie nicht mehr an das Original, sondern an eine Fälschung glauben. Tröstlich: Immerhin können alle Vorwürfe, Mohammed habe Unzucht mit Minderjährigen getrieben und sei Freund einer gewissen Blutlust gewesen, künftig unter Verweis auf die rein fiktive Natur der Gestalt des Propheten zurückgewiesen werden.

Micha zitiert Hölderlin

jeder dritte beschäftigte in deutschland ist mit seinem job extrem unzufrieden, nur zwölf prozent aller befragten fühlen sich an ihrem arbeitsplatz rundum wohl. so das erschreckende ergebnis einer vom deutschen gewerkschaftsbund in auftrag gegebenen studie. wo aber gefahr ist, wächst das rettende auch, um hölderlin zu zitieren. nach meinung von dgb-chef michael sommer ist in diesem fall das rettende - ein gesetzlicher mindestlohn. wer schon nicht gerne arbeitet, soll dafür wenigstens mehr geld bekommen: das leuchtet ein, das hat hand und fuß, das ist arbeitnehmer-politik vom feinsten. da ich mich nicht gerne mit meinen kindern herumärgere, warte ich nun darauf, dass mir jemand eine tagesmutter bezahlt.

Dienstag, 11. September 2007

Endlich: EU verbietet Terrorismus

Es wurde höchste Zeit! Aufgeschreckt durch die deutsche Diskussion um die Online-Durchsuchung und Meldungen über Gefährder, die mit nicht abgeschickten E-Mails miteinander kommunizierten, greift die EU endlich hart durch gegen den Terrorismus. Terrorismus wird verboten! Der für Recht und Sicherheit zuständige EU-Kommissar Franco Frattini beabsichtigt jetzt, im Rahmen der neuen Anti-Terror-Pläne der EU die Internetsuche nach Bombenbauanleitungen und den Zugang zu entsprechenden Seiten von den Internetprovidern blockieren zu lassen. Danach sollen Provider verpflichtet werden, "mit technischen Mitteln die Menschen daran zu hindern, gefährliche Wörter wie Bombe, Töten, Genozid oder Terrorismus zu verwenden oder nach ihnen zu suchen" (Frattini).

Damit wird Terrorismus in der Europäischen Union mit einem Schlag indiskutabel: Mutmaßliche Terroristen müssten ohne Bomben auskommen und könnten auch nicht mehr töten, ein Genozid wäre damit unmöglich. Um eine Einschränkung der Meinungsfreiheit kann es sich bei einem solchen klugen Vorgehen nicht handeln, weil "Anleitungen zum Bombenbau nichts mit Meinungsfreiheit zu tun habe", wie Frattini schwört. Die EU-Kommission werde eine allgemeine Vorlage für die Maßnahme vorbereiten, die Einzelheiten müsse jedes Land selbst ausarbeiten - Deutschland will bereits in den kommenden Wochen Regierungsdelegationen nach Libyen, Saudi-Arabien und Nordkorea schicken, um sich mit den dort erfolgreich praktizierten Methoden des weiteren Ausbaus der Sicherheit im Internet vertraut zu machen.

Vicky heißt jetzt Maria

Einst hieß sie Vicky Hatchesonund wir mochten vor allem ihre entwaffnende Ehrlichkeit: "Alles, was ich brauche, ist ein Mann", ließ die Studentin, die "nur kurz nach Deutschland gekommen" war, uns vor Monaten wissen. Viel Glück scheint sie mit ihrer Suche nach "seriösen Freunden" aber nicht gehabt zu haben, denn nun ist Vicky wieder da - diesmal heißt sie Maria Webber, wohnet in Hamburg zusammen mit ihrer Oma und studiert Pädiatrie. "In der Freizeit und am Wochenende arbeite ich als Krankenschwester in einer Poliklinik für Kinder. Mir gefällt sehr Kindern zu helfen und ich fühle mich dazu berufen", lässt sie uns wissen - was schön ist, aber auch sehr traurig, denn "leider habe ich wegen des Studiums und der Arbeit nicht so viel Zeit für das private Leben."

Natürlich kommt es jetzt: Maria, die mal Vicky war, fühlt sich manchmal einsam. "Ich möchte gerne neue Freunde finden oder wohl mein Schicksal auch, also einen Mann, der ich lieben kann und der mich lieben würde."

Hinter dem Bilderlink, den sie für uns bei jedem Bikini-Bild automatisch lossabbernde Islamisten mitgeschickt hat, steckt eine .exe-Datei, vermutlich mit dem Bundestrojaner - und damit das niemand merkt, hat Wolfgang Schäuble extra einen Mann nach Rußland geschickt, der die Mails von dort aus verschickt. Echt clevere Leute, da beim BKA!

Montag, 10. September 2007

Murat kann doch nicht schreiben

tja, mit der endgültigen wahren wahrheit ist es vorbei.

Scheiß Faschos

"es kann nicht sein, dass ein politisch korrekter terrorist mittels repressian dieses faschostaates davon abgehalten wird, terroristisch zu sein. scheiß fascho-brd, wie bei den nazis." alle denken, dass ist von mir. ist es aber nicht. ist vom antifant. cooler typ, steht auf der richtigen seite und kann kommas setzen.

Terror: Schweinsteiger unter Verdacht

Schwerer Schlag für Jogi Löw: Beim Testspiel gegen Rumänien wird dem Bundestrainer vermutlich auch Bastian Schweinsteiger nicht zur Verfügung stehen. Nachdem Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) ein Verkaufs- und Verwendungsverbot für zum Bombenbau verwendbare Chemikalien verhängt hat, ist Schweinsteiger unter Terrorverdacht geraten. Wie sein Fußball-Kollege David Beckham hatte der Spieler der Münchner Bayern sein Haar in der Vergangenheit verschiedentlich blondiert, nach Ansicht von Experten geschah das mit Hilfe von Wasserstoffperoxid - einer Chemikalie, die die drei kürzlich gefaßten islamistischen Terrorbomber zur Durchführung ihrer "verheerenden Anschläge" (Bild) hatten benutzen wollen. "Die Tatsache, dass die Chemikalie frei erhältlich ist, halte ich nicht für sonderlich glücklich", sagte Zypries. Ziel müsse es sein, Käufer und Verwender gefährlicher Chemikalien zu registrieren - darunter fielen in Zukunft auch Pökelsalz, das in Schlachthöfen verwendet wird, und Holzkohle, die zum Grillen dient. Beide Stoffe sind Bestandteil der Mischung zum Herstellen von Schießpulver.

Gleichzeitig sei es notwendig, Verbreiter von Bombenbauanleitungen im Internet zu verfolgen. Ärger kommt da auf die Universität Bayreuth zu, die derzeit unter dem Vorwand, die Chemie der Feuerwerkskörper erklären zu wollen, detaillierte Hinweise zum Bombenbau mit Schwarzpulver liefert.

Sonntag, 9. September 2007

Beliebt wie Beck

Die einen wollen aussehen wie Barbie, die anderen lassen sich ein Gesicht nach dem Vorbild Michael Jacksons schneidern. Kurt Beck, nach Angaben von Parteifreunden gewichtsloser Vorsitzender der Sozialistischen Partei Deutschlands, träumt seit einer Kindheit einen anderen, doch nicht weniger geheimen Traum: Der Pfälzer möchte aussehen wie der Igel Mecki, dem ein verkannter deutscher Heimatpoet vor Jahren diese Zeilen hinterherrief. Wir sehen Kurt Beck, das Honigkuchenpferd gesattelt:

Leben ohne Wiederholung
Als alle Bands das THE vor ihrem Namen strichen
und nur noch Beatles hießen oder Stones,
als gäbe es unbestimmt viele von ihnen,
das war der Anfang vom Ende.
Und als dann dafür alle LKW-Fahrer
Vornamen auf Nummernschildern in die Frontscheiben stellten,
als hießen ihre Brummies UWE oder BERND,
da war er schon wieder, der Anfang vom Ende,
ohne jede Frage.

Als der deutsche Bindestrich verschwand,
sang- und klanglos wie Maikäfer und ordentlicher Feldhase,
als er aus achtloser Wurstigkeit so hartnäckig versäumt wurde,
daß schließlich auch der Duden seinen Segen gab –
der Duden! Früher ein penibler Landvermesser,
heute die Hitparade des landläufigen Lallens –,
als nichts mehr elegant zwei Hauptwörter verkuppelte,
die somit saugrob aufeinanderknirschen wie in dem
Kaugummigemansche unserer Freunde aus den
United States of Neandertal –
das war, ohne Zweifel, der Anfang vom Ende.

Ich bete jeden Tag für ein Leben ohne Wiederholung.
Ich bete jeden Tag für ein Leben ohne Wiederholung.
In einem Schallplattenladen hing Anfang der 80er Jahre
ein Aushang: »Hiermit gebe ich bekannt, daß ich
keine Gruppe gründen, keine Platte aufnehmen und
nirgendwo auftreten werde. Von mir gibt es nichts zu berichten.«
War das die letzte nennenswerte künstlerische Tat?

Oder der Lehrer aus Kenia, der seit drei Jahren Schluckauf hat,
Tag für Tag, nur nachts nicht, schlafen kann er,
aber immer mit dem Wissen: morgen schüttelt's mich erneut,
wofür ist das ein Zeichen? In wessen Schuppenflechte
juckt das noch?

Ich bete jeden Tag
für ein Leben ohne Wiederholung. Ich bete jeden Tag
für ein Leben ohne Wiederholung. Ich weiß,
ich wiederhole mich. Aber was, Rabbi Hinterkopf,
soll ich denn tun?


Ich bete jeden Tag für ein Leben ohne Wiederholung.
Und dafür, daß ich einmal nur, für eine Nacht,
ausreiten dürfte durch die Lüfte,
über die Dächer auf den bunten Bildern
von Mecki-Kinderbüchern (Mecki, der deutsche
Comic-Igel aus den 50er Jahren,
erfolgreichstes Steiftier aller Zeiten und
Heckscheibentalisman aller Wirtschaftswunderautos,
der mit Micky Mouse soviel gemein hat wie der
brave Soldat Schwejk mit einem Truppenclown in Kuwait oder
Vietnam), einmal nur ausreiten,
für eine Nacht,
über die Schornsteine mit dem Watterauch
aus den Geschichten der Kindheit,
auf einem Honigkuchenpferd.

Kampfesgrüße aus dem Kühlschrank

An ein paar kleineren Übertragungsfehlern ist der US-Blogger
Booman beim Anschauen von Osama Bin Ladens neuem Schreckensvideo hängengeblieben. Ein paar Durchläufe später glaubt er nun, den Grund dafür gefunden zu haben, warum Bin Laden mittendrin für exakt eine Minute und 36 Sekunden zum Standbild wird, während die Stimme des Terrorfürsten unbeeindruckt weiterschwafelt. Und warum dasselbe wenig später noch einmal passiert? Sind die Videokameras bei Al Kaida kaputt? Fiel der Notstrom in der Felsfestung "irgendwo im unzugänglichen Grenzgebiet von Pakistan" (Der Spiegel) aus? Nein, Booman glaubt, dass die Wackler durchaus beabsichtigt sind - immer nämlich, wenn Bin Laden über aktuelle Geschehnisse spreche, deren Erwähnung beweisen soll, dass er am Leben und bei guter Gesundheit ist, kippt das Bild urplötzlich in den Kühlschrank und friert zum Standbild ein. "Alle Erwähnungen aktueller Ereignisse vom Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Japan bis zur Machtübernahme durch Sarkozy und Brown", beschreibt Booman, "sind nicht mit bewegten Bildern von Bin Laden unterlegt."

Kampfesgrüße aus dem Kühlschrank statt quicklebendiger Terrormotivation? Er nehme an, dass es sich bei dem Video um eine ältere Aufnahme handele, deren Audiospur nachgesprochen worden sei. "Immer wenn die Lippenbewegungen des ursprünglichen Sprechers Bin Laden nicht mit den später eingefügten aktuellen Inhalten übereinstimmt, hat man das Bild einfach angehalten." Das Video gibt es hier: Bin Laden spricht

Eva Herman nackt


In einem Land, das sich von Fernsehansagerinnen aus der Hand lesen lässt und Hobbyköche um Rezepte für eine gesunde Volksseele bittet, musste auch dies noch passieren. Eva Herman, durch blonde Unauffälligkeit notorische Medienschaffende mit einem starken Nebenerwerbszweig in Welterklärung, hat sich beim Versuch, ein neues Buch mit verbalen Tabubrüchen zu promoten, im Ton vergriffen. Bei der Vorstellung eines ebenso fundamentalen wie schon vorab schwer umstrittenen Werkes zu Rolle und Bedeutung der Familie im sittlichen Leben des deutschen Volkes vergangener Zeiten und über den Tag hinaus "entgleiste" (Der Spiegel) die Wortwerkerin nach eilfertigen Ohrenzeugenaussagen, indem sie wissen ließ, dass "im Dritten Reich vieles sehr schlecht gewesen sei, zum Beispiel Adolf Hitler", einiges sei aber auch gut war, "zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter".

Der NDR, der sich einer im Dritten Reich entwickelten Technik verdankt und sein Programm wohl deshalb bis heute zu handgeschätzten 33 Prozent mit der Wiederaufführung von dokumentarisch verkleideten Hitler-Filmchen bestreitet, entgleiste gleich mit. Trauer, Wut und Scham in der Intendanz, Entsetzen selbst in der Kantine! Zumal die Vorkämpferin für das Recht der Frau auf einen eigenen Herd und die Pflicht des Weibes zum Gebähren auf ihrer Aussage beharrte und wissen ließ, dass "Werte wie Familie, Kinder und das Mutterdasein, die auch im Dritten Reich gefördert wurden, anschließend durch die 68er abgeschafft wurden".

68 war Herman,die neuerdings auch singt, zehn Jahre alt und ein offenbar eine wache Beobachterin der Zeitläufte. Ob das Mutterdasein aber tatsächlich durch Joschka Fischer und Claudia Roth abgeschafft wurde, steht derzeit noch dahin. Fakt hingegen ist, dass die Erfolgsautorin, die trotz des von ihr entdeckten geheimen Mutterschaftsverbotes auf vier Ehen und die währenddessen gelungene Geburt eines Sohn verweisen kann, den NDR jetzt natürlich verlassen muss. Ihre beliebte Talkshow, mit der beim NDR traditionell die spätabendlichen Lücken zwischen den Hitlerberichten gefüllt werden, übernimmt jemand anderes, der das bestimmt nicht schlechter machen wird. Hermann aber, die eigentlich Felsker heißt, hat nun die Möglichkeit, am eigenen Fall für ein nächstes Buch zu recherchieren. Titelvorschlag von PPQ: "Entgleist - Kopfsprung vom TV-Waggon".

Wenn das der Führer wüsste

Demographische Katastrophe

Lügende Liebhaber

Ob er sich das Haar färbt, weiß man nicht, dass er ein sicherer Kandidat zumindest für eine regelmäßige Tieftönung ist, steht hingegen fest. Peter Sodann, Ex-Theatervorsteher und Tatort-Kommissar, gilt Menschen, die ihm begegnet sind, als unerschrockener Liebhaber seiner selbst, als revolutionsromantischer Kapitalismusprofiteur und bescheidener BMW-Pilot mit einem Herzen für Straßenkinder, die dank seiner jahrelang nicht um das Geld für den nächsten Schuß bangen mussten. "Koofste Dir aber was zu essen", sagte Peter Sodann gern, ehe er einen 50er rüberschob.

Jetzt geht der Mann, der sich so fein selbst zu belügen gelernt hat, mit Norbert Blüm auf Tournee, der hauptsächlich dadurch berühmt wurde, dass er bis heute nicht versteht, wie ihn alle für den Urheber der Rentenlüge halten können. Wo er doch nur gesagt hat, "die Rente ist sicher". Nicht aber, in welcher Höhe sie sicher ist. Die Frankfurter ASllgemeine Sonntagszeitung gewittert über das gemeinsame Bühnen-Debüt der beiden zornigen alten Männer in so schönen Zeilen, dass wir sie unverändert zitieren:


Da Peter Sodann der bekannteste lebende Hallenser und Ehrenbürger unserer Stadt ist, ist das Urteil über seinen Auftritt für uns nicht uninteressant:
"Wenn man aus diesem Abend eines mit nach Hause nehmen darf, dann das: Blüm ist bedauernswert - Sodann ist beängstigend. Sodann spielt den misanthropischen Meckertrottel im "Tatort" nicht nicht nur, er ist es. Sodann kann gar nicht schauspielern, er kann nur sich selbst. Peter Sodann kann noch nicht einmal verständlich sprechen. Sodann ist eine selten so kompakt anzutreffende Verdichtung von Talentlosigkeit, Einfältigkeit, Arroganz, Selbstgerechtigkeit, Besserwisserei, Neid, Ressentiments, Borniertheit, Taktlosigkeit und Larmoyanz. Sodann hat alles, was mann Ossis so vorwirft, plus das, was Ossis an Westlern hassen. Sodann ist ein One-Man Kabarett, er weiß es nur nicht. Er ist das Antlitz des hässlichen Deutschen, der sich für etwas Besseres hält. Peter Sodann ist ein Tritt in das Gesicht aller Ostdeutschen, mit deren grundgesetzlich garantierter Menschenwürde es nicht vereinbar ist, von jemandem wie ihm dauernd als unterhalb aller messbaren IQ-Werte herumnölender Sozialschrott repräsentiert zu werden. Sodann und Blüm schaffen es, dass man Ackermann gar nicht mehr so schlimm findet. Sodann alleine schaft es, dass man sich schämt, Sachse zu sein."

hoppe hoppe reiter

endlich ende mit dem elenden tippen. mein neuer shortcut in die alte welt: Suche, die jetzt geht
bei der bouldevardpresse hiess so was: jaaaa, wir haben das gaaanz exklusiv

Samstag, 8. September 2007

Macht macht eitel

Gerhard Schröder tut es und Otto Rehhagel auch, beide aber begannen früh genug, um jeden Verdacht zurückweisen zu können, dass sie ihr ergrauendes Haupthaar je künstlich frisch gehalten hätten. Anders Osama Bin Laden, der unter der Last der Verantwortung für ein weltweites Terrornetzwerk früh ergraute Milliardärserbe. Der hat seinen fahlen Terrorbart erst jetzt prächtig aufhübschen lassen - und damit bei Geheimdienstlern rund um die Welt den Verdacht genährt, er sei gar nicht tot. Genaueres aber dürfte nur Starfriseur Udo Walz wissen. Und der aber hat auch bei Schröder geschwiegen.

Meldepflicht für Terrorcamper

Erneut ist führenden deutschen Terror-Politikern ein schwerer Schlag gegen die internationalen Dschihad-Netzwerke gelungen. Wenige Tage vor dem Jahrestag der Anschläge auf die Twin Towers, der in diesem Jahr zum ersten Mal wieder auf den originalen Anschlagsdienstag fällt, haben sich die Innenminister von Bund und Ländern auf verschärfte Anti-Terror-Maßnahmen verständigt. Danach soll, wer sich in sogenannten Terrorcamps ausbilden lässt, künftig bestraft werden können. Voraussetzung möglicher Strafverfahren gegen "Gefährder" genannte verdächtige Personen nach deren Rückkehr nach Deutschland ist allerdings eine zwischen den Parteien noch umstrittene Meldepflicht für Terrorcamper, die voraussichtlich ab Januar gelten soll. Danach wären Jung-Dschihadisten verpflichtet, die Behörden vor oder spätestens nach ihrem Aufenthalt in Terrorlagern über Ausbildungsziele und individuell erzielte Ausbildungserfolge zu unterrichten. Dies solle "zeitnah" geschehen, verlautete aus dem Innenministerium, das allerdings auf in früheren Überlegungen vorgesehenen Terror-Tests, bei denen TÜV und Bundeswehr erlangte Fertigkeiten von Angehörigen des Al-Kaida-Netzwerks "in real" (BdI) überprüfen sollten, verzichten will.

Freitag, 7. September 2007

GEZücht

seit man die gez-gebühren nicht mehr gez-gebühren nennen soll, macht es fast keinen spaß mehr, über die gez-gebühren herzuziehen. doch einer muss der bluthund sein. also mach ich das mal, wenn gerade kein anderer will. in der faz las ich nämlich heute folgendes: "wer jahrelang keine wohnung hatte und vergaß, sich (von den gez-gebühren) befreien zu lassen, muss, sobald er wieder eine wohnung bezieht, für die unbehausten jahre nachzahlen." und fragte mich dann, ob man die gez (das ist die behörde mit den gez-gebühren) eigentlich straffrei mit durchgeknallten islamisten vergleichen dürfte, wenn man wollte. die immunisierung gegen rationalität, das geschlossene weltbild und die "wer nicht für mich, ist gegen mich"-mentalität sind doch bei gez und wickelköpfen evident, oder?
mehr findet sich hier.

I hate Myself and Want to Buy

Stecker raus zum Jubiläum

Zu gemein auch. Vor ein paar Wochen noch ging die Globale Islamistische Medienfront (GIMF) voller Optimismus in die nächste Terrorsaison. Aufwickeln wollte man die westlichen Lügen über Bin Laden und seine Freunde und dem allgemeinen Geschimpfe über abscheuliche Selbstmordattentate etwas Positives entgegensetzen. Terror ist machbar, Herr Nachbar! Keiner schont sich, und es lohnt sich!

Die "Medienkampagne" stoppte dann zirka fünf Zentimeter hinter der Startlinie, weil der US-Bloghoster Wordpress die GIMF kurzerhand rausschmiß. Deren von Japan aus agierende "Presseabteilung" zog auf ein geschütztes Forum um, das in Malaysia gehostet wurde, die Domain dazu war mühevoll über eine deutsche Firma auf einen gefälschten Namen in San Francisco eingetragen worden. Aber auch bei www.jabha.info ist jetzt der Stecker raus - ausgerechnet kurz vorm 911-Jubiläum. Kein Schrein mit abgerissenen Märtyrer-Gliedmaßen mehr, kein kumpeliges Möchtergern-Terroristengeschwätz hinterm elektronischen Gartenzaun.

Für uns, die wir immer gern mitgelesen haben, wie die Jabha-Moderatoren ihre Brüder und Schwestern fürsorglich darauf hinwiesen, dass "direkte Gespräche zwischen Brüdern und Schwestern verboten sind", ist das ein schwerer Schlag.

Prima Klima

was muss ich da erfahren? der gletscher, den kanzlerin merkel vor kurzem medienwirksam besuchte, ist genau der gletscher, von dem 1912 ein stück eis abbrach - und die titanic rammte. war damals der klimawandel eigentlich schon erlaubt?

Donnerstag, 6. September 2007

Badeverbot droht

Die Politik ist alarmiert, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft warnt. Und nun drohen den Deutschen wohl endlich auch harte Konsequenzen: Nachdem bereits zu Jahresmitte mehr als 360 Menschen in Deutschland beim Baden in Freibädern, dem Meer und an diversen Seen ertrunken sind, mehren sich die Stimmen, die ein drastisches Badehosen und Bikiniverbot fordern. Es stehe fest, so sagte Erhard G. Grusenbauer, Badeforscher von der Uni Bonn, dass Badehosen, Zweiteiler und so genannten Badeanzüge in den "überwiegend meisten Fällen", die mit tragischen Todesfällen endeten, direkt involviert waren. Nachdem bereits mit einer Diskussion über die Einschränkung des Vertriebes von als "Ballerspielen" bezeichneten gewalttätigen Videospielen erfolgreich gegen das Phänomen des Amoklaufes vorgegangen wurde, versprechen sich Experten von einer Debatte über Nutzungsuntersagungen für Bademode eine spürbare Erhöhung der Sicherheit in den ufernahen Flachgewässern.

Von Volksparteien

Apropos Volksparteien: In einer heute veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa liegt die NPD in Sachsen mit neun Prozent der virtuellen Umfragestimmen vor der SPD, die mit acht Prozent ein neues Tief erreicht. Seit 2004, als die NPD mit 9,2 Prozent und zwölf Abgeordneten in den Landtag einzog, haben die Rechtsextremen also trotz allen Kampfes gegen rechts keine Stimme gewonnen. Nur die SPD hat welche verloren.

Ein Mann, ein Wort

Er ist der Hauslatsch unter den Ministerpräsidenten, die Strickjacke im Regierungssessel. Wolfgang Böhmer, von Hause aus Gynäkologe, wird häufig unterschätzt, weil er schlaftablettig wie kein anderer zu wirken versteht und sich augenscheinlich niemals kämmt. Doch der Mann, der passenderweise an der Spitze des Bundeslandes Sachsen-Anhalt steht, ist im Grunde seines christdemokratischen Herzens ein Philosoph, dessen wie unabsichtlich ausgespieene goldene Sentenzen stets ein gerüttelt Maß Lebenshilfe bieten. "Auf vielfache Nachfrage", ließ die Staatskanzlei des Ministerpräsident jetzt zum Beispiel wissen, habe sich "Prof. Dr. Wolfgang Böhmer wie folgt" geäußert:

„Es handelt sich offenbar um ein Kommunikationsproblem zwischen den beiden Koalitionsfraktionen, das man je nach eigener Interessenlage hoch oder auch herunter transformieren kann. Ich rate dazu, sich gegenseitig besser zu informieren, nicht mit unabgestimmten Intentionen an die Öffentlichkeit zu gehen und diese Unstimmigkeiten den wichtigen Problemen im Land unterzuordnen.“

Das lassen wir jetzt mal sacken. Und passen auf, worauf das demnächst mal wieder passt.

In der Nachbarschaft

ich habe gerade in der nachbarschaft einen wirklich schönen beitrag gefunden. wenn einfach mal so geradeaus gedacht wird, ist das schon fast wieder überraschend.

Freiheit, die ich meine

im aktuellen "economic freedom of the world 2007 annual report", einer studie, die wirtschaftliche freiheit im globalen maßstab untersucht, findet sich deutschland auf einem blamablen 18 Platz, putzig eingereiht zwischen die vereinigten arabischen emirate und el salvador. im vergleich zur letzten untersuchung hat deutschland einen rang verloren - trotz anziehender konjunktur und sinkender arbeitslosigkeit. die ideologischen gründe dafür untersucht ulrike ackermann in einem klugen essay.

Mittwoch, 5. September 2007

Wetter: Zu warm, zu kalt, zu zu

Das Wetter ist ja nie, wie es soll, sondern immer daneben. Zu warm, dann wieder zu kalt, auf jeden Fall zu trocken und im Durchschnitt viel zu nass. Selbst der .Juli 2007, der ein deutscher Durchschnitts-Juli war, gilt da als Vorbote eines beschleunigten Klimawandels, und auch sein Nachfolger hat nach den Zahlen des Deutschen Wetterdienstes pflichtschuldigst eine Abweichung nach oben geschafft. Die durchschnittliche Temperatur habe 16,7 Grad betragen, der langjährige Mittelwert beträgt nach DWD-Angaben 16,4 Grad. Die Abweichung von plus 0,3 Grad macht Angst, denn offensichtlich war selbst der gelegentlich eiskalt erscheindende August, der Millionen im Biergarten klappern und Wirte landauf, landab um die Umsätze bangen ließ, noch viel zu warm.

Kritik am dauernden Katastrophengeheul der staatlichen Wetterbewacher vom DWD aber üben jetzt die Kollegen vom Internetdienst Wetteronline. Normal sei nicht eine bestimmte Temperatur, sondern ein Temperaturbereich. "Schwankungen innerhalb dieses Bereiches sind völlig normal", glauben die Privatwetterfrösche. Erst bei Temperaturen, die außerhalb dieses Schwankungsbereichs lägen, könne man von "zu warm" oder "zu kalt" sprechen - der normale Schwankungsbereich liege aber im August deutschlandweit bei plus / minus 1,0 Grad. Daher sei der zurückliegende Monat mit einem Wert von 0,3 Grad über dem Mittelwert ein völlig normaler Wettermonat gewesen. "Wäre die Darstellung des DWD richtig, wäre das Wetter praktisch nie normal", sagt Dr. Joachim Klaßen, Geschäftsführer des Wetterdienstes WetterOnline.

WO-Meteorologe Markus Müller macht deutlich, wo das Thermometer klemmt:: "Der staatliche Wetterdienst diagnostiziert Monat für Monat einen scheinbar krankhaften Zustand des Wetters: Zu warm, zu kalt, zu trocken, zu nass." Die Aussagen des DWD seien nur darauf gerichtet, in die Schlagzeilen zu kommen. "Dabei nimmt man fachlich unhaltbare Aussagen in Kauf." Schließlich geht es um ein hehres Ziel: Das Wetter muss immer wärmer werden, damit das Klima immer bedrohter sein kann.

Doch bereits der gesunde Menschenverstand sage, "dass nicht genau der Mittelwert getroffen werden muss, um von einem normalen Zustand zu sprechen", so Klaßen. Dass der August 2007 mit einer Abweichung von nur 0,3 Grad "zu warm" sei, ist wissenschaftlich betrachtet Unsinn. Den allerdings nur erkennen kann, wer weiß, wie groß die Schwankungsbreite über die Jahre ist. Eine Zahl, die der DWD wohlweislich nicht liefert.

Scheide einreiten

liebe freunde, gebt mal "scheide einreiten" bei google ein - und ihr wisst, warum google-suchen nach "scheide einreiten" direkt bei ppq landen :-)

Nukleare Süßspeise

dass nun aber die google-suche nach "atompudding" genau einen treffer - nämlich ppq - ergibt, leuchtet mir dann doch irgendwie ein.

Dienstag, 4. September 2007

Murat im Bloggersdorf

nur der vollständigkeit halber: murat kurnaz ist unter uns. wenn das nicht der wahrheitsfindung dient, was dann?

Kurnaz konnte keine Verwicklung in Terroraktivitäten nachgewiesen werden, die USA hielten ihn schon bald für harmlos. Schon 2002 bot die amerikanische Regierung Deutschland an, Kurnaz freizulassen. Das zuständige Gremium im Kanzleramt, dem unter anderem der heutige SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier angehörte, lehnte seine Rückkehr mehrfach ab - mit Hinweis auf die türkische Staatsbürgerschaft von Kurnaz.

Erst am 24. August 2006 flogen ihn die Amerikaner nach Deutschland aus. Sein Schicksal beschäftigte zwei Untersuchungsausschüsse. Kurnaz schrieb ein Buch, trat im Fernsehen auf und wurde so der wohl bekannteste Guantanamo-Häftling: der Zausel mit dem roten Bart. Schon längst stehen auf dem Kopf und am Kinn nur noch Stoppeln, Kurnaz wird auf der Straße nur noch selten erkannt. Inzwischen ist er Familienvater und arbeitet als sozialpädagogische Fachkraft mit kriminellen und drogenabhängigen Jugendlichen in Bremerhaven.

Fünf Jahre" soll ein Kinofilm heißen, der davon berichtet, was Murat Kurnaz von Januar 2002 bis August 2006 erlebt hat. Als der damals 19-Jährige nur wenige Wochen nach den Anschlägen vom 11. September nach Pakistan reiste, "um mehr über den Koran zu lernen", wurde der aus Bremen stammende Türke verhaftet und gegen ein Kopfgeld an die Amerikaner ausgeliefert. Die brachten Kurnaz als "feindlichen Kämpfer" ins Gefangenenlager Gunatanamo auf Kuba, wo er fast fünf Jahre lang festgehalten und immer wieder verhört wurde.

Eine Dokumentation über Kurnaz' Schicksal gibt es schon: In diesem Jahr brachte Thomas Wallner seinen Film "The Guantanamo Trap" (Die Guantánamo-Falle) heraus, der sehr präzise und beeindruckend Kurnaz' Weg in die Haft und den Weg heraus erzählt und gleichermaßen den Foltervorwüfen an die US-Regierung nachgeht.
"Leicht fiktionalisiert"

Nachwuchsregisseur Stefan Schaller will die Geschichte nun - auf Kurnaz' Biografie basierend, allerdings auch leicht fiktionalisiert - als Kinofilmversion präsentieren. Dahinter steht Nico Hofmanns Produktionsfirma Teamworx ("Dresden", Hindenburg", "Stauffenberg"). Schaller wurde bereits für das Drehbuch "Fünf Jahre" mit dem Thomas-Strittmatter-Preis ausgezeichnet. Kurnaz soll bei der Entstehung des Skripts beraten haben. Seine Rolle übernimmt Sascha Alexander Gersak ("Im Angesicht des Verbrechens").

Gerade haben Potsdam-Babelsberg die Dreharbeiten begonnen, die bis Mitte Dezember 2011 abgeschlossen sein sollen. Der Kinostart ist für 2012 geplant.

Ikone des Klimawandels

was macht "öko-starlet" (der spiegel) al gore, wenn er im oktober nach deutschland kommt? er steigt mit seiner entourage in luxushotels ab, nimmt kolportierte (der spiegel) 180 000 dollar in empfang und spricht auf einem kongress des energiekonzerns enbw zum thema klimawandel. der ehemalige fast-präsident der usa soll dabei "den strom aus kernkraftwerken als eine notwendige energie loben" (der spiegel). ist der mann nun ein heuchler oder hatte er eine hochbezahlte, dennoch aber richtige erkenntnis? heuchelt er zum schluss die erkenntnis nur?

Schäuble, entsichert

bundesinnenminister schäuble weiß momentan offenbar nicht so recht, was er will. zuerst möchte er die altersgrenze für den erwerb großkalibriger sportwaffen von 21 auf 18 jahre abgesenkt wissen. dann rudert er zurück: war halt nur so eine idee. und dann, ja dann wird es putzig. denn wenn die einen schon nicht ballern können, sollen die anderen eben - ätschebätsche - nicht einmal so tun dürfen, als würden sie ballern. oder wie ist folgendes zu verstehen: "schäuble will das tragen von waffenattrappen verbieten. der derzeit in seinem ressort erarbeitete referentenentwurf zur reform des waffenrechts sieht vor, das offene tragen sogenannter «anscheinswaffen» zu verbieten." für mich als nichtgedienten halb-pazifisten wäre wahrscheinlich sogar ein präpariertes stück seife eine anscheinwaffe - wird jetzt auch das duschen verboten?

Montag, 3. September 2007

Hayek sagt

Aus der Tatsache, dass Menschen sehr unterschiedlich sind, folgt, dass - wenn wir sie gleich behandeln - das Ergebnis eine Situation der Ungleichheit ist, und dass der einzige Weg, sie in eine gleiche Situation zu bringen, der ist, sie ungleich zu behandeln. Gleichheit vor dem Gesetz und materielle Gleichheit sind daher nicht nur etwas ganz anderes sondern stehen sogar in Konflikt miteinander, und wir können nur das eine oder das andere erreichen, aber nicht beides gleichzeitig.


mehr dazu hier.

Sonntag, 2. September 2007

Gegentest

Your results:
You are Mr. Freeze


































Mr. Freeze
75%
Lex Luthor
63%
The Joker
55%
Dr. Doom
55%
Kingpin
53%
Poison Ivy
50%
Catwoman
48%
Mystique
48%
Apocalypse
47%
Venom
45%
Magneto
41%
Riddler
37%
Juggernaut
36%
Dark Phoenix
34%
Green Goblin
32%
Two-Face
28%
You are cold and you think everyone else should be also, literally.


Click here to take the Super Villain Personality Test

Samstag, 1. September 2007

Kant sagt

Eine Regierung, die auf dem Prinzip des Wohlwollens gegen das Volk als eines Vaters gegen seine Kinder errichtet wäre, d. i. eine väterliche Regierung (imperium paternale), wo also die Untertanen als unmündige Kinder, die nicht unterscheiden können, was ihnen wahrhaftig nützlich oder schädlich ist, sich bloß passiv zu verhalten genötigt sind, um, wie sie glücklich sein sollen, bloß von dem Urteile des Staatsoberhaupts und, daß dieser es auch wolle, bloß von seiner Gütigkeit zu erwarten: ist der größte denkbare Despotismus.

mehr gibt es hier.