Google+ PPQ: Juli 2007

Dienstag, 31. Juli 2007

Google beantwortet wichtige Frage

Manchmal erinnert man sich gar nicht mehr, wie das früher war, als man manches nicht wusste und auch keinen kannte, der einem weiterhalf. War der Sinn des Lebens 41? Oder doch 23? Liegt Tansania neben Uganda oder hinter dem Sudan? Und von wo aus gesehen eigentlich? Damals fragte man sich gelegentlich besorgt, ob die Geschichten aus den Märchen wirklich passiert sind. Ob Teppiche fliegen können. Und ob Einhörner tatsächlich leben. Heute gibt es Google, unseren großen, allwissenden Freund, der nie Pause macht und über mehr Wissen verfügt, als wir alle zusammen je haben werden. Google wird, wie wir nicht müde werden zu betonen, bald untergehen. Weiß bis dahin alles über alle, auch wenn sie nur Einhörner sind.

Hier spricht die RAF

Als die Mitglieder der ersten Generation der RAF vor 31 Jahren im Hochsicherheitstrakt von Stammheim vor Gericht standen, waren noch Dinge möglich, die heute in keinem Amtsgericht mehr vorstellbar sind. So schnitten Reporter des SWR Teile der Verhandlung auf Tonband mit. Jetzt sind die kruden Erklärungen der Stadtguerilleros erstmals nachzuhören, und zwarhier.

Montag, 30. Juli 2007

Juli lässt abreißen

Während wir zitternd auf den wie immer herunterpladdernden Sommerregen schauen, erfreuen wir uns noch einmal an den Katastrophenmeldungen von vor vier Wochen. Eine so lange Periode mit Temperaturen, die für die Jahreszeit jeweils deutlich zu hoch liegen, hatte der Deutsche Wetterdienst DWD da nämlich "seit Beginn seiner Aufzeichnungen noch nie registriert". Und nicht nur das, ein ganzer Klimatrend versteckte sich im Sonnenschein: "Mit 1,9 Grad Celsius über den normalen Werten für diesen Monat war der Juni des Jahres 2007 der zehnte Monat in Folge mit sehr hohen Temperaturen", meldete der DWD. Und dabei, hieß es weiter, sei der Juni sogar das schwächste Glied der Kette gewesen. Der Mai hatte sogar zwei Grad mehr als üblich, der April sogar 4,4 Grad, der März war 2,6 Grad zu warm, der Februar 3,9 und der Januar wartete mit satten 4,6 über dem Soll auf.

Damit noch lange nicht Schluß. Nicht viel kühler war auch der Dezember 2006 mit 4,2 Grad über den Normalwerten. Und auch die Herbstmonate November mit 3,0, Oktober mit 3,2 und September 2006 mit 3,6 Grad über der Norm seien außergewöhnlich warm gewesen. Der Juli 2006 war dann sogar der wärmste je in Deutschland gemessene Monat mit 5,2 Grad über dem üblichen Juli-Niveau. Der weltweite Temperaturanstieg, den der Weltklimarat IPCC in etwa gleicher Höhe für das Jahr 2100 vorhersagt, schien da schon fast greifbar. Bis der Juli 2007 kam. Und die Kette abreißen ließ. Weil er lieber regnete, regnete und regnete. Ob überdurchschnittlich, wird der DWD demnächst bekanntgeben.

Schönheit mit Schleier

Da war jede Menge nackte Haut zu sehen, bei der Wahl der Miss Arabia. Im Unterschied zu westlichen Misswahlen aber mussten die spätere Siegerin Wafa Yaqoop, amtierende Miss Bahrain, und ihre Konkurrentinnen keine Bikinishow absolvieren, um sich den Titel zu sichern, es reichte, das Gesicht zu zeigen. Die Kleiderordnung bei der Misswahl der eher locker gelaunten Muslime war allerdings für westliche Augen dennoch gewöhnungsbedürftig: Die Kaftane meist brüllend bunt, die Köpfe mit Tüchern verhängt, in gestickten Capes und Pluderhosen wetteiferten die Schönen aus dem Libanon, Palästina und Jordanien um den Ruhm. Für orthodoxe Islamisten ist die züchtige Veranstaltung dennoch ein Anschlag auf den wahren Glauben, schon allein, weil die 23-jährige Siegerin im Hauptberuf als Lehrerin arbeitet.

Chavez plant Erdabkühlung

Zu Hause lässt er sich als kommunistischer Heiland feiern, der ausländische Unternehmen verstaatlicht und den Armen gibt, was den Armen gehört. Jetzt will Hugo Chavez die Welt retten, die das sehr nötig hat. Der US-Journalistin Barbara Walters klagte er vom schlimmen Zustand der Erde: "In Afrika gibt es kein Wasser. Es gibt Grundwasser, aber sie haben keine Bewässerungssysteme, die AIDS-Kranken sterben auf dem Boden, vor den Toren der Krankenhäuser, es gibt für sie keine Medizin." Er hoffe, dass es bald eine Regierung der Vereinigten Staaten geben werde, "der dies leid tut, und mit der wir zu Vereinbarungen kommen können, um diese Seuchen zu beseitigen, die die Menschheit geißeln." Darunter zählt der südamerikanische Sozialist "auch die Gefahr der globalen Erwärmung". Der Klimaeffekt sei eine Gefahr für das menschliche Leben, deshalb hoffe er darauf "dass wir das umkehren können". Wie genau er aus der globalen Wärmehalle einen Kühlschrank machen möchte, sagte Chavez nicht. Aber wenn aus der globalen Erwärmung erst eine globale Abkühlung und aus der drohenden Hitzekatastrophe eine neue Eiszeit geworden ist, kann Venezuela als größtes ölexportierendes Land auf jeden Fall mit mehr Einnahmen rechnen.

Freitag, 27. Juli 2007

Totales Bohnenverbot droht

Im Kampf gegen den Klimawandel nimmt die internationale Staatengemeinschaft nach dem Kohllendioxid jetzt einen neuen, noch viel gefährlicheren Gegner ins Visier. Nach einem Papier des United Nations International Council Of Nourishments (Unicorn), das PPQ vorliegt, steht wegen der wachsenden Gefahr durch menschengemachte so genannte Blähgase ein Anbau- und Verzehrverbot für Hülsenfrüchte auf der Agenda. Damit reagiert die Unicorn auf wissenschaftliche Untersuchungen, die in der Methan-Emission aus dem menschlichen Körper eine ernstzunehmende Gefahr für das Weltklima sehen. Berechnungen schwedischer Experten zufolge, die am Rande der alljährlichen Unicorn-Konferenz in Valladolid bekannt wurden, emittiert der Mensch täglich zwischen 200 und 2000 Milliliter Gas, darunter einen beträchtlichen Anteil an Methan (CH4), das als 23 mal klimaschädlicher als Kohlendioxid gilt. Diese Emissionen belasten das Weltklima alljährlich mit mehr als zwei Milliarden Tonnen des heimtückischen Klimakillers CH4.

Abhilfe schaffen soll jetzt ein Anbau- und Verzehrverbot für Hülsenfrüchte. Die Initiative dazu geht von den westeuropäischen Vertretern bei der Unicorn aus, die sich auf eine Studie berufen, nach der eine besonders bohnenreiche Ernährung den durchschnittlichen menschlichen Gasausstoß von 15 ml auf 176 ml pro Stunde erhöht. Ein Bohnenverbot, von dem auch Linsen, Erbsen und Erdnüsse betroffen wären, könnte die Klimabelastung ihrer Ansicht nach schlagartig um 1,8 Milliarden Tonnen Methan im Jahr absenken, die Menschheit bekäme eine Atempause im Kampf gegen die Erderwärmung.

Betroffen von einem Verbot, wie es die westeuropäischen Länder mit Unterstützung der USA und Kanadas anstreben wären vor allem weniger entwickelte Staaten in Südamerika und Arika. Dort wächst denn auch der Widerstand. In Süd- und Mittelamerika, wo schwarze Bohnen mit Speck Grundlage der nationalen Ernährung sind, sieht man die nationale Identität bedroht. "Eine neue Form von Kolonialismus", prangerte ein senegalesischer Abgeordneter an. "Sie wollen nicht einsehen, dass über ihrem Kontinent eine wahre Blähwolke liegt", berichtete ein ratloses Mitglied der deutschen Verhandlungsdelegation. Vertreter von Brasilien und Peru verlangten nach dem PPQ vorliegenden Sitzungsprotokoll eine Anrechnung europäischer Umweltsünden auf die eigene Bohnenquote.

So sei Deutschland Großabnehmer von Erdbeeren, die wissenschaftlich gesehen zu den Nüssen gehören und damit unter das Verbot fallen würden. Zudem verzehrten die Deutschen in ihrem Nationalgericht Sauerkraut große Mengen Zwiebel, deren Wirkungen ähnlich denen der Bohne sind. Während der kubanische Unicorn-Sprecher Xavier Esposito die USA bezichtigte, "Kuba mit Hilfe der Umweltkarte schachmatt setzen" zu wollen, ließ Venezuelas Staatschef Hugo Chávez ausrichten, sein Land lasse sich "von niemandem, der der Irrlehre von der Marktwirtschaft anhängt, vorschreiben, was wir esse und wie laut wir furzen".

Japan, das als traditionelle Reis-Nation weniger von einem Totalverbot für Hülsenfrüchte betroffen wäre, ist derweil mit der Idee vorgeprescht, das Problem technologisch zu lösen. Denkbar sei eine personengebundene Methan-Batterie, die austretendes Gas am Erzeuger auffange und zur weiteren Nutzung speichere. Alexander Elflein, Datenschutzbeauftragter von Berlin, meldete dagegen bereits massive Bedenken an. "Der Pferdefuß ist die Einspeisungsfrage", sagte er. Da das gesammelte Methangas zur Weiterverwendung ins öffentliche Gasnetz eingespeist werden müsse, fürchte er "einen grotesken Verlust an Privatsphäre". So könnten aus Einspeisegewohnheiten der Menschen Rückschlüsse auf Ernährungsvorlieben und Gesundheitszustand der Einspeiser gewonnen werden.

Der Ball liegt jetzt bei Spanien, das aufgrund seiner großen Chili con Carne-Tradition als eine Art kulturelle Bohnenbrücke von den westlichen Industrieländern in den eher noch landwirtschaftlich geprägten katholischen Hülsenfruchtgürtel gilt. Denkbar sei, hieß es aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen der Iberer, dass eine Arbeitsgruppe sich vorerst der verschiedenen Initiativen annehmen werde. "Es gibt noch Klärungsbedarf", hieß es wörtlich.

Wenn Imame Fatwas sprechen

ist das nun zum lachen oder zum weinen?

Donnerstag, 26. Juli 2007

Chávez hat immer Recht

unser lieblingsdespot hugo chávez, präsident von venezuela und duz-freund bekannter deutscher linksgrößen wie oskar lafontaine, hat jetzt wieder einmal eine wichtige frage gestellt: "Wie lange wollen wir zulassen, dass irgendjemand aus irgendeinem Land zu uns kommt und uns sagt, dass hier eine Diktatur herrscht, dass der Präsident ein Tyrann ist, dass niemand etwas tut?" das sagte der lieblings-stalin der linken in seinem wöchentlichen radio- und fernsehauftritt. und gab sich selbst eine überraschende antwort: "Für Ausländer ist das verboten, das ist keine persönliche Frage, sondern eine der nationalen Würde." da haben die einheimischen ja noch einmal glück gehabt.

Philosophie

karl lagerfeld im "focus": "glück zu haben ist zufall." auf die einfachsten wahrheiten kommt man nicht selber.

Mittwoch, 25. Juli 2007

Wunder der Physik

Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben vor dem DaimlerChrysler-Werk in Stuttgart-Untertürkheim die klimaschädliche Modellpolitik des Autokonzerns angeprangert. Der CO2-Ausstoß der 2006 produzierten DaimlerChrysler-Fahrzeuge habe im Schnitt bei 184 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer gelegen, rechnete Greenpeace vor.

In Gramm pro Kilometer wird der Kohlendioxid-Ausstoß immer gerechnet, nicht nur von Greenpeace. Doch wie die Rechnung geht, ist uns immer noch unklar. Denn 184 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer summieren sich natürlich zu 1.840 Gramm auf zehn Kilometer und 18.400 Gramm Kohlendioxid auf 100 Kilometer. Um 100 Kilometer zu fahren, stößt eine durchschnittliche Daimler-Limousine also 18.400 Gramm Kohlendioxid aus, flugs gekürzt: 18,4 Kilogramm CO2.

Etwa zehn Liter verbraucht die Durchschnittlimousine aus Stuttgart, um 100 Kilometer zu fahren. Jeder einzelne Liter Benzin wiederum wiegt zwischen 720 und 775 Gramm. Multipliziert frisst der Benz auf unserer 100 Kilometer langen gedachten Teststrecke folglich 7.750 Gramm Benzin. Flugs gekürzt: 7,75 Kilogramm.

Der erstaunliche Punkt: Während das Auto 100 Kilometer fährt, entstehen aus den 7,75 Kilogramm Benzin, die es dabei verbraucht, nach übereinstimmender Auskunft von Greenpeace, dem Pop-Beauftragten Siegmar Gabriel und der EU-Kommission und offensichtlich auf eine Weise, die vor uns einfachen Leuten geheimgehalten wird, 18,4 Kilogramm Kohlendioxid.

Vielleicht kann uns jemand eben mal die Frage beantworten: Was ist eigentlich leichter - ein Kilo Blei oder ein Kilo Federn?

Spirale des Niedergangs

Seit hier bei PPQ die ersten Experten darauf aufmerksam gemacht haben, dass das Internetzeitalter vor dem Ende steht und vermeintliche Netz-Riesen wie Google und Ebay vor dem Aus stehen, hat sich einiges getan. Erst kündigte Google an, sich demnächst um amerikanische Mobilfunklizenzen bewerben zu wollen, was Eingeweihte unschwer als Zeichen dafür deuten könnten, dass auch in Mountain View allmählich die Erkennis reift, mit dem Internet aufs falsche Pferd gesetzt zu haben. Dann meldete amazon auch noch geradezu explosiv wachsende Gewinne, was ein klares Anzeichen dafür ist, dass es im selben Tempo kaum unendlich lange weitergehen kann.

Dennoch hat jetzt Alan Rusbridger, Chefredakteur des englischen Guardian, Zweifel am Untergang des Internets geäußert. Seiner Meinung nach gibt es vor allem kommerzielle Gründe, Onlinezeitungen zu den wichtigsten Nachrichtenmedien zu machen. Den gedruckten Zeitungen brächen die klassischen Inserenten durch das Netz weg, damit wackle die Finanzierung von klassischen Zeitungen. Die Folge sei für allem für lokale Printmedien spürbar – ohne den Anzeigenteil, ohne Wohnungs-, Auto- und Jobangebote könnten sie kaum mehr überleben. "Die Folge sind Kürzungen in der Redaktion und damit weniger redaktionell bearbeitete Beiträge, weniger zu lesen – eine Spirale des Niedergangs."

Während Rusbridger daraus den voreiligen Schluß zieht, ins Netz flüchten zu müssen, weil Menschen Nachrichten nun mal bräuchten und sie sich künftig im Netz holen würden, stehen wir zur Expertise der wahren Kenner: In zehn Jahren wird von Google und Co. nichts mehr übrig sein, weil die deutschen Verlage ihre Archive zusperren und eigene Warenportale anbieten! Wir sagen Ja zur Spirale des Niedergangs! Google dreht sich schon!

Land-Wehr oder Nichts Neues aus der Hauptstadt

Endlich haben sie es geschafft. Die ganzen Umweltschützer, Baumfreunde, Naturliebhaber oder wie sich sonst noch nennen. Immerhin zwanzig Bäume wurden nicht gefällt. Zwanzig Bäume am Berliner Landwehrkanal. Weil die Uferböschung unterspült ist, die Bäume nicht mehr sicher standen, sollten 200 Bäume gefällt werden. Demos und Protestaktionen verhinderten dies, lediglich 38 wurden abgeholzt.
Für zwanzig Bäume naht nun "Rettung". Pro Baum wurden jeweils zwei 8 Tonnen schwere Betonblöcke aufgestellt. Diese wiederum halten jeweils ein Seil sowie ein Holzbalken. Das Seil soll den Absturz ins Wasser verhindern, die Holzbalken den Sturz auf die Straße. Beide zusammen sollen dem Wind Widerstand leisten. Aber eigentlich sind die Konstruktionen dafür da, "dass Absinken der Bäume kontrollierbar zu machen", wie sich der zuständige Sachverständige dazu äußerte.
Zu Deutsch: Die Bäume werden vermutlich früher oder später trotzdem abknicken oder im unterspülten Ufer untergehen. Dann aber kontrolliert. Wie sich das für einen deutschen Baum gehört. Jawoll.
Ob das den Bäumen gefällt (gefällt wurden sie ja nicht), hat sowieso keiner gefragt. Denn um Stahlseil und Balken anzubringen, reiben sich nun etliche Stahlbleche an ihren Rinden.
Ob das den Anwohner gefällt, hat auch keiner gefragt. Denn damit sich beim "kontrollierten Absinken" der Bäume niemand verletzt, werden alle umliegenden Areale der Bäume gesperrt. Mit tollen deutschen Bauzäunen. Das sieht dann nicht nur total bescheuert aus, es ist auch total bescheuert.
Bäume in Stahl, tonnen-schwere Betonklötze und Bauzäune. Jetzt hat der Kanal endlich seinen Namen verdient. Denn um diese Land-Wehr kommt niemand herum.
Ach ja, und die Hauptstadt hat auch noch was davon: Pro Baum kostet das 10.000 Euro, summa summarum also 200.000 Euronen. Im Winde verweht. Nichts Neues in Berlin.

Tolle Konstruktion, kostet auch nur 10.000 Euro

Boah, immer diese Bushs

Der Vater wurde dafür kritisiert, dass er Krieg führte, ihn aber nicht zu Ende brachte. Der Sohn erledigte das dann, und wird dafür kritisiert. Wahlweise sind die Bushs im Auftrag des Militärisch-Industriellen Komplexes, der Öl-Barone oder verschwörerischer Geheimsekten unterwegs, sie verachten die als Uno auftretende Weltgemeinschaft und der jüngere hat keinen richtigen militärdienst geleistet, dem Alkohol abgeschworen und seltsame christliche Anwandlungen, während derer er sich an Brezeln verschluckt und von alkoholfreiem Bier komisch wird.

Sowas kann nach Überzeugung der Europäer nur in Amerika regieren, wo sich mit Geld Wahlen fälschen lassen wie man so will. Jetzt fällt ein dunkler Schatten auch auf Prescott Bush, den großen alten Mann des Bush Clans. Nach einem Bericht des BBC Radio 4 führte der Stammvater der Sippe in den 30er Jahren eine Verschwörung an, die Franklin D. Roosevelt aus dem Amt stürzen und die USA zu einem faschistischen Staat nach dem Vorbild von Mussolini und Hitler umgestalten wollte.

1933, behauptet die BBC, sei der Marine Corps Maj.-Gen. Smedley Butler von einer "wohlhabenden und geheimen Gruppe Industrieller und Banker unter Führung des Präsidenten-Großvaters Prescott Bush gefragt worden, ob er bereit sei, eine Freiwilligen-Armee von 500.000 Mann zu führen, um Roosevelt zu stürzen.

Ziel sei es nach Erkenntnissen der BBC gewesen, mit einer faschistischen Machtübernahme die Große Depression zu beenden, die damals über den USA lag. 1936 warnte der damalige US-Botschafter Roosevelt vor der Verschwörung. "Ich konnte beobachten, wie nahe sich führende Familien und das Nazi-regime sind", schrieb er.

Dennoch war Prescott Bush nicht erfolgreich, der Putsch fiel aus, die USA wurde nicht faschistisch. Was die Autoren der BBC, in historischen Sachverhalten sichtlich von jeder Art Kenntnis unbeleckt, nunmehr veranlasst, lustig zu orakeln: "Viele Leute argwöhnen allerdings, dass die Mission zwei Generationen später doch noch vollendet wurde."

Gegendarstellung

Heute in der taz. Eine Gegendarstellung. Von Alice Schwarzer. In der taz.

Dienstag, 24. Juli 2007

Handlungsanweisung

hey, als wüstensohn und potentat hat man es wirklich einfach. die eigene unfähigkeit, politisch und wirtschaftlich auf einen auch nur annähernd grünen zweig zu kommen, lässt sich leicht kompensieren. man nehme unter fadenscheinigen gründen westliche geiseln, deklariere sie als schwerverbrecher, verurteile sie zum tode - und warte dann auf die schecks der europäischen union. thats it: "Nach der Freilassung der ursprünglich zum Tode verurteilten bulgarischen Krankenschwestern hat die EU eine Verbesserung ihrer Kontakte zu Libyen in Aussicht gestellt."

Erfolgsmodell Volksaktie

Die hessische SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti hat vorgeschlagen, die Teilprivatisierung der Bahn mit Hilfe einer «Volksaktie» umzusetzen. Mit diesem Modell sei es möglich, renditehungrige Großaktionäre auszuschließen und die Deutsche Bahn AG als «Bürgerbahn» zu erhalten, sagte Ypsilanti: «Sie wird damit geschützt vor kurzfristigen Renditeinteressen." Wie gut das funktioniert, hat das Beispiel Deutsche Telekom bewiesen, die vor etwas mehr als zehn Jahren im Auftrag der Bundesregierung von einem singenden Tatort-Kommissar und Antiquitätensammler als "Volksaktie" beworben worden war.

Bis heute hat kein einziger Telekom-Aktionär der ersten Stunde auch nur einen Cent mit seiner Investition verdient. Kleinanleger, die seinerzeit auf die Kaufempfehlung der Bundesregierung hörten und für 14,28 Euro Telekom-Aktien zeichneten, liegen heute abzüglich gezahlter Dividenden immer noch mit etwas mehr als einem Euro im Minus. Wer sich die so genannte T-Aktie beim zweiten Verkauf von Bundesanteilen zum Stückpreis von 39,50 € oder gar beim dritten für nun schon 66,50 € zulegte, besitzt heute noch ein Viertel bzw. ein Fünftel des angelegten Kapitals.

Andrea Ypsilanti scheint zu ahnen, dass auch die Bahn-Aktie nicht eben etwas für Witwen und Waisen ist, weshalb sie gleich auch noch vorschlägt, den mutmaßlichen Besitzern ihrer Volksaktie, die als Vorzugsaktie ausgegeben werden soll, damit der Bund das alleinige Sagen behält, "konkrete Vorteile als Bahnkunden einzuräumen". Dazu könne etwa ein Rabatt beim Erwerb einer Bahncard zählen. Außerdem sollten Umwelt-, Fahrgast- und Verbraucherverbände Platz im Aufsichtsrat der Bahn bekommen, die dann dort den Anliegen der Bahnkunden Gehör verschaffen sollen.

Werden lustige Sitzungen: Hier die, die niedrigere Fahrpreise wollen, weil sie Fahrgäste sind. Dort die Aktienbesitzer, die irgendwann in hundert Jahren ihr Geld wenigstens zur Hälfte wiederhaben wollen. Dazwischen der Bund, den es drängt noch mehr Bahnaktien zu noch höheren Preisen zu verkaufen, um Ruhe vor den Umweltverbänden zu haben, die wegen der letzten paar hundert Dieselloks dauernd Investitionen fordern. Und im Präsidium Frau Y, ohne kurzfristige Renditeinteressen, aber immer bereit, für eine Schlagzeile im Vorwahlkampf um den hessischen Ministerpräsidentensessel aberwitzigen Unsinn zu reden.

Montag, 23. Juli 2007

Pulloverpower im Bundestag

Nachdem die Arbeitslosenversicherung ihren Zwangsmitgliedern im vergangenen Jahr bereits 11,2 Milliarden Euro mehr abgegaunert hat, als sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigt hätte, rechnet der BA-Vorstand für dieses Jahr noch einmal mit Mehreinnahmen von 2,5 bis 3 Milliarden Euro. Bis Ende 2011 würden gar mehr als 26 Milliarden Euro mehr kassiert, als zur Unterstützung von Arbeitslosen gebraucht werden.

Eine Senkung der Beiträge um einen Prozentpunkt, wie sie der BA-Chef Weise deshalb vorschlug, lehnte der SPD-Pulloverträger Ludwig Stiegler jetzt dennoch ab. Dafür, sagte der Bayer, gebe es "keine ökonomische Evidenz". Zwar hätten Experten nachgewiesen, dass eine Steigerung der Arbeitslosenbeiträge Jobs vernichte. "Doch es ist abwegig, dieses Prinzip einfach umzudrehen - Ökonomie ist keine Physik."

Ludwig Stiegler weiß glücklicherweise ganz genau, wovon er spricht, denn den Mann aus Vilshofen in der Oberpfalz schaut auf eine lange Fachausbildung in Sachen Wirtschaft zurück. Erst besuchte er die Volksschule, dann das Gymnasium des katholischen Claretiner-Ordens in Weißenhorn, dann das Erasmus-Gymnasium in Amberg. Ab 1964 führte Siegler seine tiefgründigen Wirtschaftsstudien bei der Bundeswehr fort, er brachte es dabei bis zum Leutnant der Reserve. Anschließend studierte er Jura, Soziologie und Politik, was ihm tiefe Einblicke in die Welt der physikalischen Gesetze eröffnete. Reiche Berufserfahrung als Wirtschaftsexperte sammelte Stiegler dann zwischen 1976 und 1980 in seiner Tätigkeit als Anwalt.

Seitdem sitzt er im Bundestag. Dort wirkt der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Weiden-Neustadt-Tirschenreuth, der nebenbei immer noch Zeit findet, als Anwalt zu praktizieren, aufgrund seiner wirtschaflichen Sachkenntnis und seines einmaligen Erfahrungsschatzes als Physiker und Fachmann für Fragen der Evidenz im Sinne Immanuel Kants als stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion für die Bereiche Wirtschaft und Arbeit, Tourismus, Verkehr, Bau- und Wohnungswesen sowie Aufbau Ost und im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie. Gut so, denn Stiegler, der das altgriechische Wort Katastrophe, zu deutsch "Wendung zum Niedergang", mit Hilfe seiner umfangreichen Deutschkenntnisse einmal als "plötzlicher Wendepunkt" übersetzte, jubelte nach Gerhard Schröders Wahlniederlage gegen Angela Merkel enthemmt von so viel nur ihm ersichtlicher Evidenz auch: "Wir sind Kanzler".

Haue in Halle

Zivilcourage, falsch verstanden: Mitten in Halle und mitten in der Nacht gibt es an der Bockwurstbude nicht nur laue Wabbelwürste, sondern auch ein paar heiße Ohren. "Don´t worry, be curry" steht schließlich auch drüber, der Schläger ist entsprechend scharf rasiert. Die Passanten im Hintergrund aber haben die Forderung aus der Kampagne der Landesregierung "Hingucken!" bei rechter oder sonstiger Gewalt wohl irgendwie falsch verstanden: Die schauen wirklich nur hin, wenn auch sehr interessiert.

Sonntag, 22. Juli 2007

Lauterkeit im Lauterbach II

die ultimative fliege der spd spricht mal wieder. karl lauterbach hat sich zwar als rächer der enterbten einen soliden ruf als dummbeutel der sozialdemokratie erschwätzt, aber was er aktuell in die presselandschaft posaunt, schlägt dem fass doch die krone ins gesicht: "als überzeugter marktwirtschaftler bin ich für wettbewerb im gesundheitswesen - aber auf basis einheitlicher preislisten." ich bin auch für demokratie - aber auf der basis meiner meinung.

Klassiker II: in his noodly spirit we trust


scheiss sonntag, scheiss wetter. die rechte zeit fuer einen weiteren modernen klassiker: die religionsgruendungsurkunde, wenn man so will, der church of the flying spaghetti monster. ueberzeugt zumindest mich mehr als alternative heilsbotschaften verbreitet von kinderfickern und weinpanschern. but then, judge for yourself.

I am writing you with much concern after having read of your hearing to decide whether the alternative theory of Intelligent Design should be taught along with the theory of Evolution. I think we can all agree that it is important for students to hear multiple viewpoints so they can choose for themselves the theory that makes the most sense to them. I am concerned, however, that students will only hear one theory of Intelligent Design.

Let us remember that there are multiple theories of Intelligent Design. I and many others around the world are of the strong belief that the universe was created by a Flying Spaghetti Monster. It was He who created all that we see and all that we feel. We feel strongly that the overwhelming scientific evidence pointing towards evolutionary processes is nothing but a coincidence, put in place by Him.

It is for this reason that I’m writing you today, to formally request that this alternative theory be taught in your schools, along with the other two theories. In fact, I will go so far as to say, if you do not agree to do this, we will be forced to proceed with legal action. I’m sure you see where we are coming from. If the Intelligent Design theory is not based on faith, but instead another scientific theory, as is claimed, then you must also allow our theory to be taught, as it is also based on science, not on faith.

Some find that hard to believe, so it may be helpful to tell you a little more about our beliefs. We have evidence that a Flying Spaghetti Monster created the universe. None of us, of course, were around to see it, but we have written accounts of it. We have several lengthy volumes explaining all details of His power. Also, you may be surprised to hear that there are over 10 million of us, and growing. We tend to be very secretive, as many people claim our beliefs are not substantiated by observable evidence. What these people don’t understand is that He built the world to make us think the earth is older than it really is. For example, a scientist may perform a carbon-dating process on an artifact. He finds that approximately 75% of the Carbon-14 has decayed by electron emission to Nitrogen-14, and infers that this artifact is approximately 10,000 years old, as the half-life of Carbon-14 appears to be 5,730 years. But what our scientist does not realize is that every time he makes a measurement, the Flying Spaghetti Monster is there changing the results with His Noodly Appendage. We have numerous texts that describe in detail how this can be possible and the reasons why He does this. He is of course invisible and can pass through normal matter with ease.

I’m sure you now realize how important it is that your students are taught this alternate theory. It is absolutely imperative that they realize that observable evidence is at the discretion of a Flying Spaghetti Monster. Furthermore, it is disrespectful to teach our beliefs without wearing His chosen outfit, which of course is full pirate regalia. I cannot stress the importance of this enough, and unfortunately cannot describe in detail why this must be done as I fear this letter is already becoming too long. The concise explanation is that He becomes angry if we don’t.

You may be interested to know that global warming, earthquakes, hurricanes, and other natural disasters are a direct effect of the shrinking numbers of Pirates since the 1800s. For your interest, I have included a graph of the approximate number of pirates versus the average global temperature over the last 200 years. As you can see, there is a statistically significant inverse relationship between pirates and global temperature.

In conclusion, thank you for taking the time to hear our views and beliefs. I hope I was able to convey the importance of teaching this theory to your students. We will of course be able to train the teachers in this alternate theory. I am eagerly awaiting your response, and hope dearly that no legal action will need to be taken. I think we can all look forward to the time when these three theories are given equal time in our science classrooms across the country, and eventually the world; One third time for Intelligent Design, one third time for Flying Spaghetti Monsterism, and one third time for logical conjecture based on overwhelming observable evidence.

Sincerely Yours,

Bobby Henderson, concerned citizen.

P.S. I have included an artistic drawing of Him creating a mountain, trees, and a midget. Remember, we are all His creatures.

Fußball-Party in Bagdad

Andere Länder, andere Sitten. Nach dem 2:0 der Nationalmannschaft des Irak gegen Co-Gastgeber Vietnam feuerten Fußball-Anhäger in Iraks Hauptstadt mehrere hundert Freudenschüsse mit automatischen Waffen ab. Dabei wurden nach Polizeiangaben mindestens drei Menschen getötet und weitere 25 verletzt. Viele wurden auf Balkonen von den wahllos abgefeuerten Kugeln getroffen.

Von Völkermördern



Er ist der Gottkönig der Hollywood-Stars, der Stichwortgeber der Weltverbesserer und wenn er nach Deutschland kommt, liegen ihm Boulevard-Prominenz und selbsternannte Intelligenzia gleichermaßen zu Füßen: Der Dalai Lama, zu deutsch "Ozeangleicher Lehrer" und Regierungschef eines nicht existierenden Landes, begeistert in diesen Tagen Zehntausende mit wichtig herausgeraunten Plattheiten wie "Verbringe jeden Tag einige Zeit mit Dir selbst" oder "Sei freundlich zur Erde". Der glatzköpfige Dauergrinser im roten Umhang, der von sich sagt, seine Philosophie sei die Freundlichkeit, hat sich mit der Aura des Menschenverstehers und Naturbewahrers umgeben, so dass es ihm jeder nachsieht, wenn er gelegentlich auch mal vor Überfremdung seiner tibetischen Heimat durch zuziehende Chinesen und einem dadurch ausgelösten »kulturellen Völkermord« warnt. Es stört den Dalai Lama, dass in Tibet heute nur noch weniger als 30 Prozent der 450.000 Einwohner tibetischer Abstammung sind, die meisten Tibeter also Chinesen. Natürlich ist der Dalai Lama dafür, dass Marokkaner nach Spanien umsiedeln dürfen und Iraker nach Schweden kommen können, denn der Mann mit der Walter-Ulbricht-Brille betrachtet "die Verantwortung jedes einzelnen für die ganze Menschheit als universelle Religion" und glaubt, dass "Kriege aus dem Scheitern entstehen, das Menschsein der Anderen zu verstehen."

Aber wenn Chinesen in den tibetischen Teil Chinas ziehen, der Anfang des vergangenen Jahrhundert dank britischer Protektion mal für knapp vier Jahrzehnte unabhängig war, dann befremdet das den Fremdenfreund. Er hätte es doch lieber, wenn Tibet wieder wäre wie damals, als den Klöstern das ganze Land gehörte, keine Straße ins Hochland führte, Männer ihr kurzes Leben damit verbrachten, Waren auf dem Rücken über steinige Trampelpfade in die Höhe zu schleppen, Häuser wenn überhaupt, dann mit Yak-Dung geheizt wurden, die Bauern ihr Leben in Leibeigenschaft der Mönche verbrachten und denen mit ihren überzähligen Söhnen einen nie versiegenden Strom an Schülern und Nachfolgern lieferten. Nach den Vorstellungen des Dalai Lama reicht es schließlich, "dein Wissen mit anderen zu teilen, um Unsterblichkeit zu erlangen". Ganz so weit sind die Tibeter noch nicht, aber nach den Daten der Uno erhöhte sich die durchschnittliche Lebenserwartung in Tibet seit der Flucht des im Westen gefeierten Friedensbotschafters im Jahr 1959 immerhin schon mal von 35 Jahren auf 67 Jahre.

Samstag, 21. Juli 2007

Tour de Farce

erst feiert sich die ard als co-sponsor des teams t-mobile. dann manipulieren, wie gehabt, radsportler ihre leistungen. dann schaltet das öffentlich-rechtliche fernsehen ab. keine tdf für gez-gebühren. im anschluss übernimmt sat.1 die berichterstattung. und was tun deutsche politiker: sie protestieren. nicht gegen doping. nicht gegen dummheit. sie protestieren dagegen, dass sat.1 überträgt.

Wahrheit, nicht als die Wahrheit

"jede wahrheit braucht einen mutigen, der sie ausspricht". das mag sein. aber wenn unter diesem slogan martin luther für die bild-zeitung wirbt: ist das komisch. denn vor kurzem hat chefredakteur dieckmann dem papst eine bibel überreicht. und der papst ist katholisch - luther aber nicht. der aber sagt die wahrheit. hat also benedikt unrecht? und was bedeutet das für die bild-bibel?

Welcher Kalender?

antisemitismus auch in der ddr - wer hätte das gedacht? gegen juden im allgemeinen und im speziellen zu hetzen, scheint für einige flachköpfe tatsächlich ein privileg des klassenfeindes gewesen zu sein. doch ob die hz mit dem beitrag "das hat es hier doch gegeben" wirklich aufklärungsarbeit leistet, scheint fraglich. denn als beispiel für "antisemitismus und rechte einstellungen in der ddr" wird zuerst folgendes gebracht: "salzwedel 1946: auf dem jüdischen friedhof werden mehrere grabsteine umgestoßen". widerlich. aber ddr?

Allahs Attacke abgeschaltet

Es sollte der große Gegenschlag gegen die Medienvormacht des verhaßten Westens werden und ist nun ein großer Schlag ins Wasser. Vor zwei Wochen erst hatte die "Globale Islamische Medienfront", selbst ernanntes Sprachrohr des imaginären Islamischen Staates Irak, einen Generalangriff des "Medienschwertes des Islam" mit Wackelfilmchen aus der Handykamera und verquasten Ansprachen bärtiger Koran-Kommentatoren angekündigt, um weltweit noch mehr Begeisterung für sinnlose Selbstmordattentate zu wecken. Dazu paktierten die aus Deutschland sendenden Internet-Mudschaheddin, die bei PPQ übrigens den hübschen Kommentar "Danke für die Werbung... Lol - Deutscher Bereich der GIMF" hinterließen, sogar mit dem großen Teufel und benutzten mit Wordpress eine Blog-Plattform aus den USA, notgedrungen, denn das fortgesetzte fleißige Studium der Suren behindert das Entstehen einer arabischen Internet-Industrie doch bislang eher als das es sich förderlich darauf auswirkt. Die Wickelkopf-Laus im Wordpress-Pelz ist beim Kriegsgegner offenbar nicht ganz so gut angekommen, denn jetzt hat der Bloganbieter mal eben den Stecker gezogen und Allahs Attacke einfach so abgeschaltet. "This blog has been archived or suspended for a violation of our Terms of Service." Die Gimf ist vorerst auf Aaron Wilsons Forumseite Jabha umgezogen, aber wir machen uns jetzt den Spaß und beschweren uns bei Aaron in Los Angeles unter mawsuat@yahoo.com, um den Dialog mit den Andersdenkenden nicht abreißen zu lassen. Mal gucken, wenn lange die Fahne des Propheten noch weht. Machen wir doch gern für den "Deutschen Bereich der GIMF", der sich übrigens über einen Server in Tokio bei uns eingelesen hatte. Lol.

Freitag, 20. Juli 2007

der stauffenberg kreist

darf ober-widerständler claus schenk graf von stauffenberg durch einen durchgeknallten amerikanischen scientology-anhänger dargestellt werden? eine typisch deutsche frage, die auch lauten könnte: wieso muss sich ein us-demokrat dafür rechtfertigen, einen durchgeknallten nazi spielen zu dürfen? anders ist doch folgendes zitat kaum zu verstehen: "die bevölkerung ist ein unglaublicher pöbel, sehr viele juden und sehr viel mischvolk. ein volk, welches sich nur unter der knute wohlfühlt. die tausenden von gefangenen werden unserer landwirtschaft recht gut tun." (stauffenberg in einem brief an seine frau aus dem besetzten polen)

Wanderzirkus der Verwirrten

Der Vorstand hat scharf kritisiert. Die Gewerkschaften haben massiv protestiert. Die Opposition verlangt eine rasche Entscheidung. Damit hat die Fraktionsführung den Druck weiter erhöht. Dagegen ist die Parteilinke Sturm gelaufen. Der Vorstand hat mit Nachdruck gewarnt. Die Landesfürsten reagierten mit Unverständnis. Die Spitzenverbände haben sich entschieden verwahrt. Und die Fraktion hat das harsch zurückgewiesen.

Seit dem Tag, an dem das Wort "medial" entstand, zieht der Wanderzirkus der Verwirrten über die wenigen Weiden, auf denen noch Emotionen wachsen. Wie Schafe die Grasnarbe widerkäuen sie die ewig gleichen Satzgebilde, weil nur deren verbaler Wucht Wirkung zugetraut wird. Die Tagesschau als Vokabelkontrolle, die Diskussionsrunde als Tauschbörse für zugespitzte Plattheiten. Nachrichten sind nur noch Mitteilungen über Dinge, die jemand gesagt hat, und Meldungen von Ansichten, die einer verbreitet haben möchte. Langweiliger als die "Lindenstraße" und teurer als "Star Wars" walzen sprechblasenspeiende Polit-Panzer mit quergestreifter Krawattentarnung in die Wohnzimmer, um Superlative zu spucken. Harsch und heftig, massiv und scharf, kleiner haben sie es nicht. Die letzte Münze ist ein großer Schein, auf den aber komischerweise doch immer noch jemand herausgeben kann.

Dann nimmt die Debatte an Schärfe zu, die Heftigkeit an Masse, der Nachdruck an Raschheit, der Sturm an Unverständnis, die Dummheit an Breite. Vorbei die Zeiten, als ein Thema besprochen, beäugt und beurteilt werden konnte. Heute tobt ein Kampf bis aufs Messer, heute schlagen sich legastenische Großmäuler mit Breitschwertern um den Ruhm, den zum Säbelzahntiger erklärten Bettvorleger erlegen zu können.

Einmal im Gefecht, hören sie nur noch das Hundepfeifen von ihresgleichen und es gilt nur ein Gesetz: Beachte die Fruchtfolge bei der Konflikterfindung. Zwei Felder stehen zur Verfügung stehen - die Vergangenheit und die Zukunft. Erstere ist endlos dehnbar, sie eignet sich deshalb als Brücke und Knüppel, Blindenhund und Minenfeld.

Letztere hingegen verspricht formbar zu sein durch Arbeitsgruppen und Ausschüsse, Gremien und Kabinette. Von Sachzwängen ins Nagelbett einer Gegenwart gepresst, die sich durch Handeln nicht mehr ändern lässt, simuliert der Sprüh-Schaum aus Superlativen, der aus Radios und Fernsehgeräten quillt, die Möglichkeit, es dennoch zu tun. Erderwärmung stoppen durch den Wechsel zu einer Light-Zigarette. Gesundheit schaffen ohne Waffen. Deckenspenden für die Teppichmarkthändler von Antalya. Armut bekämpfen durch den Versand von Lötkolben nach Afrika. Auch Hilfe zur Selbsthilfe muss rasch und entschieden geschehen in den mit Geschwätz tapezierten Wolkenkuckucksheimen, in denen im Zweifel nur der eine Satz gilt: "Laut gedacht ist gut gemacht".

Lehrstunde für Lafontaine

Oskar Lafontaine schwärmt seit seiner Reinkarnation als Kommunist von einem Land, in dem ein starker Staat Garant der Freiheit seiner Bürger ist, indem er nach Kräften reguliert, was immer zu regulieren ist. Wäre Lafo, wie ihn die "Linke" launig nennt, Kanzler, betriebe der Bund zwar nicht selbst Bäckereien und Cola-Fabriken, Betreiber solcher aber müssten sich in Lafos Abteilung Marktkontrolle ihre Preise und Gewinne genehmigen lassen.

Ein Staatsmodell, dass so weit nicht weg ist vom derzeit benutzten, denn bei Telefon, Gas und Strom besteht bereits eine solche staatliche Genehmigungspflicht, derzeit jedoch noch mit dem eingeschränkten Wettbewerb durch die Besitzverhältnisse bei den jeweiligen Netzen begründet. Lafontaine wäre nur etwas konsequenter: Bei ihm würden Strom und Gas aus bundeseigenen Anschlüssen kommen, der Bund wäre der größte Vermieter und auch alle übrigen Belange der allgmeinen Daseinsvorsorge betriebe wie damals in der DDR Vater Staat.

In Simbabwe ist Robert Mugabe auf diesem Weg schon ein Stück über die Theorie hinaus. Nachdem das Land durch die Enteignung der weißen Landbesitzer in eine Staats- und Wirtschaftskrise schlitterte, verordnete der greise Diktator seinen Untertanen jetzt "Weihnachten im Juli", wie das Regierungsblatt "The Sunday Mail" jubelte.
Hunderte von staatlichen Kontrolleuren wurden Anfang des Monats in Supermärkte, Tankstellen und Busbahnhöfe geschickt, um die durch die 9000-Prozent-Inflation in zehnstellige Bereiche gestiegenen Preise einfach mit dem Kugelschreiber klein zu streichen. Damit wollte die Regierung die galoppierende Inflation beenden.

Das Verfahren, in etwa vergleichbar mit dem Versuch, ein Auto zu bremsen, indem man die Tachometernadel festhält, löste große Freude aus. Direkt hinter den Preisstreichern folgten deren Freunde und Bekannte, die gleich zuschlugen: Großbildfernseher für weniger als 30 Euro, Computer für 45, Handys für zehn. Als die normale Bevölkerung kam, um nun endlich auch mal wieder einzukaufen, waren die Regale leer.

Wie die Regierung argwöhnt, weil die Ladenbesitzer Waren beiseite geschafft haben. 3.500 Geschäftsleute, die sich der Operation "Dzikiza" ("Preisabschlag") zu widersetzt hatten wurden vorübergehend festgenommen. "Wir befinden uns im Krieg mit der Geschäftswelt", sagte Nathan Shamuyarira, Sprecher der Regierungspartei Zanu-PF der "Financial Times". Auch das half wenig, denn auch drei Wochen nach dem Beginn der Aktion füllt kaum ein Ladenbesitzer seine Regale wieder auf. Grundnahrungsmittel wie Brot, Zucker und Speiseöl sind nur noch auf dem Schwarzmarkt zu haben. Die Preise dort, nur der gescheiterte deutsche Kanzlerkandidat, Wirtschafsminister und Arbeiterführer Lafontaine staunt darüber, sind höher als zuvor.

Die Aktion sei nötig gewesen, weil die Geschäftswelt mit "Gewinnsucht die Souveränität Simbabwes zu untergraben suchte", rechtfertigte Präsident Robert Mugabe den erzwungenen Preissturz, der nun unbefristet festgeschrieben werden soll. Eigentlich sollten vor allem Grundnahrungsmittel verbilligt werden. Doch Kontrolleure, Polizisten und Parteifunktionäre nutzten die Chance, um sich Telefone, Möbel und sogar Autos billig unter den Nagel zu reißen.

Donnerstag, 19. Juli 2007

Big Brother beim Potter-Spion

So viel Mühe, und nun so viel Ärger. Der Unbekannte, der in stundenlanger Handarbeit alle 608 Seiten des neuen Harry-Potter-Bandes mit seiner Digitalkamera ablichtete, um die Bilder ins Internet zu stellen, hat es beim Verwischen seiner Spuren ein wenig an Sorgfalt mangeln lassen. In der Eile vergaß er, die so genannten Exif-Daten aus den Bildern zu löschen, so dass nun jeder sehen kann, welche Seriennummer die Kamera hat, mit der er fotografierte. Vor den Potter-Bildern hat der Potter-Spion gerade erst 3.000 Fotos mit der Kamera gemacht, es dürfte also sogar noch Garantie drauf sein. Wenn Canon die Unterlagen mit dem Namen des Käufers hat, braucht der Potter-Verlag Scholastic nur noch ein williges Gericht, und der Spitzel ist fällig.

Hunderte rechte Straftaten verschwunden

Die Zahl der politisch motivierten Straftaten in Sachsen-Anhalt hat nach einem Bericht des Innenministeriums im Jahr 2006 einen neuen Höchststand erreicht. Bei den rechtsextremen Taten, die nach Angaben des Ministeriums etwa drei Viertel dieses Kriminalitätsbereiches ausmachen, errechnen die Ermittler einen Anstieg um zehn Prozent auf 1240 Delikte. Daraus wird in der medialen Präsentation natürlich sofort eine neue rechte Gefahr, so groß wie nie. Nach Ansicht des Sachsen-anhaltischen Innenministers Holger Hövelmann beginnt der Rechtsextremismus gar, die Alltagskultur zu durchdringen.

Erstaunlich scheint diese Bewertung nicht nur vor dem Hintergrund, dass wie gewöhnlich in der Art Statistik, die hier vorgeführt wird, keinerlei Angaben dazu gemacht werden, worauf sie die genannten Fallzahlen beziehen. Sind es eingegangene Strafanzeigen? Eröffnete Ermittlungsverfahren? Inklusive eingestellter? Oder eröffnete Strafverfahren? Oder gar ergangene Urteile?

Im April diesen Jahres, als der letzte alarmierende Bericht zum Thema vorgelegt wurde, sprachen die Staatsanwaltschaften im Lande für das Jahr 2006 übrigens noch von 1.567 eingeleiteten Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Begehung rechtsextremistischer und fremdenfeindlicher Straftaten - immerhin mehr als die jetzt genannte Zahl von 1.240 nicht genauer bezeichneter rechter Straftaten, die doch, so sagt es der Innenminister, "neuer Höchststand" sind. Da sind also in nicht einmal drei Monaten hunderte rechtsextremer Taten einfach so verschwunden. Nur wo sind die nun fehlenden Fälle hin? Wer hat sie aus der Statistik radiert? Und warum? Ist Sachsen-Anhalt nun sicherer geworden? Die Nazi-Gefahr kleiner? Rein rechnerisch?

Mittwoch, 18. Juli 2007

T-Com: Hier werden Sie genervt

Anruf bei der Auskunft Telekom. Störungsstelle Telekom? Nein, da kann ich Sie nicht verbinden. Ich lasse Ihnen die Nummer ansagen.
Nullachtnullnulldreidreinullzweinullnullnull, ich wiederhole...
Pingelingeling! Guten Tag, hier ist der Kundenservice von T-Com! Herzlich Willkommen! Informationen zu unseren Produkten und Services finden Sie auch im Internet unter wwwtminushomede! Schauen sie doch mal vorbei! Sagen sie mir doch zuerst einmal, worum es bei ihrem Anliegen geht. Beratung, Nachfrage zu einem Auftrag, Rechnung oder Störung? Ich habe Sie nicht verstanden. Ich habe Sie nicht verstanden. Danke. Ehe ich Sie zu einem Mitarbeiter verbinde, noch eine letzte Nachfrage. T-Com möchte Ihnen den bestmöglichen Service bieten. Es könnte sein, dass Sie von uns einen Rückruf erhalten. Möchten Sie von uns einen Rückruf erhalten? Nein, Sie möchten keinen Rückruf erhalten. Ich habe Sie nicht verstanden. Danke. Ich verbinde Sie nun weiter. Müller, T-Com-Service, hallo. Ja, wie ist die Nummer? Moment. Oh, das kann ich nicht sehen, ob da eine Störung ist. Das ist ein Glasfaserkabel, da geht das nicht. Müsste zur Glasfaserstörung. Dahin kann ich Sie nicht verbinden. Aber die Nummer könnte ich Ihnen geben.

Harry für Hastige


"Harry Potter and the Deathly Hallows" im Schnelldurchgang durch die Kapitelüberschriften. Nur fürs Protokoll, ehe es niemanden mehr interessiert.

1.The Dark Lord Ascending 1
2. In Memoriam 13
3. The Dursleys Departing 30
4. The Seven Potters 43
5. Fallen Warrior 63
6. The Ghoul in Pajamas 86
7. The Will of Albus Dumbledore 111
8. The Wedding 137
9. A Place to Hide 160
10. Kreacher’s Tale 176
11. The Bribe 201
12. Magic is Might 223
13. The Muggle-born Registration Commission 246
14. The Thief 268
15. The Goblin’s Revenge 284
16. Godric’s Hollow 311
17. Bathilda’s Secret 330
18. The Life and Lies of Albus Dumbledore 350
19. The Silver Doe 363
20. Xenophilius Lovegood 388
21. The Tale of the Three Brothers 405
22. The Deathly Hallows 424
23. Malfoy Manor 446
24. The Wandmaker 477
25. Shell Cottage 502
26. Gringotts 519
27. The Final Hiding Place 544
28. The Missing Mirror 554
29. The Lost Diadem 571
30. The Sacking of Severus Snape 589
31. The Battle of Hogwarts 608
32. The Elder Wand 638
33. The Prince’s Tale 659
34. The Forest Again 691
35. King’s Cross 705
36. The Flaw in the Plan 724
Epilogue 753

Sex ohne Frauen

Till Lindemann, Korbflechter und ostdeutscher Knallhart-Poet, ist bei Rammstein ausgezogen, Prince hingegen, Neofunk-Napoleon und Windelweich-Souler, hat sein neues Album in Großbritannien als kostenlose Beilage einer Sonntagszeitung veröffentlicht. Noch ist das nicht das Ende der Rockwelt, wie wir sie kennen, denn Ex-Bodybuilder Lindemann wird auf dem kommenden Rammstein-Werk, das nach Angaben informierter Kreise wahrscheinlich "Volksempfänger" heißen wird, noch einmal die kräftigte Stimme, nunja, nicht erheben, aber trrröhnen und röhhhrrrenn lassen. Danach erst werden Rammstein einen neuen Sänger einwechseln und damit so interessant sein wie Sex ohne Frauen. Prince, der in einem ähnlichen Moment der Verwirrung mal Symbol hieß, will "Planet Earth", das trotz des Namens nichts mit Al Gore und der Klimakatastrophe zu tun haben soll, in Deutschland ganz normal in die Läden stellen. Wer nicht bis zum 20. Juli warten will, weil die Musik des niedlichen Gitarrengniedlers ja auch nicht so richtig zum Stauffenberg-Tag passt, klickt hier, denn das ist der Download-Link zur zickigen Zappelmucke aus dem Prinzenstudio.

Dienstag, 17. Juli 2007

Steuerspende für Al Gore

Nun haben die großen Live-Earth-Konzerte doch etwas bewirkt. In Hamburg nämlich geriet das Spektakel aus wirtschaftlicher Sicht zu einem richtig schönen Flop: Neun Stunden Musik produzierten nicht nur massenhaft zusätzliche Klimagase, sondern auch einen finanziellen Verlust in Höhe von fast einer Million Euro. Die Hamburg Marketing GmbH hatte nur 29.000 der 45.000 Eintrittskarten verkaufen können, was die Firma nicht weiter umwirft, da sie der Stadt Hamburg gehört und die Verlust aus Steuermitteln decken wird. In Hamburg, das hoch verschuldet ist, weil es traditionell weniger Steuern einnimmt als ausgibt, fällt das gar nicht auf.

Wäre das Konzert ein ganz normales gewesen, sähe die Rechnung anders aus. Aus dem Verkauf von Tickets und Merchandising sowie den Einnahmen aus Sponsoringverträgen kassierten die Veranstalter rund 1,25 Millionen Euro, die Kosten beliefen sich auf 1,45 Millionen Euro. Das richtig dicke Minus stammt denn auch aus der Pflichtabgabe in Höhe von 750.000 Euro an die "Alliance for Climate Protection" wie sich die weltweite Live-Earth-Initiative von Ex-Fast-US-Präsident Al Gore nennt. Mit diesem Betrag werden auf rätselhafte Weise die Umweltbelastungen ausgeglichen, die durch die Reisen und den Transport der Künstler und ihrer Entourage entstanden ist. Das Konzert, so argumentiert die Live-Earth-Initiative, sei dadurch klimaneutral gewesen. Man kann das glauben, muss es aber nach einem Blick auf climateprotect nicht unbedingt: Seit dem Start des großen Klima-Blog am 26. Juni gibt es dort spärlich vier News-Einträge, einer davon rechnet stolz vor, dass 307 Facebook-Nutzer inzwischen bereits null Dollar für den guten Zweck gespendet haben. Einen Hinweis, wie ein Live-Earth-Konzert durch die Transfusion von 750.000 Euro aus dem Hamburger Steuersack an Al Gores Umweltallianz klimaneutral wird, findet sich nirgends.

Definitely not maybe

Wieviel gleichgerichtete Worte aneinandereihbar sind, ohne eine recht knappe Aussage zu verwässern, demonstriert jüngst die beliebte Heimatzeitung. In einen Aufsatz zum Thema Sicherheit deutscher Atamkraftwerke findet sich der Satz, ein mit den Dingen mangelns eines Atomkraftwerkes im eigenen Zuständigkeitsbereich vermutlich wenig vertrauter Minister habe darauf hingewiesen, dass "die Kernkraftwerke in Deutschland generell zu den sichersten überhaupt gehören." Ohne "generell" und "überhaupt" mag man sich diese Äußerung gar nicht vorstellen - aus nackter, purer Angst. Denn "zu den sichersten" heißt ja wohl nicht sicher, anderenfalls hätte der Mann, der Ambitionen auf den Ministerpräsidentensessel hat, bestimmt einfach gesagt, "Kernkraftwerke in Deutschland sind sicher".

Das hätte leider geklungen wie Norbert Blüms Klassiker "die Rente ist sicher", was niemand wollen kann. Denn hätte Blüm seinen Satz und dessen Folgen seinerzeit schon gekannt, wäre er generell sehr sicher auch schlauer gewesen. Und hätte davon überhaupt nur davon gesprochen, dass "die Renten in Deutschland generell zu den sichersten überhaupt" gehören. Die Erörterung, zu welchen "sicherchsten" irgendetwas in Deutschland gehören kann, womit es also verglichen werden muss, da doch deutsche Kernkraftwerke in Deutschland generell mit ziemlich absolut sicherster Sicherheit die einzigen deutschen Kernkraftwerke in Deutschland sind, wie ja auch die deutsche Rente hierzulande einzigartig ist, sie also jeweils nur mit sich selbst verglichen werden können, hier aber dennoch alle in die Kategorie "generell am sichersten überhaupt" rutschen, also keine Rente und kein Kernkraftwerk anderer und eventuell generell etwas unsicherer Art überhaupt übrig bleibt, ersparen wir uns für heute. Das würde nur eine Unsicherheit schüren, die wir generell und überhaupt ablehnen.

Neue Reihe: Klassiker


ich konnte nich wiederstehen dass mal rein zu stellen, weil ich's im netz fuer meinen betreuer gesucht habe. ja, doch, einer der besten artikel, die ich je gelesen habe. so muss journalismus sein: hart, investigativ, und nich scheu, unschoene wahrheiten abzubilden. fuer alle, die die original geschichte damals nicht im original in der sun gelesen haben--hier isse.


Germany ... at least their economy's in good shape


Big in the Bumdestag

Angela Merkel ... No more sagging fortunes for Germany


GERMAN leader Angela Merkel has pulled up her country’s economy – and now she’s pulling up her pants.

The cheeky Chancellor was snapped after a dip while on holiday with hubby Joachim Sauer in southern Italy.

As she began her well-earned break figures revealed Germany’s fortunes are no longer sagging – with a much improved bottom line.

The Iron Frau has done more than cover up the cracks since taking over last year. Strikes are down and economic growth is rising.

Mrs Merkel, 51, has plenty to celebrate. Bottoms up!

Montag, 16. Juli 2007

Tropisch

die temperaturen (38 grad im schatten) lassen mich kaum zum nachdenken kommen.
und wenn ich nicht nachdenke, werde ich albern. das bemerkte ich, als ich meinem sohn lieder vorsingen wollte. und dann lachen musste. ich blätterte also das liederbuch durch und kam an "geh aus, mein herz, und suche freud" vorbei. wow, musste ich lachen, eine seit 1939 vergebliche übung. und als sei das noch nicht albern genug, schrieb ich an plus:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Genuss verzehrten wir heute die von Ihnen angebotenen Tunfischsteaks. Zwei Dinge machten uns jedoch stutzig: Wenn sie nach neuer Rechtschreibung „dass“ statt „daß“ schreiben (auf der Verpackung), müssten Sie dann nicht auch Tunfischsteak statt Thunfischsteak schreiben? Zum Zweiten: Das Wort „Wiessenschaft“ gibt es im Deutschen nicht. Bitte berichtigen Sie die kleinen sprachlichen Fehler.

Mit freundlichen Grüßen

P.S.:
Ihre Sahneleberwurst ist wirklich lecker. Wie heißt eigentlich E. Arendt mit Vornamen?

mal sehen, ob ich eine antwort bekomme.

Protestkultur

In Deutschland singen sie Lieder, sie fahren mit Schlauchbooten in Sperrzonen herum und tragen Skimasken dazu. In Frankreich machen sie gleich Straßenschlachten und zünden ihre Autos an, weil die sowieso nicht so viel taugen. Im Nahen Osten geht es mit selbstgebauten Raketen zur Sache und wer etwas dagegen sagt, dessen Fahne wird verbrannt. Richtig fröhlich, bunt und bizarr aber ist nur die Protestkultur Asiens, eine rätselhafte Mischung aus Flaggen essenden Managertypen, sich selbst Finger absäbelnden Weltkriegsromantikern und Hunde-Liebhabern, die nur Köpfe übrig lassen. Am fremdesten wirkt allerdings die Protestaktion, bei der das Schwein zerrissen wird. Musste das denn sein?

Sonntag, 15. Juli 2007

Arsch hoch - nützt auch nix

seit tagen schon will ich meinen mitverschwörern eine karikatur anbieten, die alle gutmenschlichkeit auf den punkt bringt. bis eben fahndete ich vergebens nach dem urheber. doch jetzt ist alles gut: hier ist er. und hier ist die karikatur:

Sunset on Empire

Es gibt Dinge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, auf den zweiten aber zusammenpassen wie die zwei Hälften einer heruntergefallenen Starbucks-Tasse. So hat der Deutsche Aktienindex Dax jetzt ein neues Allzeithoch erreicht. Gleichzeitig glauben allerdings immer mehr Deutsche, dass der Dax im Wald lebt, Rentenpapiere hingegen das beste Mittel sind, später mal eine sichere Rente zu kassieren. Während die Bördse von 2200 Punkten auf 8150 stieg, nutzten deutsche Privatanleger den Boom zum Rückzug: Die Zahl der deutschen Aktienbesitzer ging nach Angaben des Deutschen Aktieninstitutes allein im Jahr 2006 um 482.000 auf nunmehr 10,3 Millionen zurück.

Ganz anders läuft es derzeit in Afrika, dem Kontinent, der hierzulande vor allem als zuverlässiger Lieferant von Schlagzeilen zum Thema Hunger, Not und Katastrophen beliebt ist. In Kenia etwa erreichte der inländische NSE-Aktienindex zur selben Zeit wie der Dax ein neues Allzeithoch - hier allerdings kaufen selbst Bauern und Slumbewohner Wertpapiere.

Vor einem Jahr war der staatliche Energieversorger KenGen an die Börse gegangen - und löste ein Aktienfieber aus, gegen das die der kurze deutsche Aktien-Sommer des Jahres 2000 ein kalter Winter war. "Die Zahl der Anleger ist in kürzester Zeit von 100.000 auf etwa 600.000 gestiegen", rechnet der Chef der kenianischen Börse vor. Die meisten Käufer sind dick im Gewinn, denn in den letzten vier Jahren ist der NSE-Index um 400 Prozent geklettert - genauso viel wie der Dax.

"Langfristig kannst du nur gewinnen", versicherte der Aktienhändler Ali Khan Sachu in der ARD, der "das Afrikabild im Westen" geprägt sieht von Figuren wie "wie Bob Geldof, von Hunger und Elend." Er hingegen sehe die Möglichkeit, Geld zu verdienen, und die Chance, dass die Börse größere Impulse zur Armutsbekämpfung leiste als alle Entwicklungshilfe: "Vom G8-Gipfel bekommen wir nur leere Versprechungen. Wachstum und Wohlstand erreicht Afrika nur aus eigener Kraft."

Puppen im Bus

Deutschland ist, von außen betrachtet, ein pausenlos plapperndes Kind ganz hinten auf dem letzten Sitz eines vollklimatisierten Reisebusses Richtung Süden. Der Bus fährt, das Kind plappert. Niemand hört zu, aber das Kind hört sich nur allzugern selbst reden.

Deutschland hat, von außen betrachtet, nur drei Themen: Hitler, Hitler und Hitler. Hitler ist der meistbeschäftigte Mann im deutschen Fernsehen. Er hat Verträge mit allen Sendern, obwohl er längst tot ist. Es geht ihm gut, denn ohne ihn geht nichts. Hitler spielt sich häufig selbst im deutschen Fernsehen, ebenso oft wird er von bekannten Schauspielern verkörpert. Bruno Ganz und Helge Schneider sind das Hitlergesicht der Gegenwart: Ein Schweizer als Österreicher, ein Jazzmusiker mit grenzdebilem Humor als leberknödelsuppengeiler Straußfan. Manchmal tritt Hitler auch als seine Gehilfen Goebbels, Himmler oder Rommel auf. Dann spielt Guido Knopp einen Hitler, der Rommel spielt, und er verzieht keine Miene dabei.

Hitler ist, von außen betrachtet, Deutschland. Würde man Deutschland von innen betrachten wollen, müsste man den Volkskörper obduzieren. Weil das nicht geht, wird Hitler obduziert. Heraus springt ein Mann namens Hinze, Kunze oder Schulze, der von außen betrachtet keinerlei Sympathien für Hitler hegt. Herr Hinzekunzeschulze war allerdings schon in Landschaften und Territorien, wo er die Spuren von Hitler, Rommel und Göring mit einem gewissen Staunen betrachtet hat.

Damals brachte das Ausland Deutschland zum Schweigen, indem es kurz und scharf "Hitler!" zischte. Hinze, Kunze und Schulze staunen also lieber stumm. Mittlerweile aber hat sich Deutschland selbst schon so oft zur Ordnung gerufen, dass es auf diesem Ohr ganz taub geworden ist. Wie das Kind hinten im Bus, das nicht mehr reagiert, wenn andere Fahrgäste "Psst!" rufen, weil es seine Puppen zu laut singen lässt.

Deutschland ist, von außen betrachtet, gar kein Zufall. Deutschland ist ein Kinderkarussell, das auf Anweisung eines triefäugigen EU-Kommissars mit der Aufschrift "Kinder haften für ihre Eltern" für sich werben muss. Wo die doch längst tot sind.

Überschriften, die man gerne liest II

"Gay läuft sich für Weltrekord warm"

Helden, reloaded


die bilder sind hier geklaut. dank an den spender.

Samstag, 14. Juli 2007

Vom 3. Reich im Web 2.0

Großes Medienecho für den Wiesbadener Publizisten Rainer Fromm, nachdem der für den MDR auf einer Tagung namens "Neue Medien und alte Gefahren" dem "Rechtsextremismus im Internet" (Untertitel) die Maske vom Gesicht gerissen hat. Fromm, der sich nach eigenen Angaben seit vielen Jahren mit dem Phänomen des Rechtsextremismus im Netz beschäftigt, rechnete dabei vor, dass es "1996 noch 32 rechtsextreme Webseiten gegeben habe, heute hingegen seien es über 1000." Deshalb sei "das Internet der "Stürmer" im Format des 21. Jahrhunderts. Geringe Kosten, größte Breitenwirkung, geringes Risiko der Strafverfolgung."

Die mit Vergleich und Gewichtung von Fakten und Zahlen immer gern überforderten Protokollanten von Agentur und veranstaltender Anstalt versehen solche Mitteilungen nach guter alter Sitte reflexhaft mit der Zeile "Anzahl rechtsextremer Webseiten steigt", weil es nachrichtenmäßig nur so richtig kracht.

PPQ hat dennoch nachgerechnet und kann nun exklusiv Entwarnung geben: Es gibt kein 3. Reich im Web 2.0, sondern das ganze Gegenteil. Denn die Zahl rechtsextremer Internetseiten ist - glaubt man Fromms handgefertigten Zahlen - sicherlich gestiegen. Doch ihr Anteil am Gesamtaufkommen ist in den zurückliegenden zehn Jahren - mit den Original-Zahlen von Rainer Fromm gerechnet - ins kaum noch aufspürbare gesunken. 1996, eine Zeit, in der T-Online gerade begann, private Homepages zu hosten, entsprachen die vom "Experten" gezählten 32 rechtsextremen Seiten immerhin 0,16 Prozent der nach denic-Angaben seinerzeit existierenden etwa 20.000 Internet-Seiten. Die heute existierenden 1000 rechten Seiten hingegen repräsentieren - gemessen an inzwischen 10 Millionen registrierten Seiten mit Denic-Domain - gerade mal noch einen Anteil von 0,01 Prozent.

Fromm heißt also anders als er handelt, denn er verkauft das Gegenteil der Wahrheit als Fakt - und damit Bücher wie sein neues, das - aus welchem Grund, ahnen wir nicht mal - "Anklage unerwünscht" heißt.

Hose runter III

Based on your answers, you are most likely a neoconservative. (test yourself here) ich hatte es befürchtet.

Rufmord am Bosporus

ach, die türken (nicht alle, ich weiß - nur die, die am weitesten die klappe aufreißen). sie wollen nicht am integrationsgipfel teilnehmen, weil die bundesregierung doch tatsächlich stur darauf beharrt, dass gesetze immer noch vom parlament und nicht von dubiosen interessengruppen gemacht werden. sie beschweren sich über mangelnden respekt und intoleranz. sie finden, dass deutschkenntnisse keine hinreichende voraussetzung sind, um in deutschland zu leben. aber der hass auf den großen teufel geht ihnen in der zwischenzeit frisch von der leber weg: "Die wohl bizarrste antiamerikanische Story, die gegenwärtig in aller Munde ist, ist die Achter-Planet-Theorie, derzufolge die USA von einem bevorstehenden Meteoriteneinschlag in Nordamerika wüssten. Dies erkläre ihr Bestreben, sich den Nahen Osten zu unterwerfen." (Quelle: hier)

Donnerstag, 12. Juli 2007

Überschriften, die man gerne liest

"Grünen-Chefin im Öko-Laden beklaut" (der ganze text hier)

Lomborg fragt

bjørn lomborg fragt gute fragen. zum beispiel diese hier: "Es ehrt die Organisatoren von Live Earth, dass sie sich so viele Gedanken über die weit entfernte Zukunft machen, doch muss man sich fragen, warum sie die viel schlimmere Gegenwart so wenig interessiert." hat jemand eine antwort? (mehr hier)

Mittwoch, 11. Juli 2007

Hose runter II

You Are 56% Capitalist, 44% Socialist

While you are definitely sympathetic to a free economy, you also worry about the less fortunate.
Wealth and business is fine, as long as those who are in need get helped out too.
You tend to see both the government and corporations as potentially corrupt.

SZ auch immer niveauloser

Dienstag, 10. Juli 2007

Die Erde klebt, nee, bebt, äh, lebt

ppq rechnet nicht nach, wieviel co2 für "live earth" verschwendet wurde oder wieviele plastikbecher im müll landeten. nein, ppq dokumentiert, wie es unsere art ist, seriös die wirklichkeit. da ist zum einen john langford, seines zeichens mitorganisator des konzertes in johannesburg. der macht für die eher unterdurchschnittlichen besucherzahlen den - tusch - klimawandel verantwortlich. das extrem kalte wetter habe viele menschen davon abgehalten, eine gute tat zu tun. zum anderen möchten wir roger daltrey zitieren: " das letzte, was der planet braucht, ist ein rockkonzert." was das eine zitat mit dem anderen zu tun hat? keine ahnung.

Montag, 9. Juli 2007

Pat und Patachon II

für oskar lafontaine wird es eng. wir erinnern uns: der beliebteste linkspopulist und kommende große führer des saarlandes darf nicht mehr publizieren. zumindest nicht in den mainstream-medien. in deutschland und der ganzen westlichen hemisphäre werden nämlich vom herrschenden konsens abweichende meinungen gnadenlos unterdrückt. lafontaine weiß sich nicht anders zu behelfen, als seine statements in der dunklen nacht der illegalität anzubringen. ob die so genannte frankfurter allgemeine zeitung die drohenden razzien übersteht, nachdem sie heute lafontaine platz zur ausbreitung seiner ideen gab? man wird es wohl nie erfahren ...

Gut zu wissen

Sonntag, 8. Juli 2007

Pat und Patachon

kaum werden hier die beiden rechts schaffenden, äh rechtschaffenen linkspopulisten oskar lafontaine und hugo chávez in einem atemzug erwähnt, schon kuscheln sie auch verbal miteinander. wir erinnern uns: prä-diktator chávez begeht momentan alle tollheiten des gemeinen weltbeglückers. von der verstaatlichung von schlüsselindustrien bis zur gleichschaltung der medien lässt der möchtegern-stalin nichts aus, um sein land mit kommunistischer zielsicherheit gegen die wand zu fahren. lafontaine, daran besteht kein zweifel, würde nur zu gerne mit am steuer sitzen. weil aber venezuela so weit weg ist, übt sich lafo, wie er unter internationalisten gerne genannt wird, in argumentativer schützenhilfe. so verteidigte er die schließung des fernsehsenders rctv durch chávez und sieht die bolivarische republik sogar im "gegensatz zur «immer stärker werdenden medienkonzentration in den westlichen demokratien»." woran man erkennt, dass der saar-bonaparte vollkommen recht hat? er musste seine weisheiten in der "welt am sonntag" verkünden - zum underground ist es nur noch ein schritt.

Freitag, 6. Juli 2007

Lauterkeit im Lauterbach

Weil es ihm nicht reicht, zu wissen, was ein Abgeordneter verdient, wenn nicht gleichzeitig bekannt gemacht wird, wer ihn bezahlt, fordert der so genannte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, dass Anwälte im Bundestag die Namen ihrer Mandanten offenlegen müssen. Der Mann mit dem letzten lebenden Popperscheitel, der sein phänomenales Wissen über die Ungerechtigkeit des deutschen Gesundheitswesens in seiner Freizeit in Form von Gutachten und Beratung zuletzt jeweils für runde 7000 Euro drei Krankenkassen und einem Klinikum zur Verfügung stellte, nebenbei aber auch für eine Heidelberger GmbH bei einer Veranstaltung für "Führungskräfte im Gesundheitswesen" muggte und beim Wissenschaftlichen Institut der AOK in Bonn und der börsennotierten Krankenhausgesellschaft Rhön-Klinikum als Bei- bzw. Aufsichtsrat aushilft, hat offensichtlich noch nie vom Mysterium des Anwaltsgeheimnisses gehört. Christian Ströbele von den Grünen, Ex-RAF- und heute immer noch Anwalt, Kriegsgegner und ein anderer großer Offenleger, hat ihn vorsichtig, aber wahrscheinlich völlig vergebens auf die Existenz eines solchen hingewiesen. Ströbele ist ja auch in keinem Aufsichtsrat, schreibt keine Gutachten und kaspert nicht bei Führungskräfteseminaren für Ortskrankenkassenchefgenossen herum. Schon komisch, was es manchmal für Konflikte gibt.

Rechen-Riese mit Denk-Schwäche

was macht ein bundesfinanzminister eigentlich so den ganzen tag, wenn er sich nicht gerade den arsch abfreut über die ohne sein zutun angesprungene konjunktur und damit verbundene steuermehreinnahmen in milliarden-höhe? erster gedanke beim betrachten diverser pressefotos: steinbrück hockt vor dem spiegel und übt das offensive blecken der zähne. doch damit dürfte das umtriebige finanz-genie nicht ausgelastet sein. und von einem geldspeicher a la dagobert duck, wo sich der rechen-riese durch münzen und scheine wühlen könnte, ist bisher auch nichts bekannt geworden. nun, steinbrück hat offenbar gefallen daran gefunden, wirre theorien über die welt im allgemeinen und die wirtschaft im besonderen aufzustellen. seine gedankenkonstrukte testet er dann wie jüngst in berlin an wehrlosen spd-mitgliedern. was ihm dann so aus dem mund fällt, ist wirklich beachtenswert. denn steinbrücks masterplan besteht offenbar darin, deutschland von der globalisierung komplett abzukoppeln. anders sind seine auslassungen zum thema "investitionen" kaum zu verstehen. in einer unerwartet starken boomphase glaubt der politiker doch allen ernstes, deutsche unternehmen vor fremdem (also nicht-deutschem) kapital bewahren zu müssen. "steinbrück will schlüsselbranchen vor investoren schützen" titelt die platschquatsch-agentur dpa voller freude. "nicht nur das engagement ausländischer staatsfonds" soll begrenzt werden, nein, auch private anleger müssen sich nach steinbrücks meinung in zukunft einbürgern lassen, bevor sie der nationalen wirtschaft ihr geld in den rachen werfen dürfen. ein brillantes konzept, wie hugo chávez und oskar sicher gerne bestätigen werden. ja, diese ganzen internationalen verflechtungen sind ekelhaft und unübersichtlich, ganz viele autarke volkswirtschaften müssen das ziel sein. ob anders herum auch deutschen firmen untersagt werden soll, ihr geld im ausland zu investieren, war leider nicht zu erfahren.

Scientologe Stauffenberg

Der eine war schon 1932 bei der Reichspräsidentenwahl für Adolf Hitler, dessen Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 fand er genauso gut wie später die Zusammenfassung der Kriegführung in den Händen des Führers. Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der heute als Vertreter des guten Deutschland im Dritten Reich gilt, bildete schon als junger Offizier Mitglieder der paramilitärischen SA aus, er machte Karriere während des Polenfeldzuges und plante den Überfall auf Frankreich mit. An seine Frau, wie er aus dem Adel stammend, schrieb Stauffenberg aus dem besetzten Polen: "Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun." Stauffenberg lehnte die parlamentarische Demokratie als Staatsform ab, weil er, spät zum Hitlergegner geworden, glaubte, erst die parlamentarische Demokratie haben dem Maler aus Braunau den Weg zur Macht geebnet.

Völlig klar, dass der andere diese Lichtgestalt nicht spielen dürfen soll. Tom Cruise, Kino-Superstar und Multimillionär, wollte für seinen Film "Valkyrie" Stauffenberg werden, am liebsten an Originalschauplätzen. Der Sohn einer Familie, die lange ohne festen Wohnsitz durch die Staaten zog, aber ist der irrigen Ansicht, dass der Mensch nur zehn Prozent seines Denkvermögens nutzt und es deshalb nötig ist, bei den Gefolgsleuten eines inzwischen verstorbenen Science-Fiction-Autors bestimmte Lehrgänge zu absolvieren.

In denen geht es zwar nicht um Kriegführung und den Einsatz des Pferdes im Modernen Heer wie in den von Stauffenberg belegten Kursen. Dennoch hat das zuständige Bundesfinanzministerium es abgelehnt, Cruise eine Drehgenehmigung für den Bendlerblock zu erteilen, in dem Stauffenberg seinerzeit erschossen wurde. Der Bendlerblock sei ein historischer Ort, der durch Dreharbeiten verletzt werden könne, heißt es. Offenbar sogar schlimmer als durch die Original-Ereignisse. Wie ja auch der scientology-gläubige Amerikaner hierzulande als viel zweifelhafterer Charakter zu gelten scheint als der zum Monarchisten gewandelte Nazi.

Prima Lila Klima

ach, der klimawandel, die blöde sau. weil er sich als "memento mori" des abendlandes bisher noch nicht wirklich durchsetzen konnte, denkt er sich jeden tag neue begründungen aus, warum er dennoch unweigerlich ein "carpe diem" herausfordert. zu seinem aktuellen sprachrohr erkor sich der klimawandel, die blöde sau, den ehrenwerten graham dow, seines zeichens bischof von carlisle. der trompetete jüngst folgendes in die ozonschicht: "wir haben probleme, weil jede art von lebensstil jetzt als legitim angesehen wird". okay, spektakulär klingt das noch nicht. aber die schlussfolgerung von dow ist schon bemerkenswert. denn gott ist nicht einverstanden mit dieser egalität. und straft deshalb die menschheit. womit? richtig: hochwasser und andere naturkatastrophen. oder um es kurz zu machen: wer sich nach der seife bückt, hat auch das ganze klima verrückt. die schwulen waren es. hätte man auch früher drauf kommen können.

Donnerstag, 5. Juli 2007

Potter ist Papst



Dass die bloggenden Internet-Taliban von der Gimf auf eine amerikanische Blog-Plattform setzen, mag mit fehlenden Alternativen in der Umma zu tun haben. Warum aber ist der Mann, der als Kardinal Joseph Ratzinger vor Harry Potter warnte, weil der eine "subtile Verführung" sei "die unmerklich und gerade dadurch tief wirke und das Christentum in der Seele zersetze, ehe es überhaupt recht wachsen konnte", ausgerechnet beim Blooomsbury-Verlag, der auch den zaubernden Antichristen verlegt?

Keine Chance für Gmail

Daniel Giersch stieß vor einigen Jahren auf eine Goldader, dann kam der hier bei PPQ seit Monaten unter Beschuss stehende Internet-Zwerg Google und wollte sie ihm wegnehmen. Jetzt aber hat ein Gericht dem Hamburger bestätigt, dass die Marke "G-Mail" wirklich ihm gehört. Nepper, Schlepper und Domaingrabber überall in Deutschland können die Korken knallen lassen. Im Rechtsstreit zwischen Google und Daniel Giersch um die Markenrechte an Gmail bzw. G-Mail wurde die Berufung, damit hat Google die Auseinandersetzung um die Nutzung der Marke Gmail in Deutschland verloren. Daniel Giersch, der die Marke urpsrünglich angemeldet hatte, weil er einen richtigen brief- und Paketpostdienst hatte gründen wollen, hatte die Amerikaner im Sommer 2005 gezwungen, ihren E-Mail-Dienst für deutsche Nutzer in Google-Mail umzubenennen. Giersch hatte ursprünglich darauf spekuliert, dass Google ihm die Markenrechte für viel geld abkauft, das hatten die Kalifornier allerdings verweigert. Lustig ist, wie Giersch versucht, eine Nutzung seiner Marke nachzuweisen: Unter
G-Mail.dehat er eine Seite zusammengebastelt, die die "Zusammenführung von physischer und elektronischer Mail" verspricht. Praktisch wird dann wohl ein Brief per Hand geschrieben, eingescannt, per Mail zur G-Mail-Station am Empfangsort geschickt, dort ausgedruckt, in einen Umschlag gesteckt und zugestellt. Klingt nach einer Idee, die binnen weniger Wochen die ganze Welt erobern wird. Zumal, Experten hier bei PPQ sagen das ja schon seit Monaten, das Internet sich auf Dauer nicht durchsetzen wird. Wer nach seinen Abenteuern mit Tier-Spezi noch Geld übrig hat, kann es hier endlich auch dem "Selfmade-Millionär" (Capital) hinterherwerfen. Der nimmt das dann vielleicht, um all die toten Links auf seiner Gmail-Seite zu reparieren.

Temporio, der Tier-Spezi

Es gibt sie immer noch, die Erfolgsgeschichten an der Börse, und er schreibt eine davon: Dr. Temporio, der vor acht Wochen ungefragt als persönlicher Finanzberater ins Leben von hunderttausenden Ahnungslosen trat, hat eine Verlängerung
seines Mandats bewilligt bekommen. Launig wie immer, lässt er die "lieben Aktienfreunde" in neuen Mails als "Bert Lohse" und "Saskia Lindemann" von der "Gesellschaft f. Aktien-Analyse" jetzt wieder wissen, dass die "Tier-Spezi AG mit Sitz in der Schweiz, ist erst vor kurzem auf dem Aktienmarkt, aber gewinnt ziemlich schnell immer mehr Positionen. die Firma entwickelt sich rasch, man bekommt immer neue Auftraege, die Verkaeufe wachsen fuer und fuer, das Unternehmen blickt in die Zukunft mit Sicherheit."

Kleiner Blick ins Allerheiligste dann: "Die Werbungsaktion ist auf Hochtouren", verrät Temporio, übersetzt wohl so viel wie der "Zeitweise". Immer mehr Leute erführen die letzten Nachrichten ueber die Taetigkeit der Firma , und ueber den Aufstieg ihrer Aktien auf der Boerse."

Wir haben den "Aufstieg" von Anfang an beobachtet, und sind deshalb naturgemäß schon im Bilde. Andere Anleger können jetzt noch einsteigen. Oder ihr Geld einfach an uns schicken. Kontonummer auf Anfrage unter politplatschquatsch@gmail.com!

Mittwoch, 4. Juli 2007

Hosen runter

67%How Addicted to Blogging Are You?

Das Medienschwert der Mullahs

Jetzt wird es ernst im Krieg der Kulturen: Die Globale Islamische Medienfront, selbst ernanntes Sprachrohr des islamischen Staates Irak, greift zum Medienschwert, um die Vorherrschaft der Ungläubigen endgültig zu brechen. In einem langen, verschwurbelten Aufsatz beschreiben die Gimf-Macher, wie entbehrungsreich sie die große Kampagne gegen den großen Satan USA und seine Helfershelfer vorbereitet haben "Auf manche schöne Stunde" habe man verzichtet, heißt es, und einer der Brüder habe sogar seine Heirat um Monate verschoben. Nun aber, ehe der Verfassungsschutz daran geht, alle frischverheirateten Allah-Anhänger hochnotpeinlich zu befragen, gehts endlich los, es wird zurückgelogen, dass sich die Balken biegen, und jeder kann mitmachen. "Wenn du irgendeine dieser Fähigkeiten besitzt, dann kontaktiere uns bitte durch unsere Vertreter in einem Forum", bitten die Internet-Islamisten um Mitmacher mit Kenntnissen in webdesign und Videobearbeitung. Kannst Du nicht? Kein Problem, denn "selbst wenn du keine dieser Fähigkeiten besitzt, musst du dir keine Sorgen machen, da es eine Menge anderer Dinge gibt, durch die du dich beteiligen kannst."
Nein, zu früh auf die Jungfrauen gefreut, Du brauchst keinen Bombengürtel! Allahs Attacke soll vor allem von einer 5. Kolonne geritten werden, die "Themen der Kampagne in den Foren verbreiten, was eine Aufgabe ist, die jeder tun kann, alles was du brauchst ist eine Emailadresse und ein Benutzername. Melde dich in Foren an und verbreite… einfach nur kopieren und einfügen!!", empfehlen die Gimf-Kämpfer, die ihren Krieg netterweise mit Hilfe der Plattform des US-amerikanischen Blog-Anbieters Wordpress führen müssen, weil arabische Anbieter vergleichbare Dienste nicht offerieren.

Wichtig sei es, die so genannten "Inhalte", die zumeist aus ellenlangen Beschwörungen irgendwelcher Heiliger und schwulstigen Lobpreisungen wie "Scheich Yusuf Al-Ayeery, möge Allah barmherzig mit ihm sein" bestehen, "in nicht-islamischen Foren zu verbreiten; so wie Musik-, Jugend- und Sport Foren." Der Verbreiter, raten die Medien-Mullahs, "sollte die beste Art und Weise beim Kommunizieren mit den Besuchern dieser Foren wählen, da die Art auf die man mit Mitgliedern eines Musikforums spricht, nicht die gleiche Art ist, die man in Jihad-Foren verwendet."

Tun sie nicht? Tatsächlich. Nun, wir stellen uns gerade vor, wie jemand im Rammstein-Forum ganz unauffällig eine Bemerkung dazu fallen lässt, dass die Bombe am Glasgower Flughafen noch viel geiler geknallt hat als die Sprengkörper auf der letzten Tour der Berliner. Lauter tätowierte, biertrinkende Ostler, die im Nebenberuf Onkelz hören, werden mit fliegenden Totenkopf-Fahnen zum Propheten überlaufen.

Zumal es hier ja ."multimedial zugeht. Auch die Fernsehsender bekommen in nächster Zeit mehr Anrufe von Medienschwert-Schwingern. "Nachdem du die nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen hast (wahrscheinlich das berühmte Taschentuch vor der Muschel - PPQ), kannst du anrufen und dich in irgendeinem Programm beteiligen", rät die Gimf. Aber Achtung, bei Neun Live bleibt auch der ratesicherste und betfleißigste Scharia-Schwätzer gern mal in der Warteschleife hängen!

Der empfohlene Versuch, "zu erwähnen, dass du an der Medienschwert-Kampagne, die den Islamischen Staat verteidigt, mitwirkst, nachdem du auf Sendung bist", dürften so schwer fallen wie das Verständnis dieses Satzes. Dennoch ist sich die Gimpf sicher, "das Millionen Menschen den Namen der Kampagne hören und neugierig danach suchen werden". Das ist dann auch schon die halbe Miete auf dem Weg zur Weltherrschaft des wahren Glaubens. Denn dann werde "Allah die Herzen von manchen der Zuschauer dieser Programme aufklären."

Öldorado

Ende der 70er Jahre war noch klar, dass alle Rohstoffe der Erde Anfang des Jahres 2000 verbraucht sein werden. Der Mensch würde zurück in den Wald gehen und von Sand und wilden Erdbeeren leben müssen. Anfang des Jahres 2007 war dann schon klar, dass es damit wohl doch nichts wird. Dafür aber drohte nun der Oil Peak, das langsame Sterben am immer sparsamer tröpfelnden Ölhahn. Denn die Reserven, so hieß es, gingen immer mehr zurück, kaum irgendwo gebe es noch neue Lagerstätten, die aber, die es gebe, seien kaum wirtschaftlich auszubeuten. So stieg der Ölpreis und er stieg und stieg und erreichte mit einem Jahresdurchschnittswert von 65 US-Dollar pro Barrel (2006) einen Höchststand, der mehr als zehn US-Dollar über dem Vorjahreswert lag.

Eine Preisentwicklung, die die Erde zum "Oeldorado" zu machen verspricht, wie der Multi ExxonMobil jetzt eine Studie betitelt hat. Nach der nämlich haben sich die Bestände an sicher bestätigten Reserven bei Öl und Gas in den zurückliegenden zwölf Monaten kräftig erhöht. Die sicher bestätigten Ölreserven stiegen von 175,4 Milliarden Tonnen auf 178,7 Milliarden Tonnen, was einem Zuwachs von 1,9 Prozent entspricht. Bei einem Gesamtverbrauch von zuletzt 3.896 Millionen Tonnen reichen diese Reserven, die Vorkommen umfassen, die durch Bohrungen bestätigt sind und mit heutiger Technik wirtschaftlich gefördert werden können, die nächsten 45 Jahre, also bis über die Mitte des Jahrtausends hinaus. Die tatsächliche Menge aller vorhandenen Vorkommen ist weit höher. Zugleich steigt sie mit jedem Dollar, den der Ölpreis steigt, weiter an, weil höhere Preise höhere Förderkosten wirtschaftlich möglich machen.

Auch im vergangenen Jahr lag die weltweite Erdölförderung mit 3.942 Millionen Tonnen höher als der Verbrauch. Dasselbe gilt nach der Studie für die Reserven: In absoluten Zahlen ist Anstieg der Ölreserven mit 3.359 Millionen Tonnen fast 100 Mal so groß wie der Anstieg der Erdölförderung mit 34 Millionen Tonnen. Auch bei Gas wuchsen die nachgewiesenen Reserven um 1,1 Prozent auf knapp 175 Billionen Kubikmeter. Dabei war der Zuwachs in der GUS mit 3,2 Prozent am stärksten. Die Welterdgasförderung erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 2,8 Billionen Kubikmeter; der Verbrauch ist um 1,7 Prozent auf 2,9 Billionen Kubikmeter gestiegen. Womit, wenn uns diese Anmerkung zum beeindruckenden Zahlenwerk gestattet ist, zugleich bewiesen ist, dass man durchaus auch mehr verbrauchen kann als überhaupt da ist.