Seit der ungarische Despot Viktor Orban an der Südgrenze seines Landes auf eigene Faust und Kosten einen Zaun gebaut hat, wie ihn die EU vor kurzem der griechischen Regierung finanzierte, gilt Ungarn als unmenschliches Regime, dessen harter Dublin-Kurs in der Flüchtlingskrise ganz und gar nicht den deutschen Vorstellungen von Willkommenskultur entspricht. Ungarn allerdings hat im Gegensatz zu Deutschland auch ein türkisches Trauma, das das Land der Magyaren seit mehr als vier Jahrhunderten mit sich schleppt: Damals, am 11. September des Jahres 1552, begann der Angriff der Türken auf die Burg Eger, gelegen rund 140 Kilometer östlich von Budapest, das wie ein Drittel des ungarischen Territoriums bereits in die Hände der Türken gefallen ist. Die Habsburger waren nicht fähig, Ungarn zu verteidigen, weil Kaiser Karl V. in andauernde Kriege mit Frankreich verwickelt war. Die von den Ungarn verpflichteten Söldnerheere aber plünderten lieber Städte und Dörfer, als gegen die Türken zu kämpfen.
Nach der der Eroberung der Grenzburgen von Veszprém, Szolnok, Temesvár, Karansebeş und Lugoş steht anno 1552 die Burg Eger auf dem Wunschzettel des Sultans Suleiman II. 150.000 Soldaten stürmen auf eine Burg ein, die von nur 2000 Ungarn unter dem heute in Ungarn als Nationalheiligem verehrten Dobó István verteidigt wird, darunter unzählige Frauen, Kinder und männliche Zivilisten. Der erste Sturm versagt, auch den zweiten kann die Besatzung abwehren. Die Belagerung dauert dann bis zum 13. Oktober. Dann stürmen die Türken erneut gegen die Mauern an. Aber auch dieser Angriff wird abgeschlagen, diesmal in höchster Not und nur, weil die Frauen in der Festung mit kochendem Wasser in die Kämpfe eingreifen.
Danach lässt Suleiman die Belagerung abbrechen, Ungarn hat gesiegt, die Gefahr einer völligen Eroberung durch die Osmanen scheint gebannt. "Egri csillagok", zu deutsch "Die Sterne von Eger", ein Roman des ungarischen Schriftstellers Géza Gárdonyi aus dem Jahre 1899, schildert die Ereignisse - in Ungarn gehört das Buch zum Schulstoff.
Die Heldengeschichte um Dobó István, später Wojwode von Siebenbürgen, ist ebenso klassische Nationalbildung wie die Rückkehr der Türken: 1596 ist kein Dobó István da, die Burg Eger wird trotz ihrer mittlerweile verstärkten Befestigung nach nur wenigen Tagen Belagerung eingenommen, die Besatzung ergibt sich, die Region fällt an den Sultan.
Ein Trauma, unter dem die Ungarn bis heute leiden. Denn es wird elf Jahre dauern, bis kaiserliche Truppen die Osmanen vertreiben und die Magyaren ins Abendland zurückholen.
Nach der der Eroberung der Grenzburgen von Veszprém, Szolnok, Temesvár, Karansebeş und Lugoş steht anno 1552 die Burg Eger auf dem Wunschzettel des Sultans Suleiman II. 150.000 Soldaten stürmen auf eine Burg ein, die von nur 2000 Ungarn unter dem heute in Ungarn als Nationalheiligem verehrten Dobó István verteidigt wird, darunter unzählige Frauen, Kinder und männliche Zivilisten. Der erste Sturm versagt, auch den zweiten kann die Besatzung abwehren. Die Belagerung dauert dann bis zum 13. Oktober. Dann stürmen die Türken erneut gegen die Mauern an. Aber auch dieser Angriff wird abgeschlagen, diesmal in höchster Not und nur, weil die Frauen in der Festung mit kochendem Wasser in die Kämpfe eingreifen.
Danach lässt Suleiman die Belagerung abbrechen, Ungarn hat gesiegt, die Gefahr einer völligen Eroberung durch die Osmanen scheint gebannt. "Egri csillagok", zu deutsch "Die Sterne von Eger", ein Roman des ungarischen Schriftstellers Géza Gárdonyi aus dem Jahre 1899, schildert die Ereignisse - in Ungarn gehört das Buch zum Schulstoff.
Die Heldengeschichte um Dobó István, später Wojwode von Siebenbürgen, ist ebenso klassische Nationalbildung wie die Rückkehr der Türken: 1596 ist kein Dobó István da, die Burg Eger wird trotz ihrer mittlerweile verstärkten Befestigung nach nur wenigen Tagen Belagerung eingenommen, die Besatzung ergibt sich, die Region fällt an den Sultan.
Ein Trauma, unter dem die Ungarn bis heute leiden. Denn es wird elf Jahre dauern, bis kaiserliche Truppen die Osmanen vertreiben und die Magyaren ins Abendland zurückholen.














