Google+ PPQ: März 2007

Samstag, 31. März 2007

Debatten-Demokratie

auch auf die gefahr hin, für einen bellizisten und wüsten kriegstreiber gehalten zu werden, möchte ich im zusammenhang mit der gefangennahme von 15 britischen soldaten durch den iran auf eine vage historische parallele hinweisen. 1982 - vor 25 jahren also - wagte argentinien einen militärischen schlag gegen die falklandinseln, ein britisches überseegebiet. der anspruch auf die inseln datierte zwar schon aus dem jahr 1833, aber erst knappe 150 jahre später wagte buenos aires die konfrontation. der ausgang ist bekannt: frau thatcher, die als britische premierministerin nicht umsonst iron lady genannt wurde, fackelte nicht lange und schickte flugzeugträger sowie truppen in die region. nach 72 tagen wurden die feindlichen handlungen für beendet erklärt. und was machen herr blair, die eu, die nato und alle anderen üblichen verdächtigen heute? sie setzen auf konsens, deeskalation und friedliche konfliktbewältigung. vor dem hintergrund, dass der heutige gegner eine handvoll irre mullahs sind, die den 12. imam erwarten, israel vernichten wollen und auch sonst merkwürdigen hobbys wie händeabhacken, steinigen etc. frönen, scheint mir die derzeitige strategie, äh, fragwürdig. man muss ja nicht gleich die armeen in kampfbereitschaft versetzen, aber so eine klitzkleine drohgebärde, einen winzigen hinweis darauf, dass sich die weltgemeinschaft brüskiert fühlt, hätte ich mir schon gewünscht. stattdessen: dampfgeplauder.

Alle bei Halle

Großer Sport in der 4. Liga, Treffen der kleinen Giganten, Großkampftag der Polizei. So ist das, wenn hallesche Kicker gegen den Leipziger Erbfeind antreten. Und dann passt auch alles: Der gastgebende Verein ist erstmal nicht in der Lage, lächerliche 2900 Zuschauer pünktlich zum Spiel einzulassen, während anderswo 50.000, 60.000 oder 70.000 jede Woche pünktlich auf ihren Plätzen sind. Für ihn spielt dann eine Mannschaft, aus der nicht einmal ein Gerippe ragt, um das ein guter Trainer Fleisch züchten könnte. Guter Trainerß Der hier nimmt seinen Kapitän wie jede Woche vom Feld, als es spannend wird, und strahlt ansonsten vor allem Ratlosigkeit aus.
Sein Präsident träumt dafür von einem selbstgebauten neuen Stadion träumt und predigt bis dahin Anti-Rassismus - über Sport muss er nicht reden, denn seine Ägide wird vermutlich einst als das dunkelste Kapitel der HFC-Geschichte in den Büchern stehen, weil eine sportliche Talfahrt selten zuvor so lange und nachhaltig gewesen ist.
Das Beste am Spiel gegen Erfurt vor ein paar Wochen war noch das beschissene Wetter, heute war das Beste am Spiel gegen eine nicht mehr als durchschnittliche Sachsen-Elf die Niederlage. Hätte es wieder zum Remis gereicht, hätte man sich weiter oben weiter in die Tasche lügen können, dass der glorreiche HFC immerhin fast noch ungeschlagen sind, die eigentlich wirklich guten Spieler nur vor dem Tor noch kaltblütiger sein müssten, dass der Knoten dann platzen werde und nächstes Jahr bestimmt der große Angriff kommt.


Wer daran glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Die Leistung beim 0:1 gegen Sachsen Leipzig, bemerkenswerterweise die erste Heimniederlage gegen die Grün-Weißen seit 40 ahren, steht ist Ergebnis des konsequenten Mißmanagements der letzten Monate und Jahre. Kein Ausrutscher, kein Pech, sondern Ergebnis eines langen Weges voller Fehlentscheidungen. Aus denen resultiert ein Verein, dessen Image ruiniert ist, dessen Anhang mit völlig bescheuerten Qualmaktionen auf sich aufmerksam machen zu müssen glaubt, dessen Chefetage es als einzige in Ostdeutschland nicht geschafft hat, einer neuen Spielstätte auch nur auf Rufweite nahezukommen, dessen Trainer sichtlich nicht nur über keine Antworten verfügt, sondern bisher noch nicht einmal die Frage verstanden hat, und dessen Mannschaft seit dem ersten Verbandsligajahr hinten nie unsicherer, in der Mitte nie nicht vorhandener und vorn nie hilfloser war. Aus die Maus, alle bei Halle.

Immerhin von nun an geht alles ganz schnell: Die Bagger standen schon vor dem Anpfiff bereit, inzwischen wird das gute alte Wabbel-Stadion vermutlich schon abgerissen. Vielleicht doch die beste Lösung.

Gute alte Zeiten


Was müssen das für Zeiten gewesen sein, als Tuvalu noch still und friedlich unter Wasser lag, Helgoland als Tauchgebiet galt und die Alpen als Insel aus dem unendlichen Meer aufragten. In der Toskana werden für die Älteren unter uns jetzt Erinnerungen wach an Zeiten, als man vom Brocken die Angel auswerfen konnte. Im berühmten Weinbau-Gebiet Brunello di Montalcino haben Wissenschaftler mitten in den Weinbergen das vollständige Skelett eines fünf Millionen Jahre alten Wales von zehn Metern Länge ausgegraben. Keine Schmuggelware: Vor einigen Jahren war ganz in der Nähe das Skelett eines Delfins gefunden worden. Die in Scharen angereisen Forscher hätten außerdem unzählige Muscheln aus der Vorzeit ausgegraben, als die Toskana noch unter Wasser lag.

Jetzt denkt auch jetzt


Offenbar verhält sich die Geschichte mit dem Klimawandel medial wieder wie noch jede andere Geschichte sich verhalten hat. Erst die Aufregung, dann die Aufregung über die Aufregung und dann schließlich der Backlash, also die Aufregung darüber, dass die Aufregung so aufregend gar nicht sein müsste.

Nach Bild macht auch jetzt.de jetzt mit Alles gar nicht so aufregend

Ohne Kommentar II


Okay, eher was für Insider. Für alle anderen: Handys machen bei Sonnenlicht tatsächlich halbwegs brauchbare Bilder. Sieht aus wie mit der Pouva Start angefertigt. Sonne lacht, Blende acht und so

Freitag, 30. März 2007

Hilfreiche Freunde im Internet


Mad234 hat ein großes Problem. Und daraus entsteht ein großer Dialog.

MAD234: Hallo an alle Experten hier im Thread. Ich habe da mal eine Frage. In der Unfallversicherung gibt es doch die Ausschließlichkeitsklausel "Bewußtseinsstörung durch Trunkenheit". Wie ist diese Trunkenheit definiert?
Muß eine gewisse Promillezahl erreicht sein, oder genügt es schon wenn man 2-3 Bier getrunken hat? Was ist, wenn der Arzt ins Unfallprotokoll schreibt "alkoholisiert"? Wie reagiert die Versicherung in solchen Fällen? Wer kann mir hierzu nähere Auskünfte geben? Meine Fragen haben einen ernsten Hintergrund
.


Angelam antwortet: Kannst du uns kurz sagen, ob der - bzw. diejenige mit dem Auto, Fahrrad oder als Fußgänger unterwegs war?
MAD234: Im eigenen Haus nachts die Treppe heruntergefallen und sich dabei böse am Kopf verletzt. Er hatte abends nach dem Fußball ein paar Bier getrunken.

Bullshitinvestor fragt: Welches Spiel?

Noch einmal Nachtmusik

ich könnte jetzt immer weiter schöne musik posten. gerade höre ich nämlich ältere mp3-cds durch und erinnere mich an manch einträchtig vor dem kamin verbrachte stunde ... oder so. jedenfalls hier noch zwei kostproben aus dem bereich "ch": sehr funky hier und (mit nettem video) hier.

Sirenen zur Nacht

eine kleine nachtmusik :-) da ist zum einen imogen heap, die vielleicht ein bisschen zu sehr schmachtet und ein wenig zu hübsch ist und überhaupt, wollte man bösartig sein, als ein klon diverser anderer hübscher liedermacherinnen bezeichnet werden könnte. ABER: schön isses. zum anderen haben wir dann noch cocorosie, die im aktuellen rolling stone endlich auch von der fachpresse entdeckt werden. die aberwitzigen schwestern definieren m.e. low-fi ganz neu, androgyn, freaky, melancholisch, besessen, weltentrückt, spielerisch etc. etc.

UNO Pizzaservice

wenn es noch irgendwelche zweifel gab, was für ein antisemitischer, ideologischer, voreingenommener quatsch-club da am schwatzen ist: jetzt gibt es keine mehr. horrible.

Ungeahnter Erfolg

politplatschquatsch zieht kreise. mittlerweile sind auch große, sehr große, ach, allergrößte medienkreise auf ppq aufmerksam geworden, und zwar hier und vor allem hier. schade, dass hier keine trackbacks funktionieren ...

Tumber Tor

dass george w. bush ein unlustiger, postnatal-dämlicher, kriegsliebender rancher ist, dürfte allseits bekannt sein. dafür macht es dieser präsidenten-darsteller besser: cool, relaxed, humorvoll. wenn der die usa regieren würde ...

Hetzer und Ketzer

Unfassbar, was sich heute auf den hinteren Seiten der Klimakatastrophenpostille mit den vier Buchstaben abspielt. Zwar heisst es dort wie gewohnt erstmal einschmeichelnd "Klima-Alarm". Dann aber folgt ein Text, den weder Klaus Töpfer noch der Pop-Beauftragte Siggi "Gunter" Gabriel abgenickt hätten: Nur Hetze gegen die Klimakatastrophe, Zweifel an der CO2-Lüge und übelste Klima-Geschichtsklitterung Marke "früher wuchs Wein bis Neufundland und Grönland (Grünland) wurde besiedelt".
Zum Hetzbeitrag geht es hier: Fällt die Katastrophe aus?

Nichts, was in unserem kleinen Klimaboard noch nicht geschrieben wurde. Aber dort? Mit Balkenüberschrift? Was in aller Welt ist da passiert? Eine feindliche Übernahme durch die Ölindustrie? Welche Lobby steckt dahinter? Bush? Oder Bin Laden? Wird die bedeutendste deutsche Tageszeitung jetzt von Quertreibern wie Maxeiner, Broder und Miersch geleitet? Oder hat etwa die Uno abgedankt?

Dabei sind die Zeichen doch eindeutig, wie man hier sehen kann: Skischulen in Dubai, Schnee in Arabien, Schlittenfahren im Zeichen der Scharia:

Platschquatsch-Flatrate

die heimatzeitung (hz) berichtet heute über angebliches komasaufen auf angeblichen flatrate-parties als angeblichen mega-trend bei jugendlichen. so weit, so bekannt, so unfug. aber die zahlenzauberei ist schon erstaunlich. von 16 000 alkoholtoten pro jahr in deutschland ist die rede. eine zahl, die angst machen und das problem veranschaulichen soll. nur leider hat sie mit dem thema (wir erinnern uns: kampftrinken) nix zu tun. 99 prozent der alkoholleichen dürften vorher langsam und schmerzhaft an einer leberzirrhose o.ä. zugrunde gegangen sein, krankheiten also, die unseren saufenden teens erst in 20 jahren ins haus stehen.

Musik aus der Magengrube II

das gibt mir die gelegenheit, eines meiner lieblingsstücke zu posten: hier. soviele trauerklöße - erschütternd.

Musik aus der Magengrube

Noch was aus der Abteilung Trauerklöße, diesmal einer, der leider keinen aktuellen Tourplan hochält. Was und wie er singt ist aber... erschütternd?

Trials of Harrison Hayes Live at Paradiso

Willkommen in der besten DDR, die es jemals gab!

Wenn es in der alten DDR ALDI, plus, Lidl und Norma gegeben hätte, wäre uns allen viel Ärger erspart geblieben. Denn das Ende der DDR war zwar das Ende des ersten deutschen Arbeiter- und Bauernstaats unter der Führung einer Riege durchgeknallter Knallbürger, aber es war nicht das Ende des Prinzips DDR. Im 18. Jahr nach dem Fall der Mauer gibt es heute mehr DDR in Deutschland als je zuvor. Die “aktuelle kamera” heißt jetzt “Tagesschau”, in der Außenpolitik hat sich der Hardliner-Flügel des ZK der SED durchgesetzt, der Haß auf die USA und auf Israel ist der Kitt, der die öffentliche Meinung zusammen hält. Auch in der Erziehung folgt man dem Beispiel der DDR. Die “Kinderkrippe” ist rehabilitiert und die “Polytechnische Oberschule” gilt vielen Reformern als Vorbild, was freilich jetzt schon praktiziert wird, ist eine andere Form des pädagogischen Kollektivs. In Hamburg werden in diesen Tagen 32.ooo Oberschüler (von der 8. Klasse aufwärts) ins Kino geschickt, um sich klassenweise Al Gores “Unbequeme Wahrheit” anzusehen. Die Schulbehörde unterstützt das Vorhaben, der Erste Bürgermeister Ole von Beust hat gleich zu Beginn der Aktion eine Schulklasse ins Kino begleitet und soll hinterher angemessen erschüttert gewesen sein. Am meisten aber freuen sich die Betreiber der drei Hamburger Cinemaxx-Kinos über den organisierten Zulauf. Denn umsonst ist nix, nicht einmal die Klimakatastrophe. Der vormittägliche Unterrichtsausfall wird von einem Hamburger Unternehmen gesponsort, das den Bau von Containerschiffen finanziert, die garantiert CO2-frei mit Windkraft und Sonnenenergie betrieben werden. (via: www.achgut.de)

Donnerstag, 29. März 2007

Super - Mohnhaupt war wohl doch Freiheitskämpferin

Mohnhaupt geht gegen Bezeichnung als "Mörderin" vor

"Schlimmste Terroristin" und "Mörderin" hatte die "Bild"-Zeitung über Brigitte Mohnhaupt getitelt. Nun weht sich die ehemalige RAF-Terroristin juristisch gegen das Blatt.

der tägliche wahnsinn

1. der boom von sonnen- und windenergie hat auch seine ökologischen schattenseiten: hier.
2. sieben russische terrorverdächtige sind laut einem bericht der menschenrechtsorganisation human rights watch nach ihrer rückkehr aus dem us-gefangenenlager in guantanamo auf kuba in ihrer heimat gefoltert worden: hier.
3. und michael miersch hat eine hübsche zahlenspielerei entdeckt: hier.

Der Untergang

Der Untergang ist eine Geschichte mit etlichen Fortsetzungen, natürlich, denn es handelt sich hier nicht um den Untergang des III. Reiches, sondern um den der vor allem wegen der Domain-Endung .tv bekannten Inselgruppe Tuvalu. Der widmet das investigative Magazin "jetzt.de" jetzt einen traurigen Nachruf, der folgendermaßen anhebt:

Tuvalu: Ein kleines Inselparadies geht unter

Alle reden ständig von globaler Erwärmung. Und alles wegen des CO²-Ausstoßes. Da fragt man sich doch hin und wieder, ob die Folgen wirklich schon absehbar sind. Auf Tuvalu, dem kleinen Inselatoll rechts neben Neuseeland, sind sie das. Da gibt es ein paar Fakten, die nicht ganz ins romantische Südsee-Bild passen. Tuvalu wird nämlich aller Wahrscheinlichkeit nach in 25 Jahren unbewohnbar und in 50 Jahren komplett verschwunden sein. Mehr Untergang


Hätte man dieselbe Geschichte mit anderen Worten nicht zufällig schon vor sechs Jahren im investigativen "Spiegel" gelesen Kopie des Untergang im Spiegel, müsste man Kenntnis davon haben, dass der Anstieg des Meeresspiegels vielleicht eine Möglichkeit irgendwann in der Zukunft sein könnte, sich aber bis heute mit Daten nicht belegen lässt, um sich zu wundern, dass jetzt.de es geschafft hat, die Folgen doch heute schon zu besichtigen. Am Strand geht das kaum, wie man in der Grafik sieht, die statt eines Meeresspiegelanstiegs ein abwechslungsreiches Rauf- und Runter zeigt:

Google findet derzeit dennoch 42.000 Trefferstellen für Tuvalu + Untergang. Etliche davon hat sicher auch jetzt.de fleißig abgesurft. Und so geht Tuvalu unter und unter und unter und immer weiter unter. Ohne einen einzigen Meter zu versinken...

Hier echot das jetzt:

noch so ein komischer typ

mark eitzel, ex-frontmann des american music clubs, spielt am 8. april im objekt 5! hier was zum hören.

Trauriger Nordmann im Süden

Minor Majority noch einmal zum verträumt Hinterherschauen:

Ballade

Und was ganz Dementes, für Fans des leider nicht mehr anwesenden Nick Drake:

Minor Majority plays Nick Drake

Mittwoch, 28. März 2007

Die Queen - angetatscht

apropos wachsfiguren: die queen hat es auch nicht leicht. gute nacht.

na also, geht doch - wie einst bei ulbrichts und stalins

Bund erwägt Strafe für schlechte Eltern

Eine Arbeitsgruppe des Bundesjustizministeriums hat eine Geldstrafe für Eltern vorgeschlagen, die ihre Erziehungspflicht verletzen und nicht mit den Jugendämtern kooperieren. Das geht laut «Berliner Morgenpost» aus einem Maßnahmenkatalog der Expertenrunde hervor. Kernpunkt der Vorschläge sei die gerichtliche Anordnung von Erziehungsgesprächen, in denen die Familiengerichte mit betroffenen Eltern Gefährdungen erörtern sollen. Gegen Eltern, die unentschuldigt fehlen, könne ein Ordnungsgeld verhängt werden.

konsumklima vs. preise

zwei meldungen, die morgen unkommentiert in der heimatzeitung (hz) nebeneinander stehen werden:
1.) Konsumklima - Deutsche haben wieder Lust auf größere Anschaffungen - Marktforscher der GfK berichten über «Konjunkturoptimismus»
2.) Preise - Teuerung steigt im März auf 1,9 Prozent - Mehrwertsteuereffekt: Benzin und Kleidung kosten im März mehr als im Vorjahr
das eine scheint ja mit dem anderen rein gar nichts zu tun zu haben. aber wieso wird dann immer das eine mit dem anderen und das andere mit dem einen erklärt?

Asket in der Wanne


Öfföff, selbsternannter Schenker und Hohepriester der Askese, gibt eben eine brandaktuelle Termin-Info durch, die schenkertypisch leicht schwammig anmutet. Öfi, wie Freunde sagen dürfen, hat letztens für eine Woche sein ganzes außerzivilisatorisches Leben mit dem Dresdner Rentner Olaf Gillner (Funknummer 0176-21929242, falls jemand den anrufen möchte) getauscht. Der Senior schlug sich durch den bitterkalten Winterwald, während Öfföff in einer fernbeheizten Mietskemenate allen Vorteile der Zivilisation widerstehen musste.

Die sicherlich amüsante Kurz-Doku über das "Frauentausch"-ähnliche Projekt soll am Donnerstag und Freitag (oder Freitag und Montag) in der 'Sat1 am Mittag' gesendet werden, die zwischen 11 und 12 Uhr läuft.

Drunter hat der Guru der Containerversorgung geschrieben "Mit liebem Gruß, öfi", was darauf hindeuten könnte, dass ihn die Woche in Gegenwart einer Badewanne bereits ein bisschen verändert hat. Sonst hieß es nämlich immer "Ich grüße und segne Euch - Schenker-Naturfreund öff!Öff!"

die bewegung

Sahara nach Polen verschleppt


Unser aller Heimatzeitung (HZ) überrascht heute mit der Mitteilung, dass die erhöhte Feinstaubbelastung in der Stadt ihre Ursache in einer Staubwolke aus der Sahara habe, die von beständigem Ostwind hereingetragen werde. Diese Theorie stehe zwar "auf wackligen Füßen", eine andere gebe es aber nicht.

Abgesehen davon, dass die Tatsache des Feinstaub-Eintrags von außen dafür spricht, dass alle "Maßnahmepläne" und "Umweltzonen" dagegen nur helfen würden, wenn man sie schleunigst überdacht, zeigt ein Blick auf die Karte, dass Polen und / oder Russen offensichtlich hinter dem Ganzen stecken: Die müssen die Sahara aus dem Süden zu sich nach Hause verschleppt haben. Woher sonst hat der Ostwind den Staub?

Jalloh-Prozess, noch einmal

nur zum verständnis: der eine polizist ist angeklagt, weil er bei einer durchsuchung eventuell ein feuerzeug übersehen hat. wie lautet der entsprechende straftatbestand? übersehenes feuerzeug? oder wird dem mann implizit vorgeworfen, jalloh angezündet zu haben? so ganz schlau werde ich aus der berichterstattung jedenfalls nicht. und noch eins: sagt ein rassist in einem telefonat "schwarzafrikaner"? und sagt ein rassist überhaupt rassistische dinge, wenn er weiß, dass sein telefonat aufgezeichnet wird? um nicht missverstanden zu werden: ich kann mir die dumpf-deutsche atmosphäre auf dem revier gut vorstellen. dennoch bleiben fragen.

Vereinte Rationen

das ist so unglaublich - das man es kaum glauben kann.

Icon

so sieht das icon aus. zwischen "textfarbe" und "linksbündig". mehr kann ich wirklich nicht helfen.

Dienstag, 27. März 2007

Mehrheit in Moll



Große Melodien, große Band: Minor Majority in der Kulturstätte, die sich selbst "neues theater" nennt. Nach dem letzten Lied wurde auch das Rätsel geklärt, warum das prächtige Haus in der laufenden Spielzeit einen Umsatzeinbruch von 50 % zu verzeichnen hat. Es gab für das ausrückende Publikum, das sich noch ein wenig mit den netten Norwegern unterhalten wollte, keinen Schluck mehr an der Bar. Okay, war ja auch schon 23 Uhr. Da ist natürlich längst Polizeistunde im Hochkulturtempel.


Minor Majority

Panzer-Power

panzerbummi empfiehlt: panzer power. direkt bei uns in der nähe, für alle, die bei ebay nicht zum zuge gekommen sind.

Alle hassen Henry

Ich glaube, ich werde ein paar Euro auf den armen Maske setzen.

maske goes disco

So schnell geht das

klickt mal hier und dann auf (Gefunden hier)

Jalloh-Prozess

wer kommt alles zum jalloh-prozess? neben seiner mutter und seinem halbbruder folgende: anwälte aus frankreich und südafrika, der leiter der britischen beratungsstelle für opfer von rassismus, der präsident der internationalen liga für menschenrechte, eine vertreterin von amnesty international sowie - etwas unvermittelt - der anwalt von jallohs vater. es ist davon auszugehen, dass die so genannte "internationale beobachtergruppe" noch größer ist. was sagt uns das? vielleicht nicht viel. aber immerhin schenkt es uns eine vermutung: über soviel aufmerksamkeit hätte sich jalloh, als er noch lebte, sicherlich gefreut. und eine frage schleicht sich auch an: wer bezahlt den ganzen auftrieb?

Platschquatsch im Quadrat

immer häufiger beißen uns die zecken und bringen uns so borreliose ein. die zahl der neuerkrankungen ist in sachsen-anhalt von 164 im jahr 2000 auf 533 im vergangenen jahr gestiegen. das ist schlimm, könnte man meinen, wenn man die heimatzeitung heute liest. eine steigerung um 300 Prozent - hu, wie mir gruselt. nun schätzt aber das robert-koch-institut die zahl der jährlichen neuerkrankungen auf 60 000. meine erste reaktion: da haben wir in sachsen-anhalt noch einmal glück gehabt, weil man bei uns im land offenbar sehr viel seltener erkrankt als in bayern oder nordrhein-westfalen. da darüber hinaus zu den 60 000 neu-fällen keine referenzwerte angegeben werden, der leser also nicht erfährt, ob die zahlen sich deutschlandweit (deutschlandweit? äh, so genau wird das auch nicht gesagt, könnte auch europa sein oder die ganze welt) ähnlich wie in sachsen-anhalt entwickeln oder nicht - löst sich alles in platschquatsch auf.

Klimadebattendebatte 2


Neulich Nacht (Foto) erschreckte das Deutsche Institut für Wirtschaft die Welt mit der Mitteilung, dass der Klimawandel, wenn man ihn einfach so geschehen lässt, 800 Milliarden Euro Kosten verursachen würde.


Heute nun der Return: Die Beraterfirma McKinsey, bekannt für Strukturstraffungspläne, die sich Kleingärtner trotz des vorgeschobenen "Mc" nicht leisten können, kommt in einer Studie zu dem Schluß, dass die Maßnahmen zur Verhinderung des Klimawandels Kosten in Höhe von, genau, 800 Milliarden Euro verursachen werden.
Dazu passt die schöne hallesche Fügung "gehuppt wie gesprungen".




Lieber Ober-Admin

wie wäre es eigentlich mit trackbacks? und können wir auch eine liste der letzten kommentare einblenden?

meine tochter übt sich

solange der klimawandel der billigen digital-kamera meiner tochter solche bilder beschert: nur her damit. ich übernehme auch die verantwortung.

Montag, 26. März 2007

Mal was Nettes

Die süße kleine terra naomi spielt eine virtuelle tournee im netz: hier.

Zoo schwindelt

Die Deutsche Platschquatsch Agentur meldete gestern: Der kleine Eisbär Knut ist seit neuestem eine Marke. Der Berliner Zoo hat sich nämlich die Rechte an dem Namen gesichert.

Die Datenbank des Deutschen Patent- und Markenamtes sagt dazu allerdings:

T R E F F E R L I S T E
( nationale Marken )


0001 16.06.2006 KNOTEN-KNUT
0002 16.04.2004 KNUT
0003 31.10.2003 KAPTAIN KNUT
0004 03.01.2003 Knut Fuchs
0005 20.12.2001 KNUT ENERGY ON SPORTS
0006 26.11.1998 Knut's Knoten
0007 09.07.1998 KNUT KNUDDEL
0008 30.05.1970 KNUT DIE FERTIGE KOST ZEITGEWINNEND
0009 15.01.1969 KNUT
0010 30.09.1957 KNUT

Nichts mit Eisbär, nichts mit Zoo Berlin.

Es war nicht alles gut IV

Es war nicht alles gut, damals im Osten. Manchmal war es sogar so schlecht, dass die Bestentafel leer blieb. Ehe Mißverständnisse aufkommen: Die Einladungen sind raus, die Bestentafel wartet.

Sonntag, 25. März 2007

es war nicht alles gut III

komplexwettbewerb: ein wort wie donnerhall. ich sehe die teilnehmer schon konkurrieren, wer den größten komplex sein eigen nennen darf.

Koran und andere dinge

wenn ihr bei der verteidigung des korans mal nicht weiter wisst: hier steht alles wissenswerte, um dennoch recht zu behalten.

Wenn die WASG mit der Linkspartei ...

"Ich möchte den Verfassungsschutz abschaffen, aber ich möchte nicht, daß die Leute dort arbeitslos werden!" (gefunden hier)

Hallo, Telefon!

"Professor Andresen hält es im Übrigen sowohl thermodynamisch wie mathematisch betrachtet für „Unfug“, eine Durchschnittstemperatur der Erde, zusammengesetzt aus gewichteten Einzelmessungen an vielen verschiedenen Punkten des Globus, als Indikator für den Klimawandel heranzuziehen. Dies sei etwa so sinnvoll wie aus dem Telefonbuch einer Stadt eine durchschnittliche Telefonnummer zu bilden." (zitiert aus der Wiwo)

Nichts mit Netz


Seltame Hobbys haben die Leute. Hier in der Nachbarschaft zum Beispiel gehen sie jetzt dazu über, Verteilerkästen der Telekom aufzubrechen und die Kabel darin mit dem Bolzenschneider durchzubeißen. Das Viertel war seit Freitagnacht ohne Internet und Telefon.

Der kaputte Kasten, schon im Zustand der Rekonvaleszenz, anbei.


Jetzt gehts übrigens wieder.

Wiederaufbau der Panzerwaffe



Ich weiß, dass einige PPQ-Kohabitanten einen gewissen Bezug zu schweren Waffen haben bzw. hatten. Für die Betreffenden ergibt sich jetzt eine prima Chance, mit dem Wiederaufbau der mitteldeutschen Panzerwaffe zu beginnen.

Panzer bei Ebay

Der Standort Brodau liegt bei Delitzsch, ich habe gerade mit dem Verkäufer gesprochen. Der Panzer ist weg, aber falls Interesse an Flugzeugen oder Helikoptern besteht, sagt er, ließe sich da immer mal was machen.

Langlebige Lügen

Zufällig stieß ich eben auf einen hübschen Link, der sich mit den Mythen rund um 9/11 beschäftigt, die mittlerweile meist schon zum allgemeinen Volkswissen gehören. Man liest. Und staunt.

www.werboom.de/vt/

Leider geht er gerade nicht einzustellen.

Samstag, 24. März 2007

Volltrunken

Nach Schätzungen von Gesundheitsexperten sind zu jeder Zeit des Tages rund 0,7 Prozent der Weltbevölkerung volltrunken. Bei diesem kleinen Teil der Weltbevölkerung handelt es sich immerhin um rund 45,5 Millionen Menschen. (Quelle: www.brainkick.de) okay, text und bild passen nicht hundertprozentig zusammen, aber irgendwie ...

Youtube-Video-Fund: "Halle - Ich liebe diese Stadt"

der link zum video:

Halle-Video

leider lässt sich das video selbst irgendwie in diesen blog nicht einstellen.

Freitag, 23. März 2007

N24 - sozusagen Hübsch

ein moslem blamiert sich

Medien, wie wir sie lieben

Journalismus - wie es wirklich geht.

Europa I

Wer ein Beispiel dafür sucht, wie achtlos Politiker mit dem erklärten Volkswillen umgehen, muss nicht mehr in der Geschichte danach graben. Europas Herrschaftskaste hat jetzt einen "neuen Anlauf" für eine "neue Grundlage" für die EU beschlossen. Dabei setzt sich die Bundesregierung laut Duetscher Platschquatsch Agentur (dpa) besonders dafür ein, "den umstrittenen Verfassungsentwurf weitgehend zu erhalten und bis 2009 in allen 27 Staaten ratifizieren zu lassen."

Vor zwei Jahren hatten Franzosen und Niederländer eben diese Verfassung abgelehnt, was es den übrigen Nationen eigentlich unmöglich macht, weiter daran festzuhalten. In der Praxis erklärt man den Volkswillen aber einfacherweise zum Irrtum und geht zur Tagesordnung über, als hätte es die Abstimmungsergebnisse nie gegeben.

Das gibt am Ende ein Europa der Bürger. Garantiert.

Keramikgraffiti II

ecke brunnenstraße/ richard-wagner-straße, türkischer klimbim-laden, eingangstreppe: noch eine mit viel liebe zum detail erstellte kachel, diesmal ohne fäuste. da kann ich nur sagen: yeah! und mich fragen, wer wohl spaß daran hat, solch skurrilem zeitvertreib nachzugehen.

Kummer kümmert sich


Hier ist einer, der früher fesche Interviews mit allerlei Promis und jetzt seine Biografie zusammengelogen hat. Cool, sich nach so viel Schelte einfach hinzusetzen und zu sagen, so habe ich ein Leben erlebt. Wer will da noch dagegen sprechen?


Apropos: Was macht eigentlich Michael Born?

Klimaquatsch

Dass die FAZ dem Guten und Gerechten nicht eben zugeneigt ist, wussten wir. Schrieben die sonst heute noch Deutsch-Fraktur auf der Titelseite? Nun aber vergehen sie sich am Allerheiligsten. Empörend. Gehört verboten.

Also schnell noch lesen. Ehe es verboten wird.



http://www.faz.net/s/RubC5406E1142284FB6BB79CE581A20766E/Doc~EA6895AEBF7494CD19A105CD9D8A4D154~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Der Link lässt sich nicht funktionierend einstellen. Soweit ist es also schon. Schlimm. Empörend. Muss verboten werden. Ach, wenn nur der RAF-Anwalt Otto Schily noch an der Macht wäre. Der würde das mit einer Onlinedurchsuchung erledigen. Zack.

Donnerstag, 22. März 2007

Klimadebattendebatte II

Es wird immer wärmer, der letzte Winter war der wärmste seit 1880, haben Metereologen errechnet. Dafür wird der Frühling wohl der winterlichste seit 1711. Oder so. Dafür spricht schon die uralte Bauernregel

Schneit es nicht im Februar / zahlt der Winter später bar.



Auch bei der Deutschen Platschquatsch Agentur (dpa) ist die Botschaft angekommen. Die dichtet: In Sachsen-Anhalt hat sich der Winter mit teils heftigem Schneefall zurückgemeldet. Vor allem im Süden des Landes gab es am Donnerstag auf Grund der Witterung zahlreiche Unfälle. Allein im Bereich der Polizeidirektion Dessau krachte es seit Beginn der nächtlichen Schneefälle mehr als 60 Mal.

Niemand weiß im Moment, wie der wegen Klimakatastrophe ausgefallene Winter sich "zurückmelden" kann. Aber einen der Unfälle, der ja auch unter "Erderwärmungskosten" abgebucht werden muss, hat das kleine Insiderboard für den erlesenen Voyeur-Geschmack dokumentiert. Siehe oben. Der weiße Lieferwagen. Nein, der steht nicht aus Spaß gegen die Fahrtrichtung. Ja, natürlich, Information ist ja unser zweiter Vorname.

Kampf der Kulturen

Scheibenwischer mal nicht peinlich.

Embargo light

The International Monetary Fund and the United Nations say that the Palestinians got $1.2 billion in aid and budgetary support in 2006, compared with $1 billion in 2005.

They estimate that direct budgetary support was about $740 million in 2006, more than double the $350 million it got in 2004 and 2005.

But Salam Fayyad, finance minister in the new Palestinian unity government, says he thinks the Palestinians got about $140 million more than that in 2006 when cash from Muslim nations is counted as well as the amount smuggled in by Hamas officials from trips abroad.

“I say the minimum for direct budgetary support was $880 million in 2006 compared to about $350 million the year before,” Fayyad said. He estimates total aid in 2006 was closer to $1.35 billion. (Quelle: International Herald Tribune)

Mehr dazu steht auch hier.

Menschen wie Götter

Garri Kasparov ist ein Star, der nicht nur Schach spielen kann, sondern als guter Mensch auch noch gegen Putin wettert, dass es kracht. Dafür lieben ihn vor allem die Deutschen, weshalb sein Buch "Strategie und die Kunst zu leben. Von einem Schachgenie lernen" auch zuerst in Deutschland erscheint. Auf der Buchmesse war der Meister der 64 Felder, der aus Angst vor Anschlägen des KGB oder so nie ohne Leibwächter unterwegs ist, denn auch nett und freundlich. Er sagte, was alle erwarten durften: Putin = böse, Schröder = liebedienerisch, weil abhängig, zweierlei Maß für Sudan und Russland undsoweiter. Die Fotografen drängeln sich, der Autor blättert in seinem Werk, als sähe er es eben zum ersten Mal.



Erst beim Abmarsch, als eine Handvoll Sympathisanten ihn mit schrillen "Politovskaja"-Rufen verfolgen - die oppositionelle Journalistin und knallharte Putin-Gegnerin wurde letzes Jahr in Moskau erschossen - zeigte Kasparow Nerven. Und Unmut. Deutlich sogar. Der Mann ist nach Ansicht der Politivskaja übrigens Russlands derzeit einzige Hoffnung auf eine Rückkehr zur Demokratie.

Lieber Ober-Administrator

Bitte klär uns auf: Wie kann man die Blogroll mit Links bestücken, wie stellt man Fotos like "Heimatbilder" ein?

Verbot tut not

Nach einer Studie von Psychologen der University of Michigan, der Vrije Universiteit, Amsterdam, und der Brigham Young University verstärkt auch das Lesen von Heiligen Schriften, in denen Gewalt gerechtfertigt ist, die Aggression. Nicht nur Filme oder Computerspiele könnten, sagen die Forscher, aggressiver machen, sondern auch durch Gott sanktionierte Gewalt in Texten. Wenn ein Gott im Spiel sei, könne vieles einfacher geschehen, weil der moralische Druck oder auch die Legitimität für den Gläubigen von der überweltlichen Instanz kommt.


Da tut ein Verbot dringend not!

Mittwoch, 21. März 2007

Klimadebattendebatte

http://www.iavg.org/iavg198.pdf

Die Stimme der Klimakritik, ein einsamer Rufer im sterbenden Wald.

Dr. rer. nat. Hans Penner, Diplomchemiker, geb. 1931, verheiratet, drei erwachsene Kinder. Promotion auf dem Gebiet organischer Naturstoffe an der Universität Erlangen. Laborleiter in der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Laborleiter am Kernforschungszentrum Karlsruhe, Forschung auf dem Gebiet der Strahlenkonservierung von Lebensmitteln. Professor an einer Fachhochschule für Ernäh­rungstechnik. Forschungstätigkeit in Israel. Expertentätigkeit im Sudan im Rahmen der Entwicklungs­hilfe. Bis 1995 Leiter des Informationszentrums der Bundesforschungsanstalt für Ernährung, Karlsruhe.

Durchschnittsverdienst Stadtverwaltung

Ich las eben folgendes:

Wegen der angespannten Haushaltslage kommen auch auf die Mitarbeiter der halleschen Stadtverwaltung deutliche Einschnitte zu. Im jetzigen Haushaltskonsolidierungskonzept sollen bis 2015 in der Verwaltung 238 Vollzeitstellen abgebaut werden, 9,3 Millionen Euro jährlich würde die Stadt dadurch weniger ausgeben.

und begann augenblicklich zu rechnen. Dadurch kann ich jetzt exklusiv in unserem kleinen Insiderboard mitteilen, was sonst niemand weiß: Ein Angestellter in der Stadtverwaltung Halle verdient im Jahr durchschnittlich 39.000 Euro brutto, hat also monatlich also 3250 Euro oben auf dem Gehaltszettel stehen.



Abzüge für das Übliche angerechnet, dürfte der Durchschnittsangestellte folglich auf 2.200 Euro netto kommen, allerdings sind dabei gärtnerische Hilfskräfte, Pförtner, Kulturdezernenten und Bürgermeisterinnen mit berücksichtigt.

Ein Tanz auf einem ganz dünnen Seil, wenn der Kalauer erlaubt ist. Irgendwie muss ich ja die Biege zum Bild bekommen.

Klima, schon wieder

verteilt diesen link in der welt: the great global warming swindle.

es war nicht alles gut II

beim betrachten der bilder erinnere ich mich ungern daran, dass ich vor einiger zeit über ein ddr-diskussionsforum im internet schrieb. ich fand es gespenstisch und habe das so, wenn auch argumentativ unterfüttert und weniger klartextlich, auch dargelegt. es entspann sich daraufhin auf der site eine diskussion, die sehr putzig war und in einer analyse des "schreiberlings" (journalisten sind immer schreiberlinge, wenn sie die welt nicht so sehen wie ihr publikum) gipfelte. zwei varianten waren im angebot: fdp-mitglied, von der ddr keine ahnung, rachegedanken im hinterkopf ODER ausbildung am roten kloster, linientreue bis zuletzt, die durch anschleimung an die neuen "machthaber" quasi retrospektiv bewältigt werden soll. ich war - erstaunt. immerhin hatte ich mit meiner diagnose offenbar recht gehabt.

Klick ins Glück



Spam ist nicht gleich Spam, zumindest glaube ich das seit heute. Da hatte ich nämlich nachfolgende Mail im Kasten, die nach vielversprechendes Geschäften klingt, wenn man zufällig dick im Titanium Dioxid-Business steckt.

Nett fand ich, dass die Dame sich entschuldigt, mir dieses tolle Angebot unterbreitet zu haben. Hat man nicht oft. Falls also jemand von Euch Interesse an Geschäften mit Titanium "mit Sertifikate von führenden Labors" hat, Kontaktdaten von Elena und Jylia stehen unten. Ich weiß leider nicht, was "Gluhverluste" sind und wozu die dienen. Sonst wäre ich natürlich längst unterwegs. Obwohl ich schätze, dass das oben gut der Zaun der Fabrik sein könnte.

Das Herstellerwerk, das schon seit 15 Jahren auf dem chemischen Markt exestiert, bietet seinen Kunden folgende Erzeugnisse an:

- Titandioxid (Titanium dioxide) 99.999 5N, hat folgende Gütekennziffer:

Titanium dioxide content, %, more than 99.999 %
Calcination loss (Gluhverlust), %, less than 3*10-1
Chlorides content, %, less than 1*10-2
Iron (Fe) content, %, less than 8*10-5
Copper (Cu) content, %, less than 7*10-6

Alle Erzeugnisse verfügen über Sertifikate den führenden Labors, Sertifikate des SGS Labor. Wir produzieren mehr als 40 Arten von Erzeugnissen, verfügen über ausgezeichnete wissenschaftliche Basis für Entwicklung von neuen Erzeugnissen und Technologien.


Mehrere Informationen könnten Sie auf unsere Internet Seite gucken( die Adresse bekommen sie nach Ihre Anfrage).

Mit freundlichen Grüssen,
Promchimperm JSC,
Unsere Kontakte:
e-mail: admaterials@hotmail.com
Telefon : +7 (342) 2530128
Fax : +7 (342) 2552141
Ansprechpartner: Elena Lapschina (russische Sprache), Julya Novoselova (englische Sprache)

Bitte Entschuldigen Sie die Störung, wenn die in diesem Schreiben dargelegte Informationen für Sie kein Interesse erwecken haben.

Klima-Anwandlungen

schon den ganzen tag geht mir ein satz durch den kopf: "wo ist der klimawandel, wenn man ihn mal braucht?" jetzt weiß ich auch, wann ich ihn dachte: beim enteisen meiner auto-fenster in der nacht vom 19. zum 20. märz. wie meine kleine tochter schon sagte: die natur ist ein verrücktes huhn.

Happy Birthday

(hier geklaut: http://www.23527.webhosting8.1blu.de/ateam)

Ohne Kommentar I

http://gimf1.wordpress.com/

Alte Renft-Rocksäcke


Ich habe letzte Woche zufällig noch mit Monster telefoniert, dem letzten verbliebenen Originalmitglied der Gruppe Renft, die damals in der DDR so legendär verboten wurde. Bandchef Klaus Renft ist ja vor kurzem gestorben, auch Texter Gerulf Pannach ist tot, ebenso Pjotr Kschentz. Am Wochenende kam nun auch noch Heinz Prüfer, der bei der Neugründung nach dem Mauerfall als Gitarrist eingestiegen war, bei einem Autounfall um. Prüfer war kein "echtes" Renftmitglied, aber mittlerweile, geschuldet den immer wieder aufbrechenden Streitigkeiten zwischen den alten Querköpfen, länger in der Band als beinahe alle Originalmitglieder.

Ich habe gerade ein hübsches Foto aus dem fadenscheinigen Kult-Konzertort Dieskau gefunden, das Klaus und Heinz zeigt. Es war kalt an diesem Abend, die beiden lächeln hier zwar, aber vorher hatten sie hinter der Bühne unheimlich geschimpft, weil die unsägliche Stern Combo Meißen ihren Auftritt immer länger zog, das Bier alle war und die Käsebrötchen im Backstageraum sich inzwischen wellten.


Das war 2005, jetzt sind beide tot. Wie sagt man da? Sterben kann nur, wer gelebt hat? Haben sie, das auf jeden Fall.

Fremde Federn IV


Nachrichten aus Thailand, die gestern ein Freund kabelte, der dorten lebt. Bemerkenswerte Sätze, die ein Gefühl dafür vermitteln, was man hierzulande alles nicht weiß.


Das schreibt er: Falls sich jemand fuer Thailand interessiert, es ist
ein brutales Land. (Reisekataloge moegen gerne das
Gegenteil behaupten.)

Der Verfassungstag ist offizieller Feiertag - nur eine
Verfassung gibt es nicht mehr. Ein Menschenleben
zaehlt hier nicht viel. Im Sueden von Thailand werden
von Zeit zu Zeit Menschen selbst auf offener Strasse
erschossen bzw. umgebracht. Problem:
Unterstuezungsmittel fallen oft denen in die Haende,
die hier anderen das Leben schwierig machen. Jene (aus
der westlichen Welt), welche die Mittel verteilen
(Tsunami, Entwicklungshilfe u.v.a.), schauen nicht gut
genug hin. Am Ende sind die Kriminellen noch
maechtiger und jene, die die Situation veraendern
koennten noch mehr im Hintertreffen. (In solchen
Faellen ist es beinahe besser, man vergibt ueberhaupt
keine Unterstuetzungsmittel). Das ist vielleicht alles
nicht neu, aber gut, es einmal mit eigenen Augen
verfolgen zu koennen.


Soweit der Bericht. Ich habe ein passendes Foto dazu rausgesucht. Das darauf ersichtliche Froschfleisch gilt als Delikatesse. Verständlich, sieht ja auch zum Anbeißen aus.

Augenschmaus


Also ich finde, so ein geschmolzener Gletscher ist ein Augenschmaus, wenn man auf Primärfarben steht. Zur Erläuterung: Das links hinten, was wie Geröll aussieht, ist Geröll, und zwar das Geröll, das im Gletschereis war, das jetzt geschmolzen ist. Der Gletscher ist aber nicht weg, er befindet sich vielmehr im Moment unter der Geröllschicht und ist immer noch etwa 50 Meter stark, geschätzt.

Dienstag, 20. März 2007

Schöne Filme

zum abschluss des tages noch ein paar nette fundstücke:
1. Al Jazeera bei MadTV
2. Wasser wird verboten!
3. Sonne statt Reagan

Fremde Federn III

Angele: In den Bergen schmelzen die Gletscher.

Schmidt: Da muss ich ehrlich sagen: Warum nicht? Ich selber stand vor drei Gletschern: Aletschgletscher, Franz Josef Gletscher in Neuseeland, und noch ein Riesenteil in Grönland. Tut mir leid, ich sehe da nur dreckiges Eis.

Angele: Dann lieber Dreck ohne Eis?

Schmidt: Ich selber brauche keine Gletscher. Ich möchte auch endlich wissen, ob nun eigentlich die Polkappen abschmelzen oder ob wir einer neuen Eiszeit entgegengehen. Ich war da, in Grönland. Mit dem Kreuzfahrtschiff. Und so lange der Steward noch mit dem Pickel das Eis von der Gletscherwand haut - für den Whiskey am Abend, weil Fachleute sagen „Das knistert anders“ -, so lange das noch gewährleistet ist, bin ich mir nicht sicher.

Angele: Mich berührt das Wetter schon.

Schmidt: Warum?

Angele: Weil die Menschen und vor allem: die Medien es nicht in den Griff kriegen.

Schmidt: Das Wetter in Europa ist doch putzig.

Angele: Mich fasziniert, dass die Wetterprognosen trotz Hightech so ungenau sind. Man schaut aus dem Fenster und sagt sich: sie liegen schon wieder daneben.

Schmidt: Egal, ich bin wetterunabhängig, wissen Sie. Wenn mir das Wetter auf den Sack geht, gehe ich ins Studio und mache den Scheinwerfer an. Das ist diese positive Beleuchtung, diese Lichttherapie, die es auch auf Krankenschein gibt. So. Und wenn Sie irgendeinmal rund um den Äquator unterwegs waren, dann wissen sie, dass bei uns absolut menschenfreundliches Wetter herrscht. Denken Sie an den Tsunami. Hier dagegen: elf Monate im Jahr Pissbrühe. Dafür aber keine Erdbeben, keine Hurricanes.

Angele: Das Wetter ist eben nicht nur freundlich, es ist eine „Urgewalt“.

Schmidt: In Europa ist es keine Urgewalt. Nochmals zum Aletschgletscher. Da sehe ich immer diese zwei Postkarten: 1912 und heute. Na und? 1912 wurden die Menschen 43 Jahre alt, heute werden sie 95. Man kann nicht alles haben. Entweder Gletscher oder frühes Ende. Oder kein Gletscher und elf neue Hüften. Man muss sich auch mal entscheiden. Entweder der Mensch oder die Natur.


(via: www.netzeitung.de)

Fremde Federn II

Liebes, friedfertiges Europa, beruhige dich, alles ist in Ordnung! Ja, Russland wird weiterhin in der Lage sein, die USA anzugreifen. Mit Raketen, trotz einem Raketenabwehrsystem in Osteuropa. Die Pacefahnenträger, Antiamerikaner und Gerhard Schröder können also aufatmen. Denn in einer Welt in der ein Land Angriffe auf sein Territorium vereiteln könnte, dem (das alte) Europa seit über einem halben Jahrhundert seine Freiheit verdankt, will man doch als gemeiner Amerikakritiker nicht leben. Menschen brauchen Träume!

Diese Sorge war übrigens von Beginn an unbegründet. Hätten sich die Kritiker eines Raketenabwehrsystems mal zwei Sekunden ihres Intellekts bedient, anstatt das Denken an Putin abzutreten, wären ihnen einige Depressionen erspart geblieben. Schon der Name: RaketenABWEHRsystem hätte aufhorchen lassen können. Abwehr ist nicht Angriff. Wenn ein Raketenabwehrsystem ein Wettrüsten auslösen sollte, ist die Frage doch: Warum? Wenn Person A einen Feuerlöscher kauft und Person B daraufhin wütend loszieht um den Vorrat an Brandbeschleunigern zu modernisieren und zu erweitern, wer wäre einem dann verdächtiger?

Aber selbst wenn diese Logik bei denen aussetzen mag, die Michael Moore für den brillantesten Amerikaner neben Noam Chomsky halten, gibt es ein weiteres nicht zu unterschätzendes Detail. Ein Raketenabwehrsystem in Osteuropa kann russische Raketen gar nicht aufhalten. Das wissen die Russen, das wissen die Amerikaner, das wissen alle, die hin und wieder kalte Fakten den eigenen Wunschträumen vorziehen. Denn russische Raketen würden nicht über Europa fliegen, wenn sie in den USA einschlagen sollen. Warum: Ein Blick auf den Globus hilft! Anders sieht es beispielsweise mit iranischen Raketen aus. Diese würden sehr wohl über Osteuropa fliegen. Was also eigentlich eine recht vernünftige Erklärung für das Raketenabwehrsystem sein könnte - das auch Europa vor Angriffen schützen würde - wird lieber verschwiegen, weil vor allen Deutschland ein Interesse daran hat, Russland zu besänftigen. Dafür müssen auch Opfer gebracht werden und es ist doch klar, dass die Freiheit der Tschechen im Zweifelsfall weniger zählt, als die Festigung der Wirtschaftsbeziehungen zu einem Land, das auf dem besten Weg ist wieder eine Diktatur zu werden.

Dass ausgerechnet die beiden Ländern selbstgefällig die Souveränität Tschechiens in Frage stellen, die im Rahmen eines Vernichtungskriegs über dieses Land herfielen beziehungsweise im Dienste einer menschenverachtenden Ideologie ein Gefängnis daraus machten, ist ein interessantes Detail am Rande.

(Gideon Böss auf: senordaffy.de/fdog/blog)

Fremde Federn

Raketenabwehrabwehrsystem
Warum ein rein defensives amerikanisches System, das Raketen abschießen kann, ein neues Wettrüsten in Europa auszulösen droht? Ganz einfach: Weil die Russen, die selbstredend nicht vorhaben, Raketen auf Europa oder die USA abzuschießen, durch dieses System gezwungen werden, Raketen zu entwickeln, die das System überwinden können. Sonst können sie ja keine Raketen auf Europa oder die USA abschießen. Klingt unlogisch, ist aber eine Gleichung, an die Kurt Beck glaubt. Kurt Beck ist das zweitneueste Raketenabwehrabwehrsystem der Regierung Putin, die - nur so nebenbei - überhaupt kein Weltfriedensproblem damit hat, Raketenabwehrsysteme nach Teheran zu verkaufen. Nun muss man Kurt Beck nicht böse sein: Er weiß es nicht besser. Sein Ausspruch, neue Raketen brächten Europa keine Sicherheit, hat offenbart, dass er nicht einmal den Unterschied zwischen einer Rakete und einer Abwehrrakete kennt. Wahrscheinlich weiß er nicht einmal, dass Abwehrraketen vom Typ “Patriot” sogar zum Arsenal der Bundeswehr gehören. Das neueste Raketenabwehrabwehrsystem der Regierung Putin allerdings ist kein Ministerpräsident aus dem Pfälzischen, der ein bisschen den “Peace-Now"-Kuschelbären für die Basis spielt, sondern ein Liberaler. Bundesaußenminister Steinmeier müsse in Washington “für Deutschland und Europa gegen die Raketenstationierung Flagge zeigen”, sagt der FDP-Chef. Früher, in Zeiten der segensreichen sozialliberalen Ostpolitik zum Beispiel, stand die FDP auf der Seite des Westens. Heute hat sie Westerwelle.

(Tobias Kaufmann auf www.achgut.de)

Zauberzausel zum Zuschauen

http://video.google.de/videoplay?docid=5851284191882829210&q=bonnie+prince+billy+see+a+darkness

da ist er nun in voller pracht, der zauberhafte zausel, live in der passionskirche und sogar in farbe. erkennen kann man nichts und vor dem refrain, dert tief ins dunkle blickt (I See A Darkness) bricht das lied ab. aber als eindruck isses gut

In der Debatte um


Der Debatte um, die fortgesetzt aufgeregt um irgendwelche Schwachheiten kreist, droht eine Fortsetzung. Eine neue Studie hat offenbar ergeben, dass Rennspiele zum Rasen verleiten. Die Dinger seien im Grunde genommen gefährlicher als alle Ballerspiele, weil sie die Sicherheit im Straßenverkehr beeinträchtigen, behaupten Psychologen des Allianz Zentrums für Technik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Probanden, die zuvor Rennspiele gespielt hätten, neigten im Fahrversuch zu einem aggressiveren Fahrverhalten und höherer Risikobereitschaft.

Ich muss gestehen, dass ich nie Rennspiele gespielt habe, im echten Leben aber schon eher Raser bin. Ich warte auf die Studie, die das erklärt. Was hat mich dazu gemacht?

In der Debatte um erwarte ich jetzt ein Kapitel "Verbot von Raserspielen", besser noch das sofortige Verbot von Straßenverkehr insgesamt und überall. Letzteres wäre nur konsequent.

Doch gut

Wir sind doch gute Menschen! Ich habe eben die Adsense-Funktion eingeschaltet - und siehe da, wie ich immer vermutet habe, schätzt Google, dass es am besten ist, uns zur Sammlung von Spenden einzuspannen. Das macht mich stolz, Platschquatschgemeinde, so stolz auf uns.

Montag, 19. März 2007

Klimawandel reloaded, 3. Teil

auch broder hat etwas dazu zu sagen: http://www.watchberlin.de/vipo/portal/watchberlin_video_62165

Achtzig Säcke Plüschgetier

Hier nun Teil 1 der neuen Platschquatsch-Serie "Lesestöffchen aus dem Lager" - ein Gespräch mit Paddy und Johnny von der Kelly-Family



Erst sangen sie noch auf Weihnachtsmärkten. Es war kalt, nieselig und bloß ein paar hundert Leute unterbrachen ihre Einkaufsrunde, um der Kelly-Family zu lauschen. Routineauftritte, die die Kellys mit klammen Fingern absolvierten. Dann aber war alles anders. Die Kellys wurden erfolgreicher als Madonna, verkauften mehr Platten als Take That und den 17jährigen Paddy Kelly liebten die Mädchen fast wie heute Tokio Hotel.

Frage: Wann habt ihr gewußt, daß jetzt eine neue Kelly-Zeitrechnung begonnen hat?
Paddy: Das war Ende Mai in Berlin, als wir unser bisher größtes Konzert gaben. Einfach Wahnsinn. 70.000 Leute, die alle nur wegen uns da waren.

Frage: Es liegt ja ein kometenhafter Aufstieg hinter Euch. Wie habt ihr den verkraftet?
Paddy: Wir hatten ja schon vorher ziemlich große Konzerte. 10.000 Leute in Rostock und 500.000 verkaufte Platten im Jahr. Dadurch war der Sprung für uns selbst gar nicht so groß. Was jetzt anders ist, sind die Medien. Die sind irgendwann auf uns aufmerksam geworden und seitdem haben wir keine Ruhe mehr.

Frage: Habt ihr den Erfolg geplant?
Johnny: Nein. Es war schon vorher unsere Hoffnung, mit der neuen Platte in die Charts reinzugehen. Aber daß es ein solcher Erfolg wird, hat natürlich niemand erwartet.

Frage: Wie erklärt ihr Euch Euern Erfolg ausgerechnet in den Zeiten von Techno und Dance?
Paddy: Ich glaube, es ist die Musik. Wir sind kein Medienhype. Unsere Musik ist einfach für viele so eine Art Alternative zu Techno und Dance. Sie ist erfrischend, der Sound ist ganz anders, es ist viel Power drin. Letztens haben wir 40.000 Rocker auf einem Festival in der Schweiz überzeugt - es muß also was dran sein.

Frage: Also kein Marketingkonzept?
Paddy: Die Kelly Family ist ganz von unten entstanden. Zuerst waren die Konzerte, dann wurden Leute aufmerksam, schließlich kamen dann die Medien dazu und es wurde riesig.

Frage: Dann kam die Kelly-Mania. Welche Ausmaße hat denn die Hysterie um Euch erreicht?
Paddy: Wir bekommen pro Tag 3.000 Briefe. In unserem Computer sind derzeit 250.000 Fans registriert. Bei Konzerten sammeln sich jeden Abend zu achtzig Säcke mit Plüschtieren an. Ein extra LKW fährt die immer ab. Wir überlegen jetzt gerade, ob wir die Dinger vielleicht für Bosnien opder für Kinderheime oder irgendwas Nützliches spenden können.

Frage: Wie gehst du damit um, der Lieblingstraummann aller deutschen Mädchen zu sein?
Paddy: Naja, ich mach das ja nicht extra. Das ist so gekommen und nun muß ich damit leben. Es ist leider so, daß ich inzwischen nicht mal mehr auf die Straße gehen kann.
Johnny: Aber so sehr stört ihn das gar nicht. Paddy ist zur Show geboren. Schon als er klein war, konnte man merken, daß er ein Naturtalent ist. Jede Band hat so einen Frontmann. Paddy ist halt unserer Star.

Frage: Aber Lieder schreiben alle?
Paddy: Alle. Aber Kathy und ich, wir kümmern uns dann um die Arrangements und passen Texte und Musik zusammen.

Frage: Warum geht ihr eigentlich nicht zur Schule?
Paddy: Unser Vater war doch früher Lehrer. Der unterrichtet uns. Das geht ja gar nicht anders, weil wir mit unseren 300 Konzerten im Jahr ja ständig unterwegs sind.

Frage: Obwohl ihr irische Pässe habt, lebt ihr in Deutschland? Gibt es dafür einen besonderen Grund?
Paddy: In Deutschland hat man uns immer gut behandelt, auch als wir nicht so berühmt waren. Hier konnten wir immer spielen, immer Geld verdienen. Dafür sind wir den Menschen hier immer noch dankbar. Außerdem fühlen wir uns eigentlich eher als Europäer. Und da kann es auch sein, da wir irgendwann auch mal wieder woanders hingehen. Wir haben ja ein Haus in Spanien, wo fünf von uns auch geboren sind. Und wenn man alle Inspiration aus einem Land gezogen hat, ist es immer besser, weiterzuziehen.

Frage: Nach Euerm großen Erfolg in Deutschland habt ihr ja jetzt sowieso ganz Europa im Visier?
Johnny: Ja, es stimmt. Unsere letzte Platte wird jetzt überall in Europa veröffentlicht und wir hoffen, daß sie überall so gut aufgenommen wird wie in Deutschland.
Paddy: Aber am wichtigsten bleibt Deutschland, vor allem Ostdeutschland. Gerade hier haben die Leute uns schon zugejubelt, als wir noch nicht in der Hitparade standen. Wir haben zuerst in Ostdeutschland gespielt, als es die DDR noch gab. Auch nach dem Mauerfall waren wir oft hier. Wir haben irgendwie miterlebt, was die Leute hier in den letzten fünf Jahren erlebt haben. Weil wir wissen, was hier los ist, haben wir auch ganz besondere Eintrittspreise gemacht. Wir wollen, daß die Leute ihre ganze Familie mitbringen können.

Frage: Warum wohnt ihr auf einem Hausboot auf dem Rhein? Ihr könnt Euch doch längst ein Haus leisten?
Paddy: Das Boot hat etwas mit Freiheit zu tun. Mit dem Gedanken von Independence. Also Unabhängigkeit. Unser Vater wollte immer frei sein und sich keinem unterordnen müssen. Aber wir leben ja nicht nur auf dem Boot. Das wird immer nur so erzählt. Direkt an dem Boot haben wir ja auch ein haus, in dem unsere Plattenfirma sitzt. Da haben wir auch unsere Proberäume, Büros und so weiter.
Johnny: Das mit dem Boot ist eine Lebensart, die wir von unserer Zeit in Amsterdam kennen. Dort leben 20.000 Leute, vor allem Künstler und Musiker, auf Booten in der Krachten. Das ist faszinierend. wenn du wegwillst, machst du einfach die Leinen los.

Frage: Habt ihr jemals Sehnsucht, von zu Hause wegzugehen?
Paddy: Nie. Was ich zu Hause habe, ist doch das, wovon viele andere Menschen träumen. Das findet man selten. Die Geborgenheit und Sicherheit. Andere Kinder wachsen mit Drogen auf und Gewalt. Ich kann verstehen, daß die da raus wollen. aber mir geht es ja zum Glück nicht so.
Johnny: Mir geht es so, daß ich schon nach drei, vier Tagen, die ich mal von zu Hause weg bin, mir sage: Oh, Johnny, dir fehlt irgendwas. Ich kriege ein ganz schlechtes Gefühl. Wir sind doch zusammen aufgewachsen, wir waren zusammen unten und oben. Wenn du Probleme hattest, konntest du immer zu deinem Bruder oder zu deiner Schwester gehen. Wir haben auch gestritten und streiten noch - aber am meisten halten wir zusammen.

Frage: Was treibt euch nach 300 Konzerten im Jahr noch an?
Paddy: Ach, wenn ich zu Hause bin und fünf Tage nicht Gitarre gespielt habe, dann zittere ich schon. Es fehlt dann einfach dieses Feedback vom Publikum, dieses Erlebnis mit den Fans. Das muß man sich immer holen.

Frage: Könntet ihr Euch auch eine andere Arbeit vorstellen?
Johnny: Wir haben doch alle auch noch eine andere Arbeit. Jeder von uns hat in unserer Firma eine andere Verantwortung. Kathy ist die Finanzministerin, Maite kocht, ich mach´ die Videoproduktionen.


Frage: Ihr seid ja alle weitgereist und sprecht mehrere Sprachen. In welcher Sprache denkt ihr?
Paddy: Ich träume manchmal in spanisch. Unterhalten tun wir uns auf englisch. Nur wenn wir Geheimnisse haben, reden wir spanisch.

Frage: Und welche Rolle spielt Euer Vater?
Johnny: Er ist der Chef. Er hat das alles möglich gemacht, alles aufgebaut. Ohne ihn gebe es die Kelly Family nicht.
Paddy: Pa ist einfach ein Genie.

Vegetarier ärgern

wenn man gerade ganz große langeweile verspürt oder einfach nur ein zynisches ziehen im zwerchfell, dann kann man vegetarier ärgern. anbei eine kleine anleitung. via: http://ivy.antville.org/

Klimawandel reloaded, 2. Teil

es ist so einfach, dem untergang zu entgehen. aber lest selber, freunde des politplatschquatsches: http://www.reifenpresse.de/CDML007/de/gast/detail.php?t=akt&tk=1332418&RecID=37532

Führungspersonal


hier hätte eine lange belichtungszeit wunder gewirkt.

Kanada?

So sieht der Straßenverkehr in Kanada aus. Von hinten, wohlgemerkt.

Waldschrats Weisheiten

Der weiter vorn erwähnte Bonnie Prince Billy ist ja Bartträger. Uns Bartlose ließ er beim Konzert in Berlin wissen, was uns entgeht - nämlich "die Freude, wenn man das Glas schon abgesetzt hat und dann unerwartet noch mal einen kleinen Nachschluck aus dem Bart bekommt."

klimawandel reloaded


wie sich doch innerhalb weniger jahre die ängste ändern ... das buch könnte heute heißen: die rückkehr der wüsten. es würde unter anderem berichten vom abschmelzen der gletscher.

City: Tot ins Jubiläum

Leider meldet die Heimatzeitung heute, versteckt in einem Bildtext, auch Trauriges von City, der Lieblingsband der Ostdeutschen, die gerade auf Jubiläumstournee ist. "Das Publikum liebte "City" für seine gewitzte Mischung aus alten und neuen Songs und Gags" steht da. "Liebte"! Offenbar liebt es die Band nicht mehr, oder die Band ist tot. Das Bild dazu zeigt übrigens Toni Krahl, der sich,w enn ich das richtig deute, in "City" umbenannt haben muss, Toni City wohl. Was man so alles erfährt...

Noch ein eleganter einstieg

nachdem das wochenende mit einem treffen polen-deutschland ("merkel geht auf polen zu") so elegant begann, muss sich auch die neue woche nicht verstecken: "polen geht auf merkel zu". hossa! wo werden die sich treffen? auf der oder-neiße-friedensgrenze? nur: was passiert, wenn die protagonisten aneinander vorbeilaufen? politischer journalismus vom allerfeinsten.

Ästhetik des Zerfalls

Erstaunlich, dass wir etwa zur selben Zeit dieselben Bilder gemacht haben. Leider habe ich die meisten auf dem Weg verloren, aber einige sind doch geblieben, wie das hier. Leider war meine Buchhaltung damals so zerfahren, dass ich raten muss, wo das ist. Ich schätze irgendwo in der Nähe der Kellnerstraße, durch die ich kürzlich ging, worauf es in mir spontan dichtete:

wo früher unsere kneipe war
sitzt jetzt die hamburg-mannheimer
wo wir soffen am straßenrand
ist jetzt ein dönerstand


Ein Dönerstand ist da nicht wirklich, aber dichtungstechnisch passte er da hin.

Sonntag, 18. März 2007

Alt-Halle


bei der betrachtung der alten fotos entdecke ich einen hang zum idyll bei mir damaligem jungspund. offenbar versuchte ich, dem allgegenwärtigen verfall einen ästhetischen mehrwert abzupressen. die perspektive verschiebt sich aus der diagonalen ins kunsthandwerklich schiefe, totalen werden eher vermieden, um dem detail mehr gerechtigkeit widerfahren zu lassen etc. vielleicht ist das typisch ddr, so genau hinzuschauen, dass man eigentlich nichts mehr sieht, was über das ornament der apokalypse hinausweisen könnte.

Waldschrat im Konzert


Er trägt Bergstiefel zum Ausgehen, Bergstiefel mit knallroten Schnürsenkeln, wohlgemerkt. Halbglatze, wild wuchernder Bart, eine Hose, die irgendwann in den 30er Jahren modern gewesen sein muss, und über einem verblichenen himmelblauen Hemd eine seltsame Weste. Bonnie Prince Billy könnte Englischlehrer sein oder Wanderprediger, in Wirklichkeit ist der Mann aber einer der bemerkenswertesten Singer/Songwriter der Gegenwart.


Allerdings ist Bonnie Billy eben nicht nur bemerkenswert, sondern, wie sein Aussehen schon vermuten lässt, auch etwas merkwürdig. Selten nur geht der Mann, der eigentlich Will Oldham heißt, unter Menschen, noch seltener begibt sich der Amerikaner nach Übersee.


Dann aber ist er ganz locker, ein Zausel, durchaus zum Scherzen aufgelegt. Damit es ihm nicht so einsam ist auf der Bühne in der restlos ausverkauften Passionskirche in Berlin Kreuzberg, stellt er erstmal seinen Plastikbecher mit Whiskey auf den Stuhl, auf dem er eigentlich hatte sitzen sollen beim Singen. Aus dem Kinngewölle grinst es breit, dann zupft der Eigenbrödler mit der unverwechselbaren Stimme die ersten Akkorde von "Wolf Among Wolfes", einem Stück, dass er vor Jahren mit Matt Sweeney (Zwan) zusammen schrieb.
Die Musik hier ist ein leises Raunen, die Gitarre klingt nicht lauter als das Knarzen des alten Kirchengestühls. Darüber heult und haucht Bonnie Prince Billy von durchzechten Nächten, verlorenen Göttern, fortgegangenen Frauen und nebligen Weiden, dass es vom Backsteingewölbe widerhallt wie ein Choral.
"God Is The Answer" summt Billy, ein Bein schräg in die Luft gestreckt, den Blick ins Nichts gebohrt. Die Gemeinde hängt dem Umkulteten an den Lippen. Was die Frage war, ist schon längst nicht mehr die Frage.


Halle damals


Ja, ein bisschen fotografiert habe ich auch.

Damals, und erst neulich wieder.